Die Privaten sind auf Krawall gebürstet (Allgemeines Forum)
Moin,
es geschah an einem normalen Nachmittag unter der Woche, der RE 10 Bad Harzburg - Hannover wurde auf seinem gesamten Laufweg befahren. Im Vorfeld wurde er mit „Ein Wagen fehlt“ angekündigt, was vor meinem geistigen Auge wieder Bilder eines komplett überfüllten Zuges hervorrief, an einem sonnigen Samstag habe ich das in einem einteiligen RE 10 schon hautnah miterlebt. Tatsächlich blieb es jedoch bei einem „Luxusproblem“, da der Zug mit 2 statt 3 Zugteilen kam. Fast alle Reisenden hatten einen Sitzplatz, und diejenigen, die standen, hätten ohne Probleme einen haben können.
Bis Goslar wurden bereits ca. 7 Minuten Verspätung eingefahren, die Eingleisigkeit im Dreieck Oker - Vienenburg - Bad Harzburg in Kombination mit den aktuell noch erforderlichen großen Blockabständen führt nicht selten dazu, dass die Verspätung eines Zuges sich auf ein gutes Dutzend anderer Züge auswirken kann. Zwischen Goslar und Salzgitter-Ringelheim war baustellenbedingt eingleisiger Betrieb, da die Züge sich jedoch in Goslar trafen und sonst dort regulär nix fährt, war das für uns kein Problem. Im weiteren Verlauf ging es zunächst ganz gut voran. Hinter Emmerke dann folgende irritierende Durchsage: „Sehr geehrte Mitreisende, Vorsicht … Weiche!!“ Die Weiche zur Verbindungskurve zwischen Emmerke und Barnten ist in der Tat nicht eine der komfortabelsten, aber eine Gefahr für die Reisenden sehe ich dabei nicht (Vielleicht musste in Barnten ja mal der Krankenwagen anrücken und zufällig war ein Redakteur im Zug… egal). Zur zweiten Weiche kam es dann jedoch erstmal nicht, da wir kurz vor Barnten auf ein rotes Signal zufuhren (wollte da jemand die Reisenden vor einer eklatanten Gefahr schützen?). Ein vorausfahrender Zug wurde gemutmaßt, aber es kam lange Zeit keiner. Nach ca. 10 Minuten ging es weiter, zunächst im Schneckentempo, hinter Sarstedt wieder normal. Durchsage vom Lokführer kurz hinter Rethen:
„So, liebe Fahrgäste, wir haben jetzt aktuell eine Verspätung von ca. 20 Minuten. Ein Grund dafür war, dass die DB der Meinung war, das eine Gleis zwischen Salzgitter-Ringelheim und Goslar rauszureißen und durch ein neues zu ersetzen. Dann hatten wir eine Signalstörung für Barnten, ich hatte ein rotes Signal und durfte deshalb nicht weiterfahren. Falls Sie damit ein Problem haben, wenden Sie sich bitte an die DB Netz AG.“ OK, den Schuldigen hat Erixx also schnell gefunden und jegliche Verantwortung von sich gewiesen. Dabei jedoch außer Acht gelassen, dass es die Aufgabe des Zugpersonals des eigenen Unternehmens gewesen wäre, sich um Anschlussreisende zu kümmern. Ankunft in Hannover nämlich zur Minute 30; Anschluss nach Köln/Dortmund? Berlin? Es gab keinerlei Informationen, auf dem gesamten Laufweg wurde kein Zugbegleiter gesichtet. Schön, dass Erixx jedoch dem Netzbetreiber zwischen den Zeilen vorwirft, seine Arbeit nicht vernünftig zu machen.
Gruß, Ludo