Bahn will ICE Netz ausdünnen (Allgemeines Forum)

grounder, Mittwoch, 19.05.2010, 18:19 (vor 5916 Tagen)

Interessanter Artikel in der FTD:
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:starker-wettbewerb-bahn-droht-ice-netz-auszudu...

Eine solche Drohung war ja zu erwarten, aber ich frag mich mit welcher Begründung die Bahn dann bisher schon Fernbusverbindungen von und nach Berlin anbietet, wenn da doch angeblich eine Wettbewerbsverzerrung herrscht. Oder anders gesagt: So lange die Bahn Fernbusse selbst betreibt, ist unter Wettbewerbsgesichtspunkten alles in Ordnung, aber wehe andere Unternehmen wollen da einsteigen....

...fehlende Kreativität?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 19.05.2010, 20:17 (vor 5916 Tagen) @ grounder

Interessante Parallele:

Musikindustrie <=> DB Fernverkehr
Musik <=> Fahrkarte
CD <=> ICE-Fahrkarte
CD-Neukauf <=> ICE fahren
CD-Gebrauchtkauf <=> Regionalzug fahren
Download <=> Fernbus fahren
Audiokopierschutz <=> Verweigerung der Fernbuszulassung
Normalkunde <=> Möchtegernbahnfahrer
CD nicht auf Stereoanlage abspielbar <=> Stadt vom ICE-Netz abgekuppelt

Was hat die Musikindustrie gelernt?
1. Man muss kreativ sein und Qualität bieten.
2. Man soll Kunden nicht verars... verärgern.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Volle Zustimmung

GUM, Mittwoch, 19.05.2010, 22:08 (vor 5916 Tagen) @ Oscar (NL)

und einzige Ergänzung:

Die Kunden darf man intellektuell nicht unterschätzen. Wenn man bei einer Verbindung von 30 Minuten die Fahrzeit um 8 Minuten verlängert, bei drei Stunden dreissig Minuten aus "Energiespargründen" draufschlägt und dabei die Relationspreise noch erhöht.

Dann wandern sie halt ab die Kunden. In Richtung Flugverkehr, rote Züge der Bahn und Stinktiere (sog. Autos). Übrigens ist der neue Bahnvorstand für mich als Kunde praktisch unsichtbar. Business as usual, nächste offene Preiserhöhung folgt bald sicher. Im Moment wird halt nur ein bischen an Sparpreiskontingenten und -tarifhöhen gedreht.

Dazu ein positives Gegenbeispiel: Heute fuhr in einem DNR (Nahverkehrsreisezug Dritter) äh der Bayerischen Oberlandbahn sogar ein Unterwegs-Reiniger mit. Und dort gibt es auch allerlei kreative Nahverkehrsangebote.

Schade, dass es dort keine Fernverkehrszüge gibt...

Dämliche Argumentation

ICE615, Mittwoch, 19.05.2010, 23:53 (vor 5916 Tagen) @ GUM

Die Bahn sieht also in Bussen eine Konkurrenz zum ICE. Damit gibt sie also indirekt zu, dass sie durch sinnlose Energiesparreserven ihre Züge so lahm gemacht hat, dass 300 km/h schnelle ICEs nur noch das Geschwindigkeitsniveau von Bussen, also 100 km/h erreichen.

Ganz so schlimm ist es zwar noch nicht, aber eine solche Tendenz zeichnet sich ab.

Die Busse sind, mal abgesehen von Leuten, die nur aufs Geld und nicht auf die Fahrzeit achten, keine Alternative. Busse sind so ziemlich das langsamste Verkehrsmittel überhaupt und wer will bitte Strecken wie Berlin-Hamburg, Berlin-Frankfurt/Stuttgart/München etc. mit dem Bus fahren? Außer Leuten, die nicht mehr als für einen Ryanairflug zahlen wollen, niemand.

Dämliche Argumentation

Uniqum, Frankfurt am Main, Donnerstag, 20.05.2010, 00:38 (vor 5916 Tagen) @ ICE615

Überspitzt gesagt würde ich behaupten die DB hat zu viele Fahrgäste. Nein, wirklich. Dieses Unternehmen verstehen, kann ich schon lange nicht mehr, obwohl ich gerne Bahnfahre und die Bahn auch bei weitem nicht so schlecht finde wie andere.

Gewiss sind Fernbusse eine Konkurrenz für die Bahn. Allerdings decken sie einen Klientel ab, die oft und gerne in den letzten Jahren von ihr vernachlässigt wurde. Herr Mehdorn verglich den Bahnbetrieb einst mit einer Airline, aber das ist sie nicht und wird sie auch nie sein.

Ich gebe gerne zu, zu diesem Kundenkreis zu gehören.

Natürlich hat die Bahn Sorgen, das viele solcher Fahrgäste, die früher die Stammkundschaft waren, nämlich solche ohne eigenes Automobil und eventuell geringem Einkommen, auf andere Verkehrsträger ausweichen.

Der richtige Gedanke wäre, wie man Bahnfahren attraktiver gestalltet. Denn die Bahn hat viele systembedingte Vorteile (ein ganz großer der im Moment droht verloren zu gehen ist das durchgehende Ticketing). Sinnvoll wäre es da ggf. einfach an der eigenen Leistung zu kurbeln. Wer einen Premium-Fahrpreis zahlt, erwartet auch eine Premium-Leistung. So lange aber selbst über Schnellfahrstrecken wie Hannover-Würzburg gebummelt wird, anstatt das Höchsttempo auszunutzen, wundert mich nichts.

Der Vergleich zwischen Fernbus und Ryanair hinkt ein wenig, vor allem aufgrund der dezentralen Lage der Abflughäfen. Vor allem haben Fernbusse meist auf kurzen Strecken Erfolg, wie z.B. Hamburg-Bremen.

In Großbritannien, Spanien und Tschechien gibt es auch sehr gut ausgebaute Fernbusnetze. Länder mit sehr unterschiedlichen Bahnsystemen, in welchen die Fenrzüge m.W. nach wie vor gut ausgelastet sind. Tschechien gilt für viele Anhänger der "klassichen Bahn" oft sogar als Beispiel, ein Grund mehr warum ich die Sorge vor Fernbussen nicht nachvollziehen kann.

Das die DB auf Konfrontationskurs geht ist verständich, ein gut ausgebautes Fernbusnetz würde (hoffentlich) eine Sekung der überhöhten Fahrpreise (bzw. Erhöhung der Sparpreiskontingente) mit sich bringen. Genauso wie Ryanair dazu führte, das auch Lufthansa & Co die Preise senkten. Das ist sicherlich für alle begrüßenswert.

Die Deutsche Bahn ist keine Bundesbahn mehr und arbeitet nach dem Gewinnerzielungsprinzip, es ist richtig und gut wenn demnach eine gewisse Konkurenz vorhanden ist und ich war und bin bei weitem kein Befürworter der Privatisierung.

Dämliche Argumentation

Jörg, Donnerstag, 20.05.2010, 01:01 (vor 5916 Tagen) @ ICE615

Busse sind so ziemlich das langsamste Verkehrsmittel überhaupt.

Wenn man genügend Leute zusammenbringt wie es bei Klassenfahrten oder Vereinsausflügen üblich ist, dann sind diese durch ihre direkte Punkt zu Punkt Verbindung durchaus schneller als die Bahn.
Und auch günstiger. Ob sich das durch die Entrichtung von Trassengebühren (Autobahnmaut) ändert mag ich bezweifeln aber ein richtiger Schritt in Richtung fairer Wettbewerb wäre gemacht.

Grüße Jörg

Punkt zu Punkt Verbindung

Steffen, Donnerstag, 20.05.2010, 08:24 (vor 5916 Tagen) @ Jörg

Gerade bei den Punkt zu Punkt Verbindung verspielt die Bahn ihre Vorteile: Wenn ich (als Reisender) nicht sicher sein kann, dass die Anschlüsse klappen, gewinnen Alternativen an Bedeutung, weil so die Bahn zeitlich inattraktiv wird und und die (gegenüber Bussen) teureren Preise nicht mehr gerechtfertigt sind/scheinen.

Das Paradoxe dabei ist: Der Fahrplan wurde so gestrickt, dass die Umsteigezeit möglichst kurz wird, oft nur 5 Minuten. So soll die Reisezeit reduziert werden. Stichwort ITF, an sich eine feine Sache. Nun bekommen aber die Züge mehr und mehr Verspätung (trotz größerer Fahrzeitreserven *räusper*), warten aber kaum mehr aufeinander, sodass genau das Instrument, das die Reisezeit kürzen sollte, zu ihrer Verlängerung führt.

Die Ursache liegt hier aber nicht nur bei der "DB Bahn" sondern auch im (politisch konstruierten) System.

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[image]

Fernschnellbusse

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 20.05.2010, 09:33 (vor 5916 Tagen) @ ICE615
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 20.05.2010, 09:34

Die Bahn sieht also in Bussen eine Konkurrenz zum ICE.

Selbstverständlich.
Die Zeit, die ein Bus wegen niedrigrer Geschwindigkeit verliert, gewinnt er folgenderweise:

1. der Fahrgast kann ggf. vor der Tür einsteigen
2. der Fahrgast braucht unterwegs nicht umzusteigen
3. ein Bus legt weniger Zwischenhalte ein
4. den Fahrgast kann man ggf. am Zielort abliefern
5. bei Baustellen und Streckensperren ist der Zeitverlust dank gut ausgebautem Strassennnetz viel niedriger als bei der Bahn

Ein zweites Argument ist Fahrpreis. Für den Preis einer einfache Fahrt mit dem ICE erhält man beim Bus eine Hin- und Rückfahrt.

Damit gibt sie also indirekt zu, dass sie durch sinnlose Energiesparreserven ihre Züge so lahm gemacht hat, dass 300 km/h schnelle ICEs nur noch das Geschwindigkeitsniveau von Bussen, also 100 km/h erreichen.

1. Ich schätze, der Durchschnitt aller ICEs ist mehr als 100 km/h.
2. Es sind nicht die Energiesparreserven die Schuld sind.

Auf Paris-Forbach kann der ICE 300 km/h fahren. Auf K-F auch.
Auf Paris-Forbach erreicht der ICE einen Schnitt von etwa 250 km/h. Auf K-F nur 150 km/h. Letztere auf OS-HH auch.
Auf K-F fahren die ICEs bis zu 300 km/h. Auf OS-HH die ICs nur 200 km/h.
Auf allen Strecken kann man energiesparend fahren.

Gründe sind m.M.n.:

1. Unterwegshalte, die der Bus nicht hat. Soll man nicht negativ sehen, denn Unterwegshalte sind für die Bahn wichtig.
2. lange Stadtdurchfahrten. Der ICE muss z.B. ab Köln Richtung Frankfurt durch eine 28 km Lafa, bevor er ordentlich Gas geben kann.
3. lange Übergangszeiten beim Umsteigen. Wenn z.B. der ICE International aus Amsterdam in Duisburg Einfahrt hat, ist der Berlin-ICE gerade abgefahren und kann ich also etwa 55 Minuetn warten. Dann helfen 300 km/h auch nicht mehr.

Die Busse sind, mal abgesehen von Leuten, die nur aufs Geld und nicht auf die Fahrzeit achten, keine Alternative.

Von diesen Leuten gibt es zumindest bei uns in NL ganz viele, und das werden mit der heutigen Finanzkrise wohl rasch mehr.
Ziel ist nämlich nicht, zu reisen, sondern irgendwo zu kommen und irgendwas am Zielort zu machen, z.B. Urlaub. Die Anreise ist lediglich ein Hilfsmittel.

Busse sind so ziemlich das langsamste Verkehrsmittel überhaupt und wer will bitte Strecken wie Berlin-Hamburg, Berlin-Frankfurt/Stuttgart/München etc. mit dem Bus fahren? Außer Leuten, die nicht mehr als für einen Ryanairflug zahlen wollen, niemand.

Die Busreisende möchten nicht von Berlin nach München fahren, die möchten von ihrem Haus in einer fernverkehrslosen Kleinstadt bei Berlin zu einem Hotel in den Tiroler Alpen reisen.
Warum Bahn fahren, wenn der Bus zum Omnibushof dieser Kleinstadt kommt, umsteigefrei verkehrt und den Fahrgast vor die Hoteltür abliefert, und das auch noch für viel billigere Preise?


gruß,

Oscar (NL, wo im Sommer und Winter ein enormer Reisebustourismus herrscht).

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Fernschnellbusse

rotfuxx, Donnerstag, 20.05.2010, 10:17 (vor 5916 Tagen) @ Oscar (NL)

Preislich wird die Bahn auf den Hauptstrecken nicht mithalten können, obwohl die steigenden Dieselpreise sicherlich die Situation eher zum Gunsten der Bahn gestalten.

Die Bahn muss mit dem Reisekomfort (Reisezeit = Arbeits- oder Erholungszeit) und der Pünktlichkeit hausieren gehen. Pünktlichkeit und sinnvolle Vertaktung (incl. der damit verbundenen Investitionen) sind das A und O. Damit sichert sich die Bahn Kundenzufriedenheit und ausreichende Geschwindigkeit. Jeder verpasste Anschluss bedeutet für den Reisenden enormen Komfort- und Zeitverlust, die die Zufriedenheit gewaltig senkt (außer der nächste IC steht wie in Utrecht sowieso 10 Minuten später auf dem Gleis).

Ich kann eigentlich nur begrüßen, dass die Bahn jetzt den Fernbusverkehr als Konkurrenz bekommt, denn bei der Mehdorn-Bahn war vor allem der Kampf gegen den Flugverkehr das Mantra, was sich super mit prestigeträchtigen Rennstrecken vereinbaren ließ. Die steigenden Benzinpreise haben in der Konkurrenz zum allein genutzten Auto genorm in die Hände gespielt ohne das hier ähnlich viele Investitionen getätigt wurden.

Jetzt bekommt die Bahn vielleicht einen Gegner, der sie entweder zum Ausbau oder zur Aufgabe bestimmter bisher vernachlässigter Verbindungen (also Strecken plus Vertaktung) zwingt. Ersteres wäre wünschenswert, letzteres nicht.

...fehlende Kreativität?

Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Donnerstag, 20.05.2010, 00:08 (vor 5916 Tagen) @ Oscar (NL)

Was hat die Musikindustrie gelernt?
1. Man muss kreativ sein und Qualität bieten.

Ach... kann ich so nicht wirklich sehen - pardon - hören...

2. Man soll Kunden nicht verars... verärgern.

gut, Kopierschutzmaßnahmen auf CDs werden weniger, das war's dann auch schon.

--
bye, Dan

[image]

Meine Fotos im Netz - http://www.dans-photos.net/

Bahn fordert fairen Wettbewerb

Henrik, Mittwoch, 19.05.2010, 20:48 (vor 5916 Tagen) @ grounder

Interessanter Artikel in der FTD:
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:starker-wettbewerb-bahn-droht-ice-netz-auszudu...

Eine solche Drohung war ja zu erwarten, aber ich frag mich mit welcher Begründung die Bahn dann bisher schon Fernbusverbindungen von und nach Berlin anbietet, wenn da doch angeblich eine Wettbewerbsverzerrung herrscht. Oder anders gesagt: So lange die Bahn Fernbusse selbst betreibt, ist unter Wettbewerbsgesichtspunkten alles in Ordnung, aber wehe andere Unternehmen wollen da einsteigen....

Welche Fernbusverbindungen meinst Du?
Die meisten Fernbuslinien bzgl. Berlin sind ja eher Altlasten aus Zeiten des Kalten Krieges von vor 1990.

Hintergrund ist da eher, dass Konkurrenz-Firmen die Buslinien deutlich billiger anbieten würden. Daher ja auch die geplante Gesetzesänderung.

was war zu erwarten?
Dass die DB einen fairen Wettbewerb fordert oder dass die FTD aus einem normalen Marktgeschehen ein "drohendes Schreckengespenst" bastelt? ^^

Aber dass normales Marktgeschehen von Politikern und Journalisten als große Gefahr angesehen wird, scheint ja grade Hip und In zu sein. Sozialistisches Denke ist grade angesagt.

Interessanter ist doch, wieso der DB nach die Buslinien dann deutlich billiger seien als der ICE-Verkehr:

Der Konzern fordert, die Busse müssten der Lkw-Maut unterliegen. Sonst entstehe eine Diskriminierung des Schienenangebots, für das Trassenpreise fällig werden. "Obwohl der intermodale Wettbewerb so hart wie nie ist, ist die Herstellung gleicher Wettbewerbsbedingungen kein Thema aktueller Gesetzgebung", sagte DB-Chef Rüdiger Grube bei der Vorstellung des Wettbewerbsberichts, den der Konzern jährlich erstellt.

ftd.de/...starker-wettbewerb-bahn-droht-ice-netz-auszuduennen/50115887.html

Der folgende Absatz bzgl der Eisenbahnregulierung in der EU ist auch interessant.

Siehe auch db.com:

Wettbewerbsbericht 2010

Deutsche Bahn stellt neuen Wettbewerbsbericht vor

Im Gegensatz zu Deutschland sind in vielen europäischen Ländern die Eisenbahnmärkte noch weit entfernt von einem fairen Wettbewerb. Tatsächlich fahren nirgendwo auf der Welt mehr Wettbewerber auf einem Eisenbahnnetz als in Deutschland.

Rund 320 Eisenbahnverkehrsunternehmen sind aktuell Kunden der DB Netz AG. Anders sieht es auf europäischer Ebene aus. „Die europäischen Schienenverkehrsmärkte sind zum Teil überhaupt nicht geöffnet, zum Teil sind die Zugangsrechte nicht effektiv durchsetzbar“, erklärte DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube bei der Vorstellung des Wettbewerbsberichts 2010. Er mahnte daher erheblichen Handlungsbedarf bei den europäischen Regierungen an.

...

db.com/site/bahn/de/konzern/im__blickpunkt/wettbewerbsbericht__2010.html

Bahn fordert fairen Wettbewerb

grounder, Freitag, 21.05.2010, 14:17 (vor 5915 Tagen) @ Henrik

Welche Fernbusverbindungen meinst Du?

Die meisten Fernbuslinien bzgl. Berlin sind ja eher Altlasten aus Zeiten des Kalten Krieges von vor 1990.

Richtig, und werden seit jahren von Tochterunternehmen der Bahn gefahren. Ín all den Jahren war der angebliche Wettbewerbsvorteil für die Busse aber nie ein Problem ! Jetzt, wo es auch beim Busverkehr Konkurrenz geben soll, schreit man plötzlich auf

was war zu erwarten?
Dass die DB einen fairen Wettbewerb fordert oder dass die FTD aus einem normalen Marktgeschehen ein "drohendes Schreckengespenst" bastelt? ^^ Zu erwarten war, dass die Bahn schon von vornerein versucht konkurrenz abzublocken und zwar mit Drohungen die die öffentliche Meinung gegen die Busverbindungen aufbringen soll. Und das nur um die völlig überteuerten Bahntickets aufrecht erhalten zu können.

Aber dass normales Marktgeschehen von Politikern und Journalisten als große Gefahr angesehen wird, scheint ja grade Hip und In zu sein. Sozialistisches Denke ist grade angesagt.

Quatsch, das hat mit normalem Marktgeschehen überhaupt nichts zu tun. Hier wird versucht, mit Drohungen Meinung gegen künftige Konkurrenz zu machen.

Interessanter ist doch, wieso der DB nach die Buslinien dann deutlich billiger seien als der ICE-Verkehr:

das Problem ist, dass die Bahn ohne Bahncard VIEL zu teuer ist.

Bahn will ICE Netz ausdünnen

Lumi25, Donnerstag, 20.05.2010, 23:21 (vor 5915 Tagen) @ grounder

Der ICE ist ein reines Abzockprodukt. Vorteile hat der ICE nur auf ganz wenigen Strecken und selbst dort beträgt der effektive Fahrzeitunterschied gegenüber einem IC 5-10 Minuten in der Regel. Oftmals halten sogar Ersatzzüge die ICE-Fahrzeiten.

Der ICE hat bisher nur viele Probleme gebracht. Bei den ICE-T fällt ja nicht zum ersten mal die Neigetechnik aus und der ICE 3 ist auch nicht gerade zuverlässig.

Mit einem weiterentwickelten IC-System wären wir wohl besser dran gewesen.


Beim sogenannten B-Verkehr (IR) hat die DB AG komplett versagt. Auch hier hat man versucht das Maximum aus dem Fahrgast herauszupressen mit der Umstellung auf IC-Züge bei gleichen Wagenmaterial.


Vielleicht sollte ich der DB AG auch mal eine Quad-Core CPU verkaufen die 4 Kerne mit jeweils 3 GHz hat. Ich addiere dann das ganze und verkaufe der DB AG dann eine 12 GHz CPU zu höherem Preis. Die würden wohl auch sagen das ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe. Andersherum denke ich aber genauso.


Die Fahrzeitverlängerungen mit gleichzeitiger Fahrpreiserhöhung sind die reinste Frechheit. Ein Beispiel das mich betrifft:

Fahrplan 2000

IR 2213

Duisburg Hbf ab 6.31 - 6.43 Düsseldorf Hbf 6.45 - 7.06 Köln Hbf

Fahrzeit 35 Minuten

Fahrplan 2010

IC 2338

Duisburg Hbf ab 6.32 - 6.45 Düsseldorf Hbf 6.52 - 7.15 Köln Hbf

Fahrzeit 43 Minuten


Deshalb bin ich auch so gespannt darauf ob Locomore im April 2011 ernst macht. Die sind auch nicht langsamer als ein IC aber wohl weitaus günstiger.

Bahn will ICE Netz ausdünnen

chris, Donnerstag, 20.05.2010, 23:51 (vor 5915 Tagen) @ Lumi25

kann ich dir nur recht geben

Bahn will ICE Netz ausdünnen

Uniqum, Frankfurt am Main, Donnerstag, 20.05.2010, 23:57 (vor 5915 Tagen) @ Lumi25
bearbeitet von Uniqum, Freitag, 21.05.2010, 00:02

Hallo,

Der ICE ist ein reines Abzockprodukt. Vorteile hat der ICE nur auf ganz wenigen Strecken und selbst dort beträgt der effektive Fahrzeitunterschied gegenüber einem IC 5-10 Minuten in der Regel. Oftmals halten sogar Ersatzzüge die ICE-Fahrzeiten.

Ich würde nicht soweit gehen, den ICE als Abzockprodukt zu bezeichnen. In den Zügen ist durchaus, zumindest in der zweiten Klasse ein deutlicher Komfortunerschied spürbar. Warum der ICE jedoch auf Strecken ohne nennenswerten Zeitgewinn (z.B. Hamburg - Dortmund - Köln) höher bepreist ist, ist für mich ebenfalls nur begrenzt nachvollziehbar.

Das die Vorteile der höheren Fahrzeuggeschwindigkeit u.a. aus bereits weiter oben erwähnten Energiespargründen, dem erreichen von Anschlüssen oder anderen Gründen, nicht voll ausgenutzt werden, ist ein Versäumnis des Betreibers, keines des Hochgeschwindigkeitsverkehrs an sich.

Der ICE hat bisher nur viele Probleme gebracht. Bei den ICE-T fällt ja nicht zum ersten mal die Neigetechnik aus und der ICE 3 ist auch nicht gerade zuverlässig.
Mit einem weiterentwickelten IC-System wären wir wohl besser dran gewesen.

Der ICE-T ist eigentlich genau das, urpsrünglich war er für den InterCity-Verkehr konzipiert worden. Allerdings ist dies auch nicht die Schuld des Systemes oder Neigetechnikkonzeptes.

Beim sogenannten B-Verkehr (IR) hat die DB AG komplett versagt. Auch hier hat man versucht das Maximum aus dem Fahrgast herauszupressen mit der Umstellung auf IC-Züge bei gleichen Wagenmaterial.

Aus Fahrgastsicht sicherlich. Aus unternehmerischer Sicht dürfte eher das Gegenteil der Fall sein. Entweder wurde aus dem Zug ein IC, in anderen Fällen sind die Länder in die Bresche gesprungen und zahlen nun Subventionen.

Allerdings würde ich dieses Versagen eher als politisch einsortieren. Immerhin ist der Bund und damit auch die Politik immernoch der Alleineigentümer der Bahn. Ob eine solche Kostenumverteilung im Interesse der Bürger und Wähler lag, wage ich zu bezweifeln.

Deshalb bin ich auch so gespannt darauf ob Locomore im April 2011 ernst macht. Die sind auch nicht langsamer als ein IC aber wohl weitaus günstiger.

Abwarten und Tee trinken. Ich glaube da erst drann wenn die Züge fahren und wenn sie (hoffentlich) noch nach dem folgenden Fahrplanwechsel fahren. Es gab bereits in der Vergangenheit diverse ehrgeizige Vorstöße privaten Fernverkehr anzubieten, um die es sehr schnell ruhig wurde. Im Endeffekt hat die DB einen langen Atem und vor allem die besseren Vertriebswege. Bis es wirklich zu echter Konkurrenz im Fernverkehr kommen kann und wird müsste vor allem auch politisch noch einiges korrigiert werden.

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