Fieser Vinter beim verrückten Finnen-Volk – 1/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Samstag, 04.03.2023, 21:52 (vor 1113 Tagen) @ Krümelmonster

Über Nacht hatte es sich zugezogen und im Zuge dessen spürbar erwärmt. Es waren jetzt nur noch so minus 5 Grad, das änderte sich im Laufe des Tages nicht mehr und selbst in den nächsten Tagen kaum.^^ Fast die gesamte restliche Zeit sollte die Temperatur zwischen minus 2 Grad und minus 6 Grad bleiben.
Am nächsten Tag verließ ich Tampere morgens mit dem Zug. Meine Abfahrt war kurz nach 8, erst eine halbe Stunde begann es ganz zögerlich zu dämmern. Erst nach 9 Uhr war es dann halbwegs hell, sodass man die letzte halbe Stunde etwas erkennen konnte. Die Strecke war nicht die klassische skandinavische Kombi von Seen & Wald, sondern es gab auch viele Freiflächen. Seen hab ich keine gesehen.^^
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44 Pendolino & Wikingervectron morgens in Tampere
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45 – 46 E-Urviech, Gattung Sm1 oder Sm2
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47 Minidiesel
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48 Minidiesel & Russenloks
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49 Meiner! Die Lok mit Schweizer Migrationshintergrund (Spitzname übrigens: Kuckucksuhr – Humor haben die Nordmenschen ja :D) hat nur drei Wagen im Schlepptau^^
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50 Obwohl der Zug in keiner einzigen offiziell schwedischsprachigen Gemeinde hält, ist auch hier die Anzeige des Zielortes zweisprachig
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51 Knochen
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52 Wenn ich schon kein Bild vom Bahnhofsschild geschafft habe, muss eben das hier aus der Knochen-Stadt herhalten^^
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53 Das knochige Bahnhofsgebäude
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54 Im Nokia-Land gibt es in den Zügen eine "Telefon-Zelle", wo man man seinem Knochen reingehen kann und telefonieren kann, ohne die Mitreisenden zu stören. (Längst nicht jeder tut das.^^)
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55 Ein anderes altes Bahnhofsgebäude auf der Strecke, und zwar in Karkku
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56 Zwanzig vor neun beginnt es ganz zögerlich zu dämmern
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57 – 58 Morgens um 9 irgendwo in Südfinnland
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59 Zwanzig vor zehn angekommen in Pori
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60 Weiter geht’s damit
20 min nach Ankunft in Pori fuhr ich mit dem Bus weiter. Die Stadt, die ich heute besuchen wollte, besitzt zwar Gleisanschluss, aber in der dünn besiedelten Landschaft fahren nur Güterzüge.^^ Deshalb bleibt nur der Bus ab Pori (1 h) oder Turku (2h). In der weiten Landschaft sah ich bald einen LKW von – ratet! … Jap, DB Schenker.^^ In der absoluten Wildnis von Peltomaa stieg tatsächlich jemand aus und lief zu Fuß weiter. :-O Die Fahrt war landschaftlich zwar nicht spektakulär, aber jetzt am Anfang, wo ich die skandinavische Landschaft noch nicht gewohnt war, fand ich sie recht kurzweilig.
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61 – 62 Winterdienst auf Finnisch :-/
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63 Huomio, hirvi!/Obs, älg!
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64 Durch die weite Landschaft
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65 Ja, das zwischen LKW und Mittelleitplanke ist tatsächlich die zweite Spur^^
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66 Guter Winterdienst

Mein Ziel war Rauma, eine Stadt mit 40.000 EW an der südlichen Westküste. Das Stadtzentrum ist allerdings noch ein ganzes Stück vom Meer entfernt. Es ist geprägt von einem herrlichen Ensemble alter skandinavischer Holzhäuser, die meisten stammen aus dem 19. Jahrhundert.
Ich wusste schon, dass es in Skandinavien weniger üblich ist, abends ins Restaurant zu gehen (völlig anders als in Italien, dort sind die Temperaturen eben abends am angenehmsten^^). In Skandinavien geht man stattdessen mittags. Dann ist das ganze auch erheblich günstiger. ;-) Beim örtlichen Nepalesen (asiatische Restaurants gibt es wirklich überall in Finnland haufenweise, selbst in den kleinen Städten und im Norden :D) erstand ich Lamm-njam-njam-Curry für nur 9,80 € – kaum teurer als in Schland.
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67 Pyhän Ristin kirkko, die Heilig-Kreuz-Kirche
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68 Am Rand der Altstadt von Rauma
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69 Wir wagen uns hinein
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70 Das alte Rathaus
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71 Büschn Schnee
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72 Aus der anderen Richtung
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73 Die Stadt ist bekannt für viele alte Holzhäuser
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74 Ich und mein Holz, ….
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75 Ich und mein Holz, …
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76 Ich und mein Holzi Holzi Holz!
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77 Dafür gehört sie sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe
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78 – 80 Diese Häuser sind vielleicht nicht ganz so stattlich wie jene im Zentrum, dafür werden sie als reguläre private Wohnhäuser genutzt.
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81 – 82 Wir streifen nochmal die Altstadt
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83 In dieser „Grün“-Anlage sollten die Ruinen einer mittelalterlichen Kirche erhalten sein. Es dauerte einen Moment, bis ich sie gefunden hatte. ;-)
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84 – 87 Noch mehr Holzhäuser
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88 – 89 Gassen
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90 – 92 Wir laufen mal Richtung Westen
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93 „Eis in der Waffel“ heißt dann übrigens jäätelötötterö
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94 Zur Abwechslung mal ein Gebäude aus Stein. Hier sitzt die Touri-Info.
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95 – 96 Noch mehr Holz
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97 Ein stattliches Gebäude
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98 Das Meeresmuseum
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99 Eine Holz-Kirche
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100 – 102 Wir gehen zurück Richtung Stadtzentrum

Buspreise in Finnland sind offenbar abhängig von der gefahrenen Strecke. Das führt dazu, dass die langsamsten Busse, die Umwege machen, die teuersten sind und die direkten Busse am günstigsten. Blöderweise fahren in dem dünn besiedelten Land letztere am seltensten. Für die Rückfahrt löhnte ich etwas mehr (ich glaube, es waren 7,50 € für 50 km, bei den sonstigen finnischen Preisen will ich mich nicht beschweren^^), der Bus fuhr zweimal von der Hauptstraße ab, um die Orte abseits der Straße zu bedienen. So musste niemand mehr in der Wildnis aussteigen und kilometerweit durch den Schnee laufen.^^ Im zweiten Ort fotografierte ich die Kirche des Ortes, als der Busfahrer etwas nach hinten rief. Ich machte ein fragendes Gesicht, er lief hinter und erklärte etwas auf Finnisch. Irgendwas mit Minuten konnte ich verstehen, offensichtlich war hier Pause, wie viele Minuten genau verstand ich nicht – nur dass es irgendwas zwischen 5 und 10 min waren. Jener Busfahrer war übrigens der absolut einzige Finne, den ich in der Woche dort oben getroffen habe, der kein Englisch konnte! Versuch das mal in Schland… Aber sich dann über die Franzosen aufregen. -.-
Nach 1:10 h, 20 min länger als am Vormittag, erreichte der Bus um 15:30 Uhr Pori. Ich stutzte ziemlich – es wurde schon wieder dunkel. :-O Damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet. Diesmal hatte ich 40 min Umsteigezeit. Der Zug kam schon bald an, man konnte gleich einsteigen und musste nicht in der Kälte warten. Im letzten Licht des Tages verließ der Zug um kurz nach vier Pori. Viertel vor sechs wurde Tampere erreicht. Preislich auch human war der Preis für die Gepäckaufbewahrung im Bahnhof mit 4 € – so konnte ich den Koffer im Bahnhof aufbewahren, konnte ihn in der Viertelstunde Umsteigezeit abholen und musste nicht das Ticket splitten (Tickets mit längerer Umsteigezeit können nicht gebucht werden, höchstens vielleicht an einem Schalter, aber die sind selten geöffnet bzw. in Pori gar nicht erst vorhanden). Von Tampere fuhr ich nun nach Helsinki. Alle Fernzüge aus Richtung Norden & Osten nach Helsinki halten im Großraum Helsinki zuerst in Tikkurila (Teil von Vantaa, der viertgrößten Stadt Finlands, zudem Umstieg zum Flughafen), dann in Pasila (nördliche Bezirke von Helsinki, zudem Umstieg Richtung Westen z. B. nach Espoo, direkt neben Helsinki gelegen die zweitgrößte Stadt Finnlands) und schließlich am Hbf. im Zentrum von Helsinki. Letzterer hatte meistens etwas weniger Fahrgastwechsel als die anderen beiden FV-Halte, weil man dort nur noch innerstädtische Umsteigemöglichkeiten hat (und tendenziell sogar weniger als ab Pasila). Die Fahrt von Tampere bis zum Hbf. dauerte 1:35 h. Am Ende standen wir hinter Pasila noch ein wenig rum, offenbar war es voll rund um den Hbf., Ankunft war dann mit + 5. Ich brachte erstmal meinen Koffer ins Hotel. Weit war es nicht, aber das Ding zu tragen ist halt auch schon bei kurzen Entfernungen ätzend.^^
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103 Sonderbare Buchstabenkombinationen im Bus
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104 „Wie komisch kann man ein Wort mit nur vier Buchstaben schreiben?“ – Finnland: „Ja.“
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105 Die Kirche von Eurajoki
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106 Ein Luvia sind ein paar min Pause
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107 Währenddessen knipste ich die hiesige Kirche
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108 Auch hier lauert eine Russenlok, während das örtliche Dieselviech einen Güterzug zusammenbastelt
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109 Die Anzeige der nächsten Züge ist ziemlich eintönig. Alle Züge fahren nach Tampere. (Ich glaube, es sind sieben am Tag). Ich dächte, ich hätte mal eine Direktverbindung nach Helsinki gesehen, war vielleicht nur rund um Weihnachten. Allerdings jeden Fall wären die Züge, die hier unterwegs sind, viel zu klein für Tampere – Helsinki, und aus Helsinki kommende Züge wären hier völlig überdimensioniert.
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110 Kurz vor 16 Uhr ist es schon wieder fast dunkel

Wegen Der Seuche mussten die Restaurants in Finnland alle schon um 20 Uhr schließen, Bestellungen konnten nur bis 19 Uhr aufgegeben werden. Ich war erst 19:40 Uhr angekommen. Um etwas zu essen zu jagen, blieben mir nur Hesburger oder Burger King im Bahnhof. Ist beides im Großen und Ganzen das gleiche, Hesburger ist bloß eine finnische Kette. Die Wahl wurde mir dadurch abgenommen, dass Hesburger das Menü nur auf Finnisch angeschrieben hatte. :p Klar wird auch dort Englisch gesprochen, aber ich hab immer gern einen Überblick über die Auswahl, bevor ich bestelle. Bei Burger King bekam ich einen Bacon King für 8 € und sechs mikroskopisch kleine Mozzarella Sticks für 3,25 €. Uff!

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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