Reiseberichte "9-Euro-Ticket" (Reiseberichte)

Administrator, Freitag, 26.08.2022, 07:50 (vor 1305 Tagen)

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums,

in wenigen Tagen endet das befristete Angebot. Zeit, ein Resümee zu ziehen!

Wie ist es denn denjenigen von euch ergangen, die das 9-Euro-Ticket genutzt haben? Wo seid ihr hingefahren? Wie voll waren die Züge tatsächlich?

Wer Lust hat, seine Reiseberichte zu teilen, ist hier dazu eingeladen.


Das ICE-Treff-Team.

Gut, dass es vorbei ist!

ktmb, Freitag, 26.08.2022, 07:55 (vor 1305 Tagen) @ Administrator
bearbeitet von ktmb, Freitag, 26.08.2022, 07:59

Ich kann nur sagen, dass es gut ist, dass diese unrühmliche Epoche nun zu Ende geht. Selbst im Emsland steht man im NV in Zeiten, in denen es sonst deutlich leerer gewesen ist. Immerhin hilft da ein (bezahltes) Ausweichen in die 1. Klasse. Absolut katastrophal waren für mich die Auswirkungen im Hamburger Hauptbahnhof. Das war unverantwortlich. Gut, dass nichts passiert ist.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

frank_le, Freitag, 26.08.2022, 09:29 (vor 1305 Tagen) @ Administrator

Ich habe in allen 3 Monaten das Ticket genutzt.

Ich bin immer mitgekommen und hatte bis auf ein kurzes Teilstück immer einen Sitzplatz. Allerdings bin ich in Leipzig gut mit Nahverkehr versorgt...

Probleme habe ich nur erlebt wenn ein Zug verkürzt war oder Kunden eines verspäteten Zügen aufnehmen musste.

Juni:
Leipzig - Görlitz - Polen - Stettin- Ostsee
- der RE nach Berlin ist ohne Ersatz ausgefallen und alle mussten in den RE nach Lübeck rein.
- an der Ostsee hatte ich mit dem Schlimmsten gerechnet aber es gab keine Probleme. Weder Molli, Rasender Roland noch Regionalverkehr - gut gefüllt aber nicht überfüllt.

Juli:
Viele Ausflüge in die nähere Umgebung (auch mal nach der Arbeit für eine Stunde in ein Museum).
Eine echte Überfüllung erlebt (RE Saxonia fuhr am Wochenende als 3 Teiler anstelle 3+4 und das zum CSD - gut das ich in die Gegenrichtung musste). Auf der Rückreise des gleichen Tages war der Doppelstock Zug leicht überfüllt und alle Fahrgäste mit Stehplätzen durften im ICE weiterfahren.

August:
Hier wollte ich eigentlich mal wieder Richtung Harz aufbrechen - aber entweder Streckensperrung wegen der Schwellen des Todes oder unbesetzter Stellwerke wegen Corona. Also zwei Mal nach Berlin und Potsdam gefahren (Hinfahrt mit ICE dank Fahrgastrechte wegen ausgefallener S-Bahn in Leipzig bzw. Streckensperrung). Auf der Rückreise keine Probleme im Regio.

Ein Wochenende in NRW dazwischengeschoben nach einer Dienstreise. Dort hat sich die Bahn scheinbar aufgegeben. Ich bin zwar immer mit Sitzplatz gefahren aber auch mal eine Stunde später als geplant und bis dahin die Lounge genutzt.

Alles in allen keine Probleme und es hat aufgezeigt wo man in nächster Zeit investieren sollte.

Hoffen wir auf ein gutes Nachfolgeangebot auf Basis des Grünen Vorschlags.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

jotxl, Freitag, 26.08.2022, 12:07 (vor 1305 Tagen) @ Administrator
bearbeitet von jotxl, Freitag, 26.08.2022, 12:09

ich werde das 9 € Ticket vermissen.
von 10 damit unternommenen Fahrten im Regionalverkehr über 1-3 Bundesländer inmer einen Sitzplatz erhalten.
Wir haben von vornherein vermieden, an einem Wochenende damit zur Ost-oder Nordsee zu fahren.
Diese Relationen sind auch schon vor Einführung des 9 Euro Ticket überfüllt gewesen.
Selbst Schmalspurbahnen in Sachsen konnte man nutzen und auch diese waren nicht überfüllt.

Ich würde mir auf jeden Fall eien günstige Nachfolgeregelung wünschen, aber nicht mehr als 29 €
monatlich dafür bezahlen, da ich kein täglicher ÖPNV-Pendler bin.
Daher wäre eine 5 € Tageskarte für einen Verbund für mich auch interessant.

Wird sowieso alles zerredet werden, wenn ich jetzt schon wieder die News von einem 69€ Ticket lese..

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

TheoretICEr, Freitag, 26.08.2022, 12:13 (vor 1305 Tagen) @ jotxl

Mobilität schadet der Umwelt , egal ob Bahn Auto oder Flugzeug. Flugzeug natürlich mehr als Auto und Auto mehr als Bahn.
Es gibt mMn einfach keinen Grund warum Bahnfahren kostenlos sein sollte. Es gibt aber viele Gründe warum Auto fahren und fliegen viel teurer sein sollten.
Leute denen das (wirklich!) das Leben unmöglich macht sollten vom Sozialstaat unterstützt werden.
Wofür es allerdings mMn viele Gründe gibt ist eine Vereinheitlichung des Tarifsystems zu implementieren.
69 Euro (eher mehr) und zusätzlich Einzelfahrten/Tageskarten für ganz Deutschland scheint mir da eine ordentliche Idee zu sein.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

Kavenio, München, Freitag, 26.08.2022, 12:58 (vor 1305 Tagen) @ Administrator

Aus BC 100-Nutzersicht zusätzlich mit 9-Euro-Ticket möchte ich mal ein differenziertes Bild zeichnen. Natürlich ist die hohe Auslastung im NV erst einmal ein Negativpunkt, wobei ich in aller Regel aber einen Sitzplatz finden konnte. Zumindest bei angemessener Zuglänge weiß man als Routinier ja, wo i. d. R. noch freie Plätze zu finden sind. Schwerwiegender ist das Problem der Fahrradmitnahme, das habe ich mir nach den ersten Erfahrungen beim Zu- und insbesondere auch Ausstieg an überfüllten Bahnsteigen dann nicht mehr angetan - und damit fehlt mir dann schon ein bedeutender Leistungsbestandteil einer BC 100.
Positiv sind aber ohne Frage zwei Aspekte: Zum einen kann mit Einbezug des FV auch weiter entfernte interessante Ziele ansteuern und dort das 9-Euro-Ticket einsetzen. Hierzu zählen für mich etwa die Harzer, sächsischen oder Meck-Pomm-Schmalspurbahnen, aber auch einfach Ziele dort, wo man Freizeit-Buslinien einfach nutzen kann, ohne langwierig prüfen zu müssen, ob das jetzt in einem Cityticket-Gebiet oder sonst wo liegt oder ob eine rote Konzerntochter die BC100 auf einer Überlandlinie anerkennt, auf einer anderen wegen Vollmond beim Tarifantrag oder was auch immer dagegen nicht. Und was natürlich schön ist - im Gegensatz zum 'einsamen' BC 100-Vergnügen konnte ich endlich Freunden und Bekannten mal Ziele in einem größeren Bahn-Radius näherbringen, gerade dort, wo es über Ländergrenzen geht - ohne 9-Euro-Ticket ein schieres Ding der Unmöglichkeit, will man nicht die Verarmung des Bekanntenkreises verantworten und/oder die Gefangenschaft im babylonischen Tarifwirrwarr riskieren. Von daher ist bei mir in den drei Monaten ein anderes, in manchen Dingen schlechteres, in Teilen aber auch besseres Reiseverhalten aufgetreten.

--
Kavenio

Die haben sicher Ahnung ;-)

baseldb, Basel, Freitag, 26.08.2022, 14:26 (vor 1305 Tagen) @ TheoretICEr

Es gibt aber viele Gründe warum Auto fahren und fliegen viel teurer sein sollten. Leute denen das (wirklich!) das Leben unmöglich macht sollten vom Sozialstaat unterstützt werden.

Geld nehmen und umverteilen und das durch Leute, die selbst keinen ÖV nutzen, selbst der Flieger ist privat bzw. durch den (Sozial-)staat ermöglicht

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Freundliche Grüsse

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

Arlbergkrokodil, Freitag, 26.08.2022, 15:08 (vor 1305 Tagen) @ Administrator

Alle drei Tickets Ende Mai gekauft und jeden Monat genutzt.

Ein paar Kurzstrecken per S-Bahn hier im Hamburger Süden, Bus/Bahn im Raum Freiburg, und im Urlaub auf Usedom die Usedomer Bäderbahn für 2 kurze Fahrten genutzt.

Längere Strecken:

HH -> Lübeck -> Puttgarden und zurück. Ab 01.09. geht ja da für 7 Jahre (geplant) gar kein Zug mehr wg. Fehmarnbelt-Tunnelbau, also schnell noch mal fahren.

S-Bahn nach Stade (Fahrradmitnahme), per Fahrrad zurück an der Elbe

S-Bahn nach Stade (Fahrradmitnahme), per Fahrrad nach Wischhafen, Elbfähre nach Glücksstadt (nicht 9€), am nördlichen Elbufer zurück nach HH

HH -> Kiel -> Flensburg -> Rendsburg -> HH, jeweils 1Std Kurzbesichtigung Kiel, Flensburg, Rendsburger Hochbrücke mit Schwebefähren-Fahrt

HH -> Kiel -> Eckernförde -> Klein Waabs (Bus). Hab dort das Gelände der ehemaligen Flugabwehrraketenstellung aus meiner Wehrdienstzeit und die Umgebung, von der ich damals nichts gesehen hatte, angeguckt (Ostsee-Steilküste).

2x HH <-> Cuxhaven (Strand)

1x HH <-> Westerland/Sylt (Strand)

2x die Rückfahrt (Hinfahrt ICE/IC) von Denzlingen nach Hamburg, über Koblenz-Duisburg-Bremen. Geplant waren jeweils etwa 13h, hat natürlich aus unterscheidlichsten Gründen deutlich länger gedauert.

FAZIT:
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Thema angestrebtes Ziel:
Das 9€-Ticket wurde bei der Einführung damit beworben, dass man Leute aus dem PKW in Bahn und Bus bringt, und die hoffentlich danach auch weiterhin den ÖPNV nutzen.
Ich selbst habe keine einzige 9€-Fahrt gemacht, für die ich sonst den PKW genutzt hätte, stattdessen einige Kurzstrecken per S-Bahn statt Fahrrad zurückgelegt. Und zweimal Regionalzüge statt ICE genutzt. Und die Mehrzahl der 9€-Fahrten waren Strecken, die ich sonst wohl nicht gefahren wäre, jedenfalls nicht in diesem Sommer.
Von den Mitreisenden, mit denen ich über das 9€-Ticket in's Gespräch kam, waren viele davon sehr angetan, und haben meist ebenfalls (zusätzliche) touristische Fahrten unternommen, aber keiner sagte, dass er in Zukunft öfter den ÖPNV nutzen wollte, eher im Gegenteil (wg. der Erlebnisse in überfüllten Zügen).

Thema Mitreisende (L'enfer, c'est les autres):
Positiv: Trotz voller bis überfüllter Züge überwiegend nette Leute, hatte mehr Gespräche mit Mitreisenden als sonst, natürlich oft über das Thema 9€-Ticket.
Negativ: Eine Autodefenestration in Lahr-junger Mann tritt Scheibe ein und steigt auf diesem Wege aus. Haut dann nicht etwa ab, sondern irrt auch noch über die Gleise, so dass der Bahnhof komplett gesperrt wird; knapp 2Std. bis die (spät erschienene) Bundespolizei die Strecke wieder freigibt. Und zwei junge Männer im RE Kiel->HH, die zu zweit im Klo rauchen, Zwangsbremsung durch den Rauchdetektor.

Thema Bequemlichkeit:
Ich bin sonst mit BC25 (früher BC50) und einzeln gekauften Kurzstrecken/Tageskarten unterwegs. Das problemlose Nutzen aller ÖPNV-Verkehrsmittel mit nur einer Karte ist natürlich super.

Thema Wertschätzung:
Ich fürchte, durch den Preis von 9€ wirkt der übliche Preis für den ÖPNV (und Fernverkehr) besonders abschreckend hoch. Es ist zwar die Rede von Nahverkehr, aber eigentlich ist das 9€-Ticket eine BC100 2.Klasse, Produktklasse C (Nahverkehr ist doch eigentlich bis 50km). Und der faire Preis hierfür müsste normalerweise - rechnet man von einer BC100 2. Klasse die höhere Geschwindigkeit und den besseren Komfort raus - bei vielleicht 2000 € im Jahr liegen, nicht bei € 108, wenn man 9€/Monat zugrunde legt.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

Schibbolet, Freitag, 26.08.2022, 15:10 (vor 1305 Tagen) @ Administrator

Einen Reisebericht aus eigener Erfahrung kann ich nicht beisteuern, aber Erfahrungen aus nächster Umgebung.

Ich bin in der fraglichen Zeit ca. 2500 km mit der Bahn gefahren, aber alles mit FV-Ticket. Schlechte Erfahrungen mit dem Nahverkehr gab es nicht, waren aber auch nur 2 oder 3 Fahrten.

Meine Schwester pendelt 60km mit dem Auto und ist auf die Bahn umgestiegen, was längere Fahrzeiten bedeutet. Zum Bahnhof mußte sie trotzdem auch mit dem Auto. Busanschluss gibt es nicht. Etliche Male sind Züge ausgefallen (Sachsen-Anhalt), wo sie sich dann z.T. von unterwegs abholen lassen hat. Also Geld gespart, aber Zeit eingesetzt.

Meine Mutter hat sich zu einem Harzausflug mit einer Freundin entschlossen. Auch hier Zugausfall. Also die letzte Etappe mit dem Taxi (Hotel war ja gebucht). 50 EUR eingesetzt um ans Ziel zu kommen. FGR kannte sie nicht. Also alles durchwachsen.

In der Gesamtschau fand ich besonders interessant, dass der Strassenverkehr nicht merklich abgenommen hat. Ein niedriger Preis ist wohl nicht alles. Attraktiv war neben dem Preis vor allem, dass es vergleichsweise einfach und verständlich war, was man mit dem Ticket machen konnte. Früher oder später oder woanders hin fahren. Mit Hund, Gepäck o.ä. wird es dann natürlich gleich komplizierter. Aber auf's ganze gesehen, konnte jeder sofort einen Eindruck haben, was man damit kann.

Dirk

Ehemaliger "Hawker"?

141 055, Freitag, 26.08.2022, 16:41 (vor 1305 Tagen) @ Arlbergkrokodil

- kein Text -

Ehemaliger "Hawker"?

Arlbergkrokodil, Freitag, 26.08.2022, 17:03 (vor 1305 Tagen) @ 141 055

Richtig, allerdings Fernmelder, nicht direkt am Waffensystem.

Ehemaliger "Hawker"?

141 055, Freitag, 26.08.2022, 17:14 (vor 1305 Tagen) @ Arlbergkrokodil

Ich habe in der Nähe von Cuxhaven in der Feuerleitanlage gesessen, auf den Radarschirm geschaut, ob der Russe angeflogen kommt, um ihn dann abzuschießen. Kam aber keiner. Lang ist's her, 50 Jahre.

Grüße
141055

Ehemaliger "Hawker"?

Arlbergkrokodil, Freitag, 26.08.2022, 17:47 (vor 1305 Tagen) @ 141 055

Auf den Radarschirm durfte ich nur mal auf Wochenend-Schicht gucken. Vor knapp 40 Jahren.
Beste Grüsse!

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

Elefant01, Freitag, 26.08.2022, 19:21 (vor 1305 Tagen) @ Administrator

Guten Abend,

am 2.Juni sollte es zu viert samt Rädern aus der Region um Mühldorf a. Inn nach Fridingen/Donau gehen. IEC-Tickets samt Fahrradkarten waren bereits um Februar gebucht worden. Dies half aber gar nicht, denn an just diesem Wochenende war der Bahnhof Ulm für jeden Fernverkehr gesperrt wegen Bauarbeiten.
Wenn man entlang der Donau nach Regensburg fahren möchte, so ist es mühevoll, am Ende der Tour das Auto wieder vom Ausgangspunkt zu holen. Da es aber zwischenzeitlich das 9 EUR-Ticket gab und Fernverkehr ohnehin nicht verfügbar war, begaben wir uns frohgemut ins Getümmel.

Umstiege gab es in Mühldorf, München Ost (Bauarbeiten), München Hauptbahnhof, Kißleg, Aulendorf und Sigmaringen.
Da es der 2. Tag der Gültigkeit des Tickets war, waren wir auf Chaos eingestellt und ich hatte die 3 weniger bahnaffinen Mitfahrer schon vorher Ausführlich gebrieft: oberste Bahnfahrerpflicht ist "Ruhe bewahren!".

Was ist zu berichten?
a) in München Ost gibt es am S-Bahnsteig keine fürs Fahrrad geeigneten Aufzüge,
b) in München Hauptbahnhof muss man in Fahrtrichtung links aussteigen (also "unnormal", um zum Aufzug zu gelangen, der Transport von Fahrrädern mit Packtaschen auf der Rolltreppe erfordert Körperspannung ????
c) Kißleg bietet einen super Umstieg an der gleichen Bahnsteigkannte in ein Niederflurfahrzeug. Leider nur für 21 Minuten,
d) in Aulendorf hat man selbst bei geringer Verspätung aus Kißleg mit Fahrrad ganz schlechte Karten, es gibt keine Aufzüge dort,
d) das Warten in Aulendorf erleichtert ein "Tannenzäpfle" vom Bahnhofskiosk,
c) Ein- und Aussteigen mit Rad in die Hochflur-Neigefahrzeuge im Ländle mit ihren schmalen Türen ist generell lebensgefährlich!
d) in Sigmaringen hat es im Bahnhof ein ordentliche Wirtschaft mit Tischen auch an der frischen Luft

An diesem Tag war die Fahrt also umständlich, die Züge aber nicht besonders voll und mit Geduld und Spucke sind wir ohne Ausfälle am Ziel angekommen.
Kostenmäßig war der Spaß natürlich unschlagbar.

Viele Grüße

Elefant01

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

gnampf, Freitag, 26.08.2022, 20:28 (vor 1305 Tagen) @ Administrator

meine Erfahrung mit dem 9-Euro-Ticket, ohne selbst eins besessen zu haben:
- sobald die Züge voller wurden hat man sich selbst die 1. Klasse freigegeben und vollgemacht. Wer dann 500 Euro mehr im Monat gezahlt hat hatte halt Pech, schließlich hat man mit den 9 Euro ja einen Sitzplatzanspruch erworben!!!!!!!1111elf Kontrolliert hat in solchen Fällen eh keiner mehr, insofern wars anscheinend legal.
- grundsätzlich waren jede Menge Fahrräder unterwegs, nur kaum einer hatte Plan davon wie man ein Rad im Zug transportiert. Satteltaschen blieben meistens dran, zügig einsteigen und Tür freimachen hat auch kaum einer hinbekommen, oder mal an die richtige Tür gehen zum Einsteigen, und natürlich setzt man sich selbst auf die Klappsitze und hält das Rad dann vor den Knien, schließlich soll da ja kein anderes Rad mehr hin passen.
- und dann und wann auch mal eine Zugräumung, wenn ausnahmsweise dann doch mal ein KiN an Bord war und sich nicht dauerhaft im Führerstand versteckt hat.
- oder auch eine fette Menschentraube, die den kompletten Bahnsteig dicht macht und die Leute aus dem ankommenden, endenden Zug nicht aussteigen läßt, und somit alles gleich mal um so einige Minuten verzögert, um dann sich komplett in den ersten erreichbaren Zugteil zu quetschen, zumeist durch die erste erreichbare Tür. Aber gut, so war der vordere wenigstens leer und die erste Klasse wurde nicht überschwemmt mit 9-Euro-Tickets.
- in der Folge von dem ganzen dann Verspätungen die knappe Umstiege haben platzen lassen.

Also mein Fazit: gut wenn es vorbei ist, und gut das sie sich so schnell nicht über eine Finanzierung für ein Anschlußprodukt einig werden. Zum Winter hätte das ganze wohl eh was abgenommen, nachdem es zum Großteil Ausflugsfahrten waren, aber so hörts halt schon was früher auf. Und als BC100F-Nutzer hat man sich halt durchaus "vera*scht" gefühlt, wenn ein 9-Euro-Ticket-User plötzlich mehr durfte/konnte als man mit seiner deutlich teureren BC.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

Schibbolet, Freitag, 26.08.2022, 20:38 (vor 1304 Tagen) @ Elefant01

Punkte d und d zeigen die richtige Einstellung. Bei Problemen in die Wirtschaft zurückziehen und die eigene Lage bei einem Tannenzäpfle kontemplieren.

Dirk

Eine geile Zeit!

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 26.08.2022, 21:09 (vor 1304 Tagen) @ Administrator

Hey.

"9 €-Ticket" - der Ausdruck muss 'Wort des Jahres' werden. Geboren als eine Art lästiges Anhängsel für die Grünen am Ende einer langen Verhandlungsnacht hat es sich zu einem Medien-, Kultur- und Reiseereignis verwandelt - und zwar überwiegend positiv.

Während der Tankrabatt im Autofahrerland Deutschland in jeder Hinsicht ein Nischendasein fristete und eher mit negativem Touch in Erinnerung bleibt - der "Abzocke" der Ölmultis sei dank ...


Das 9 €-Ticket war bombastisch. Traurig stimmt mich die negative Einstellung vieler Personale, Erheberkollegen und Eisenbahnfreaks. Ja, natürlich lassen die Chefetagen uns an der Front die Dinge ausbaden und ein wahres ehrliches Dankeschön für das, was wir da an der Basis leisten, gibt's weit und breit nicht.

Aber andererseits ist der Dank und das Lächeln unendlich vieler Fahrgäste der wahre Lohn. Meistens war die Stimmung im Zug gut. Diese ganzen Horrorgeschichten von Beinahemorden, Aggressivität etc kann ich nicht nachvollziehen. Es sind Einzelfälle gewesen. Und klar, wenn ich dem Kunden schon muffig gegenübertrete ...

Überhaupt der Kunde ... Es war spannend, neue Fahrgäste zu erleben. Fragen zu beantworten, über die man staunt. Sie an die Hand nehmen, ihnen die Bahn erklären. Dazwischen die Profis. Und die Gelegenheitsfahrer. Sehr viel Freizeitverkehr. Deutschland hatte diesen Sommer eine gewisse Leichtigkeit. So muss es auch in Woodstock gewesen sein. Anarchie und trotzdem Ordnung. Corona, Masken und doch kein Abstand. Trotzdem brauchten wir nur einmal den Notarzt. Und alle waren vereint in einer Mischung aus Abenteuerfreude, Dabeisein und am-'Horror'-berauschen und Freizeiterlebnis.

Tiefenpsychologische Analysen können wir uns ersparen. Einige Pendler sind weg; mal gucken, ob die wiederkommen. Das weit Überwiegende war Freizeitverkehr. Und man besuchte sich. Einige nutzten dafür sonst das Auto - oft hörte man auch, dass der Kunde auch eine Bahncard hat und sonst FV-Sparpreise nutzt. Dazu die wirklichen Neueinsteiger.

Ebenso überflüssig ist die Debatte über die Nachhaltigkeit in der Form, dass es das Ticket nicht hätte geben dürfen. Im Gegenteil: die Initialzündung und der Wums des Tickets sorgten erst dafür, dass die Eisenbahn endlich mal in aller Munde ist und das nicht nur negativ.

Ich bin froh, dass hier die Aufgabenträger an Erhebungen und Befragungen festgehalten haben. Auch wenn auch wir öfters nicht durchkamen oder auch mal 'flüchten' mußten in die 1 z.B., um nicht den Überblick zu verlieren.

Der Kontakt mit den allermeisten Fahrgästen war toll. Auch wenn es mal eng war oder sich die Bahn wieder von ihrer komplizierten Seite zeigte. Anstrengend war es. Oft sehr anstrengend. Aber schön. Man muss es aber mögen, in Osnabrück vorm frühzeitig bereitgestellten RE 9 nach Bremen zu stehen und den hektisch anstürmenden Massen 30x in 10 Minuten die Frage zu beantworten, ob der Zug nach Bremen fährt. Oder um 11.06 Uhr in Bremen vorm RE 9 auf dem Bahnsteig stehen und die Kunden aufklären, die nervös nach dem doch auch dort abfahren sollenden Metronom nach Hamburg fragen - der um 11.33 Uhr fährt ...


Zusammenfassend war das 9 €-Ticket ein tolles Erlebnis und eine geile Sache. Vor allem auch deswegen, weil viele sicherlich ahnen, dass es in der näheren Zukunft für eine Weile erstmal abwärts gehen wird. Da stand als Motto: "Diesen Sommer genießen wir und nehmen auch Unannehmlichkeiten in Kauf" über allem. Mit einer dementsprechenden überwiegend positiven Atmosphäre im Zug.

Schöne Grüße von jörg

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

delphi_02, Freitag, 26.08.2022, 21:45 (vor 1304 Tagen) @ Administrator

Als begeisterter Bahnfahrer habe ich in allen 3 Monaten ein 9€-Ticket gekauft und mal mehr, mal weniger genutzt.

Positiv für mich:
Es ist schon verdammt günstig, für 9 € einen ganzen Monat unbegrenzt im Nahverkehr zu fahren. Und man fährt dann einfach öfter zu irgendwelchen Orten, die man ohne das Ticket vermutlich nicht besucht hätte.

Negativ für mich:
Hier im Süden waren fast alle Züge massiv überfüllt, mit denen ich gefahren bin. Deshalb bin ich ganz froh, wenn das Angebot nun endet.
Gerne wieder ein ähnliches Angebot, dann aber mit entsprechender Vorausplanung und mehr Kapazitäten auf den Strecken.

Und zum Schluss noch ein lustiges Erlebnis aus dem 9€-Zeitraum:
Vor einigen Wochen war ich mit der Familie an einem Sonntag von Stuttgart in Richtung Süden unterwegs. Und da ich schon mit sehr vollen Zügen gerechnet habe, hatten wir ein 1.-Klasse-BW-Ticket gekauft.
Nachdem wir in Stuttgart dann in den Zug nach Ulm eingestiegen waren, machten wir direkt die Bekanntschaft mit einem selbsternannten Hilfsschaffner der unfreundlichsten Sorte. In ziemlich rüdem Ton blaffte er uns an, ob wir schon wissen würden, dass dies die erste Klasse wäre. Wir haben ihn dann einfach ignoriert. Wer so unfreundlich daherkommt, hat bei mir schon mal direkt verloren.
Das Spiel hat sich dann so noch ein paar Mal wiederholt, immer dann, wenn jemand die 1. Klasse betreten hat.
Und das Beste war, er hat sich nur Abfuhren abgeholt. Entweder hatten die Personen ein 1.-Klasse-Ticket oder waren Mitarbeiter der Deutschen Bahn in zivil, die in der ersten Klasse fahren durften. Er wurde gefühlt immer frustrierter und hat in seiner verletzten 1.-Klasse-Ehre auch alle wissen lassen, dass eigentlich nur er das Recht hat, in den Ledersesseln zu fahren...
Als er dann auch noch den Schaffner ziemlich unfreundlich fragte, warum der denn die ganzen Personen mit falschen Tickets nicht rausschmeißen würde, ließ der ihn nur ganz cool abblitzen: "Woher wissen Sie denn, was für Tickets die anderen Fahrgäste haben?"
Ja, ich verstehe solche Leute einfach nicht...

Viele Grüße
Markus

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

tom66, Freitag, 26.08.2022, 22:00 (vor 1304 Tagen) @ gnampf

"vera*scht" ist das noch nett ausgedrückt. Ich hatte in den letzten Wochen mehrfach den Vorstand und auch den Bahnchef direkt angeschrieben ob die DB wirklich weiterhin sich stur stellt und nicht ein wenig Kulanz bei den BC100 und BC100F Kunden zeigen möchte. Vor allem da der NV ja auch Teil der BC100 ist und man durch das 9 Euro Ticket eine Menge Komforteinschränkungen hat. Von der Überfüllung der NV Züge bis hin zur fehlenden Pünktlichkeit. Die täglichen Ansagen "Bitte machen sie Türen frei damit wir endlich weiterfahren können", ich kann sie schon fast auswendig. Und bei wichtigen Terminen bin ich dann halt wieder aufs Auto umgestiegen.
Und was sagt die Bahn dazu? Ganz einfach: Nichts. Entweder wurde dieser Punkt meiner Beschwerden bewusst überlesen oder aber es kamen nur Standardantworten einmal um den heißen Brei herum.
Da darf sich die Bahn in Zukunft nicht wundern wenn durch diese 9 Euro Ticket Aktion und der Sturheit der Bahn der ein oder andere BC100-Kunde in Zukunft abspringt. Bei 2x BC100F wie es bei uns im Haushalt ist könnte ich mir von dem Geld alle 2-3 Jahre ein neues Auto kaufen und das Benzin wäre auch noch drin.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

Splittergattung, Freitag, 26.08.2022, 22:06 (vor 1304 Tagen) @ Administrator

Hier in NRW lief es nicht ganz so easy wie in den meisten anderen Berichten, sehr volle Züge hatte ich oft. Gerade wenn noch irgendwelche Veranstaltungen dazukamen. Einmal hatte ich nachts um kurz vor vier Uhr nicht den Hauch einer Chance, in den RE 1 reinzukommen, weil der (einteilige) RRX komplett überfüllt war. Sonst bin ich immer irgendwie mitgekommen, aber oft mit mehr Glück als Können - dass andere Fahrgäste am Bahnsteig zurückbleiben mussten, kam einige Male vor. Und einen Sitzplatz hatte ich auch nur manchmal.

Dazu kamen halt noch diverse Bauarbeiten und Signal- und Weichenstörungen, ich habe mittlerweile aufgehört mitzuzählen, wie oft ich irgendwo 20 Minuten auf freier Strecke stand, bis es weiterging. Naja, DB Fernverkehr freut sich, einige Male habe ich dann lieber den ICE bezahlt und über Mobilitätsgarantie eingereicht statt darauf zu hoffen, im nächsten, genauso hoch verspäteten Regio noch irgendwie reinzupassen...

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

joh43ann, Freitag, 26.08.2022, 22:47 (vor 1304 Tagen) @ Administrator

In der Annahme, dass Fahrten gleich zu Beginn der 9€-Periode wohl am angenehmsten seien, habe ich mir für die drei Tage vom 1.-3. Juni eine Stadt in Sachsen ausgesucht, die ich bisher nicht kannte: Chemnitz.
Mit in die Überlegung hinein kam, dass die Wege dorthin wohl nicht von der grossen Masse gewählt würden, dass die NV-Züge vom Bodensee bis Sachsen relativ lange Strecken zurücklegen, sodass sich nur zwei Umstiege ergeben würden, und dass ich die drei RE-Züge jeweils von ihrem Startbahnhof aus nutze.
Alle diese Vorstellungen gingen auf!

Am 1. Juni fuhr ich mit RE 96 von Lindau-Reutin über Wangen - Memmingen nach München Hbf; nach ausreichender Umsteigezeit (geplant 39', real 24') mit ALX RE 2 über Regensburg bis Hof, schliesslich mit RE 3 von Hof nach Chemnitz Hbf, wo ich 18.03 Uhr ankam.
In allen drei Zügen jeweils Fensterplatz in Fahrtrichtung, meist allein oder zu zweit, auf einigen Teilstrecken (wie Memmingen-München) zu viert.
Toll natürlich auch, dass der ALX genug Wagen mitführt!
Geschätzt habe ich, dass nun in Chemnitz nicht die Suche nach Busfahrkarten, Tarifplänen, Automaten losging, sondern dass man einfach mit jedem der städtischen Verkehrsmittel fahren konnte. So war ich um 18.30 Uhr schon im Hotel, und es ergaben sich noch über zwei Stunden diverse Fahrten im Stadtbereich.

Am 2. Juni ging's ins Erzgebirge: In allen Verkehrsmitteln wenig Leute, stets genug Platz:
08.36 Erzgebirgsbahn nach Cranzahl und sofort weiter mit der dampfbetriebenen Fichtelbergbahn nach Oberwiesenthal; Bus über Bärenstein nach Annaberg; 14.09 nach Schwarzenberg, dann nach Aue.
Ab Aue C13 nach Chemnitz, ausnahmsweise zum Hbf, an 18.00 Uhr.
So reichte es noch für eine kleine Abendrundfahrt über Mittweida-Döbeln, von Döbeln über Grimma nach Leipzig, um 20.00 Uhr mit MRB über Geithain nach Chemnitz, an 21.25-3'; der 23-er-Bus fährt nach 19 Uhr erst zur Minute 28 statt 18: Fazit: kurz nach halb zehn Uhr (noch Tageslicht!) schon im Hotel.

Die Heimfahrt am 3. Juni von Chemnitz nach Lindau-Reutin ebenso angenehm wie die Hinfahrt, sie führte aber von Hof über Marktredwitz - Pegnitz nach Nürnberg, mit RE 16 nach Augsburg, mit RE 7 über Kempten nach Lindau. Alles pünktlich! Zug RE 7 zu 100% gefüllt zwischen Kaufbeuren und Lindau (klar: Freitagnachmittag vor Pfingsten - und nur 1x BR 612!).
Alles in allem: eine sehr erfreuliche, angenehme Tour; lauter fröhliche, aufgestellte,aber doch ruhige Leute in allen Zügen. Auch das Personal überhaupt (noch) nicht gestresst...

Mittelstreckenrakete

плацкарт, Samstag, 27.08.2022, 10:17 (vor 1304 Tagen) @ Administrator

Ich habe das 9-€-Ticket ca. 5 mal benutzt, um damit in der angrenzenden verbundfreien Pampa sorgenfrei Zug und Bus zu fahren. Dort hat es sich aufgrund der dünnen Besiedlung, der langen Strecken und verhältnismäßig schnellen REs gelohnt.

Geplante Reisen in die Ferne mit zweistelligen Reisezeiten habe ich gecancelt, weil der Masochismus nicht stark genug war. Durch die Konzentration auf Mittelstrecken habe ich private Fernreisen in die dunkle Zukunft ohne 9€ verschoben.

Mehrere belastende Stunden in überfüllten Zügen habe ich mir eingehandelt - das war zu erwarten und wird nicht in Meckern umgesetzt. Ich habe mir mehr als sonst Gedanken über das Funktionieren von Anschlüssen gemacht.

Der einschränkende Faktor um mehr zu reisen bleibt die eigene Lebens- und Freizeit. Auch 5-€-Ryanair-Flüge und 13,45€-BC25-ICE-Reisen mit vollen Fahrgastrechten erfordern Kraft, Zeit und einen Mehrwert am Ziel oder wenigstens auf dem Weg.

Interessant finde ich die Frage nach der Sozialstruktur des Reisendenmixes. Gab es eine Verprollung, eine Verjüngung der Reisenden oder eine "Entjungferung" von 100-%-Autofahrern? Wurde die Musik lauter gespielt, mehr auf dem Klo gequalmt oder war 9€ das Hambacher Fest mit tausendfacher Teilnehmerzahl? War es ein Elitenspektakel für Bewohner bahnhofsnaher Innenstadtbezirke?

Werden die Grünen politisch profitieren oder wird es mit dem Scholz der Scholz-Ära assoziiert werden?

Psychologisch finde ich interessant: Das Schuldgefühl zur ausgiebigen Rufbusnutzung wird durchs 9€-Ticket stärker. Diesel kostet nicht wenig und der persönliche Chauffeur muss am Sonntag bezahlt werden..

grüne/spd? nein

ktmb, Samstag, 27.08.2022, 10:21 (vor 1304 Tagen) @ плацкарт

Weder die Grünen noch die SPutinD werden profitieren.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket" - SA/TH/SN

Christian_S, Samstag, 27.08.2022, 13:16 (vor 1304 Tagen) @ Administrator

Hallo!

Als Berufspendler zwischen Naumburg und Leipzig war das 9€-Ticket auch für mich eine Herausforderung, zugleich aber natürlich äußerst günstig statt der sonst doch recht üppigen MDV-Preise.

Zusammenfassend kann ich folgendes berichten: die RB20 war vor allem im Juni oft sehr voll, mitunter bekam man beim Zustieg in Naumburg am Vor- und Nachmittag längst keinen Sitzplatz mehr und musste bis Leipzig stehen. Auch in der Gegenrichtung musste man spätestens 15 min vor Abfahrt einsteigen, um noch einen Platz zu bekommen.
Dies hat sich ab ca Juli komplett gewandelt. Seither habe ich auf der RB20 selten einen wirklich vollen Zug erlebt, fand immer einen Sitzplatz. Dies mag auch mit der Brechung der Linie zwischen Weimar und Erfurt wegen der dortigen Bauarbeiten zu tun haben.

Das genaue Gegenteil ist der RE42 (Leipzig-Nürnberg). Ok, die Züge waren auch im Juni schon voll, wurden es im Juli und August aber immer mehr. Selbst morgens um 05:58 ab Leipzig sind mitunter die Sitzplätze schon knapp, mittags/nachmittags kommt man in Naumburg quasi gar nicht mehr rein und selbst in Leipzig hatte man oft schon 5 min vor Abfahrt kaum noch eine Chance zum Zustieg. Diese Züge wurden halt oft für Fernreisen genutzt, kann man mit dieser Variante mit relativ wenigen Umstiegen von Berlin bis München oder Stuttgart gelangen.

Einzelne Ausflugsfahrten machte ich auch, stets mit meiner Tochter im Kinderwagen. Mit der RB25 und Umstieg in Merseburg auf die RB nach Mücheln war sonntags platzmäßig gar kein Problem, auch zurück nicht. Der RE18 zwischen Halle und Jena hatte zwar oft hohe Auslastungen ab Halle, aber meist nur bis Merseburg oder Weißenfels und auch nie so, dass man keinen Sitzplatz mehr gefunden hätte.

Richtig voll waren auch immer die RE7 Würzburg-Erfurt und RE1 Glauchau-Göttingen mit dem Anschluss beider in Neudietendorf. Da kam es aufgrund der großen Nachfrage oft zu Haltezeitüberschreitungen.
Aber auch diese Variante ist halt eine Fern-Distanz: mit nur 1x Umsteigen halbwegs schnell von Würzburg bis nach Göttingen.

Mein Fazit: im klassischen Nahverkehr bis auf Ausnahmen durchaus erträgliche Auslastungen, bei langlaufenden RE dagegen quasi permanente Überfüllungen.

Erfahrungen mit dem 9-Euro-Ticket im Südpfalz-Netz

Pfälzer, Samstag, 27.08.2022, 14:13 (vor 1304 Tagen) @ Administrator
bearbeitet von Pfälzer, Samstag, 27.08.2022, 14:13

Hallo liebe Forengemeinde,

dem Aufruf folgend hiermit auch meine persönlichen Erfahrungen mit dem 9ET.

Zunächst kurz der Hinweis: Ich habe den ÖPNV auch bereits vor dem Ticket für meine täglichen Wegstrecken genutzt und besitze trotz "ländlichem" Wohnort (mit Bahnanschluss) kein Auto. Was ich nicht mit dem ÖPNV erledige geht zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Während der 9-Euro-Zeit hat sich mein alltägliches Nutzerverhalten des ÖPNV daher nicht verändert. Ich bin weiterhin mit meinem Verbund-Abo zur Dienststelle und zurück gependelt. Dabei haben mich die zusätzlichen Reisenden durch das Ticket kaum gestört - überhaupt zeigte sich meinem Empfinden nach nur im Juni eine erhöhte Fahrgastnachfrage in den Nahverkehrszügen hier im Dieselnetz Südpfalz. Das mag insbesondere an folgenden Faktoren liegen:

- Die Linien RB51 und RE6 bilden in Karlsruhe seit jeher den "Wurmfortsatz" des Fernverkehrs für Reisende nach Landau. Gerade im Sommer waren die Züge daher schon immer gut gefüllt mit Fernreisenden auf der letzten Meile. Dadurch fallen die zusätzlichen 9-Euro-Reisenden nicht so stark ins Gewicht.

- Der BÜ-Unfall in Kandel am 21.07. mit drei Wochen BNV (kein SEV, sondern BNV ohne festen Fahrplan!), und zwar dem am schlechtesten organisierten Ersatzverkehr seit langem. Nicht selten musste man eine Stunde auf den Bus warten oder konnte bei der Anfahrt auf den Bahnhofsvorplatz dem ausfahrenden Zug hinterherwinken. Zwischenzeitig angekündigte Ersatzkonzepte wurden, sofern sie überhaupt kommuniziert wurden, schnell wieder für ungültig erklärt oder ohne Vorankündigung über Nacht geändert. In der letzten Woche des BNV waren unter den Fahrgästen jedenfalls nur noch die ganz harten übrig geblieben - vorher waren Aussprüche wie "Bald bin ich endlich 18, dann fahre ich Auto!" an der Tagesordnung (die Wortlaute der anderen Mitreisenden möchte ich wegen der Vorgaben der Forenregeln lieber nicht wiedergeben...).

- Seit 23.07. sind Sommerferien in Rheinland-Pfalz, wodurch sich gerade in der Frühspitze, bevor die 9ET-Klienteil zu ihren Reisen aufbricht, die Situation in den Zügen deutlich entspannt hat.

- In den letzten Wochen kommt es reihenweise zu personalbedingten Fahrtausfällen auf den Linien RB52, RB53, RB54 und S5. Manchmal wegen Unterbesetzungen im mechanischen Stellwerk Wörth, welches auf der Abschussliste ganz oben steht (die Lichtsignale stehen schon), manchmal aber auch wegen dem berüchtigten erhöhten Krankenstand beim Fahrpersonal.

Insgesamt hat das 9ET über die drei Monate also nicht die Zugwirkung erzielt, die vorher befürchtet wurde. Ich musste in diesem Zeitraum jedenfalls nur einmal für einen längeren Streckenabschnitt im Zug stehen. Sonst konnte man immer noch einen freien Sitzplatz bekommen, auch wenn nicht mehr jeder seinen eigenen Vierer hatte bzw. sich diagonal gegenüber einem Mitreisenden platzieren konnte. Man hat sich eben arrangiert. Richtig voll wurde es nur dann, wenn DB Regio mal wieder mit einem statt zwei Wagen vorgefahren war, in den sich die Sardinen (Reisenden) dann quetschen durften. Gerade in dieser Woche kam das mehrmals täglich vor. Die Direktverbindungen der RB51 von Karlsruhe nach Annweiler existieren derzeit leider nur auf dem Papier...

Darüber hinaus war ich mit dem 9ET nur einmal auf einer längeren Fahrt nach Sachsen unterwegs, bei der ich das Ticket auf der Rückfahrt Ende Juli als FV-Ersatz verwendet habe:

Dresden Hbf ab 7:50 mit RE3
Hof Hbf an 10:32

Hof Hbf ab 11:44 mit RE35
Bamberg an 13:12

Bamberg ab 13:26 mit RE54
Würzburg Hbf an 14:21

Würzburg Hbf ab 14:37 mit RE8
Heilbronn Hbf an 16:11

Heilbronn Hbf ab 16:37 mit S4
Karlsruhe Hbf an 17:39

Karlsruhe Hbf ab 18:05 mit RE6
Wörth/Rhein an 18:14

--> Weiterfahrt mit BNV ohne Fahrplan bis Winden

Winden ab 18:53
Landau Hbf an 19:01

Der RE3, eine Solo-Katze, war auf ganzer Strecke nie über 70% ausgelastet und besonders hinter Chemnitz nur spärlich besetzt. Dafür haben wir uns zwischen Chemnitz und Hohenstein wegen einer Infrastrukturstörung eine Verspätung von 15 Minuten eingehandelt, durch die der geplante Anschluss zum RE39 in Hof nichts mehr wurde.

Das hatte ich aber schon vorher mit eingerechnet und ein Taktintervall Puffer eingebaut, sodass es in Hof nach einer Stunde mit dem RE35 nach Bamberg weiter ging. Dieser Zug war, da er dann zwei Takte des RE3 abgenommen hatte, bis auf den letzten Platz gefüllt. Trotzdem mussten nur wenige Fahrgäste stehen.

In Bamberg gab es bei der Ankunft kurzerhand eine Gleisänderung, durch die der Anschluss zum RE54 nach Würzburg am selben Bahnsteig statt fand. In diesem Zug warnte die KiN auch sogleich per Lautsprecher vor apokalyptischen Zuständen und bat um die Freigabe aller Sitzplätze, die mit Gepäck oder dergleichen verstellt wurden. Tatsächlich war die Situation im Zug bis Würzburg zwar gut ausgelastet, aber noch angenehm. Wovor die KiN jedoch warnte konnte man bei der Einfahrt in Würzburg gut sehen: Der Bahnsteig war von vorne bis hinten voll mit Reisenden aus Richtung Stuttgart und Nürnberg, die den Twindex-Vierteiler stürmten. Gut das ich da nicht mehr dabei sein musste ;)

Es ging in einem 6-teiligen FLIRT weiter nach Heilbronn, in dem auch noch vereinzelte Sitzplätze zu haben waren. Bei diesem Zug war mir aufgefallen, dass wir an allen Zwischenhalten zu früh angekommen waren und Zeit abstehen mussten, obwohl der Tf recht entspannt gefahren ist. Selbst nachdem wir in Osterburken noch kurz eine S1 abgewartet hatten war die kleine Verspätung bis Bad Friedrichshall wieder ins Gegenteil verkehrt. Zugegeben sind die FLIRT von Go-Ahead aber auch sehr spurstarke Fahrzeuge im Vergleich zu den n-Wagen-Garnituren, die da vor ein paar Jahren noch eingesetzt wurden.

Der Kraichgau-Sprinter nach Karlsruhe wurde von einem GT8-100D/2S-M gefahren, der nicht ganz so muffig daherkommt wie die alten Wagen mit hohem Einstieg, die derzeit einige Sprinter-Leistungen fahren. Hier bewährte sich der Trick, in der Innenstadt schon einige Haltestellen vor dem Bahnhofsvorplatz einzusteigen, um sich einen Sitzplatz zu sichern. Aber auch dieser Zug war weit entfernt von einer Überfüllung. In Eppingen wunderte mich die geringe Anzahl der Zusteiger, da der Sprinter für die Heimfahrt von der Gartenschau nach Karlsruhe eigentlich in einer perfekten Zeitlage liegt. Aber hier spielte uns in die Karten, dass wir einen langsameren Zug überholt haben, der anscheinend die wartenden Fahrgäste schon aufgenommen hatte.

Schließlich war ich nach 10 Stunden mit knapp 8 Minuten Verspätung (ein Go-Ahead mit Fahrzeugstörung war in Durlach noch im Weg) in Karlsruhe angekommen. Das letzte Stück in die Pfalz ging dann wie schon in den Tagen zuvor mit dem BNV zwischen Wörth und Winden. Dabei hatte ich Glück, denn es kam gleich ein Bus, wodurch in Winden die RB53 um 18:53 noch geschafft wurde.

Insgesamt also eine planmäßige und nicht unkomfortable Tour (wenn man von den Sitzen im AVG-Mittelflurwagen einmal absieht), ganz im Gegensatz zur Anreise mit dem Fernverkehr, bei der ich mit 6 Stunden meinen bisherigen Verspätungsrekord einstellen konnte. Ein kleines Gewitterchen legte den Knoten in Bebra am 25.07. lahm, sodass unser 1653 nach 4 Stunden Wartezeit über Kassel - Nordhausen umgeleitet wurde. Ankunft in Dresden statt planmäßig um 19:37 dann um 1:39. Dagegen war die 9-Euro-Tour dann wirklich entspannt.

Freundliche Grüße aus dem Süden!

Ach ja, um diese Möglichkeit noch zu klären: Ich hätte natürlich auch ohne BNV ab Osterburken mit der S1 über Mannheim und Neustadt fahren können, aber diese Verbindung meide ich aus einem besonderen Grund. Wer sich schon immer gefragt hat, wofür das "S" in "S-Bahn" wohl steht, findet die Antwort in den Quietschies der S-Bahn-Rhein-Neckar. Die kann man im Sommer nämlich nicht anders als "Stinke-Bahn" bezeichnen. Was auch immer an der Klima das Problem ist, seit Jahren ist die Luft im Sommer in den Fahrzeugen so schlecht, dass ich die schon lange nicht mehr von innen gesehen habe.

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

brandenburger, Perleberg, Samstag, 27.08.2022, 22:32 (vor 1303 Tagen) @ Administrator
bearbeitet von brandenburger, Samstag, 27.08.2022, 22:37

Meine Familie und ich hatten in allen drei Monaten drei 9-€-Tickets und haben diese sehr stark genutzt. Ich glaube allerdings, wir hätten fast alle Fahrten auch so gemacht.

Den Massen ausweichen und später fahren - geht leider nicht, wenn das Kind nun mal zu einer bestimmten Zeit Sommerferien hat. Und auch den Schwiegervater/Opa später besuchen wäre nicht gegangen, er ist nämlich am 5.8. gestorben. Also waren zwei Reisen ins Sauerland erforderlich, eine im Juli und eine zur Trauerfeier im August. Und wir sind natürlich froh, ihn so kurz vorher nochmal angetroffen zu haben.

Ich habe noch nie eine Zeit erlebt, in der die Züge, einschließlich der Fernzüge, so voll und so unzuverlässig waren. Auch nicht 2001, als von einem Tag auf den anderen (fast) alle ICE außer Betrieb gesetzt wurden. Von daher begrüße auch ich, dass es nächste Woche vorbei ist.

Im Sauerland ein differenziertes Bild: Die Regionalbuslinien fuhren pünktlich und hatten genug Platz, die Ausflüge mit dem Bus waren ein Vergnügen. Die Züge auf der "Oberen Ruhrtalbahn" dagegen waren chronisch überfüllt, der Fahrplan Glücksache.

Und wenn ich die Diskussionen verfolge zum Thema Fortsetzung des 9-€-Tickets, dann wundere ich mich doch sehr - es war nicht das größte Problem des öffentlichen Verkehrs, dass es bisher kein 9-€-Ticket gab. Sondern dass seine Qualität Wünsche übrig lässt.

Natürlich gönne ich allen armen Menschen ihre Fahrten in diesem Sommer, keine Frage. Aber man wollte doch Klimapolitik machen und nicht Sozialpolitik?

Arm ....

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 28.08.2022, 01:05 (vor 1303 Tagen) @ brandenburger

Hallo.

Natürlich gönne ich allen armen Menschen ihre Fahrten in diesem Sommer, keine Frage.

Oh, wie barmherzig. Müßten sich die Betroffenen da bei dir bedanken für soviel Edelmut?

Komisch nur, dass ich gar nicht Unmengen auffällig Armer im Zug antraf. Nicht mal Obdachlose fuhren mit, obwohl die so ja dank irgendwo immer stattfindendem Nachtverkehr 24/7 zumindest nie hätten im Freien hausen müssen.

'Arm' ist ja was bzw wer ganz anderer ...

Und wer nicht verstanden hat, was ein MASSENtransportmittel ist, aber trotzdem Bahn haben will ==> es ist nicht verboten, einen eigenen Zug zu bestellen. Ohne teure Verkehrshalte und mit vllt nur einem oder zwei Wagen kann es so teuer ja auch nicht sein. Wobei, was schreib ich ==> Reichtum ist ja vorhanden ...

Aber man wollte doch Klimapolitik machen und nicht Sozialpolitik?

Alles hängt nunmal mit allem zusammen. Gute Klimapolitik wäre: Abschaffung BC 100, Abschaffung Sparpreise, Abschaffung Ländertickets, Abschaffung sämtlicher Angebote, Verkehr nur noch auf Hauptverbindungen mit hoher Nachfrage nur zu HVZ-Zeiten, weitgehende Umstellung des Nebennetzes auf Anruf-/Bedarfs-ÖV. Usw. Natürlich muss man parallel auch Straßen/Autobahnen etc rückbauen. Also stillegen. Kraftstoff muss massiv besteuert, weil so wirkungsvoll verteuert werden. Usw usw. Denn am besten bleibt jeder auf seiner Scholle. Wie so ganz früher bei unseren Vorfahren. Jesus war sozusagen auf Kreuzgang - nicht auf Kreuzfahrt.

Deswegen ist der Begriff KLIMATICKET für diese österreichische Staatsnetzkarte ja auch ein Megalacher. ANTIKLIMATICKET wäre richtiger gewesen ....

Schöne Grüße von jörg

Das 9-Euro Ticket zeigt: Mehr Potential im Fernverkehr

TheoretICEr, Sonntag, 28.08.2022, 15:09 (vor 1303 Tagen) @ Administrator

Hallo zusammen,
meine 9 Euro Fahrten liefen wechselhaft.
Ich war hauptsächlich in BW unterwegs um Familie zu besuchen, alle Fahrten hätten auch ohne 9 Euro stattgefunden.
Was mir eindeutig aufgefallen ist: Die allermeisten Fahrgäste fuhren von Oberzentrum zu Oberzentrum in welchen die ICE Züge halten. Also die Fahrgäste fuhren Heidelberg -Ulm, Karlsruhe - Freiburg, Freiburg - Mannheim etc.
Die Züge waren fast immer übervoll.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Dementsprechend würde ich Schlussfolgern dass es im FV in der Theorie viel Potential für Mehrverkehr gibt.
Gleichzeitig würde ich mir wünschen dass dieses Potential nicht durch günstige Tickets herausgekitzelt wird. Umweltschutz ist Ferkehrsvermeidung!

Das 9-Euro Ticket zeigt: Mehr Potential im Fernverkehr

VT642, Mittwoch, 31.08.2022, 14:33 (vor 1300 Tagen) @ TheoretICEr

Was mir eindeutig aufgefallen ist: Die allermeisten Fahrgäste fuhren von Oberzentrum zu Oberzentrum in welchen die ICE Züge halten. Also die Fahrgäste fuhren Heidelberg -Ulm, Karlsruhe - Freiburg, Freiburg - Mannheim etc.
Die Züge waren fast immer übervoll.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Kann ich exakt so bestätigen. An Unterwegshalten war mitunter kein Zustieg wegen Überbesetzung mehr möglich, weil, wie du es schreibst, die Fahrten in den Oberzentren begonnen und dort auch beendet werden. Besonders gut beobachtbar ist das z.B. bei den diversen SÜWEX-Linien, da steigt in Frankfurt die Masse ein und in Koblenz/Karlsruhe wieder aus, in die Gegenrichtung identisch. Wenn dann Verstärker-RE Linien ins Leben gerufen werden, die Nürnberg-München ohne Zwischenhalte fahren, unterstreicht das diese These.

Das 9-Euro Ticket zeigt: Mehr Potential im Fernverkehr

sfn17, Mittwoch, 31.08.2022, 15:44 (vor 1300 Tagen) @ TheoretICEr

Das sagen ich und sicher auch viele hier im Forum, dass letztlich es für Mittelstrecken zuwenig Verbindungen gibt.

Das wäre das Ding für IRs gewesen.

Jetzt wären es halt langlaufende REs, von denen es mehr geben müsste.

Aber bei diesem Stichwort fangen einige Forumanen an, von Selbstabgraben von Einnahmequellen und menschenleeren ICEs zu schreiben.

Das 9-Euro Ticket zeigt: Mehr Potential im Fernverkehr

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 31.08.2022, 16:23 (vor 1300 Tagen) @ sfn17

Der Bund müsste letztlich solche Linien ausschreiben. Fernverkehr ist eine Angelegenheit, die am besten im Bund aufgehoben ist. Dieser muss entsprechend auch Geld in die Hand nehmen und dies tun. Vielleicht würde es grundsätzlich helfen, würde man die strikte Trennung Regional-/Fernverkehr weitgehend aufheben und z.B. die DB Fernverkehr und Flixtrain in den Deutschlandtarif aufnehmen.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

was Deutschland vermisst, ist in NL Kerngeschäft.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 31.08.2022, 16:59 (vor 1300 Tagen) @ TheoretICEr

TheoretICEr:

Die allermeisten Fahrgäste fuhren von Oberzentrum zu Oberzentrum in welchen die ICE Züge halten. Also die Fahrgäste fuhren Heidelberg -Ulm, Karlsruhe - Freiburg, Freiburg - Mannheim etc.
Die Züge waren fast immer übervoll.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Meine Fahrten waren vor allem Kaldenkirchen-Düsseldorf v.v. (Eindhoven-Kaldenkirchen v.v. mit NS-Ticket).
Die Züge waren auch voller als üblich. Kann aber auch mit der Zusatzbezeichnung des Zuges zu tun haben: DrogenExpress.

Dementsprechend würde ich Schlussfolgern dass es im FV in der Theorie viel Potential für Mehrverkehr gibt.

Eher dass in Deutschland ein ordentlicher Mittelstreckenverkehr fehlt, und der Fernverkehr dafür einspringen muss. Als ob man von Amsterdam nach Arnhem (93 km) den ICE nehmen muss.

sfn17:

Das sagen ich und sicher auch viele hier im Forum, dass letztlich es für Mittelstrecken zuwenig Verbindungen gibt.

Verbindungen satt, auch international, z.B. Amsterdam-Köln. Nur die Betreiber, die diese Strecken fahren möchten, fehlen.
Gut, 2027 soll Eindhoven-Düsseldorf kommen.

Das wäre das Ding für IRs gewesen. Jetzt wären es halt langlaufende REs, von denen es mehr geben müsste.
Aber bei diesem Stichwort fangen einige Forumanen an, von Selbstabgraben von Einnahmequellen und menschenleeren ICEs zu schreiben.

Weil der ICE in Vergleich zum RE dann nur wenige Zeitvorteile bietet. Das kann der ICE nur dort, wo er 200+ km/h fahren kann. Mit dem Stadler KISS hat man einen Regionaltriebwagen der spurtstark ist und 200 km/h schafft.
In Frankreich gibt es auch 200 km/h schnelle Z21500, aber da fahren parallel 300-320 km/h schnelle TGVs. Gut, Deutschland ist kein Frankreich.

Bei uns wird der ICE inner-NL auch nur geringfügig benutzt. Es gibt ja parallel den "IC" in 15-Minutentakt, und dieser ist nur wenige Minuten langsamer.

J-C:

Der Bund müsste letztlich solche Linien ausschreiben. Fernverkehr ist eine Angelegenheit, die am besten im Bund aufgehoben ist. Dieser muss entsprechend auch Geld in die Hand nehmen und dies tun. Vielleicht würde es grundsätzlich helfen, würde man die strikte Trennung Regional-/Fernverkehr weitgehend aufheben und z.B. die DB Fernverkehr und Flixtrain in den Deutschlandtarif aufnehmen.

Bin ich mir nicht sicher. Thalys und eurostar verkehren bei uns auch in einer anderen Liga. Dafür haben wir dann aber auch den IC Brüssel. Dieser ist auf Schiphol-Rotterdam mit Aufpreis benutzbar, ansonsten zuschlagfrei. Also nicht teurer als andere, nationalen "IC"s in NL/BE (entspricht RE in Deutschland).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

was Deutschland vermisst, ist in NL Kerngeschäft.

sfn17, Mittwoch, 31.08.2022, 17:53 (vor 1300 Tagen) @ Oscar (NL)

zu den ICE: wenn dort erst einmal die Mittelstrecken-Fahrgäste fehlen, weil sie nun in langlaufenden REs sitzen, dann wäre mehr Platz für die echten Langstreckenfahrer. Dann gibt es am Ende auch weniger Räumungen von übervollen ICE. Die Nachfrage nach ICE-Plätzen ist genügend riesig.

Wer ist ein Mittelstreckenfahrgast?

ktmb, Mittwoch, 31.08.2022, 18:42 (vor 1300 Tagen) @ sfn17

Hamburg - Hannover?
Hannover-Göttingen?
Hamburg-Kassel?
Kassel-Würzburg?
Dresden-Leipzig?
Magdeburg-Hannover?

Und wie sollen dieses Fahrgäste vom unbequemen, langsamen und schmutzigen* RE überzeugt werden?

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* https://www.zeit.de/2022/36/9-euro-ticket-saxonia-express-re-50?cid=62520419#cid-62520419

Reiseberichte "9-Euro-Ticket"

tmmd, Magdeburg, Montag, 19.09.2022, 11:33 (vor 1281 Tagen) @ Administrator

Als BC 100-Inhaber habe ich das 9€-Ticket nur dort genutzt, wo meine "Black Mamba" nicht gilt. Das waren zweimal Buslinien (Füssen - Neuschwanstein u.z. sowie Wischhafen - Stade) und ansonsten verschiedene Schmalspurbahnen (Harz, Zittau, Lößnitzgrundbahn, Hainsberg - Kipsdorf, Molli) sowie die Straßenbahnbetriebe in Dessau und Gotha.

Allerdings bin ich auch froh, daß das 9€-Ticket Geschichte ist. Meine Pendelfahrten ins Büro mit dem RE 1 Magdeburg - Berlin u.z. waren alles andere als angenehm. Auf derart volle bzw. überfüllte Züge kann ich in Zukunft gerne verzichten.

--
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