BüGA 01a: Vereina- und Ofenpass [m40B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 26.11.2022, 15:05 (vor 1209 Tagen)

Nach der abenteuerlichen Anfahrt in Folge 0 geht es nun mit dem Bahnfahren richtig los. Da ich morgen eine absolute Hammertour vorhabe, bleibt es aber weiterhin relativ entspannt mit Bahn und Bus über und unter vier bekannte Pässe der Region: Erst durchs Prättigau und den Vereinatunnel nach Zernez, dann über den Ofenpass ins italienische Mals, und dort wird diese Folge erstmal enden.

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01 Start ist natürlich Chur West, wo direkt eine interessante Weichenkonstruktion auffällt, die der Firma mit dauerhafter Ankunftszeitvorhersage "SPAETER" sowohl normal- als auch schmalspurigen Bahnanschluss gibt, und zwar jeweils nur von einem der beiden Gleise.

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02 In der anderen Richtung ist es ein normaler Bahnhof mit Wartehäuschen, Haltewunschtaste, Ticketautomat und sonst nichts.

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03 Gegenüber wird das Normalspurgleis genutzt, dann fährt auf meinem Gleis die :49er S1 ein. 8min später käme auch direkt der RE nach Scuol, aber in den kann ich nach einem kleinen Einkauf am Hauptbahnhof immer noch einsteigen.

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04 Dort steht noch der IR aus St. Moritz, der so früh morgens nicht in seiner normalen Trasse fährt. Hier noch geschoben von der EMS-Lok, die offensichtlich noch fährt.

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05 Den Zug in die Gegenrichtung zieht hingegen die brandneu gestaltete Weltrekord-Lok.

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06 Los geht's, zuerst vorbei an den Wagen für die Arosabahn.

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07 Entgegen kommt die S12.

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08 Unsere Lok ist eine normale Ge4/4II Nr. 620 ohne Werbung. Schade, denn vor drei Jahren hatte die noch sehr schön den RhBClub drauf.

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09 Bei der Trennung von der SBB-Strecke überholt uns gerade wieder die S12, durch die man tatsächlich in Chur nach uns losfahren und vor uns in Landquart sein kann.

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10 Bei der Einfahrt dort nehme ich aus Spaß diesen Rangiertraktor mit einem Güterwagen dran auf.

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11 Nebenan steht auch eine riesige Horde Capricorns,

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12 insbesondere dieser champagnerfarbene - eine Idee von Stadler, das damit den 500. in Altenrhein für die RhB gefertigten Wagenkasten ehrt. Zusätzlich hat dieser Zug WLAN, was in der Schweiz schon extrem selten ist (meines Wissens sonst nur im Giruno und halt den ausländischen Zügen).

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13 Hier stehen gleich drei der vier Schalker Loks der RhB, nämlich Engadin, Albula und Bernina. Normalerweise ziehen die schwere Güterzüge, auch gerne zu zweit.

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14 Bei der Ausfahrt aus LQ sehe ich plötzlich, dass wir nun den Güterwagen von eben hinten dran haben. Dabei bin ich mal gespannt, wie die RhB das machen wird, sobald alle Züge auf dieser Strecke mit Capricorn fahren.

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15 Unser Gegenzug wurde interessanterweise von einer Ge4/4III gezogen, leider ohne Bild. Der Zug aus Davos ist bereits ein doppelter Capricorn.

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16 Ein Vorteil, mal morgens durchs Prättigau zu fahren: Das Kraftwerk von Küblis sowie die Kirche sind nun aus dieser Richtung in der Sonne.

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17 Auch die Sunnibergbrücke zeigt sich so im richtigen Licht,

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18 sowie kurz vor Klosters endlich mein Zug auch - ansonsten ist das Tal fast überall genau zur Sonne hin ausgerichtet, sodass der Zug von beiden Seiten nicht groß beleuchtet wird.

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19 Hier bei Klosters Dorf wird gerade gebaut, und zwar für eine neue Doppelspur, die der Pünktlichkeit auf dieser Route wirklich helfen dürfte.

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20 Von hier ist nun nochmal die Sunnibergbrücke frontal zu sehen

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21 und schmiegt sich gut ins Tal ein.

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22 Unser nächster Gegenzug fährt wieder mit einer Ge4/4II, und zwar der 621 ebenfalls ohne Werbung - finde ich an dieser Stelle gut, denn die alte grüne Werbung gefiel mir weniger. Auf Kamera habe ich leider wieder nur den Davoser Zug oberhalb des Klosters Tunnels.

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23 Wegen der doppelten Zugbegegnung haben wir etwas Verspätung aufgebaut und müssen zu allem Überfluss im Vereinatunnel gleich in beiden Ausweichen warten - einmal auf den Engadin-Star, und dann auf einen Autozug.

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24 Hier geht es wieder ans Tageslicht,

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25 daneben ist direkt die Autoverladung. In Sagliains wechsel ich in den Zug in Richtung Pontresina, der selbstverstädlich auf uns wartet, damit aber natürlich direkt ebenfalls verspätet ist. Außerdem erlaubt mir der schnelle Wechsel keine Fotos am Bahnsteig.

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26 So folgt das nächste schon wieder aus dem Zug, der hier am Vereinatunnel vorbei fährt.

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27 Ein Stückchen weiter kommt der Shortcut hervor, den ausschließlich der Engadin-Star nutzt.

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28 Nun werfen wir mal einen Blick auf unseren Zug: Ich hatte mich ja schon gefragt, was die RhB nun eigentlich mit den Allegra-ABe4/16 macht, da die Capricorns die gesamte S-Bahn übernommen haben. Hier finde ich die Antwort darauf, sie fahren nämlich die Engadinerlinie rauf und runter. Jeder Zug hat dabei einen Fahrradwagen sowie einen Steuerwagen (ohne richtige Fenster) vorgespannt - das wusste ich hier allerdings noch nicht, denn ich bin offenbar mit einer Art Ersatzgarnitur unterwegs, in der der Fahrradwagen durch einen normalen Einheitswagen und der Steuerwagen durch einen mit richtigen Fenstern ersetzt ist. So kann ich frei heraus gute Bilder machen.

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29 In Susch wartet bereits der Gegenzug auf uns, der nun die Verpätung übernimmt und sie in Sagliains auf den nächsten Zug in Richtung Landquart übergibt, da dieser Anschluss natürlich wartet, um sie dann hinter Klosters wieder auf seinen Gegenzug durchzureichen. Man merkt schon, dass die Doppelspur bei Klosters Dorf hier gelegen käme. Eine weitere zwischen Sagliains und Susch wäre ebenfalls hilfreich, aber topographisch ziemlich unmöglich.

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30 Das ist unser Zug, wie er interessant geknickt in der Kurve steht,

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31 hier mit dem erwähnten Steuerwagen.

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32 Normalerweise würde ich nicht so viele ähnliche Bilder reinnehmen, aber da ich bei allen weiteren Fahrten auf dieser Linie keine Fenster mehr zur Verfügung hatte, muss das halt sein.

In Zernez steigen dann eine ganze Menge Leute aus und verteilen sich auf die bereit stehenden Busse, die natürlich auf den verspäteten Zug warten. Von meiner Linie 811 stehen sogar gleich zwei da, von denen aber einer nur bis Müstair fährt - also schnell in den anderen und auf die deutlich bessere rechte Seite. Der Extrakurs steht im Übrigen auch gar nicht im Fahrplan, ergibt aber Sinn, denn beide sind ganz gut gefüllt.

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33 Nun geht es direkt steil bergauf in den Schweizer Nationalpark, wobei die Straße sich unnötig weit vom Talgrund entfernt.

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34 Deshalb geht es nach kurzer Zeit im weiterhin natürich ansteigenden Tal wieder ein gutes Stück bergab bis zur Punt La Drossa, an der der einspurige und mautpflichtige Tunnel nach Livigno abzweigt.

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35 An mehreren Stellen wird die Straße renoviert und dann gibt es entweder Blockabfertigung oder eben die Fahrt über solche Schotterabschnitte. An einer Stelle bleibt unser Busfahrer auch stehen, um den Bauarbeiter darauf hinzuweisen, dass die Hütchen zu eng für ihn stünden. Der inzwischen in die Engstelle eingefahrene Gegenverkehr darf dann erstmal wieder zurück...

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36 Hier wird der Ofenpass erreicht, mit einer inzwischen sehr ansehnlichen Verspätung von gut 10min. Außerdem steigt noch eine Gruppe aus dem anderen Bus um, die nach Glurns wollte, aber offenbar nicht lesen konnte.

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37 Über eine sehr schöne Strecke geht es wieder abwärts ins Val Müstair.

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38 Mit dem Ende des Nationalparks beginnen dafür auch wieder Industrieanalagen.

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39 Bis nach Meran wollen wir zum Glück nicht (das wäre natürlich auch nicht mehr im BüGA drin).

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40 Die Ortsdurchfahrt von Glurns ist ein einziges Highlight - der gesamte Ort ist noch wie im Mittelalter mit entsprechend engen Straßen, in denen wir an jeder Ecke auf Gegenverkehr warten müssen und umgekehrt. Aber das Finale setzt nochmal einen drauf, nämlich muss der Bus durch dieses Tor. Da bleiben wirklich nur Millimeter frei (die Italiener fahren hier auch nur mit Sprintern durch, aber die Schweizer trauen ihren Busfahrern offensichtlich mehr zu).

Trotz aller Widrigkeiten und im Einzelnen absolut unvorhersehbarer Ereignisse erreichen wir unsere Endstation Mals auf die Sekunde pünktlich. Das ist schweizer Fahrplankunst. So kann ich schnell auf Toilette gehen, bevor es im nächsten Teil über andere Strecken wieder zurück geht.


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