GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert (Allgemeines Forum)

tmovbm, Freitag, 24.11.2023, 12:32 (vor 864 Tagen)

GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert

VT 609, Freitag, 24.11.2023, 13:01 (vor 864 Tagen) @ tmovbm

Ich unterstelle Herrn Weselsky fast, dass er sich das Scheitern der Tarifverhandlungen von vornherein vorgenommen hat. An ernsthaften Verhandlungen war er ja von Anfang an nicht interessiert, nachdem er schon im Oktober von Streiks geredet hat, gleich nach der ersten Verhandlungsrunde zum Warnstreik aufgerufen hat und gleich nach dem ersten Warnstreik eine Urabstimmung eingeleitet hat, obwohl ein Angebot der DB auf dem Tisch lag. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass man auf Eskalation aus ist, wenn man jedes Mal sofort die nächste Eskalationsstufe zündet.

sowas von +1

Waldbahn, Freitag, 24.11.2023, 13:13 (vor 864 Tagen) @ VT 609

- kein Text -

--
Gruß
Waldbahn

GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert

Sanformatiker, Freitag, 24.11.2023, 13:29 (vor 864 Tagen) @ VT 609

Naja Herrn Weselsky muss eigentlich auch klar sein, dass eine der Kernforderungen für die Bahn schlicht und ergreifend nicht verhandelbar ist und die Bahn sagt das ja auch genau so. Die Reduzierung der Arbeitszeit ist - so sehe ich es - schlicht nicht möglich! Das Kostenargument ist dabei nicht mal entscheidend, aber wir haben jetzt schon nicht genug Menschen, die als Tfz-Führer etc. tätig sind und daher Land auf und Land ab Zugausfälle. Jetzt sollen die aber 8,5% weniger arbeiten, das bedeutet im Umkehrschluss, dass 8,5% weniger Züge fahren können. Woher sollen die Leute denn kommen? Mit 555€ mehr und 3 Stunden weniger, werden die Menschen der Bahn auch nicht die Türen einrennen und sich um Stellen bei der Bahn prügeln. Schon gar nicht in dem Maße, dass man die jetzt schon offenen Stellen plus noch mal 8,5% mehr Belegschaft als Soll-Stellenplan heute zu bekommen.

Realistischer wäre es er würde 8,5% mehr für Schichtarbeiter plus 555€ fordern. Das würde die Bahn zwar auch ablehnen, aber das wäre wenigstens theoretisch machbar. Aber auf den 35 Stunden zu beharren, heißt die Bahn zerstören wollen. Und das Schlimmste ist: Der eigentliche Gegner heißt ja nicht mal Deutsche Bahn sondern EVG.

Ich halte das Streikrecht für ein hohes Gut und will es gar nicht abschaffen, es sollte aber Regelungen geben, dass Unternehmen von öffentlichem Interesse nicht quasi ständig durch reihum streikende konkurrierende Gewerkschaften immer wieder lahm gelegt werden In solchen Fällen sollten wenigstens die Laufzeiten der Tarifverträge synchronisiert werden.

+1111

bahnfahrerofr., Freitag, 24.11.2023, 13:43 (vor 864 Tagen) @ Sanformatiker

- kein Text -

Wer hätte es gedacht...

462 001, Taunus, Freitag, 24.11.2023, 13:48 (vor 864 Tagen) @ tmovbm

Herr W. möchte doch auch gar keine Einigung! Der Typ ist einfach nur schrecklich...

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
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Stand: 20.02.2026

Zu 98% konform ...

Garfield_1905, Freitag, 24.11.2023, 14:01 (vor 864 Tagen) @ Sanformatiker
bearbeitet von Garfield_1905, Freitag, 24.11.2023, 14:02

(...) Mit 555€ mehr und 3 Stunden weniger, werden die Menschen der Bahn auch nicht die Türen einrennen und sich um Stellen bei der Bahn prügeln. Schon gar nicht in dem Maße, dass man die jetzt schon offenen Stellen plus noch mal 8,5% mehr Belegschaft als Soll-Stellenplan heute zu bekommen.

... im wesentlichen stimme ich Dir absolut zu, mit einer, zugegeben kleinen, Ausnahme. Weselsky hat in einem Interview als so eine Art Zugeständnis eingeräumt, das er das Ziel '3 Std. weniger auf einen Rutsch' nicht erzielen will bzw. kann. Er hat zumindest zugestanden '1 Std. weniger pro Jahr' würde reichen. Das ist nicht so viel besser, aber immerhin.

Wer hätte es gedacht...

EK-Wagendienst, EGST, Freitag, 24.11.2023, 14:04 (vor 864 Tagen) @ 462 001

Herr W. möchte doch auch gar keine Einigung! Der Typ ist einfach nur schrecklich...

Es scheinen aber viele hinter ihm zu stehen, denn sonst kann man das gar nicht fordern.
Mal schauen wieviel % da raus kommt.
Warum sind wohl so viele Tf krank?
35 Stunden Woche gibt es doch in einigen Branchen schon sehr lange.

Wenn man da nicht haben wollte, hätte man es als Beamtenbahn belassen sollen.

Da für vielen hier immer die Bahn schuld ist, dann ist es auch egal wegen dem Ruf.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Zu 98% konform

Sanformatiker, Freitag, 24.11.2023, 14:08 (vor 864 Tagen) @ Garfield_1905

Auch in drei oder fünf Jahren wird es durch die demographische Entwicklung nicht möglich sein die Arbeitszeit zu senken. Es gehen aktuell auf dem gesamten Arbeitsmarkt mehr Menschen in den Ruhestand als Schulabgänger nachrücken. Durch Migration könnte man das ggf. zwar ausgleichen, aber das ist im aktuellen politischen Umfeld schlicht nicht umsetzbar, wenn man keinen Kanzler Höcke möchte. Selbst die Union ist dafür ja nicht zu haben. Realistisch betrachtet müsste man, wenn es mit Mobilitätswende etc. ernst meinen würde, sogar die Arbeitszeit bei der Bahn eher noch erhöhen.

Einzige realistische Perspektive um die Arbeitszeit für Tfz-Führer zu senken ist in meinen Augen eine weitgehende Automatisierung. Aber langfristig würde das die Arbeitszeit der Lokführer auf 0 senken. Wenn man sieht, dass heute noch mechanische Stellwerke in Betrieb sind, muss ich zugeben, dass das dann aber eher sehr langfristig wäre.

+1

Irgendware, Bremen, Freitag, 24.11.2023, 14:11 (vor 864 Tagen) @ Sanformatiker

Meine absolute Zustimmung
Und ich finde es unmöglich, in welchen Verruf die GDL Gewerkschaften generell wieder einmal bringt

Wer hätte es gedacht...

Irgendware, Bremen, Freitag, 24.11.2023, 14:17 (vor 864 Tagen) @ EK-Wagendienst

35 Stunden Woche gibt es doch in einigen Branchen schon sehr lange.

"In einigen Branchen" klingt so, als ob es viele betreffen würde.
Soweit ich weiß wurde die 35 Stunden bisher einzig und allein von der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie und in der Holz- und Sägeindustrie verhandelt.
Wohlgemerkt: Industrie bedeutet nicht Handwerk!

Danach gab es diese Zahl nirgendwo anders.

Wer hätte es gedacht...

Stubenqualm, Freitag, 24.11.2023, 14:18 (vor 864 Tagen) @ 462 001

Ich finde es toll, daß nur eine Person das Feindbild ist. Bei einer Gewerkschaft sind eigentlich auch die Mitglieder dabei.

Die GDL IST quasi Weselsky

VT 609, Freitag, 24.11.2023, 14:21 (vor 864 Tagen) @ Stubenqualm

In einem Artikel in der "Welt" wird das sehr eindrucksvoll geschildert. In diesem Artikel finden sich u.a. folgende Sätze, die sehr aufschlussreich sind:

„Unter Claus Weselsky wird unsere Gewerkschaft wie eine Kaderpartei geführt – straff, diszipliniert und auf ein Machtzentrum ausgerichtet: den Bundesvorsitzenden Weselksy. Widerspruch ist nicht vorgesehen“, sagt Schlenker, der seinen Vorsitzenden ganz gut kennt.

Die GDL IST quasi Weselsky

Stubenqualm, Freitag, 24.11.2023, 14:25 (vor 864 Tagen) @ VT 609

So ist eben die Springer-Presse

Die GDL IST quasi Weselsky

VT 609, Freitag, 24.11.2023, 14:35 (vor 864 Tagen) @ Stubenqualm

"Die Welt" gehört zwar zu Springer, allerdings würde ich sie als seriöser bezeichnen als "Bild" oder "Bild am Sonntag".

Verständnisfrage: Schlichtung

Tobs, Region Köln/Bonn, Freitag, 24.11.2023, 14:49 (vor 864 Tagen) @ tmovbm

Hallo in die Runde,

mir war bislang entgangen, dass der Versuch einer Schlichtung auch abgelehnt werden kann. Ich dachte immer nur, dass das Ergebnis - als solches - abgelehnt werden kann.

Das bedeutet, dass die Gewerkschaften - bis zur Möglichkeit des unbefristeten Streiks - immer wieder Warnstreiks ausrufen und zugleich, wie auch die Arbeitgeberseite, Verhandlungen ablehnen können?

Kann dann der unbefristete Streik auch mehrmals wiederholt werden, bis - theoretisch - irgendwann die Kassen der Gewerkschaften leer sind? Die Streikfähigkeit ist somit ja auch ein - zumindest mittel- bis langfristig - knappes Gut.

In diesem Sinne wünsche ich - trotz allem und im Rahmen des Möglichen - ein (sehr) angenehmes Wochenende

Um in dieser - verständlicherweise - aufgeheizten Diskussion Missverständnisse zu vermeiden: Mir geht es ausschließlich darum, den Sachverhalt besser verstehen zu können. Weder ergreife ich Partei für die eine, noch für die andere Seite. Als Außenstehender - und offen gestanden bestenfalls marginal Betroffener - fehlt mir da einfach der Sachverstand. Zudem bin ich wenig streitfreudig. -;)

Verständnisfrage: Schlichtung

Waldbahn, Freitag, 24.11.2023, 14:57 (vor 864 Tagen) @ Tobs

Hallo

Sowas will die GdL doch gar nicht. Seitens der Bahn wurden doch neutrale Mediatoren vorgeschlagen. Das hat CW doch als Majestätsbeleidigung vom Tisch gewischt. Dem Seiler war schon vom vornherein klar, dass das passiert was passiert. Bei einer solchen Mediation müsste sich CW einsichtig und verhandlungsbereit zeigen. Will er aber nicht, weil das seinem Denkmal schaden würde.

--
Gruß
Waldbahn

wer verhandelt denn

Waldbahn, Freitag, 24.11.2023, 15:01 (vor 864 Tagen) @ Stubenqualm

Hi

Das macht doch CW mit seiner Delegation und nicht die einzelnen Mitglieder. Teile von denen verehren ihn aber wie eine Gottheit.

Und da CW nun mal das Medientableau ausschließlich allein bespielt ist er eben das Gesicht seines Vereins.

--
Gruß
Waldbahn

Wer hätte es gedacht...

EK-Wagendienst, EGST, Freitag, 24.11.2023, 15:05 (vor 864 Tagen) @ Irgendware

35 Stunden Woche gibt es doch in einigen Branchen schon sehr lange.


"In einigen Branchen" klingt so, als ob es viele betreffen würde.
Soweit ich weiß wurde die 35 Stunden bisher einzig und allein von der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie und in der Holz- und Sägeindustrie verhandelt.
Wohlgemerkt: Industrie bedeutet nicht Handwerk!

Danach gab es diese Zahl nirgendwo anders.

ok ich bin immer noch in der IG Metall, und das war Elektrohandwerk.
Die sind zwar seit 36 Jahren nicht mehr für mich zuständig, aber ausgetreten bin ich bis heute auch nicht.

Daher kenne ich das mit der 35 Stunden, was heute normal ist kann ich nicht sagen.
Man muss aber höher ran gehen, damit man etwas bekommt, die Piloten haben da doch auch einiges durchgesetzt.
Die Zufriedenheit bei den Mitarbeiten muss wieder besser werden, dann ist man auch mehr motiviert.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

wer verhandelt denn

Stubenqualm, Freitag, 24.11.2023, 15:06 (vor 864 Tagen) @ Waldbahn

War denn jemand von euch bei den Verhandlungen dabei oder folgt ihr der Propaganda der DB- Pressestelle?

Gegenfrage

VT 609, Freitag, 24.11.2023, 15:09 (vor 864 Tagen) @ Stubenqualm

War denn jemand von euch bei den Verhandlungen dabei oder folgt ihr der Propaganda der DB- Pressestelle?

Warst du dabei oder gibst du nur die GDL-Propaganda wieder?

Gegenfrage

Stubenqualm, Freitag, 24.11.2023, 15:39 (vor 864 Tagen) @ VT 609

Ich war nicht dabei und gebe auch keine Propaganda wieder. Außerdem lese ich keine Springer-Presse

Warum sprichst du dann von DB Propaganda?

Waldbahn, Freitag, 24.11.2023, 15:52 (vor 864 Tagen) @ Stubenqualm

Da ist doch was nicht ganz rund. Uns - die CW für seine Art und Weise kritisieren - wirfst du vor, DB Propaganda zu verbreiten. Außer dem Angebot und den Reaktionen auf das Verhalten des Verhandlungsgegenüber kommt von der Bahn wenig, was man in den Medien ausschlachten könnte.

Und wenn du Springer verweigerst, dann schau doch in die WiWo: https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/gdl-wenn-weselsky-so-weitermacht-verliert...

Dieser Auszug trifft es meiner Ansicht nach ganz gut:
"Man mag Weselsky in solchen Momenten als einen demokratischen Menschenfänger abtun, der sich an die Vereinbarungen mit seiner Basis hält und nicht ausschert, um lediglich den Arbeitgebern entgegenzukommen. Oder aber man sieht in ihm den Trotzkopf, der aus persönlichen Belangen sich einer schnellen Lösung verweigert und sowohl die Bahnarbeiter als auch Fahrgäste in Unsicherheit belässt.
Man muss sich jedoch auch klarmachen: Es sind diese Verhandlungen, die Weselskys Bild auf Dauer prägen werden. Noch vor der nächsten Runde, das hat er selbst deutlich gemacht, will er abtreten. Für ihn ist es die letzte Chance, die GDL im Wettbewerb mit anderen Gewerkschaften aufzuwerten. Eine Durchsetzung der 35 Stunden Woche wäre so eine historische Leistung. Nur: wie realistisch ist das? Der Bahn fehlt Personal wohin man auch schaut. Eine Arbeitszeitreduktion würde tausende zusätzliche Fehlstellen bedeuten. Für Fahrgäste und Kunden bedeuten weniger arbeitende Kräfte: noch mehr verspätete Züge, noch längere Warteschlangen in der Hotline, noch teurere Tickets."

Denn die Antwort auf das Umsetzten seiner Kernforderung bleibt er schuldig.

--
Gruß
Waldbahn

Die Katze beißt sich in den Schwanz!

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 24.11.2023, 16:07 (vor 864 Tagen) @ Sanformatiker
bearbeitet von Der Blaschke, Freitag, 24.11.2023, 16:09

Hallo.

Naja Herrn Weselsky muss eigentlich auch klar sein, dass eine der Kernforderungen für die Bahn schlicht und ergreifend nicht verhandelbar ist und die Bahn sagt das ja auch genau so. Die Reduzierung der Arbeitszeit ist - so sehe ich es - schlicht nicht möglich!

Im Umkehrschluß heißt das: die Eisenbahner, die noch da sind, sollen gefälligst so viel wie zeitlich möglich malochen! Nur: das wollen die gar nicht.

Statt wie Herr Seiler und die DB weiter darauf zu setzen, die vorhandenen Personale auszuquetschen bis zum allerletzten Atemzug, ist es dringend geboten, die Arbeitsbedingungen deutlich zu verbessern. 24/7/365 läßt sich nicht abschaffen. Dann muss als eine Maßnahme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen eine Arbeitszeitverkürzung her.

Die DB sagt aber deutlich: da verbessern wir gar nix. Wenn's sein muss, können Plebs und Pöbel da unten mehr Geld kriegen und ansonsten bleibt alles so, wie es ist. Basta. Einfach respektlos ggü dem Personal. Und es zeigt, dass man null Ahnung von den Arbeitsbedingungen an der Front hat.

Weselsky hat in der Sache zu 100% Recht.


Schade nur, dass er die Dinge dann auch nicht konsequent durchzieht. Wenn ich schon lese, dass über den unbefristeten Streik erst nach Weihnachten entschieden werden kann wegen der Dauer der Urabstimmung - ist doch lächerlich. Warum gibt er das Druckmittel "unbefristeter Streik ab 21.12." aus der Hand. Weil er so konsequent, wie er wirken und sein möchte, gar nicht ist. Das ist das wahre Traurige an der ganzen Sache.

Aber auf den 35 Stunden zu beharren, heißt die Bahn zerstören wollen.

Nein, die Ablehnung dessen zerstört die Bahn. Weil nix brauchbares mehr nachkommt an Eisenbahnern.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Bester britischer Humor ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 24.11.2023, 16:13 (vor 864 Tagen) @ VT 609

Hey.

"Die Welt" gehört zwar zu Springer, allerdings würde ich sie als seriöser bezeichnen als "Bild" oder "Bild am Sonntag".


Danke für den Lacher!

Die DIE WELT formuliert nur etwas feiner und hochgestochener als die halt sehr hemdsärmlige BILD. Ist halt ne andere Zielgruppe. BILD für Malocher-Jupp, die DIE WELT für Smoothie-Yuppie-Kevin. In der Sache kommt das auf's Selbe raus ...


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Die Katze beißt sich in den Schwanz!

Sanformatiker, Freitag, 24.11.2023, 16:53 (vor 864 Tagen) @ Der Blaschke

Hallo.

Naja Herrn Weselsky muss eigentlich auch klar sein, dass eine der Kernforderungen für die Bahn schlicht und ergreifend nicht verhandelbar ist und die Bahn sagt das ja auch genau so. Die Reduzierung der Arbeitszeit ist - so sehe ich es - schlicht nicht möglich!


Im Umkehrschluß heißt das: die Eisenbahner, die noch da sind, sollen gefälligst so viel wie zeitlich möglich malochen! Nur: das wollen die gar nicht.

Von soviel wie möglich sind die Bahner mit 38 Stunden die Woche ja schon 10 Stunden weg. In vielen Betrieben - auch mit 24/7-Betrieb und Schichtdienst - ist die 40-Stunden-Woche üblich. Möglich wären im Schnitt 48 Stunden die Woche laut Arbeitszeitgesetz.


Statt wie Herr Seiler und die DB weiter darauf zu setzen, die vorhandenen Personale auszuquetschen bis zum allerletzten Atemzug, ist es dringend geboten, die Arbeitsbedingungen deutlich zu verbessern. 24/7/365 läßt sich nicht abschaffen.

Warum nicht? Am Wochenende und Nachts kein Betrieb ist eine genauso realistische Forderung, wie die Arbeitszeitverkürzung. In gewissen Grenzen ist es sogar die Gleiche: 8,5% der Verkehre müssen nämlich eingespart werden, wenn man von 38 auf 35 Stunden geht.Am besten begraben wir jeden Versuch mehr Verkehr auf die Schiene zu holen.

Dann muss als eine Maßnahme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen eine Arbeitszeitverkürzung her.

Die wird aber eben nich die 8,5% mehr an geeigneten Bewerbern bringen. Der Bürojob bleibt mit garantiert freien Nächten, Wochenenden und Feiertagen für viele vermutlich auch mit 40 Sunden attraktiver als vorne im Zug Platz zu nehmen. Dier gleiche Herausforderung haben Rettungsdienst und Pflege zum Beispiel auch. Da ist wenigstens der Arbeitsort nicht mobil und man ist nach Feierabend meistens zu Hause. Wir haben Fachkräftemangel, wo sollen mehr Bahner als herkommen, wenn es jetzt schon zu wenig sind? Und der Bahnverkehr soll ja eigentlich auch noch ausgebaut werden.


Weselsky hat in der Sache zu 100% Recht.

Umsetzbar wäre es aber nur mit mehr Automatisierung - sprich langfristig der Abschaffung der Lokführer. Alles andere ist schlicht unrealistisch. Aber das wäre ein Mammut-Projekt, dass Jahrzehnt dauert und Billionen verschlingt.

Aber auf den 35 Stunden zu beharren, heißt die Bahn zerstören wollen.


Nein, die Ablehnung dessen zerstört die Bahn. Weil nix brauchbares mehr nachkommt an Eisenbahnern.

Wird es realistisch betrachtet sowieso nicht: Der Fachkräftemangel ist real und nicht nur bei der Bahn. Die Menschen fehlen in allen Branchen.

Gegenfrage

462 001, Taunus, Freitag, 24.11.2023, 17:09 (vor 864 Tagen) @ Stubenqualm

Ich war nicht dabei und gebe auch keine Propaganda wieder. Außerdem lese ich keine Springer-Presse

Du versuchst aber die Gottheit Weselsky zu verteidigen...

GDL-Propaganda...

--
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Stand: 20.02.2026

Warum sprichst du dann von DB Propaganda?

JeDi, überall und nirgendwo, Freitag, 24.11.2023, 17:20 (vor 864 Tagen) @ Waldbahn

Und wenn du Springer verweigerst, dann schau doch in die WiWo: https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/gdl-wenn-weselsky-so-weitermacht-verliert...

Das ist aber - im Gegensatz zum ach so investigativen Springer-Artikel ein aktueller Kommentar.

Zur Einordnung - 2014 war ja grade die Zeit verschiedenster interner Querelen (InDemoReGDL usw), heute scheint es derartige Konflikte zumindest nicht öffentlich ausgetragen zu geben. Entsprechend findet die Springerpresse heute halt auch kaum Streikbrecher.

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Weg mit dem 4744!

Gegenfrage

Stubenqualm, Freitag, 24.11.2023, 17:40 (vor 864 Tagen) @ 462 001

Ich vergöttere niemanden. Die GDL besteht wie andere Gewerkschaften nicht nur aus einer Person, sondern aus ihren Mitgliedern. Warum verstehst du das nicht?

+1

Stubenqualm, Freitag, 24.11.2023, 17:41 (vor 864 Tagen) @ Der Blaschke

- kein Text -

Gegengegenfrage

Garfield_1905, Freitag, 24.11.2023, 17:48 (vor 864 Tagen) @ Stubenqualm

Ich vergöttere niemanden. Die GDL besteht wie andere Gewerkschaften nicht nur aus einer Person, sondern aus ihren Mitgliedern. Warum verstehst du das nicht?

Das trifft sicher für die allermeisten Gewerkschaften zu. Natürlich hat auch die GDL Mitglieder. Nicht so sehr viele, aber immerhin. Wortführer ist aber einzig und allein Weselsky oder kennst Du z.B. einen seiner Vertreter ? Und dieser Typ braucht einen guten Psychiater, einen sehr guten.

Warum verstehst Du das nicht ?

+1

462 001, Taunus, Freitag, 24.11.2023, 17:51 (vor 864 Tagen) @ Garfield_1905

(...)

Warum verstehst Du das nicht ?

Weil er es nicht will? Diskussion zwecklos...

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sowas von +2

Hustensaft, Freitag, 24.11.2023, 17:57 (vor 864 Tagen) @ Waldbahn

- kein Text -

GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert

Hustensaft, Freitag, 24.11.2023, 17:59 (vor 864 Tagen) @ VT 609

An ernsthaften Verhandlungen war er ja von Anfang an nicht interessiert, nachdem er schon im Oktober von Streiks geredet hat, gleich nach der ersten Verhandlungsrunde zum Warnstreik aufgerufen hat und gleich nach dem ersten Warnstreik eine Urabstimmung eingeleitet hat, obwohl ein Angebot der DB auf dem Tisch lag. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass man auf Eskalation aus ist, wenn man jedes Mal sofort die nächste Eskalationsstufe zündet.

Schlimmer, der hatte ja schon vor Beginn der Verhandlungen öffentlich über eine Urabstimmung nachgedacht - deutlicher kann man sein Desinteresse nicht zeigen ... Außerdem: Der Egomane C.W. genießt seine Macht und missbraucht am Ende die Gewerkschaft und deren Mitglieder, die das leider nicht merken.

Wer hätte es gedacht...

Hustensaft, Freitag, 24.11.2023, 18:01 (vor 864 Tagen) @ EK-Wagendienst

Daher kenne ich das mit der 35 Stunden, was heute normal ist kann ich nicht sagen.

Ist es nicht - schaue Dich mal im öD um, da sind es 39 bis 41, im Handel auch um die 40, ...

Verständnisfrage: Schlichtung

Hustensaft, Freitag, 24.11.2023, 18:03 (vor 864 Tagen) @ Tobs

Eine Schlichtung ist zwar oft üblich, aber nicht verpflichtend - so einfach ist das.

Lustig, wie sich hier einige edle Subjekte echauffieren mit

sfn17, Freitag, 24.11.2023, 18:03 (vor 864 Tagen) @ tmovbm

der zerknüllten "Welt" (der Bl*dzeitung für Biznizmen) in der Hand und gedrechselten "Argumentationen", die doch nur Emanation eines empörten "MEiN ICE, deR jEtzT nIchT fäHrT?!1?!2? IhR LoKfÜhreR aRbeitET gefÄlliGst!!1!"

Diese Hipstergeneration. Ihr wisst überhaupt nicht mehr, wieviel für Euch im Hintergrund gearbeitet wird. Das bisschen HTML...

Ich pflichte Blaschi bei. Bei einem langen Streik hätte ich auch Probleme, meinen Job zu erledigen, aber diese Probleme sind lösbar. Und das Gejammer ist irrelevant: plötzlich haben alle ein Auto oder machen Homeoffice.

Ich spreche anderen ihre Rechte nicht ab. Wenn sie streiken: Nur zu!

Der moderne Klassenkampf ist der, dass die Parvenus ("Emporkömmlinge") die Unterschicht bekämpfen und am Aufstieg hindert. Das sind gar nicht mehr die Großindustriellen. Diese lachen sich ins Champagnerglas, dass nun Hipster das Lob der Ausbeutung singen. Werden selbst gea*scht, aber die Gratis-Mate fließt reichlich. Wichtig.

Lustig, wie sich hier einige edle Subjekte echauffieren mit

Hustensaft, Freitag, 24.11.2023, 18:05 (vor 864 Tagen) @ sfn17

Ich spreche anderen ihre Rechte nicht ab. Wenn sie streiken: Nur zu!

Gerne, dann aber bitte aus eigenen Mittel und nicht aus denen anderer Gewerkschaften im dbb - und es hätte Charme, wenn die DB zum - auch zulässigen - Mittel der Aussperrung griffe, dann sind die Kassen der GdL und die Geldbeutel der Lokführer schnell leer.

+1

VT 609, Freitag, 24.11.2023, 18:07 (vor 864 Tagen) @ Hustensaft

- kein Text -

Verbrannte Erde? *grins*

sfn17, Freitag, 24.11.2023, 18:12 (vor 864 Tagen) @ Hustensaft
bearbeitet von sfn17, Freitag, 24.11.2023, 18:13

Das Augenweiß der Angst, dass der geliebte Früh-ICE nicht fährt.

Soll die DB doch gerne aussperren. Bitte sehr, nur zu! Der ICE fährt dann auch nicht.

Und der Hipster? Job weg, lichtdurchflutete Altbauwohnung weg. Dann wie beim ausgesperrten Personal, die das gar nicht erst erwerben konnten. Dann sind alle gleich arm.

Und können gegenseitig sich in der Rikscha rumkutschieren lassen.

Nun doch kein "Weihnachtsfrieden"

Waldbahn, Freitag, 24.11.2023, 18:15 (vor 864 Tagen) @ tmovbm

Ja was denn nun lieber Herr W, liebe GdL? Katz und Maus Spiel muss ja echt lustig sein...
https://www.ice-treff.de/index.php?id=689809

Und jetzt doch wieder volle Pulle?
https://www.merkur.de/wirtschaft/streik-tarifkonflikt-bei-der-bahn-gdl-kuendigt-baldige...

Update vom 24. November, 14.05 Uhr: Die Deutsche Bahn hat die Entscheidung der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert, die Tarifverhandlungen bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde für gescheitert zu erklären. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sagte am Freitag in Berlin, die GDL habe einen dreiwöchigen Weihnachtsfrieden, also eine Zeit ohne Arbeitskampf bei der Bahn, abgelehnt. „Wir haben der GDL ganz konkret vorgeschlagen, dass wir zwischen dem 15. Dezember und dem 7. Januar einen Weihnachtsfrieden einlegen“, sagte Seiler. Die Lokführergewerkschaft mit ihrem Chef Claus Weselsky sei dazu aber nicht bereit gewesen.

--
Gruß
Waldbahn

Lustig, wie sich hier einige edle Subjekte echauffieren mit

VT 609, Freitag, 24.11.2023, 18:18 (vor 864 Tagen) @ sfn17

Diese Hipstergeneration. Ihr wisst überhaupt nicht mehr, wieviel für Euch im Hintergrund gearbeitet wird. Das bisschen HTML...

Ich wehre mich dagegen, zur Hipstergeneration gezählt zu werden. Ich spreche auch niemandem sein Streikrecht ab. Das Streikrecht ist ein hohes Gut in unserer Demokratie! Deswegen finde ich auch Forderungen beispielsweise aus den Unionsparteien nach einer Einschränkung des Streikrechts hochgefährlich! Das wäre der Anfang von der Aushöhlung der Demokratie. Eine gewisse Partei mit drei Buchstaben und einem A am Anfang würde das sicher gut finden, ich aber nicht!

Allerdings sollte dabei auch immer die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Diese sehe ich nicht gegeben
- wenn sich ein Gewerkschaftsführer schon vor Beginn der Tarifverhandlungen vornimmt, bald zu streiken (das hat er im Oktober selbst so gesagt!) und "nicht lange fackeln" zu wollen
- wenn er gleich nach der ersten Verhandlungsrunde zum Warnstreik aufruft, OBWOHL ein Angebot des Arbeitgebers auf dem Tisch liegt und OBWOHL weitere Gespräche vereinbart wurden, und dieser Warnstreik ausgerechnet am zweiten Verhandlungstermin stattfindet (den der Arbeitgeber verständlicherweise dann abgesagt hat)
- wenn er gleich nach dem ersten Warnstreik eine Urabstimmung über unbefristete Streiks einleitet
- wenn er schon nach der zweiten Verhandlungsrunde die Verhandlungen für gescheitert erklärt und sagt, "das Tischtuch [sei] zerschnitten"

Das zeigt sehr deutlich, dass er an Verhandlungen nicht interessiert ist und nur auf Eskalation aus ist. Ich hätte Verständnis für die Streiks, wenn sich der Tarifkonflikt schon eine Weile hinziehen würde, aber nach so kurzer Zeit habe ich kein Verständnis für eine derartige Eskalation seitens der GDL!

Allein die Wortwahl disqualifiziert dich und deine Argumente

Waldbahn, Freitag, 24.11.2023, 18:21 (vor 864 Tagen) @ sfn17

- kein Text -

Biznizmen kennen nur "Disqualifikation" und "Wortwahl", was

sfn17, Freitag, 24.11.2023, 18:28 (vor 864 Tagen) @ Waldbahn

anderes gibt es für sie halt nicht, schon gar nicht "Inhalte" und "Argumente".

Biznizmen und sog. Querdenker haben eines gemeinsam: Sie unterminieren permant den Diskurs, um ja nicht diskutieren zu müssen.

GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert

kater_k, BBRN, Freitag, 24.11.2023, 18:33 (vor 864 Tagen) @ Hustensaft

Der Egomane C.W. genießt seine Macht und missbraucht am Ende die Gewerkschaft und deren Mitglieder, die das leider nicht merken.

Wo genau ist die Durchsetzung von Forderungen wie mehr Geld und kürzeren Arbeitszeiten ein Missbrauch von Gewerkschaftsmitgliedern? Das ist der raison d'être für Gewerkschaften. Claus Weselsky macht einfach seinen Job als demokratisch gewählter Gewerkschaftsvorsitzender.

Ich kann verstehen, dass man als unbedarfter Kunde einen Bahnstreik blöd findet, aber als Arbeitnehmer sollte man sich eher fragen, warum die eigene Gewerkschaft nicht so schlagkräftig ist und man sich trotz Fachkräftemangel immer noch mit der 40-Stunden-Woche und mickrigsten Lohnerhöhungen weit unter der Inflationsrate herumschlagen muss.

Der 38 - Stunden Woche wohlgemerkt ...

Garfield_1905, Freitag, 24.11.2023, 18:36 (vor 864 Tagen) @ kater_k

(...) und man sich trotz Fachkräftemangel immer noch mit der 40-Stunden-Woche und mickrigsten Lohnerhöhungen weit unter der Inflationsrate herumschlagen muss.

Soviel Zeit muß sein.

Vielleicht ist DSO doch klüger

südkreuz, Freitag, 24.11.2023, 18:39 (vor 864 Tagen) @ sfn17

... indem diese Form der "Diskussion" von Anfang an unterbunden wird.
Der Thread gleitet langsam etwas ab. Zeit zum Schließen.

Arbeitsgericht kann eine Schlichtung "sehr nahe legen"

ffz, Freitag, 24.11.2023, 18:41 (vor 864 Tagen) @ Tobs

Hallo,

richtig ist, dass eine Schlichtung grundsätzlich keine Pflicht ist. Allerdings kann das Arbeitsgericht, sofern einer der bestreikten Arbeitgeber gegen den Warnstreik oder einen unbefristeten Streik klagt, einen Schlichtung "sehr nahe legen". So war das zB beim letzten EVG Streik bei der Bayrischen Regiobahn. Da hat das Arbeitsgericht Frankfurt am Main sehr klar gesagt, dass auch bei gescheiterten Tarifverhandlungen, wenn die Gewerkschaft eine Schlichtung ablehnt, nicht alle Mittel ausgechöpft sind und das Arbeitsgericht dazu tendiert den Streik zu untersagen.

Ich persönlich befürchte dass die GDL sich selbst gerade das Wasser abgräbt. Weil wenn die Streiks den Güterverkehr von DB Cargo betreffen nutzen die Fimren die Alternative LKW oder nicht bestreikte EVU. Von den nicht bestreikten EVU machen aber 90% nur Ganzzugverkehr, die brauchen also weder Weichenwärter noch Lrf, noch Wagenmeister in dem Umfang wie die bei DB Cargo beschäftigt sind. Die Lokführer werden die nicht bestreikten EVU gerne nehmen, mit den Lrf, den Weichenwärtern und den Wagenmeistern können die nix anfangen und die wollen die auch nicht haben.

Die Verhandlungen zwischen GDL und Transdev, CityBahn Chemnitz, ViasRail/Rurtalbahn und GoAhead drohen übrigens auch gerade zu scheitern. Bei Transdev, CityBahn Chemnitz und ViasRail/Rurtalbahn läuft auch schon die Urabstimmung.

Gruß

Der 38 - Stunden Woche wohlgemerkt ...

kater_k, BBRN, Freitag, 24.11.2023, 18:41 (vor 864 Tagen) @ Garfield_1905

Der 38 - Stunden Woche wohlgemerkt ...

Zugegeben, ich kenne die durchschnittlichen Arbeitsbedingungen im ice-treff nicht im Detail. Wegen mir auch gerne 38-Stunden-Woche. Von der Schlagkraft der GDL dürften die allermeisten Arbeitnehmer trotzdem nur träumen.

Der 38 - Stunden Woche wohlgemerkt ...

Garfield_1905, Freitag, 24.11.2023, 18:46 (vor 864 Tagen) @ kater_k

(...) Von der Schlagkraft der GDL dürften die allermeisten Arbeitnehmer trotzdem nur träumen.

Wir warten mal ab, wie das mit 'Schlagkraft der GDL aussieht. Ich 'befürchte' das es für die GDL zum Alptraum werden könnte. Und nur nebenbei, ich 'befürchte' es natürlich nicht ...

Sind 38h-Wochen unter Bahnreisenden wirklich üblich?

JeDi, überall und nirgendwo, Freitag, 24.11.2023, 18:56 (vor 864 Tagen) @ Garfield_1905

- kein Text -

--
Weg mit dem 4744!

ah ja... Zeit für Friedhofsruhe.

sfn17, Freitag, 24.11.2023, 19:01 (vor 864 Tagen) @ südkreuz

Ist eh egal, die GdL wird auch diesen Thread nicht zur vertieften Kenntnis nehmen.

"Kein Verständnis" ist auch so ein Wort des Nichtdiskutieren

sfn17, Freitag, 24.11.2023, 19:04 (vor 864 Tagen) @ VT 609

s.

Erst um Erlaubnis fragen, ob man denn streiken dürfe. "Ja, doch, gerne! Aber bitte nur zwischen ein Uhr und viertel nach eins, wenn ich gerade zu Tisch bin."

Neofeudalismus.

Nicht zu fassen.

"Er ist krank im Kopf." Auch so eine Diskurswaffe.

sfn17, Freitag, 24.11.2023, 19:09 (vor 864 Tagen) @ Garfield_1905
bearbeitet von sfn17, Freitag, 24.11.2023, 19:10

Hm. Dass das jetzt von einem Lokführer kommt.

"Kein Verständnis" ist auch so ein Wort des Nichtdiskutieren

VT 609, Freitag, 24.11.2023, 19:12 (vor 864 Tagen) @ sfn17

Du willst mich absichtlich falsch verstehen. Ich habe der GDL nicht das Streikrecht abgesprochen. Streiken ist ihr gutes Recht. Ich darf aber trotzdem für mich entscheiden, ob ich Verständnis für einen Streik habe oder ihn für verhältnismäßig halte.

Danke für die interessanten Detailinfos.

sfn17, Freitag, 24.11.2023, 19:13 (vor 864 Tagen) @ ffz
bearbeitet von sfn17, Freitag, 24.11.2023, 19:16

Das hat ja schon jetzt eine ganz andere Tiefe als die hier aus Weltartikeln zusammenspekulierten und gefestigten Weltbilder, die hier so plakativ vorgetragen werden.

(Mein plakatives Weltbild ist jedenfalls nicht aus der Welt. Und auch nicht aus dem ND, die sind deutlich krasser drauf als ich. - Dies für den Fall, dass jemand meint, eine Steilvorlage zu sehen.)

„Niveaulimbo“ war das Jugendwort 2010

J-C, In meiner Welt, Freitag, 24.11.2023, 19:27 (vor 864 Tagen) @ sfn17

Und auch wenn ich mich manchmal in diese Zeit zurückwünsche, aktuell ist das Wort offensichtlich nach wie vor…

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Ich bin kein Lokführer. :-)

Garfield_1905, Freitag, 24.11.2023, 19:30 (vor 864 Tagen) @ sfn17

Hm. Dass das jetzt von einem Lokführer kommt.

War ich noch nie und wollte ich auch nie. Es gibt noch andere Jobs bei der Bahn.

+1

Junior, Freitag, 24.11.2023, 19:30 (vor 864 Tagen) @ Sanformatiker

- kein Text -

GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert

nscharrn, IC 2152, Freitag, 24.11.2023, 20:13 (vor 864 Tagen) @ tmovbm
bearbeitet von nscharrn, Freitag, 24.11.2023, 20:16

Wie will C.W. bzgl. seiner Aussage "keinem Streik über Weihnachten" von vor ein paar Tagen wieder rauskommen?
Wenn das nur eine Aussage war, dann ist es mit seiner Glaubhaftigkeit nicht weit...

Biznizmen kennen nur "Disqualifikation" und "Wortwahl", was

heinz11, Freitag, 24.11.2023, 20:41 (vor 863 Tagen) @ sfn17

anderes gibt es für sie halt nicht, schon gar nicht "Inhalte" und "Argumente".

Biznizmen und sog. Querdenker haben eines gemeinsam: Sie unterminieren permant den Diskurs, um ja nicht diskutieren zu müssen.

Das gilt aber genauso für Dich. Alle, die nicht Deiner Meinung sind, werden pauschal als "Biznizmen" und jetzt auch noch als "Querdenker" abqualifiziert. Das sind Deine Diskurswaffen, um Dich mal zu zitieren.

Inhaltlich sehe ich von Dir nichts. Du unterstellst, daß alle von als "biznizmen" Eingestuften nur die Bildzeitung lesen, und sprichst abfällig von "edlen Subjekten". Auch wenn Du es als unwesentlich von Dir weist, die Wortwahl ist entscheidend. Worte können nämlich auch Waffen sein.

Absolute Zustimmung.

heinz11, Freitag, 24.11.2023, 20:50 (vor 863 Tagen) @ VT 609

Ich unterstelle Herrn Weselsky fast, dass er sich das Scheitern der Tarifverhandlungen von vornherein vorgenommen hat. An ernsthaften Verhandlungen war er ja von Anfang an nicht interessiert, nachdem er schon im Oktober von Streiks geredet hat, gleich nach der ersten Verhandlungsrunde zum Warnstreik aufgerufen hat und gleich nach dem ersten Warnstreik eine Urabstimmung eingeleitet hat, obwohl ein Angebot der DB auf dem Tisch lag. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass man auf Eskalation aus ist, wenn man jedes Mal sofort die nächste Eskalationsstufe zündet.

Ja, Verhandlungen haben einen Interessenausgleich und/oder eine Einigung zum Ziel. Das kann ich bei Herrn W. nicht einmal im Ansatz erkennen.

Es geht ihm nur um seine persönlichen Ziele. Alles, was nicht 100% seinen Wünschen entspricht, ist inakzeptabel und nicht annehmbar. Für mich ist sein Verhalten eine Mischung aus Infantilität und Prinzipienreiterei. Er benimmt sich wie ein Diktator. Nun, er hat ja lange und gründlich studieren können, wie das geht.

Welche Einkommenssteigerungen genießen DB-Oberste?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 24.11.2023, 21:52 (vor 863 Tagen) @ VT 609

Wurde das hier irgendwo in das GdL-Bäbääh mal dezent mit eingewebt?

Mmmnnnjanunjaa, ich bekomme ab und an mit, die oberen Führungsriegen hätten eine besonders schwere Verantwortung zu tragen. Tragen die diese?

Also ich weiß, daß Lokführer, Fahrdienstleiter und Arbeiter in Werken eine Verantwortungslast tragen = für andere. Wie auch Gleisarbeiter und Rangierer, die in Gleise und zwischen Kupplungen treten. Mit dem Körper nur Zentimeter neben Tonnenkräften quetschenden Puffern = Verantwortung für´s eigene Leben.

Und Zugbegleiter sind die, die von Asis schon mal tätlich angegriffen und verkloppt werden.


Verantwortung tragen. Es soll Verantwortung Tragende geben, die genießen so gewisse federflauschweiche Vertragsauflösungsabsicherungen. Hat der Rangierer vermutlich nicht.

Verantwortung: Welches Bild gibt die Bahn denn seit langen Jahren ab?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

"Er ist krank im Kopf." Auch so eine Diskurswaffe.

Reservierungszettel, KDU, Freitag, 24.11.2023, 21:53 (vor 863 Tagen) @ sfn17

Hm. Dass das jetzt von einem Lokführer kommt.

Man konnte mal durchhören das er irgendwo in der Dispo sitzt die sind in der Regel auch 24/7 besetzt haben allerdings den Vorteil das man dort mit der Basis außer Entscheidungen zu geben nicht viel am Hut hat.

Der Beruf ist also deutlich entspannter als der eines Tf oder Zub.

Von daher stellen sich für ihn diese Forderungen erst gar nicht.

Gegengegenfrage

Reservierungszettel, KDU, Freitag, 24.11.2023, 21:54 (vor 863 Tagen) @ Garfield_1905

Ich vergöttere niemanden. Die GDL besteht wie andere Gewerkschaften nicht nur aus einer Person, sondern aus ihren Mitgliedern. Warum verstehst du das nicht?


Das trifft sicher für die allermeisten Gewerkschaften zu. Natürlich hat auch die GDL Mitglieder. Nicht so sehr viele, aber immerhin. Wortführer ist aber einzig und allein Weselsky oder kennst Du z.B. einen seiner Vertreter ? Und dieser Typ braucht einen guten Psychiater, einen sehr guten.

Warum verstehst Du das nicht ?

Für dich wäre es vielleicht empfehlenswert Meinungen und Zugehörigkeiten zu akzeptieren.

Nun doch kein "Weihnachtsfrieden"

Kölner96, Freitag, 24.11.2023, 22:13 (vor 863 Tagen) @ Waldbahn

Ja was denn nun lieber Herr W, liebe GdL? Katz und Maus Spiel muss ja echt lustig sein...
https://www.ice-treff.de/index.php?id=689809

Und jetzt doch wieder volle Pulle?
https://www.merkur.de/wirtschaft/streik-tarifkonflikt-bei-der-bahn-gdl-kuendigt-baldige...

Update vom 24. November, 14.05 Uhr: Die Deutsche Bahn hat die Entscheidung der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert, die Tarifverhandlungen bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde für gescheitert zu erklären. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sagte am Freitag in Berlin, die GDL habe einen dreiwöchigen Weihnachtsfrieden, also eine Zeit ohne Arbeitskampf bei der Bahn, abgelehnt. „Wir haben der GDL ganz konkret vorgeschlagen, dass wir zwischen dem 15. Dezember und dem 7. Januar einen Weihnachtsfrieden einlegen“, sagte Seiler. Die Lokführergewerkschaft mit ihrem Chef Claus Weselsky sei dazu aber nicht bereit gewesen.


Es wird an Weihnachten nicht gestreikt, hat Claus Weselsky gesagt.
Weihnachten beginnt nicht am 15. Dezember bzw. erstreckt sich nicht bis 7. Januar, wie es gerne der DB-Vorstand hätte…
Es wird vermutlich vom 22./23. Dezember bis 27. Dezember den von CW bereits verkündeten Weihnachtsfrieden geben, mit etwas Glück vielleicht auch bis 1. Januar.

GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert

Kölner96, Freitag, 24.11.2023, 22:17 (vor 863 Tagen) @ VT 609

Ich unterstelle Herrn Weselsky fast, dass er sich das Scheitern der Tarifverhandlungen von vornherein vorgenommen hat. An ernsthaften Verhandlungen war er ja von Anfang an nicht interessiert, nachdem er schon im Oktober von Streiks geredet hat, gleich nach der ersten Verhandlungsrunde zum Warnstreik aufgerufen hat und gleich nach dem ersten Warnstreik eine Urabstimmung eingeleitet hat, obwohl ein Angebot der DB auf dem Tisch lag. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass man auf Eskalation aus ist, wenn man jedes Mal sofort die nächste Eskalationsstufe zündet.

Unterstelle das provozieren des Scheiterns lieber Martin Seiler, welcher bei drei basischen Forderungen jeglicher Verhandlung verweigert hat und seit Sommer Verhandlungen verweigert hat. Ursprünglich wollte Herr Seiler auch nur insgesamt zwei Verhandlungstage in 2023 ansetzen. Mit etwas willen, der DB hätte man vor Ablauf der Friedenspflicht am 31.10.23 einen neuen Tarifvertrag haben können. Die GDL hat die DB seit Juni mehrfach zu Verhandlungen aufgefordert.

GDL erklärt Verhandlungen für gescheitert

TRAXXP160DE, HBIK, Freitag, 24.11.2023, 22:17 (vor 863 Tagen) @ nscharrn

Was will eigentlich C.W.?

Mich nervt dieser "Gewerkschaftsvorsitzende"!!!

Regeln und Gepflogenheiten scheinen diesem Manne sehr fremd zu sein.

Wenn man die aktuelle wirtschaftliche Situation der DB AG betrachtet, erscheint mir schleierhaft, wie diese Forderungen nicht noch zu noch schlechteren Arbeitsbedingungen führen werden.

Habe gerade die UVV Eisenbahn überpflogen. Im Gegensatz zur UVV Einzelhandel finden wir in der UVV Eisenbahn nichts zum Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz.

Ich denke, dass die Schichtplangestaltung das Hauptproblem für C.W. ist bzw. sein sollte. Bitte, dass soll dann aber auch so benennen, und nichtpauschal die 35 Std.-Woche fordern. Bitte denkt immer daran, der Schichtarbeiter hat vielleicht erst ab Sonntag 22.00 Uhr Urlaub, der Bürohengst schon seit Freitag 15:00 Uhr. Wir sprechen vom gleichen Wochenende.

Vielleicht wäre hier eine andere Urlaubsgewährung oder generell mehr Urlaubstage für Schichtarbeit ein Weg.

Bei der Forderung an die Deutsche Bahn würde ich mich als AG und Unternehmer fragen, warum soll ich einen Tarifvertrag abschliessen, der für mich teurer ist, als bei Mitbewerber A, mit dem ich gemeinsam in einer Ausschreibung biete.

War der Sinn von Tarifvertrag und Mindestlohn und das Erklären von Allgemeinverbindlichkeit nicht auch ein Schritt gegen Lohndumping?

Das meine ich, wie oben bennannt, mit Regeln und Gepflogenheiten. Ja, Tf´s haben sich mehr Geld verdient, aber wir müssen auch mal über:

- Fahrtkosten
- mehr Schichtarbeitzulage

nachdenken. Bei steuerfreien und SV-freien Zuschlägen vielleicht auch über eine freiwillige private RV, in die man etwas Geld, je nach Menge/ Höhe der Schichtarbeitzuschläge, abführen kann. Ideen sind gefragt, keine pauschalen Forderungen vom %, aber min. xxx brutto.

Welche Einkommenssteigerungen genießen DB-Oberste?

Reservierungszettel, KDU, Samstag, 25.11.2023, 01:40 (vor 863 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von Reservierungszettel, Samstag, 25.11.2023, 01:41

Wurde das hier irgendwo in das GdL-Bäbääh mal dezent mit eingewebt?

Mmmnnnjanunjaa, ich bekomme ab und an mit, die oberen Führungsriegen hätten eine besonders schwere Verantwortung zu tragen. Tragen die diese?

Also ich weiß, daß Lokführer, Fahrdienstleiter und Arbeiter in Werken eine Verantwortungslast tragen = für andere. Wie auch Gleisarbeiter und Rangierer, die in Gleise und zwischen Kupplungen treten. Mit dem Körper nur Zentimeter neben Tonnenkräften quetschenden Puffern = Verantwortung für´s eigene Leben.

Und Zugbegleiter sind die, die von Asis schon mal tätlich angegriffen und verkloppt werden.


Verantwortung tragen. Es soll Verantwortung Tragende geben, die genießen so gewisse federflauschweiche Vertragsauflösungsabsicherungen. Hat der Rangierer vermutlich nicht.

Verantwortung: Welches Bild gibt die Bahn denn seit langen Jahren ab?

Erinnert mich ein bisschen überspitzt gesagt ans Mittelalter. Los, Untertan tu was für dein Geld…

Und an diesem Beitrag von dir musste ich auch denken ;) https://www.ice-treff.de/index.php?id=487529

Na, Du hast ja die große Ahnung. ????????????

Garfield_1905, Samstag, 25.11.2023, 03:58 (vor 863 Tagen) @ Reservierungszettel

Ich wünsche Dir mal eine Schicht nur zum Zuschauen, dann weißt Du, wie 'entspannt' der Job ist.

Sorry für die ????????????

Garfield_1905, Samstag, 25.11.2023, 04:11 (vor 863 Tagen) @ Garfield_1905

Ich hatte drei Smileys angefügt, aber die scheint das Programm nicht zu kennen.

langfristig geht das schon...durch Automatisierung

Holger2, Samstag, 25.11.2023, 10:31 (vor 863 Tagen) @ Sanformatiker
bearbeitet von Holger2, Samstag, 25.11.2023, 10:31

Hallo,

es gibt schon eine Möglichkeit, die Reduzierung der Arbeitszeit durchzusetzen - durch mehr Automatisierung. Das Problem hierbei ist, dass die Bahn ein unheimlich träges System ist.

Beispielsweise Stuttgart - Es gibt im Bereich der S - Bahn kaum noch Bahnübergänge. Tatsächlich kenne ich nur noch einen bei Wendlingen, es werden aber sicherlich noch ein paar mehr sein. Das bedeutet, dass die S - Bahn zumindest im Kernnetz vollkommen unabhängig vom Individualverkehr fährt und ohne weiteres ohne Lokführer fahren könnte. Ein Lokführer reagiert ja meistens ohnehin zu spät auf Störungen und kann Unfälle gar nicht mehr vermeiden. Unter Umständen steht er danach sogar noch unter Schock und kann nicht weiterarbeiten. Systeme zur Überwachung der Bahnsteige gibt es seit Jahrzehnten.
Es wird in den nächsten Jahren erst einmal ATO (Automatic Train Operation) eingeführt, so dass der Lokführer auf der Stammstrecke nicht mehr selber fahren muss - nur auf der Stammstrecke und der Lokführer muss weiterhin zur Überwachung im Führerstand bleiben.
Hier wäre eine Investitionsoffensive nötig, dann können die verbleibenden Lokführer sogar sehr sehr viel Geld verdienen.

Beispiel Neubaustrecken - Hier ist es sogar noch deutlicher. Die ICE und auch die Güterzüge haben einen Bremsweg von mehreren Kilometern. Dazu kommt, dass die Strecken fast durchgängig abgezäunt sind. Wofür braucht man hier noch Lokführer. Bei einem ICE könnte der Zugchef entsprechend geschult werden, dass er eingreifen kann, wenn eine Störung vorliegt. An den großen Bahnhöfen gibt es meist sowieso Personal, diese könnten (z.B. durch Not-Aus-Knöpfe) kurzfristig eingreifen, wenn am Bahnsteig etwas passiert.

Die Automatisierung beim Auto ist viel komplexer, da dieses nicht spurgebunden ist. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Automatisierung hier viel schneller vorangeht.

Holger

Zugpersonal versus Leitstelle

JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 25.11.2023, 12:20 (vor 863 Tagen) @ Reservierungszettel
bearbeitet von JeDi, Samstag, 25.11.2023, 12:21

Man konnte mal durchhören das er irgendwo in der Dispo sitzt die sind in der Regel auch 24/7 besetzt haben allerdings den Vorteil das man dort mit der Basis außer Entscheidungen zu geben nicht viel am Hut hat.

Der Beruf ist also deutlich entspannter als der eines Tf oder Zub.

Ist er - zumindest wenn du ihn ernst nimmst - definitiv nicht (und ich kenne beide Seiten). Es ist schlicht ein ganz anderes arbeiten: Das Zugpersonal kriegt nur sehr begrenzt Dinge mit - nämlich erstmal nur den eigenen Zug. Auf einer Leitstelle musst du deutlich systemischer denken, weil sich deine Entscheidungen weitreichender durchziehen. Und auch eine Entscheidung musst du dann erstmal treffen, was auch nicht immer einfach ist.

Als Tf/Zub hast du dafür ganz andere Situationen, die anstrengend werden können - beide Berufsbilder eint, dass es ruhige und stressige Phasen gibt, die nicht vorhersehbar sind.

--
Weg mit dem 4744!

+1

Garfield_1905, Samstag, 25.11.2023, 12:42 (vor 863 Tagen) @ JeDi

Sehr gut beschrieben.

Zugpersonal versus Leitstelle

Reservierungszettel, KDU, Samstag, 25.11.2023, 12:59 (vor 863 Tagen) @ JeDi

Man konnte mal durchhören das er irgendwo in der Dispo sitzt die sind in der Regel auch 24/7 besetzt haben allerdings den Vorteil das man dort mit der Basis außer Entscheidungen zu geben nicht viel am Hut hat.

Der Beruf ist also deutlich entspannter als der eines Tf oder Zub.


Ist er - zumindest wenn du ihn ernst nimmst - definitiv nicht (und ich kenne beide Seiten). Es ist schlicht ein ganz anderes arbeiten: Das Zugpersonal kriegt nur sehr begrenzt Dinge mit - nämlich erstmal nur den eigenen Zug. Auf einer Leitstelle musst du deutlich systemischer denken, weil sich deine Entscheidungen weitreichender durchziehen. Und auch eine Entscheidung musst du dann erstmal treffen, was auch nicht immer einfach ist.

Kann ich durchaus ebenfalls bestätigen - nur hast du in der Leitstelle nicht damit zu tun das plötzlich einer um die Ecke kommen kann und dir eine reinhaut. Will heißen die Entscheidungen der Leitstelle sind für die entsprechenden Personen ohne Körperliche Beeinträchtigungen verbunden - dabei ist es egal was du tust.


Als Tf/Zub hast du dafür ganz andere Situationen, die anstrengend werden können - beide Berufsbilder eint, dass es ruhige und stressige Phasen gibt, die nicht vorhersehbar sind.

Und da sind wir wieder beim Thema - im Zug ist der Arbeitsalltag noch unvorhersehbarer als auf der Leitstelle weil eben Fahrgäste ständig dabei sind.

In der Leitstelle hast du die nicht da muss eben bei unvorhersehbaren Dingen Ruhe bewahrt werden und das Problem der Reihe nach angegangen werden.

Ich nenne es Ansicht.

Reservierungszettel, KDU, Samstag, 25.11.2023, 13:08 (vor 863 Tagen) @ Garfield_1905

Ich wünsche Dir mal eine Schicht nur zum Zuschauen, dann weißt Du, wie 'entspannt' der Job ist.

Können wir machen - habe ich kein Problem mit und dann passiert nix und du trinkst nur Kaffee ;)

Soviel sei gesagt: Ich kenne durchaus mindestens einen Zugchef vom Fernverkehr der keinen Bock mehr auf Fahrdienst hat und nun in einem anderen Bereich tätig ist, eben weil es entspannter/angenehmer ist. Grund ist zum einen die zunehmende Aggressivität der Fahrgäste und zum anderen die ständigen Probleme mit den Zügen.

Einen Freund der im Stellwerk Arbeitet habe ich auch - ist zwar keine Dispo/Leitstelle aber so ähnlich.

Nein ...

Garfield_1905, Samstag, 25.11.2023, 13:49 (vor 863 Tagen) @ Reservierungszettel

Einen Freund der im Stellwerk Arbeitet habe ich auch - ist zwar keine Dispo/Leitstelle aber so ähnlich.

Nein, ist es nicht. Und ich kenne beide Seiten.

Hahaha ...

Garfield_1905, Samstag, 25.11.2023, 14:03 (vor 863 Tagen) @ Reservierungszettel

In der Leitstelle hast du die nicht da muss eben bei unvorhersehbaren Dingen Ruhe bewahrt werden und das Problem der Reihe nach angegangen werden.

Das würde ich sehr, sehr gern so machen z.B. bei einem PU oder wenn Geisteskranke irgendwelche Sachen auf die Schienen schmeißen, wenn Du 10 Sachen auf einmal machen musst. Tf ablösen (woher den Ablöser nehmen und den Unfall-Tf nach Hause bringen lassen ...), Johanniter informieren, Fahrgäste aus den anderen Zügen informiern, Fahrgäste aus dem Unfallzug nach Hause bringen, Bus-Notverkehr organisieren, andere Zugreihenfolge überlegen (eventl. gerade zur Schichtablösung) und abändern, und, und, und ... - das macht 'Spaß'. Und Du bist dabei allein oder im besten Fall zu zweit ! Und nebenbei muß ja noch alles andere weiterlaufen, z.B. Anschlüsse, Zuführung Loks zur Frist/BTU/WU etc. Dann weißt Du am Schichtende, was Du gemacht hast.

Und wenn Du glaubst, PU kommt ja kaum vor. Im Augenblick ca. 1x/Woche, zeitweise mehr.

Selbst in einer normalen Schicht ist es deutlich ruhiger, aber Du bist allein und hast '1000 Sacghen' zu erledigen, die allerdings nacheinander.

Mein Gott, Du hast wirklich 'Ahnung' ... - bleib' Du mal bei Deinem Job.

Hahaha ...

Reservierungszettel, KDU, Samstag, 25.11.2023, 15:19 (vor 863 Tagen) @ Garfield_1905

In der Leitstelle hast du die nicht da muss eben bei unvorhersehbaren Dingen Ruhe bewahrt werden und das Problem der Reihe nach angegangen werden.


Das würde ich sehr, sehr gern so machen z.B. bei einem PU oder wenn Geisteskranke irgendwelche Sachen auf die Schienen schmeißen, wenn Du 10 Sachen auf einmal machen musst.

Die Person die 10 Sachen auf einmal macht heißt Chuck Noris, du wirst nicht drumherum kommen das der Reihe nach zu machen. Wichtig ist eben abzuwägen was Priorität hat. Im Normalfall sollten das die Fahrgäste sein - sonst läuft was falsch bei euch.

Tf ablösen (woher den Ablöser nehmen und den Unfall-Tf nach Hause bringen lassen ...),

Wenn der Tf nicht mehr kann sollte er sich schnellstmöglich von der Unfallstelle entfernen und mit einem Taxi auf direktem Weg nach Hause fahren - da gibts nichts zu diskutieren.

Fahrgäste aus den anderen Zügen informiern,

Das macht das örtliche Personal zumindest bei mir in der Gegend oder machst du auch Ansagen in Zügen?

Fahrgäste aus dem Unfallzug nach Hause bringen,

Mit deinem PKW oder wie?

Bus-Notverkehr organisieren, andere Zugreihenfolge überlegen (eventl. gerade zur Schichtablösung) und abändern, und, und, und ... - das macht 'Spaß'. Und Du bist dabei allein oder im besten Fall zu zweit ! Und nebenbei muß ja noch alles andere weiterlaufen, z.B. Anschlüsse, Zuführung Loks zur Frist/BTU/WU etc. Dann weißt Du am Schichtende, was Du gemacht hast.

Das Betriebliche ist ja wohl erstmal unrelevant - Vorrang haben doch immer die Fahrgäste. Bei euch etwa nicht?


Und wenn Du glaubst, PU kommt ja kaum vor. Im Augenblick ca. 1x/Woche, zeitweise mehr.

Selbst in einer normalen Schicht ist es deutlich ruhiger, aber Du bist allein und hast '1000 Sacghen' zu erledigen, die allerdings nacheinander.

Mensch, in welchem Job werden denn keine Sachen nacheinander gemacht?

Mein Gott, Du hast wirklich 'Ahnung' ... - bleib' Du mal bei Deinem Job.

Sieht so aus als wenn dir das manchmal zu viel ist und du keine Ruhe bewahren kannst…

Das einzige was mich von eine Beschäftigung im Bahnwesen abhält sind Frühdienste.

Nun doch kein "Weihnachtsfrieden"

Waldbahn, Samstag, 25.11.2023, 15:56 (vor 863 Tagen) @ Kölner96

Ja was denn nun lieber Herr W, liebe GdL? Katz und Maus Spiel muss ja echt lustig sein...
https://www.ice-treff.de/index.php?id=689809

Und jetzt doch wieder volle Pulle?
https://www.merkur.de/wirtschaft/streik-tarifkonflikt-bei-der-bahn-gdl-kuendigt-baldige...

Update vom 24. November, 14.05 Uhr: Die Deutsche Bahn hat die Entscheidung der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert, die Tarifverhandlungen bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde für gescheitert zu erklären. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sagte am Freitag in Berlin, die GDL habe einen dreiwöchigen Weihnachtsfrieden, also eine Zeit ohne Arbeitskampf bei der Bahn, abgelehnt. „Wir haben der GDL ganz konkret vorgeschlagen, dass wir zwischen dem 15. Dezember und dem 7. Januar einen Weihnachtsfrieden einlegen“, sagte Seiler. Die Lokführergewerkschaft mit ihrem Chef Claus Weselsky sei dazu aber nicht bereit gewesen.

Es wird an Weihnachten nicht gestreikt, hat Claus Weselsky gesagt.
Weihnachten beginnt nicht am 15. Dezember bzw. erstreckt sich nicht bis 7. Januar, wie es gerne der DB-Vorstand hätte…
Es wird vermutlich vom 22./23. Dezember bis 27. Dezember den von CW bereits verkündeten Weihnachtsfrieden geben, mit etwas Glück vielleicht auch bis 1. Januar.

Es geht doch um den Kunden, der auch mal Urlaub schon ein paar Tage vor Weihnachten nimmt und dann vielleicht eher fährt, um den vollen Zügen direkt vorm Fest zu entgehen.

--
Gruß
Waldbahn

Nun doch kein "Weihnachtsfrieden"

Kölner96, Samstag, 25.11.2023, 16:44 (vor 863 Tagen) @ Waldbahn
bearbeitet von Kölner96, Samstag, 25.11.2023, 16:44

Ja was denn nun lieber Herr W, liebe GdL? Katz und Maus Spiel muss ja echt lustig sein...
https://www.ice-treff.de/index.php?id=689809

Und jetzt doch wieder volle Pulle?
https://www.merkur.de/wirtschaft/streik-tarifkonflikt-bei-der-bahn-gdl-kuendigt-baldige...

Update vom 24. November, 14.05 Uhr: Die Deutsche Bahn hat die Entscheidung der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert, die Tarifverhandlungen bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde für gescheitert zu erklären. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sagte am Freitag in Berlin, die GDL habe einen dreiwöchigen Weihnachtsfrieden, also eine Zeit ohne Arbeitskampf bei der Bahn, abgelehnt. „Wir haben der GDL ganz konkret vorgeschlagen, dass wir zwischen dem 15. Dezember und dem 7. Januar einen Weihnachtsfrieden einlegen“, sagte Seiler. Die Lokführergewerkschaft mit ihrem Chef Claus Weselsky sei dazu aber nicht bereit gewesen.

Es wird an Weihnachten nicht gestreikt, hat Claus Weselsky gesagt.
Weihnachten beginnt nicht am 15. Dezember bzw. erstreckt sich nicht bis 7. Januar, wie es gerne der DB-Vorstand hätte…
Es wird vermutlich vom 22./23. Dezember bis 27. Dezember den von CW bereits verkündeten Weihnachtsfrieden geben, mit etwas Glück vielleicht auch bis 1. Januar.


Es geht doch um den Kunden, der auch mal Urlaub schon ein paar Tage vor Weihnachten nimmt und dann vielleicht eher fährt, um den vollen Zügen direkt vorm Fest zu entgehen.

Martin Seiler könnte einen erweiterten Weihnachtsfrieden haben für seine Kunden, wenn er es nicht kategorisch ausschließen würde über grundlegende Forderungen zu Verhandeln, das war der ausschlaggebende Punkt für den Abbruch.
MS ist halt nicht lernfähig aus den letzten Tarifkonflikten.
Man hätte den Konflikt auch nicht bis Weihnachten ziehen müssen, wenn man es nicht kategorisch ausgeschlossen hätte, seitens der DB vor Anfang November zu verhandeln. Die Forderungen der GDL liegen seit Juni auf dem Tisch.

Es ist nicht zu glauben ...

Garfield_1905, Samstag, 25.11.2023, 17:43 (vor 863 Tagen) @ Reservierungszettel

Die Person die 10 Sachen auf einmal macht heißt Chuck Noris, du wirst nicht drumherum kommen das der Reihe nach zu machen. Wichtig ist eben abzuwägen was Priorität hat. Im Normalfall sollten das die Fahrgäste sein - sonst läuft was falsch bei euch.

Sehr schlauer Spruch. :-)

Tf ablösen (woher den Ablöser nehmen und den Unfall-Tf nach Hause bringen lassen ...),


Wenn der Tf nicht mehr kann sollte er sich schnellstmöglich von der Unfallstelle entfernen und mit einem Taxi auf direktem Weg nach Hause fahren - da gibts nichts zu diskutieren.

Falsch. Egal, ob der Tf noch kann oder nicht, er muß abgelöst werden. Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, woher bekommst Du auf die Schnelle einen Ersatz ? Bereitschaft ? Nur in den seltensten Fällen möglich. Also von einem anderen Zug. Aber was machst Du mit diesem Zug ? Wo wird er abgestellt ? Wie kommt er von da wieder weg ? Das will der Fdl des Abstellbahnhos in der Regel sofort wissen. Was machst Du mit den in diesem Zug sitzenen Fahrgästen ? Wie bekommst Du die Fahrgäste aus dem Unfallzug weg ? etc. etc. etc.

Fahrgäste aus den anderen Zügen informiern,


Das macht das örtliche Personal zumindest bei mir in der Gegend oder machst du auch Ansagen in Zügen?

Hahaha ..., es ist nicht zu glauben. :-) :-) :-) Natürlich macht das das örtliche Personal. Frage ist, was sollen die denen denn sagen ? Woher bekommen die wohl die entsprechenden Infos ? Richtig, von der Leitstelle. Und vorher muß man erst mal klarlegen, WAS die denen erzählen sollen. Und das möglichst innerhalb kürzester Zeit.

Fahrgäste aus dem Unfallzug nach Hause bringen,


Mit deinem PKW oder wie?

Das kommentiere ich besser nicht, sonst werde ich ausfallend.

Bus-Notverkehr organisieren, andere Zugreihenfolge überlegen (eventl. gerade zur Schichtablösung) und abändern, und, und, und ... - das macht 'Spaß'. Und Du bist dabei allein oder im besten Fall zu zweit ! Und nebenbei muß ja noch alles andere weiterlaufen, z.B. Anschlüsse, Zuführung Loks zur Frist/BTU/WU etc. Dann weißt Du am Schichtende, was Du gemacht hast.


Das Betriebliche ist ja wohl erstmal unrelevant - Vorrang haben doch immer die Fahrgäste. Bei euch etwa nicht?

Mag sein, das ist unrelevant ist. Aber es muß erledigt wserden. Von wem wohl ?

Mein Gott, Du hast wirklich 'Ahnung' ... - bleib' Du mal bei Deinem Job.


Sieht so aus als wenn dir das manchmal zu viel ist und du keine Ruhe bewahren kannst…

Wenn ich keine Ruhe bewahren könnte, würde ich den Job schon seit Jahren nicht mehr machen können. Ich hab' auch die entsprechende Erfahrung, in welcher Reihenfolge was gemacht werden muß, dazu brauche ich nicht solche Typen wie Dich. Und ich bin durchaus in der Lage mehrere Dinge mehr oder weniger gleichzeitig zu machen, sonst würde das gar nicht funktionieren, auch wenn Dir das zu hoch sein sollte. Es geht nur darum, Dir klar zu machen, das die Leitstelle kein Job ist, bei dem man 8 Std. Kaffee trinkt.

Die Ruhe verlieren könnte ich bestenfalls, wenn ich solchen gequirllten Quatsch wie von Dir lesen muß.


Das einzige was mich von eine Beschäftigung im Bahnwesen abhält sind Frühdienste.

Na, die haben gerade auf Leute wie Dich gewartet.

Die Belastung im Fahrdienst ist eine andere als bei uns. Nicht schlimmer, nicht besser, sondern anders. Wir haben gerade in den vergangenen Monaten zwei Leute aus dem Fahrdienst (FB) gehabt, die sind nach relativ kurzer Zeit wieder zurück gegangen und nicht etwa, weil ihnen das zu langweilig war.

So, und nun ist mir meine Zeit zu schade, mich mit Leuten auszutauschen, die nach eigenen Worten gar nicht wissen, was eine Leitstelle zu tun hat. Es gibt da einen schönen, allgemein bekannten Spruch von Dieter Nuhr, den ich hier gar bringen will. Aber passen würden er hier wie Faust aufs Auge ...

Vielleicht ist DSO doch klüger

HolyPetrus, Berlin, Samstag, 25.11.2023, 19:34 (vor 863 Tagen) @ südkreuz
bearbeitet von HolyPetrus, Samstag, 25.11.2023, 19:35

Ich stimme Dir vollkommen zu. Hier sollte stärker moderiert werden. sfn17 ist irgendwie auf einem verbalen Kreuzzug unterwegs :)

Vielleicht ist DSO doch klüger

heinz11, Samstag, 25.11.2023, 19:45 (vor 863 Tagen) @ HolyPetrus
bearbeitet von heinz11, Samstag, 25.11.2023, 19:49

Ich stimme Dir vollkommen zu. Hier sollte stärker moderiert werden. sfn17 ist irgendwie auf einem verbalen Kreuzzug unterwegs :)

Der Kreuzzug begann schon mit dem Streik im Juli. Und ja, wenn irgendjemand etwas gegen seine ihm hochheilige GDL sagt, ist er voll on fire. Da werden die anderen Forenteilnehmer als "biznizmen", "Subjekte", und neuderdings auch als "Querdenker" verunglimpft.

Und bei diesem Thread glaube ich nicht an ein Eingreifen der Moderation. Wenn, erfolgt es ohnehin erratisch, wenngleich mit erkennbaren Präferenzen.

Schön, wie du meine Arbeit besser kennst als ich.

JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 25.11.2023, 20:40 (vor 862 Tagen) @ Reservierungszettel

- kein Text -

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Weg mit dem 4744!

Die zentrale Frage beantwortet ihr eh nicht

Waldbahn, Samstag, 25.11.2023, 20:45 (vor 862 Tagen) @ Kölner96

Ihr (die GdL) setzt eine Forderung aufs Tableau, aber wie man das umsetzen soll, überlasst ihr dem Arbeitgeber. Hauptsache es steht im TV und wird fest vereinbart, und bis dahin wird eben gestreikt, egal wie lange.
Ich habe bisher keinen sinnvollen Ansatz (außer der Forderung)von euch gehört, wie das bei dem Arbeitsmarkt umgesetzt werden soll und woher das Geld kommen soll. Das Argument der Boni zählt nicht, weil das Bestandteil von Verträgen ist, die ihr ja beim letzten Arbeitskampf schon rechtswidrig beeinflussen wolltet - ist übrigens auch nix draus geworden.

--
Gruß
Waldbahn

Die zentrale Frage beantwortet ihr eh nicht

Kölner96, Sonntag, 26.11.2023, 00:14 (vor 862 Tagen) @ Waldbahn

Ihr (die GdL) setzt eine Forderung aufs Tableau, aber wie man das umsetzen soll, überlasst ihr dem Arbeitgeber. Hauptsache es steht im TV und wird fest vereinbart, und bis dahin wird eben gestreikt, egal wie lange.
Ich habe bisher keinen sinnvollen Ansatz (außer der Forderung)von euch gehört, wie das bei dem Arbeitsmarkt umgesetzt werden soll und woher das Geld kommen soll. Das Argument der Boni zählt nicht, weil das Bestandteil von Verträgen ist, die ihr ja beim letzten Arbeitskampf schon rechtswidrig beeinflussen wolltet - ist übrigens auch nix draus geworden.

Die GDL verlangt nicht, dass die Reduzierung der Arbeitszeiten von jetzt auf Gleich kommt. Bei Netinera zum Beispiel liegt seitens Netinera der Vorschlag auf dem Tisch die Arbeitszeit ab 2024 jährlich um 0,5 Stunden abzusenken, weshalb bei Netinera auch nicht gestreikt wird. Und wenn das „kleine Buden“ wie Netinera hinbekommen, dann sollte „Die Bahn“ „der Marktführer“ doch auch hinbekommen… Sonst ist die Konsequenz, dass die DB bald noch weniger Personal als ohnehin schon findet.

Da breche ich eine Lanze für den Kater!

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 26.11.2023, 06:30 (vor 862 Tagen) @ Reservierungszettel
bearbeitet von Der Blaschke, Sonntag, 26.11.2023, 06:30

Hallo.

Also jetzt mal ehrlich: vor der Arbeit in so einer Leitstelle ziehe ich meinen Hut.

Gerade noch ruhig, ist von jetzt auf gleich Alarm angesagt. Selten in einem "passenden" Moment. Und immer individuell. Der Baum fällt selten an derselben Stelle. Bei PU ist es ähnlich. Und bei anderen Störungen auch. Und die Betriebslage ist ja auch immer anders ...

Und dann von jetzt auf gleich fit sein und alles koordinieren. Zumal in der Regel die Störung weitere Störungen nach sich zieht.

Wer da den Überblick behält und immer Lösungen findet, der hat durchaus meine Anerkennung für seine Tätigkeit.

Und auch wenn der Kater und ich hier auch schon öfters aneinander gerasselt sind und er nicht gerade ein Busenfreund ist: bzgl seines Jobs habe ich ich Respekt vor seiner Tätigkeit. Wenn er da genauso engagiert ist wie hier (leider zu selten!) im Forum, dann macht er seinen Job sicherlich recht gut. Und ja, ich halte den für sehr anspruchsvoll und auch für sehr stressig - eben weil man nie weiß, wann und wie die nächste Störung auftritt und jedes Mal auf's Neue die Lösungen schnellstmöglich erarbeitet werden müssen.

Da möchte ich dann doch mal eine Lanze für den Kater brechen. Und für seine Kollegen in anderen Leitstellen auch. Das Problem ist nicht ihre Arbeit, sondern dass sie im Großstörungsfall zu wenige sind und dass ihre Ressourcen an verfügbaren Lösungsmöglichkeiten auch endlich sind.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Ist auch nicht die Aufgabe.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 26.11.2023, 06:34 (vor 862 Tagen) @ Waldbahn

Hallo.

Ihr (die GdL) setzt eine Forderung aufs Tableau, aber wie man das umsetzen soll, überlasst ihr dem Arbeitgeber.

Ja wem denn auch sonst????

Ich habe bisher keinen sinnvollen Ansatz (außer der Forderung)von euch gehört, wie das bei dem Arbeitsmarkt umgesetzt werden soll und woher das Geld kommen soll.

Das ist Sache des Arbeitgebers und nicht Aufgabe der Gewerkschaft.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Für diese schönen Worte bedanke ich mich ganz herzlich !

Garfield_1905, Sonntag, 26.11.2023, 08:01 (vor 862 Tagen) @ Der Blaschke

- kein Text -

Man kann aber auch vertrauensvoll zusammenarbeiten

Waldbahn, Sonntag, 26.11.2023, 10:29 (vor 862 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von Waldbahn, Sonntag, 26.11.2023, 10:30

Nur scheint das die GdL überhaupt nicht zu wollen. Hauptsache man hat den Arbeitgeber als Feind und pflegt diese Feindschaft bis auf das Letzte. Andere Bereiche arbeiten da wesentlich besser und auf Augenhöhe zusammen.
Klar gibt es Differenzen in der Auslegung von bestimmten Themen, aber ich sehe bei keiner anderen Gewerkschaft solche (medialen) Schlachten und Gemetzel, die seitens der Gewerkschafter so befeuert werden, wie hier.

Und wie schon mehrfach meinerseits hier erwähnt, CW ist seit 15 Jahren an der Spitze und hätte durchaus bei den Verkehrsministern, die von der Union (schließlich seine politische Heimat) kamen, Verbesserungen anstoßen können. Nur dann würde ihm ja ein wesentliches Pfund in seinem Agieren fehlen.
Andere Gewerkschaften pflegen ja auch entsprechende Kontakte in die Politik und können daher auch in nicht öffentlichen Runden Themen mal zu Sprache bringen.

Und ich sehe es durchaus als Aufgabe einer Gewerkschaft nicht nur Forderungen aufzustellen, sondern auch sinnvoll darzulegen oder zu verhandeln, wie man dahin kommt.

Weil hier eine Einigung mit einem anderen EVU angesprochen wurde, die Arbeitszeit zu reduzieren. Wo in der GdL Forderung steht, dass man die Arbeitszeiten gestreckt senken will? Es steht nur die Kernforderung "Weiterhin weigert sich die DB nicht nur, über wichtige Kernforderungen der GDL wie die Arbeitszeitabsenkung für Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, die Schichtarbeit leisten, auf die 35-Stunden-Woche oder eine Fünf-Tage-Woche zu verhandeln." im Raum, da ist keine Rede von einer gestaffelten Absenkung.

--
Gruß
Waldbahn

Man kann aber auch vertrauensvoll zusammenarbeiten

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 26.11.2023, 11:13 (vor 862 Tagen) @ Waldbahn

Weil hier eine Einigung mit einem anderen EVU angesprochen wurde, die Arbeitszeit zu reduzieren. Wo in der GdL Forderung steht, dass man die Arbeitszeiten gestreckt senken will? Es steht nur die Kernforderung "Weiterhin weigert sich die DB nicht nur, über wichtige Kernforderungen der GDL wie die Arbeitszeitabsenkung für Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, die Schichtarbeit leisten, auf die 35-Stunden-Woche oder eine Fünf-Tage-Woche zu verhandeln." im Raum, da ist keine Rede von einer gestaffelten Absenkung.

Eine gestaffelte Senkung, oder auch ein Ausbau des Wahlmodells ist aber ein naheliegendes Verhandlungsergebnis. Deshalb verhandelt die GDL mit den EVU, die sowas angeboten, ja auch.

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Weg mit dem 4744!

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