Furchtbarer Ersatzverkehr (Allgemeines Forum)

Giovanni, Montag, 06.11.2023, 09:41 (vor 1043 Tagen) @ gsg

Hallo,

das sieht ja nach einer extrem kundenfeindlichen Ersatzverkehr-Planung aus:
- der Ersatzbus braucht von Hanau nach Schlüchtern ganze 90 Minuten. Zum Vergleich: Google maps gibt für die Strecke Hanau-Flieden eine Fahrzeit von 39 Minuten über die Autobahn aus.
- Wenn ich es richtig interpretiere, nutzt man das nicht mal dazu, durchgängige Fahrten (Würzburg-)Gemünden-Flieden-Fulda anzubieten. Auf diese Relation wird man ja einen Großteil des durchgehenden Verkehrs verlagern (soweit der nicht im FV sitzt).
- von einer Fernverkehrsfreigabe für Pendler Fulda-Frankfurt steht nirgendwo etwas (ja ist durch das Deutschlandticket schwieriger geworden).
- und zu guter Letzt ist der SEV-Fahrplan vollkommen lieblos gemacht. Ganz oft stehen die Fahrzeiten später verkehrender Fahrten links von früheren Fahrten. Das ist ein böses Omen für die Kundeninformation draußen in der realen Welt.
- bei der Hälfte der SEV-Fahrten muss im Abschnitt Frankfurt-Hanau die S-Bahn genutzt werden und dadurch wird noch mehr Fahrzeitverlängerung verursacht.

Ich bin enttäuscht, wie wenig Mühe man sich inzwischen macht, selbst SEV auf solchen Hauptstrecken so kundenfreundlich wie möglich auszugestalten.

Vor allem: Der schlechte SEV ist vermutlich noch nicht einmal günstiger!

Ein besserer SEV würde vermutlich aus 3 Linien bestehen:
A) Schlüchtern - Steinau - Bad Soden - Wächtersbach <> Hanau
B) (Bad Soden -) Wächtersbach - Wirtheim - Haitz - Gelnhausen <> Hanau
C) Gelnhausen - all stops - Hanau
Für die langlaufenden Linien würde sich die Fahrzeit und damit der Fahrzeug- und Personalbedarf reduzieren. Die kürzeren Linien stellen eine bedarfsgerechte Verstärkung im Bereich Hanau dar.
Ich meine: Auf den Strecken wird nicht selten mit 8 Dostos gefahren, da braucht man im Berufsverkehr eh Buskonvois - und eine Trennung der Verkehrsströme nach Zielort vereinfacht das.


Was die FV-Freigabe angeht, gäbe es dafür mehrere Optionen.
Die eine wäre eine zugscharfe Freigabe, insbesondere für den morgendlichen ICE 1511 (den man prinzipiell sogar verstärken könnte) - die andere wäre eine Gutscheinverteilaktion an den Tagen
vor der Baustelle in fahrenden Pendlerzügen.

Nebenbei: Es wäre auch eine Option gewesen, zumindest einzelne Umleiter-RE ohne Halt über Aschaffenburg anzubieten - auch wenn die Streckenkapazität daraus kein leichtes Unterfangen macht

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)


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