Auf Umwegen zur Krebsbachtalbahn (2/2 m. 48 B.) (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 24.10.2023, 17:08 (vor 879 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum zweiten Teil unseres kleinen Reiseberichts. Im ersten Teil waren wir im ICE-Umleitungsverkehr zwischen Hessen und Niedersachsen unterwegs, heute widmen wir uns der Krebsbachtalbahn. Die Bilder stammen aus dem August 2022.

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Tag 2: Heidelberg – Neckarbischofsheim Nord – Hüffenhardt - Neckarbischofsheim Nord – Aglasterhausen – Heidelberg – Bruchsal – Karlsruhe – Hausach – St. Georgen - Allensbach

Wir beginnen die Tour mit einem Bild aus dem Hauptbahnhof Heidelberg. Das heutige Empfangsgebäude wurde 1955 eingeweiht, es steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. An der Nordwand der Bahnhofshalle ist ein Ganymed-Graffiti des Duos PichiAvo zu sehen.

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Wir fahren mit der S 51 in Richtung Aglasterhausen. Die Strecke gehört zur S-Bahn Rhein-Neckar. Wir treffen auf einen Siemens Mireo (Baureihe 463).

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Der Zug fährt bis Neckargemünd auf der Neckartalbahn, beim nächsten Bild blicken wir über den Neckar auf die Benediktinerabtei Stift Neuburg. Weiter geht es auf der Elsenztalbahn bis Meckesheim, wo der Zug geflügelt wird. Ein Zugteil fährt als S 5 weiter Richtung Eppingen, unser Zugteil biegt als S 51 auf die Schwarzbachtalbahn ab. Beim übernächsten Bild blicken wir aus dem Zugfenster auf die Landschaft des Kraichgaus.

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Am Bahnhof Neckarbischofsheim Nord verlassen wir den Zug. Hier zweigt die Krebsbachtalbahn von der Schwarzbachbahn ab. Der Bahnhof wurde 1902 eröffnet, damals unter dem Namen Neckarbischofsheim Staatsbahnhof. Die Krebsbachtalbahn war zu dieser Zeit eine private Nebenbahn, die Züge nach Hüffenhardt fahren noch heute auf der anderen Seite des Gebäudes…

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…wo der Freizeitexpress Krebsbachtäler bereitsteht. Auf der Strecke gibt es aktuell nur einen Freizeitverkehr an Sonn- und Feiertagen. Zum Einsatz kommt ein Uerdinger Schienenbus. Wenn ich es richtig verfolgt habe, war das Fahrzeug früher in blauer Farbgebung bei den ÖBB unterwegs.

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Die Nebenbahn folgt dem Tal des Krebsbachs vom Kraichgau in den Kleinen Odenwald. Die knapp 17 Kilometer lange Strecke gilt als letzte noch original erhaltene Nebenbahn im nördlichen Baden-Württemberg.

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Die Strecke führt durch fünf Gemeinden in drei Landkreisen. Beim nächsten Bild fahren wir durch Untergimpern, in dem Dorf gibt es einen Bedarfshalt.

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Schließlich verlässt die Bahnstrecke das Krebsbachtal und verläuft über eine offene Landschaft hinauf nach Hüffenhardt. In der Ferne ist der freistehende Wasserturm von Hüffenhardt aus dem Jahr 1927 zu sehen.

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Nach einer Fahrzeit von knapp 30 Minuten erreichen wir die Endstation in Hüffenhardt. Schauen wir uns nun in der 2.000-Einwohner-Gemeinde um. Auf dem nächsten Bild sehen wir das Rathaus, der schmucke Fachwerkbau stammt aus dem Jahr 1559.

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Das Kirchenschiff der evangelische Barockkirche wurde 1738 neu erbaut. Im Ortskern von Hüffenhardt sind weitere historische Fachwerkhäuser und alte Brunnen zu entdecken.

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Der Endbahnhof der Krebsbachtalbahn in Hüffenhardt ist etwas schmucklos, ein Wellblechbau bietet etwas Wetterschutz. Am Bahnsteigende steht ein Beiwagen, der Schienenbus wurde während der Mittagspause abseits des Bahnsteigs abgestellt und kommt jetzt gleich zurück.

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Und da ist er schon! Wir verlassen nun wieder den Kleinen Odenwald, wie der durch den Neckar vom restlichen Odenwald getrennte Südteil des Mittelgebirges heißt.

Die Bahnstrecke wurde 1902 durch die Badischen Lokal-Eisenbahnen (B.L.E.A.G.) eröffnet. Das Verkehrsaufkommen blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück, so dass die Strecke bereits 1927 wieder stillgelegt werden sollte. Zunächst verhinderten staatliche Subventionen die Stilllegung, dann führten Munitionstransporte während des Zweiten Weltkriegs zu einem temporären Aufschwung. 1963 übernahm die SWEG die „NH“-Strecke (für Neckarbischofsheim-Hüffenhardt), 2009 kam das Ende des regulären Verkehrs.

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Im Jahr 2010 wurde ein Freizeitverkehr aufgenommen, der vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar, dem Land, den Landkreisen und Kommunen unterstützt wird. Es gelten Verbundfahrscheine sowie reguläre Bahnfahrkarten und das Deutschlandticket.

Auf der Strecke gibt es einige enge Ortsdurchfahrten, beim nächsten Bild fahren wir durch Obergimpern.

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Parallel zur Krebsbachtalbahn verläuft in etwa 2,5 Kilometer Entfernung die Elsenztalbahn von Meckesheim nach Bad Friedrichshall. Pläne für einen Lückenschluss zwischen den beiden Strecken wurden zunächst durch den Gemeinderat der Stadt Rappenau abgelehnt, vor dem Hintergrund eines geplanten Bürgerentscheids dann jedoch revidiert. Somit stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Krebsbachtal umsteigefrei an das Stadtbahnnetz Heilbronn angebunden wird und zwischen Neckarbischofsheim Nord und Obergimpern eines Tages die S 42 mit Stadtbahnzügen fahren wird.

Beim nächsten Bild blicken wir zurück nach Untergimpern mit der Josefskirche. Dieser Streckenabschnitt wird bei Umsetzung der Pläne elektrifiziert.

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Schließlich erreichen wir wieder Neckarbischofsheim Nord, wo unser Besuch beim Krebsbachtäler endet. Eigentlich soll es nun zurück nach Heidelberg gehen. Es bietet sich aber an, die Wartezeit zu verkürzen, in dem wir mit dem nächsten Zug der S 51 in die Gegenrichtung bis Aglasterhausen fahren.

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Nebenbei können wir so weiter an unserer Streckensammlung arbeiten und die Schwarzbachtalbahn damit abhaken. Rund sechs Kilometer sind es noch bis zur Endstation, wir fahren jetzt wieder hinauf in den Kleinen Odenwald.

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Schließlich erreichen wir den Endhaltepunkt Aglasterhausen. Er wurde 1862 als Durchgangsbahnhof an der badischen Odenwaldbahn eröffnet, die als Hauptbahn Heidelberg mit Würzburg verband. Die Strecke führte von Aglasterhausen weiter nach Obrigheim und über den Neckar nach Neckarelz. 1945 wurde die Neckarelzer Eisenbahnbrücke von abrückenden deutschen Truppen gesprengt und nie mehr aufgebaut. 1971 wurde der Abschnitt von Aglasterhausen nach Obrigheim stillgelegt, seither ist hier das Streckenende.

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1974 wurde die Strecke von der Hauptbahn zur Nebenbahn umgewandelt. Um die Reststrecke vor der Stilllegung zu bewahren, pachtete die SWEG 1982 die Strecke von der Bundesbahn. Durch ein besseres Fahrplanangebot und Modernisierungsmaßnahmen konnten bei dieser bundesweit ersten Regionalisierung einer staatlichen Eisenbahnstrecke die Fahrgastzahlen gesteigert werden. 2009-2010 wurde die Strecke elektrifiziert und in das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar integriert.
Wir fahren mit demselben Zug zurück nach Heidelberg.

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Die Fahrzeit von Aglasterhausen bis Heidelberg beträgt 55 Minuten. Über Schwarzbachtalbahn, Elsenztalbahn und Neckartalbahn fahren wir zurück. Beim übernächsten Bild sind wir wieder am Neckar angekommen.

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Zum Zeitpunkt der Reise gab es sowohl auf der Gäubahn als auch auf der Schwarzwaldbahn Schienenersatzverkehr. Geplant war die Fahrt mit dem EC 117 bis Stuttgart und eine SEV-Busfahrt von Herrenberg nach Rottweil. Da der EC 117 aber schon kräftig Verspätung hat, unterbrechen wir die Fahrt am Bahnhof Heidelberg-Altstadt und unternehmen einen Spaziergang ins Zentrum.
Beim nächsten Bild blicken wir über das Gebäude der Akademie der Wissenschaften zum Heidelberger Schloss.

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Nach einem Abstecher zum Neckar fahren wir zum Hauptbahnhof, diesmal treffen wir auf einen Triebzug der Baureihe 425. Die kurze Strecke führt durch den Königstuhltunnel, dann sind wir gleich schon am Hauptbahnhof.

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Da die Verspätung des EC 117 weiter zunimmt, geben wir den Plan mit der Fahrt über Stuttgart auf und werden uns stattdessen mit Nahverkehrszügen durchschlagen und im Schwarzwald Bus fahren. Wir fahren zunächst nach Bruchsal, das ist wieder ein Zug der Baureihe 425, da habe ich daher kein weiteres Bild.
Mit einem Stadtbahnzug der AVG geht es von Bruchsal anschließend nach Karlsruhe.

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In Karlsruhe wechseln wir auf einen Zug der Schwarzwaldbahn. Die Zugzielanzeige „Konstanz“ stimmt nur eingeschränkt, tatsächlich fährt der Zug nur bis Hausach. Beim übernächsten Bild blicken wir im Kinzigtal aus dem Zugfenster.

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Ab Hausach geht’s im SEV-Bus durch den Schwarzwald. Als Beweisbild ein Foto vom Uhrenpark in Triberg mit der weltgrößten Kuckucksuhr im Maßstab 60:1. Diese Perspektive von der B 33 aus hat der Bahnreisende sonst nicht, vom Zug aus lässt sich die Kuckucksuhr aber auch kurz entdecken.

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In St. Georgen gibt eine sehr ausgeprägte Übergangszeit bis zur Weiterfahrt mit dem Zug. Aber jetzt haben wir immerhin den Ort auch mal gesehen, auf dem nächsten Bild das Schwarze Tor, das Kleinbauernhaus von 1803 beherbergt das Heimatmuseum.

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Schließlich schauen wir uns am Bahnhof um. Der Bahnhof wurde 1873 zusammen mit dem letzten Abschnitt der Schwarzwaldbahn von Hausach nach Villingen eröffnet. Er ist der einzige verbliebene von ehemals drei Bahnhöfen der Stadt. Und einen Superlativ hat der Bahnhof auch zu bieten, aber lest selbst auf dem übernächsten Bild.

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Ein Zug der Schwarzwaldbahn bringt uns schließlich von St. Georgen zurück an den Bodensee. Da es für weitere Streckenbilder nun zu dunkel ist, schließen wir den Reisebericht hier.

Vielen Dank für das Interesse und für das Mitkommen.


Viele Grüße

Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/

Auf Umwegen zur Krebsbachtalbahn (2/2 m. 48 B.)

EK-Wagendienst, EGST, Dienstag, 24.10.2023, 18:11 (vor 879 Tagen) @ TD
bearbeitet von EK-Wagendienst, Dienstag, 24.10.2023, 18:11

Danke

https://www.bahnreiseberichte.de/111-Umleiter-SFS-Krebsbachtalbahn/111-54Krebsbachtaele...

Die Nummer ist aber optisch falsch, ist doch kein Reisezugwagen.

D-DNV 95 80 0 998 081-3

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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Auf Umwegen zur Krebsbachtalbahn (2/2 m. 48 B.)

JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 24.10.2023, 22:02 (vor 879 Tagen) @ EK-Wagendienst

Schreibt Regio doch an seine 445 genau so an…

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Weg mit dem 4744!

Auf Umwegen zur Krebsbachtalbahn (2/2 m. 48 B.)

EK-Wagendienst, EGST, Dienstag, 24.10.2023, 22:17 (vor 879 Tagen) @ JeDi

sind das die wo man nicht weiß was es ist,
Eine Lok
Ein Steuerwagen
Ein Triebwagen

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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Auf Umwegen zur Krebsbachtalbahn (2/2 m. 48 B.)

JanZ, HB, Mittwoch, 25.10.2023, 13:54 (vor 878 Tagen) @ TD

Vielen Dank auch für den zweiten Teil! Schwarz- und Krebsbachtalbahn habe ich beide bei meinen Bahntouren von Aschaffenburg aus versäumt zu besuchen, jetzt ist es etwas weit. Umso besser, dass du da warst :-).

Samstag "Abschlussfahrt"

Langsamfahrstelle, Mittwoch, 25.10.2023, 20:38 (vor 878 Tagen) @ JanZ

Laut Lokalzeitung gibt es am Samstag noch eine lange Fahrt Karlsruhe-Heidelberg-Hüffenhardt.
RB 63379,
Karlsruhe 11h37
Hüffenhardt 14h59

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