Wolfach und Schwarzwaldbahn. (Reiseberichte)
Hallo ICE-Fans,
letzte Woche hatte ich meine erste postpandemische Langstrecke; von Wohnsitz Eindhoven ging die Reise nach Wolfach, Schwarzwald. In diesem (leider bilderlosen) Post meine Erfahrungen.
Di. 26.04.22
Die übliche Grenzbummelei Eindhoven-Düsseldorf, 110 km in 1:50, 60 km/h Schnitt. Na gut, nicht meckern Oscar, vor 10 Jahren war das noch 2:08. Stopover in Düsseldorf, Treffen mit Mannschaftskollegen des Breitensportvereins.
Mi. 27.04.22
Mit dem europaweiten DB-Premiumprodukt auf der Fahrt von Düsseldorf nach Offenburg. 410 km in 3:08, macht 131 km/h. Das hört sich schon eher nach Fernbahn an. Der ICE-Fan in mir sagt aber: kann das nicht eine Stunde schneller? Ja, das kann. Nur nicht hier.
Leider waren so manche Unangenehmheiten auch "Premium"... Abfahrt +20 wegen "Notreparatur an der Strecke"... hat Prorail da bei uns etwas kaputt gemacht? Königsnacht Amsterdam kann es nicht gewesen sein; s.i.w. begann der Zug erst in Utrecht.
Die Verspätung wuchs und wuchs; der zuvor pünktlich losgefahrene EC nach Zürich wäre wohl genauso schnell gewesen.
Der Anschluss in Offenburg Richtung Freudenstadt war dann weg. Nicht meckern Oscar, Deine Reisekollegin auf der Fahrt nach Konstanz musste 80 Minuten länger warten, weil ihr Zug von 15:00 ausgefallen war.
Etwa 14:40 dann doch die Fahrt nach Wolfach in einem 650er-Doppelpack ("Schienenbus 2.0", "RegioShuttle", "Regioschüttler"). Also OG-Hausach unter Fahrdraht gedieselt.
Abends die Stadt erkundet.
Do. 28.04.22
Heute war Wanderspass angesagt; ab Wolfach via Käpflefelsen nach Moosenmättle (Bergstube). Kurz danach Kreisgrenze WOL/RW. Ich landete schlussendlich in Schramberg; nur schade dass ich nicht vorher wusste, dass die letzten 200 m Höhenunterschied abwärts in lediglich 600 m gingen... zwar tolle Aussicht von der Burgruine aber dafür knallender Muskelkater...
In Schramberg verkehrt die gummibereifte Bahn namens "DB Regio Südbadenbus" stündlich nach Schiltach, der nächste Ort mit Bahnanbindung. Hier viele Fachwerkhäuser, definitiv ein Besuch (und für mich ein Abendessen) wert.
Mit der stündlichen "Ortenau-S-Bahn" ging es dann wieder nach Wolfach.
Fr. 29.04.22
Heute war Schwarzwaldbahn angesagt, aber nicht per Bahn sondern zu Fuss. Leider endete die Fahrt bereits in Hornberg; der Zug von 9:25 fuhr nicht. Auf der Schwarzwaldbahn war leider nur / zum Glück immerhin noch ein Zweistundentakt möglich. Was war passiert? Ein Erdrutsch? Felsenabbruch? Betrieb eingleisig?
Also wurde es eine Wanderung ab Hornberg nach Triberg. Es gibt eine 10 km Variante, aber die meine war s.i.w. 15 km wegen allerhand ungeplante Umwege (fehlende Schilder, Abholzungsarbeiten). Von der Schwarzwaldbahn habe ich hier leider nicht viel gesehen. Musste später erfahren, dass man mit der Gutachtal-Wanderweg mehr von der Bahn sieht.
Nachmittags noch mal kurz nach Donaueschingen und Villingen; die Höllentalbahn heisst jetzt S 10, ist Bestandteil der Breisgau-S-Bahn und wird auf der kompletten Strecke mit einem bwegt-Coradia gefahren (letztes Mal als ich da war, war noch ein Umstieg in Neustadt nötig).
Um 16:50 ging es ab Villingen zurück nach Hausach, wo ich mein Abendessen hatte und zurück zum Hotel ging es dann wieder mit besagter Diesel-S-Bahn.
Sa. 30.04.22
Die vier Jahreszeiten an einem Tag. Am Feldberg sollte es geschneit haben. Es war wolkig und kalt; eine Stunde später als normal ging die Fahrt diesmal nach Triberg für den Bahnerlebnispfad. Es gibt zwei Schleifen, die man wandern kann; ich wählte die untere Schleife via die grösste Kuckucksuhr der Welt. Leider spürt man zuerst vor allem viel Strassenverkehr der B 33. Bahnerlebnis wird es erst nach einer starken Steigung (die ich besser verkrafte als steile Abgänge). Infotafeln erzählen Geschichten über die Schwarzwaldbahn. Leider fing es an Station 6 zu regnen an, und es knallte sogar der Donner. Dreibahnenblick, Vierbahnenblick und aufgrund des geringen Bahnangebots nur wenige Züge. Nichtdestotrotz war ich froh, diese Wanderung gemacht zu haben.
Da ich keine Lust hatte, mich eine Stunde lang in Triberg verregnen zu lassen, nahm ich den Bus nach St. Georgen (bedient die Orte wo die Bahn nicht kommt). So sah ich die Schwarzwaldbahn auch noch von der Perspektive der gummibereiften Bahn. Um 15:00 ging die Tour wieder abwärts durch die 36 Tunnel der Strecke (der kürzeste 20 m, der längste 1600 m). Es gibt weit mehr Fotomotivstellen als diejenige, die ich entdeckt habe. Diese hoffe ich später mal entdecken zu können. Der Schaffner konnte mir erklären, dass der RE 2 wegen Garniturmangel nur in 2h-Takt verkehren kann. Die beiden ICs des Tages hatten normal gefahren.
So. 01.05.22
Grossbetrieb in der Diesel-S-Bahn wegen 1. Mai Kundgebung in Offenburg. Weiter ging es mit ICE ??? der diesmal nicht die Regelstrecke fuhr, sondern via Bruchsal, Karlsdorf und Graben-Neudorf. Die Verspätung blieb diesmal in den Grenzen = nur +5. Planmässig Offenburg-Köln 380 km in 2:36 (146,1 km/h). Für die restliche Fahrt nach Eindhoven brauchte ich fast dieselbe Zeit = 144 km in 2:24 (60 km/h). Man wünscht sich doch als ICE-Fan, das ginge doch auch in einer Stunde... sogar ein NS-IC würde für eine Strecke solcher Länge eine Stunde weniger brauchen...
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.