Kater Musch im Sonderzug (Aktueller Betrieb)
Liebe Leute,
eigentlich muß man nichts zu jenen Sonderzügen sagen, die in diesen Tagen u.a. von Cottbus und Frankfurt/O nach Hannover fahren. Jeder weiß, warum sie unterwegs sind. Viele Kinder und doch ist überall alles sehr ruhig. Kleine große müde wache Augen, die viel zu erzählen hätten aber kaum was sagen können.
Eine Szene fand ich besonders. Alles schlief irgendwann, auch ein paar kleine Hunde. Nur Kater Musch schaute und wachte die ganze Zeit. Schaute aus dem Fenster, zum Gang und wieder hinaus. Saß immer auf seinem Ausguck, hier bei der Durchfahrt Magdeburg.
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Gruß, Olaf
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797
? Rücksicht gegenüber Unterwegsreinigern & Betriebswerk
Hallo alibizugpaar,
solche Bilder, wie Du Sie zeigst, sind nicht unbedingt gut für das Miteinander im Zug und unterwegs.
Unabhängig davon, daß Du hier einen klaren Verstoß gegen die Beförderungsbedingungen feierst: Begebe Dich doch bitte gedanklich mal auf die Seite der Menschen, die beruflich damit zu tun haben.
Eine Mehrheit der Menschen findet Hunde im Körbchen oder auf dem Boden liegend entweder süß oder noch akzeptabel. Weil sie keinen Talg/Eiweiß vom Fell auf Tische, Polster und im Fernverkehr damit auch noch auf Teppiche absondern. Wie der von Dir gezeigte Fall, der von der Industrie gerne als Samtpf.... B
bezeichnet wird.
Aber Tiere auf Sitzplätzen und Tischen? Nicht nur hygienisch bedenklich, sondern machen jede Menge Arbeit.
Noch gar nicht davon gesprochen, daß ein hoher zweistellige Prozentsatz der Menschen den Geruch nicht sonderlich attraktiv findet. Was positiv betrachtet auch zu einem sehr erfolgreichen Produkt geführt hat.
Im epischen Buch "Hooked: How to build habit-forming products" ist die Geschichte der Raumdüfte nachzulesen.
Also nehmt bitte Rücksicht auf die Mitfahrgäste und das Reinigungspersonal. Deren Arbeit ist schwer genug.
Mein Dank gilt allen Reinigungsmitarbeitern, die Erstaunliches leisten.
Liebe Grüße
GUM
--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!
Rücksicht ....
Hallo lieber GUM,
zum Thema Rücksicht:
Gestern wurde ich im Bahnhof angesprochen, und drum gebeten, doch bitte die Nahrungsaufnahme zu unterlassen. Er, der Beschwerdeführer, befinde sich derzeit im Ramadan - es sei eine Rücksichtslosigkeit auch von mir (und anderen), ihn mit Essen in der Öffentlichkeit zu provozieren.
Der meinte das völlig ernst.
Ich habe ihm nur gesagt, dass ich, ganz unchristlich, nicht die Absicht habe, mein Essen mit ihm zu teilen!
Später stellten wir noch einen Gleislatscher, der mit Hund direkt vorm Zug die Gleise querte. Das betroffene Personal griff durch; gut!
Und auf der einzigen Fahrt ohne Zugbegleiter benahm sich ein betrunkenes Pärchen daneben; Masken und Fahrkarten wurden als überflüssiges Gimmick empfunden. Also verhalf uch der Bundespolizei mal zu etwas Beschäftigung - auch wenn die davon gar nicht sonderlich begeistert waren ...
Und das alles auf einer völlig bimmeligen Bimmelnebenbahn am Rande der Republik. Und da meinte der Auftraggeber, der Dienst könne langweilig werden ...
Schöne Grüße von jörg
? Rücksicht gegenüber Unterwegsreinigern & Betriebswerk
Unabhängig davon, daß Du hier einen klaren Verstoß gegen die Beförderungsbedingungen feierst: Begebe Dich doch bitte gedanklich mal auf die Seite der Menschen, die beruflich damit zu tun haben.
Ah, du kennst also die Beförderungsbedingungen von Centralbahn-Sonderzügen?
Und da er wohl nicht selbst aus der Ukraine geflüchtet ist, dürfte er wohl selbst beruflich damit zu tun gehabt haben.
Eine Mehrheit der Menschen findet Hunde im Körbchen oder auf dem Boden liegend entweder süß oder noch akzeptabel. Weil sie keinen Talg/Eiweiß vom Fell auf Tische, Polster und im Fernverkehr damit auch noch auf Teppiche absondern. Wie der von Dir gezeigte Fall, der von der Industrie gerne als Samtpf.... B
bezeichnet wird.
Wo sollte da der Unterschied zu einem Hund sein? Als ob jeder Hund einfach nur brav auf dem Boden unter dem Sitz liegen und bloß nicht haaren würde.
Und was die Menschen angeht: vor einer Katze haben wenige Angst, vor Hunden schon einige mehr. Und wenn es dann auch noch statt einem Hund das Modell Fußhupe ist, dann nervt es, abgesehen vom Besitzer, wohl jeden mit seinem Dauergekläffe.
Aber Tiere auf Sitzplätzen und Tischen? Nicht nur hygienisch bedenklich, sondern machen jede Menge Arbeit.
Sprach derjenige, der jegliche Corona-Maßnahmen ablehnt und am liebsten ohne Maske im Zug seine Aerosole verteilen möchte.
Noch gar nicht davon gesprochen, daß ein hoher zweistellige Prozentsatz der Menschen den Geruch nicht sonderlich attraktiv findet. Was positiv betrachtet auch zu einem sehr erfolgreichen Produkt geführt hat.
Im epischen Buch "Hooked: How to build habit-forming products" ist die Geschichte der Raumdüfte nachzulesen.
Die wiederum ein hoher zweistelliger Prozentsatz der Menschen vom Geruch nicht leiden kann, und stattdessen den natürlichen Geruch vorzieht, gegenüber diesem Kunstduft. Davon ab, dass nasser Hund sicherlich keinen deut besser riecht, oder so mancher Mensch... egal ob wegen mangelnder Hygiene, oder zuviel Kunstduft.
Also nehmt bitte Rücksicht auf die Mitfahrgäste und das Reinigungspersonal. Deren Arbeit ist schwer genug.
Mein Dank gilt allen Reinigungsmitarbeitern, die Erstaunliches leisten.
Mein Dank gilt all denen, die sich nicht wie Schweine im Zug verhalten, alle Sitze/Boden mit Krümeln und Papierschnipseln etc. vollsauen und Kaugummi unter die Tische kleben. Menschen können ganz ohne irgendwelche Tiere selbst genug Schwein sein,
Hä?
Hey.
Ah, du kennst also die Beförderungsbedingungen von Centralbahn-Sonderzügen?
Wer mit denen fährt, freiwillig, dem ist eh nicht zu helfen. Ein Unternehmen, was die Kunden als Unglücksverursacher beschimpft, obwohl das eigene Equipment auslösend war.
Menschen können ganz ohne irgendwelche Tiere selbst genug Schwein sein,
Hä? Schweine sind sehr reinliche Tiere.
Schöne Grüße von jörg
Rücksicht ....
Huhu Jörg,
danke für den fast schon Live Einblick in Deine Arbeit. Dies bestärkt mich in der Meinung, daß Du Dich irgendwie vom Erheber/Zähler zum Zugbegleiter weiter entwickeln solltest.
Bei Dir sind die Fahrgäste gut aufgehoben.
Aber da schreibe ich wahrscheinlich noch auf zig Tastaturen.... Tastaturen sind Verschleißteile.
Liebe Grüße
GUM
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Bildliche Nachweise sind das eine, Behauptungen das Andere
Hallo gnampf,
ich kann leider nur eine Lesebestätigung schicken. Ein im Bild dokumentiertes und "gefeiertes" Abweichen von gesellschaftlichen Normen ist das Eine, das Aufstellen von nicht substantiierten Behauptungen das Andere.
Und damit das nicht so weiter geht, schweige ich einfach.
Liebe Grüße
GUM
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Zweiter Tag
Na Gum, zerbrich Dir mal nicht den Kopf anderer Leute. Die etwa 10 Tiere im Zug steckten wohl schon seit Tagen in kleinen Behältnissen. Und ich unterstelle sie waren reinlicher als so manch feiernde Horde auf Sonderzug/Regelzugleistungen zu ganz anderen Anlässen.
Nach der Ankunft in Laatzen gab es nach dem Durchgang mit Mülltüten jedenfalls nichts zu beanstanden!
Es folgte am nächsten Tag eine zweite Rundfahrt. Konnte man hin wieder dösen, gucken und klönen, begann später die Arbeit so richtig.
Verteilen von etwa 280 Lunchpaketen über 10 Wagen (durch alte schwere Klapptüren zirkelnd und dabei aufpassen, daß die Papiertüten bei allem schweren Seegang nicht reißen), halbstündlich mit vier Trägern bestückt extra Getränke anbieten, Babywindeln gegen kleinere Größen tauschen gehen, aus dem Depot warmes Wasser für's Fläschchen und kaltes Wasser mit Schälchen für Maus, Hund und Katze holen, SIM-Karten ausgeben, erklären wie das Wasser im WC per Fußhebel kommt.
Morgens noch Tee und Seife beim Rossmann holen und nebenan beim Mäckes Pappträger für heiße Getränke schnorren. Die dann echt lieb waren und uns gleich noch 100 Becher für umme dazugegeben haben. Mit der Übersetzer-App Fragen beantworten, was in Hannover passiert, wo das überhaupt liegt, wann wir ankommen und wie man von da weiter nach Bremen, Dortmund oder Freiburg kommt. Und warum das heute Abend nicht mehr geht, daß hier irgendwann keine Züge mehr fahren. Aber daß man in Hannover schlafen und auf Wunsch auch mal duschen kann. Dabei immer wieder in die Peinlichkeit geraten, daß der Zug vom einen direkt ins nächste und übernächste deutsche Handy-Funkloch rutscht. Und bei all dem merken, wie weit zurück die eigene Schulzeit und die drei Jahre Russischunterricht bereits liegen. Aber einiges habe ich verstehen und antworten können. Weitere Durchgänge und Müttern zeigen, daß man für die schlafenden Kleinen das Abteillicht löschen kann. Nochmal Tee und Kaffee bringen. Magentabletten hatte ich wie aus einer Vorahnung selber besorgt, zwei Gäste haben danach gefragt. Die ganze Aufregung. Sanis waren auch an Bord.
Feierabend war nach 17 Stunden. An/Abreise und Hotelzimmer übrigens auf eigene Kosten. Zweite Nacht bis zur Heimreise für einige Stunden in Hainholz im abgestellten ICE verbracht.
Die zweite Runde mit blauer 110 statt roter 111, hier Einfahrt Magdeburg.
![[image]](https://abload.de/img/screenshot_20220403-1a8kma.jpg)
Es ging über Kurve Roßlau, Wittenberg, Falkenberg, Elsterwerda und Ruhland nach Cottbus.
Nebenan stand ein blauer bayerischer Regio-Triebzug zur Fahrt nach Berlin. Der VT-Sonderzug aus Polen brachte nur 10 Personen nach Cottbus.
Und das ist es, was die Menschen auch so erschöpft: Die viele lange Zeit, das ewige Warten. Und wieder ein neues unbekanntes Land mit einer fremden Sprache. Um noch weiter weg von der Heimat zu kommen. Was man gar nicht will, aber doch muß. Die EC aus Polen standen ewig lang in Frankfurt/O.
Von der Bahnhofsmission Frankfurt/O herein gereichte Handzettel.
![[image]](https://abload.de/img/20220403_203931moj9m.jpg)
Ohne zu wissen was kommt und was wird war auch diese Runde wieder sehr ruhig. Babys und Kinder waren alle leise. Keine tierischen Verunreinigungen festgestellt! Zum Glück sind wir dann in einem Rutsch bis zum Ziel Hannover-Laatzen durchgekommen.
Feierabend gegen 1 Uhr in Hannover-Hainholz. Und es war eisekalt...
![[image]](https://abload.de/img/20220402_222236rqkow.jpg)
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Gruß, Olaf
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797
? Rücksicht gegenüber Unterwegsreinigern & Betriebswerk
War angesprochen worden und freiwillig mit dabei. Mit meinem Beruf hat das nichts zu tun.
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Gruß, Olaf
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797
Zweiter Tag
Danke.
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Mit Interrail unterwegs ab 03.07.!
Bin beeindruckt!
- kein Text -
Rücksicht ....
Hy.
danke für den fast schon Live Einblick in Deine Arbeit. Dies bestärkt mich in der Meinung, daß Du Dich irgendwie vom Erheber/Zähler zum Zugbegleiter weiter entwickeln solltest.
Ooch, das mache ich doch nebenbei mit ... ;-)
Bei Dir sind die Fahrgäste gut aufgehoben.
Jau!
Allerdings machen 99% der Fahrgäste es mir aber auch leicht. Entgegen vielen Berichten geht es IN SUMME in den Zügen recht friedlich zu.
Natürlich gibt's auch Bagaluten. Aber auch da kommt es drauf an, wie man ihnen gegenüber tritt.
Wenn mir da ein Jungspund wieder mit "boah, Alder" kommt, dann sag ich ihm, dass er, wenn er mich noch mal "Alder" nennt, rausfliegt - wenn er "boah, Digger" zu mir sage, dann sei das in Ordnung! Meist grinsen sie dann, Lage ist deeskaliert, läuft ...
Oder wenn sie Schuhe auf'm Sitz haben und sie dann 'schnell' runternehmen, wenn sie mich bemerken. Manchmal spotte ich über ihre lahmarschige Reaktion schon in so jungen Jahren. Oder frage, warum sie jetzt die Schuhe runtergenommen haben - wüßten sie etwa, dass das nicht richtig sei? Oder ich bitte sie, sich eben umzusetzen nach Gegenüber - wenn sie dann erstaunt fragen, sage ich ihnen, dass so der Sitz wieder sauber wird.
So etwas ungewöhnlichere Vorgehensweise sorgt dann für etwas Verwirrung. Und damit auch für gewisse Entkrampfung. Mit (potentiellen) Problemkunden muss man unorthodox umgehen. Maskenverweigerer frage ich dann auch mal, ob es ihnen eine Herzensangelegenheit ist, von allen anderen als Querulant betrachtet zu werden; schließlich haben wir alle keine Lust auf das Ding; aber der Ort des Protestes sei hier sicher nicht der richtige. Und dann ergänze ich, dass sie die nicht für mich aufsetzten; ich stürbe sowieso nicht, weil ich überall unabkömmlich sei. Meistens schauen sie dann drein wie die Kuh, wenn's blitzt und sind dann artig ...
Usw ....
Aber da schreibe ich wahrscheinlich noch auf zig Tastaturen.... Tastaturen sind Verschleißteile.
Jo. Ich bin so wie derzeit durchaus zufrieden. Und kann auch so vielen Fahrgästen ein hoffentlich gutes Erlebnis bieten. Zumindest steht das Ziel über allem.
Danke für dein Vertrauen in meine Fähigkeiten. ;-)
Schöne Grüße von jörg
![[image]](https://abload.de/img/img-20220331-wa0004lvksm.jpg)
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