Interessante ITinerarii im Immunisierungs-Impf-Iahr: Mai 2/4 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Samstag, 19.02.2022, 09:46 (vor 1494 Tagen) @ Krümelmonster

Nach drei Nächten hieß es Abschied nehmen aus Florenz. Ich fuhr zunächst Richtung Süden bis Arezzo.
Dabei erlebte ich die erste Ticketkontrolle im italienischen Nahverkehr seit über zwei Jahren. Ich hatte zwischenzeitlich ernsthaft geglaubt, das sei wegen Der Seuche ausgesetzt.^^ (Und auf der Weiterfahrt von Arezzo am Mittag wurde ich schon wieder kontrolliert. :-O) Um nicht den Umweg über Pontassieve fahren zu müssen, fuhr der Regionale Veloce über die Rennbahn – obwohl die Wagen nur 160 können. :-O Zwar waren die Sitze modernisiert, aber die Wagen an sich ziemlich durch. Das Klo war noch mit Schwellenblick mit diesem italienischen Fußknopf fürs Wasser, dafür ohne Seife.^^ Florenz – Rom ist als einzige der italienischen Rennbahnen mit 3 kV Gleichstrom elektrifiziert, also genau wie die Altstrecken (die anderen Rennbahnen verwenden 25 kV Wechselstrom, Neapel – Salerno sehe ich wegen dem hohen Anteil an nicht-rennenden Züge nur als Semi-Rennbahn), deshalb sind zwischen Florenz & Rom für die Rennzüge „nur“ 250 km/h möglich. Der NJ nach Rom fährt seit Mai (erste Fahrt im FPJ 2021) nonstop zwischen Florenz & Rom und ist dadurch deutlich beschleunigt. Dafür muss er zumindest über weite Strecken die Rennbahn nutzen. Weiß da jemand mehr? Ankunft in Arezzo war nach einer Stunde mit – 5, obwohl der Zug nach dem anfänglichen Abschnitt die Rennbahn nicht nochmal genutzt hat.
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253 Zug-Parade, meiner ist links
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254 Ich nehme den Regionale Veloce mit Traxx-Sandwich (Essen ist immer gut!) Richtung Rom
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255 Die 'Ndrangheta hat einen Nachtzug geschickt
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256 Hier kann man wieder auf die Rennbahn abzweigen
Mittlerweile weiß ich, dass Trenitalia grundsätzlich nirgends mehr Gepäckaufbewahrung anbietet. In den großen Bahnhöfen gibt es natürlich Möglichkeiten, allerdings von privaten Anbietern. Aber eben nicht in einer kleineren Stadt wie Arezzo (angeblich 100.000 EW, wo auch immer die sich alle versteckt haben) am Sonntagvormittag. Als ich ankam, hatten alle Cafés rund um den Bahnhof geschlossen – selbst auf den örtlichen Dönermann war kein Verlass! :-O Ich ging dann zu einem Gebäude, das mit „Guide Turistiche“ beschriftet war. Innen wurde gerade mächtig renoviert. Man erklärte mir, hier ist nur ein Seuchentestzentrum, wegen der Gepäckaufbewahrung solle ich im Bahnhof fragen. Der Mensch am Fahrkartenschalter wiederum antwortete mir nur, dass im Bahnhof keine Gepäckaufbewahrung möglich sei. Auf meine Frage, wo so etwas denn möglich sei, wiederholte er nur, dass es im Bahnhof nicht möglich sei. Auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten lief ich erstmal die Hauptstraße vom Bahnhof Richtung Stadt. Pfingstsonntag Vormittag hatte alles geschlossen, selbst die Cafés. Das ist insofern verwunderlich, als dass einerseits in den großen Städten viele Geschäfte auch an Sonntagen geöffnet haben und andererseits der Pfingstmontag nicht mal ein Feiertag ist. Irgendwann fand ich ein Hotel. Auch hier war niemand anzutreffen. Das nächste Hotel war „wegen Renovierung vorübergehend geschlossen“. -.- Auch sonst weit und breit keine Spur von Leben…
Mittlerweile hasste ich die Stadt und hatte äußerst wenig Motivation, hier Geld zu lassen. Ich setzte mich auf eine Bank am Platz und recherchierte, wie ich möglichst schnell hier wegkommen könnte. Auf der ursprünglich geplanten Route war ich mit meinem Ausstieg hier leider in die 4-h-Taktlücke gerutscht. Aber ich könnte zurück fahren nach Florenz und dabei dann wirklich die Altstrecke via Pontassieve nehmen und Siena – Chiusi-Chianciano Terme am Regentag morgen Nachmittag fahren. Das nahm ich mir vor. Bevor ich zurück zum Bahnhof lief, schaute ich nochmal nach geöffneten Lokalen am Platz. Ein äußerst fragwürdig aussehendes Café mit noch fragwürdigerer Kundschaft war geöffnet, ich hatte mich schon auf den ersten Blick gegen es entschieden. Ich ging rein, und es sah wirklich so fragwürdig aus, wie es den Anschein machte. Ich fragte, ob ich meinen Koffer für ein paar Stunden hierlassen könnte. Sie wollte ihn direkt neben dem Tresen stehen lassen. Ich deutete mit fragendem Blick Richtung Keller. Darauf fand der Koffer einen Platz am Anfang der Treppe zum Keller, aber immer noch nah am Tresen. In dem Koffer war immerhin mein Privatlaptop und mein Firmenlaptop verpackt (hatte nicht vor, letzteren zu nutzen, bloß falls ich in Quarantäne kommen sollte, wollte ich nicht gleich aufs Gehalt verzichten^^).
Als ich mein Gepäck endlich losgeworden war, erkundete ich die Stadt. Die lohnte sich durchaus! Geld habe ich, außer bei einer Eisdiele, sowie in dem fragwürdigen Café, wo ich meinen Koffer abgestellt hatte, wirklich keins gelassen in der Stadt. :p Selbst das Ticket für die Weiterfahrt kaufte ich nicht beim mürrischen Schaltermenschen, sondern aufm Knochen. :p
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257 Blick vom Bahnhof Richtung Stadtzentrum
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258 – 259 Die prächtige Chiesa di Santa Maria in Gradi
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260 Hat zufällig jemand einen Turm übrig für die arme abgesäbelte Chiesa di San Domenico?
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261 Büschn bergig (die Bank ist gerade^^)
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262 Altar & Decke der Cattedrale dei Santi Pietro e Donato
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263 Im Palazzo dei Priori findet man das Rathaus von Arezzo
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264 Die auffällige Fassade des Palazzo Pretorio
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265 Der Turm der Kirche Chiesa di Santa Maria della Pieve
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266 – 268 Zentraler Platz der Stadt ist die Piazza Grande
Als ich mit dem Stadtrundgang fertig war, kaufte etwas Proviant in dem Café und überprüfte draußen als erstes, dass die Laptops noch da waren. :D Dann fuhr ich weiter und nahm dazu wieder einen Regionale Veloce der Relation Florenz – Rom. Dass das Bahnhofsschild von Terontola Cortona (besser mit -t-!) nur das erste Worte anzeigte, enttäuschte mich durchaus.^^ Der Zug fuhr verließ kurzzeitig die Toskana und fuhr in der Region Umbrien nah am Ufer des Trasimenischen Sees entlang. Das ist der größte See in Italien südlich vom Alpenraum, immerhin gut doppelt so groß wie San Marino.^^ Unmittelbar vor meinem Ausstieg erreichte er wieder die Toskana. Nur 300 m vom Bahnhof Chiusi-Chianciano Terme entfernt ist schon wieder Umbrien.^^ Den Bahnhof erreichte ich nach einer knappen Dreiviertelstunde Fahrt.
Hier hatte ich nun 1:31 h Umsteigezeit. -.- Der Ort bot nicht viel, der Bahnhof noch weniger. Also ging ich essen.
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269 Der Bahnhof von Arezzo
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270 Betraxxt weiter
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271 Hinter den Bäumen schimmert der Trasimenische See („Lago Trasimeno“ find ich ja erheblich einfacher)
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272 Rechts traxxt meiner weiter
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273 Viel ist hier ja nicht los
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274 Der Bahnhof von außen. Es war der südlichste Punkt meiner Reise im Mai.
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275 Immerhin gibt es eine Kirche^^

Im nächsten Kapitel lassen wir die Oberleitungen der Zentral- und Osttoskana (wasn Wort :D) hinter uns und begeben uns auf die Dieselstrecken rund um die zauberhafte Stadt Siena!

So lange grüßt
Das Krümelmonster

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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