Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar? (Fahrkarten und Angebote)
Mike65, Mittwoch, 07.06.2023, 20:16 (vor 1007 Tagen)
Ich habe für den kommenden Sonntag ein Europa-Flexticket Paris-Stuttgart. Allerdings besteht das Riskio, dass ich die ursprünglich gebuchte Verbindung nicht mehr erreiche. Wegen der Reservierungspflicht in Frankreich muss ich dann wohl zwangsläufig umbuchen. Nun scheinen alle späteren Züge am Reisetag komplett ausgebucht zu sein - obwohl die DB-Seite hier z.T. "geringe Auslastung" anzeigt. Im Ernstfall werde ich also in Paris übernachten und am Montag reisen müssen.
Ist in einem solchen Fall das Flexticket ausnahmsweise auch am Folgetag nutzbar oder geht hier nur Storno und Neukauf unter Verlust von 19€?
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
bahnfahrerofr., Mittwoch, 07.06.2023, 20:32 (vor 1007 Tagen) @ Mike65
Das Ticket dürfte ja grundsätzlich zwei Tage Gültigkeit haben, mit der Vorgabe des Fahrtantritts am ersten Geltungstag. Wenn das aber aufgrund der Ausreservierung aus von dir nicht zu vertretenden Gründen nicht möglich war, sollte m.E. eine Nutzung am zweiten Geltungstag erlaubt werden, da ansonsten das Flexticket irgendwie ein Witz wäre
Praktisch ist doch viel mehr das Problem an eine neue Reservierung ohne Ticket zu kommen, wie hast du das vor?
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
Fulda_NBS, Mittwoch, 07.06.2023, 20:34 (vor 1007 Tagen) @ Mike65
Gibt es einen Hinweg, bei welchem man dies vor Ort bei SNCF klären kann?
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
bahnfahrerofr., Mittwoch, 07.06.2023, 22:29 (vor 1007 Tagen) @ Fulda_NBS
Nach meinen Erfahrungen würde ich nicht all zu viel Hilfe in Paris erwarten, insbesondere wenn das Ticket bei der DB gekauft war. Ich spreche den Mitarbeitern des dortigen Reisezeitrums auch jegliche Kenntnisse zur DB-Tarifwelt ab.
Hat jemand im Kopf wie die Regelungen im DB-Tarif beim Flexpreis nach Frankreich sind? Kann man auch nach Abfahrt des gebuchten Zuges noch eine Reservierung für einen späteren Zug erhalten?
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 08.06.2023, 00:27 (vor 1007 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Hat jemand im Kopf wie die Regelungen im DB-Tarif beim Flexpreis nach Frankreich sind? Kann man auch nach Abfahrt des gebuchten Zuges noch eine Reservierung für einen späteren Zug erhalten?
Ja, das ist kostenlos möglich und geht auch am SNCF-Schalter. Als ich das mal weitab von der Alleo-Strecke gemacht habe, musste man zwar telefonieren, wie das geht, ging aber am Ende Problemlos.
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Weg mit dem 4744!
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
bahnfahrerofr., Donnerstag, 08.06.2023, 07:02 (vor 1006 Tagen) @ JeDi
Danke! Dann wäre es ja einen Versuch für unseren TE Wert, dies auszuprobieren.
Ich habe leider auch schon mal davon gehört dass das Schalterpersonal behauptete, Umbuchungen nur bei SNCF Tickets vornehmen zu können. Wie in Deutschland ist das offenbar etwas Glückssache, an wen man gerät.
Unabhängig davon wäre es längst an der Zeit, dass man bei DB-Tickets die Reservierung entweder selbst oder zumindest telefonisch umbuchen kann.
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
EK-Wagendienst, EGST, Donnerstag, 08.06.2023, 09:40 (vor 1006 Tagen) @ JeDi
Hat jemand im Kopf wie die Regelungen im DB-Tarif beim Flexpreis nach Frankreich sind? Kann man auch nach Abfahrt des gebuchten Zuges noch eine Reservierung für einen späteren Zug erhalten?
Ja, das ist kostenlos möglich und geht auch am SNCF-Schalter. Als ich das mal weitab von der Alleo-Strecke gemacht habe, musste man zwar telefonieren, wie das geht, ging aber am Ende Problemlos.
Auch wenn der Zug schon abgefahren ist?
Ich lese bei der SNCF immer was bis zur Abfahrt, und dafür gibt es in Frankreich ja auch die Automaten.
Ich lese das so das später in Paris angekommen wird, und wenn ich die anderen Beiträge von ihm hier so im Kopf habe, kommt er mit dem Flieger nach Paris, sprich er ist nicht vorher in Frankreich.
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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 08.06.2023, 10:46 (vor 1006 Tagen) @ EK-Wagendienst
Auch wenn der Zug schon abgefahren ist?
Ich denke mal ja. Auf dem Zettel stand sinngemäß was von "Umtausch Reservierung Alleo" (auf Französisch natürlich), aber grundsätzlich wie in Deutschland.
Ich lese bei der SNCF immer was bis zur Abfahrt, und dafür gibt es in Frankreich ja auch die Automaten.
Wie kann eins denn an einem SNCF-Automaten eine Reservierung zu einem DB-NRT (!)-Alleo-Ticket umtauschen? Bitte mal näher erläutern.
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Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
EK-Wagendienst, EGST, Donnerstag, 08.06.2023, 10:58 (vor 1006 Tagen) @ JeDi
Ich lese bei der SNCF immer was bis zur Abfahrt, und dafür gibt es in Frankreich ja auch die Automaten.
Wie kann eins denn an einem SNCF-Automaten eine Reservierung zu einem DB-NRT (!)-Alleo-Ticket umtauschen? Bitte mal näher erläutern.
Das geht nur mit Fahrkarten der SNCF,
ich will damit ausdrücken, das es in Frankreich mit französischen Fahrkarten ganz einfach ist.
In Deutschland muss man damit zum Schalter.
z.B. kann man die Reservierungen der SNCF zum Interrail bis 30 Minuten vor der Abfahrt zurück geben, danach bis zu 2x kostenlos am gleichen Tag umbuchen, wie lange das geht keine Ahnung.
ich hatte letzten Freitag mir 2 Reservierungen Paris - Avignon geholt, weil ich vor Wochen nicht wusste wann ich fahren werde, habe die erste dann so 1 Stunde vorher eben storniert, und bekomme das volle Geld zurück.
Da ist das System der SNCF ganz anders aufgebaut, und dieser frei werden Platz kann dann direkt wieder verkauft werden, so kann es vorkommen, das man kurz vor der Abfahrt dann plötzlich doch noch einen Platz bekommen kann, auch wenn der Zug schon lange ausgebucht war.
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Hilfe im Reisezentrum - Paris
Dieter4711, Donnerstag, 08.06.2023, 10:36 (vor 1006 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von Dieter4711, Donnerstag, 08.06.2023, 10:39
Nach meinen Erfahrungen würde ich nicht all zu viel Hilfe in Paris erwarten,
Das kann ich so nicht bestätigen. Als ich letztlich in Paris meinen Anschluss nach DE verpasst habe, der Zubringer TGV hatte etwa +60 Min, wurde mir letztentlich gut weitergeholfen. Incl. Umbuchung der Rückfahrt nach Frankreich. Auch eine Unterkunft für die Nacht wurde bereitgestellt.
Das Einzige was etwas nervig war, war die lange Wartezeit vorm Reisezentrum.
Viele Grüße
Dieter
Hilfe im Reisezentrum - Paris
bahnfahrerofr., Donnerstag, 08.06.2023, 11:20 (vor 1006 Tagen) @ Dieter4711
Erfreulich, dass deine Erfahrungen besser waren als meine.
Dass es derart große Unterschiede im Umgang mit solchen Situationen gibt, ist aber verwunderlich.
Hilfe im Reisezentrum - Paris
EK-Wagendienst, EGST, Donnerstag, 08.06.2023, 11:34 (vor 1006 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Erfreulich, dass deine Erfahrungen besser waren als meine.
Dass es derart große Unterschiede im Umgang mit solchen Situationen gibt, ist aber verwunderlich.
Kann es auch an der Fahrkarte liegen, weil Interrail ist eben in Frankreich wohl nicht so beliebt.
Wird natürlich niemand zugeben.
Ich habe mal vor so 15 Jahren am Mittag in Offenburg den Anschluss nach Strasbourg verpasst, und bin zur Info mit der BC100F und habe denen gesagt das war die letzte Verbindung an dem Tag nach Südfrankreich über Nancy, denn da wollte ich her fahren.
Da in Strasbourg 1 Stunde Übergang war, bekam ich anstandslos einen Taxischein, und ich habe den Zug noch erreicht.
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Hilfe im Reisezentrum - Paris
bahnfahrerofr., Donnerstag, 08.06.2023, 11:47 (vor 1006 Tagen) @ EK-Wagendienst
bearbeitet von bahnfahrerofr., Donnerstag, 08.06.2023, 11:47
Kann es auch an der Fahrkarte liegen, weil Interrail ist eben in Frankreich wohl nicht so beliebt.
Das glaube ich auch, dass es nicht so beliebt ist.
Aber als ich kürzlich beinah in Paris strandete wurde unabhängig von der Fahrkarte nicht geholfen.
Hilfe im Reisezentrum - Paris
EK-Wagendienst, EGST, Donnerstag, 08.06.2023, 12:05 (vor 1006 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Kann es auch an der Fahrkarte liegen, weil Interrail ist eben in Frankreich wohl nicht so beliebt.
Das glaube ich auch, dass es nicht so beliebt ist.Aber als ich kürzlich beinah in Paris strandete wurde unabhängig von der Fahrkarte nicht geholfen.
Das habe ich gelesen, aber es war eben ein Zug der DB, der sicher am morgen schon nicht angekommen ist, und damit einfach ein Problem der DB.
Man kann es sich eben auch einfach machen.
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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.
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bahnfahrerofr., Donnerstag, 08.06.2023, 12:28 (vor 1006 Tagen) @ EK-Wagendienst
aber es war eben ein Zug der DB, der sicher am morgen schon nicht angekommen ist, und damit einfach ein Problem der DB.
Man kann es sich eben auch einfach machen.
Heute beim Ausfall des TGV 9575 hätte die DB also auch sagen können, kaufen Sie irgendwie ein neues Ticket, wenden Sie sich an den SNCF Kundenservice und lassen Sie uns in Ruhe. Aber ob das der Sinn eines Kooperationszuges ist?
Hilfe im Reisezentrum - Paris
EK-Wagendienst, EGST, Donnerstag, 08.06.2023, 12:32 (vor 1006 Tagen) @ bahnfahrerofr.
aber es war eben ein Zug der DB, der sicher am morgen schon nicht angekommen ist, und damit einfach ein Problem der DB.
Man kann es sich eben auch einfach machen.
Heute beim Ausfall des TGV 9575 hätte die DB also auch sagen können, kaufen Sie irgendwie ein neues Ticket, wenden Sie sich an den SNCF Kundenservice und lassen Sie uns in Ruhe. Aber ob das der Sinn eines Kooperationszuges ist?
Ja man hätte, ich habe aber das Gefühl das hier die DB viel kulanter ist als die SNCF.
Wenn es eine Vollsperrung gibt, sagen sie einfach, fahren sie an einem anderen Tag, das Geld bekommen sie zurück, aber Ersatzbeförderung findet fast nie statt.
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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.
OT: Soziale Hierarchie im Zug.
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 08.06.2023, 12:44 (vor 1006 Tagen) @ EK-Wagendienst
Hey.
Kann es auch an der Fahrkarte liegen, weil Interrail ist eben in Frankreich wohl nicht so beliebt.
Wird natürlich niemand zugeben.
Ist doch aber auch normal. In den 1980er/1990er-Jahren rümpfte so mancher Bahner auch die Nase über uns "Tramper-Monats-Ticket"-Fahrer.
Oki, wenn ich wieder 4 Tage und Nächte am Stück on tour war, dann hatte sein Näschen auch was zu riechen ... ;-)
Billigpöbel im ICE - also bitte ...
Unvergessen aber die Nacht-D-Züge mit ihren Abteilwagen, die dann morgens zum Pendlerzug mutierten. Manche Schaffner fühlten sich da sehr den Pendlern verpflichtet und wollten rechtzeitig für Platz sorgen. Wer beim ersten "Werner"-Film die Story "Werner ist im Krankenhaus" kennt ("Schon wieder Licht angelassen!"): exakt so war es im Zug auch ... Und i.d.R. ähnlich erfolglos. Verscheuchen ließen wir uns nur von den Pendlern selbst. Die ein Gesicht zogen, als hätten sie den Kopf in Sauerkraut getunkt. Sie müssen zur Maloche; wir genossen die Welt und nahmen ihnen noch die Plätze weg.
Lustig auch mal der Lokführer in Halberstadt. Ich stand mit meinem damals sehr seltenen DB-Rucksack am Bahnsteig. So identifizierte er mich als Kollegen und bot mir an, bei ihm auf der Maschine mitzufahren. Eine der wenigen Male im Leben, wo ich feige war. Nachher fragt der mich was technisches oder so ... Jedenfalls zeigte er auf die Hunderte Fahrgäste und meinte nur: Guck se dir alle an mit ihren Alditickets. Gemeint war das SWT. Ich dachte mir nur so im Stillen: wenn du wüßtest, welches Ticket ich habe ... *uuuups*
Und schon damals 1986 während der Ausbildung zum Bankkaufmann, wo wir zu Lehrgängen nach Bremen pendeln mußten, galt schon: Kleider machen Leute. Grundlegend geändert hat sich das nicht. LEIDER. TRAURIG. Unter der Woche im feinen Zwirn wurde ich regelmäßig freundlicher behandelt als am Wochenende, wenn ich die Bezirkswochenkarte privat im schlonzigen Jugendlich-Look nutzte.
Schöne Grüße von jörg
Hilfe bei der SNCF allgemein
bahnfahrerofr., Dienstag, 13.06.2023, 17:29 (vor 1001 Tagen) @ Dieter4711
Weil es gerade halbwegs dazu passt:
Ich habe mit den Franzosen aktuell einfach großes Pech (in Deutschland lustigerweise in den letzten Wochen mehrfach großes Glück mit störungsfreien Fahrten gehabt, aber das ist wohl wirklich Zufall).
Jedenfalls war der Plan von Strasburg nach Madrid zu fahren (morgendliche Verbindung mit Umstieg in Montpellier und Barcelona). Ich bin da auch angekommen, aber fragt nicht wie.
Mir war vorher schon klar dass der ca. 20 minütige Umstieg in Montpellier nicht so ganz sicher ist, weil der 2203 definitiv öfters mal verspätet ist, im Gegensatz zum ersten TGV nach Paris der eigentlich nie ausfällt und immer pünktlich zu sein scheint. Aber über Paris fahren hatte ich nicht schon wieder Lust. Kostet für 2 Personen mit IR schließlich 20€ mehr Aufpreis und zusätzlich das Metro/RER Ticket plus den nervigen Bahnhofswechsel. Außerdem wird einem ohne Angabe von VIA ja sowieso der Umstieg in Montpellier vorgeschlagen.
Der 2203 hat über die Fahrt hinweg immer mal wieder etwas gebummelt (wohl bei Colmar irgend ein belegtes Gleis) und bis Lyon schwankte die Verspätung zwischen 5 und 10 Minuten. Dort "schmierte" der Zug beim Halt im Bahnhof erstmal ab und nix ging mehr. Mit ziemlich genau 25 Minuten Verspätung sind wir dann los und konnten zwischenzeitlich ein paar Minuten aufholen. Der Schaffner ging durch und meinte Barcelona wird klappen, Umstieg in Montpellier am gleichen Bahnsteig. Als wir in Nimes gerade einrollten, kam ausschließlich eine französische Durchsage dass der Umstieg nach Barcelona jetzt doch in Nimes erfolgt. Alle hektisch zusammen gepackt (habe zur Sicherheit nochmal französische Mitreisende gefragt ob ich es richtig verstanden habe) und raus. Dort stand der Schaffner am Bahnsteig welcher auf die Nachfrage nach "Barcelona" nochmal auf das Gleis am gegenüber liegenden Bahnsteig zeigte. Also in die Unterführung und dort festgestellt dass der Zug nach Barcelona dort nicht angezeigt wurde. Ich rannte in die Halle und die Abfahrtstafel zu suchen und stellte auch dort fest dass er wohl schon abgefahren sein muss. Planmäßig sollte er vor ungefähr 5 Minuten abgefahren sein... Am Hausbahnsteig sah ich dann den TGV nach Montpellier gerade abfahren, zu spät um wieder einzusteigen. Dort kam er übrigens mit 20 Minuten Verspätung an und laut Echtzeitinfo schien der Anschluss geklappt zu haben - der Barcelona-TGV fuhr angeblich mit 5 Minuten Verspätung aufgrund Anschlussaufnahme dort ab.
Nur leider dürften sich da wenig Anschlussreisende eingefunden haben, die standen nämlich alle ratlos in Nimes, auch viele Franzosen stinksauer. Der dortige Schalter hatte eine riesige Schlange so dass wir dann mit den meisten anderen Mitreisenden in einen herumstehenden TER nach Montpellier, der eigentlich schon seit 10 Minuten abgefahren sein sollte, gestiegen sind. Mit diesem und weiteren Regionalzügen ging es dann pünktlich bis Perpignan. Zwei mitreisenden Schweizerinnen, ebenfalls mit InterRail, konnte ich immerhin den Weg über Cerbere erklären, der angeblich von der von ihnen verwendeten App nicht angezeigt wurde.
Bei den Kontrollen in den TERs reichte jeweils das Wort "Barcelona" und das Personal winkte ab. Offenbar hatte es sich jeweils herumgesprochen dass etwas schief gelaufen war. Das Vorzeigen eines Fahrscheins war also nicht notwendig.
In Perpignan versuchte ich am Schalter die Situation zu erklären, was aufgrund meiner beschränkten Französischkenntnisse schwierig war. Irgendwie verstand man nicht, warum wir jetzt in Nimes ausgestiegen waren. Erst als einige Muttersprachler auftauchten und dies ebenfalls ähnlich schilderten glaubte man uns die Geschichte halbwegs. Es blieb bei hilflosen Herumtelefonieren des Personals. Wirklich hilfreich war das insgesamt nicht. Schriftlich gab man weder eine Freigabe für den Folgezug aus noch wollte man uns in irgend einer Art und Weise den Anschlussbruch oder die ausschließliche Nutzung von Regionalzügen bis Perpignan bestätigen. Denn eigentlich hätte ich die 50€ Aufpreis für Montpellier-Barcelona gerne wieder zurück, nachdem ich den Zug aufgrund Irreführung nicht erreichen konnte, massiv später ankam und die TER sowieso vom InterRail abgedeckt waren. Da der Anschluss "offiziell" jedoch offenbar geklappt hat, male ich mir hier leider wenig Chancen aus.
Der nächste (=zweite und letzte) TGV sei zwar ausgebucht, aber man werde eine Mitfahrt ermöglichen, hieß es. Schriftlich gab es nix. Die Schweizer beschlossen daraufhin über Cerbere zu fahren, was nur eine knappe halbe Stunde spätere Ankunft in Barcelona bedeute, trotz ausgedehntem Aufenthalt.
Ich habe dann kurzfristig noch einen Flixbus Perpignan - Barcelona gebucht der nur 17,99 pro Person gekostet hat und mit dem ich, im Gegensatz zu sämtlichen Schienen-Alternativen, noch Chancen hatte, am gleichen Abend in Madrid mein gebuchtes Hotel beziehen zu können.
Der Bus war dann auch sehr pünktlich und wir waren ca. um 19.30 am Bahnhof Barcelona Sants. Zu Glück war es unter der Woche und die beiden letzten AVE waren noch nicht ausgebucht. Ohne Reservierungspflicht, wo wir wieder beim Thema wären, hätte man einfach in den nächsten Zug um 20 Uhr einsteigen können. Leider hieß es nun erstmal 30 Minuten am Schalter anstehen und eine neue Reservierung für den 21.25 Zug besorgen.
Der Schalter-Mensch war prinzipiell nett und sprach gut Englisch. Meiner Bitte nach kostenloser Ausgabe einer neuen Reservierung (schließlich heißt es ja immer, InterRail sei eine durchgehende Fahrkarte und zudem hat Renfe das dubiose AJC-Abkommen auch unterzeichnet) konnte er aber nicht nachkommen. Es sei ihm nicht erlaubt kostenlos etwas neues auszugeben, wenn Verursacher eine andere Bahngesellschaft sei. Ob das bis zum letzten Fahrplanwechsel wohl anders ausgesehen hätte, als Renfe noch mit SNCF zusammen gearbeitet hat? Wer weiß.
Also unterm Strich bin ich froh dass ich dann kurz vor Mitternacht noch ankam und kein Hotelzimmer für 200€ in Barcelona bezahlen musste, und die weitere Planung auch nicht beeinflusst wurde. Die Mehrkosten für Flix und die gut 20 € für neue AVE-Reservierung hielten sich auch in Grenzen. Es bleiben für mich aber dennoch ein paar weniger erfreuliche Erkenntnisse:
- auch die SNCF kocht nur mit Wasser und kann regelmäßig großen Bockmist verursachen - die Folgen sind dabei häufig gravierender als in Deutschland und die Unterstützung eher mäßig.
- InterRail als durchgehende Fahrkarte, ist wohl eher eine theoretische Auslegung einiger weniger mitteleuropäischer Bahnunternehmen. Bei Anschlussbruch zwischen zwei verfeindeten Bahngesellschaften muss man damit rechnen, auch für die bloße Weiterbeförderung selbst aufkommen zu müssen - von Hilfeleistung will ich da gar nicht reden. Da die Erstattung von Auslagen nicht durch Eurail, sondern die jeweils verursachende Bahn erfolgen muss, sehe ich da außerhalb des DACH-Raums und wenigen anderen Ländern auch eher wenig Erfolgschancen.
- wäre man nicht mit IR unterwegs gewesen, sondern mit einzelnen Tickets, wären durch den Anschlussbruch in Barcelona nicht 21,xx € versenkt gewesen, sondern ggf. auch mal > 200 €. Alles in allem also wenig empfehlenswert, bleibt für "Otto Normal" weiterhin nur der Flieger. Inwiefern sich hier das Verhalten der zu 100% in Staatsbesitz befindlichen Unternehmen mit den propagierten Klimazielen deckt, lasse ich mal offen.
- ich rate eher dazu das Geld für dem Umweg über Paris in die Hand zu nehmen, wenn einem die pünktliche Ankunft in Barcelona wichtig ist. Selbst bei Streik des ÖPNV gibt es noch Alternativen (Taxi, Mietroller) und man hat ca. 30 min Verspätungspuffer.
Unabhängig davon würde es mich interessieren wie das Malheur überhaupt passieren konnte. Der Schaffner wird sich die kurzfristige Änderung des Umstiegs kaum selbst ausgedacht haben, also muss die Anweisung wohl eher aus irgend eine Leitstelle/Zentrale gekommen sein. Diese hätte widerum wissen sollen, dass der 9713 zu dem Zeitpunkt bereits in Nimes abgefahren war.
Hilfe bei der SNCF allgemein
Barzahlung, Dienstag, 13.06.2023, 18:28 (vor 1001 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von Barzahlung, Dienstag, 13.06.2023, 18:30
Der Bus war dann auch sehr pünktlich und wir waren ca. um 19.30 am Bahnhof Barcelona Sants. Zu Glück war es unter der Woche und die beiden letzten AVE waren noch nicht ausgebucht. Ohne Reservierungspflicht, wo wir wieder beim Thema wären, hätte man einfach in den nächsten Zug um 20 Uhr einsteigen können. Leider hieß es nun erstmal 30 Minuten am Schalter anstehen und eine neue Reservierung für den 21.25 Zug besorgen.
Sowas brauchen wir dringend auch in Deutschland!
Der Schalter-Mensch war prinzipiell nett und sprach gut Englisch. Meiner Bitte nach kostenloser Ausgabe einer neuen Reservierung (schließlich heißt es ja immer, InterRail sei eine durchgehende Fahrkarte und zudem hat Renfe das dubiose AJC-Abkommen auch unterzeichnet) konnte er aber nicht nachkommen. Es sei ihm nicht erlaubt kostenlos etwas neues auszugeben, wenn Verursacher eine andere Bahngesellschaft sei.
Das muss man sich mal geben. Die willst eine f***ing Reservierung für einen anderen Zug, weil Du nen Anschlussbruch hattest und dann gibt es eine Diskussion darüber, wer Verursacher ist.
- InterRail als durchgehende Fahrkarte, ist wohl eher eine theoretische Auslegung einiger weniger mitteleuropäischer Bahnunternehmen. Bei Anschlussbruch zwischen zwei verfeindeten Bahngesellschaften muss man damit rechnen, auch für die bloße Weiterbeförderung selbst aufkommen zu müssen - von Hilfeleistung will ich da gar nicht reden. Da die Erstattung von Auslagen nicht durch Eurail, sondern die jeweils verursachende Bahn erfolgen muss, sehe ich da außerhalb des DACH-Raums und wenigen anderen Ländern auch eher wenig Erfolgschancen.
Du hast gar nicht erst vor, die Kosten für die Reservierung geltend zu machen? Kannst ja bei beiden Bahnen versuchen und wenn beide ablehnen Dich an die jeweiligen Durchsetzungsstellen wenden. Da sind auf der EU-Seite folgende Adressen benannt:
Frankreich:
Direction Générale de la Concurrence, de
la Consommation et de la Répression des
fraudes - D.G.C.C.R.F. (Directorate
General for Competition, Consumption and
Anti-Fraud)
Tel. : +33 144 871 717
www.service-public.fr
Online complaint form: https://signal.conso.gouv.fr/
Spanien:
Ministerio de Transportes, Movilidad y Agenda Urbana
(Ministry of Transport, Mobility and Urban Agenda)
Tel.: +34 915 977 000
www.mitma.es
https://transport.ec.europa.eu/transport-themes/passenger-rights/national-enforcement-b...
Bringt vielleicht einen Erkenntnisgewinn.
Hilfe bei der SNCF allgemein
bahnfahrerofr., Mittwoch, 21.06.2023, 17:06 (vor 993 Tagen) @ Barzahlung
bearbeitet von bahnfahrerofr., Mittwoch, 21.06.2023, 17:07
Du hast gar nicht erst vor, die Kosten für die Reservierung geltend zu machen?
Naja, gefühlsmäßig halte ich es für angebracht, das zu tun, man muss aber halt auch die Erfolgsaussicht mit im Auge behalten.
In Falle des verweigerten Hotelgutscheins habe ich Bahnens und dem EBA ja auch geschrieben. Da habe ich zumindest bei letzterem wenigstens die Aussicht darauf, dass man sich die Sache wenigstens anschaut. Und an Herrn Dr. Lutz aka zentraler Kundendialog hab ich auch geschrieben, als man kürzlich bei der SNCF in Paris so gar keinen Bock auf die gestrandeten DB-Reisenden hatte. Aber in dem Fall ist es denke ich eher müßig - bei RENFE scheitert es meines Wissens nach schon an einer geeigneten Kontaktmöglichkeit. Der Schaltermensch hat mir ja sogar ernsthaft vorgeschlagen, "Reclamaciones" bei den Franzosen einzureichen, schließlich seien die schuld.
Das kann man natürlich über deren Web Formular mal probieren. Es gibt in DSO einen Nutzer, der nach meinem Wissenstand einen höheren dreistelligen Betrag an Auslagen (neue Reservierungen/Tickets aufgrund komplett zerschossener Reisekette wegen NV-Streik in Südfrankreich) versucht hat bei der SNCF einzureichen. Trotz Einschreiben und Mahnung kam nicht mal eine Antwort. Daher sehe ich jetzt keine so große Chance darauf, dass sie ausgerechnet mir die 21,xx € erstatten (zumal ich ja nicht mal eine Bescheinigung über der Anschlussbruch habe, der evtl. offiziell gar keiner war).
Kannst ja bei beiden Bahnen versuchen und wenn beide ablehnen Dich an die jeweiligen Durchsetzungsstellen wenden. Da sind auf der EU-Seite folgende Adressen benannt:
Wäre ja eigentlich auch eine interessante fahrgastrechtliche Frage, welche Bahn hier der richtige Ansprechpartner wäre.
Erkenntnisgewinn FGR Spanien
bahnfahrerofr., Donnerstag, 03.08.2023, 10:29 (vor 950 Tagen) @ Barzahlung
Du hast gar nicht erst vor, die Kosten für die Reservierung geltend zu machen? Kannst ja bei beiden Bahnen versuchen und wenn beide ablehnen Dich an die jeweiligen Durchsetzungsstellen wenden. Da sind auf der EU-Seite folgende Adressen benannt: [...]
Bringt vielleicht einen Erkenntnisgewinn.
Also, ich habe jetzt spaßeshalber mal die Reservierung bei SNCF und Renfe eingereicht. Die Franzosen brauchen derzeit ca. 2 Monate für die Bearbeitung der Anfragen über das Webformular, hieß es. Immerhin kann man dort was hochladen (wenn auch nicht bei jedem Anfrageformular).
RENFE vermeidet bekanntlich die Angabe einer Mailadresse. Dennoch habe ich eine gefunden, die auch noch existiert ("After-Sales-Service", klingt nicht mal so falsch). Eine Antwort gab es auch (Rückübersetzung ins Deutsche):
In Bezug auf Ihre unter der E-Mail-Adresse posventaviajeros[AT]renfe.es eingegangene Post teilen wir Ihnen mit, dass die folgenden offiziellen Kanäle für die Einreichung von Beschwerden vorgesehen sind:
-Web-Formular: https://www.renfe.com/es/es/ayuda/contactar-renfe
-Telefonnummer für Vorfälle und Beschwerden: 900 878 333
-Beschwerdeformulare sind in den Bahnhöfen und an Bord der Züge erhältlich.
Wir bedauern daher, dass wir Ihre Anfrage nicht bearbeiten können, und wären Ihnen dankbar, wenn Sie die oben beschriebenen Kanäle für eine Beschwerde nutzen könnten
Mit freundlichen Grüßen
Online-Kundendienstzentrum, Abteilung Kundenerfahrung und Zugänglichkeit
Da das Webformular keine Möglichkeit bietet, einen Anhang hochzuladen, und zudem eine Zeichenbegrenzung hat, ist die einzige Möglichkeit einer Einreichung wohl, in Spanien vor Ort ein Beschwerdeformular auszufüllen. Diese Formulare werden wohl recht zuverlässig bearbeitet, weil es in Spanien entsprechende nationale Gesetze dazu gibt.
Theoretisch könnte man wohl auch einen Brief nach Madrid senden, aber auf die Auslagen dafür habe ich wegen 20 Euro nicht so richtig Lust...
Danke für die Bestätigung ...
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 13.06.2023, 20:43 (vor 1001 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von Der Blaschke, Dienstag, 13.06.2023, 20:44
Hey.
Ich habe mit den Franzosen aktuell einfach großes Pech
alles psychisch. Du musst positiv denken.
Jedenfalls war der Plan von Strasburg nach Madrid zu fahren (...) Ich bin da auch angekommen
Ha! Was sag ich! Wir haben noch keinen dauerhaft verloren! Wird hier wieder bestätigt.
im Gegensatz zum ersten TGV nach Paris der eigentlich nie ausfällt
Eigentlich? Also fällt er doch öfters aus ...
Der nächste (=zweite und letzte) TGV sei zwar ausgebucht, aber man werde eine Mitfahrt ermöglichen, hieß es. Schriftlich gab es nix. Die Schweizer beschlossen daraufhin über Cerbere zu fahren, was nur eine knappe halbe Stunde spätere Ankunft in Barcelona bedeute, trotz ausgedehntem Aufenthalt.
Die haben es verstanden: NIEMALS auf Hilfe vertrauen, sondern selbst handeln.
Ich lobe Schweizer ...
Also unterm Strich bin ich froh dass ich dann kurz vor Mitternacht noch ankam und kein Hotelzimmer für 200€ in Barcelona bezahlen musste, und die weitere Planung auch nicht beeinflusst wurde. Die Mehrkosten für Flix und die gut 20 € für neue AVE-Reservierung hielten sich auch in Grenzen.
Ziel erreicht. Unbeschadet alles überlebt. Etwas Aufpreis für viel Abenteuer.
- auch die SNCF kocht nur mit Wasser und kann regelmäßig großen Bockmist verursachen
Also ein modernes Unternehmen. Wer erwartet heutzutage noch, dass Dinge reibungslos funktionieren.
- von Hilfeleistung will ich da gar nicht reden.
Da sollte man generell nie sonderlich viel erwarten.
Ich schrieb schon 1998 (oder so) der DB, dass ich Bahnreisen verstanden habe: Fahre frühzeitig los, plane reichlich Alternativen, und erwarte niemals, den nächsten Anschlußzug zu erreichen.
So kommt man prima klar. Hat bei dir ja auch geklappt!
Alles in allem also wenig empfehlenswert, bleibt für "Otto Normal" weiterhin nur der Flieger.
Den Otto Normal ja auch nimmt! Alles gut also.
- ich rate eher dazu das Geld für dem Umweg über Paris in die Hand zu nehmen, wenn einem die pünktliche Ankunft in Barcelona wichtig ist.
Schlimm, was aus Interrail geworden ist. Früher fuhr man los und ließ sich treiben. Heute muss alles bis ins Detail vorgeplant werden. Das hat mit Interrail nichts mehr zu tun.
Unabhängig davon würde es mich interessieren wie das Malheur überhaupt passieren konnte. Der Schaffner wird sich die kurzfristige Änderung des Umstiegs kaum selbst ausgedacht haben, also muss die Anweisung wohl eher aus irgend eine Leitstelle/Zentrale gekommen sein. Diese hätte widerum wissen sollen, dass der 9713 zu dem Zeitpunkt bereits in Nimes abgefahren war.
Warum soll es da besser laufen als hierzulande? So ein Chaos ist modern! Überall Überforderte an den Schaltstellen. Wenig Kompetenz. Wenig Ahnung. Wenig Befugnisse. Wenig Interesse. Hauptsache, die Karriere geht voran.
Schöne Grüße von jörg
Danke für die Bestätigung ...
bahnfahrerofr., Dienstag, 13.06.2023, 23:13 (vor 1001 Tagen) @ Der Blaschke
Da schreibst du wohl viel Wahres ;-)
In einem Punkt muss ich dir aber widersprechen:
Schlimm, was aus Interrail geworden ist. Früher fuhr man los und ließ sich treiben. Heute muss alles bis ins Detail vorgeplant werden. Das hat mit Interrail nichts mehr zu tun.
Das liegt aber zum großen Teil auch an dem Reservierungszirkus in Verbindung mit knapp bemessenen (oder: sehr rentabel ausgelasteten) Kapazitäten gerade in FR und ES. Wochenlang ausgebuchte Züge sind da leider im Sommerhalbjahr regelmäßig anzutreffen. Und Alternativen in Form von parallelen ICs die es früher wohl noch gab, existieren auch nicht mehr wirklich. Dass der Nahverkehr in den Ländern nicht als Alternative taugt, hatten wir glaube ich erst kürzlich in einem anderen Thema.
Jetzt sitze ich in Portugal, es ist Streik, aber der Streikfahrplan wird völlig akkurat eingehalten und es gibt gar kein Chaos. Voll langweilig.
VG
Hilfe bei der SNCF allgemein
badenpony, Donnerstag, 23.01.2025, 22:39 (vor 411 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Liebe Forumsmitglieder,
ich bin frisch dabei im Forum und hoffe auf Hilfe von Reiseerfahrenen...
Ich habe ein paar Fragen/Gedanken zu einer geplanten Reise. Ich möchte erstmals mit Frau und Kind (9J) in die Bretagne reisen, Abfahrtsort Karlsruhe, Zielort Quimper. Einfache TGV Reisen nach Paris habe ich schon unternommen, und generell ist auch im deutschen Bahnverkehr Reiseroutine vorhanden, aber mit den Besonderheiten der Reservierungspflichten etc rund um den TGV und wie streng die dortigen Regeln durchgesetzt werden kenne ich mich nicht aus.
Zur Vergünstigung werde ich eine Carte Avantage kaufen. Das Reisedatum wird ein Samstag im August sein (vsl. 23.8.), das Buchungsfenster ist noch nicht geöffnet, aber ich möchte gut vorbereitet sein. Eine zeitlich unglaublich gute Verbindung wäre der TGV Inoui 9578 Karlsruhe Paris (Ankunft 10.06 Uhr) mit Weiterfahrt mit TGV Inoui 8715 um 10.57 Uhr nach Quimper (Ankunft 14.34 Uhr). 51 Minuten für den Bahnhofswechsel in Paris sind sicherlich nicht komfortabel, aber nach allem, was ich so gelesen habe, bei pünktlicher Ankunft und mit in der App gekauften Metro Tickets doch machbar? Die Alternative, um von Paris nach Quimper weiterzureisen, wäre TGV Ouigo 7615 (Abfahrt Paris 12.57 Uhr, Ankunft Quimper 17.00 Uhr), dann mit langer Wartezeit in Paris und deutlich späterer Ankunft in Quimper. Da wir am Zielort noch einen Mietwagen übernehmen und noch ca 2 Stunden Autofahrt vor uns haben, käme uns die frühere Ankunft natürlich gelegen. Nun frage ich mich, ob ich die Verbindung mit dem knappen Anschluss doch einfach buchen soll. Dann frage ich mich, was passiert, wenn der TGV nach Paris verspätet ist, so dass ich den Anschluss nicht erreiche. Wie realistisch ist es dann, auf den späteren TGV Ouigo wechseln zu können, wird die SNCF da kulant sein, und ist das überhaupt realistisch, dort dann einen Platz zu bekommen? Lässt man uns dann auch ohne Platzreservierung mit? Oder stehe ich dann in Paris mit Erstattungsanspruch, aber ohne Weiterfahrt ans Urlaubsziel? Wie ausgebucht sind die Ouigo samstags? Würde mir die Option einer kostenlosen Vorbuchung was nutzen? Oder kann man im späteren Zug einfach Sitze reservieren, ohne ein Ticket zu bezahlen? Haltet ihr den Umstieg in Paris für unrealistisch und würdet gleich den späteren Ouigo nehmen? Ich wäre für jede Form von Ratschlag oder Erfahrungen dankbar. Herzliche Grüße
Eigene Erfahrungen
kcp, Freitag, 24.01.2025, 07:48 (vor 410 Tagen) @ badenpony
Bonjour,
aus eigender Erfahrung: 51 Minuten Umstieg in Paris sind sportlich, aber machbar. Mein persönlicher Rekord in der Gegenrichtung vom Ausstieg aus dem TGV in Montparnasse bis zum Bahnsteig im Gare de l'est 25min mit viel Rennen und nur einem Rucksack als Gepäckt. Metroticket hatte ich schon und eine Metro kam auch direkt. Die reine Fahrzeit der Metro ist ~15min aber vorallem in Montparnasse ist der Weg vom Bahnsteig bis zum Metrogleis weit. Und wenn ein oder zwei TGVs die Reisenden am Bahnsteig abkippen braucht man auch einige Minuten von der Zugtür bis zum Bahnsteigende.
Daher suche ich wenn möglich Verbindunden mit 1,5-2h Stunden Umstieg in Paris. Finde ich einfach entspannter. Oder ich versuche Paris ganz zu umfahren (s.u.).
Generell: Wie hast Du die Verbindung gefunden? Im Sommer rührt die SNCF den Fahrplan oft ordentlich durch und gerade in Richtung von Urlaubsregionen wie der Bretagne ändert sich der Angebot.
Wen was schief geht: Einfach in einen anderen TGV einsteigen geht nicht. Man braucht dafür eine Freigabe/Reservierung, weil am Bahnsteig schon eine Ticketkontrolle erfolgt. Die Freigabe/Reservierung bekommt man - sofern der Zug nicht ausgebucht ist, unproblematisch bei der Info oder am Schalter.
Ist der Zug ausgebucht, braucht es etwas mehr Überredungskunst, damit man auf dem "Notsitz" mitfahren kann. Wenn man sein Problem auf Französisch schildert, gibt das gleich ein paar Pluspunkte :-).
Einfach so auf den Ouigo wechseln geht auch nicht, weil das ein komplett separiertes Produkt vom restlichen TGV-Verkehr ist. Was ich aber im Streikfall schonmal gemacht habe, als mein TGV ausfiel, war ein Ouigo-Ticket zu kaufen, weil der fuhr und das hinterher zur Erstattung einzureichen. Bei Fahrgastrechten in Form von Erstattungen sind meine Erfahrungen mit der SNCF der positiv: Da ist die sehr kulant unterwegs.
Was gegebenenfalls auch noch Optionen sein könnten, die Du Dir anschauen könntest: Von Strasbourg gibt es direkte TGVs nach Rennes bzw. Nantes und von da dann per TER/TGV weiterzufahren. Auch beim TER müßte man auf die Sommerfahrpläne warten, um zu sehen, was und wann die fahren. Spart halt den Umstieg in Paris.
Der SNCF Reiseauskunft muß man für diese Paris-Umfahr-TGVs ggf. ein wenig auf die Sprünge helfen und bspw. Massy als Zwischenhalt angeben, sonst spuckt die die evtl. nicht aus, weil diese Fahrten i.d.R. etwas länger dauern als die mit Umstieg in Paris (diese TGVs nehmen diverse der kleinen Bahnhöfe an den LGVs mit wie bspw. Lorraine TGV wo die meisten TGVs Paris-Strasbourg durchfahren).
Ich hoffe das hilft ein wenig weiter.
Bon voyage und viel Spaß in einer sehr schönen Ecke Frankreichs
Charly
Eigene Erfahrungen
bahnfahrerofr., Freitag, 24.01.2025, 09:33 (vor 410 Tagen) @ kcp
Ich möchte mich da ganz überwiegend dem Karl anschließen.
Mit Frau und Kind rate ich von Übergängen unter 1 Stunde nach Montparnasse dringend ab. Das macht nur unnötig Stress. Und dann reden wir von der Hauptreisezeit, wo du auf jeden Fall mit einer Ausreservierung der folgenden Züge rechnen musst (unabhängig von der Frage ob sie einen in dem Fall auf Ouigo umbuchen, was ich auch sehr interessant finde).
Mit Kind hat man vielleicht noch einen kleinen Bonus, notfalls doch ohne Reservierung mitgenommen zu werden, aber ansonsten kann es auch einfach passieren dass man in Paris strandet. Spontane Hotel Übernachtungen in Paris im August machen wenig Freude.
Ich würde an deiner Stelle auch dazu raten, möglichst einen "intersecteur" TGV zu nutzen und nicht in Paris umzusteigen.
Ergänzung
bahnfahrerofr., Freitag, 24.01.2025, 09:41 (vor 410 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Ansonsten: ja, wenn man es darauf ankommen lässt, schafft man den Umstieg nach Montparnasse in 25 Minuten, wenn man Metro Ticket bereit hält und ganz vorne an der ersten Türe aussteigt. Mit Rucksack und ohne Kind. Spaß macht es nicht. Hatte das schon mal, als der eigentlich gebuchte TGV ab Straßburg ausgefallen ist und man alle Fahrgäste auf den Zug ca. 30 Minuten später verwiesen hat. Die Umstiegszeit hat sich damit halbiert. Es war zudem mein erster Umstieg in Montparnasse seit 5 Jahren und ich hatte den Fußweg nicht mehr ganz im Kopf. Am Ende waren noch 4 Minuten übrig, mit der nächsten Metro wäre es in die Hose gegangen. Auch an dem Tag waren alle folgenden Züge nach Bordeaux bzw. Hendaye ausgebucht, keine Ahnung was sie sonst mit uns gemacht hätten.
Ergänzung
EK-Wagendienst, EGST, Freitag, 24.01.2025, 10:34 (vor 410 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von EK-Wagendienst, Freitag, 24.01.2025, 10:35
Ansonsten: ja, wenn man es darauf ankommen lässt, schafft man den Umstieg nach Montparnasse in 25 Minuten, wenn man Metro Ticket bereit hält und ganz vorne an der ersten Türe aussteigt. Mit Rucksack und ohne Kind. Spaß macht es nicht. Hatte das schon mal, als der eigentlich gebuchte TGV ab Straßburg ausgefallen ist und man alle Fahrgäste auf den Zug ca. 30 Minuten später verwiesen hat. Die Umstiegszeit hat sich damit halbiert. Es war zudem mein erster Umstieg in Montparnasse seit 5 Jahren und ich hatte den Fußweg nicht mehr ganz im Kopf. Am Ende waren noch 4 Minuten übrig, mit der nächsten Metro wäre es in die Hose gegangen. Auch an dem Tag waren alle folgenden Züge nach Bordeaux bzw. Hendaye ausgebucht, keine Ahnung was sie sonst mit uns gemacht hätten.
Die Zeit von der Metrostation der Linie 4 bis zum Bahnsteig sind einige Hundert Meter,
hinzu kommt, das zwei Minuten vor der Abfahrtszeit ein Tor geschlossen wird, und man dann nicht mehr auf den Bahnsteig kommt, und auf der Linie fahren immer zwei TGV Einheiten, eine nach Quimper und eine nach Brest, und wenn man Pech hat ist die nach Quimper auch noch die vordere.
Wie es aber aussieht wird der TGV in Strasbourg nicht mit einem zweiten Zug gekuppelt, denn dann ist der aus Stuttgart hinten, und die Wege in Paris Est, sind dann auch schon mal mindestens 200 Meter mehr, und man sollte sich in dem Bahnhof auskennen, wie man zur Metrolinie 4 kommt, die Fahrkarten in der App lösen ist schon mal gut, sonst entstehen da gleich lange schlangen, dann kann es auch sehr hilfreich sein, über den Bahnhofsvorplatz zu einem anderen Eingang zu gehen, da ist dann meistens nicht viel los.
Einiges an Gepäck wird man ja auch noch bei sich haben.
wie schon geschrieben, ohne Reservierung wird man in keinen TGV kommen, die ist manchmal sogar "wichtiger" als die eigentliche Fahrkarte, merkt man leicht wenn man mit Interrail fährt, was genau betrachtet wird.
Ein umbuchen auf OUIGO halte ich für ausgeschlossen, und in den Ferien am Samstagmorgen werden die Züge bestimmt ausgebucht sein.
Der Vorverkauf beginnt irgend wann im März, wenn alle Züge bis zum Ende der Sommerferien frei gegeben werden.
Einfach jetzt mal die Verbindung bei der SNCF suchen: https://www.sncf-connect.com/de-de/
Da gibt es dann die Möglichkeit sich ein Mail senden zu lassen, wann die Buchung geöffnet wird.
--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.
Vielen Dank
badenpony, Samstag, 25.01.2025, 10:22 (vor 409 Tagen) @ EK-Wagendienst
Hallo zusammen, ganz herzlichen Dank für die hilfreichen Infos und die Einschätzungen, das ist ja super hier im Forum, so viel Hilfe! @Charly:Tatsächlich hatte ich noch keine Info über die Züge im Sommer, ich war einfach davon ausgegangen, dass alles fährt wie im Frühjahr...aber das ist gut zu wissen, dass zu unserer Reisezeit alles anders sein kann. Hoffentlich sieht man den Fahrplan schon rechtzeitig vor dem Buchungsstart. Und ich werde mal nach den Zügen mit Parisumfahrung schauen und ansonsten mit ordentlich Puffer in Paris planen.
Ganz herzlichen Dank!
Vielen Dank
badenpony, Montag, 27.01.2025, 18:36 (vor 407 Tagen) @ badenpony
Hallo liebe Community,
doch nochmal eine Frage zur Reise Karlsruhe - Quimper am 23. August, falls ich doch mit nur einem Umstieg in Paris buchen würde und nicht die Strasbourg-Rennes-Verbindung - Wenn ich mir in der DB App die ICE und TGV Züge Karlsruhe Paris anzeigen lasse, dann wird bei der DB geschrieben, dass eine Buchung ab 25.2. für eine Reise am 23.8. möglich ist - also vermutlich 180 Tage vorher.
Meines Wissens nach gibt es ja bei der SNCF dann eher eine blockweise Buchungsfreigabe. Heißt das, dass die Züge nach Paris bei der DB eventuell früher buchbuch sind als bei der SNCF? Lieber würde ich natürlich dann die Reise bis Quimper als eine SNCF Buchung machen, aber ich möchte natürlich auch nicht, dass der Zug dann schon durch die DB Seite ausgebucht ist... was wäre Euer Rat? Gerade mit Carte avantage wäre die SNCF-Buchung wahrscheinlich besser, oder?
Herzlichen Dank und viele Grüße
Buchungsfreigaben
kcp, Dienstag, 28.01.2025, 06:33 (vor 406 Tagen) @ badenpony
Generell gilt folgendes:
- Die Deutschland-Paris-Züge gehen bei SNCF und DB 6 Monate vorher in den Verkauf
- Innerfranzösische TGVs bei der SNCF ca. 3 Monate vorher
- TERs je nach Region 3-6 Monate vorher
Aber: Die SNCF macht auch mehrmals im Jahr Blockfreigaben von größeren Zeiträumen. TGVs für Juli/August gehen lt. der SNCF-Seite L'ouverture des ventes am 12. März in den Verkauf.
Du könntest also schauen, ob Du Dir Ende Februar schon Paris-Tickets holst und dann im März den Rest. Die SNCF bietet im Gegensatz zur DB recht großzügige Stornoregeln (bspw. bis 7 Tage vor Abfahrt gebührenfreie Erstattung), sodaß Du auch erstmal den Paris-Teil buchen könntest und später stornieren, falls Du doch nicht über Paris fahren willst.
Randmerkung, weil mich das gerade persönlich betrifft: Einzelne Tage/Wochenenden können, obwohl sie im freigegenben Zeitraum liegen, trotzdem für Buchungen gesperrt sein, wenn die Baufahrpläne noch nicht feststehen. Da ist die SNCF rigoroser als die DB: Erst wenn der Fahrplan endgültig steht, gehen die Züge in den Verkauf. Da hilft ein Blick auf die Baustellenseite um zu wissen, was los ist.
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
Tim Nabel, Donnerstag, 08.06.2023, 10:09 (vor 1006 Tagen) @ Mike65
Was passiert eigentlich, wenn man ohne Reservierung in einem ICE oder TGV fahren oder nach Paris fährt?
Reisetag komplett ausgebucht - Ticket am Folgetag nutzbar?
bahnfahrerofr., Donnerstag, 08.06.2023, 10:14 (vor 1006 Tagen) @ Tim Nabel
Das hängt vom Personal ab. Ich habe das mal gemacht und es kam einfach gar keine Kontrolle. War sehr voll und einige vom vorher ausgefallenen Zug ohne Reservierung an Bord. Was man aber hinter Straßburg sicher nicht machen wird: einen Extra-Halt zum Rauswurf.
Das französische und deutsche Personal...
pankower99, Donnerstag, 08.06.2023, 15:05 (vor 1006 Tagen) @ Tim Nabel
...stellt dir eine nette Summe für die Nachreservierung in Rechnung. War nicht zu wenig, wahrscheinlich so 30 Euro pro Person, wenn ich mich recht entsinne. Und da der TGV sonst voll war, haben wir uns mit einer dieser Bänke neben den Toiletten im Oberdeck begnügen müssen.
Business Premiere
Mike65, Freitag, 09.06.2023, 00:26 (vor 1006 Tagen) @ Mike65
Ich habe sicherheitshalber ein Business-Premiere Ticket gekauft, habe da wohl eines der letzten ergattert, ab Mittag war auch hier alles dicht. Zwar nur bis Strassburg, aber von dort sollte es möglich sein, nach Deutschland weiterzukommen, notfalls im NV. Laut SNCF läßt sich die Fahrkarte auch auf einen bereits ausreservierten Zug noch umbuchen. Vermutlich werden da einige Plätze freigehalten.
Das DB-Ticket werde ich dann spätestens Samstag stornieren.