Mein 'Negativerrlebnis' + Lob an das Personal. (Aktueller Betrieb)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 15.05.2021, 15:26 (vor 1901 Tagen) @ vlexx
bearbeitet von Der Blaschke, Samstag, 15.05.2021, 15:28

Hey.

das mit den ruhigen Fahrgästen ist aber normal. Bei meinen 9 Pu's war man immer recht ruhig.

Mein Negativerlebnis war mal Tiffi, die rummaulte, wie lange die Streckensperrung denn noch dauere. Den Zug vor uns hatte es erwischt. Ein Tonfall hatte sie am Leib ...

Ich habe ihr dann sachlich nüchtern erklärt, dass es immer auch davon abhänge, in wieviele Teile der Mensch sich zerlegt habe. Selten bleibe einer ganz. Und m.W. mindestens 80%, möglichst alles von dem, was übrig bleibe, müsse man nun erst einsammeln. Ein Fuß oder ein Auge. Oder die Leber. Und nach den Knochen müsse man auch schauen, weil die nicht für den nächsten Hund gedacht seien. Wenn sie genaueres wissen wolle, würde ich wohl schauen, ob ich Informationen bekomme. Allerdings sei das wahrscheinlich schwierig, weil alle Beteiligten mit der Arbeit beschäftigt sind und niemand da freiwillig trödeln würde.

Tiffi herrschte mich dann an, dass ich jetzt gefälligst ruhig sein soll. Okay, war ich. SIE WAR ES DIE FOLGENDEN 2 STUNDEN DANN AUCH.

Mit Freigetränken ist auch normal. Ab 60 Minuten Pflicht. Verpflegung des betroffenen Tf's ist auch Pflicht.

Am Anfang musste die Zugchefin den Schock erkennbar auch erstmal verdauen. Es ginge erstmal nicht weiter. Mehr könne man nicht sagen. Nach gut 50 Minuten erläuterte sie dann, dass wir auf einen Lokführer warten, was sicherlich mindestens noch eine Std dauern werde. Dann zogen wir etwas vor. Die Erläuterung: so könne das Rettungsteam hinten besser arbeiten (vermutlich die Leichenteile zusammen suchen), es werde eben noch der Zug untersucht. Wenn der freigegeben werde, werde man bis zum mächsten Bahnhof Bohmte fahren. Wann es da weitergehe, sei aber unklar. Zwischenzeitlich brachte ihre Kollegin Wasser zu uns in den Wagen und es wurde drauf hingewiesen, dass aber auch andere Getränke auf Wunsch erhältlich seien.

Dann fuhren wir bis Bohmte. Hielten am Bahnsteig. Ich überlegte, ob ich wohl frage, ob ich raus darf. Einerseits will ich da nicht nerven. Andererseits brauche ich nicht mehr nach Bremen. Wiederrum andererseits wäre ich bei planmäßigem Verlauf um 19.30h daheim - wenn ich dann nach Bremen mitfahre, ist das zwar sinnfrei, aber ich wäre ja eh unterwegs gewesen. Aber in die Überlegungen kam die Durchsage, dass die Türen freigegeben sind und jeder aussteigen dürfe zum Rauchen und Co. Der Zug paßte sogar ganz an den Bahnsteig. Etliche Fahrgäste machten davon auch Gebrauch.

Die Betreuung war also gut. Das soll hier öffentlich auch mal herausgestellt werden.

Für mich war es nach 35 Jahren Bahnfahren der erste Live-PU, also wo ich es auch habe krachen gehört unterm Waggon, was so klang, als hätte wer einen Einkaufswagen oder sowas auf's Gleis geschmissen. Dafür, dass der Mensch überwiegend aus Flüssigkeit besteht, ist das doch recht laut.

Das mit der Coke habe ich nur mitbekommen, weil ich im 2. Wagen vorne saß und das Bistropersonal eben mit dieser nach vorne flitzte, als durchgesagt wurde, dass es ein PU war. Später gab's dann noch eine Apfelschorle.

Nu sitz ich wieder daheim statt Nienburg Haste Nienburg Fahrgäste zu zählen. Aber ist auch okay, der Tag morgen wird planmäßig lang genug. 6.49 Uhr bis 23.39 Uhr. Gastfahrt Hamm, dann Venlo u.z., Gastfahrt Münster, dann Mönchengladbach u.z. und abends noch Münster Osnabrück Münster Osnabrück.


Schöne Grüße von jörg


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