[CZ] Südmährische Stichstrecken (m.7 B.) (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Montag, 10.10.2022, 08:56 (vor 1256 Tagen)
bearbeitet von J-C, Montag, 10.10.2022, 08:58

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Erneuert wurde er, der Bahnhof von Šakvice, aber für Bahnsteigdächer gab‘s wohl kein Geld. Dafür immerhin Rampen und eine annehmbare Unterführung.

Es war Sonntag, da machte man zu zweit die Region Südmähren unsicher. Immerhin wollte ich auch endlich mal die Stichstrecken von Hrušovany u Brna nach Židlochovice sowie von Šakvice nach Hustopeče, beide 2019 modernisiert und elektrifiziert, erkunden.

Mit dem Interpanter der Linie R13 ging es von Břeclav nach Šakvice, von dort weiter in einer lokbespannten S3 nach Hrušovany.

Beide Bahnhöfe haben ein Upgrade erhalten. Auf einem von 2 Bahnsteigen jeweils wurde das Haltestellenhäuschen auch erneuert nebst dem Bahnsteigbelag.

Wie gesagt scheint man hier jedoch sich mit Sparvarianten zu begnügen. Während das Bahnhofsgebäude von Šakvice noch modernisiert wird, hat man jedoch grundsätzlich die Möglichkeit, längere Aufenthalte im Bahnhofsgebäude, der neben einen zweckmäßigen Wartebereich auch über Automaten für Snacks und heiße Getränke sowie einen Fahrkartenschalter verfügt, zu überbrücken. Somit muss man grundsätzlich nicht lange im Regen stehen, sondern hat‘s ganz bequem im beheizten Innenraum.

In Hrušovany verbrachte man 28 Minuten mit Warten auf die S3 nach Židlochovice.
Interessant: im Bahnhofsgebäude hängt ein Liniennetzplan des Fernverkehrs der ČD
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Ein Fernverkehr, der hier gar nicht hält. Und damit sollte jetzt klar sein, dass die Ryhliks in Tschechien als Fernverkehr zählen. Das sind keine REs. Dachte ich erwähne es mal.

In dem Fall war es ein Regiopanter, der wie Butter über sie Stichstrecke gleitet. Anscheinend sind die Züge der S3, die überall halten und nach Židlochovice fahren, durchgehend mit Pantern, ebenso dem neuesten Zug in den Farben des Verkehrsverbundes zu sehen, während die beschleunigten Züge der S3 von Žd'ar nad Sazavou und Kuřím nach Hustopeče grundsätzlich lokbespannt sind. Übrigens, an jenem Tag habe ich zum ersten Mal einen Regiopanter in Břeclav gesehen. Die Zeichen stehen hier klar auf Veränderung. Wer weiß wie lange es noch lokbespannten Regionalverkehr geben wird?

Nach planmäßig 4 Minuten Fahrzeit erreicht man den Endbahnhof. Ein Umsteigeknoten, wie er im Buche steht:

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Das gut erhaltene Bahnhofsgebäude verfügt indes ebenso über Automaten und Wartebereiche. Durchaus respektabel.

Mit dem Bus geht es nach Hustopeče. Der Busfahrer hat hier einen sehr angenehmen Fahrstil, es hat das Fahrgefühl eines Dieselzuges mit einer angenehmen Laufruhe.

Generell ist es empfehlenswert, die Gegend auch mit dem Bus zu erkunden. Man sieht weite Felder, Weinberge, pittoreske Dörfer, alle mit ihrer eigenen Tradition und Geschichte…

nach einem kurzen Spaziergang in Hustopeče, beschloss man, zum Bahnhof zu kommen, hier hatte es noch Zeit, bis die lokbespannte S-Bahn kommen würde.
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Auf den Besuch des dortigen Bahnhofsgebäudes hat man verzichtet. Im Gegensatz zur Strecke nach Židlochovice war die Strecke hier schon vorher mit Personenzügen befahren worden. Früher war es eben ein Pendelzug mit Dieseltriebwagen.
Ein Steuerwagen steht hier nicht zur Verfügung. Stattdessen ist die Prozedur so, dass zunächst der Zug ankommt, die Lok abkoppelt und dann die Lon des bisherigen Zuges vom anderen Bahnsteig aus auf das Streckengleis vorzieht und dann an den Zug kuppelt.

In der beschleunigten S3 geht‘s nach Brno, wo man den Rest des Tages verbringt. Ich fuhr dann zum ersten Mal mit dem Bus nach Hause. So ein 15 Meter langer Iveco Crossway ist schon was feines.

Hoffe ich konnte euch Appetit auf eine Fahrt in diese Gegend machen. Es lohnt sich!

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

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