Das ganze Leben ist sicher ... (Aktueller Betrieb)

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 15.02.2022, 12:05 (vor 1621 Tagen) @ Der Blaschke

Hallo.

Beweist eigentlich die Sicherheit der Bahn


Das ganze Leben ist sicher. Erst recht im Transportwesen. Wird schwer, dort zu sterben.

Deswegen bin ich immer wieder fasziniert, wie die Leute Angst vor Corona in der Bahn haben und deswegen höhere Risiken beim Fahren des Autos nehmen. Stress kann tödlich enden sag ich nur und ich bin immer wieder fasziniert, wie man es täglich im Berufsverkehr beim Autofahren aushält. Eine Challenge dann und wann, ok, aber jeden Tag? Das macht doch keinen Spaß.

Wenn die selbe Anzahl an Fahrgästen in Autos drin wären und die alle in einen Verkehrsunfall vergleichbaren Ausmaßes verwickelt wären, wären die Auswirkungen verheerender.


Nö, nicht zwingend. Eher im Gegenteil. Gibt ja viel mehr Knautschzonen. Auch im von dir verhassten Pkw (außer nachts um 2, wenn man nach Hause will), ist man gut aufgehoben. Und die Chance, zu Schaden zu kommen, auch überschaubar gering.

Und noch sicherer ist es in der Bahn.

Das Auto hat definitiv seinen Platz. Also um 2 Uhr nachts, wenn man einfach nimmer will.

Oder in den paar Gebieten im Land. Ich schwöre, wenn es nur um all die zahlreichen Fälle ginge, wo das Auto wirklich einen erheblichen Benefit gegenüber dem ÖV bringt, wären die Straßen weeesentlich leerer. Die meisten fahren aus Bequemlichkeit. Und ich lerne ja auch dazu als unerfahrener Student, nachts um halb 3 mit dem Nachtbus fahren macht wenig Spaß, wenn man sich nicht drauf eingestellt hat.

Aber sowas zählt heute nicht mehr. WIR KÖNNTEN STERBEN.

Ja ach. Ich wette, ich bin völlig unbemerkt an verschiedensten Momenten in meinem Leben, welches immerhin schon 24 Jahre zählt, dazu gekommen, dass ich dem Tod gaaanz nahe war.

An Luftverschmutzung, Corona, Krebs, Infarkt, Unfall, Vulkanausbruch und Meteoriteneinschlag.

Wenn es halt passiert, passiert es. In letzter Zeit glauben ja einige, dass der dritte Weltkrieg bevorstünde. Ja gut. Was interessiert mich ein Weltkrieg? Ich hab heute, Donnerstag und nächsten Dienstag einen Job, muss für mein Studium lernen und habe noch nicht genug von Innschbruck! Was kümmert mich ein Weltkrieg?

Der Unfall ist geschehen. Es wird einiges an Zeit brauchen, bis die Ursachen letztlich geklärt sind. Daraus werden Handlungsempfehlungen folgen, die dann dafür sorgen, dass sowas bestenfalls nicht nochmal in der Art auf diese Weise geschieht. Solche Unfälle sind immer eine gute Gelegenheit, die Sicherheit zu verbessern.


Solange man nicht hoffnungslos übertreibt. Denn sicher ist eines: es wird auch in Zukunft Unfälle geben. Samt Toter und Verletzter.

Ich habe eine Reihe an Zwischenfällen und Unfällen in der Luftfahrt mir angeschaut. Da gibt es eine Reihe informativer Youtube-Kanäle. Was man da mitnimmt: Redundanzen, Kooperation sind enorm wichtig und wenn was passiert, wird die Gelegenheit genutzt und die Sicherheit noch weiter verbessert.

Wer heutzutage ein Flugzeug besteigt, kann sich sicher sein, dass die Risiken vor Betreten des Startflughafens und nach Verlassen des Zielflughafens weesentlich höher sind als die Zeit dazwischen. Das selbe gilt eben auch im Bahnverkehr. Es gibt immer wieder solche Zwischenfälle und Unfälle und daraus wird man eben lernen.

Aber das darf nicht mehr sein. Vision zero. Wo auch noch die letzte Flatulenz haarklein geregelt wird.

A pro pro, mir hat ein Bahnhofsklo schonmal den Tag gerettet. Seitdem bin ich immer froh, wenn es sowas hat.

Alle rufen sie dann HURRA und fordern das ein - nur um sich anschließend in großem Umfang nicht weiter drum zu kümmern. Weil die Regelungen ja lästig sind.

Wie die Maskenpflicht, wie 2G-Regelungen? Es wird ständig kritisiert, die Regierung würde zu wenig tun. Dabei tut sie schon ihr bestes und es hängt letztlich von den Leuten selbst ab. Es stellt sich aber halt heraus, dass wo auch immer es zählt, dass jeder einzelne seinen Beitrag leistet, die Regierung es sich nicht leisten kann, die Verantwortung auf die Bürger auszulagern.

Weil es halt ein paar weniger gibt, deren Weigerung zur Nutzung ihrer mentalen Kapazitäten einen Schaden für die gesamte Gesellschaft darstellt. Das ist schade.

Da pflastern wir dann die Bahnhöfe mit H-Tafeln zu. Und regen uns anschließend auf, dass der Zug jetzt nicht mehr unterm Bahnhofsdach, sondern jwd hält.

Wien Hbf hat, soweit ich es sehe, keine H-Tafeln und das funktioniert auch.

Wobei das mit Abstand beste dann aber "Bestandsschutz" ist. Es wird festgestellt, dass es potentiell tödlich ist und heute niemals genehmigt würde - aber wenn es schon genehmigt war und nie was passierte, dann darf es bleiben.

Eher geht es darum, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Bestandsschutz wird dort möglich, wo das Sicherheitslevel bereits sehr hoch ist, aber die weitere Verbesserung einen zu hohen Aufwand bedeuten würde bzw. gegen andere Interessen im Konflikt steht.

Niemand würde etwas super gefährliches einfach stehen lassen. Also hoffentlich.

Und ansonsten müssen wir halt regeln, regeln, regeln. Keine Tabakwerbung,

Ich bin auch gegen Alkoholwerbung, Werbung für Junkfood... wozu Dinge bewerben, die unter keinen Umständen die Gesundheit fördern können?

Schrittempo auf der Autobahn

Wäre super chillig. Meiner Meinung nach sollte man Autobahnen auf 2 Spuren mit Tempo 20 zurückbauen mit schön geschlängelten Fahrbahnverläufen und viel Grün zwischen den Richtungen. Dann gibt es auch so Parkbuchten, wo man bisserl verweilen darf. Ich denke, mit dem Aufkommen der Elektrofahrzeuge wäre das eine super Zwischennutzung, bis man endlich mal drauf kommt, diese Blechhaufen generell zu reduzieren.

und Zäune auf dem Bahnsteig.

Würden alle Züge die selbe Länge und den selben Türabstand haben, wären wir schon dort. In Wien ist es auf der U5 bereits im Kommen.

Nicht zu vergessen die Wahnhinweise. "Achtung Zugverkehr!" Wäre ich von allein gar nicht drauf gekommen, wenn ich auf dem Bahnsteig stehe. Dumm nur, dass oft gerade dann gar kein Zug kommt.

Ich interpretiere die Ansagen immer als Aufforderung, die Kamera bereitzuhalten. Wenn der Bahnhof an einem BÜ liegt, hat man freilich einen weiteren Ankündigungsmechanismus. In Österreich wurde mal ein Kinderwagen vom Sog eines Güterzuges erfasst. Und da war halt mal ein Kind drin. Seitdem hat man Haltebänder für die Kinderwägen an den Stationen der ÖBB installiert. Letztlich kann man sich über das Verhalten von Menschen aufregen, aber man kann auch einfach dafür sorgen, dass solche Dinge nicht passieren, soweit entsprechende Maßnahmen im Rahmen des realistisch Machbaren liegen. Dann hat man vielleicht in Zukunft ein Leben gerettet, who knows? Bei solchen Dingen denke ich halt, dass es immer irgendeine blöde Verkettung von Ereignissen geben kann und da will man nicht die Nachsicht brauchen, sondern die Risiken a bisserl minimieren.


Der Wahnsinn hat Methode. Und es wird immer irrer.

Wieso?

Und dann passiert trotzdem was und dann fallen alle aus allen Wolken und gruseln sich - 'wenn ich da jetzt im Zug gesessen hätte ...'.

Ja stell dir vor, ich bin in einem Zug gesessen, der einen Personenunfall hatte. Und es gab so viele Faktoren, die genau dazu geführt hatten. Mitunter hat die spontane und eigentlich nicht so notwendige Entscheidung, einen Upgrade auf die 1. Klasse durchzuführen, meinen Aufenthalt von 3,5 Stunden entsprechend angenehmer gemacht.

Wer auch immer in sowas involviert ist, kann ein Lied davon singen. Da kommt ein spontaner Einfall, ein Ereignis hier, etwas anderes da, dazu und das führt alles zu der einen genauen Situation. Hätte ich zum Beispiel auf den Fahrplan geschaut, würde ich nicht damals noch einen Abstecher nach Innsbruck Messe unternehmen und sämtliche Möglichkeiten verpassen, den nächsten Railjet Express zu erreichen, sodass sich meine Ankunft um eine Stunde verschoben hat, außerplanmäßig aber eben weitere 3,5 Stunden Verzögerung aufriss.

Normalerweise sind solche Dinge das, was ich in positiver Weise wahrnehme.

Da kommen ein paar spontane Entscheidungen aufeinander und formen einen großartigen Tag. Ich komme manchmal am Bahnhof an, habe keinen Plan und mehrere Stunden später wurde daraus eine fabelhaft genutzte Zeit. In sofern, ich bin optimistisch in solchen Dingen

Schöne Grüße von jörg

Gruß
J-C

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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