Advent zwischen Schwarzwald und Lothringen | m. 85 B. (Reiseberichte)

TD, Sonntag, 25.12.2022, 10:42 (vor 1180 Tagen)

Hallo zusammen,

aus Zeitgründen ist schon seit längerer Zeit kein Reisebericht mehr von mir erschienen, Material gibt es mehr als genug. Eigentlich habe ich einen großen Bericht einer Sommertour aus dem Jahr 2020 in Arbeit, dafür habe ich schon über 600 Bilder bearbeitet. Bis der Bericht fertig ist, dauert es aber noch etwas.
Deshalb schiebe ich einen aktuellen vorweihnachtlichen Bericht einer kleinen Wochenendtour vom 3. Advent dazwischen, denn winterlicher Bilder mit Weihnachtsschmuck will im Sommer ohnehin niemand sehen. Ziel der erstklassigen Rundfahrt waren der Schwarzwald und die Vogesen.

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Auf die Reise hatte ich mehrere Familienmitglieder mitgenommen. Die offizielle Reisebeschreibung lautete: wir unternehmen eine Städtereise nach Nancy und besuchen die Weihnachtsmärkte in Straßburg und in der Ravennaschlucht.
Inoffiziell standen auf der Agenda die verkehrsroten Wale der SNCF für meine Fahrzeugsammlung, die Tramway de Nancy, die Bahnstrecke von Saint-Dié-des-Vosges durch die Vogesen nach Straßburg, der TGV nach Freiburg sowie die Ravennabrücke der Höllentalbahn.


Tag 1: Allensbach – Offenburg – Mannheim – Saarbrücken – Forbach – Metz – Nancy

Wir beginnen die Tour am Samstagmorgen in Allensbach am Bodensee. Es ist nass-kalt und Schnee ist angekündigt, in höheren Lagen ist es bereits weiß. Und so führt die Fahrt auf der Schwarzwaldbahn durch ein wunderbares Winter-Wunderland. Schon im Hegau liegt Schnee, das zweite Bild zeigt den Weiler Talmühle bei Engen, der früher einen Halt an der Schwarzwaldbahn hatte.

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Schloss Hornberg über den Dächern des gleichnamigen Schwarzwaldstädtchens ist im Schneetreiben nur schemenhaft zu sehen. Auch die weitere Fahrt hinab ins Gutachtal ist noch sehr winterlich, wobei es…

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…unten in der oberrheinischen Tiefebene dann mit der Winterpracht vorbei ist. Das Schneegebiet lag nur über dem südlichen Schwarzwald – aber das macht jetzt schon Hoffnung für die Rückfahrt am Folgetag. Wir fahren nun mit einem ICE 4 nach Norden, die Fahrt durch die Rheinebene bis Mannheim ist etwas verspätet aber ansonsten ereignislos.

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Die Umsteigezeit in Mannheim ist etwas kürzer als geplant aber noch gut ausreichend, so dass wir uns um den Anschluss nach Saarbrücken nicht sorgen müssen. Mit einem ICE der Baureihe 407 (Velaro D) geht es nach Westen, der Zug fährt nach Paris, wir werden jedoch nur bis Saarbrücken mitfahren.

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Bei Sonnenschein und blauem Himmel fahren wir durch den Oberrheingraben, an der Weinstraße und kurvenreich durch den Pfälzerwald sowie durch die Ebene des Landstuhler Bruchs. Der Zug ist pünktlich, mehr Sorge macht mir da die Situation in Frankreich. Da gibt es ein „mouvement social local“, was ich als Streik interpretiere. Jedenfalls fällt deswegen unser Anschlusszug von Saarbrücken nach Metz aus. Aber der Zug eine Stunde später soll fahren und wir haben noch Luft im Reiseplan.

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Gut, Saarbrücken stand jetzt für heute nicht auf dem Reiseplan. Das müssen wir der Familie halt als Bonus-Stadt mit Weihnachtsmarktbesuch verkaufen, wobei ich Euch die wenig stimmungsvollen Bilder eines Weihnachtsmarkts bei strahlendem Sonnenschein erspare. Stattdessen gibt es ein Bild vom Rathaus St. Johann, dem größten neogotischen Profangebäude des Saarlandes. St. Johann war früher eine eigenständige Stadt, seit 1909 ist es ein Stadtteil von Saarbrücken. Und noch ein kurzer Abstecher zur Saar…

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…dann führt uns der Weg zurück zum Hauptbahnhof von Saarbrücken, der seit der Modernisierung für die Aufnahme des Hochgeschwindigkeitsverkehrs von Paris nach Frankfurt den Beinamen Eurobahnhof trägt.

Beim Blick auf die Karte mag man sich vielleicht fragen, warum wir den Umweg über die Nordroute gewählt haben, vom Bodensee gibt es kürzere Wege nach Nancy. Nun, zum einen mag ich Rundfahrten und zum anderen stehen die verkehrsroten Wale der SNCF schon lange auf meiner Wunschliste, denn bei meinen bisherigen grenzüberschreitenden Reisen über Saarbrücken hatte ich bisher noch keinen der Triebwagen erwischt. Die Spannung auf dem Weg zum Zug steigt…

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…und Treffer! Was man aus der Ferne für einen Triebwagen der Baureihe 641 von DB Regio halten könnte, ist ein X 73900 der SNCF. Für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und Frankreich wurden 19 Fahrzeuge diesen Typs von der SNCF beschafft, die überwiegend im blauen Farbschema der SNCF unterwegs sind. Zwei Fahrzeuge wurden vom Saarland bezahlt und verkehrsrot lackiert. Zur Fahrt nach Forbach steht ein Pärchen aus einem blauen („Baleine bleue“ / Blauwal) und einem roten Dieseltriebwagen bereit. Ich habe die Vermutung, dass die Ära der verkehrsroten Exoten bei der SNCF ab 2024 mit den neuen Regiolis-Triebzüge enden wird.

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Ich weiß nicht, ob es Zufall ist oder die SNCF Connect-App tatsächlich auch die korrekte Lackierung der eingesetzten Fahrzeug anzeigt. Jedenfalls gefällt mir die grafische Darstellung der Fahrzeugtypen in der App sehr gut, das ist doch deutlich aussagekräftiger als Wagenreihungen mit abstrakten Piktogrammen.

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Mit dem Zug queren wir erst die Saar und wenig später die deutsch-französische Grenze. Nach kaum zehn Minuten haben wir mit Forbach schon die Endstation erreicht.

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Zeitgleich mit dem Zug aus Saarbrücken rollt am Hausbahnsteig der Zug aus Metz ein, der wenig später dorthin zurückfährt. Die kurze Zeit nutzen wir für ein Bild des Bahnhofsgebäudes, der Bahnhof wird vielen internationalen Reisenden vermutlich nur als Übergang „Forbach(fr)“ bekannt sein. Wo wir gerade beim Thema Tarife sind: ich hatte für den französischen Teil ein Saar-Lor-Lux-Ticket gekauft, welches in Deutschland nur an Fahrkartenautomaten im Saarland oder sonst im Reisezentrum verkauft wird. Da ich ursprünglich von einem direkten Übergang in Saarbrücken ausgegangen war, hatte ich das Ticket vorsorglich vorab in einem Reisezentrum am Bodensee gekauft und damit dem Verkäufer noch einen Erkenntnisgewinn verschafft, er fand das interessant, er habe noch nie von diesem Ticket gehört und es zum ersten Mal in seiner Laufbahn verkauft.
Mit einem autorail à grande capacité (Z 27500) geht es nun elektrisch weiter, der Triebzug fährt bis Metz.

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Etwa 50 Minuten dauert die Fahrt durch Lothringen. Die Strecke führt sanft geschwungen durch eine überwiegend flache Landschaft, auf dem nächsten Bild sehen wir das 200-Einwohner-Dorf Arriance mit der Kirche St. Franziskus von Assisi aus dem 18. Jahrhundert.

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Metz ist heute nur ein kurzer Umsteigehalt für uns, nach einem Blick in die Empfangshalle geht es auf Gleis 1 weiter, wo ein Coradia Duplex TER mit Fahrtziel Nancy einfährt. Die letzte Etappe führt nun für weite Strecken parallel zur Mosel. Gegen 16 Uhr erreichen wir Nancy.

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Nancy ist die historische Hauptstadt des Herzogtums Lothringen, die 100.000-Einwohner-Stadt hat eine sehenswerte Innenstadt. Nachdem wir das Gepäck ins Hotel gebracht haben, fahren wir mit der Tramway de Nancy in die Innenstadt. Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Nancy können am Wochenende kostenlos genutzt werden und sind am Samstagnachmittag wahrscheinlich auch sonst voll. Daher verschieben wir die weitere Erkundung dieses außergewöhnlichen Verkehrsmittels auf den nächsten Morgen.

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Und so beginnen wir das Abendprogramm mit einem Besuch des Nikolausdorfs zu Füßen der barocken Pfarrkirche Saint-Sébastien. Das Nikolausfest wird in Nancy groß gefeiert, dafür sind wir zwar zu spät, aber auch darüber hinaus steht Nancy in der Vorweihnachtszeit im Zeichen des Nikolauses und der Weihnachtsmarkt heißt hier Grand Village de Saint-Nicolas.

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Der bekannteste Ort in Nancy ist der Place Stanislas, ein klassizistisches Ensemble im Zentrum. Der repräsentative Platz wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Abends verleihen die illuminierten Gebäuden dem Platz einen besonderen Glanz, der vom Weihnachtsbaum in der Mitte des Platzes gekrönt wird.

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In der Adventszeit gibt es abends eine Licht- und Tonshow, die auf die Fassade des Rathauses projiziert wird und dem heiligen Nikolaus gewidmet ist. Und nein, Feuerwerk gibt es hier nicht jeden Abend, da feiern die marokkanischen Fußballfans in der Stadt.

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Anlässlich des Nikolausfests gibt es einen Jahrmarkt mit Riesenrad – das lassen sich die Touristen aus Deutschland natürlich nicht entgehen und genießen einen nächtlichen Blick aus der Höhe über Nancy. Hier blicken wir über den Place de la Carrière zum Palais du Gouvernement im Hintergrund.
Und beim nächsten Bild schauen wir über den Triumphbogen Arc Héré zum Place Stanislas und zur Kathedrale von Nancy.

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Es geht gleich weiter..

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Advent zwischen Schwarzwald und Lothringen | Fortsetzung

TD, Sonntag, 25.12.2022, 10:43 (vor 1180 Tagen) @ TD

Tag 2: Nancy – Strasbourg – Freiburg – Himmelreich – Ravennaschlucht – Hinterzarten – Villingen – Allensbach

Am zweiten Reisetag hatte mir der Streik einen Teil der Tour vermasselt. Schon am Freitag vor der Abreise vermeldete die App für die morgendliche Verbindung von Nancy nach Saint-Dié-des-Vosges „annulliert“. Eine brauchbare Verbindung gibt es erst mittags, das ist aber für den restlichen Tagesplan zu spät. Damit muss ich mich von dem Gedanken verabschieden, bei der Tour die Strecke von Saint-Dié-des-Vosges durch die Vogesen nach Straßburg zu bereisen. Meine Mitreisenden haben schon freie Plätze im Flixbus von Nancy nach Konstanz gefunden – aber so weit lasse ich es nicht kommen und wähle notgedrungen eine Alternativverbindung mit dem TGV von Nancy nach Straßburg. Dadurch gewinnen wir ungewollt eine Stunde Zeit am Sonntagvormittag, in der wir uns der Tramway de Nancy widmen.

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Seit 1982 gibt es in Nancy einen Oberleitungsbus, der 2001 abschnittsweise auf spurgeführten Betrieb umgestellt wurde. Es gibt nur eine Linie, die T 1 verläuft als Durchmesserlinie durch die Stadt. Wir besteigen am Bahnhof eines der Fahrzeuge des Systems TVR von Bombardier. Diese Mischung aus Oberleitungsbus und Straßenbahn gibt es nur hier in Nancy. Die „Tramway sur pneumatiques“ wird mittels einer mittig in die Fahrbahn eingelassenen Leitschiene in der Spur gehalten.

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Die Linie ist gut 11 Kilometer lang, sie wird an Wochentagen im Fünf-Minuten-Takt bedient, jetzt am Sonntag nur alle zwanzig Minuten. Wir fahren durch das Zentrum und über den Rhein-Marne-Kanal bis zu einer Haltestelle außerhalb des Zentrums.

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Die Spurführung gibt es nur im zentralen Bereich und an den Wendeschleifen, auf den übrigen Abschnitten werden die Fahrzeuge manuell gelenkt und fahren wie konventionelle Oberleitungsbusse im Straßenverkehr. Daher haben sie eine Straßenzulassung und tragen KFZ-Kennzeichen. Hier sind wir in einem solchen spurlosen Abschnitt und besteigen den stadteinwärts fahrenden Gegenbus.

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Diesmal fahren wir am Bahnhof vorbei und bleiben auf dem anderen Außenast im Fahrzeug bis zur Haltestelle Callot, wo sich eine Aus- und Einfädelstelle befindet.

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Die Tramway, mit der wir eben hier angekommen sind, verlässt die Haltestelle und hält einige Meter weiter kurz an, um die Führungsrollen einzuziehen (dédropage), die Leitschiene endet unter dem Fahrzeug. Die Tramway fährt nun als normaler Bus weiter. Jetzt wechseln wir schnell die Straßenseite…

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…und beobachten, wie der entgegenkommende Bus in die Einfädelstelle einfährt, dort anhält um die Führungsrollen herabzulassen (dropage) und uns dann spurgebunden zurück zum Bahnhof bringt. Es gab Pläne, den Linie auf eine klassische Straßenbahn umzustellen, da Bombardier das System TVR nicht mehr anbietet. Das Projekt wurde jedoch gekippt, stattdessen wurden Doppelgelenk-Oberleitungsbusse bestellt, die ab April 2024 ausgeliefert werden sollen. Wer dieses ungewöhnliche Verkehrsmittel in Nancy noch erleben will, sollte sich also nicht mehr allzu lange Zeit lassen.

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Am Bahnhof von Nancy treten wir die erste Etappe der Heimreise an. Anstatt durch die Vogesen fahren wir nun eben mit einem TGV Réseau auf direktem Wege nach Straßburg.

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Der Zug ist nicht besonders voll, es ist eine angenehme ruhige Fahrt, wenn auch landschaftlich nicht besonders aufregend. Interessant ist der Abschnitt rund um Saverne, wo die Bahnstrecke und der Rhein-Marne-Kanal parallel durch die Ausläufer der Vogesen verlaufen.

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In Straßburg legen wir eine Mittagspause ein und drehen eine Runde über die Weihnachtsmärkte in der Stadt. Der Weg führt uns vom Place Kléber über das Strasburger Münster bis zum Ufer der Ill.

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Schließlich machen wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof, dessen denkmalgeschütztes Empfangsgebäude seit dem Jahr 2007 mit einer Glaskuppel umgeben ist.

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Die Route von Straßburg in den Süden Baden-Württembergs führt üblicherweise mit den Regio-Shuttles der SWEG nach Offenburg. Mit Reisekultur hat das aber nicht so arg viel zu tun und während des Weihnachtsmarkts in Straßburg sind die Züge auch immer voll. Da kam mir diese Alternative gerade recht: wir fahren gediegen im TGV über die Grenze.

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Der TGV 9406 ist neu und verkehrt an diesem Tag des Fahrplanwechsels erstmals von Bordeaux nach Freiburg. Der Zug wird in Deutschland eigenwirtschaftlich von der SNCF betrieben, er hält in Offenburg, Lahr und Ringsheim (Europa-Park).

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Wir fahren zwischen Straßburg und Kehl über den Rhein und durch die Ortenau nach Offenburg. Beim Halt in Offenburg wird per Durchsage darauf hingewiesen, dass die Mitfahrt nur mit SNCF-Fahrkarten möglich ist und DB-Fahrkarten keine Gültigkeit haben.

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Auf der weiteren Fahrt in den Süden wandelt sich das Bild vor dem Zugfenster, im Breisgau herrscht Winter und es wird zunehmend weiß draußen. Beim nächsten Bild queren wir die Elz, dann ist bald schon Freiburg erreicht.

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Der Zug hatte schon in Straßburg Verspätung, zehn Minuten nach Plan kommen wir in Freiburg an. Das wird jetzt ein knapper Umstieg auf die S 10 ins Höllental…

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…aber es geht gut und kurz darauf finden wir uns in einem Coradia Continental (Baureihe 1440) der Breisgau-S-Bahn. Durch das verschneite Dreisamtal fahren wir bis zum Bahnhof Himmelreich.

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Hier holen wir noch das Bild der S-Bahn nach und machen uns dann auf den Weg hinüber zum Bahnhofsgebäude, wo der Shuttlebus zum Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht abfährt.

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Mit dem Bus fahren wir parallel zu den Gleisen durch das Höllental. Die Ravennaschlucht liegt zwar an der Bahnstrecke, es gibt in der Nähe jedoch keine Bahnstationen. Unser Ziel ist der Weihnachtsmarkt,…

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…der zu Füßen der imposanten Ravennabrücke stattfindet. Die Bahnbrücke überspannt den Ausgang der Ravennaschlucht. In der Schlucht wurden früher mehrere Mühlen betrieben, an diese Tradition erinnert eine alte Säge.

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Star des Weihnachtsmarkts in der Ravennaschlucht ist aber die illuminierte Ravennabrücke. Das Steinviadukt mit neun Bögen ist 36 Meter hoch, 224 Meter lang und überwindet eine Steigung von 12 Metern. Sie ist die einzige beheizbare Brücke der Deutschen Bahn.

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Die heutige Ravennabrücke wurde in den Jahren 1926-1927 erbaut, zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke von deutschen Pionieren gesprengt und ab 1946 unter Aufsicht der französischen Besatzungsmacht wieder aufgebaut, damit Holz aus dem Schwarzwald als Reparationsleistung abtransportiert werden konnte.
Die heutige Steinbrücke hatte einen Vorgängerbau mit Stahlfachwerkoberbau, der nach Plänen von Robert Gerwig errichtet worden war. Von der alten Ravennabrücke sind noch die Widerlager erhalten, die ebenfalls illuminiert sind (hier blau).
Ich muss schon sagen, das hat was, im verschneiten Schwarzwald lokale Leckereien zu genießen, während hoch oben die Züge der Schwarzwaldbahn fahren.

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Auch unten beim Hofgut Sternen herrscht weihnachtliche Stimmung und für die Schwarzwald-Touristen darf natürlich eine Kuckucksuhr nicht fehlen. Wir machen uns nun auf den Rückweg zu den Shuttlebussen. Allerdings werden wir heute nicht mehr über das Ravennaviadukt fahren, stattdessen nehmen wir die Abkürzung und fahren mit dem Bus parallel zur Bahnlinie nach Hinterzarten.

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In Hinterzarten sind wir etwas zu früh und müssen noch auf den Zug warten. Es ist schön – aber bitterkalt, daher drehen wir noch eine kleine Runde um den Bahnhof der Schwarzwaldgemeinde.

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Jetzt aber schnell in den warmen Zug! Mit der S 10 wollen wir bis Donaueschingen fahren und dort auf die Schwarzwaldbahn in Richtung Konstanz umsteigen. Für weitere Streckenbilder ist es längst zu dunkel.
Mittlerweile sehen wir im DB Navigator, dass die Schwarzwaldbahn mit Verspätung unterwegs ist, da verkürzen wir uns die Wartezeit doch lieber im Zug und fahren der Schwarzwaldbahn bis Villingen entgegen.

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Der Bahnhof von Villingen ist nun die letzte Zwischenstation auf unserer Reise, wobei ich der einzige bin, der sich für ein Foto vor das Gebäude traut, die übrigen Reisenden warten lieber im temperierten Gebäude.

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Schließlich rollt auch der Zug der Schwarzwaldbahn ein und etwa eine Stunde später erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.

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Und damit sind wir am Ende unserer kleinen Adventstour angekommen, vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen.


Ich wünsche frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr

Tobias


PS: meine bisherigen Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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Fein fein! Am Rande: Schleuderschutz defekt: 1x vertüdelt.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 25.12.2022, 14:37 (vor 1180 Tagen) @ TD

Hey.

Ich muss schon sagen, das hat was, im verschneiten Schwarzwald lokale Leckereien zu genießen, während hoch oben die Züge der Schwarzwaldbahn fahren.

Also bitte ... Wenn du unten an der Ravennabrücke stehst, dann siehst du da oben aber keine Züge der Schwarzwaldbahn. Außer im Hinblick auf "lokale Leckereien" hat dir der Glühwein doch arg seeeehr zugesagt ... ;-)


Schöne Grüße von jörg

Fein fein! Am Rande: Schleuderschutz defekt: 1x vertüdelt.

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Sonntag, 25.12.2022, 19:51 (vor 1179 Tagen) @ Der Blaschke

Um in der Ravenna Schlucht einen Glühwein zu trinken miss man vorher einen Platz reservieren. Spontan is nicht. Nach Auskunft waren die begehrten Plätze innerhalb kürzester Zeit weg.
Aber ansonsten stimmt die Aussage- die Schwarzesldbahn verkehrt wo anders. Wobei, wenn man den Bergiff Schwarzwald zu Grunde legt, könnte man doch mal me Ausnahme machen... :D
Egal, Hauptsache kalt umd Glühwein. Der Rest ist egal ... :D

?? zum verkehrsoten Blauwal

Tobs, Region Köln/Bonn, Sonntag, 25.12.2022, 13:59 (vor 1180 Tagen) @ TD

Salut et joyeuse fêtes à TD ainsi qu´à toutes et tous,

wie immer ein sehr schöner Bericht und - als solcher - auch ein willkommenes und geschätztes Weihnachtsgeschenk. Vielen Dank hierfür. :)

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Ist das DB-Logo nur ausgeblichen oder "korrekt" entfernt wurden? Es wundert mich schon ein wenig, dass die Logos beider Gesellschaften den Zug schmücken. Ich meine die rote Wale mal 2006 zwischen Saarbrücken und Strasbourg, in Höhe von Sarreguemines, gesichtet zu haben. Fuhren die zeitweilig auch nach Strasbourg?

Weißt Du zufällig, ob die Zweisystemzüge der SNCF auch auf der Relation Saarbrücken >< Strasbourg (>< Offenburg) zum Einsatz kommen werden? Ob es dann wohl wieder verkehrsrote Ausführungen geben wird? Fragen über Fragen ...

Beste Grüße,
Tobs

?? zum verkehrsoten Blauwal

JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 27.12.2022, 10:09 (vor 1178 Tagen) @ Tobs
bearbeitet von JeDi, Dienstag, 27.12.2022, 10:09

Ist das DB-Logo nur ausgeblichen oder "korrekt" entfernt wurden? Es wundert mich schon ein wenig, dass die Logos beider Gesellschaften den Zug schmücken.

Da wurde nichts entfernt; den weißen Keks tragen die Fahrzeuge, seit ich sie kenne. Die DB hat mit ihnen ja auch nur wenig zu tun.

Ich meine die rote Wale mal 2006 zwischen Saarbrücken und Strasbourg, in Höhe von Sarreguemines, gesichtet zu haben. Fuhren die zeitweilig auch nach Strasbourg?

M.W. werden alle deutschlandtauglichen Wale der SNCF, auch die beiden roten, in einem gemeinsamen Umlaufplan eingesetzt. Ich hab zumindest auch schon rote in Offenburg gesehen. Vorhersehbar ob ein roter oder ein blauer kommt ist also nicht.

Weißt Du zufällig, ob die Zweisystemzüge der SNCF auch auf der Relation Saarbrücken >< Strasbourg (>< Offenburg) zum Einsatz kommen werden? Ob es dann wohl wieder verkehrsrote Ausführungen geben wird? Fragen über Fragen ...

Welche Fahrzeuge meinst du? Für den Nahverkehr zwischen Grand Est und Deutschland werden ja durch die Region Grand Est Dreisystem-Zweikrafttriebwagen von CAF beschafft, diese werden auch zwischen Saarbrücken und Strasbourg zum Einsatz kommen. Der Betreiber ist noch nicht bekannt, die Ausschreibung des Verkehrs läuft noch. Diese sollen ab 2024 eingesetzt werden, bis dahin fahren m.W. die Wale weiter.

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Weg mit dem 4744!

Wahnsinn.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 25.12.2022, 14:50 (vor 1180 Tagen) @ TD

Hey.

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Die 1. Klasse zeichnet sich also dadurch aus, dass es andersfarbige Sitzpolster gibt ...

Hauptsache sauber - wenn ich den dreckigen blaufarbigen Sitz da betrachte ....


Und wer kommt auf solch Farb- und Stoffkombination? Das wird nicht alles nur auf Schattenspiele zurückzuführen sein.

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Ansonsten: Danke für's Mitnehmen!

Schöne Grüße von jörg

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