[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt (Fahrkarten und Angebote)
bahnfahrerofr., Dienstag, 15.11.2022, 19:10 (vor 1209 Tagen)
Hallo,
weiß jemand spontan, ob man beim D-Tarif in einem Bahnhof stückeln darf, obwohl der genutzte Zug dort keinen fahrplanmäßigen Halt hat?
Finde nur was zu Verbünden (manche erlauben es, manche nicht) und tendiere dazu es beim D-Tarif eigentlich nichts gibt, was dagegen spricht.
Danke im Voraus für erhellende Antworten und viele Grüße.
[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt
Tim Nabel, Dienstag, 15.11.2022, 19:16 (vor 1209 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von Tim Nabel, Dienstag, 15.11.2022, 19:16
In Bayern ist es nicht gestattet, in BW schon.
Quelle RZ Nürnberg und RZ Stuttgart, Stand Sommer 2021
[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt
bahnfahrerofr., Dienstag, 15.11.2022, 19:20 (vor 1209 Tagen) @ Tim Nabel
In Bayern ist es nicht gestattet, in BW schon.
Quelle RZ Nürnberg und RZ Stuttgart, Stand Sommer 2021
Wenn es um den D-Tarif geht, kann es nur bundesweit einheitlich sein. In BW kommt ja im Binnenverkehr der BW-Tarif zur Anwendung. Zudem gab es 2021 noch keinen D-Tarif (Umstellung war doch Jahreswechsel 2021/22, oder täusche ich mich?)...
Beispiele
Bahngenießer, Dienstag, 15.11.2022, 21:12 (vor 1209 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Wenn ich eine VRR-Zeitkarte hätte, die von Düsseldorf (TG) bis Langenfeld (Rheinland) gültig ist, hätte ich keine Bedenken, eine Fahrkarte von Langenfeld bis Koblenz hinzu zu lösen, wenn ich am Wochenende mit dem RE5 von Düsseldorf Hbf bis Koblenz fahren möchte. (Obwohl der RE5 nicht in Langenfeld hält!)
Ob rechtlich etwas dagegen sprechen könnte, ist die große Frage. Es wäre allerdings auch keine Stückelung von zwei Deutschlandtarif-Fahrausweisen, sondern eine Stückelung von VRR-Tarif plus Deutschlandtarif.
Beispiele
Tim Nabel, Dienstag, 15.11.2022, 22:25 (vor 1209 Tagen) @ Bahngenießer
Da geht natürlich BW seinen eignen Weg wie man es sonnst eigentlich nur von Bayern kennt.
Ging damals um den IRE6.
VVS bis Grenze und ab dort dann weiter mit einem BW-Fahrschein wäre kein Problem gewesen.
Beim VGN wäre es etwas anders gewesen.
Ging damals noch um einen RE1-Umlauf welcher nicht in Kinding gehalten hat.
Von Ingolstadt-Nord bis Allersberg ohne Halt.Ab/bis Kinding wollte ich mit dem VGN aber das sei nicht erlaubt wenn der Zug dort nicht hält.
[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt
sibiminus, Mittwoch, 16.11.2022, 01:44 (vor 1209 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von sibiminus, Mittwoch, 16.11.2022, 01:47
Finde nur was zu Verbünden (manche erlauben es, manche nicht) und tendiere dazu es beim D-Tarif eigentlich nichts gibt, was dagegen spricht.
Das ist eine Lesart. Ich würde sagen dass das tariflich ungeregelt ist.
Die umgekehrte Lesart könnte sein "es gibt nichts im D-Tarif, was dafür spricht". Allerdings deuten A.1.6 Satz 2 oder Bestimmungen zu einzelnen Angeboten (bspw. F.5.12.5) das Gegenteil an.
Keine Ahnung, vielleicht helfen dir meine 2 Cent etwas weiter?
--
"Diese Preise sorgen dafür, daß die Bahn an anderer Stelle immer mehr rationalisieren und einsparen wird. Nicht oben in den Höhenluftbüros, nein, unten an der Basis auf dem Bahnsteig oder im Zug. Am Fahrkartenschalter. Bei den Ansagen." ~ Alibizugpaar
Wieder ein Beispiel
TEE Rheingold, Mittwoch, 16.11.2022, 07:22 (vor 1209 Tagen) @ sibiminus
für zu komplizierte Tarife. Wenn hier schon die "Experten" sich unsicher sind, wie soll der Gelegentheitsfahrer damit umgehen. Nicht jeder möchte vor einer Fahrt ein Eisenbahnforum konsultieren und 2 Tage diskutiueren, ob er eine durchgehend gültige Fahrkarte hat und die geplante Fahrt tariflich zulässig ist.
Gelegenheitsfahrer stückeln nicht
sibiminus, Donnerstag, 17.11.2022, 09:58 (vor 1208 Tagen) @ TEE Rheingold
- kein Text -
--
"Diese Preise sorgen dafür, daß die Bahn an anderer Stelle immer mehr rationalisieren und einsparen wird. Nicht oben in den Höhenluftbüros, nein, unten an der Basis auf dem Bahnsteig oder im Zug. Am Fahrkartenschalter. Bei den Ansagen." ~ Alibizugpaar
Wieder ein Beispiel bei dem Stammkunden benachteiligt sind
Barzahlung, Donnerstag, 17.11.2022, 12:15 (vor 1208 Tagen) @ TEE Rheingold
bearbeitet von Barzahlung, Donnerstag, 17.11.2022, 12:17
Diese Stückelungsverbote sind, finde ich, sowieso ziemlich unverschämt.
Wenn man bereits für die Hälfte der Strecke A-C ein gültiges Ticket hat und ein Ticket für B-C kauft, zahlt man dennoch mehr als die Hälfte vom Fahrpreis für A-C und nochmal mehr als die Differenz zwischen dem Fahrpreis für A-B und A-C, weil der Fahrpreis zu den km degressiv wächst.
Das sind für Zeitkartenbesitzer oft nur wenige Euro, die man spart und im Gegenzug auch noch in den Fahrgastrechten eingeschränkt wird.
Ein Preissystem, bei dem die Fahrkarten durchgehend ausgestellt und vorhandene Zeitkarten als Ermäßigung angerechnet werden können, wäre da deutlich fairer. Man sollte für ein "Anschlussticket" nicht mehr zahlen müssen als für A-C minus A-B.
Wieder ein Beispiel bei dem Stammkunden benachteiligt sind
sibiminus, Donnerstag, 17.11.2022, 16:11 (vor 1207 Tagen) @ Barzahlung
Diese Stückelungsverbote sind, finde ich, sowieso ziemlich unverschämt.
Da kommt's drauf an, was genau du jetzt meinst. Stückeln per se ist ja nur in den seltensten Ausnahmen grundsätzlich untersagt. In den meisten Fällen wird ein Stückeln an Haltebahnhöfen verlangt, insofern ist meistens die Nutzung von überall haltenden Zügen problemlos erlaubt. Hintergrund ist dass bei der Einnahmezuscheidung solche Fahrkarten immer dem tatsächlich haltenden und nie dem durchfahrenden Leistungsträger zugeschieden werden, der RE sozusagen dich zwar mitnimmt, dafür aber keine Einnahme erhält weil die bei der RB landet. Stark vereinfacht gesagt.
Man sollte für ein "Anschlussticket" nicht mehr zahlen müssen als für A-C minus A-B.
Die Motivation für ein solches Angebot dürfte für EVUs und Aufgabenträger sehr gering sein. Ob die Mindereinnahmen durch Mehrerlöse ausgeglichen oder sogar überkompensiert werden wäre zu testen. Allerdings verkompliziert das den Fahrkartenverkauf, weil wie beim Umweg oder Produktwechsel zunächst die vorliegende Fahrkarte erfasst werden muss... und das bietet die DB bis dato nur personenbedient an.
--
"Diese Preise sorgen dafür, daß die Bahn an anderer Stelle immer mehr rationalisieren und einsparen wird. Nicht oben in den Höhenluftbüros, nein, unten an der Basis auf dem Bahnsteig oder im Zug. Am Fahrkartenschalter. Bei den Ansagen." ~ Alibizugpaar
Beispiel
Holger2, Mittwoch, 16.11.2022, 09:51 (vor 1209 Tagen) @ sibiminus
Hallo,
warum sonst gibt es Tarifpunkte, wie Aachen(Grenze), zu denen man eine Fahrkarte kaufen kann, aber wo man nicht aussteigen kann.
Holger
Beispiel
EK-Wagendienst, EGST, Mittwoch, 16.11.2022, 10:24 (vor 1209 Tagen) @ Holger2
Hallo,
warum sonst gibt es Tarifpunkte, wie Aachen(Grenze), zu denen man eine Fahrkarte kaufen kann, aber wo man nicht aussteigen kann.
Genau ist es Aachen Süd (Gr).
Weil das der Übergangspunkt von einem Beförderer auf den anderen ist, (nur nicht beim ICE nach Brüssel)
Das ist auch historisch bedingt, weil verschiedene Staaten.
In München gilt der MVV immer nur bis zum letzten Haltebahnhof, weil nur bis dahin an den Beförderer auch gezahlt wird, da ist es eben genau fest gelegt.
Mus man dann mal regeln, aber da wird es wieder verschieden Interessen geben.
--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.
Beispiel
Holger2, Mittwoch, 16.11.2022, 14:22 (vor 1209 Tagen) @ EK-Wagendienst
In München gilt der MVV immer nur bis zum letzten Haltebahnhof, weil nur bis dahin an den Beförderer auch gezahlt wird, da ist es eben genau fest gelegt.
Ja, Bayern ist da die große Ausnahme, ansonsten gilt eigentlich immer der letzte (auch durchfahrene) Tarifpunkt. Und in Bayern ist doch eigentlich sowieso immer alles anders, insofern passt es ja dann auch wieder ;)
Beispiel
baseldb, Basel, Mittwoch, 16.11.2022, 11:47 (vor 1209 Tagen) @ Holger2
Hallo,
warum sonst gibt es Tarifpunkte, wie Aachen(Grenze), zu denen man eine Fahrkarte kaufen kann, aber wo man nicht aussteigen kann.
Holger
Hallo,
sicher nicht für die Fahrgäste, die von sowas im Normalfall keine Ahnung haben. Kann mir kaum vorstellen, dass der Durchschnitt solche Sachen überhaupt erkennt
--
Freundliche Grüsse
Beispiel
sibiminus, Mittwoch, 16.11.2022, 17:04 (vor 1208 Tagen) @ Holger2
warum sonst gibt es Tarifpunkte, wie Aachen(Grenze), zu denen man eine Fahrkarte kaufen kann, aber wo man nicht aussteigen kann.
genau die sind ja hier vorliegend eben nicht das Thema. So wie das Einnahmeaufteilungsverfahren im DTV fahrplanbasiert funktioniert, könnte ein solches Stückeln zu ungerechtfertigten Verschiebungen zwischen den Leistungsträgern (=EVUs) kommen. Das trifft bei fiktiven Grenztarifpunkten regelmäßig nicht zu.
--
"Diese Preise sorgen dafür, daß die Bahn an anderer Stelle immer mehr rationalisieren und einsparen wird. Nicht oben in den Höhenluftbüros, nein, unten an der Basis auf dem Bahnsteig oder im Zug. Am Fahrkartenschalter. Bei den Ansagen." ~ Alibizugpaar
[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt
bahnfahrerofr., Mittwoch, 16.11.2022, 11:07 (vor 1209 Tagen) @ sibiminus
bearbeitet von bahnfahrerofr., Mittwoch, 16.11.2022, 11:07
Keine Ahnung, vielleicht helfen dir meine 2 Cent etwas weiter?
Jo, danke ;-)
Das wäre so ähnlich wie meine Gedanken. Werde es jetzt mal drauf ankommen lassen. Falls im betreffenden Abschnitt kontrolliert wird, werde ich mein Argument vorbringen, dass durch die unfreiwillige Stückelung dem VU ja sogar Mehreinnahmen entstanden sind (ohne Stückelung aufgrund der Degression niedrigerer Fahrpreis). Vielleicht hilft das ja.
[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt
Tim Nabel, Mittwoch, 16.11.2022, 11:51 (vor 1209 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Im VGN ist es Schwarzfahren, wurde mir heute nochmals bestätigt.
Ist meine Meinung nach auch nachvollziehbar.
[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt
bahnfahrerofr., Mittwoch, 16.11.2022, 11:58 (vor 1209 Tagen) @ Tim Nabel
Ob es nachvollziehbar ist, ist sicher Ansichtssache.
Im vorliegenden Fall geht es aber tatsächlich um "verbundfreien" Raum (ok, DTV ist ja mehr oder weniger auch einer), so dass zumindest die VGN Regelungen da nicht mit hinein spielen.
[?] Deutschlandtarif stückeln in Bahnhof ohne Halt
bahnfahrerofr., Mittwoch, 16.11.2022, 22:23 (vor 1208 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Es kam tatsächlich eine Kontrolle direkt nach dem Zustieg, so dass ich die Kombination aus beiden Fahrkarten zeigen musste. Der agilis-KiN hat es zwar lange angesehen, letztlich aber ohne weitere Nachfrage akzeptiert.
Semsterticket <> NVV-Tarif
611 040, Erfurt, Donnerstag, 17.11.2022, 14:26 (vor 1207 Tagen) @ bahnfahrerofr.
Hi,
Ich hatte das "Problem" mal vor längerer Zeit, als ich mit einer NVV-Wochenendkarte nach Nordhessen gefahren bin. Wie üblich mit dem RE2 nach Kassel.
Führ den Abschnitt in Thüringen habe ich das Semesterticket, gilt bis zum letzten Halt in Thüringen, bei "Stückelung" mit Ländertickets aber wohl bis Landesgrenze, also in dem Fall Arenshausen.
Die NVV-Tageskarte bzw. Wochenendkarte gilt wohl bis Eichenberg, sodass man zusätzlich eine Einzelfahrt Arenshausen - Eichenberg für 1,nochwas€ benötigt.
Mal abgesehen davon dass der Erwerb des NVV-Tickets am Automaten im Desiro der Nordthüringenbahn noch nicht ein einziges Mal funktioniert hat... eigentlich soll der Automat bei einfahren ins NVV-Tarifgebiet automatisch den NVV-Tarif verkaufen können. So sind aber z.B. auch keine Einzelfahrten Witzenhausen - Kassel möglich.
--
❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤