EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht? (Allgemeines Forum)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 10.03.2022, 15:39 (vor 1497 Tagen)
Hallo ICE-Fans,
aktuell steigen die Spritpreise rasch. Hier in NL ist Benzin schon fast 2,50 € pro Liter.
Die Frage ist nun: wird das zu einem Bahnrevival führen, oder eher auf Reiseverzicht?
Erstes wäre für uns ICE-Fans schön, zweites durfte eher Realität sein.
Ja, Spritpreise sind hoch, aber auch der Preis pro Kilowattstunde, und dieser durfte entscheidend sein. Bahnstrom wird auch teuer. Also werden Bahntickets auch teurer. Es gibt Haushalte hier in NL die ihre Energierechnung nicht mehr bezahlen können.
Nun haben wir das "Glück", dass NS die Tarife nicht auf eigener Faust erhöhen darf. Aber wie ist das in Deutschland?
Inzwischen bringt NS den Fahrplan wieder auf Soll-Zustand (Feb/Mrz vorübergehend reduziert wegen Covid/Omikron). Dann sind auch die 10-Minutentakte wieder da (Eindhoven-Amsterdam, Nijmegen-Schiphol). Nur schade, dass noch viele Menschen ausserhalb der Einzugsgebiete dieser Korridoren wohnen. Die können einfach nicht ohne Auto bzw. Elektromobil (genauer: die behaupten das so).
Selber denke ich an vermehrte Fahrradbenutzung. Frühling kommt ja. Inzwischen werden hier in NL schon mehr E-Räder als normale Fahrräder verkauft. Na gut, wir haben dann auch die Infrastruktur dafür; in Kürze sind hier Gemeinderatswahlen und viele haben das Thema "Schnellradfahrstrecke" in der Lokalpolitik.
Eine weitere Möglickeit wäre vermehrte Bildung von Fahrgemeinschaften. Wenn man zu fünft in derselben Zeitlage fast dieselbe Strecke fährt, dann geht das auch mit nur einem Auto. Gefühlt ist Deutschland da schon ganz viel weiter als die neoliberalen NL.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
Lumi25, Donnerstag, 10.03.2022, 19:38 (vor 1497 Tagen) @ Oscar (NL)
Ob die Leute auf SPNV oder ÖPNV Umsteigen hängt immer davon ab wie gut das Angebot ist. Benötigt man mit ÖPNV das dreifache an Zeit wie mit dem Auto, werden die Leute auch weiterhin das Auto nutzen.
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 10.03.2022, 19:58 (vor 1497 Tagen) @ Lumi25
Und dann umziehen müssen, weil sie sich das Auto nicht mehr leisten können.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
jotxl, Donnerstag, 10.03.2022, 21:42 (vor 1497 Tagen) @ J-C
bearbeitet von jotxl, Donnerstag, 10.03.2022, 21:44
wenn die Bahn dann nach Corona noch voller wird, werden das die Leute auch nur einmal probieren.
Hab das grad am vergangenen Sonnabend auf Berlin - München erlebt. Dank Ferienende in Bayern waren fast alle ICE´s außergewöhnlich voll ausgelastst und hatten Buchungssperre.
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
J-C, In meiner Welt, Freitag, 11.03.2022, 07:49 (vor 1496 Tagen) @ jotxl
wenn die Bahn dann nach Corona noch voller wird, werden das die Leute auch nur einmal probieren.
Mehr Platz für mich dann. Autofetischisten finden aber immer eine Ausrede.
Hab das grad am vergangenen Sonnabend auf Berlin - München erlebt. Dank Ferienende in Bayern waren fast alle ICE´s außergewöhnlich voll ausgelastst und hatten Buchungssperre.
Gibt‘s da keine Extrazüge? Zumindest in Österreich wird sowas zu Ferienende gemacht.
So von wegen die Züge würde keiner mehr nutzen :‘D
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EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
Mike65, Donnerstag, 10.03.2022, 23:40 (vor 1496 Tagen) @ Oscar (NL)
Ja, Spritpreise sind hoch, aber auch der Preis pro Kilowattstunde, und dieser durfte entscheidend sein. Bahnstrom wird auch teuer. Also werden Bahntickets auch teurer.
Ich vermute, dass die Bahn doch langfristige Lieferverträge mit den Stromerzeugern abgeschlossen hat und daher zumindest kurzfristig nicht von Preiserhöhungen betroffen ist.
Auf Dieselstrecken mag das anders aussehen, aber der Löwenanteil des Energieverbrauchs wird durch Elektrizität gedeckt, vermutlich ist das in NL ähnlich.
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
EK-Wagendienst, EGST, Freitag, 11.03.2022, 07:01 (vor 1496 Tagen) @ Mike65
Ja, Spritpreise sind hoch, aber auch der Preis pro Kilowattstunde, und dieser durfte entscheidend sein. Bahnstrom wird auch teuer. Also werden Bahntickets auch teurer.
Ich vermute, dass die Bahn doch langfristige Lieferverträge mit den Stromerzeugern abgeschlossen hat und daher zumindest kurzfristig nicht von Preiserhöhungen betroffen ist.
Auf Dieselstrecken mag das anders aussehen, aber der Löwenanteil des Energieverbrauchs wird durch Elektrizität gedeckt, vermutlich ist das in NL ähnlich.
Der Dieselpreis ist bei DB Energie tagesabhängig, und muss allen EVU gleich angeboten werden, und ist auch schon massiv gestiegen.
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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.
EU: steigende Spritpreise -> DB Strom
milos6, Leipzig, Freitag, 11.03.2022, 10:49 (vor 1496 Tagen) @ Mike65
Ich bin Kunde bei DB Strom und mein Strompreis für Ökostrom wurde zum 1. März gesenkt!
Und solange sich jemand ein Auto kauft was mehr als 6 Liter verbraucht habe ich kein Mitleid, denn es gibt ja auch spritsparendere Modelle -:)
Was soll da revivalen?
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 11.03.2022, 08:35 (vor 1496 Tagen) @ Oscar (NL)
Hey.
aktuell steigen die Spritpreise rasch. Hier in NL ist Benzin schon fast 2,50 € pro Liter.
Ich staune, dass die Grünen nicht ausflippen vor Begeisterung. Forderten sie doch mal, der Liter Sprit müsse 5 DM kosten. Passt ja derzeit ... ;-)
Wobei der deutsche Michel allerdings mitjubelt. Gestern an der Tankstelle erzählte der Kunde vor mir freudig der Mitarbeiterin, dass er den Spritpreis derzeit gerne zahlt, weil das dann ja den Ukrainern zugute käme. 2 Jahre Coronadauerbeschallung führen zur totalen Degeneration des Denkapparates. Helfen würde denen, wenn wir 2 Handvoll Atombomben direkt an der NATO-/EU-Außengrenze stationieren und den Anzünder mit dazu und klar machen, dass der loslegt, wenn nicht heute noch Ruhe ist in der Ukraine. Aber okay, ich rege mich schon wieder auf über unsere Feigheit und Verlogenheit. Ruhig atmen. Und zur Eisenbahn zurück.
Warum soll die im zivilen Verkehr ein Rieweiwel erleben?
Warte einfach erstmal ein paar Wochen ab. Noch ist der Deutsche ja beseelt von seiner humanitären Hilfe und zahlt gerne. Wenn er aber in ein paar Wochen oder Monaten feststellt, dass die Energiepreise hoch bleiben und die Inflation auch und dass die massenhafte Zuwanderung von Ukrainern auch nichts anderes ist als die von Syrern und Afrikanern, dann dürfte sich die gute Laune langsam legen. Und die Ausgabefreudigkeit zwangsweise mit dazu.
Zumal die gestiegenen Energiekosten auch Eisenbahn und ÖPNV belasten. Wie soll der Sektor dann finanziert werden? Höhere Fahrpreise? Dann verliert der hohe Spritpreis seinen Schrecken. Durch noch mehr Zuschüsse? Wenn ja: wer soll die denn erwirtschaften? Was wollen wir alles noch auf Pump sprich Kredit finanzieren? Wo doch jetzt langsam auch klar wird, dass neue Prioritäten gesetzt werden müssen, sprich Rüstungsindustrie.
Es wird mittelfristig zu größeren wirtschaftlichen Verwerfungen kommen. All die tollen Verkehrsprognosen für 2030 und 2040 sind was für den Müll. Wir können in den nächsten Jahren froh sein, wenn sich der aktuelle Standard auch nur einigermaßen halten läßt.
Wobei da die Frage ist, ob das denn überhaupt schlimm ist. Denn sie krähen doch alle nach dem Stop des Klimawandels. Mit etwas neuer Technik und ansonsten weitgehend 'weiter so' wird das nichts werden. Es wird doch dann gerne 'Verzicht' gepredigt. Das läßt sich dann doch jetzt prima umsetzen! Die hohen Energiepreise bleiben und steigen weiter. Das entzieht Kaufkraft. Was auch die Mobilität einschränkt. Auch bei der Eisenbahn. Müssen wir die Wochenenden rund um die Uhr durchgängig fahren? Braucht es auf einsamen Nebenstrecken starre Stundentakte bei nur übersichtlich gefüllten Zügen?
Selber denke ich an vermehrte Fahrradbenutzung.
Ja, die Welt dreht sich. Die Chinesen bauen Eisenbahnen und Autobahnen wie irre, halten das Fahrrad für etwas rückständig und nennen all das Fortschritt. Bei uns ist es umgekehrt.
Und da wir ja all unseren Industrien den Garaus machen -ist ja alles böse -, und es Bodenschätze hier nicht gibt, leben wir bald vorrangig von Landwirtschaft. Nur wird die kaum soviel einbringen, dass wir uns all die Geldausgeberei - s.o.- noch werden leisten können. Und damit auch nicht die Finanzierung der Mobilität.
Die zu weiten Teilen dann allerdings auch gar nicht mehr in dem Umfang notwendig ist. Das schöne: Lkw-Fahrer und Lokführer fehlen dann nicht mehr. Der derzeitig in vielen Bereichen eher arbeitnehmerfreundliche Markt dreht sich dann wieder zu eher arbeitgeberorientiert - zum einen braucht es weniger Arbeitsplätze, zum anderen kommt ja gerade reichlich Nachschub an Arbeitskräften. Heißt: angemessene Lohnsteigerungen sind dann eher weniger zu erwarten.
Das Rad dreht sich also eher in die Richtung: es wird weniger werden. Der jahrzehntelange Aufschwung ist nämlich wie alles auf dieser Welt keine Ewigkeitsveranstaltung. Insofern sehe ich nicht, warum Eisenbahn und ÖPNV eine güldene Zukunft bevorstünden.
Keine Sorge, ich weiß schon, dass das hier wieder als Unkerei usw. zerlegt wird. Ist auch okay, wer will schon gerne so in die Zukunft schauen. Ich halte es mit den Pfadfindern: be prepared. Sei bereit. Als ich hier schon vie längerem von Atomkraft als Kriegswerkzeug sprach, mußte das verborgen werden und wurde ich als Spinner abgetan - dabei holte mich die Realität schneller ein, als ich das sogar selbst erwartet hätte. Insofern: Alles tutti. Und das hat auch nichts mit Gejammer zu tun: alle Generationen vor uns haben Unruhen und Umwälzungen erlebt - warum also sollte es ausgerechnet in unseren Generationen anders sein? Im Gegenteil: das alles ist ganz normal. Die lange Phase des Friedens in Kerneuropa und der jahrzehntelange Aufschwung: das war der Ausnahmezustand.
Und so würde ich jedenfalls wenig Energie darauf verschwenden, über den Fahrplan 2030 und 2040 nachzudenken und mir schon heute einen Plan machen, wann ich wo den letzten IC1 fotographiere und wie ich die Abschiedsfahrt des ICE2 eintakte in meine Zukunftspläne. Es ist ja nice, ein bißchen in voraus zu denken und planen - nur sollte doch jetzt wohl endgültig klar geworden sein, dass jetzt erstmal so manches anders kommen wird als nach den letzten Jahrzehnten Stabilität zu erwarten gewesen wäre. Und das nicht unbedingt zwingend zum besseren für die meisten. Auch für Bahn und Bus und Bimmel nicht.
Schöne Grüße von jörg
NL: Steuersenkung.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 11.03.2022, 10:44 (vor 1496 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo ICE-Fans,
es war zu erwarten: die Steuer auf Treibstoffe wird verringert.
Damit sollen Benzin und Diesel wieder etwas mehr bezahlbar werden.
Da steht gegenüber dass der staatliche Finanzdefizit sich wieder um einige Milliarden erhöht.
Interessant ist der Beweggrund; "Kaufkraftreparatur". Also dafür sorgen, dass man sich das Leben wieder leisten kann.
Bedeutet also, dass in NL ein grosser Teil des verfügbaren Budgets an Energiekosten spendiert wird (sei es zuhause oder fürs Auto).
Ich hatte eher damit gerechnet, dass die LKW-Fahrer der Anlass wären, weil ohne Steuersenkung die Kosten für Transport und Logistik zu hoch werden würden. Und ohne Transport steht alles still.
gruß,
Oscar (NL).
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EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
gnampf, Freitag, 11.03.2022, 15:50 (vor 1496 Tagen) @ Oscar (NL)
um 2000 rum... der Sprit näherte sich den 2 DM je Liter, die Deutschen jammerten über die hohen Preise, dass sie das nicht mehr mitmachen würden, Alternativen ergreifen, etc. wenn der Sprit mehr als 2 DM kostet. Der Spritpreis stieg über 2 DM, es passierte... nichts, außer das weiter gejammert wurde.
2021, der Sprit steigt wieder mal über 1,60 Euro, die Deutschen jammern, weil das alles so teuer ist, keiner bezahlen kann, Vater Staat was tun muß, und so weiter. Neben dem Welt- wird der schneller Untergang der aktuellen Regierung beschworen. Geändert hat sich... nichts.
2022, der Spritpreis steigt über 2 Euro, die Deutschen jammern das alles zu teuer ist, der Staat eingreifen muß, etc. pp. Warum sollte sich dieses Mal was ändern?
Die Deutschen sind perfekt im Jammern. Aber das ist auch die einzige Motivation bei vielen. Aktiv etwas dran ändern will dann doch wieder keiner. Da wird weiter das dicke SUV gekauft, und vor allem ohne jegliches Hirn betrieben, für Kurzstrecken, schön mit dem Fuß auf dem Bodenblech, zumindest bis zur letzen Sekunde, wo man dann die Vollbremsung einleitet. Die größte Veränderung war, dass manche von Diesel zurück auf Benzin gewechselt sind, weil der Arbeitgeber bei einem Hybrid-Benziner sich grüner darstellen konnte. Ob das ein Plugin-Hybrid ist oder nicht spielt dabei auch keine Rolle, getankt wird auf Firmenkarte weiterhin der kostenlose fossile Brennstoff. Und dank der Fahrweise ist der Hybrid dazu meist nur unnütz mitgeschlepptes Gewicht, das maximal noch mit seinem Drehmoment beim Beschleunigen verzückt.
Aber auch im Privatbereich ohne Firmenwagen ist es vielfach nicht anders. Weder arbeitet man daran weniger Sprit zu verbrauchen (also Fahrweise, Fahrzeug, Fahrstecke, unnütze Wege vermeiden,...) noch an Alternativen (Bahn, Fahrrad, alternative Kraftstoffe wie LPG, CNG, Ethanol, Strom). Da wird nur dann was geändert, wenn es absolut nicht mehr anders geht. Nur geht es dann meist wieder nicht anders, weil das erstmal ggf. eine Investition erfordert, für die halt auch kein Geld dann mehr da ist.
Andererseits... seien wir froh. Der ÖP/FNV wird eh nicht zeitnah nachfrageabhängig ausgebaut, führt also nur zu mehr Gruppenkuscheln in Pandemiezeiten... achso, nee, die ist ja jetzt vorbei, darüber reden wir erst im Herbst wieder.
Will man da in Deutschland etwas ändern, dann müsste entweder richtitg massiv am Preis gedreht werden, oder es müssen andere Werkzeuge als "der Markt regelt das schon" her.
Und solange man nur die Vermieter an den Heizkosten beteiligen will, aber nicht die Dienstwagenfahrer an den Verbrauchskosten... und sei es zu Anfang auch nur an den privat verursachten...
Ändern wird sich (leider) natürlich nicht viel...
Matze86, München, Freitag, 11.03.2022, 17:06 (vor 1496 Tagen) @ gnampf
... allerdings habe ich (erfreulicherweise) bereits im privaten Umfeld eine Anfrage erhalten. Derjenige hat die Absicht eine etwas weitere Pendelstrecke (100km) öffentlich zurückzulegen und nicht mehr mit dem Auto...
Sag niemals nie!
J-C, In meiner Welt, Freitag, 11.03.2022, 18:48 (vor 1496 Tagen) @ Matze86
bearbeitet von J-C, Freitag, 11.03.2022, 18:48
Und ich habe mindestens eine Person im Railjet letztes Jahr interviewt, die nur wegen des Klimatickets vom Auto auf den ÖV umgestiegen war. Der war ziemlich begeistert davon :D
Und da gibt es sicher nicht wenige davon. Die ÖV-Preise werden nicht so schnell und stark steigen wie die persönlichen Kraftstoffpreise. Ein Bus befördert viele Personen, wodurch sich der Preis pro Person entsprechend aufteilt.
Alternative Antriebe sind immer mehr im Kommen. Bei der Bahn muss man gar nicht groß was befürchten, Diese ist von Putins Rohstoffen wesentlich weniger abhängig als der Typ, der der Meinung ist, dass ein SUV mitten in der Innenstadt Sinn ergibt. Fahrpreise werden sich zwar vielleicht erhöhen, aber nicht genug, dass diese höher als die Spritpreise allein für das Auto auf der selben Strecke sein werden.
Es kann am Ende sehr wohl so sein, dass das Bahnfahren einfach eine Sache der Kalkulation ist.
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EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
heinz11, Freitag, 11.03.2022, 18:14 (vor 1496 Tagen) @ gnampf
um 2000 rum... der Sprit näherte sich den 2 DM je Liter, die Deutschen jammerten über die hohen Preise, dass sie das nicht mehr mitmachen würden, Alternativen ergreifen, etc. wenn der Sprit mehr als 2 DM kostet. Der Spritpreis stieg über 2 DM, es passierte... nichts, außer das weiter gejammert wurde.
2021, der Sprit steigt wieder mal über 1,60 Euro, die Deutschen jammern, weil das alles so teuer ist, keiner bezahlen kann, Vater Staat was tun muß, und so weiter. Neben dem Welt- wird der schneller Untergang der aktuellen Regierung beschworen. Geändert hat sich... nichts.
2022, der Spritpreis steigt über 2 Euro, die Deutschen jammern das alles zu teuer ist, der Staat eingreifen muß, etc. pp. Warum sollte sich dieses Mal was ändern?
Da kann sich ganz schnell etwas ändern. Ich habe heute in der FAZ gelesen, daß das Speditionsgewerbe kurz davor steht, einen Teil der Lkw-Flotte stillzulegen, weil die Spritkosten so schnell steigen, daß diese selbst mit Preisgleitklauseln nicht mehr aufgefangen werden können und dadurch erhebliche Verluste eingefahren werden. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Aber auch im Privatbereich ohne Firmenwagen ist es vielfach nicht anders. Weder arbeitet man daran weniger Sprit zu verbrauchen (also Fahrweise, Fahrzeug, Fahrstecke, unnütze Wege vermeiden,...) noch an Alternativen (Bahn, Fahrrad, alternative Kraftstoffe wie LPG, CNG, Ethanol, Strom). Da wird nur dann was geändert, wenn es absolut nicht mehr anders geht. Nur geht es dann meist wieder nicht anders, weil das erstmal ggf. eine Investition erfordert, für die halt auch kein Geld dann mehr da ist.
Da pauschalisierst Du mir zu viel. In meinem Umfeld haben schon einige Konsequenzen gezogen. Mehr Homeoffice wo möglich, genehmigte Überstunden gezielt aufbauen und dann tageweise absetzen, eine neue Fahrgemeinschaft hat sich gebildet und zwei neue mit dem Fahrad-zur Arbeit-Fahrer haben sich auch gefunden.
...
Will man da in Deutschland etwas ändern, dann müsste entweder richtitg massiv am Preis gedreht werden, oder es müssen andere Werkzeuge als "der Markt regelt das schon" her.
Da mußt Du nix drehen. Immerhin hat sich der Spritpreis gegenüber dem Jahr 2000 verdoppelt und die wenigsten werden ihr Gehalt verdoppelt haben. Außerdem steigen die Preise auch ohne Krise weiter, weil ja die ganzen "Ökö-Abgaben", die im Prinzip Strafsteuern sind, ohnehin in den nächsten Jahren planmäßig angehoben werden. Warum Strafsteuer? Weil ich einen Mindestverbrauch an Strom und Energie für Wärme benötige, um es halbwegs angenehm zu haben. Auch da wird die Belastung planmäßig erhöht. Es sollte ja mal eine haushaltsgrößenabhängige Entlastung stattfinden, aber da sehe im Moment nix.
A propos Entlastung: Nicht zu vergessen, daß der Staat der größte Profiteur der aktuellen Entwicklung ist. Denn über die Umsatzsteuer, die auch auf die jährlich anziehenden Energiesteuern erhoben wird, also eine Art Steuer auf Steuern, nimmt er aktuell deutlich mehr ein als geplant.
Und solange man nur die Vermieter an den Heizkosten beteiligen will, aber nicht die Dienstwagenfahrer an den Verbrauchskosten... und sei es zu Anfang auch nur an den privat verursachten...
Eben man will, aber gibt es da schon etwas konkretes? Besser wäre gewesen, die Vermieter zum Einbau zeitgemäßer Heizkessel anzuhalten oder eben auch zu zwingen, ohne daß das auf die Mieter umgelegt wird. Die Gasetagenheizungen in unserem Haus sind weit über 30 Jahre alt, das ist energetische Steinzeit! Der Energieversorger kommt vor Lachen nicht in den Schlaf bei den Verbräuchen, die mit Brenntwertthermen bei gleichem Heizverhalten deutlich geringer ausfallen würden.
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
gnampf, Freitag, 11.03.2022, 19:01 (vor 1496 Tagen) @ heinz11
Da kann sich ganz schnell etwas ändern. Ich habe heute in der FAZ gelesen, daß das Speditionsgewerbe kurz davor steht, einen Teil der Lkw-Flotte stillzulegen, weil die Spritkosten so schnell steigen, daß diese selbst mit Preisgleitklauseln nicht mehr aufgefangen werden können und dadurch erhebliche Verluste eingefahren werden. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Und dann? Bleiben die Waren in den Lagern und werden nicht verkauft, weil kein LKW da ist im sie zu transportieren? Oder erscheint aus dem nichts plötzlich eine Flotte von Güterzügen incl. neuen Strecken, die das ganze übernehmen? Wohl kaum. Die LKW werden weiter fahren, die Fahrer weiter einen Hungerlohn bekommen... ggf. noch etwas weniger, weils dem Chef ja soooo schlecht geht und der Fahrer froh sein muß, dass er denn überhaupt noch einen Job hat, und die Endverbraucherpreise gehen halt entsprechend hoch. Die Krabben werden trotzdem noch 3 mal um die Welt gekarrt bevor sie beim Endverbraucher sind, in Süddeutschland wird Butter aus Irland gekauft, etc.
Da pauschalisierst Du mir zu viel. In meinem Umfeld haben schon einige Konsequenzen gezogen. Mehr Homeoffice wo möglich, genehmigte Überstunden gezielt aufbauen und dann tageweise absetzen, eine neue Fahrgemeinschaft hat sich gebildet und zwei neue mit dem Fahrad-zur Arbeit-Fahrer haben sich auch gefunden.
Ach, in deinem Bekanntenkreis sind also die 10 Leute in Deutschland, bei denen sich was ändert. ;-)
Mehr Homeoffice kenne ich. Aber nicht wegen den Spritpreisen. Die theoretisch eh keine Rolle spielen würden, denn um den Tiefgaragenstellplatz zu bekommen muß verpflichtend das ÖPNV-Abo genommen werden. Gefahren wird trotzdem mit dem Auto, denn der ÖPNV während Corona ginge ja gar nicht. Diverse Freizeitaktivitäten mit min. genauso hohem Risiko aber schon.
Da mußt Du nix drehen. Immerhin hat sich der Spritpreis gegenüber dem Jahr 2000 verdoppelt und die wenigsten werden ihr Gehalt verdoppelt haben.
Genau, und geändert hat sich nichts. Deswegen sag ich ja: wenn man über den Preis wirklich was ändern will, dann muß man da schon drastisch dran drehen. So, dass es wirklich richtig weh tut und praktisch keine Option mehr ist.
Außerdem steigen die Preise auch ohne Krise weiter, weil ja die ganzen "Ökö-Abgaben", die im Prinzip Strafsteuern sind, ohnehin in den nächsten Jahren planmäßig angehoben werden. Warum Strafsteuer? Weil ich einen Mindestverbrauch an Strom und Energie für Wärme benötige, um es halbwegs angenehm zu haben. Auch da wird die Belastung planmäßig erhöht. Es sollte ja mal eine haushaltsgrößenabhängige Entlastung stattfinden, aber da sehe im Moment nix.
Ein Passivhaus braucht im Zweifel die Wärme, die die Bewohner einbringen. Von daher taugt das Argument nichts. Es gibt keinen definierbaren Mindestverbrauch an Wärme oder Strom... weder je Haushalt noch je Person. Der Bewohner mit Passivhaus, Außenkühlfach, hocheffizienten Geräten, Arbeit fußläufig erreichbar, PV auf dem Dach, etc. hat wesentlich weniger Energiebedarf als jemand im Altbau mit Geräten vom Schrott der jeden Tag mit einer schrottreifen Karre 100km einfach zur Arbeit gondelt.
Entlasten sollte man nur die, die aufgrund ihrer Situation absolut keine Chance haben selbst etwas zu unternehmen, weil sie eh im Bereich der Grundsicherung unterwegs sind. Der Rest muß sich halt mal kein neues Handy kaufen oder die nächste Schachtel Zigaretten auf machen, sondern Geld in Energieeinsparung stecken.
A propos Entlastung: Nicht zu vergessen, daß der Staat der größte Profiteur der aktuellen Entwicklung ist. Denn über die Umsatzsteuer, die auch auf die jährlich anziehenden Energiesteuern erhoben wird, also eine Art Steuer auf Steuern, nimmt er aktuell deutlich mehr ein als geplant.
Der Staat sind wir, die Profiteure sind somit auch wir. Wäre es besser, wenn das Geld also bei den Konzernen landet, wo es dann direkt nur einigen wenigen zu Gute kommt? Oder glaubst du auch das Ammenmärchen, dass die Preise fallen würden wenn die Steuern reduziert werden? Warum sollten sie, nachdem sich gezeigt hat das die Leute bereit sind mehr zu zahlen?
Eben man will, aber gibt es da schon etwas konkretes? Besser wäre gewesen, die Vermieter zum Einbau zeitgemäßer Heizkessel anzuhalten oder eben auch zu zwingen, ohne daß das auf die Mieter umgelegt wird. Die Gasetagenheizungen in unserem Haus sind weit über 30 Jahre alt, das ist energetische Steinzeit! Der Energieversorger kommt vor Lachen nicht in den Schlaf bei den Verbräuchen, die mit Brenntwertthermen bei gleichem Heizverhalten deutlich geringer ausfallen würden.
Soll angeblich zur Jahresmitte kommen, im Paket mit der Abschaffung der EEG-Umlage etc. Gestaffelt nach CO2/m², und ab 45kg CO2/m² darf dann der Vermieter 90% zahlen. Aber konkreter hab ich bisher auch noch nichts rausgefunden, z.B. woran man denn den CO2-Ausstoß fest machen will. Ist halt eine Lachnummer, da der Vermieter zwar auf Sanierung der Gebäude Einfluß nehmen kann, nicht aber auf das Heizverhalten der Bewohner. Wenn da einer meint 26° bei offenem Fenster im tiefsten Winter haben zu wollen, dann darf also demnächst der Vermieter kräftig zahlen, egal wie gut die Hütte eigentlich gedämmt ist.
Und richtig, dem Vermieter sollte lieber die Sanierung anders schmackhaft gemacht werden, aber auch so, dass er nicht hinterher Luxuswohnungen draus macht und die Mieten kräftig anzieht. Die Heizung sollte da aber am besten ganz am Ende stehen, erstmal wäre wichtig den Energiebedarf insgesamt runter zu bringen, denn sonst ist die neue Heizung gleich wieder überdimensioniert und ineffizient.
Im Elternhaus steht auch noch ein 30 Jahre alter Gasbrenner, natürlich nicht Brennwert. Ich hab letztens mal durchkaluliert obs Sinn macht ihn raus zu werfen und auf Brennwert etc. zu gehen. Fazit: nö, dauert über 10 Jahre bis sich das rentiert, selbst mit den Preisen vom Anfang des Jahres. Erstrecht wo noch dazu kommt, dass nur eine der beiden Wohnungen mit Niedertemperatur klar kommt, die andere erst noch komplett neue Heizungsverrohrung + Körper oder auch Umbau auf Fußbodenheizung bräuchte. Förderungen dazu dann im Bereich von lächerlich, die bei den aktuellen Handwerkerkosten einfach sofort im nichts verpuffen.
aber gut, da driften wir ab...
Warum nur Brummi?
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 11.03.2022, 19:06 (vor 1496 Tagen) @ heinz11
Hey.
2022, der Spritpreis steigt über 2 Euro, die Deutschen jammern das alles zu teuer ist, der Staat eingreifen muß, etc. pp. Warum sollte sich dieses Mal was ändern?
Da kann sich ganz schnell etwas ändern. Ich habe heute in der FAZ gelesen, daß das Speditionsgewerbe kurz davor steht, einen Teil der Lkw-Flotte stillzulegen, weil die Spritkosten so schnell steigen, daß diese selbst mit Preisgleitklauseln nicht mehr aufgefangen werden können und dadurch erhebliche Verluste eingefahren werden. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Warum einseitig den Blick auf den Brummi gerichtet?
Der mittelständische Busunternehmer mit seinen paar Fahrzeugen, der täglich an der örtlichen Tanke Nachschub organisiert, wird das so auch nicht auf Dauer weitermachen können. Gleiches gilt für bspw so manches EVU.
Wer soll die Mehrkosten denn dann finanzieren?
Abgesehen davon ist ja gemäß BILD eine Mehrheit der Deutschen für einen konsequenten Stopp von Importen aus Rußland. Ist ja auch an Verlogenheit nicht zu überbieten, doch alles alles für die leidenden Ukrainer tun zu wollen, aber tägliche Hunderte Millionen an Rußland für Energielieferungen zu überweisen. Hunger und Stromausfälle etc - das möchte die Regierung dannn doch bitte den Ukrainern überlassen. Und die Mehrheit der Deutschen sicher auch dann, wenn es tatsächlich bald so kommt. Da wird die Solidarität schnell ein Ende finden.
Schauen wir also mal, wann und in welchem Umfang Züge ausgelegt und Busse etc gestrichen werden.
Schöne Grüße von jörg
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
J-C, In meiner Welt, Freitag, 11.03.2022, 18:33 (vor 1496 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von J-C, Freitag, 11.03.2022, 18:37
Also ich bin grad im 2. Tag der Quarantäne wegen meiner Corona-Erkrankung. Angesteckt wurde ich nicht in den Öffis, nicht im Restaurant, auch nicht im Supermarkt, sondern im engen Familienkreis.
Und so passiert das halt meist. Auch in Zukunft werde ich mit hin und wiedervollen Öffis auch klar kommen. Seit Ende 2020 ist die Pandemie eher eine Quelle des Amüsement.
Und nein, Dein ICE ist nicht jedes Mal voll, meistens muss man es nur kurz in einem öffentlichen Verkehrsmittel stehend ertragen. In gar nicht so vielen Fällen ist die Öffi-Fahrt unerträglich lang und wo sie es wäre, passiert es selten genug, dass wir ziemlich sicher fast sämtliche Autobahnen und Hauptstraßen verkleinern können.
Die ländlichem Regionen mit dem schlechten ÖV sind nicht der Ursprung der Staus. Die Ansammlung an faulen Ausreden und Bequemlichkeit ist es.
Ich werde nach Genesung weiterhin fröhlich Öffis nutzen. Die Hypochonder und chronischen Misanthropen dürfen gerne weiterhin mir mehr Platz geben, wenn sie es nicht sein lassen können. Solange die es sich halt leisten können.
Um ehrlich zu sein, für mich als dreifach Geimpften ist das Corona-Virus nicht besonders beeindruckend. Hab schon schlimmeres erlebt.
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gnampf, Freitag, 11.03.2022, 19:13 (vor 1496 Tagen) @ J-C
Also ich bin grad im 2. Tag der Quarantäne wegen meiner Corona-Erkrankung. Angesteckt wurde ich nicht in den Öffis, nicht im Restaurant, auch nicht im Supermarkt, sondern im engen Familienkreis.
Es wird sich wohl auch kein einziger finden, der wirklich beweisen kann, dass er sich in den Öffis angesteckt hat. Ändert aber nichts am Empfinden von so manchen.
Wie schon nebenan geschrieben... ich kenne durchaus welche, die mit dem Auto zur Arbeit fahren und dafür bezahlen, obwohl sie gratis mit dem ÖPNV fahren könnten... und zeitlich würde das keinen Unterschied machen. Argument: ich steig doch nicht in den vollen Zug mit den ganzen Verseuchten. Aber in der Freizeit gibts dann fröhlich alle möglichen Aktivitäten, mit weniger Schutz und ebenso vielen unbekannten Kontakten.
Und nein, Dein ICE ist nicht jedes Mal voll, meistens muss man es nur kurz in einem öffentlichen Verkehrsmittel stehend ertragen. In gar nicht so vielen Fällen ist die Öffi-Fahrt unerträglich lang und wo sie es wäre, passiert es selten genug, dass wir ziemlich sicher fast sämtliche Autobahnen und Hauptstraßen verkleinern können.
Mein ICE ist nie voll, denn bis heute konnte ich mir die BC1000 nicht leisten :-( Hat nur zur BC100 gereicht.
Dabei geht es aber ja um Oscars Hoffnung, dass vielleicht viele auf den ÖPNV umsteigen würden. Schon jetzt ist zur Rush-Hour im ÖPNV durchaus einiges an Gedränge. Für die meisten bedeutet das auch nicht ICE, sondern RB/RE/Bus/Tram/U-Bahn. Und zu manchen Zeiten ist da aktuell mit dem vorhandenen Material/Infratstruktur gar nicht mehr möglich.
Die ländlichem Regionen mit dem schlechten ÖV sind nicht der Ursprung der Staus. Die Ansammlung an faulen Ausreden und Bequemlichkeit ist es.
Zum einen Teil, und zum anderen Teil das Henne-Ei-Problem. Mit miesem ÖPNV bewegst du keinen zum Umsteigen. Niemand zahlt freiwillig eine Menge mehr an Geld um hinterher länger unterwegs zu sein und weniger Komfort zu haben. Nur: solange der ÖPNV wenig genutzt wird meint man auch das Angebot ja nicht ausbauen zu müssen, weil man ja dann nur noch mehr warme Luft transportieren würde.
Um ehrlich zu sein, für mich als dreifach Geimpften ist das Corona-Virus nicht besonders beeindruckend. Hab schon schlimmeres erlebt.
Das kennen wir ja von dir ;-) Ist aber halt nicht mehr jeder Anfang 20 und bei bester Gesundheit. Dir hätte das Zeug wohl auch komplett ungeimpft wenig ausgemacht. Andere trifft es aber auch trotz Booster noch heftig. Was nicht heißt, dass man deswegen keine Öffis mehr nutzen sollte, könnte, dürfte. Wenn das demnächst der einzige Ort ist, an dem noch eine halbwegs hohe Maskenquote herrscht, ist das womöglich einer der sichersten Orte.
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
J-C, In meiner Welt, Samstag, 12.03.2022, 08:00 (vor 1495 Tagen) @ gnampf
Also ich bin grad im 2. Tag der Quarantäne wegen meiner Corona-Erkrankung. Angesteckt wurde ich nicht in den Öffis, nicht im Restaurant, auch nicht im Supermarkt, sondern im engen Familienkreis.
Es wird sich wohl auch kein einziger finden, der wirklich beweisen kann, dass er sich in den Öffis angesteckt hat. Ändert aber nichts am Empfinden von so manchen.
Dabei gibt es so viele Gefahren im Straßenverkehr, haben die sich das überhaupt durchdacht?
Wie schon nebenan geschrieben... ich kenne durchaus welche, die mit dem Auto zur Arbeit fahren und dafür bezahlen, obwohl sie gratis mit dem ÖPNV fahren könnten... und zeitlich würde das keinen Unterschied machen. Argument: ich steig doch nicht in den vollen Zug mit den ganzen Verseuchten. Aber in der Freizeit gibts dann fröhlich alle möglichen Aktivitäten, mit weniger Schutz und ebenso vielen unbekannten Kontakten.
Genau das! Es ist nur eine schlechte Ausrede, die Leute glauben hoffentlich nicht ernsthaft, dass sie besonders sicher wären.
Und nein, Dein ICE ist nicht jedes Mal voll, meistens muss man es nur kurz in einem öffentlichen Verkehrsmittel stehend ertragen. In gar nicht so vielen Fällen ist die Öffi-Fahrt unerträglich lang und wo sie es wäre, passiert es selten genug, dass wir ziemlich sicher fast sämtliche Autobahnen und Hauptstraßen verkleinern können.
Mein ICE ist nie voll, denn bis heute konnte ich mir die BC1000 nicht leisten :-( Hat nur zur BC100 gereicht.
Ich konnte mir nur ein Klimaticket leisten. Dafür gibt‘s so Spielereien wie die WESTbahn auch nur zwischen Wien Westbahnhof und Wien Hütteldorf damit nutzen können.
Dabei geht es aber ja um Oscars Hoffnung, dass vielleicht viele auf den ÖPNV umsteigen würden. Schon jetzt ist zur Rush-Hour im ÖPNV durchaus einiges an Gedränge. Für die meisten bedeutet das auch nicht ICE, sondern RB/RE/Bus/Tram/U-Bahn. Und zu manchen Zeiten ist da aktuell mit dem vorhandenen Material/Infratstruktur gar nicht mehr möglich.
Dann baut man den ÖPNV eben aus, wie es ja schon geschieht
Die ländlichem Regionen mit dem schlechten ÖV sind nicht der Ursprung der Staus. Die Ansammlung an faulen Ausreden und Bequemlichkeit ist es.
Zum einen Teil, und zum anderen Teil das Henne-Ei-Problem. Mit miesem ÖPNV bewegst du keinen zum Umsteigen. Niemand zahlt freiwillig eine Menge mehr an Geld um hinterher länger unterwegs zu sein und weniger Komfort zu haben. Nur: solange der ÖPNV wenig genutzt wird meint man auch das Angebot ja nicht ausbauen zu müssen, weil man ja dann nur noch mehr warme Luft transportieren würde.
Dabei hat es sich oft genug bewiesen, dass ein gutes Angebot auch seine Nachfrage generiert.
Um ehrlich zu sein, für mich als dreifach Geimpften ist das Corona-Virus nicht besonders beeindruckend. Hab schon schlimmeres erlebt.
Das kennen wir ja von dir ;-) Ist aber halt nicht mehr jeder Anfang 20 und bei bester Gesundheit. Dir hätte das Zeug wohl auch komplett ungeimpft wenig ausgemacht.
Wobei da der Verlauf etwas ärger sein könnte und dann ist ja auch ständig die Rede von Long Covid…
Andere trifft es aber auch trotz Booster noch heftig.
Weniger als ohne.
Was nicht heißt, dass man deswegen keine Öffis mehr nutzen sollte, könnte, dürfte.
Weil Öffis eben nicht gerade ein Infektionsrisiko darstellen.
Wenn das demnächst der einzige Ort ist, an dem noch eine halbwegs hohe Maskenquote herrscht, ist das womöglich einer der sichersten Orte.
Was ziemlich ironisch ist. Aber auch die Schweiz will die Maskenpflicht lockern, Ungarn tat es bereits, wie letztes Jahr.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
+1
Altmann, Samstag, 12.03.2022, 09:12 (vor 1495 Tagen) @ J-C
Wenn das demnächst der einzige Ort ist, an dem noch eine halbwegs hohe Maskenquote herrscht, ist das womöglich einer der sichersten Orte.
Was ziemlich ironisch ist. Aber auch die Schweiz will die Maskenpflicht lockern, Ungarn tat es bereits, wie letztes Jahr.
Also zumindest im Fernverkehr sollte der Maskenball endlich enden. Mag sein, dass es in der U-Bahn zur Stoßzeit Sinn macht - aber wenn ich 8 Stunden lang FFP2-maskiert alleine in der Business Class sitz, dann ist das definitiv Quatsch. Und mühsam.
Und ich bin auch völlig bei Dir, dass Zugfahren sicher ungefährlicher ist wie Autofahren. Und schöner außerdem! :-)
Gute Besserung!
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
gnampf, Samstag, 12.03.2022, 09:16 (vor 1495 Tagen) @ J-C
Dabei gibt es so viele Gefahren im Straßenverkehr, haben die sich das überhaupt durchdacht?
äh... du weißt doch,
a) das hat nichts mit denken zu tun, sondern mit Empfindungen, Emotionen, Ängsten,...
b) ist man ja auch der Ansicht, die Gefahren im Straßenverkehr selbst beeinflussen zu können und fühlt sich deswegen sicher, insbesondere weil man ja eh ein sehr guter Fahrer ist
Dann baut man den ÖPNV eben aus, wie es ja schon geschieht
Und wer zahlts? In Nürnberg war ein 365,- Ticket vorgesehen. Zuerst wollten auch Käffer drumrum mitmachen... aber dann hat man schnell ein paar Studien rausgekramt, laut denen das alles gar nix bringen würde, außer weniger Einnahmen. Dann stand Nürnberg plötzlich doch wieder alleine da, die aber aufgrund eines Bürgerbegehrens da nicht so einfach raus kamen. Na, und dann hat die Landesregierung den Haushalt bemängelt und Nürnberg Ausgaben untersagt, und somit hat man dort auch seinen Grund gefunden das TIcket kräftig wackeln zu lassen... auch wenn es aufgrund vom wieder drohenden Bürgerbegehren nocht nicht komplett vom Tisch ist... nur das es kommt halt ich für sehr unwahrscheinlich.
Gleiches doch beim Angebotsausbau. Kostet Geld, bringt keins ein, müssten die Kreise/Gemeinden/Länder vorfinanzieren, womöglich über Jahre hinweg oder gar für immer. Und am Ende kommt dann sowas bei raus wie hier... der Bus aus der "großen Stadt" kommt manchmal nur dann vorbei, wenn jemand aus der Stadt hier her will. Wenn nicht fährt er einfach eine andere, kürzere Route. Mit Pech stehste also vergeblich an der Haltestelle und wartest. Aber kein Problem, der nächste kommt ja schon morgen... außer natürlich es ist Wochenende.
Wobei da der Verlauf etwas ärger sein könnte und dann ist ja auch ständig die Rede von Long Covid…
Long Covid kannst du auch trotz Booster bekommen. Und auch sterben kannst du trotz Booster an Coroan. Du senkst nur die Wahrscheinlichkeit dafür, die aber wie gesagt bei dir Jungspund eh sehr gering ist. Wie bei den Kids in der Schule, weswegen man da ja auch einfach zur Durchseuchung tendiert.
Weil Öffis eben nicht gerade ein Infektionsrisiko darstellen.
Pauschal lä0t sich auch das nicht sagen. Die Öffis können auch ein Infektionsrisiko darstellen, gerade wenn die Kiste schön überfüllt ist und keiner sich mehr an die Maskenpflicht hält. Denn wovon man ausgehen kann: je weniger Maske es im Alltag "braucht", desto mehr werden es auch da ignorieren, wo man sie noch "braucht".
Was ziemlich ironisch ist. Aber auch die Schweiz will die Maskenpflicht lockern, Ungarn tat es bereits, wie letztes Jahr.
Und unser Kalle wird sich vermutlich in den Hintern beißen, dass er den Job als Gesundheitsminister angenommen hat. Vorher konnte er immer problemlos den Weltuntergang herauf beschwören und die stärksten Maßnahmen fordern, wohlwissend dass er eh nix zu sagen hat. Jetzt dagegen muß er dann doch mit betrachten, welche weiteren Folgen seine Maßnahmen haben werden... und dann so manches Mal zurückstecken
Aber gut, wir driften hier schon wieder zu COrona ab... Thema war die Frage ob sich durch die hohen Energiepreise was am Verhalten der Menschen ändern wird...
EU: steigende Spritpreise -> Bahnrevival oder Reiseverzicht?
J-C, In meiner Welt, Samstag, 12.03.2022, 15:49 (vor 1495 Tagen) @ gnampf
Dabei gibt es so viele Gefahren im Straßenverkehr, haben die sich das überhaupt durchdacht?
äh... du weißt doch,
a) das hat nichts mit denken zu tun, sondern mit Empfindungen, Emotionen, Ängsten,...
Welch Ironie. Die, die sich für besonders stark und selbstbewusst halten, haben bei sowas trivialem es mit Emotionen zu tun. Ich wurde einfach mal innerhalb Wiens mit dem Auto gefahren, seitdem nehm ich lieber die U-Bahn. Dabei bin ich nichtmal ein Fan von der Wiener U-Bahn. Weil sie nicht so schick aussieht wie ich sie in meinen ersten 18 Jahren meines Lebens in Hamburg kennenlernen konnte.
b) ist man ja auch der Ansicht, die Gefahren im Straßenverkehr selbst beeinflussen zu können und fühlt sich deswegen sicher, insbesondere weil man ja eh ein sehr guter Fahrer ist
Dieser völlig unbegründete Optimismus bei so vielen Gefahrenquellen fasziniert mich immer wieder. Wenn ich Auto fahre, oder Beifahrer bin, kann man mit regelmäßiger Begeisterung erleben, wie fragil diese Ordnung im Straßenverkehr eigentlich ist.
Dann baut man den ÖPNV eben aus, wie es ja schon geschieht
Und wer zahlts?
Gemeinde, Länder, Bund, je nach Aufgabenstellung
In Nürnberg war ein 365,- Ticket vorgesehen.
In Wien hat man‘s gemacht
Zuerst wollten auch Käffer drumrum mitmachen... aber dann hat man schnell ein paar Studien rausgekramt, laut denen das alles gar nix bringen würde, außer weniger Einnahmen.
Hieß das Büro zufälligerweise Vieregg?
Dann stand Nürnberg plötzlich doch wieder alleine da, die aber aufgrund eines Bürgerbegehrens da nicht so einfach raus kamen. Na, und dann hat die Landesregierung den Haushalt bemängelt und Nürnberg Ausgaben untersagt, und somit hat man dort auch seinen Grund gefunden das TIcket kräftig wackeln zu lassen... auch wenn es aufgrund vom wieder drohenden Bürgerbegehren nocht nicht komplett vom Tisch ist... nur das es kommt halt ich für sehr unwahrscheinlich.
Da kann man die Rechnung per Wahl servieren.
Gleiches doch beim Angebotsausbau. Kostet Geld, bringt keins ein, müssten die Kreise/Gemeinden/Länder vorfinanzieren, womöglich über Jahre hinweg oder gar für immer.
Und trotzdem passiert das. Da muss Magie hinter stecken.
Und am Ende kommt dann sowas bei raus wie hier... der Bus aus der "großen Stadt" kommt manchmal nur dann vorbei, wenn jemand aus der Stadt hier her will. Wenn nicht fährt er einfach eine andere, kürzere Route. Mit Pech stehste also vergeblich an der Haltestelle und wartest. Aber kein Problem, der nächste kommt ja schon morgen... außer natürlich es ist Wochenende.
Also das kenne ich in Österreich noch nicht…
Wobei da der Verlauf etwas ärger sein könnte und dann ist ja auch ständig die Rede von Long Covid…
Long Covid kannst du auch trotz Booster bekommen. Und auch sterben kannst du trotz Booster an Coroan.
Nur halt seltener
Du senkst nur die Wahrscheinlichkeit dafür, die aber wie gesagt bei dir Jungspund eh sehr gering ist. Wie bei den Kids in der Schule, weswegen man da ja auch einfach zur Durchseuchung tendiert.
Solltest du den Fehler begehen, auf Twitter zu landen, solltest du diese Meinung unter keinen Umständen dort teilen. Für dein Wohlergehen vor allem.
Weil Öffis eben nicht gerade ein Infektionsrisiko darstellen.
Pauschal lä0t sich auch das nicht sagen. Die Öffis können auch ein Infektionsrisiko darstellen, gerade wenn die Kiste schön überfüllt ist und keiner sich mehr an die Maskenpflicht hält. Denn wovon man ausgehen kann: je weniger Maske es im Alltag "braucht", desto mehr werden es auch da ignorieren, wo man sie noch "braucht".
Ja aber das war bei Erkältung und Grippe auch so. Ich hab mir mehr als einmal eine doofe Erkältung eingeschleppt. Um ehrlich zu sein, ich hab wesentlich schlimmeres als meine derzeitige Corona-Infektion erlebt und solche Krankheiten sind dann gar nicht als Problem gesehen.
Um wenigstens bei der Bahn zu bleiben, das ziemlich dumme Argument, Klimaanlagen in Zügen wären Virenschleudern, kann heutzutage leicht widerlegt werden. Es finden sehr regelmäßig vollständiger Luftaustausch statt und was in einem Bereich passiert, wird bei einer Klimaanlage, die seinen Namen verdient, auch in diesem Bereich bleiben. Schon vor Corona gab es solche Hypochonder, die Angst vor klimatisierten Anlagen hatten.
Aber das sind halt auch wenige. Um ehrlich zu sein, die die jetzt lautstark sagen, dass sie Bahn und Bus meiden, können auf sozialen Medien vielleicht mehr oder weniger gut vertreten sein, sie bilden eine ziemlich irrelevante Minderheit. Konsequenz war nie des Menschen super Stärke.
Das bringt uns überhaupt zum Thema zurück. Normalerweise würde so ein Trend halt für eine Weile da sein und dann abklingen.
Aber wann wird man wieder „normale“ Öl- und Gaspreise haben? Wann kann sich der arme Blechhaufennutzer die Nutzung seines Gefährtes wieder leisten?
Was ziemlich ironisch ist. Aber auch die Schweiz will die Maskenpflicht lockern, Ungarn tat es bereits, wie letztes Jahr.
Und unser Kalle wird sich vermutlich in den Hintern beißen, dass er den Job als Gesundheitsminister angenommen hat. Vorher konnte er immer problemlos den Weltuntergang herauf beschwören und die stärksten Maßnahmen fordern, wohlwissend dass er eh nix zu sagen hat. Jetzt dagegen muß er dann doch mit betrachten, welche weiteren Folgen seine Maßnahmen haben werden... und dann so manches Mal zurückstecken
Ich habe aus guten Gründen mich auf Twitter von der Geschichte entkoppelt und suche nur mehr sporadisch gezielt danach als Quelle des persönlichen Amüsements. Man kann regelmäßig Schlagzeilen und Äußerungen lesen, die zunächst Besorgnis erregen könnten, bei genauem Hinschauen aber dann wesentliche Relevanzdefizite aufweisen.
Ja ich habe meine Privilegien, aber das ist halt nur natürlich. Wenn ich plötzlich arbeitsunfähig wäre, würde mich das ziemlich in Bedrängnis bringen.
Wenn ich aber im hohen Alter Rente arbeitsunfähig werde… naja dann ist‘s blöd, aber irgendwie kann ich mich schon noch beschäftigen.
Aber gut, wir driften hier schon wieder zu COrona ab... Thema war die Frage ob sich durch die hohen Energiepreise was am Verhalten der Menschen ändern wird...
Das erstaunliche ist, dass der Mensch die Gabe hat, einen Connex aus allen möglichen und unmöglichen Themen herzustellen, wenn man es nur will.
Konkret: die Corona-Pandemie wird nicht ewig sein. Irgendwann stellt sie kein Risiko mehr dar für das Gesundheitswesen und dann kann man auch sich an das anpassen, was in UK, eventuell etwas früh (die Impfquote ist nicht viel anders als hierzulande) schon wieder geht. Ich werde es keine Sekunde bereuen, dass ich nach wie vor dafür bin, möglichst rasch die Maskenpflicht aus allen Bereichen rauszuholen.
Die Energiekrise könnte länger andauern. Putin ist nun die eine Variable, die nicht ganz klar ist. Es bleibt fraglich, ob man wirklich einfach nur auf andere Quellen schaut, oder nicht wie ja auch versprochen die Energiewende beschleunigt.
Fakten wurden ja geschaffen und die kann man nicht ignorieren.
Jetzt werden sich die Leute eine Zeit lang mit den Öffis befassen. Mit der Zeit merkt man vielleicht, dass diese Ausreden halt wirklich nur Ausreden waren. Selbst wenn es nur ein Bruchteil betrifft, es wär schonmal was
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Heijeijei ...
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 12.03.2022, 17:41 (vor 1495 Tagen) @ J-C
Hallo.
Dabei bin ich nichtmal ein Fan von der Wiener U-Bahn. Weil sie nicht so schick aussieht wie ich sie in meinen ersten 18 Jahren meines Lebens in Hamburg kennenlernen konnte.
Du hast in Hamburg jahrelang die Wiener U-Bahn kennengelernt?! Ah ja ...
Wenn ich Auto fahre, oder Beifahrer bin, kann man mit regelmäßiger Begeisterung erleben, wie fragil diese Ordnung im Straßenverkehr eigentlich ist.
Fragil ist da gar nix. Dein Suizid ist um ein Vielfaches wahrscheinlicher, als im Straßenverkehr zu sterben.
Konkret: die Corona-Pandemie wird nicht ewig sein. Irgendwann stellt sie kein Risiko mehr dar für das Gesundheitswesen
Stellt sie schon heute nicht.
Und stellte sie auch nie. Problem war einzig eine fehlende Reservekapazität im Gesundheitssektor. Die aber niemand bezahlen möchte.
Die Energiekrise könnte länger andauern.
Gibt ja gar keine. Bodenschätze sind in Hülle und Fülle auf der Erde vorhanden. Andere Energiequellen könnten satt und reichlich angezapft werden.
Aktuell testet die Regierung halt aus, wie leidensfähig der Bürger ist. Die hohen Spritpreise ließen sich noch heute senken. Warum aber, solange der 2 Jahre vom Coronatrommelfeuer paralysierte Bürger widerstandslos zahlt ...
Jetzt werden sich die Leute eine Zeit lang mit den Öffis befassen.
Irgendein Aufreger braucht's immer. Wir leben in einer Erregungsgesellschaft.
Schöne Grüße von jörg
Heijeijei ...
J-C, In meiner Welt, Samstag, 12.03.2022, 17:55 (vor 1495 Tagen) @ Der Blaschke
Hallo.
Dabei bin ich nichtmal ein Fan von der Wiener U-Bahn. Weil sie nicht so schick aussieht wie ich sie in meinen ersten 18 Jahren meines Lebens in Hamburg kennenlernen konnte.
Du hast in Hamburg jahrelang die Wiener U-Bahn kennengelernt?! Ah ja ...
Ich dachte wirklich mal, ich hätte in Wien eine künftige Hamburger U-Bahn kennengelernt. Stellt sich heraus, dass Wien schneller darin war, klimatisierte U-Bahnzüge zu beschaffen.
Wenn ich Auto fahre, oder Beifahrer bin, kann man mit regelmäßiger Begeisterung erleben, wie fragil diese Ordnung im Straßenverkehr eigentlich ist.
Fragil ist da gar nix. Dein Suizid ist um ein Vielfaches wahrscheinlicher, als im Straßenverkehr zu sterben.
So schlecht geht‘s mir auch nicht. Wirklich schlecht geht es mir ohnehin nicht.
Konkret: die Corona-Pandemie wird nicht ewig sein. Irgendwann stellt sie kein Risiko mehr dar für das Gesundheitswesen
Stellt sie schon heute nicht.
Ja dann ist das irgendwann halt schon jetzt.
Und stellte sie auch nie. Problem war einzig eine fehlende Reservekapazität im Gesundheitssektor. Die aber niemand bezahlen möchte.
Weil man aus Gründen den Gesundheitssektor privatisieren musste. Ich frage mich bis heute, wie man im Besitz seiner geistigen Fähigkeiten so einen Blödsinn zulassen konnte. Warum sollte das auch nur entfernt Sinn ergeben?
Die Energiekrise könnte länger andauern.
Gibt ja gar keine. Bodenschätze sind in Hülle und Fülle auf der Erde vorhanden. Andere Energiequellen könnten satt und reichlich angezapft werden.
Aber nicht für immer. Rohstoffe werden knapp. Und wie Lange Russland sich durch sein Verhalten vom Markt ausschließt, ist nicht absehbar.
Aktuell testet die Regierung halt aus, wie leidensfähig der Bürger ist. Die hohen Spritpreise ließen sich noch heute senken. Warum aber, solange der 2 Jahre vom Coronatrommelfeuer paralysierte Bürger widerstandslos zahlt ...
Erzähl mir, wie würdest du die Preise nachhaltig senken, ohne andertweitig negative ökonomische Auswirkungen hervorzurufen?
Jetzt werden sich die Leute eine Zeit lang mit den Öffis befassen.
Irgendein Aufreger braucht's immer. Wir leben in einer Erregungsgesellschaft.
Können wir die Gesellschaftsform wechseln?
Schöne Grüße von jörg
Gruß aus Wien.
J-C, der gerade hinterfragt, warum er sich einen Covid Test antut, während die Symptome sich auf Erkältungserscheinungen beschränken…
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
OT: Erklärbär.
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 12.03.2022, 20:42 (vor 1495 Tagen) @ J-C
Hey.
Weil man aus Gründen den Gesundheitssektor privatisieren musste. Ich frage mich bis heute, wie man im Besitz seiner geistigen Fähigkeiten so einen Blödsinn zulassen konnte. Warum sollte das auch nur entfernt Sinn ergeben?
Weil staatliche Wirtschaft immer Murks ist! Konnte man bis 1989 in der DDR beobachten. Die übrigens schon ca eineinhalb Jahrzehnte früher wirtschaftlich nicht mehr lebensfähig war und vom doch so verhassten Klassenfeind mit am Leben gehalten wurde.
Rohstoffe werden knapp.
Sonne, Wind und Wasser bleiben ewig. Atomkraft auch. Die derzeit bekannten Öl- und Gasvorkommen reichen noch für Jahrzehnte. Und warte erst mal, bis wir an die Bodenschätze unter Arktis und Antarktis kommen. Da scharren schon heute viele mit den Füßen und können den Klimawandel gar nicht abwarten. Weswegen unser Gekaspere mit dem Hitzestopp ja auch Unfug ist. Weite Teile der Welt sehen das deutlich entspannter. Okay, Rostock säuft ab und Cuxhaven und Kiel. Ja und? In Indonesien säuft schon jetzt die Hauptstadt Jakarta zunehmend ab - da baut man ganz pragmatisch (der Einfluß der Niederländer noch da?) einfach eine neue mitten im Land; Problem gelöst.
Irgendein Aufreger braucht's immer. Wir leben in einer Erregungsgesellschaft.
Können wir die Gesellschaftsform wechseln?
Nein. Es kommen 2 Dinge zusammen.
Zum einen brauchte noch nie eine Generation vor uns so wenig Zeit für das reine Überleben aufbringen. Gemeint ist Essen/Trinken/Dach über'm Kopf - alles andere darüber hinaus ist schlicht Luxus. Bis vor 100/150 Jahren war jeder Tag damit ausgelastet, sich um das Überleben zu kümmern. Urlaub und Freizeit waren für die normale Bevölkerung Fremdwörter. Mittlerweile ist das hier anders. Aber wir sind darauf evolutionstechnisch noch gar nicht drauf vorbereitet. Wir müssen erst lernen, in wenigen Stunden Arbeit am Tag das Überleben gesichert zu haben und dann noch reichlich Zeit zu haben.
Das zweite ist der Demokratisierungsschub durch das Internet. Ganz früher bestimmten Adel und Klerus, was war. Und der Mensch sah nur das, was er erlebte. Der Rest war Malerei und Hörensagen. Die Erfindung des Buchdrucks war ein erster Demokratisierungsschub. Jeder konnte schreiben und veröffentlichen und jeder konnte lesen. Universitäten entstanden. Adel und Klerus haben sich vom Bedeutungsverlust übrigens nie wieder erholt. Dann kam die Kamera. Und als Folge das Fernsehen. Der Mensch konnte Dinge sehen, wo er gar nicht anwesend war. Noch immer war aber der Horizont beschränkt. Als ich so jung war wie du und bspw was über den Nahen Osten wissen wollte, gab es Papas Lexikothek, Peter Scholl-Latour und den "Weltspiegel" in der ARD. Die dort erklärten Dinge konnte ich glauben oder auch lassen - letzteres war aber ein Problem, da es für Gegenmeinungen ja keine Quellen bzw Hinweise gab. Und dann kam das Internet. Und brachte einen riesigen Demokratisierungsschub. Heute kann man sich aus abertausenden Quellen informieren. Jeder. Die Parlamente als bisheriges Herzstück der Demokratie sind unterhöhlt. Der Mensch ist mit dieser Vielfalt auch noch überfordert; Stichwort: Trollerei. Und vor allem: spannend ist ja vor allem die Abweichung vom normalen. Wenn man aber überwiegend nur noch die Abweichung wahrnimmt, dann entsteht irgendwann der Eindruck, dass die Abweichung das Normale ist. Action, Rambazamba, Unfälle, Chaos - das wird dann als normal empfunden. Am Autounfall sterben - steht ja regelmäßig in der Zeitung. An Corona hops gehen - oh ja ... In Deutschland sterben z.B. mehr Menschen an Selbstmord als an Verkehrsunfällen, Mord, Aids und Drogen zusammen. Nur ist Selbstmord kein Thema der Öffentlichkeit. Und es kümmert kaum wen, warum sich täglich(!) ca 25 Menschen in einem so reichen Land mit soviel Hilfsmöglichkeiten umbringen. Aber wehe, einmal im Jahr crashen 2 Züge zusammen und es gibt 2 Tote. Ich schweife aber ab.
Wir haben also zum einen viel Zeit, die wir evolutionär noch nicht zu nutzen wissen und werden dazu überflutet mit Informationen. Das führt dann eben dazu, dass alle und alles durchdrehen. Aber für das Gemeinschaftsgefühl bedarf es dann gemeinsamer Themen. Mal war es das Waldsterben. Der steht aber immer noch. Das Ozonloch bringt uns allen Krebs. Auch nicht wahr geworden. Usw. Schau nur mal allein auf das Thema Luftverschmutzung. Jeder, der jetzt hier in Deutschland zur Welt kommt und in den letzten Jahren kam, weiß gar nicht, was das ist. Hierzulande gab es Luftverschmutzung z.B. in den 50er bis 80ern im Ruhrgebiet. Oder bis 1989 in der DDR. Wer kennt noch "Smogalarm"? Aber heute wird so getan, als lägen wir alle hier kurz vorm Exitus. Ein Unsinn. Natürlich kann man die Luft noch reiner machen. Und das machen wir ja auch. Aber doch bitte mit einer gewissen Gelassenheit. Unsere Lebenserwartung steigt und steigt. Also werden die Dinge doch besser. Aber in der Wahrnehmung liegen wir gefühlt alle schwerstkrank im Sterben. Von Corona will ich gar nicht anfangen - der ganz weit überwiegende Teil der Bevölkerung war überhaupt noch gar nicht infiziert, geschweige denn, dass er hops ist. Auch da: Vorsorge, Prävention und so ist okay - aber ohne Drama. Aber wie geschrieben: das geht nicht. Und deswegen bleiben wir auch noch eine Weile in dieser Erregungsgesellschaft.
Schöne Grüße von jörg
Oh nein, erst komplett separieren und dann doch positiv...
Matze86, München, Freitag, 11.03.2022, 19:28 (vor 1496 Tagen) @ J-C
bearbeitet von Matze86, Freitag, 11.03.2022, 19:30
Finde den Fehler...
da ändert sich nichts-Autos bedeuten FREIHEIT
Oja, Montag, 14.03.2022, 23:01 (vor 1492 Tagen) @ gnampf
da kann der treibstoff auch drei, vier oder fünf euro kosten.
Ändern wird sich erst etwas wenn es eine handfeste energiekrise gibt
"um 2000 rum... der Sprit näherte sich den 2 DM je Liter, die Deutschen jammerten über die hohen Preise, dass sie das nicht mehr mitmachen würden, Alternativen ergreifen, etc. wenn der Sprit mehr als 2 DM kostet. Der Spritpreis stieg über 2 DM, es passierte... nichts, außer das weiter gejammert wurde.
2021, der Sprit steigt wieder mal über 1,60 Euro, die Deutschen jammern, weil das alles so teuer ist, keiner bezahlen kann, Vater Staat was tun muß, und so weiter. Neben dem Welt- wird der schneller Untergang der aktuellen Regierung beschworen. Geändert hat sich... nichts.
2022, der Spritpreis steigt über 2 Euro, die Deutschen jammern das alles zu teuer ist, der Staat eingreifen muß, etc. pp. Warum sollte sich dieses Mal was ändern?"
Logistiker fordern Staatskohle.
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 12.03.2022, 10:09 (vor 1495 Tagen) @ Oscar (NL)
Hey.
Die "Neue Osnabrücker Zeitung" bereitet ihre Leser schon mal auf Ausdünnung des ÖPNV vor Ort vor. Fahrpreissteigerungen seien nicht so einfach und schnell möglich - zumal die Nachfrage noch immer unter Vor-Corona-Niveau liege. Wenn die Lage am Energiemarkt sich verschärfe und dann Auftragnehmer den Betrieb einstellen oder schlicht pleite gehen, dann sei in letzter Konsequenz mit Angebotsausdünnung zu rechnen.
Wobei die Berichterstattung insofern bemerkenswert ist, als dass sich die örtlichen Stadtwerke als Busbetreiber im Normalfall als ziemlich weltbestes Unternehmen vermarkten wie früher die Nordwestbahn.
Im Artikel wird auch erwähnt, dass der BDO Staatskohle fordert. Eine schnelle Google-Suche brachte das hier zutage:
https://www.verbaende.com/news/pressemitteilung/logistik-und-busbranche-schlagen-alarm-...
Schöne Grüße von jörg