BOP 7: Mürren und BLS Schifffahrt [m56B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 23.12.2023, 11:08 (vor 823 Tagen)

Ein weiterer Tag mit wechselhaftem Wetter ist angekündigt - wie geschaffen dafür, um noch drei Lücken im Berner-Oberland-Pass-Bahnnetz zu schließen: Die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM), das Stück der Zentralbahn bis Meiringen, und die Strecke von Bern nach Konolfingen. Dazwischen bietet es sich an, nicht alle Strecken mit der Bahn zurückzulegen. Aber zuerst geht es mit IC81 und der BOB nach Lauterbrunnen.

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01 Die ist trotz Regens gut voll und besteht heute aus 2x ABDeh8/8 und 3x ABt alt.

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02 In Lauterbrunnen ist schon wieder die Verspätungsseuche unterwegs und die WAB mit +4 angeschlagen. Dahinter steht der Pano 145, der am Anfang der Serie auf der Kleinen Scheidegg abgestellt war.

Zum Glück möchte ich dort nicht hin, sondern einmal die Runde um Mürren fahren. Da ich das letztes Mal gegen den Uhrzeigersinn gemacht habe, beginne ich dieses Mal in der anderen Richtung mit dem Bus nach Stechelberg. Der hat einen komischen Personenanhänger dran, ist aber überhaupt nicht voll. Dafür sorgt eine englischsprachige Reisegruppe, die ewig mit dem Fahrer über Tickets diskutiert, für reichlich Verspätung. Bis zur Talstation der Schilthornbahn holen wir zwar etwas wieder raus, aber trotzdem muss ich dort laufen.

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03 Gerade noch bekomme ich die Kabine, die bis Gimmelwald entlang der Felswand fährt.

Nebenan wird die Direktverbindung nach Mürren, die früher eine reine Güterseilbahn war, als Teil der Verbindung aufs Schilthorn ausgebaut. In Gimmelwald muss man in die andere Kabine umsteigen, die in derselben Seilschleife hängt. Die Mittelstation wird ihrem Namen nämlich gerecht und hängt exakt in der Mitte, sodass beide Kabinen immer gemeinsam ihre Stücke pendeln. Oben angekommen machen Regen und Nebel alle Bilder unmöglich, weshalb ich so schnell wie möglich den Ort in Richtung des BLM-Bahnhofs durchquere. Dort hatte ich geplant, den 9:28er Zug zu erreichen (Ankunft hier war 9:05), aber bei dem Wetter ziele ich nun auf den Zug 15min früher ab, für den ich mich ordentlich beeilen muss. Um Punkt 9:12 erreiche ich den Bahnhof, aber der Zug ist schon weg. Kann doch nicht sein? Stimmt auch nicht, denn so früh morgens ist hier offenbar noch Halbstundentakt, sodass es meinen Zug gar nicht gab. Also zurück zum ursprünglich geplanten Zug, in den ich nun zwar als erstes einsteige, aber der in den nächsten 15min bis oben hin voll wird.

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04 Auf der Grütschalp muss man in die wieder einspurige Seilbahn umsteigen. Dort steht dieses etwas lustige Schild, dessen Existenz viel über die Touris vor Ort aussagt.

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05 So gerade kommen Männlichen, Tschuggen und Lauberhorn aus den Wolken. Vom Dreigestirn ist nichts zu sehen.

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06 Voraus liegt der Bahnhof,

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07 rechts davon stehen das alte Gerümpel und ein neues Wengen-Shuttle.

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08 Durch den Regen kommt immerhin mal ordentlich was den Staubbachfall runter.

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09 Die BOB fährt noch immer im reduzierten Modus mit den zwei Einheitswagen.

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10 Ganz und gar nicht reduziert ist dafür das Wasser in der Lütschine.

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11 Auch dieser Grindelwaldumlauf, ein anderer als heute morgen, ist mit zwei alten Steuerwagen unterwegs. Der dritte Umlauf fährt dafür mit einem neuen.

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12 Bei anhaltendem Regen erreichen wir Interlaken Ost, wo ich nun 44min Umstiegszeit habe, und zwar auf das Schiff nach Brienz.

Auf beiden Seen hier betreibt die BLS die Schifffahrt und dabei jeweils einen Umlauf mit Dampfschiffen, diesen hier mit dem DS Lötschberg. Das ist 1914 der letzte Raddampfer der Escher Wyss gewesen, der nach 9 Tagen wegen des Kriegs stillgelegt wurde. Mit Platz für 800 Passagieren ist er dem Andrang eigentlich nicht gewachsen, zumindest in der übervollen zweiten Klasse - und das trotz einiger Schauer und generell schlechter Sicht. Viele Ostasiaten wollen dabei nach Iseltwald, wo wohl irgendeine dort populäre Serie mal den Steg des Dorfs gezeigt hat, der komplett 0815 aussieht.

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13 Am Ufer fährt der LIE mit Adler und Fink.

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14 Ganz anders ist das Publikum, das beim ehemaligen Hotel Giessbach mit Wasserfall aussteigt - Profil mitteleuropäischer Rentner.

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15 In Brienz treffen wir wieder auf den LIE, den ich nun bis Meiringen nehme - einmal, weil es für keine Verzögerung im Gesamtplan sorgt, und weil mir das Stück eben auch noch fehlt.

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16 Da steht er neben dem R, mit dem es gleich zügig zurück nach Interlaken geht.

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17 Auch hier sind einige Wasserfälle durch zwei Tage Regen merklich angeschwollen,

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18 und noch einer.

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19 Nach einem kurzen Stück geht es zurück an den See,

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20 auf dessen anderer Seite auch der Giessbach stärker ist als sonst.

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21 Da fährt das Schiff wieder zurück.

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22 In Interlaken bringt mich der BLS RE weiter, der heute ausnahmsweise mit Lötschberger und dreiteiliger NINA fährt und damit viel mehr Platzangebot hat als die NPZ-Garnitur sonst.

Mit ihm könnte ich bis Interlaken West fahren und dort etwas mehr als eine Stunde auf das nächste Schiff nach Thun warten. Darauf habe ich keine Lust und bleibe daher bis Spiez im Zug, wo eigentlich 3min Umstiegszeit auf den IC6 sind, der in dieser Stunde als EC aus Mailand kommt, nach Frankfurt fährt, und massiv verspätet ist. Deshalb wartet der Lötschberg-RE auf uns, der eigentlich vor 1min hätte abfahren sollen. Mit +5 geht es nach Bern, von wo ich trotzdem entspannt den RE in Richtung Luzern bekomme. Als wir um 14:43 durch Gümligen fahren, kommt nun erst der EC entgegen. In Konolfingen steige ich aus und nehme ein weiteres Mal den R nach Thun, wo es schließlich aufs Schiff geht.

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23 Und das ist das MS Stadt Thun, mit 1100 Personen Kapazität größtes Schiff der BLS, auf dem ich recht einfach einen guten Platz bekomme.

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24 Am rechten Ufer liegt vor Hilterfingen Schloss Hünegg. Rechts vom Ort sieht man einige Boote der örtlichen Segelschule, von denen sich eines auf unserem Kurs befindet. Erst hupt das Schiff zweimal normal und wird merklich langsamer. Als die Lage wirklich brenzlig wird, macht es einen Dauerton an. Im letzten Moment kommt die Lehrerin mit ihrem gelben Motorboot, nimmt den Schüler ans Seil und zieht in aus dem Weg. Das Ganze bringt uns auch etwa 5min Verspätung ein.

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25 In Oberhofen kommt schon das nächste Schloss.

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26 Weiter geht's nach Gunten und dann zum ersten Mal auf das linke Ufer.

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27 Voraus liegt der Niesen in einer riesigen Wolke,

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28 vor Spiez kann man sehr schön erkennen, dass das Tal der Kander eigentlich viel weiter nördlich in den Thunersee mündet und die Lötschbergstrecke erst durch diese Hügelkette im Tunnel fahren muss.

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29 Hier begegnen sich ein IC mit 9 IC2000 und 3 EW IV-Wagen sowie 2 Loks und die Lötschberger-NINA-Garnitur.

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30 Auch Spiez hat sein Schloss.

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31 Entgegen kommt hier das zweite Dampfschiff der BLS, die Blümlisalp, die zwar nach dem Bergmassiv benannt ist, das man in Teil 2 von Kandersteg und in Teil 4 von der Grossen Scheidegg sah, aber merkwürdigerweise kein "e" im Namen hat.

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32 Gegenüber liegt das Niederhorn in der Sonne.

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33 Wir kommen dabei der Talstation seiner Standseilbahn so nahe, dass ich mich schon fast frage, ob unser Kapitän den Halt in Faulensee vergessen hat - hat er aber nicht, die Route macht hier nur einen extrem großen Bogen.

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34 Dort angekommen passiert uns der nächste IC,

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35 gegenüber sieht man schön zwischen Niederhorn und Sigriswiler Rothorn den Eingang ins Justistal, darunter Merligen.

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36 Zunächst geht es aber an der Kirche von Faulensee vorbei,

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37 dann rüber nach Merligen. Die ganze Linienführung ist hier irgendwie ineffizient, aber mit den vier Halten (Spiez, Faulensee, Merligen und Beatenbucht) scheint es auch keine viel bessere Lösung zu geben.

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38 Ich habe keine Ahnung, welchen Zweck diese Garage erfüllt.

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39 An der Beatenbucht, die wir gleichzeitig mit dem Bus erreichen - sowas klappt auch nur in der Schweiz - steigen recht viele aus. So spät am Tag und bei dem Wetter würde ich ja nicht aufs Niederhorn fahren wollen.

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40 Über Interlaken sieht man gut Breitlauenen an der SPB.

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41 Darunter kommt das Bödeli ins Bild.

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42 Über diese abenteuerliche Straße fährt die Linie 21.

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43 Nur vom Schiff aus kann man den Steinbruch Balmholz sehen, der für einen guten Teil des Schotters in der Schweiz verantwortlich ist.

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44 Da liegt er, halbwegs sortiert nach Größe.

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45 Etwas weiter rum liegen die Beatushöhlen,

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46 die wohl sehr schön sein sollen, aber auch sehr teuer.

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47 Der Wasserfall reicht mir schon aus, vor allem ist seine Bewunderung gratis.

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48 Zoom

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49 und Sprung nach Sundlauenen, wo wir halten und ein paar Leute zu den Höhlen rausschmeißen.

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50 Bei der SPB fährt auch mal ein Zug.

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51 Kurz vor Unterseen hat man den perfekten Blick auf den Hardergrat mit seinem ersten Gipfel, dem Harder Kulm.

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52 Darunter liegt das Neuhaus, an dem wir einen letzten Zwischenhalt einlegen, von dem jetzt noch 24min bis Interlaken West im Fahrplan stehen. Da wäre man definitiv mit dem Bus schneller, vermutlich selbst noch zu Fuß, aber da ich schonmal auf dem Schiff bin, will ich den Rest auch noch mitnehmen.

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53 In einem großen Bogen fahren wir auf die Aare zu, aus der noch ein Gegenschiff kommt, die MS Bubenberg.

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54 Genau genommen kam es aber nicht aus der Aare,

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55 sondern aus dem benachbarten Schifffahrtskanal.

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56 Der führt uns sehr langsam bis Interlaken West, das wir trotzdem pünktlich erreichen.

Dort kommt gerade der PE-Ersatz-MIKA durch, der offenbar in Interlaken keinen Platz zum Übernachten hat. Dafür nehme ich noch den IC61 zum Ostbahnhof. Damit fehlt mir vom Berner Oberland Pass noch genau eine Bahnstrecke, womit das Ziel für den nächsten Tag schon feststehen dürfte.


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