Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 1/3 (Reiseberichte)

bahnfahrerofr., Sonntag, 27.02.2022, 19:47 (vor 1484 Tagen)
bearbeitet von bahnfahrerofr., Sonntag, 27.02.2022, 19:52

Hallo zusammen,

durch die schön bebilderten Reiseberichte, die hier in letzter Zeit wieder veröffentlicht wurden, kam ich irgendwie auf die Idee, meine Bilderarchive wieder mal zu durchsuchen. Bislang habe ich von meinen mit der Bahn durchgeführten Reisen hier nie Berichte erstellt, weil erstens der Fokus der Reisen nicht unbedingt auf der Bahn selbst lag, und zweitens ich nur sporadisch und unprofessionell fotografiert habe.

Dennoch probiere ich es jetzt einfach mal mit ein paar kleinen Reiseberichten, bewusst als "bebilderte Reisenotizen" betitelt, daher kein Anspruch auf vollständige Dokumentation :-) Die Fotos, die ich noch habe, stammen jedoch überwiegend aus Vor-Seuchen-Zeiten (2017 bis 2019). Vielleicht hat ja an den zusammengewürfelten Bildchen trotzdem der ein oder andere User seine Freude. Über Rückmeldungen freue ich mich sehr!

Los geht es einfach mal mit einer Reise nach Rijeka/Kvarner Bucht, welche ich über das verlängerte Osterwochenende 2019 (16.-23.04.2019) mit meiner Freundin unternommen habe.

Von Nordbayern aus ging es am Dienstag Nachmittag vor dem Osterwochenende mit dem Bayernticket erst mal nach München Hbf, wo wir reichlich Puffer eingeplant hatten, den wir nach pünktlicher Ankunft noch zum Essen nutzen konnten.

Anschließend sollte die EN-Kurswagengruppe der HZ nach Rijeka genutzt werden (namentlich EN 60463 "Opatija"). Damals fuhren die meisten Nachtzüge baustellenbedingt ab München Ostbahnhof; aufgrund der besseren Aufenthaltsqualität blieben wir bis relativ kurz vor Abfahrt des Zuges (23.10) am Hauptbahnhof und fuhren dann mit der vorletzten S-Bahn das Stück bis zum Ostbahnhof. Der Zug (zusammen mit den Zugteilen nach Zagreb, Budapest und Venedig) stand schon bereit, und wir machten uns auf die Suche nach dem Schlafwagen nach Rijeka, welcher nur saisonal verkehrt (grob: Ostern, Sommersaison, Weihnachten). Für 2019 war dies der erste planmäßige Verkehrstag in den Osterferien.

Bevor wir alle Wagen abgelaufen hatten, sprach uns ein auf dem Bahnsteig stehender Schlafwagenbetreuer der HZ an. Ich gab ihm das Ticket, worauf er recht bedröppelt guckte und uns mitteilte, dass der Schlafwagen nach Rijeka leider kaputt sei. Meine Befürchtung, die Nacht in den eher weniger bequemen HZ-Sitzwagen verbringen zu müssen, traf jedoch nicht zu. Der eigentlich sehr nette und hilfsbereite Betreuer quartierte uns im Schlafwagen nach Zagreb ein, in dem noch einige Abteile frei waren. Somit hatten wir zumindest bis Ljubljana, wo die Zugteile nach Zagreb und Rijeka getrennt werden, quasi unser gebuchtes eigenes Abteil. Dort mussten wir dann in einen Sitzwagen umsteigen. Da wir am Bahnsteig direkt vom Schaffner angesprochen wurden, habe ich leider keine Fotos mehr gemacht.

Wir bekamen vom Schaffner noch Wasser, ungefragt eine Bestätigung des "Schlafwagenausfalls" ab Ljubljana auf der Rückseite der Fahrkarte (mit Zangenabdruck der Slovenske železnice, weil die HZ offenbar keine Zangen hat :D)

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und wir durften uns aussuchen, ob wir ein Frühstück haben wollten oder etwas später geweckt werden wollen. Ob der frühen Ankunft (ca. 6 Uhr) entschieden wir uns für letzteres.

Die Fahrt verlief ansonsten störungsfrei mit pünktlicher Ankunft in Ljubljana. Kontrollen gab es keine. Ich finde den HZ-Schlafwagen prinzipiell bequem und laufruhig. Das Waschbecken hatte leider bei unserer Fahrt kein Wasser. Wirklich störend war für mich das Lüftergeräusch der Klimaanlage, was mich an tieferem Schlaf leider hinderte. Es durchdringt sogar die Wachs-Ohropax (die sogar das Rollgeräusch völlig unterdrücken). Meine Freundin meinte hingegen relativ gut geschlafen zu haben.

Als ich nach dem Wecken kurz vor Ljubljana das Rollo öffnete, war ich sehr erfreut über den klaren Himmel und den sich anbahnenden Sonnenaufgang. Auf der Nordseite der Alpen herrschte noch richtig mieses Regenwetter mit niedrigen Temparaturen. Unser Schlafwagenschaffner gab uns noch zwei 7Days-Tütencroissants mit und erklärte uns dem Weg zum Bahnsteig des Zuges nach Rijeka. Während der Sitzkurswagen München-Rijeka (an diesem Tag abweichend sogar zwei Stück) dorthin umrangiert wurde, begaben wir uns durch die Unterführung zum anderen Bahnsteig, wo der Trägerzug MV 481 "Opatija" mit slowenischen Sitzwagen bereits wartete. Die Umstiegszeit ist dennoch sehr groß bemessen und aufgrund des Kurswagens hat man quasi eine Anschlussgarantie, auch wenn man die Tickets evtl. getrennt bucht also kein Problem.

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morgendlicher Blick aus dem Abteilfenster im Bahnhof Ljubljana, kurz vor Abfahrt und Sonnenaufgang

Die Abteilwagen des slowenischen Zugteils hatten gegenüber den kroatischen Kurswagen einen großen Vorteil: Die Fenster lassen sich öffnen. Dazu bullerte die Heizung schon schön warm. Der Zug war gering ausgelastet (hatten das Abteil für uns) und fuhr dann auch pünktlich los. Somit war der Ausfall des Kursschlafwagens eigentlich kein großer Verlust, zumal ich nach Einreichen der Fahrkarte samt Bestätigung des Schlafwagenschaffners von der DB eine sehr großzügig bemessene Kulanzentschädigung in Gutscheinform erhalten habe.

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Ausfahrt des "MV 481" aus Ljubljana

Etwas vermisst habe ich einen Kaffee, aber immerhin konnten wir völlig entspannt unsere mitgebrachten Backwaren und das schleimig-pappige 7Days-Croissant verspeisen. Die ersten paar Kilometer geht es durch einige Vororte von Ljubljana, relativ unspektakulär, wenn man vom Sonnenaufgang absieht. Doch schon kurz darauf wird es ländlich und grün, anfangs noch flach, jedoch mit Bergpanorama im Hinergrund.

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Hier zeichnet sich schon ab, dass uns bald ein sehr schönes Naturschauspiel erwartet: In den Niederungen liegt noch Bodennebel, der von der aufgehenden goldenen Sonne angestrahlt wird.

Die Bahnstrecke führt in ein relativ breites Tal und umrundet dieses quasi. Bei der Ortschaft Borovnica macht die Strecke fast eine 180°-Kurve. Man sieht dann gegenüber den Streckenverlauf, wo man 10 Minuten vorher entlanggefahren ist. Zudem steigt die Bahnstrecke dann entlang des Hanges stetig empor, während man ins (nebelige) Tal hinunterblicken kann.

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Das ganze war wirklich episch! Und mit dem offenen Fenster dazu noch schöner. Wir kamen wirklich kaum vom Fenster weg die erste Stunde der Fahrt.

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Wer findet die Kirche?

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Nochmal ein Blick zurück - hier sieht man schön wie die Strecke entlang des Hangs ins Karstgebirge ansteigt - von Ljubljana (295m) bis Pivka (ca. 580m) sind es schon ein paar Höhenmeter

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Zwar nicht besonders schön, aber irgendwie das einzige Bild wo man den Zug - hier mit slowenischer E-Lok mal von außen mit drauf hat. Auch zu erkennen ist der erste graue Wagen, ein ÖBB-Sitzwagen, der mit aus München kam und planmäßig an dem Zug nichts zu suchen hat.

Nach ca. 1:15 h erreicht die Fuhre dann den Bahnhof Pivka (dürfte der höchste Bahnhof der Strecke sein).

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Der Bahnhof von Pivka - hier trennt sich die Strecke nach Rijeka von der Südbahn nach Trieste. Das Gebäude ist zwar schön, aber wirkt heute für den spärlichen Verkehr reichlich überdimensioniert

Anschließend wird Ilirska Bistrica erreicht, der slowenische Grenzbahnhof. Hier findet, neben der bereits durch den slowenischen Zub erfolgten Ticketkontrolle eine slowenische Ausreisekontrolle statt (Schengen-Außengrenze). Die durchaus freundlichen (englisch sprechenden) Grenzer lassen sich dabei aber wirklich Zeit und der Zug fängt sich ca. 5min Verspätung ein (falls der Zug mal voll sein sollte, wird es wahrscheinlich deutlich länger werden^^). Planmäßig sind 15 Minuten Aufenthalt vorgesehen.

Der Zug kullert dann das kurze Stück ins kroatische Sapjane, wo erneut eine Grenzkontrolle (Einreisekontrolle Kroatien) und zudem ein Lokwechsel auf die kroatische Lok stattfindet.

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Hier passt die Dimension des Bahnhofs schon eher zum Betrieb. Fahrgastwechsel fand so gut wie keiner statt. Immerhin ging die Kontrolle und der Lokwechsel sehr schnell, so dass nichtmal die angesetzten 15 Minuten benötigt wurden. Die Kroaten scannten keine Pässe ein und waren schnell wieder weg. Einer der beiden Grenzer rülpste nach dem Verlassen des Zuges auf dem Rückweg zum Bahnhofsgebäude direkt unterhalb des Abteilfensters laut, bemerkte dabei nicht dass ich gerade aus dem offenen Fenster sah. Sein Kollege hingegen bemerkte es und lachte sich einen ab ;-)

Die Strecke fällt nun stetig bis zur Adria ab, also insgesamt knapp 600m. Besonders schnell geht es trotz der wenigen Halte nicht; insgesamt ca. 3 Stunden ist der Zug für die Strecke unterwegs, die man mit dem Auto in ca. 1:45 min zurücklegt. Doch das stört uns nicht wirklich, das schöne sonnige Wetter sorgt für Urlaubsstimmung.

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Der letzte Halt vor Rijeka, Opatija-Matulji. Hier sind tatsächlich einige Leute mit Koffer ausgestiegen. Man beachte die Blumen am Gebäude.

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Dann kommt der Moment, auf den ich schon lange gewartet hatte: Der erste Meerblick! Links im Bild Ausläufer der Insel Cres, rechts die Berge des Naturparks Učka.

Die Stecke führt nun fast rampenartig die letzten Meter bis nach Rijeka hinunter, wo jedoch einige eher unschöne Bauten und Mauern die Sicht in Richtung Meer blockieren. Am Bahnhof Rijeka kamen wir mit etwa 10 Minuten akzeptabler Verspätung an. Vom recht großen Bahnhofsgebäude selber habe ich leider kein Foto, er war damals aber schon fast lostplace-mäßig verfallen. Angeblich ist er mittlerweile etwas hergerichtet worden.

Hier noch die Fahrkarte:

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Die Kroaten entwerten mit Kugelschreiber.

Für die nun folgenden 5 Urlaubstage haben wir uns die Insel Krk vorgenommen, welche sich bequem über eine Brücke und damit ohne Fährüberfahrt erreichen lässt. Theoretisch kann man, wenn man eher einen "stationären" Aufenthalt plant, auf Krk gut mit dem Bus an- und abreisen. Diesen betreibt DB Arriva. Da wir allerdings auf der Insel einige Ziele erreichen wollten, zu denen kein Bus fährt, haben wir uns in Rijeka dann ein Auto gemietet. In der Nebensaison bekommt man hier sehr günstig einen Mietwagen, es gibt wirklich zahlreiche Anbieter. Ich habe damals bei "ACTIVE", einer eher kleineren kroatischen Kette, gemietet. S*XT wäre ein paar Euro billiger gewesen, dort muss man aber selbst aus einem recht engen Parkhaus aus- und wieder einparken. Bei "ACTIVE" wurde das Auto von einem Mitarbeiter vorgefahren und auch bei der Abgabe wieder abgeholt. Auch die Durchsicht wurde jeweils vor Ort zusammen gemacht. Insgesamt hatte ich einen sehr seriösen Eindruck und das Auto (VW Up Automatik) war auch absolut ok. Das Ladengeschäft ist aber eher weniger repräsentativ :-) Vom Bahnhof zur Vermietstation braucht man ca. 10-15 min zu Fuß, S*XT ist auch gleich ums Eck. Bis zur Brücke nach Krk fährt man nur ca. 30 Minuten (mautfrei).

Die Insel Krk begeistert mich auf jeden Fall durch ihre Vielseitigkeit; es gibt wirklich grüne Ecken und auch total gegensätzliche, felsige und steinige Berglandschaften und steile Schluchten. Zudem ist die Küstenlinie nicht überall zugebaut, sondern man findet wirklich zahlreich ruhige Fleckchen ohne viel Zivilisation (das trifft m.E. auf alle Inseln der Kvarner Buch zu). Wir haben uns für die 5 Nächte in einem kleinen Gasthof "Konoba Luce" im Örtchen Vrbnik im Osten der Insel einquartiert. Dort hat die Saison auch erst in der Woche begonnen und wir waren die ersten zwei Tage auch die einzigen Gäste, zusammen mit zwei Tschechen. Das Doppelzimmer mit Frühstück lag glaube ich etwa bei 65€, das Zimmer war nagelneu und blitzsauber, das Frühstück ohne Buffet (logischerweise) zwar ungewohnt, aber reichhaltig. Die regulären Zimmerpreise während der Saison lagen jedoch etwa bei 100-140 €.

Vrbnik ist für seinen Žlahtina, eine spezielle Weißweinsorte, die nur in der dortigen Umgebung angebaut wird, bekannt. Ansonsten liegt der Ort eher im grünen, fruchtbaren Teil der Insel. Die Altstadt liegt auf einer Art Hügel direkt über dem Mehr und ist auch für seine engen Gassen bekannt. Die sind leider so eng, dass man sie schlecht fotografieren kann. Dennoch ist der Ort es auf jeden Fall wert, mal durch die Gassen zu schlendern, aber bitte nicht im Juli und August.

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Blick auf das Zentrum von Vrbnik

Es blieb am Nachmittag noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch den Ort und entlang der Küste. Die meisten Läden und Restaurants hatten noch zu, es waren quasi nur Einheimische unterwegs und das am Nachmittag auch eher spärlich.

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Schön zu sehen war auch, wie weit die Vegetation hier schon fortgeschritten war. In Deutschland blühte zu der Zeit noch fast nichts. Angenehm warm war's zumindest bis zum späten Nachmittag auch schon :)

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Der Anreisetag endete dann mit einem ordentlichen, preislich vielleicht leicht überteuertem, Abendessen in diesem Lokal, welches einen tollen Ausblick über die Kvarner Bucht und die dahinterliegenden Bergketten bot.

Weiter geht es in Kürze in Teil 2 mit einigen Impressionen von der Insel.

Wer nun an Bahn-Content interessiert ist, kann an dieser Stelle gleich zu Teil 3/3 springen.


Viele Grüße und einen schönen Sonntagabend wünscht

bahnfahrerofr.

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 1/3

Markus-P, Montag, 28.02.2022, 19:19 (vor 1484 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Dankeschön für den Bericht, würde die Tour auch gerne machen und der Schlafwagen nach Rijeka wird bald zur Buchung freigegeben.

--
Semper fi!

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 1/3

bahnfahrerofr., Montag, 28.02.2022, 19:22 (vor 1484 Tagen) @ Markus-P

Dankeschön für den Bericht, würde die Tour auch gerne machen und der Schlafwagen nach Rijeka wird bald zur Buchung freigegeben.

Gerne!

Der Rest folgt wahrscheinlich morgen.

Ich hoffe mal, der Schlafwagen fährt überhaupt dieses Jahr... Die Lösung mit dem Umstieg in Ljubljana ist zwar auch kein Drama und nur unwesentlich teurer (und man kann Liegewagen fahren), allerdings wäre es dennoch schade.

Falsche Richtung. Falscher Fotostandort. Ansonsten: TOP

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 28.02.2022, 20:13 (vor 1483 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Hey.

Gerne her mit weiteren Reiseberichten. Ich schaue mir die immer gerne an. Dann bekomme ich zwar immer Fernweh und Herzschmerzen - aber angesichts der kaputten Gesundheit spielt das auch keine Rolle mehr. Die Pumpe ist eh hinüber und aktuell darf ich mal eine Jones-Fraktur mein Eigen nennen; als ich im Dosto die Treppe herab stieg (selbstverständlich aber wurde die Erhebung noch 2 Std lang ordnungsgemäß zu Ende gebracht).

Nächstes musst du aber bitte die Rampe von Rijeka hoch fahren. Und dann eine Fotostelle erwischen, die Tobias und meine Wenigkeit fast identisch erwischt hatten - und das im Abstand mehrerer Jahre.


https://www.ice-treff.de/index.php?mode=thread&id=176332

(Irgendwo in dem Baum wird es erwähnt).

Wäre ja interessant, ob der Bau noch immer existiert ...

Hach, ich denke noch immer gerne an die Fahrt anno 2005 müßte das gewesen sein, zurück. Mit dem Nachtzug direkt aus Dortmund. Für 7,50€ pro Richtung. Wobei mein Kumpel und ich zur Sicherheit ein ganzes Abteil gebucht hatten. Mit 75€ hin und zurück immer noch günstig ... ;-)

Ein halbinterner Spezialpreis damals. So war der Zug auch voll. Nur ein Familienvater mit Sippe und Auto war etwas irritiert - er hatte mehrere hundert Euro bezahlt. Fand er nicht ganz so lustig.

Heutzutage werde ich es erzählen dürfen: seine Kinder durften dann im Mittelrheintal auf der Lok mitfahren. Wir bekamen nämlich mit, wie die in Köln abstiegen und total begeistert waren. Da hatten sich wohl alle Beteiligten für einen gewissen Ausgleich bemüht - Eisenbahnerfamilie und Kundendienst harmonierten.


Schöne Grüße von jörg

Falsche Richtung. Falscher Fotostandort. Ansonsten: TOP

bahnfahrerofr., Dienstag, 01.03.2022, 09:24 (vor 1483 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von bahnfahrerofr., Dienstag, 01.03.2022, 09:25

Wäre ja interessant, ob der Bau noch immer existiert ...

Wahrscheinlich schon. Muss ich hat die Rampe nochmal in der anderen Richtung befahren und nachschauen ;)

Hach, ich denke noch immer gerne an die Fahrt anno 2005 müßte das gewesen sein, zurück. Mit dem Nachtzug direkt aus Dortmund. Für 7,50€ pro Richtung. Wobei mein Kumpel und ich zur Sicherheit ein ganzes Abteil gebucht hatten. Mit 75€ hin und zurück immer noch günstig ... ;-)

Wer betrieb denn damals den Nachzug in Deutschland? War das noch ein reguläres DB-Angebot (saisonal?) oder irgend eine Sonderfahrt?

Die von dir gezeigte Lok-Komposition ist jedenfalls heiß. Die ranzige E-Lok könnte allerdings auch 2019 aufgenommen worden sein, ich habe den Zustand ähnlich in Erinnerung.

Falsche Richtung. Falscher Fotostandort. Ansonsten: TOP

JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 01.03.2022, 09:43 (vor 1483 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Wer betrieb denn damals den Nachzug in Deutschland? War das noch ein reguläres DB-Angebot (saisonal?) oder irgend eine Sonderfahrt?

Das dürfte der reguläre UEx gewesen sein. Dortmund - Rijeka gabs aber mW nur 2006.

--
Weg mit dem 4744!

Nachtzug Angebot 2005/2006

wachtberghöhle, Dienstag, 01.03.2022, 09:58 (vor 1483 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Wäre ja interessant, ob der Bau noch immer existiert ...


Wahrscheinlich schon. Muss ich hat die Rampe nochmal in der anderen Richtung befahren und nachschauen ;)

Hach, ich denke noch immer gerne an die Fahrt anno 2005 müßte das gewesen sein, zurück. Mit dem Nachtzug direkt aus Dortmund. Für 7,50€ pro Richtung. Wobei mein Kumpel und ich zur Sicherheit ein ganzes Abteil gebucht hatten. Mit 75€ hin und zurück immer noch günstig ... ;-)


Wer betrieb denn damals den Nachzug in Deutschland? War das noch ein reguläres DB-Angebot (saisonal?) oder irgend eine Sonderfahrt?

Ich erinnere mich an zwei Wochenenden in dem Zeitraum. Einmal Gastein, einmal Bozen.
Das war im März und jeweils das letzt Wochenende der Urlaubsexpresse von DB-Nachtzug.

Da wurde ein Sonderpreis angeboten, 15€ / Person im Liegewagen im letzten saisonalen Umlauf.

So war das damals!

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 01.03.2022, 16:19 (vor 1483 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von Der Blaschke, Dienstag, 01.03.2022, 16:20

Hey.

Hach, ich denke noch immer gerne an die Fahrt anno 2005 müßte das gewesen sein, zurück. Mit dem Nachtzug direkt aus Dortmund. Für 7,50€ pro Richtung. Wobei mein Kumpel und ich zur Sicherheit ein ganzes Abteil gebucht hatten. Mit 75€ hin und zurück immer noch günstig ... ;-)


Wer betrieb denn damals den Nachzug in Deutschland? War das noch ein reguläres DB-Angebot (saisonal?) oder irgend eine Sonderfahrt?

Die von dir gezeigte Lok-Komposition ist jedenfalls heiß. Die ranzige E-Lok könnte allerdings auch 2019 aufgenommen worden sein, ich habe den Zustand ähnlich in Erinnerung.

Es war das Wochenende Fr 14.10.2005 auf So 16.10.2005.

Die UEx der DB fuhren Dortmund - Venedig und Hamburg - Rijeka. Mit gegenseitigem Kurswagentausch in München-Ost.


UEx 1125 Dortmund 18.27h - Venedig 12.43h
UEx 1195 Hamburg 18.14h - Rijeka 14.14h

UEx 1124 Venedig 16.51h - Dortmund 12.02h
UEx 1194 Rijeka 17.30h - Hamburg 13.00h

Laut Kurswagenverzeichnis fuhren die Züge bis zum Wochenende 23.-25. September. Das stimmt aber nicht, der Verkehrszeitraum wurde ausgeweitet. 21. bis 23. Oktober war der letzte Verkehrstag. Die Aktion fand also am VORLETZTEN Wochenende statt. In Eisenbahnforen wurde darüber berichtet. Das Angebot wurde bahnintern kommuniziert und nicht öffentlich - Tickets durfte man aber auch als Externer erwerben.

Der DSO-User "rolwie" war damals dabei. Mein Liegewagenbetreuer war Herr Otto. Für mich war es die erste Fahrt mit so einem Urlaubsnachtzug.

Auf dem Hinweg wurde in München-Ost falsch rangiert (wohlgemerkt: vorletzter Verkehrstag). So mußte alles wieder auseinander gezogen und neu zusammengesetzt werden.

Ich war so aufgeregt, dass ich mir sogar eine Fotoerlaubnis der HŽ besorgte.

"We are hereby permitting to Mr. Jörg Blaschke (...) taking photographs on the track lines and in the train stations of Croatian railways (Rijeka area) on October 15th, 2005. The photographing in depots and workshops is not permitted.
This permission is to be presented to the station managers and other reilway personnel at their reguest."

Darunter in Landessprache. Unterzeichnet von Vlatka Škorić, prof.

Wegen der Rangiererei hatten wir ab München + 25. In Salzburg dann + 35. Ab Jesenice + 44. Iliska Bistrica + 57. Ab Opatija Matulji dann + 62, die bis Rijeka gehalten wurden.

Zurück in der Abfahrt mit + 9. Sapjane + 20. Ljubljana + 31. Rosenbach + 42.

Laut Herrn Otto sei ca 1 Std bis Österreich als Verspätung aber völlig normal.

In Augsburg waren es 135. Die höchste Verspätung war in Aschaffenburg mit + 164. Dortmund erreichten wir mit + 136.

Mein Lieblingsfoto:


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Auch im Original ist die Uhr unscharf, weil wir schon fahren. Zp9 steht, die Ausfahrt auch. Und vor allem dieses "unbestimmt später". Das hat was mystisches, was geheimnisvolles. Als kleiner Bub stand ich am Bahnsteig und wenn ich 'unbestimmt später' sah, dann dachte ich immer, was mag da unterwegs schief gegangen sein. Im Vorinternetzeitalter konnte man ja nicht nachschauen und war nicht live überall auf der Welt. Und jetzt durfte ich das mal selbst erleben.

Unvergessen auch Düsseldorf Hbf, wo eine Frau auf dem Bahnsteig fragte, ob der Zug aus Köln käme. Trockene Antwort unseres Betreuers: "Nein, aus Kroatien!". Die Dame am Bstg zuckte förmlich zusammen.


War eine geile Fahrt. Im Zug waren natürlich zig Eisenbahnbeschäftigte. Wobei natürlich nur sehr wenige bis Rijeka durchfuhren. Etliche verließen uns schon in Salzburg. Dann Villach und Ljubljana.

Über die Tauernrampe gab es eine Schiebelok der Österreicher. Der Zug hatte eine ordentliche Länge. Ab Villach gab es eine 1116. Die in Jesenice abgebügelt von einer einheimischen Lok wegrangiert werden mußte; ein Aufwand ... In Jesenice parkte nebenan der Park des "Optima Express".

In Rijeka gingen wir erst in die falsche Richtung und landeten im Industriegebiet an einer Raffinerie. Dann aber sahen wir den bekannten Bahnübergang auch noch. Und sogar die Hafenbahn fuhr da herum, als wir Pause machten. Mich begeisterten die alten MAN-Gelenkbus-Nachbauten von autotroley. Der Zugzielanzeiger für unseren Zug wies als Unterwegshalt "Neu Isenburg" aus.

Auf der Rückfahrt fiel in unserem Wagen die Heizung aus. Aber wir widersetzten uns allen Umzugswünschen.

Hach, war das eine Fahrt ...


Schöne Grüße von jörg

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 1/3

Markus-P, Mittwoch, 02.03.2022, 06:22 (vor 1482 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Das wäre auch eine Idee, aber da muss man so früh aufstehen. Ich muss mal gucken, wie es passt wenn man über Zagreb fährt.

--
Semper fi!

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 1/3

bahnfahrerofr., Mittwoch, 02.03.2022, 09:22 (vor 1482 Tagen) @ Markus-P

Das wäre auch eine Idee, aber da muss man so früh aufstehen.


Ja, das stimmt natürlich. Auch wenn ich persönlich die Fahrt im Sitzwagen auch als Bereicherung empfand aufgrund der Fenster.

Ich muss mal gucken, wie es passt wenn man über Zagreb fährt.

Ankunft in Zagreb ist 8:32 Uhr. Mo-Fr gibt es eine Umstiegsverbindung nach Rijeka, Zagreb 9:45 Uhr, Rijeka 16:28 Uhr. Ansonsten täglich Zagreb ab 13:12, Rijeka 18:19 Uhr. Ist zwar zeitlich nicht besonders gut, aber die Strecke ist auch ganz nett (zumindest die 2. Hälfte).

Zurück könntest du dann ab Rijeka über Sapjane/Pivka fahren und ab Ljubljana dann in den Schlaf-/Liegewagen. Dann hast du beide Strecken und in München ist so oder frühes Aufstehen angesagt.

Ansonsten könntest du je nach Reisezeitpunkt und Ausgangsbahnhof auch mal nach den Nachtzügen von Regiojet schauen (derzeit noch nicht buchbar).

So war das damals!

bahnfahrerofr., Donnerstag, 03.03.2022, 08:22 (vor 1481 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von bahnfahrerofr., Donnerstag, 03.03.2022, 08:24

Es war das Wochenende Fr 14.10.2005 auf So 16.10.2005.

Erstaunlich dass die Saison damals so lange (bis 23.10.) ging! Da ist da unten eigentlich alles schon im Winterschlaf.. In Venedig natürlich eher nicht.

Ich war so aufgeregt, dass ich mir sogar eine Fotoerlaubnis der HŽ besorgte.

Krasse Sache! Hatte die HŽ damals schon eine Emailadresse oder machte man das 2005 noch per Brief?

Wegen der Rangiererei hatten wir ab München + 25. In Salzburg dann + 35. Ab Jesenice + 44. Iliska Bistrica + 57. Ab Opatija Matulji dann + 62, die bis Rijeka gehalten wurden.

Zurück in der Abfahrt mit + 9. Sapjane + 20. Ljubljana + 31. Rosenbach + 42.

Laut Herrn Otto sei ca 1 Std bis Österreich als Verspätung aber völlig normal.

Die aufgetretenen Verspätungen sind eigentlich gar nicht so wild. Berichten zufolge waren die Züge die aus dem tieferen Balkan kamen damals noch viel mehr verspätet (Spitzenreiter: HellasExpress?). Und RegioJet hat 2021 bei seinen Nachtzügen locker regelmäßige Verspätungen in doppelter Höhe erreicht.

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 1/3

Markus-P, Samstag, 05.03.2022, 09:47 (vor 1479 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Hi, Dankeschön für die weiteren Tipps. Ich müsste eh nach Prag oder München anreisen. Hat Regiojet eigentlich richtige Schlafwagen? Blicke da nicht so richtig durch. Privates Abteil sollte es schon sein.

Gruß

--
Semper fi!

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 2/3

bahnfahrerofr., Samstag, 05.03.2022, 16:36 (vor 1479 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Hallo,

nachdem in Teil 1/3 überwiegend Bilder der Anreise zu sehen waren, gibt es nun ein paar Schnappschüsse von der Insel Krk (ohne Bahnbezug). Wer also nur an Bahn-Content sehen mag, kann den Teil guten Gewissens überspringen :-)

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Hafenpromendade Baška - im Hintergrund das Velebit-Gebirge (links) und eine unbewohnte Nachbarinsel

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Der wohl relativ bekannte Urlaubsort Baška liegt ganz im Süden der Insel und ist übrigens per Direktbus von DB Arriva (zumindest im Sommer) mehrmals täglich an Rijeka angeschlossen. Am berühmtesten ist der Ort wohl für seinen halbkreisförmigen 1,8km langen Kiesstrand mit entsprechend langer Strandpromenade, an der sich zahlreiche Restaurants und Bars befinden. Auch gibt es in dem Ort zwei größere Hotels (was für die Insel eher ungewöhnlich ist). Die dahinter liegende "Fußgängerzone" in der Altstadt finde ich aber bis auf die fehlende Aussicht deutlich schöner, als die Promenade direkt am Wasser.

Baška liegt am Ende eines etwa 10 km langen, anfangs sehr engen, in Richtung Meer hin immer breiter werdenden Tals, welches seitlich von steilen und äußerst kargen Felshängen eingerahmt ist. Ich fand die Fahrt dorthin (am hinteren Ende des Tals mit Serpentinenstrecke) schon ein Erlebnis wert. Jedenfalls ist dieses Tal äußerst fruchtbar und grün und hebt sich damit schön von der umgebenden "Mondlandschaft" ab - Google Maps Satellitenbilder zeigen dies sehr eindrucksvoll.

Bei der auf einem Hügel östlich des Ortes gelegenen Crkva sv. Ivan kann man kostenlos parken und auf einem sehr schönen Wanderweg durch Pinienwälder das Bergplateau erklimmen, fast vollständig im Schatten. Schon bei etwa 2/3 des Weges hat man eine wunderbare Aussicht auf die Bucht:

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Bucht von Baška mit Ausläufern der gegenüberliegenden Bergkette

Auch hier war wieder sehr schön zu spüren, wie sommerlich die Vegetation Mitte April schon war.

So schön grün wie der Weg ist es oben auf dem Plateau jedoch nicht, dieses gleicht einer Art "Mondlandschaft":

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Im Hintergrund links die Insel Prvic und dahinter Ausläufer der Insel Rab

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Man könnte hier oben auch einen mehrstündigen Rundweg auf dem "Mond" laufen, wenn man dies möchte. Der April wäre wahrscheinlich auch ein geeigneter Monat gewesen.

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Zurück kann man auch über die Vrženica-Schlucht laufen (s.o.), eine Art Canyon, ca. 3 km lang, erfordert jedoch gute Trittsicherheit.

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Allgegenwärtig sind diese Steinmauern, die als Umzäunung für Schafe dienen. Und natürlich der tolle Ausblick auf das türkise Wasser.

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An der Küstenlinie entlang führt ein Pfad zurück bis zum Ausgangsort der Wanderung, wo man noch an einigen leeren Buchten und einem im April völlig verwaisten Campingplatz vorbei kommt.

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Die letzten Meter waren dann schon fast in Richtung Sonnenuntergang, dennoch reichte die Zeit noch für ein Abendessen an der Hafenpromenade in Baška (wobei wir hier erstmal ein Restaurant suchen mussten, was schon geöffnet hatte).

An einem anderen Tag war dann die Besteigung des höchsten Berges der Insel geplant (dem Veli Vrh, immerhin ca. 550 m ü.N.N.). Der Aufstieg ab dem letzten Parkplatz dauerte so zwei Stunden, der Abstieg gut die Hälfte, trotz der Jahreszeit war es schon schweißtreibend. Im Sommer würde ich es nicht machen :D

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Blick in die Bucht von Punat, links im Hintergrund Krk (Stadt) in der nächsten Bucht und am Horizont die Berge des Učka Naturparks

Einen richtigen Gipfel gibt es nicht, es ist einfach der höchste Punkt auf einem Hügel, wo jemand einen Steinhaufen aufgehäuft hat. Dennoch ist die Aussicht über die Inselwelt toll.

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Den ganzen Auf- und Abstieg haben wir keinen Menschen getroffen, nur dieses Schaf.

Als Kontrastprogramm folgte dann noch ein Besuch der Stadt Krk. Hier war einiges los, weil Ostersonntag war und die einheimische Bevölkerung nach Besuch der Gottesdienste in die (plötzlich geöffneten) Restaurants strömte.

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wer findet das Osterei?

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.. aber auch ruhige Ecken hat die Stadt zu bieten.

Insgesamt sollte man einen Besuch der Stadt nicht auslassen, wenn man auf der Insel ist. Im Vergleich zu Cres und Rab, den Hauptorten der beiden Nachbarinseln, fällt die Stadt aber ein bisschen ab. Ganz nett ist es trotzdem, vor allem natürlich in der Nebensaison. Ein Besuch im Kastell wäre dann noch ein schönes Ziel.


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Abendessen gabs dann jedoch in Vrbnik, wo sich unsere Unterkunft befand. Dort war abends noch weniger los als sowieso schon, und außer dem teuren Restaurant vom ersten Abend und dem Hotel gab es nur diese Pizzeria, die geöffnet hatte. Man sitzt dort aber auch ganz nett (es gibt auch noch offene Terrassen mit freiem Blick in Richtung Meer, etwas unterhalb, die aber leider zu dem Zeitpunkt nicht eingedeckt waren). Ein empfehlenswertes Lokal, die Pizzen waren gut und sehr preiswert. Der Name steht auf der Serviette^^

Damit war es das schon mit dem zweiten (bahnlosen) Teil, im letzten Teil gibt es dann noch ein paar Restfotos von der Insel und meine spärliche Fotoausbeute von der Rückfahrt.

Einen schönen Abend wünscht

bahnfahrerofr.

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 1/3

bahnfahrerofr., Samstag, 05.03.2022, 16:54 (vor 1479 Tagen) @ Markus-P

Hi, Dankeschön für die weiteren Tipps. Ich müsste eh nach Prag oder München anreisen. Hat Regiojet eigentlich richtige Schlafwagen? Blicke da nicht so richtig durch. Privates Abteil sollte es schon sein.

Gruß

Regiojet hat mehr oder weniger nur Liegewagen, die jedoch als "Schlafwagen" verkauft werden. Man bekommt wohl immerhin richtiges Bettzeug (Decke/Kopfkissen mit Bezug).

Allerdings kannst du bei Regiojet auch ganze Abteile buchen, was dir bei frühzeitiger Buchung eventuell sogar günstiger kommt, als ein Sparschiene Double oder Single bei der ÖBB/HZ.

Es soll 2022 zwei Zugläufe von RegioJet nach Kroatien geben:

- Krakow-Wien-Split/Rijeka:
hier wäre wahrscheinlich ein Zustieg in Wien (Abfahrt 20:54) am sinnvollsten, Ankunft in Rijeka wäre 08:36 Uhr. Verkehrstage ab 15. Juni bis 26. September, Di., Fr. So. in Richtung Rijeka, Mo., Mi., Sa. in Richtung Wien/Krakow. (ohne Gewähr).

- Prag-Bratislava-Split/Rijeka:
hier dürfte sich ein Zustieg in Prag (Abfahrt 16:38 Uhr) oder Bratislava (Abfahrt 21:32 Uhr) anbieten. Ankunftszeit in Rijeka kann ich nur anhand der Fahrtzeiten aus 2021 schätzen (ca. 10:15 Uhr), da ich nur die Fahrplantabelle für den Zugteil nach Split finden kann. Der Zug soll im Hochsommer täglich verkehren, ab 28.05. bis 29.06. und von 03. bis 26.09. je Mo., Mi., Sa. i Richtung Rijeka und am Folgetag zurück.

Bebilderte Reisenotizen - Ostern an die Kvarner Bucht 3/3

bahnfahrerofr., Samstag, 05.03.2022, 21:16 (vor 1478 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Willkommen im letzten Teil!

Zuerst beginnen wir mit einer Wanderung zum Kap Skuljika, der südlichste Zipfel der Insel, auf dem sich ein Leuchtturm befindet. Dazu muss man aber eine Art Bergkette überwinden.

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Ja, hier ging der Weg/Pfad hoch..


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Am Ziel angelangt - vom Leuchtturm habe ich dummerweise keine geeigneten Fotos, er befindet sich jedoch direkt links neben der Fotostelle. Man sieht hier die unbewohnte Felseninsel Prvic, das zu erkennende Gebäude ist ein Leuchtturm bzw. dazugehörige Anlagen. Diese Leuchtturmstation war bis weit in die 2000er Jahre noch dauerhaft durch einen Wärter besetzt gewesen, heute steht das Gebäude leer.

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Blick zurück - links hinter der kleinen Bucht schlängelt sich der Wanderweg den Berg hoch


Nach der schweißtreibenden Wanderung wagte zumindest ich dann einen Sprung ins Meer, auch wenn es doch ordentlich kalt war. Am Nachmittag wärmte die Aprilsonne einen aber schnell wieder auf.

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Badestrand in Baška


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Das Foto entstand bei der Rückfahrt zur Unterkunft, aus dem fahrenden Auto heraus. Ich fand die Farben schön..


Am Abreise-Ostermontag sahen wir uns noch ein wenig im Nordosten der Insel um, wo es doch weniger felsig und karg, dafür um so grüner ist. Hier ist die Uferzone zum Meer hin in der Regel flach, Steilküsten gibt es keine mehr.

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Im Hintergrund das Nordende der Insel Cres und dahinter der Učka-Naturpark


Sehenswert ist auch das Dorf Omišalj, nördlichste Siedlung der Insel, welches auf einem 80m hohem Felsen über der Kvarner Bucht thront und bereits im 3. Jahrhundert durch die Römer gegründet wurde.

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Der ganze Ort war noch völlig im Winterschlaf, die leeren engen Gassen hatten jedoch etwas romantisches

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten ;-)

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Hier gibts dann doch nochmal eine Steiküste, mitten im Dorf


Im Anschluss wurde dann der Mietwagen über die gut ausgebaute Küstenstraße nach Rijeka gebracht und dort wieder abgegeben. Die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt des Nachtzuges überbrückten wir mit einem kleinen Spaziergang durch Rijeka. Die Stadt hat durchaus ihren Reiz und einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, ist aber doch von ihrer Geschichte als Industrie- und Hafenstadt geprägt und hat daher auch zahlreiche "Schandflecken", z.B. damals den Bahnhof..

Das Restaurant "Conca d'oro" in der Fußgängerzone sei hiermit empfohlen. Die Suche nach einem geöffneten Laden, der Lebensmittel (fürs Frühstück und als Proviant) im Angebot hat, gestaltete sich am Ostermontag hingegen schwierig. Zwar gab es noch Klamottenläden, die geöffnet hatten, aber der einzige auffindbare Supermarkt sowie Bäckereien hatten am Nachmittag bereits zu. So bestand der Proviant dann aus Dosenbier und Wasser sowie ein paar Keksen aus einem Tabakshop und Croissants fragwürdiger Konsistenz, die ich in einem Café ergattert habe. Man muss manchmal halt einfach improvisieren^^

Für die Rückfahrt hatten wir den Liegewagen Ljubljana - München (4er Belegung) gebucht, da der direkte Schlafwagen an dem Tag fast 300€ gekostet hätte. Für den Abschnitt Rijeka-Ljubljana gibt es ein Sonderangebot "Ljubljana Spezial" für 9 Euro pro Erwachsener. Die Tickets haben keine Zugbindung und sind bis kurz vor Abfahrt am Schalter (aber auch nur dort) erhältlich. Online sind sie nicht verkaufbar und im Zug wird der deutlich teurere Normalpreis verkauft.

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Abendstimmung am Bahnhof Rijeka


Dazu noch eine kleine Anekdote: An dem Abend der Rückfahrt schaute ich zufällig nochmal auf die Tickets. Ich hatte die Tickets Rijeka-Ljubljana am Schalter in Rijeka bereits am Ankunftstag gekauft. An sich war der Kauf unproblematisch, die dort diensthabende Dame könnte zwar bereits zu jugoslawischen Zeiten dort gesessen haben, konnte aber überraschenderweise etwas Englisch. Aus irgendwelchen Gründen kann man offenbar keines dieser Tickets für zwei Personen ausstellen, somit bekam ich zwei Ausdrucke für je eine Person. Bei dem zweiten Ticket hatte sie jedoch vergessen das Datum auf den Tag der Rückreise abzuändern. Somit hatte ich nun ein Ticket für den richtigen Tag, und eines, welches bereits abgelaufen war. Dummerweise hatte ich nur das Datum des ersten Tickets kontrolliert.

An dem Abend der Rückfahrt hatte jedoch die gleiche Dame Dienst (wahrscheinlich gibt es nur diese Dame dort^^). Sie hat nach Erklärung auch verstanden um was es geht, und sich entschuldigt, zurücknehmen wollte sie das falsche Ticket aber auch nicht, weil es nicht stornierbar ist. Ich hätte das Ticket nach Erhalt überprüfen müssen. Mag sie Recht haben, ich denke, die identische Aussage hätte ich auch in einer deutschen Fahrkartenausgabe zu hören bekommen. Sie meinte zwar noch, dass vielleicht der Schaffner ein Auge zu drückt, wenn man ihm die Situation erklärt, das Risiko war mir dann aber keine 9€ Wert (erstens weil die HZ-Schaffner in den Sitzwagen nicht so aussehen, als könnten sie Englisch, und zudem, weil ja auch die Slowenen noch ein Wörtchen mitzureden haben). Also kaufte ich halt noch eins mit dem richtigen Datum. Im Nachhinein habe ich die drei eingescannten Tickets zusammen mit einer auf englisch verfassten Mail bzgl. des Fehlkaufs an "reklamacije@hzpp.hr" gesandt. Ich hatte keine ernsthafte Erwartung überhaupt eine Antwort zu bekommen, allerdings bekam ich nach einigen Tagen eine nett verfasste Mail, dass man den Vorfall zutiefst bedauere und mir gerne aus Kulanz den Betrag des zu viel gekauften Tickets auf meine Kreditkarte zurückerstatten werde. Damit hätte ich nie gerechnet und mir war es im Nachhinein fast schon peinlich, dass ich den Kroaten diese unfreiwilligen Mehreinnahmen nicht belassen habe :D

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rechts unser Zug, links eine bunte Lok und irgend ein "Ranzkarren"


Der Zug hatte neben dem (diesmal tatsächlich verkehrenden) Kursschlafwagen und -Sitzwagen nach München vier slowenische Sitzwagen dran, alles Abteilwagen mit zu öffnenden Fenstern. Nach München gab es diesmal wieder zwei oder sogar drei Sitzwagen, weil eine Pfadfindergruppe mindestens einen ganzen Wagen gebucht hatte.

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Den Wagen hatten wir bis Ljubljana alleine

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Die Abfahrt in Rijeka erfolgte völlig pünktlich...

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Bahnhof Opatija-Matulji bei Nacht


Auch in Ljubljana kamen wir fast pünktlich - mit minimaler Verspätung die wir uns erst kurz vorm Ziel eingefahren hatten - an. Sämtliche Grenzkontrollen und Lokwechsel verliefen also reibungslos :- ) Ok, der Zug war erneut nur mäßig gefüllt.

An dem bereits in Ljubljana bereitstehenden Zugteil aus Zagreb erwartete uns dann der Liegewagenschaffner schon, wir waren wohl die einzigen hier zusteigenden Fahrgäste. Nach mehrmaliger Aufklärung darüber, dass schon Nachtruhe herrschte, brachte er uns zum Abteil, welches wir glücklicherweise für uns alleine hatten. Viel unbequemer als die Schlafwagen empfinde ich die HZ-Liegewagen übrigens nicht, das Klimaanlagen-Lüfterproblem haben sie leider auch.

Irgendwann gegen halb fünf in der Früh kam dann die Bayerische Grenzpolizei zur bekannten Einreisekontrolle, die ging zwar schnell (kurze Sichtkontrolle des Passes), war aber wie üblich in unnötig barschem Ton. Das bekommen die Slowenen und Kroaten freundlicher hin. In München kamen wir pünktlich an, wobei ich die Ankunft um kurz vor 6 einfach für etwas zu früh halte. Immerhin soll der Zug wohl zukünftig bis Stuttgart weiterfahren, vielleicht keine schlechte Idee.

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Hier noch die Tickets. Weiß jemand, warum als Beförderer des EN auf der Hinfahrt 1181 (ÖBB), 1179 (SZ) und 1178 (HZ) angegeben waren, auf der Rückfahrt aber nur 1179 (SZ) steht? Wäre mir neu, dass die SZ als Beförderer bis München fungiert..

Die Zeit der pünktlichen Züge war dann auch vorbei, Streckensperrung auf der NIM, Ende offen. Die DB kommunizierte zu dem Zeitpunkt eigentlich garnix, außer dass die Züge bis auf weiteres in Ingolstadt zurückgehalten werden. Dass man stattdessen über Augsburg fahren konnte, wurde dem in München wartenden Fahrgast nicht vorgeschlagen. Entsprechend leer war der über Augsburg verkehrende Zug dann auch. Immerhin gab es noch gratis Lindt-Osterhasen vom Bordgastronom.

Insgesamt war es ein toller Kurzurlaub, welcher problemlos per Bahn durchgeführt werden kann. Das Sahnehäubchen war halt zu dem Zeitpunkt das tolle Wetter :)

Ich hoffen, der ein oder andere konnte sich an den Bilchen erfreuen.

Fragen oder sonstigen Rückmeldungen - jederzeit gerne.

Viele Grüße

bahnfahrerofr.

Regiojet Kroatien

bahnfahrerofr., Mittwoch, 09.03.2022, 15:31 (vor 1475 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von bahnfahrerofr., Mittwoch, 09.03.2022, 15:32

Es soll 2022 zwei Zugläufe von RegioJet nach Kroatien geben:

- Krakow-Wien-Split/Rijeka:
hier wäre wahrscheinlich ein Zustieg in Wien (Abfahrt 20:54) am sinnvollsten, Ankunft in Rijeka wäre 08:36 Uhr. Verkehrstage ab 15. Juni bis 26. September, Di., Fr. So. in Richtung Rijeka, Mo., Mi., Sa. in Richtung Wien/Krakow. (ohne Gewähr).

- Prag-Bratislava-Split/Rijeka:
hier dürfte sich ein Zustieg in Prag (Abfahrt 16:38 Uhr) oder Bratislava (Abfahrt 21:32 Uhr) anbieten. Ankunftszeit in Rijeka kann ich nur anhand der Fahrtzeiten aus 2021 schätzen (ca. 10:15 Uhr), da ich nur die Fahrplantabelle für den Zugteil nach Split finden kann. Der Zug soll im Hochsommer täglich verkehren, ab 28.05. bis 29.06. und von 03. bis 26.09. je Mo., Mi., Sa. in Richtung Rijeka und am Folgetag zurück.

Zwischenzeitlich lässt sich bei RegioJet der Zug ab Prag bereits für den Sommer buchen. Ankunft in Rijeka ist 10.19, meine Schätzung war also gar nicht mal so schlecht.

Auffallend ist jedoch dass der Zug in der Vorsaison nicht an den auf idos.cz veröffentlichten Tagen fährt, sondern abweichend (Di., Fr., So. in Richtung Kroatien). Das sind aber die Tage, die bisher für den Zug Polen-Wien-Kroatien im Gespräch waren.

Der Polen-Zug ist bisher aber nicht buchbar.

Vielen Dank

MC_Hans, 8001376, Mittwoch, 09.03.2022, 21:04 (vor 1474 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Sehr schöner Bericht

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