[AT] Zeitung berichtet über Stadler-BEMU für ÖBB (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Montag, 17.07.2023, 21:33 (vor 1002 Tagen)

Artikel "Stadler Rail mit Batteriezügen auf dem Weg zum ÖBB-Personenverkehr" von derstandard.at

Wie der Standard herausgefunden haben will, ist die Vergabe für Batterie-Elektrotriebwagen (generell auch als BEMU bekannt) nun bereits fixiert und soll an Stadler Rail gehen. Die 10-tägige Stillhaltefrist läuft jedoch noch, also kann sich noch ein unterlegener Bieter gegen die Vergabe wehren.

Konkret soll es um einen Rahmenvertrag für bis zu 120 Batterietriebwagen gehen, mit welchen man auf allen verbleibenden nichtelektrifizierten Strecken die Dieseltriebwagen gegen Elektrotriebwagen austauschen könnte. Dies dürfte wohl des Ergebnis eines technologieoffenen Prozesses zur Findung einer zukunftsfähigen Antriebstechnologie für nicht elektrifizierten Strecken darstellen. Man hat ja zuvor Testfahrten mit einem Desiro ML mit Akkupack sowie einem Alstom Coradia iLint durchgeführt.

In einem ersten Schritt schafft die Staatsbahn 16 Batteriezüge aus einem Rahmenvertrag für bis zu 120 emissionsarme Hybridzüge an. Weitere werden folgen. Die Batteriezüge des Typs "Flirt Akku" sollen frühestens ab 2026 die auf Nebenbahnen fahrenden Dieseltriebzüge ersetzen. Sobald die Hybridzüge an einem Umsteigebahnhof mit Stromversorgung ankommen, etwa in Wiener Neustadt, switcht der Fahrbetrieb auf Elektro – und die Batterie wird während der Weiterfahrt aufgeladen. Aufwendiges Umspannen entfällt. Eine Innovation stellen die Züge auch deshalb dar, weil sie in Leichtbauweise aus Aluminium gefertigt sind und weniger Energie brauchen als herkömmliche Stahlkonstruktionen. Auf sieben bis neun Millionen Euro taxieren ÖBB-Auskenner einen Hybridzug.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

J-C, In meiner Welt, Freitag, 21.07.2023, 12:51 (vor 998 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Freitag, 21.07.2023, 12:52

“ ÖBB: Neue Akkutriebzüge für den Nahverkehr von Stadler“

16 zweiteilige Akkuzüge von Stadler sollen ab 2028 zwischen St. Pölten, Krems, Horn und Sigmundsherberg (zumindest bis die Schleife Horn fertiggestellt ist) im Einsatz sein. Das wäre eben Teil der 120 möglichen Triebwagen. Vermutlich sieht man da auch bereits Züge in Doppeltraktion (oder sogar Dreifachtraktion?) vor.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 21.07.2023, 13:42 (vor 998 Tagen) @ J-C

Hoi,

16 zweiteilige Akkuzüge von Stadler sollen ab 2028 zwischen St. Pölten, Krems, Horn und Sigmundsherberg im Einsatz sein.

Wie kommst du auf Zweiteiler?

Es werden ausschliesslich dreiteilige Flirt 4 sein. Also grob etwa das hier: https://www.thurbo.ch/freizeit/ausblick/neue-thurbo-fahrzeuge/ – einfach zusätzlich mit Akku (und Türanordnung ist anders als beim thurbo-Evo-Dreiteiler).


Grüsse aus der Ostschweiz.

--
[image]

Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

J-C, In meiner Welt, Freitag, 21.07.2023, 14:10 (vor 998 Tagen) @ Twindexx

Bin davon wegen der 65 Meter Länge ausgegangen, die ausgeschrieben war. Dreiteilig klingt natürlich sinnvoller.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 21.07.2023, 14:52 (vor 998 Tagen) @ J-C

Hoi,

Bin davon wegen der 65 Meter Länge ausgegangen, die ausgeschrieben war. Dreiteilig klingt natürlich sinnvoller.

Wären aber sehr lange Wagen. Der zweiteilige Pankow-Flirt 3 Akku mit Jacobsdrehgestell für Schleswig-Holstein ist 46 m lang und der zweiteilige Pankow-Flirt Akku mit Einzelwagen ohne Jacobsdrehgestell für das Pfalznetz ist 55.5 m lang.

Pankow fertigt jedoch ausschliesslich für den Markt in Deutschland und hat dazu auch ein eigenes Engineering. Die ÖBB werden aus der Schweiz beliefert und bekommen somit kein Pankow-Produkt. Der Flirt Akku aus dem Schweizer Stadler-Mutterhaus basiert in diesem Fall auf dem Flirt 4 und nicht wie bei Pankow noch auf dem Flirt 3. Der dreiteilige Evo (SBB-eigene Wortkreation für ihre Beschaffung des Flirt 4), wovon thurbo 88 Stück fest bestellt hat (plus 19 Vierteiler), ist 57.8 m lang.

Die 65 m der ÖBB werden also unterschritten, allerdings ist das einfach eine grobe Vorgabe. Am Schluss ist entscheidend, ob die geforderte Kapazität erreicht wird. Und da wird eine Doppeltraktion der ÖBB Flirt 4 Akku mehr Kapazität aufweisen als eine Vierfachtraktion 5047 (ein Flirt 4 Akku ersetzt zwei 5047). Fahren denn auf der Kamptalbahn heute die 5047 in Vierfachtraktion oder gar mit noch mehr? Ansonsten dürfte es im planmässigen Betrieb wohl keine Dreifachtraktionen der neuen Stadler-Triebzüge geben.


Grüsse aus der Ostschweiz.

--
[image]

Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

J-C, In meiner Welt, Freitag, 21.07.2023, 15:01 (vor 998 Tagen) @ Twindexx

In einem österreichischen Forum lese ich davon, wie man eher in Einfachtraktion fährt. Anderseits gibt es noch Cityshuttles mit 3 Wagen. Hängt also davon ab. Aber vermutlich wird eine Doppeltraktion ohnehin ausreichen.

Ich wusste schon, dass die Züge aus Bussnang kommen werden, so haben es die ÖBB ja verkündet. Wusste aber nicht, dass da solche Unterschiede zu Pankow bestehen. Wie sieht es mit den Standorten in Ungarn und Polen aus? Immerhin scheinen die in letzter Zeit ja durchaus erfolgreich zu sein gerade in Märkten, wo man etwas preissensitiver ist.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

Altmann, Freitag, 21.07.2023, 15:22 (vor 998 Tagen) @ J-C

In einem österreichischen Forum lese ich davon, wie man eher in Einfachtraktion fährt. Anderseits gibt es noch Cityshuttles mit 3 Wagen. Hängt also davon ab. Aber vermutlich wird eine Doppeltraktion ohnehin ausreichen.

Hängt wohl auch stark vom Streckenabschnitt ab. Im Kamptal reicht sicher ne Einfachtraktion, zwischen St.Pölten und Krems schaut ´s da schon ganz anders aus.

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

J-C, In meiner Welt, Freitag, 21.07.2023, 15:53 (vor 998 Tagen) @ Altmann

Ja das ist eben der eine Abschnitt, wo es durchaus einen gewissen Bedarf gibt. Anderseits, bis 2028 ist eben dieser Abschnitt bereits elektrifiziert.

Das ist natürlich praktisch. Wenn die Spange Horn 2029 hinzukommt, muss man dann nur noch die 43 Kilometer zwischen Hadersdorf am Kamp und Horn überbrücken.

Es schaut ganz so aus, als ob diese Züge zur richtigen Zeit an den richtigen Ort kommen. Das Angebot kann so auch gut ausgebaut werden.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

OT: Was zum Schmunzeln

Altmann, Freitag, 21.07.2023, 16:08 (vor 998 Tagen) @ J-C

Auf alle Fälle hoff ich, dass die ÖBB mehr Wert auf Ladungssicherung legen wie die russischen Staatsbahnen.

Pressemitteilung der ÖBB - 16 Akkuzüge für Kamptalbahn 2028

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 21.07.2023, 22:30 (vor 998 Tagen) @ J-C

Hoi,

Ich wusste schon, dass die Züge aus Bussnang kommen werden, so haben es die ÖBB ja verkündet. Wusste aber nicht, dass da solche Unterschiede zu Pankow bestehen.

Stadler setzt auf die Souveränität der Divisionen. Für den Markt in Deutschland ist die Division Deutschland zuständig, umgekehrt liefert Pankow nichts nach ausserhalb Deutschlands. In Pankow sitzt ein eigenes Engineering, welches die deutschen Aufträge bearbeitet. Dabei ist Pankow natürlich sehr auf den harten Preiskampf im deutschen Ausschreibungs-Wettbewerb im Regionalverkehr eingestellt, entsprechend wird versucht, möglichst billig anzubieten.

Dabei wird zwar zu grossen Teilen auf den Standard-Produktkatalog von Stadler zurückgegriffen, aber oft auch mit eigenen Entwicklungen ergänzt. Flirt mit S-, L- oder XL-Wagenkasten sind zwar noch Standardvarianten, aber eine Version mit drei Türen pro Wagenseite oder eine mit breiteren Türen sind Pankow-Eigenentwicklungen (für die der gesamte Wagenkasten wegen der Statik komplett neu konstruiert werden musste). Nur ab und zu alle paar Jahre mal für bestimmte Leuchtturmprojekte arbeitet auch mal das Engineering in Bussnang für Pankow, zum Beispiel beim Flirt 3 für den Meridian in München, weil es Stadler-weit die allerersten Flirt 3 waren.

Der Flirt Akku von Pankow ist eine reine Pankow-Eigenentwicklung, da hatte Bussnang nichts damit zu tun. Entsprechend bekommen die ÖBB nun zwar ein Produkt, was gleich heisst, aber eben doch ein ganz anderes Produkt ist. Die ÖBB bekommen ja nun die Entwicklung aus dem Schweizer Mutterhaus in Bussnang.

Wie sieht es mit den Standorten in Ungarn und Polen aus? Immerhin scheinen die in letzter Zeit ja durchaus erfolgreich zu sein gerade in Märkten, wo man etwas preissensitiver ist.

Das ist die Division Zentraleuropa, die alle Aufträge östlich des deutschen Sprachraums bearbeitet. Mittlerweile haben die auch in Prag ein eigenes Engineering. Im Gegensatz zu Pankow orientieren sie sich aber noch eher an das Schweizer Mutterhaus und lassen sich auch öfter aus Bussnang unterstützen.

Die Fahrzeuge für Osteuropa mit Fertigung in Polen oder Ungarn profitieren preislich vor allem vom dortigen Lohnniveau in der Fertigung. Allerdings wird in diesen Ländern auch nicht unbedingt das billigste verkauft. Zum Beispiel die Fahrzeuge für Slowenien sind durchaus wertiger ausgestattet als was standardmässig in Pankow produziert wird (so wurden in Slowenien auch neben anderen Dingen die Dachverkleidungen an den Flirt nicht wie in Deutschland als Kostenfaktor eingespart).


Grüsse aus der Ostschweiz.

--
[image]

Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum