Frühlingsreise zu Vermú, Mudejares und Pat(it)os 3/6 (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Samstag, 02.12.2023, 10:47 (vor 838 Tagen)

Im letzten Teil (Teil 2/6) sind Thomas und ich aus Teruel kommend in Valencia angekommen, haben unsere Kommilitonin Hannah, die hier ein Auslandssemester macht, getroffen und haben schon ein wenig die Stadt erkundet. In diesem Teil bleiben wir noch einen Tag in Valencia, bevor nach einem Ausflug nach Xátiva nach Cuenca weiterfahren.

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Tag 6 Valencia

Heute Vormittag haben wir ein entspanntes Programm. Da viele Kirchen in Spanien Eintritt kosten, beschließen der Schwabe Thomas und ich, dass wir als besonders gute Katholiken in die Messe gehen. Die Messe wird stündlich gehalten und ist erfreulich kurz. Dafür kommt man aber nur in einen Seitenbereich des Kirchenschiffs und den Heiligen Gral (Ja, der steht in Valencia in der Kathedrale!) konnte wir dabei leider nicht betrachten.

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Nach der Messe folgt ein ausgedehnter Gang durch die Markthalle.

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Am frühen Nachmittag fahren wir mit der Straßenbahn raus an den Strand, wo wir mit Hannah zum Essen verabredet sind.

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Dort haben erwartet uns eine hervorragende Paella mit Meeresfrüchten, die wir vorbestellt hatten.

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Nach dem Essen schadet kann ein wenig Bewegung nicht schaden und gehen wir zu Fuß zurück. Zuerst gehen wir eine Weile am Strand entlang und gehen dann landeinwärts zur Ciutat de las Arts i les Ciències.

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Der markante Gebäudekomplex wurde von dem international bekannten Architekten Santiago Calatrava aus Valencia entworfen, dessen Bauten rund um den Globus zu finden sind. Während der Dämmerung finden sich viele spannende Fotomotive.

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Tag 7 Valencia – Xátiva - Cuenca
Nach zwei Nächten in Valencia geht es für uns am nächsten Morgen weiter nach Cuenca, aber erst am Nachmittag. Den Vormittag nutzen wir für einen Ausflug mit Hannah in die Kleinstadt Xátiva, zu dem wir uns um kurz nach 9 Uhr an der Estació del Nord treffen. Da wir noch etwas zu früh sind, erkunde ich erneut ein wenig das schöne Bahnhofsgebäude.

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Dem Reisenden wird in verschiedenen Sprachen, auch Deutsch, eine gute Reiße gewünscht.

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Die Fahrt führt Richtung Südwesten entlang der Altstrecke nach Madrid. Nach knapp einer Stunde kommen wir im Bahnhof Xátiva an.

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Berühmteste Söhne der Stadt sind die beiden Borgia-Päpste aus dem späten 15. Jh. Der erste, Sixtus IV., hat sich vor allem durch die nach ihm benannte Sixtinische Kapelle verewigt. Deutlich bekannter ist sein berühmt-berüchtigter Neffe Alexander VI., der als Stereotyp des ruchlosen und weltlichen Reizen verfallenen Renaissance-Papstes. Heute völlig undenkbar für einen Kirchenfürsten hatte er mehrere Kinder, als Priester natürlich unehelich, und erfolglos versucht, für seine Nachkommen ein weltliches Fürstentum zu erobern. Böse Stimmen behaupteten sogar Inzest zwischen Alexander oder seinem Sohn Cesare Borgia mit seiner Tochter bzw. Cesare Borgia. Dieser Vorwurf dürfte aber im Gegensatz zu vielen anderen nur üble Nachrede sein.
Über die Borgias gibt es in diesem Bau eine kleine Ausstellung.

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Über der Stadt thront eine langgestreckte Burgruine, von der man eine tolle Aussicht über Stadt und Umland hat.

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Wir verbringen mehr Zeit als gedacht auf der Burg und so müssen wir uns auf dem Rückweg zum Bahnhof ein wenig beeilen. Thomas und ich müssen nämlich rechtzeitig zurück nach Valencia.
Auf dem Hinweg hat uns ein Bäcker angelacht und dafür haben wir noch einen kleinen Moment übrig. Was wir dabei aber nicht berücksichtigt haben: Die Verkäuferin lebt sich bei unseren Kaffeteilchen ganz in dem typisch spanischen Hang zu unnötig aufwändigen Verpackung. Dabei werden wir langsam aber sicher ein wenig nervös.
Gerade so schaffen wir es noch pünktlich zum Bahnhof und sind sogar noch ein wenig zu früh. Erleichtert bewundert Thomas sein Kaffeteilchen und dessen Verpackung. Der Bogen, der ein Kleben der Tüte am Apfelplunder verhindert, wurde von der Verkäuferin in Detailarbeit mit Tesa festgeklebt. Kurz danach zerstört Thomas das Kunstwerk in blinder Barbarei.

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Die alte Hauptstrecke über Xativa wird heute im Fernverkehr noch von Zügen des Corridor Mediterraneo nach Alicante und dem täglichen Torre d’Oro nach Andalusien genutzt. Weitgehend parallel zur Breitspurstrecke wird für diese eine Neubaustrecke in Normalspur gebaut. Der Bau sieht schon sehr weit fortgeschritten aus.

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Für die Rückfahrt brauchen Thomas und ich kein eigenes Ticket, da wir den Nahverkehr als Vorlauf zu unserem AVE kostenlos nach Valencia nutzen dürfen. Es fährt wieder wie auf der Hinfahrt ein Triebwagen der Baureihe 446/447. Da bei der Fahrt am frühen Nachmittag kaum etwas los ist, nutze ich die Zeit für ein Innenraumfoto dieser sehr häufigen Nahverkehrsbaureihe.

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Auch auf dieser Seite von Valencia liegen weitläufige Orangenplantagen.

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Zurück in Valencia steht dieser Dieseltriebwagen zur Fahrt Richtung Cuenca bereit. Cuenca ist zwar unser heutiges Ziel, aber nicht auf diesem Weg.

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Erstmal verabschieden wir uns von Hannah, die in Valencia bleibt. Dann müssen wir die Estació del Norte verlassen und einige Minuten nach Süden zum provisorischen Fernverkehrsbahnhof Joaquín Zorolla gehen. Von dort nehmen wir den AVE nach Cuenca.

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Nachdem ich unseren AVE nach Zaragoza an Tag nur schlecht fotografiert bekommen habe, bietet sich mir hier die Gelegenheit, in aller Ruhe eine baugleiche Ente zu fotografieren.

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Dahinter warten zwei weitere Rennboliden.

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Der mittlere davon aus der ältesten AVE-Generation, die weitgehend dem TGV Atlantique entspricht, ist unser Zug.

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Bei der Reisplanung habe ich kurz versucht, Thomas für die Altstrecke nach Cuena zu begeistern. Bei der deutlichen längeren Fahrtzeit und dabei bei frühzeitiger Buchung mangels Sparpreis sogar höherem Ticketpreis, war meine Argumentationsbasis jedoch recht dünn. Selbst ich war von der Idee nicht so richtig überzeugt. Vor unserem Urlaub, aber nach der Buchung der Tickets, wird dann bekannt, dass RENFE den Verkehr auf der Altstrecke einstellen wird und ich ärgere mich ein wenig.
Für eine Schnellfahrtstrecke bieten sich aber auch auf der LAV überraschend schöne, wenn auch bei 300 km/h nur kurze Ausblicke.

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Nach Durchquerung des Küstengebirges wird es auf der kastilischen Hochebene wieder unspektakulärer. Wenige Minuten vor Cuenca fädelt der Ast der LAV aus Alicante ein.

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Nach gut 1,5 h kommen wir in Cuenca Fernando Zobel an. Obwohl in Camp de Tarragona schon nicht besonders viel los war, kann dieser Bahnhof auf der grünen Wiese das nochmal klar toppen. Nachdem die meisten anderen angekommenen Fahrgäste sich schnell auf wartende Autos verteilt haben, kehrt Ruhe ein und wir vermissen diesen runden Busch, der in Westernfilmen durchs Bild rollt.

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Allzu lange müssen wir aber nicht warten. Der Bahnhof ist überraschend gut an das Stadtbusnetz angeschlossen.

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Auf dem Weg zu unserer Ferienwohnung passieren wir auch den damals noch bedienten Stadtbahnhof an der Altstrecke. Dieser liegt zentral in der Neustadt. Wir fahren aber noch weiter bis zu unserer Ferienwohnung in der Altstadt, die auf einem schmalen Bergrücken liegt.
In Sichtweite unserer Wohnung liegt am zentralen Platz der Altstadt die Kathedrale.

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Von dort ist man nach wenigen Schritten bei der Schlucht auf der Oststeite. Das ehemalige Kloster auf der gegenüberliegenden Seite ist heute der Parador von Cuenca. Paradores sind eine Kette von staatlichen höherpreisigen Hotels, meist in historischen Gebäuden. Leider liegt dieser klar über unserer Preiskategorie.

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Aber auch unsere Ferienwohnung in einem Altbau kann mit einer Besonderheit aufwarten. Unser Bad ist in den Fels hineingebaut.

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Bei unserer Ankunft war am Sonntagnachmittag war die Altstadt noch recht belebt. Nachdem dann aber die letzten Tagesausflügler aus Madrid die Stadt verlassen haben, werden auf einmal die Bürgersteige hochgeklappt und wir denken, wir müssen verhungern. Da in der Altstadt jedes Lokal geschlossen hat, gehen wir runter in die Neustadt und enden schließlich, wenn ich mich recht erinnere, bei einem Dönerladen.
Hier mache ich wieder einen Schnitt. Im nächsten Teil weredn wir Cuenca noch genauer erkunden, bevor wir nach Tarragona zurückfahren.

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Bahne aus Leidenschaft, Sonntag, 14.07.2024, 18:02 (vor 612 Tagen) @ Bahne aus Leidenschaft

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