BOP 1b: Kleine Scheidegg und Eigergletscher [m38B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 28.10.2023, 13:49 (vor 873 Tagen)

Spontan beschließe ich nach der in Teil 1a beschriebenen Wanderung, wo ich schonmal da bin, mit der WAB auf die Kleine Scheidegg zu fahren und dann oben weitere Wege zu planen. Die fährt allerdings um 14:15, also in 8min, am Bahnhof, der genau auf der anderen Seite des Orts liegt. Außerdem muss ich unbedingt meinen schon lange leeren Wasservorrat auffüllen, denn die Sonne knallt schon den ganzen Tag wie wild. Also hole ich nach der kurzen Wanderpause wieder alle Kräfte aus meinen Beinen und laufe zum Bahnhof, bei dem ich zum Glück weiß, wo die Toilette mit Wasserhahn liegt, aus dem es aber so langsam rinnt, dass ich nach dem Auffüllen nur meiner kleinen 500ml-Flasche zum Zug renne.
Da muss ich feststellen, dass die WAB hier im Sommer ihren ganzen Bahnsteig abgesperrt hat und man nur mit NFC-Chips oder Barcodes durch Drehkreuze reinkommt - im Winter 2019/20 war das noch nicht so. Vielleicht liegt es an der Saison, vielleicht ist es inzwsischen immer so. Jedenfalls hat mein Berner Oberland Pass, der ein richtiges Papierticket vom Schalter ist, weder NFC noch Barcode, also gehe ich in Richtung des einzigen WAB-Mitarbeiters, den ich sehen kann, der aber gerade mit einer Großfamilie diskutiert, die der Meinung sind, ihr Ticket sei auf der WAB gültig, was aber nicht der Fall ist. Als sowohl ich als auch der Kontrolleur zunehmend gernervter gucken, da zumindest mir auch die Zeit ausgeht, wendet er sich gerade rechtzeitig einfach von denen ab und öffnet mir das Drehkreuz, woraufhin ich in die so spät am Tag fast kompett leere Bahn einsteigen kann, die sofort losfährt.

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01 Zunächst geht es runter nach Grund,

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02 dann über die Schwarze Lütschine und wieder bergwärts.

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03 Ich bin hier in dem einzigen Grindelwalder Umlauf mit 2xPano gelandet, der interessanterweise gerade auch die beiden einzigen Panos mit Fremdwerbung führt (141 Coop und 142 Tissot). Hier mit der Eigernordwand.

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04 Die beiden anderen Umläufe fahren jeweils mit 2xBDhe4/8

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05 +Bt251/2 Steuerwagen (nicht umgebaut, im Gegensatz zum 253).

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06 Grosse Scheidegg, Grindelwald und Wetterhorn liegen nun hinter uns,

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07 dann kommt in Brandegg der nächste Halt.

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08 Hier geht es schön neben dem recht steilen Wanderweg entlang,

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09 gegenüber wird das Faulhorn wieder sichtbar. An dessen linkem Grat ging eben der schwere Weg entlang, wohingegen man sehr gut vorne die wenig steile Diagonale erkennt, die den ersten Teil des leichten Wegs bildet.

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10 Fast ist die kleine Scheidegg erreicht,

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11 direkt am Fuße des Eigers.

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12 Noch ein Rückblick, dann steige ich so schnell wie möglich aus, um nicht von den talfahrenden Massen zerquetscht zu werden.

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13 Von oben kommt die Jungfraubahn, die seit der Eröffnung des Eiger-Expresses ein neues Betriebskonzept hat. Laut Fahrplan fährt eigentlich jede Stunde ein Zug von hier nur zum Eigergletscher. Von da, wohin der Tourist von Welt nun eben den EE statt der WAB/JB nehmen soll, fährt dann alle halbe Stunde ein separater Zug zum Jungfraujoch. Keine Ahnung, ob dieses Konzept so je tatsächlich versucht wurde, aber falls ja, ist es wohl überhaupt nicht aufgegangen. Die überwältigende Mehrheit nimmt erfreulicherweise eben weiter die Eisenbahn und so fahren jetzt schon de facto, ab nächstem Fahrplanjahr dann auch fahrplangemäß, jede halbe Stunde sowohl ein Zug von hier direkt aufs Jungfraujoch als auch im Zugverband ein weiterer ab Eigergletscher, wo man in dem durchgehenden Zug dann bergwärts nur aussteigen darf. Genau das habe ich jetzt vor, denn der Berner Oberland Pass ist bis dorthin tatsächlich auch noch gültig, und das muss man ja ausnutzen.

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14 Vorher aber noch eine Nahaufname des Zugs - die "langen" Umläufe fahren dabei allesamt mit 2xBDhe 4/8, wovon somit 6 von 8 im Einsatz sind, die "kurzen" mit den neueren 2xBhe4/8, wovon demnach alle 4 dauerhaft gebraucht werden, jedoch niemals das Tageslicht sehen (Stimmt nicht ganz - ich gehe stark davon aus, dass sie auch an der Kleinen Scheidegg übernachten und dafür die Früh-/Spätumläufe anders funktionieren). Ähnlich wie bei der BOB recht stark auf Kante genäht, ist man doch immerhin bis vor 2 Jahren 3 Umläufe statt 5 mit diesem Wagenmaterial gefahren.

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15 Durch mein Foto eben stehe ich nun ganz hinten in der Schlange, in der dazu noch alle Gruppen und Leute mit Reservation vorgelassen werden. Außerdem werden alle in den vorderen Triebwagen geleitet, weshalb ich nachfrage, was mit dem hinteren wäre, und erfahre, dass der hier unten bleiben solle. Mit viel Glück bekomme ich trotzdem den letzten Fensterplatz.

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16 Die Info stimmte aber nicht, wie man hier sieht. Danke für nichts. Dafür sehe ich zum ersten Mal den See, der angeblich super schön sein soll, sich allerdings als rein künstlich angelegter Tümpel entpuppt (Bei meinem letzten Besuch hier war alles im Schnee versunken).

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17 Nachdem die Schaffnerin mein Ticket kontrolliert und dabei 3x betont hat, dass ich am Eigergletscher aussteigen müsse, tue ich das auch, und ernte ein paar blöde Kommentare vom Lokführer, dass ich in die falsche Richtung liefe, dabei will ich nur ein Foto von der Front machen. Am Ende ist das von hinten aber besser und zeigt die zwei durchgehenden Bahnsteige.

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18 Eine Etage weiter oben halten die Züge von hier zum Joch, bei denen mit so viel Andrang gerechnet wurde, dass man wie bei den zentralen Stationen der Münchener S-Bahn getrennte Bahnsteige für Ein- und Ausstieg eingebaut hat. Ja, wird fast gebraucht.

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19 Ein paar Leute sind dann aber schon da. Oben hinter dem Tor verschwindet das Gleis direkt im Grossen Tunnel (Ja, der heißt wirklich so und nicht etwa Jungfrautunnel).

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20 Mit dem Eiger Express, auf dem in beiden Richtungen überhaupt nichts los ist, ich so problemlos eine 28er-Kabine mit nur zwei anderen Leuten bekomme, und für den mir mal wieder ein Mitarbeiter das Drehkreuz öffnen muss, geht es nun bergab. Ob die Sitze beheizt sind oder einfach nur die Sonne die schwarzen Bezüge auf gefühlt 50°C gebracht hat, kann ich nicht sagen.

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21 Blick auf Kleine Scheidegg, Lauberhorn und Tschuggen

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22 sowie unter uns die Bahn.

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23 Der namensgebende Berg

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24 und hier die Kreuzung.

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25 Bei Brandegg steht zwschen den Bäumen als rot-blauer Farbklecks wieder mein Zug von eben, den ich nun überhole.

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26 Während vorne raus die Talstation ins Bild rückt,

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27 fährt links eine BOB nach Interlaken,

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28 und rechts die nächste WAB zur Kleinen Scheidegg.

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29 Am Terminal angekommen, muss ich dieses einmal komplett durchqueren und beschließe, nun zuerst den bergwärts fahrenden Zug zu nehmen, um in dem sitzen zu bleiben und mir entspannt den besten Platz sichern zu können. Das stellt sich am Ende als gar nicht so einfach heraus, weil der Zug nach Grindelwald auch schon dermaßen voll ist, dass ich an der ersten Tür nicht mehr reinkomme. Trotzdem klappt es am Ende irgendwie, den Platz zu wechseln, bevor die nächste Tausendschaft den Zug stürmt.

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30 So kann ich noch ein paar Klassiker in der perfekten Sonne aufnehmen, die durch den nun 9- statt 6-teiligen Zug allerdings etwas schwieriger geworden sind.

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31 In Burglauenen kommt der Gegenzug,

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32 dann geht es in der Zahnstange bergab. Im Tunnel dahinter hört und sieht man extrem viele Blitze zwischen Pantograf und Oberleitung - im Winter normal, da die Oberleitung permanent gefroren ist und der Strom sich den Weg so freibrennt, aber im Sommer sollte das doch eigentlich nicht so sein.

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33 In Zweilütschinen kommt die Strecke aus Lauterbrunnen dazu,

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34 sodass nun vor uns 8

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35 und hinten weitere 6 Wagen sind. Wie gestern alles schön geordnet.

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36 Besonders gut eignet sich nochmal die in Teil 1a erwähnte Kurve neben der Brücke für Bilder nach vorne

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37 (Neben Gleis 1 gibt es hier noch das Gleis 10, das wohl nur seltenst benutzt wird.)

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38 und hinten.

Dann geht es mit dem IC61 nach West und ins Hotel, wo ich nochmal 2l Wasser in mich reinkippe und einen großen Burger in einem furchtbaren Restaurant esse, das voller Fernost-Touris ist, denen alle 5min irgendein Blödsinnsprogramm geboten wird. Dafür ist das Tempo enorm, alle 30min wird eine ca. 50-köpfige Gruppe abgefertigt - alle bekommen erst einen Salat und dann Fondue. Dafür können die Kellner auch allesamt kein Deutsch. Nunja, mit sowas muss man sich halt abfinden, wenn man in eine Touristenhochburg fährt, und zum Glück kann ich das recht gut ausblenden, sonst wäre das mit dem Erholen etwas schwierig.


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