Ein Tagesausflug nach Broc, Montbovon und Bercher (2/2 34 B) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Schweiz-Tour zur tpf und der Lausanne-Echallens-Bercher-Bahn (LEB). Im ersten Teil hatten wir die vor der Umspurung stehende Strecke von Bulle nach Broc besucht und waren nach Montbovon gefahren.
![[image]](https://www.bahnreiseberichte.de/110-Broc-Bercher/110-00Karte.jpg)
Der zweite Teil führt uns über Montreux nach Renens und weiter mit der M1 nach Lausanne. Den Abschluss bildet die Bereisung der Strecke der LEB bis Bercher, bevor wir die Heimreise an den Bodensee antreten.
Mit dem Meterspurzug der tpf sind wir aus Bulle in Montbovon angekommen, dort trifft die Strecke auf die ebenfalls meterspurige Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB). Die beiden Bahnen bzw. deren Vorgänger waren sich nicht immer wohlgesonnen, in der Gründungszeit gab es Streit über Konzessionen und Streckenführung. Als Teil der Einigung wurde der Bahnhof Montbovon von den Freiburgern gebaut, es ist bis heute im Eigentum der tpf.
Mit einem Zug der MOB fahren wir nach Montreux am Genfersee. Die Strecke gewinnt zunächst an Höhe hinauf zum Alpenpass Col de Jaman, dieser wird auf einer Höhe von rund 1.100 Metern im Jaman-Tunnel unterquert.
Westlich des Tunnels windet sich die Strecke kurvenreich hinab zum Genfersee. Beim nächsten Bild passieren wir das Château du Chatelard, das Schloss in den Weinbergen wurde im Jahr 1441 erbaut.
Die Fahrt von Montbovon nach Montreux dauert etwa eine Dreiviertelstunde. Jetzt sind wir schon bald unten in Montreux, hier blicken wir über die Waadtländer Riviera hinüber zum französischen Ufer des Genfersees. Nach der Ankunft in Montreux holen wir das Innenbild nach, es handelt sich um den Steuerwagen des GoldenPass-Panoramic (den hatten wir schon mal, einen Reisebericht gibt’s hier).
Montreux ist eine Reise wert – aber nicht heute. Da wir die Stadt schon kennen und wir noch ein anderes Programm vor uns haben, steigen wir direkt in den nächsten RegioDosto in Richtung Genf.
Über Lausanne fahren wir nach Renens. Die Strecke führt in weiten Abschnitten direkt am Ufer des Genfersees entlang. Eigentlich wollen wir nach Lausanne, warum wir eine Station weiter bis Renens fahren, hat diesen Grund:
Die M1 fehlt noch in unserer Sammlung. Die Linie gehört zur Métro Lausanne, sie ist knapp 8 Kilometer lang und verbindet die Gemeinde Renens mit dem Zentrum von Lausanne-Flon. Der Triebwagen 203 stammt aus der ersten Lieferserie des Jahres 1991. Gebaut wurden die Fahrzeuge von DUEWAG und ABB, sie hatten anfangs einen Diesel-Hilfsantrieb.
Die Strecke wurde 1991 eröffnet und sollte insbesondere die Hochschulen von Lausanne erschießen. Je nach Verkehrszeit wird ein Takt zwischen 5 und 15 Minuten angeboten. Anders als der Name suggeriert verläuft die Strecke überwiegend oberirdisch durch das Stadtgebiet.
In Lausanne gibt es einen knappen Übergang zur LEB, es reicht gerade so, daher gibt es zunächst auch kein Außenbild des nächsten Zugs. Die Chemin de fer Lausanne-Echallens-Bercher (LEB) ist das letzte Ziel der heutigen Tour.
Die knapp 24 Kilometer lange Meterspurstrecke der LEB verläuft vom Stadtzentrum von Lausanne nach Bercher. Der erste Abschnitt der Strecke führt im Tunnel unter dem Stadtgebiet, im weiteren Verlauf wird die zunächst städtische Umgebung zunehmen ländlicher. Beim nächsten Bild sehen wir den Bahnhof von Assens.
Es gibt zwar zwei Steilabschnitte auf der Strecke, die Mitfahrt fühlt sich aber wie eine Flachlandstrecke an. Wir fahren durch das Gros de Vaud, eine leicht gewellte Plateaulandschaft mit fruchtbaren Böden. Die landwirtschaftlich geprägte Landschaft gilt als Kornkammer des Kantons Waadt.
Nach etwa 40 Minuten sind wir in Bercher angekommen. Der 1.300-Einwohner-Ort sah bei der Reiseplanung nicht besonders spannend aus, so dass wir mit dem gleichen Zug wieder zurückfahren wollen. Wir laufen ein paar Meter in den Ort und kehren dann zum Bahnhof zurück, wobei das auch nicht unbedingt ein sehenswertes Schmuckstück ist.
Hier können wir wenigstens noch ein Bild des Zugs nachholen, mit dem wir nach Bercher gekommen sind und auch wieder zurückfahren. Die modernen zweiteiligen Niederflurtriebzüge wurden ab dem Jahr 2010 von Stadler geliefert.
In der Gründerzeit gab es zwei getrennte Bahngesellschaften, die Chemin de fer Lausanne-Echallens stellte den Südabschnitt 1874 fertig, die Central Vaudois eröffnete 1889 den Nordabschnitt von Echallens bis Bercher. Seit 1913 betreibt die fusionierte LEB den durchgehenden Verkehr.
Heute gibt es auf der Strecke überwiegend einen Halbstundentakt, der auf dem zentrumsnahen Abschnitt durch einen Viertelstundentakt ergänzt wird.
Eigentlich hatten wir es bei unserem Besuch bei der LEB ja auf die Altbaufahrzeuge abgesehen. Und da wittere ich nun eine Chance bei den Verstärkerzügen.
Und der Plan geht auf, in Cheseaux steht eine Doppeltraktion aus Alt- und Neubautriebzug. Passenderweise ist es sogar ein Triebwagen mit dem Wappen von Cheseaux. Das Fahrzeug stammt aus der Familie der Westschweizer Meterspurtriebwagen, der Triebzug wurde 1991 von ACMV gebaut.
Durch das Gros de Vaud fahren wir…
…bis zur Endstation Lausanne-Flon. Von dort nutzen wir die M2 zum SBB-Bahnhof…
…und finden uns kurz darauf in einem InterRegio in Richtung Luzern. Wir fahren mit dem Zug bis Bern und von dort über Weinfelden zurück nach Konstanz.
Die letzten Bilder bei Tageslicht zeigen die Fahrt am Genfersee und durch das Mittelland.
Und damit sind wir am Ende dieses kleinen Berichts angekommen, vielen Dank für das Interesse und für das Mitkommen.
Viele Grüße
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
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- Ein Tagesausflug nach Broc, Montbovon und Bercher (2/2 34 B) -
TD,
12.07.2023, 19:14
- Ich liebe Deine Berichte und Deine Bilder! Danke.
-
Berliner65,
13.07.2023, 00:19
- Ein Tagesausflug nach Broc, Montbovon und Bercher (2/2 34 B) -
Frank Augsburg,
13.07.2023, 13:05
- Ein Tagesausflug nach Broc, Montbovon und Bercher (2/2) - Twindexx, 13.07.2023, 13:57
- Ich liebe Deine Berichte und Deine Bilder! Danke.