So ist Deutschlands Schienennetz geschrumpft (Allgemeines Forum)
D 2852, Montag, 18.12.2023, 02:35 (vor 1002 Tagen)
Interessantes Verlaufsdiagramm der Bahn-Streckenentwicklung in Deutschland in der "Morgenpost":
https://interaktiv.morgenpost.de/bahn-schienennetz-deutschland-1835-bis-heute?utm_sourc...
Fehler auf der Karte
lila Schnitzel, Montag, 18.12.2023, 08:40 (vor 1002 Tagen) @ D 2852
Also mindestens ein Fehler ist mir direkt aufgefallen: Laut der Karte ist der Abschnitt zwischen Nassau und Bad Ems West der Lahntalbahn angeblich seit 1984 stillgelegt, was definitiv nicht stimmt. Wer weiß, was da noch alles nicht stimmt.????
Fehler auf der Karte
bendo, Montag, 18.12.2023, 11:05 (vor 1001 Tagen) @ lila Schnitzel
Lt. der Karte sei die Zabergäubahn bei Heilbronn/BW noch in Betrieb. Tatsächlich ist diese stillgelegt aber nicht entwidmet.
Hinweis: Dies ist auch nur ein zufällig entdeckter Fehler, ohne systematische Überprüfung aller anderen Strecken.
Gruß, bendo
Kritik: Zahlen belegen These nicht
BGSMH, Dienstag, 19.12.2023, 15:09 (vor 1000 Tagen) @ D 2852
bearbeitet von BGSMH, Dienstag, 19.12.2023, 15:11
Erstmal finde ich es spannend, was die "Datenjournalisten" gemacht haben. Allerdings scheinen mir die Daten (Abbau Gesamtschienennetz) nicht die These (Überlastung und Verspätung) zu decken.
Denn: Die Überlastung die wir sehen spielt sich in erster Linie auf Hauptstrecken und in den Knotenpunkten ab. Das Gros des Abbaus hat sich aber auf den Nebenstrecken ereignet, also die "Passau - Hauzenbergs" dieser Welt. Eingleisig, nicht-elektrifiziert, früher mit einem VT95 bedient. Ich wage sogar mal folgendes zu behaupten: Würden diese ganzen Nebenbahnen heute noch bestehen, dann hätten wir noch mehr Überlastung, weil diese ganze Nebenbahnen sich ja irgendwann in die Knoten und auf die Hauptbahnen einfädeln müssen. Mal das Beispiel Passau - Hauzenberg: Das fädelt in die Hauptbahn ein mit der Besonderheit, dass der Zug dann noch die Fahrtrichtung wechseln muss, um Passau Hbf zu erreichen. Der Stabilität des Betriebs täte das sicher nicht gut.
Was man sich für die These anschauen müsste, wäre wie sich die Hauptbahnen entwickelt haben. Und hier wäre meine These, dass wir hier einen Zuwachs durch die NBS sehen. Das hätten die Autoren machen können, schließlich unterscheiden ihre Daten nach Streckenarten, aber das haben sie nicht gemacht. Ich vermute, weil das ihre These nicht stützen würde.
Der andere Punkt, den aber diese Daten nicht hergeben, ist, weil viele Weichen, Überholgleise etc. abgebaut wurden, die den Betrieb störungsanfälliger machen.
Stillegungen mit Netzwirkung?
BGSMH, Dienstag, 19.12.2023, 15:43 (vor 1000 Tagen) @ BGSMH
Aber vielleicht auch ans Forum: Kennt ihr Stillegungen die dem Netz als Ganzes geschadet haben?
Mir fallen hier in und um Berlin Strecken ein, die aber aufgrund des Mauerbaus eingestellt wurden. Prominentes Beispiel die Dresdner Bahn.
Stötteritz-Leipzig
flierfy, Donnerstag, 21.12.2023, 21:41 (vor 998 Tagen) @ BGSMH
Das Wegbaggern der Strecke Stötteritz - Leipzig hat Fernverkehr nach Hof/Regensburg praktisch einen Riegel vorgeschoben.
Fieso?
sfn17, Donnerstag, 21.12.2023, 23:27 (vor 998 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von sfn17, Donnerstag, 21.12.2023, 23:29
Das Wegbaggern der Strecke Stötteritz - Leipzig hat Fernverkehr nach Hof/Regensburg praktisch einen Riegel vorgeschoben.
Der Citytunnel (CTL) ist FV-tauglich und hat in Leipzig Hbf (tief) sogar eine Bauvorleistung für einen längeren Bahnsteig. Es fuhren dann auch ab und an mal ICE durch.
Ohne das Versprechen von FV-Slots wäre der CTL politisch nicht durchsetzbar gewesen.
De facto aber ist mit dem CTL das mitteldeutsche Regionetz lediglich aufgebohrt worden (buchstäblich), aber war jetzt nicht so der Game Changer bei den Fahrgastzahlen. Immerhin hat man spurtstarke Tfz statt der doch etwas lahmen Dostos und dadurch spürbar kürzere Fahrtzeiten.
(Der CTL hätte außerdem auch Netzwirkung für den öffentlichen Stadtverkehr haben sollen, aber scheitert diesbezüglich jetzt seit zehn Jahren an den unfähigen LVB, die den CTL nur als unliebsame Konkurrenz sehen.)
Fieso?
sibiminus, Freitag, 22.12.2023, 00:59 (vor 998 Tagen) @ sfn17
Das Wegbaggern der Strecke Stötteritz - Leipzig hat Fernverkehr nach Hof/Regensburg praktisch einen Riegel vorgeschoben.
Warum? Über Schönefeld und die Waldbahn bestehen doch noch Fahrtmöglichkeiten.
De facto aber ist mit dem CTL das mitteldeutsche Regionetz lediglich aufgebohrt worden (buchstäblich), aber war jetzt nicht so der Game Changer bei den Fahrgastzahlen. Immerhin hat man spurtstarke Tfz statt der doch etwas lahmen Dostos und dadurch spürbar kürzere Fahrtzeiten.
Steile These, eine knappe Verdopplung der Fahrgastzahlen eben nicht als Game Changer anzusehen - verbunden mit den dichteren Takten, kürzeren Fahrzeiten und besseren Anbindung. Betrachtet man die ganzen Unzulänglichkeiten (von vornherein zu kleine Fahrzeuge und derer zu wenig, dadurch öfter Mindertraktion und seit einigen Jahren nun auch durch Personalmangel zunehmende Zugausfälle) wäre bestimmt eine noch höhere Rate drin gewesen, wenn diese vom CTL unabhängigen Probleme nicht herrschen würden. Auch ohne Zahlen kann jeder regelmäßiger Nutzer eine signifikante Mehrnutzung gegenüber 2013 selber beobachten.
(Der CTL hätte außerdem auch Netzwirkung für den öffentlichen Stadtverkehr haben sollen, aber scheitert diesbezüglich jetzt seit zehn Jahren an den unfähigen LVB, die den CTL nur als unliebsame Konkurrenz sehen.)
Nicht nur die Eisenbahn (ganz allgemein EVUs und EIU) ist unterfinanziert, auch die LVB wurde heftigst kaputtgespart. Ja, man hatte dort Felle davonschwimmen sehen, aber der puren Finanzierungspanik geschuldet. Aktuell liegen die Defizite weniger am Konkurrenzthema sondern eher fehlenden Investitionen der letzten Jahre.
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"Diese Preise sorgen dafür, daß die Bahn an anderer Stelle immer mehr rationalisieren und einsparen wird. Nicht oben in den Höhenluftbüros, nein, unten an der Basis auf dem Bahnsteig oder im Zug. Am Fahrkartenschalter. Bei den Ansagen." ~ Alibizugpaar
Stötteritz-Leipzig
BGSMH, Freitag, 22.12.2023, 14:18 (vor 997 Tagen) @ flierfy
Danke für die Nennung! Allerdings kann man ja elektrisch durch den Tunnel und per Diesel über Leipzig Nord -> Leipzig-Thekla, oder?
In jedem Fall wäre das für mich kein Beispiel für "Strecken-Stilllegung", sondern wenn überhaupt für Neu- und Ausbauten, bei denen man gespart hat (anderes Beispiel wäre die Weddeler Schleifen).
Stötteritz-Leipzig
sibiminus, Freitag, 22.12.2023, 14:52 (vor 997 Tagen) @ BGSMH
Allerdings kann man ja elektrisch durch den Tunnel und per Diesel über Leipzig Nord -> Leipzig-Thekla, oder?
Hauptbahnhof oben - Thekla - Schönefeld - Anger-Crottendorf - Connewitz geht auch elektrisch.
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"Diese Preise sorgen dafür, daß die Bahn an anderer Stelle immer mehr rationalisieren und einsparen wird. Nicht oben in den Höhenluftbüros, nein, unten an der Basis auf dem Bahnsteig oder im Zug. Am Fahrkartenschalter. Bei den Ansagen." ~ Alibizugpaar