BOP 6: Spurwechsel mit Anlaufschwierigkeiten [m64B] (Reiseberichte)
Seit 1903 kann man von Montreux über Gstaad, Zweisimmen, Spiez, Interlaken und Meiringen nach Luzern fahren. Die Verbindung ist dabei so populär, dass sie den Namen GoldenPass verpasst bekam. Sie hat nur einen Haken: Seit jeher muss man in Zweisimmen und Interlaken umsteigen, denn blöderweise ist der Mittelteil normalspurig, beide Enden meterspurig, das Luzerner Ende zusätzlich mit Zahnradabschnitten. Dazu kommt eine Vielzahl an Unternehmen, die das Netz betreiben: Das erste Stück gehört der MOB, der Mittelteil liegt heute in der Hand der BLS, das Ende betreibt die Zentralbahn (zb). 2001 einigten sich die drei auf ein einheitliches Design, von dem inzwischen allerdings kaum noch etwas übrig geblieben ist.
Trotzdem gab es jahrelang recht gute Umstiegsverbindungen: Auf dem MOB-Abschnitt fuhr alle 2h ein normaler Regionalzug mit bahnsteiggleichem Anschluss (Gleis 5/6) an den R nach Bern, in der anderen Stunde der beschleunigte GP-Zug mit ebenfalls bahnsteiggleichem Anschluss, allerdings auf Gleis 8/12 an einen RE, der mit Re420 und EWIII nach Interlaken fuhr mit Anschluss nach Luzern. Ende 2020 wurde der Fahrplan der MOB allerdings auf einheitlich langsame Züge umgestellt, sodass die BLS-REs keinen guten Anschluss in Zweisimmen mehr hatten. Im Folgejahr wurden sie auch auf den Abschnitt Zweisimmen-Spiez eingekürzt, sodass die gesamte GP-Verbindung absolut katastrophal wurde - mit dem R, den man von Montreux aus kommend nun bis Spiez bekam, musste man dort je nach Stunde auf einen IC61 oder R nach Interlaken warten, wo man dann aber auf der Brüniglinie nur Anschluss auf den R nach Meiringen hatte.
Das alles hat sich zum Glück Ende 2022 wieder verändert, denn nach über 90 Jahren Ideen und Studien, bei denen vor allem die BLS den durchgehenden Betrieb blockiert hat, indem sie sich gegen einen Dreischienengleis gesträubt hat, das den internationalen Lötschberg-Verkehr stören könnte, wurde eine einzigartige Spurwechselanlage in Zweisimmen installiert, mit der ein paar neuartige Züge zumindest die ersten beiden Teilstrecken am Stück fahren können. Dabei ging es reichlich ruckelig los. Von Anfang an war es geplant, nach und nach vier Zugpaare einzuführen, aber schon nach wenigen Wochen wurden diese wieder komplett gestoppt, da die Züge bei der BLS zu viel Abnutzung an Weichen verursachten. Zum Glück konnten die Probleme durch die Anpassung des Radprofils gelöst werden, sodass zum Zeitpunkt dieser Folge immerhin zwei Zugpaare durchgehend fuhren. Die anderen beiden waren auf den MOB-Teil beschränkt und auf dem BLS-Teil durch einen MIKA ersetzt - der deshalb als PE unterwegs war, wie ich in Folge 2 gezeigt hatte.
Nun möchte ich natürlich mit dem GPX den Spurwechsel mitmachen und plane morgens eine Fahrt bis Gstaad, da bis dorthin der Berner Oberland Pass gilt (genau genommen bis Saanen, aber da hält der GPX nicht). Zum Glück schaue ich am Abend vorher mal auf dessen Webseite und stelle nicht nur fest, dass fast alle Pätze reserviert sind, sondern merke mir auch die freien. Um rechtzeitig in Interlaken Ost zu sein, nehme ich den RE der BLS, der mit einer NPZ-Garnitur gefahren wird, die ordentlich voll ist. Während der 42min Umstiegszeit stelle ich fest, dass auf dem einen BOB-Umlauf nach Lauterbrunnen noch immer die Einheitswagen unterwegs sind, auf dem anderen ein BDeh8/8 mit neuem ABt-Steuerwagen. Dafür fehlt der in einer Grindelwalder Garnitur, die entsprechend mit 6 statt 9 Wagen fährt. Die scheint ja echt massive Probleme mit dem aktuellen Rollmaterial zu haben, das soll aber jetzt nicht Thema sein.
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01 Bereits bei meiner Anunft auf Gleis 8, das die BLS normalerweise ausschließlich nutzt, steht gegenüber auf Gleis 7 der PE bereit, getauft als "Shania Train".
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02 Dann macht der NPZ-Pendel sein Gleis frei und der GPX rangiert rüber.
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03 Ihn schiebt die BLS Re465 Nr. 011, die allerdings ein anderes Kupplungssystem verwendet als die MOB. Deshalb fährt auf dem Normalspurnetz immer ein Interface-Wagen mit, der allerdings auch umgespurt werden kann, um die Werkstatt in Chernex auf MOB-Gebiet erreichen zu können.
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04 Hier noch die Lok.
Als der Zug auf Gleis 8 angekommen ist, zeigt die Tür des Wagens, in den ich möchte, komischerweise ein rotes Licht, die benachbarte ein grünes. Nach einigem Probieren stellt sich heraus, dass die eine einfach kaputt ist - das ging aber schnell.
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05 Also zügig rein und nach dem Abstellen meiner Sachen auf einem vermutlich freien Platz - die Reservierungsanzeigen gehen noch nicht - erstmal einen Blick in die Prestige-Class werfen.
Kurz vor Abfahrt kommen dann noch diverse Fernost-Gruppen, aber auch einige Locals, die größtenteils reserviert haben. Und das teilweise recht dreist, so hat zB eine Gruppe in unserem Wagen fast alle Plätze auf der linken Seite in Fahrtrichtung. Eine andere Vierergruppe, die deshalb nur noch vier getrennte und allesamt rückwärts gerichtete Plätze bekommen hat, setzt sich kurzerhand auf einen Vierer, der als ab Spiez reserviert angezeigt wird und damit erstmal frei ist. Deren eigentliche Plätze nehmen wiederum welche ein, die nicht reserviert haben.
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06 In Spiez stehen neben dem Bahnhof drei Re425.
Im Zug bricht derweil Chaos aus, weil die französischsprachigen Leute vom ab hier reservierten Vierer einsteigen und es nicht schaffen, der nur gebrochen Englisch sprechenden Familie dort klarzumachen, dass das ihre Plätze sind. Der deutschsprachige Schaffner ist wenig hilfreich, aber zum Glück kommt die Dame vom Catering dazu, die ein paar Brocken Französisch und gutes Englisch kann. Nach bestimmt 15min löst sich der Knoten erst vollständig auf.
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07 Nun geht es das Simmental hoch, wieder mal vorbei am Niesen.
Die weitere Fahrt erfolgt recht ereignislos, auch vom Spurwechsel in Zweisimmen bekommt man von drinnen wenig mit, außer dass der Lokwechsel (planmäßig) eine halbe Ewigkeit dauert. Von Interlaken bis Zweisimmen fährt der Zug übrigens in der Trasse des ehemaligen GP-REs und ersetzt damit ab Spiez auch einen Umlauf des heutigen REs. Ab jetzt sind wir in einer neu geschaffenen Trasse unterwegs.
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08 Dort steht ein weiteres Lok-Interface-Wagen-Paar bereit, allerdings nicht das, welches uns gerade verlassen hat.
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09 Drüben stehen noch ein paar GPXe rum, die aufgrund des schmalen Fahrplans nicht benötigt werden.
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10 In Gstaad geht es mit +9 raus - ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wo wir uns die geholt haben. Die Ge4/4 8001 hat uns seit Zweisimmen gezogen. Witzigerweise hat die MOB ja vor einigen Jahren eine ihrer Ge4/4 mangels Eigenbedarfs an die RhB verkauft, nun hätte sie mit dem neuen Einsatzgebiet gerne wieder mehr und will neue Loks beschaffen. Kurzsichtige Planungen können nicht nur die deutschen Unternehmen.
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11 Auf dem Abstellgleis steht noch eine dieser etwas seltsam aussehenden Garnituren.
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12 Eigentlich sollte die MOB ja gar nicht über Gstaad, sondern vom größeren Saanen direkt über den Saanenmöser führen. Dann wurde aber doch die Strecke über die Reichenbachkurve und die anschließende Grubenbachbrücke gebaut. Nebenan wird für das anstehende Tennisturnier aufgebaut.
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13 Der nächste Zug in Richtung Zweisimmen ist der GP Belle Epoque. Der fährt hier ganz normal im Fahrplan mit und hat mit seinen ALPINA-Triebwagen vorne und hinten auch genug Platz für Fahrgäste mit modernen Ansprüchen. Dazwischen fahren vier Wagen im Jungendstil mit.
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14 Hier kann man nicht vergessen, wo man ist.
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15 Danach folgt ein Zug mit einzelnem ALPINA,
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16 hinten dran ist der Ast 116, einer der ehemaligen Superpanoramic mit Fühererstand über den Fahrgästen.
In Richtung Montreux kommt wieder der Belle-Epoque-Zug, den ich nun eine Station nehme. Dabei kommt mir der Gendanke, dass ich damit die entlegensten Winkel des Schienennetzes abgearbeitet habe, auf denen der Berner Oberland Pass gültig ist - Luzern, Domodossola, und eben Saanen. Damit sollte der Rest doch möglich sein in den nächsten Tagen.
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17 Beim Aussteigen sehe ich, dass ich für ein gutes Foto schnell den Bahnübergang vor dem Bahnhof überqueren muss. Praktischerweise ist der nicht, wie in Deutschland so oft, schon unten, bevor der Zug überhaupt einfährt. So kann ich die Sonne perfekt mitnehmen.
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18 Da fährt er hin
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19 und verschwindet um die nächste Biegung das Tal der Saane bergab.
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20 Ihm folgt wenig später ein GPX, der allerdings erst in Zweisimmen gestartet ist,
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21 und von Lok 8002 geschoben wird.
Der Bahnhof selbst ist eher mäßig ausgestattet - der Schalter wurde vor Kurzem geschlossen und der einzige Fahrkahrtenautomat ist defekt. Im immer wieder aufkommenden Regen kann man sich zumindest auf einem kurzen Stück des Bahnsteigs unterstellen. Dann kommt mein Zug nach Zweisimmen zurück - eine Garnitur genau wie die eben, zum Glück auch mit einem anständigen Wagen, in dem man die Fenster öffnen kann.
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22 Bei Gstaad hört der Regen auf, sodass ich das zum ersten Mal auch mache.
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23 Überblick über den Zug, dessen Ende dann wohl der Ast 117 bildet.
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24 Von der Wiese unten habe ich vorhin die Bilder 12 und 13 gemacht.
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25 Hinter dem Saanenmöser geht es wieder abwärts, am Ende parallel zur Strecke aus Lenk, auf der eine der Pendelzuggarnituren fährt.
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26 Hier kommen die Strecken zusammen
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27 und wir überholen langsam aber sicher den anderen Zug.
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28 Der eröffnet den Blick in den Bahnhof
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29 und auf seine Front.
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30 Hier hat man, wie oben erwähnt, Anschluss an den R nach Bern, den ich aber nicht nehmen möchte, denn in gut 30min wird wieder ein GPX nach Interlaken kommen, dessen Spurwechsel ich nun von außen festhalten möchte.
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31 Vorher rangieren noch ein paar dieser Züge scheinbar sinnlos herum.
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32 Auf Gleis 8, wo früher die GP-Züge aus Montreux ankamen, steht nun der aus Lenk, der sonst auf den Gleisen 3 und 4 fuhr, die nun obsolet sind.
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33 Hier nochmal der Zug nach Bern
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34 und der nach Lenk.
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35 Aber nun zur Sache: Auf den Gleisen 6 und 7, die jeweils 4 Schienen haben, stehen die beiden Spurwechselanlagen.
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36 Noch ein paar Detailaufnahmen vom vorderen
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37 und hinteren Teil.
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38 In Richtung Montreux gehen hier die Schmalspurgleise außen entlang, während die Normalspurgleise zusammen auf ein Abstellgleis geführt werden, an dem schon ein Lok-Interface-Wagen-Paar bereit steht.
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39 Drüben taucht noch ein Gepäcktriebwagen der MOB auf, dessen geamte Baureihe anscheinend nicht mehr zum Einsatz kommt - außer vielleicht für Sonderzüge wie den hier beworbenen Schokoladenzug, aber das weiß ich nicht.
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40 Zoom auf das Paar
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41 und einen weiteren GPX.
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42 Überblick über den Bahnhof, den ich nun nach einem kurzen Schauer in Richtung Spiez begehe.
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43 Der Großteil der MOB Gleise ist links und rechts schon geendet, nur die Umspurgleise und rechts die weiteren BLS-Gleise sind noch da.
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44 Hier ist das Komplement zur Anlage drüben - in das mittlere Schmalspurgleis wird gleich die Lok fahren, damit der Zug auf Normalspur weiter fahren kann.
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45 Hinten steht noch ein MIKA abgestellt, der irgendwann einen nicht durchgehenden GPX ersetzt.
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46 Auf Gleis 12 steht sogar noch eine NPZ-Garnitur für den äußersten Notfall.
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47 Los geht's. Als erstes fahren die Panele neben der Anlage hoch
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48 und bilden so eine Rampe, damit die Wagenkästen auf extra Rollen an der Seite angehoben werden. Neben der Umspurung wechseln sie dabei die Höhe, da die Bahnsteighöhen von MOB und BLS ebenfalls unterschiedlich sind, was man hier an den unterschiedlich langen Rampen gut sehen kann.
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49 Dann rollt der Zug an
Video
50 und ich wechsel auf Bewegtbild.
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51 Da steht er und die Fahrgäste steigen ein und aus.
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52 Die MOB-Lok ist super schnell weg, sodass ich sie von hier nicht mehr draufbekomme.
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53 So steht er ganz ohne Triebfahrzeug da.
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54 Das neue kommt aber, nachdem die Panele runtergefahren sind, schon angerollt
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55 und koppelt an den Zug an.
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56 Hier sieht man die eben angesprochenen Räder, die beim Spurwechsel umgeklappt werden und den Wagenkasten kurz tragen.
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57 Schnell wieder aufs andere Gleis, wo ich als einziger in den Interfacewagen einsteige. Ich hatte ja darauf gehofft, dass der recht leer sein würde, da die meisten wohl schon einen größeren Teil der Strecke fahren, aber damit hatte ich dann doch nicht gerechnet.
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58 So kann ich ungestört ein paar Foto-Spielereien machen, wundere mich aber, warum es nicht weitergeht.
Naja, da ist wohl was mit dem Kuppeln oder Umspuren schief gelaufen - Technik, die begeistert. Jedenfalls kommt nach einiger Zeit einer in Warnweste angerannt, steigt in die Lok ein, startet den Zug ein paar Mal neu, aber nichts scheint zu helfen. Ich beschließe also, aus dem Zug wieder auszusteigen und in den nächsten R nach Bern zu wechseln, der in 1min ankommen soll, und in den ich gerne vor der Ankunft des nächsten Zugs aus Montreux wechseln möchte, der normalerweise viele Fahrgäste mit sich bringt. Aber nichts da, die Tür meines Wagens lässt sich nicht öffnen. Jeder Knopfdruck schaltet den grünen Lichtring an und aus, aber mehr passiert nicht. Als der Mitarbeiter aus der Lok kommt, versuche ich, auf mich aufmerksam zu machen, aber keine Chance - der ist voll im Fokus. Dann kommt nach fast 30min eine Ansage auf dem Bahnsteig, dass unser Zug unbestimmte Verspätung hätte. Ach was. Im Zug, zumindest in meinem Wagen, gibt es allerdings keinerlei Information.
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59 Dafür kommt hier der nächste Zug aus Montreux mit Ast 151, einem der beiden ehemaligen Crystal-Panoramaexpress-Wagen. Genau in dem Moment geht dann doch meine Tür auf und ich sprinte rüber zum R nach Bern, den ich gerade so erreiche und der vor dem GPX abfährt, aus dem sonst niemand gewechselt ist. Also hat die BLS wohl noch Hoffnung, den wieder in Bewegung zu bekommen. Leider weiß ich ab hier aber nicht, was mit ihm weiter passiert ist.
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60 Bei der Vorbeifahrt am Niesen beschließe ich nämlich eine letzte Planänderung. Eigentlich wollte ich nochmal schön im Panoramawagen am Thunersee entlang fahren, aber nun sitze ich ja mal im Zug in Richtung Bern, wo es noch ein paar Lücken im Berner-Oberland-Pass-Bahnnetz zu schließen gäbe, was zu tun ich mir ja vorhin vorgenommen habe. Also geht es erst in Thun raus und von da mit der S44 weiter, die aus drei Teilen besteht: Zwei dreiteilige NINAs fahren nach Sumiswald-Grünen, ein Lötschberger vorne nach Solothurn.
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61 Wegen des besseren Komforts nehme ich den auch, muss aber in Bern wieder raus.
Von hier könnte ich theoretisch über Konolfingen zurückfahren und damit auch diese Ecke abhaken, aber die Anschlüsse sind alle dermaßen blöd, dass ich mich für den direkten IC61 nach Interlaken entscheide. In dem erlebe ich nun ein Ereignis mit Seltenheitswert: Die zweite technische Störung an einem Tag in der Schweiz. Kurz vor Spiez machen wir nämlich eine offenbar ungewollte Vollbremsung bis zum Stillstand. Nach 11min, zwei Ansagen des Lokführers, dass er an der Lösung des technischen Problems dran sei, und einem kurzen Zurücksetzen geht es weiter. Das war im Gegensatz zu jeder deutschen Störung ja geradezu angenehm. Dort wäre die erste hilfreiche Durchsage frühestens nach 30min gekommen und das Problem nach 2h gelöst gewesen. Blöderweise haben wir nur auch den IC8 hinter uns aufgehalten. Dafür warten aber in Spiez die Anschlüsse nach Frutigen und Zweisimmen, und wir wiederum kurz hinter dem Bahnhof auf den Gegenzug, der sonst erst in Leissigen käme. Mit +12 erreichen wir so Interlaken West,
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62 in dem ich nun erstmals auf Gleis 2 ankomme. Das wird eigentlich nie benutzt, aber nun müssen wir hier den nächsten Gegenzug passieren lassen.
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63 Der kommt hier an
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64 und bietet dann ein ganz seltenes Bild von zwei besetzten Gleisen. Ob auf unseren Zug die Anschlüsse in Interlaken Ost warten, würde ich mal bezweifeln, denn so viel Verspätung könnten da den gesamten Fahrplan für den Rest des Tages ruinieren. Aber wissen tu ich es nicht. Dafür muss ich noch Grinsen beim Verlassen des Bahnhofs, dessen Bahnübergang durch die Zugbegegnung bestimmt 5min am Stück unten war, was nun zu einem Rückstau von mindestens 1km geführt hat.
So geht dieser in vielerlei Hinsicht besondere Tag zuende, der gezeigt hat, dass man in der Schweiz zwar auch nur mit Wasser kocht, aber die Suppe dann insgesamt doch besser gelingt.
gesamter Thread:
- BOP 6: Spurwechsel mit Anlaufschwierigkeiten [m64B] -
Math5D,
16.12.2023, 10:53
- Ich bin mit den Nerven runter ... - Der Blaschke, 17.12.2023, 11:34