Ein Tagesausflug nach Broc, Montbovon und Bercher (1/2 39 B) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
ich habe noch einige ältere Reisen im Arbeitsvorrat. Auch wenn die Reisen nach mittlerweile drei Jahren nicht mehr ganz aktuell sind, finden Sie vielleicht dennoch Interesse.
Und so starten wir nun zu einem Tagesausflug in die Schweiz aus dem August 2020. Im Fokus standen die vor der Umspurung stehende Strecke von Bulle nach Broc sowie die alten Triebzüge der Lausanne-Echallens-Bercher-Bahn (LEB). Und wenn wir schon in der Region sind nehmen wir auch noch die M1 der Métro Lausanne mit.
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Wir fahren von Konstanz über Zürich und Fribourg nach Bulle und erkunden von dort die Strecke nach Broc. Anschließend fahren wir über Montbovon und Montreux nach Renens, um mit der M1 nach Lausanne zu fahren. Den Abschluss bildet die Bereisung der Strecke der LEB bis Bercher, bevor wir die Heimreise an den Bodensee antreten.
Unseren Tagesausflug beginnen wir um 7 Uhr am Bahnhof von Konstanz. Ein InterRegio der SBB bringt uns zunächst nach Zürich. Dort wechseln wir auf einen InterCity nach Fribourg. Auf beiden Relationen kommen IC2000-Doppelstockwagen zum Einsatz.
Von der Fahrt zwischen Konstanz und Zürich habe ich diesmal keine Bilder, hier sind wir schon im Mittelland unterwegs. Beim nächsten Bild queren wir kurz vor Fribourg die Saane, dem Fluss werden wir später noch mehrfach begegnen.
Die nächsten Etappen legen wir mit Zügen der tpf (Transports publics fribourgeois) zurück. Den Anfang macht ein Flirt als RegioExpress nach Bulle. Der Zug befährt bis Romont die SBB-Strecke in Richtung Lausanne.
Ab Romont fahren wir auf der Chemin de fer Bulle-Romont. Die 18 Kilometer lange Strecke gehört zum Normalspurnetz der tpf. Die Strecke wurde 1862 eröffnet, sie ist die älteste Bahnstrecke in der Schweiz, die sich nicht im Eigentum der SBB befindet.
Die Fahrt von Fribourg nach Bulle dauert knapp 40 Minuten. Die Strecke führt durch die sanfte Landschaft des Mittellands. Beim nächsten Bild blicken wir vom Zug auf das Bauerndorf Sâles mit der Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert.
In Bulle legen wir die erste Pause ein. Die 25.000-Einwohner-Stadt hat eine nette Altstadt mit Bürgerhäusern aus dem frühen 19. Jahrhundert. Am Marktplatz erhebt sich das Schloss Bulle aus dem 13. Jahrhundert.
Dieser Bau kann nicht mit den Bürgerhäusern mithalten, wir sehen hier das Bahnhofsgebäude der tpf. In der Mitte des Kreisverkehrs ein stilisierter Bulle, das Wappentier der Stadt.
So, jetzt wird’s interessant, denn wir befahren nun die Meterspurstrecke von Bulle nach Broc. Die Strecke wird ebenfalls von der tpf betrieben, zum Einsatz kommt Triebwagen 122 aus dem Jahr 1992.
Die Strecke ist 5,4 Kilometer lang, sie ist eine Nebenlinie der Strecke Palézieux–Bulle–Montbovon und wurde 1912 eröffnet. Hier fahren wir durch La Tour-de-Trême, ein Stadtteil von Bulle, bald erreichen wir den dortigen Haltepunkt.
Zwischendurch ergibt sich eine Blick über die Landschaft der Freiburger Voralpen. Das nächste Bild zeigt den Haltepunkt Les Marches, er wird im Zuge der Umspurung aufgegeben. Beim übernächsten Bild treffen wir wieder auf die Saane bzw. Sarine, wie der Fluss hier auf Französisch heißt.
Schließlich erreichen wir den Ort Broc, hier sind wir am Bahnhof Broc-Village mit seinem historischen Bahnhofsgebäude. Wir fahren noch etwa einen Kilometer weiter bis zur Endstation Broc-Fabrique.
Der letzte Abschnitt nach Broc-Fabrique führt auf einer kurvenreichen Gefällestrecke. Die Aufschüttung links ist vermutlich ein Vorbote der Umspurung, denn die Strecke wird dabei zwischen Broc-Village und Broc-Fabrique neu trassiert, um das Gefälle zu verringern und den Kurvenradius zu vergrößern.
Nach elf Minuten Fahrzeit sind wir an der Endstation Broc-Fabrique angekommen. Auch hier gibt es ein schmuckes historisches Bahnhofsgebäude. Im Zuge der Umspurung wird an der Station ein 150 Meter langer Bahnsteig errichtet, die Züge aus Fribourg werden dann bis Broc-Fabrique durchgebunden. Da die RegioExpress-Züge bisher eine lange Standzeit in Bulle haben, kann aufgrund der Durchbindung eine Schmalspurkomposition eingespart werden.
Aber was ist denn das nun für eine Fabrique? Das ist die Schokoladenfabrik Cailler (heute Nestlé). Das Gleis führt weiter in das Fabrikgelände. Der Güterverkehr zur Schokoladenfabrik wurde aufwändig mit Rollböcken abgewickelt. Die Vereinfachung des Güterverkehrs galt daher als Hauptargument für die Umspurung - allerdings nur bis 2018, denn dann verlagerte Nestlé den Güterverkehr auf die Straße.
Wir verzichten auf einen Besuch der Schokoladenfabrik und machen uns stattdessen zu Fuß auf den Weg zurück in den Ort Broc. Beim Aufstieg in den Ort lassen wir den Blick über die Schokoladenfabrik schweifen. Die Fabrik wurde 1898 gegründet, sie entwickelte sich rasch zum wichtigsten Arbeitgeber der zuvor landwirtschaftlich geprägten Region. Im Jahr 1930 waren fast 1.800 Arbeiter in der Fabrik beschäftigt.
Der Ort Broc hat rund 2.700 Einwohner, der deutsche Name Bruck wird heute nicht mehr verwendet. Auf dem nächsten Bild sehen wir die Pfarrkirche Saint-Othmar. Der Ort liegt auf einer Hochterrasse, beim übernächsten Bild wird das beim Blick über die Ebene der Saane deutlich.
Doch nun zurück zur Bahn bzw. dem Bahnhof Broc-Village. Bei der Rückfahrt treffen wir auf einen jüngeren Triebzug aus dem Hause Stadler. Der Zug fährt als S 60 nach Bulle und geht dort auf die S 51 nach Montbovon über. Das trifft sich gut, denn das ist auch unser Ziel, so können wir bis Montbovon sitzenbleiben.
Dieses Bild entstand zwischen Broc und Bulle, vor dem Zugfenster sehen wir den Herrschaftssitz Château d’En-Bas am Ostufer der Saane neben einer historischen Brücke.
Nach dem Fahrtrichtungswechsel in Bulle fahren wir nun auf der Meterspurstrecke Bulle-Montbovon durch das Greyerzerland. Dabei fällt der Blick auf das mittelalterliche Städtchen Gruyères, das auf einem Hügel liegt und sich den Fahrgästen aus zwei unterschiedlichen Perspektiven präsentiert.
Die Strecke von Bulle nach Montbovon ist rund 17 Kilometer lang, sie wurde 1903 eröffnet. Hier fahren wir gerade durch den Ort Albeuve. Die Strecke folgt dem Fluss Saane, beim nächsten Bild fahren wir am Lac de Lessoc, ein Stausee an der Saane.
Auf den letzten Metern führt die Strecke in Straßenlage durch den Ort Montbovon zum dortigen Bahnhof. Für dieses Bild sind wir nach der Ankunft am Bahnhof einige Schritte zurückgelaufen. Am Bahnhof Montbovon endet unser Besuch bei der tpf, dort trifft die Strecke aus Bulle auf die ebenfalls meterspurige Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB).
In den nächsten Tagen folgt der zweite Teil, dann fahren wir von Montbovon nach Montreux und weiter nach Lausanne zur LEB.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag
Tobias
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