SNCF-DB-Kooperation im Störungsfall (Allgemeines Forum)

bahnfahrerofr., Sonntag, 18.02.2024, 20:06 (vor 937 Tagen) @ VT642
bearbeitet von bahnfahrerofr., Sonntag, 18.02.2024, 20:11

Die deutsch-französische Kooperation existiert im Störungsfall m.E. oftmals nur auf dem Papier.

Das trifft es ganz gut. Und das muss noch nicht mal Streik sein.

Ein besonderer Höhepunkt war vor nicht allzu langer Zeit Teil eines Beitrags hier im Forum:

Das war ich, genau, deine Beschreibung ist soweit korrekt.

Wenn ich den Bericht des Mitforisten richtig im Kopf habe, hat er durch Hartnäckigkeit Platz in einem gewiss nicht überbesetzten TGV gefunden, was jedoch nicht der offizielle Weg war.

Der offizielle Weg wäre gewesen, zwei Tage später zu fahren, weil dann am Folgetag mittlerweile auch alles ausgebucht war.
Offenbar, das zeigt ja auch dieser Fall des TE, ist es hilfreich, es mehrfach und bei Misserfolg der freundlichen Anfrage auch mal etwas direkter zu probieren. In meinem Fall endete es im Prinzip in einem Streitgespräch mit dem Schrankenwärter auf schlechtem Englisch, in der Folge wurde eine Familie mit zwei kleinen Kindern nach Bitten und Betteln der Mutter eingelassen, während außen ein ganzer Pulk sich bereits für den nächsten ICE bereitgestellt hatte, von denen kein einziger mit in den Luxemburg TGV kam. Wir sind dann, obwohl kinderlos und ohne sonstige offensichtliche Einschränkungen, zu zweit als letzte vor der Abfahrt durch die Sperre gelassen wurden, nachdem ich mich ganz offensichtlich erneut hinter der Familie eingereiht hatte. Der Typ, Remy hieß er, hätte mich allerdings fast aufgefressen. Warum sie uns reingelassen haben ist mir bis heute jedenfalls nicht klar. Im Zug war noch massig Platz um vielleicht 40 Leute mitzunehmen.

Am schlimmsten finde ich eigentlich, dass sie dich anlügen und zum Teil auch keine Ahnung haben. Vorne am Schalter erzählen sie dir, man müsse den Chef de bord fragen, zu dem wird man aber nie durchgelassen. Dort an der Sperre behaupten sie dann man müsse einen Zettel von Schalter bringen (den es in dem Fall niemals gab, außer jemand, der am Gare de Lyon gefragt hatte, bekam dort einen) oder umreservieren, was aber ja bekanntlich nicht geht.

Selbst wenn man zum Zug käme, heißt das auch nicht zwingend dass man mitgenommen wird. Ich erinnere mich an einen Beitrag in DSO, es fielen an dem Tag alle Nahverkehrszüge nach Cerbere aus, nur der Nachtzug fuhr. Ein paar Leute wollten in den Zug in Perpignan einsteigen, wurden aber vom Zugchef wieder rausgeworfen, weil Reservierungspflicht herrsche und NV-Fahrkarten nicht gelten. Insgesamt ist das schon alles recht beschämend, aber man ist es in Frankreich wohl so gewohnt. Mich würde sehr wundern, wenn sich das mal irgendwann grundlegend ändern würde.

Dadurch dass man im FV das Prinzip fährt "jeder einzelne Zug muss sich rentieren" sind die Züge eigentlich immer höher besetzt bis ständig ausreserviert im Sommer auf vielen Strecken, weshalb das ganze System eigentlich keine größeren Störungen und Ausfälle bewältigen kann. Es gibt dann schlichtweg keinen Platz. Nur blöd, dass auch in Frankreich deutlich mehr schief geht als in der Schweiz.


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