Zuverlässigkeit des Bahn equipments - Neuland Oberleitung? (Allgemeines Forum)

arno50, Freitag, 15.12.2023, 12:19 (vor 1003 Tagen)
bearbeitet von arno50, Freitag, 15.12.2023, 12:21

Das habe ich mich wieder mal vor 2 Tagen gefragt. Glücklicherweise habe ich mich nicht nur nicht auf die Bahn als solche sondern auch auf die Angaben zur Verzögerungszeit bzw. Wieder-in-Betriebnahme verlassen.
Jedenfalls habe ich kurzfristigst umgeplant mein Auto gepackt die defekte Oberleitung weiträumig umfahren und den Flieger in den Süden nur deswegen erreicht. Immerhin fielen vor ca 1 Woche die Oberleitung auf H- HB und letztens auf HB - HH aus, keine unwichtigen Nebenstrecken sondern Hauptbahnen zwischen den nordd. Zentren.
Ausserdem erstaunt mich immer wieder die Ansage: Ausfall wegen Rep am Zug / Lokomotive.
Wenn ich mich in meinem fortgeschrittenen Alter zurückerinnere, so war mir das nur einmal als Ausstauschstudent völlig ungewohnt auf der Fahrt von Paris in die Normandie in erinnerung, da blieb der "Turbotrain" mitten auf der Strecke stehen und ich dachte nur naja französische trickreiche Technik.
Um diese Zeit war es aber üblich, dass PKWs irgendwie häufig liegenblieben, auf den Autobahnfahrten von Baden nach Norden sah man damals immer eine meist einstellige Pannen-PKW Zahl, was heute im Autoverkehr nicht mehr üblich ist, das leistet nun die Bahn.
Genau das verstehe ich nicht Loks kosten im Millionenbereich, haben geplante Laufzeiten von mehreren Mio Km haben die redundantesten und solidesten Komponenten müssen alle paar Tausend km durchgewartet werden und dann dies Ausfälle in voller Aktion. Meine schlichten EinfachPKWs sind in den letzten Jahren zuverlässig mit i.d.R über 300 Tkm .
Natürlich sind einzelbeobachtungen im physikalischen Sinne keine exakten Ausfallraten aber immerhin Anlass mal danach zu fragen, die Vergleichspopulation Autobahnautos versusc Schienenloks gibt dazu m.E. Anlass.

Mehr als nur "technisches Equipment"

bendo, Freitag, 15.12.2023, 12:55 (vor 1003 Tagen) @ arno50

...haben die redundantesten und solidesten Komponenten müssen alle paar Tausend km durchgewartet werden..

Hallo,
nicht nur die Technik, auch der Faktor Mensch und die Organisation sind für den Zustand des Systems verantwortlich. Für Probleme, die bei der Bahn unter dem Begriff der "Zuverlässigkeit" subsummiert werden können, bedarf es wohl keiner genauen Statistikanalyse mehr, um deren Zutreffen bezeugen zu können.
Zu Deiner Aussage, die ich zitiere: Ja? Haben sie? Hier wäre die Fachexpertise einer Person interessant, die bereits mehrere Jahrzehnte im Bereich der Fahrzeugwartung tätig ist...
Und, wie genannt, meist tragen alle Bereiche, also neben der Technik auch der Mensch und die Organisation dazu bei, dass Dinge schief gehen (hier: Die Verlässlichkeit der Bahn). Und dann stellt sich für die Reisenden noch die Frage, was denn der tatsächliche Grund einer Verzögerung/eines Ausfalls ist und was informiert wird. An anderer Stelle hatten wir letztens, dass es heute auch keine Mentalität mehr gibt, geschlossen anzupacken um das Ding schnellstmöglich wieder ans Laufen zu bringen. Das ist aus meiner Sicht ein wesentlicher beitragender Faktor aus dem Bereich "Organisation".

Gruß, bendo

Mehr als nur "technisches Equipment"

EK-Wagendienst, EGST, Freitag, 15.12.2023, 13:05 (vor 1003 Tagen) @ bendo

...haben die redundantesten und solidesten Komponenten müssen alle paar Tausend km durchgewartet werden..


Hallo,
nicht nur die Technik, auch der Faktor Mensch und die Organisation sind für den Zustand des Systems verantwortlich. Für Probleme, die bei der Bahn unter dem Begriff der "Zuverlässigkeit" subsummiert werden können, bedarf es wohl keiner genauen Statistikanalyse mehr, um deren Zutreffen bezeugen zu können.
Zu Deiner Aussage, die ich zitiere: Ja? Haben sie? Hier wäre die Fachexpertise einer Person interessant, die bereits mehrere Jahrzehnte im Bereich der Fahrzeugwartung tätig ist...
Und, wie genannt, meist tragen alle Bereiche, also neben der Technik auch der Mensch und die Organisation dazu bei, dass Dinge schief gehen (hier: Die Verlässlichkeit der Bahn). Und dann stellt sich für die Reisenden noch die Frage, was denn der tatsächliche Grund einer Verzögerung/eines Ausfalls ist und was informiert wird. An anderer Stelle hatten wir letztens, dass es heute auch keine Mentalität mehr gibt, geschlossen anzupacken um das Ding schnellstmöglich wieder ans Laufen zu bringen. Das ist aus meiner Sicht ein wesentlicher beitragender Faktor aus dem Bereich "Organisation".


Es darf doch vieles nur noch von Fachpersonal gemacht werden, mit Ein- und Unterweisung, dazu muss alles 3fach dokumentiert werden.

Wenn früher ein Spitzenlicht oder Scheibenwischer kaputt war, dann hat der Tf das repariert, es ein wenig Ersatzteile und Werkzeug.
Heute muss das durch die Werkstatt gemacht werden.

Die breite Ausbildung wird heute nicht mehr gemacht, jeder kennt genau seinen Bereich.
Dazu immer der Hinweis geh nice wo dran, wo du nicht eingewiesen bist, wenn doch dann bist du da für haftbar.

Dazu kommt das viel mehr Computerüberwacht ist als früher, und so mit viel mehr Störungen entstehen.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Deutschland bricht zusammen

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 15.12.2023, 14:09 (vor 1003 Tagen) @ arno50

Hey.

Immerhin fielen vor ca 1 Woche die Oberleitung auf H- HB und letztens auf HB - HH aus, keine unwichtigen Nebenstrecken sondern Hauptbahnen zwischen den nordd. Zentren.

In einem Falle war es aber ein teileingestürzte Brücke.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?109,10644466


Dass Autos weniger Pannen haben als früher, würde ich so auch nicht unterschreiben. Der ADAC klagt m.W. nicht über Auftragsmangibel. Heute ist dann die Batterie oft leer - dann steht man eben nicht an der Autobahn, sondern noch zuhause. ;-)

Und generell würde ich behaupten, ist die heutige Technik oft zu störanfällig und oft auch zu sensibel. Wenn hier im alten MAN SG 192 früher die Tür klemmt, gab das einmal einen Fußtritt und die ging wieder. Wenn du das heute machst, leuchtet es vorne rot statt vorher gelb und es geht nix mehr. Ist halt alles hochgerechnet und überdreht. Aber die ganzen Ingenieure, Programmierer und Co. brauchen ja alle auch Arbeit. Ein simpler Fußtritt als Lösung wäre da ja der Horror.

Und so gilt halt das Motto: irgendwas ist immer. Und das wird auch so bleiben. C'est la vie. Ein Begleitmerkmal der Moderne.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Deutschland bricht zusammen

BlockIX, Dienstag, 19.12.2023, 12:49 (vor 999 Tagen) @ Der Blaschke

Hallo Jörg.

Richtig,die Elektronik spielt dann beleidigte Leberwurst und es geht gar nichts mehr.
Da muss dann alles NEU gestartet werden...

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