Hochgeschwindigkeitsträume - Europa (Allgemeines Forum)
Guten Morgen,
an dieser Stelle mache ich mal einen neuen Hochgeschwindigkeitsthread auf. Basis ist ein Artikel in der dänischen Wochenzeitung Ingeniøren. Ich fasse den dänischsprachigen Aufsatz zusammen.
Im Zusammenhang mit der baldigen Verknüpfung des spanischen und des französischen HGV-Netzes unterschrieb EU-Verkehrskommissar Siim Kallas ein Memorandum of Understanding, um eine südeuropäische Eisenbahnachse (Frankreich - Spanien - Portugal) zu verwirklichen. Dieses Memorandum soll sicherstellen, daß dieses internationale Projekt in den betreffenden Ländern hohe Priorität genießt.
Daneben wurden Pläne für zwei neue Hochgeschwindigkeitsstrecken vorgestellt:
1) Korridor Lyon - Budapest
Diese Strecke sei lange erwartet, verbindet sie doch zwei dicht besiedelte Gegenden, die durch den Eisernen Vorhang getrennt waren. Geplant ist ein Verlauf Lyon - [Turin - Mailand] - Trieste – Koper – Divaca – Ljubljana – Budapest - urkainische Grenze.
2) Rail Baltica
Eine Verbindung zwischen den baltischen Hauptstädten, Warschau und Berlin. Eventuell mit Tunnel nach Helsinki/Helsingfors.
[Anmerkungen von mir:
- Unter der Voraussetzung, die polnisch-litauische Grenze zu überqueren, wäre die Anbindung von Wilna/Vilnius ein Umweg. Ich würde die direkte Verbindung über Kaunas und Šiauliai bevorzugen, aber bitte außer Sicht- und Hörweite zum Kryžių kalnas (die lettischsprachige Karte bei Wikipedia sieht die direkte Verbindung als Hauptroute).
- Die Eisenbahn spielt in den baltischen Staaten trotz mittlerweile angelaufener Neubeschaffung von Fahrzeugen derzeit eine sekundäre Rolle. Die Busse haben ihr den Rang abgelaufen.
- Aus Direktheitsgründen wäre eine Führung zwischen Reval/Tallinn und Riga entlang der Rigaer Bucht zu bevorzugen, allerdings würde mit Dorpat/Tartu Estlands zweitgrößte Stadt - nebst bedeutender Unversität - abgehängt werden.]
Das unterschriebene Memorandum unterstreicht die Bedeutung für die notwendige Zusammenarbeit.
Im Rahmen des Ten-T-Netzes sind die neuen HGV-Korridore durch die EU förderfähig.
Für drei weitere Projekte (Paris - Budapest, Berlin - Palermo und Athen - Dresden) bedeutete die Konferenz einen Schritt vorwärts, da drei hohe EU-Beamte zu Projektkoordinatoren ernannt wurden.
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Soweit die kommentierte Wiedergabe des Aufsatzes, der keinen Zeithorizont nennt. Zu erwähnen wären ferner die schwedischen Pläne für eine Schnellstrecke, die drei Äste nach Stockholm, Göteborg und Helsingborg mit einer Verzweigung bei Jönköping umfassen soll. Diese mit einem neuen Öresundtunnel an die neue Schnellstrecke südlich Kopenhagens angeschlossen, würde Deutschland auch unter Druck setzen, ein vernünftiges Zukunftskonzept für die Strecke Hamburg - Puttgarden vorzulegen.
Viele Grüße, Sören
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