Superzug auf Schleichfahrt [aus spiegel.online] (Allgemeines Forum)

Jörg, Freitag, 11.06.2010, 07:58 (vor 5885 Tagen) @ Heeni
bearbeitet von Jörg, Freitag, 11.06.2010, 07:58

Der Artikel ist leider nur teilweise zutreffend.

Zum Beispiel Frankfurt am Main. Der Südbahnhof ist zwar gut an U- und S-Bahn angebunden. Aber um ihn als Zentrumsnah zu bezeichnen liegt er auf der falschen Seite vom Main. Die allermeisten Hochhäuser liegen nördlich des Mains zwischen Hauptwache und dem Hauptbahnhof und sind damit fußläufig von diesem in kurzer Zeit zu erreichen, während man vom Südbahnhof erst mit U- oder S-Bahn die Mainseite wechseln und damit einmal mehr umsteigen müßte.

Das zweite was der Artikel nicht berücksichtigt ist die Reisezeit von Haustür zu Haustür. Was nützt mir eine Rekordreisezeit zwischen zwei außerhalb von Mittelzentren gelegenen Hauptbahnhöfen, wenn sich die Reisezeit von Haustür zu Haustür dadurch nicht verbessert und die Reisenden statt zwei bis dreimal ; vier bis fünfmal umsteigen müssen, was die Wahrscheinlichkeit eines pünktlichen erreichen des Zielortes unwahrscheinlicher macht.

Sinnvoll im Bezug auf Reisezeit und Anbindung der Mittelzentren ist eine "4 Gleisige" Lösung bestehend aus zwei durchgehenden Hauptgleisen und einem 2 Gleisigen Byppass um die Mittelzentren anzubinden. Leider ist diese Lösung bei Betrachtung der Kosten und der Landschaftszerschneidung und der Lärmemission nicht das Optimum.

Der Kompromiß sieht dann so aus wie bei Limburg und Montabaur. Kann aber auch so aussehen wie er gerade in Coburg gebaut wird. Ich bin für letzteres.

Die Halte Montabaur und Limburg mit dem verbrennen von Energie gleichzusetzen halte ich aber für sehr anmaßend. Erstens bin ich immer wieder erstaunt wie viele Reisende dort ein und aussteigen und wie voll die Parkplätze an diesen Bahnhöfen sind. Und zweitens ist mir jeder Bahnkunde der vom Auto umsteigt recht. Ich empfinde die Energie (die für einzelne wenige Züge und nicht wie der Artikel impliziert für alle auf dieser Strecke verkehrenden Züge) aufgewendet wird daher nicht als verbrannt sondern als gut investiert.
Grüße Jörg


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