Frankreich für Verbot von Inlandsflügen entlang TGV-Strecken (Allgemeines Forum)
Klimaschutz in Frankreich
Abgeordnete stimmen für Verbot von Inlandsflügen entlang vieler TGV-Strecken
Linienmaschinen sollen innerhalb Frankreichs künftig nur noch Ziele anfliegen dürfen, die mit dem Zug nicht binnen zweieinhalb Stunden zu erreichen sind. Umweltschützer hatten eine strengere Regel gefordert.
12.04.2021, 14.30 Uhr
[...] Sie haben mehrheitlich für ein Verbot von Inlandsflügen auf Strecken gestimmt, die mit dem Zug in weniger als zweieinhalb Stunden zurückgelegt werden können. Flüge von Paris nach Lyon oder Bordeaux könnten damit schon bald der Vergangenheit angehören.
[...]
Staat rettet AirFrance-KLM mit weiteren Milliarden
Umweltaktivisten werfen Präsident Emmanuel Macron jedoch vor, dass frühere Versprechen nun verwässert werden. Ein von Macron eingerichtetes Bürger-Klimaforum, das bei der Ausgestaltung der Klimapolitik helfen soll, hatte die Abschaffung von Flügen auf Strecken gefordert, auf denen die Zugfahrt weniger als vier Stunden dauert. Das käme einem Verbot von deutlich mehr Inlandsflügen gleich und hätte etwa auch Flüge in die zweitgrößte Stadt des Landes Marseille betroffen.
Nach der Entscheidung der Nationalversammlung geht der Gesetzentwurf nun an den Senat, bevor eine dritte und letzte Abstimmung im Unterhaus stattfindet.
Die Abstimmung der Nationalversammlung kam nur wenige Tage, nachdem die Regierung angekündigt hatte, sich an einer Rekapitalisierung von Air France in Höhe von vier Milliarden Euro zu beteiligen. Der Staat greift damit der in der Coronakrise durch die Reisebeschränkungen schwer angeschlagenen Fluggesellschaft erneut unter die Arme und vergrößert seinen Anteil an dem Unternehmen auf mehr als das Doppelte.
[...]
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/frankreich-verbot-von-inlandsfluegen-entl...
Frankreich für Verbot von Inlandsflügen entlang TGV-Strecken
Wie viele Flüge Paris-Bordeaux/Lyon gab es denn Anfang 2020?
Frankreich für "Verbot" von Inlandsflügen
Hallo!
Flüge von Paris nach Lyon oder Bordeaux könnten damit schon bald der Vergangenheit angehören.
Da ist der Spiegel nicht ganz im Bilde: Konkret betrifft das Flüge mit einem hohen P2P-Anteil von Lyon/Bordeaux nach Paris-Orly.
Die Flüge, auf denen mehrheitlich Umsteiger sitzen (nach Paris-CDG, bis 2019 wohl mit ca. 80% Transferpaxen) bleiben davon ausgenommen.
Ansonsten: Da wird nur das "verboten", was Air France ohnehin nicht mehr fliegen will.
Der innerfranzösische Flugverkehr war die letzten Jahrzehnte immer defizitär - aber aus den Regionen politisch gewollt. "Dank" Corona und Greta kann AF jetzt die Axt ansetzen und bei der teuren Regionaltochter HOP mal die Hälfte der Belegschaft freisetzen und aus der Flotte alles rausschmeißen, was nicht profitabel einzusetzen ist. Und auch vor allem Leisure-Verkehr von HOP auf die günstigere Tochter Transavia umschichten, wogegen sich die Gewerkschaften zuvor erfolgreich gewehrt hatten.
Aber: Die Wünsche von AF als "ökologischen Fortschritt" zu verkaufen - das verdient Respekt...
Grüße,
QYG
Frankreich für Verbot von Inlandsflügen entlang TGV-Strecken
Das hätte man aber ruhig auf 3 Stunden erhöhen können. Dann hätte das Kurzstreckenverbot auch für Paris - Marseille gegolten.
In Deutschland ist so was eigentlich kaum denkbar. Selbst mit Sprintern kommt man oftmals nicht auf 3 Stunden auf längeren Strecken wie Berlin - Köln, Berlin - Frankfurt oder Berlin - München.
Frankreich für "Verbot" von Inlandsflügen
Aber: Die Wünsche von AF als "ökologischen Fortschritt" zu verkaufen - das verdient Respekt...
Geht ja oft nicht anders als mit einem passenden Deckmantel, kennen wir aus unserer heimischen deutschen Politik.
Politik: Wir müssen es ändern, daß...
Volk: Näää, dagegen.
Politik: Aber es ist sinnvoll, weil...
Volk: Näää, dagegen.
Politik: Wenn wir jetzt aber nicht endlich...
Volk: Näää, igitt.
Politik: Ja, aber schaut doch mal hin, da sind...
Volk: Näää, bloß nicht.
Politik: Ja soll das denn so bleiben?
Volk: Näää, auch nicht.
Politik: Sollen wir es dann höher und quer machen?
Volk: Näää, dagegen.
Politik: Also lieber links rum und dann rüber?
Volk: Näää, haut ab!
Politik: Gut, dann...
Volk: Nääääääää, unverschämt!!!
Politik: ...einen kleinsten Kompromiss.
Volk: Näää, dagegen.
Politik: Lasst uns wenigstens so tun und sagen es hätte geklappt wenn wir es versucht hätten, würde man uns lassen.
Volk: Buuuh, pfuiiii!!!
Das war Politik-Volk. Volk-Politik darf jemand anders schreiben, das geht sehr ähnlich.
--
Gruß, Olaf
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797
Frankreich für Verbot von Inlandsflügen entlang TGV-Strecken
Ja, stell dir man vor man würde Frankfurt-Berlin in 2h bauen.
Gedanke: Paris-Marseille in 2,5h!?
Das hätte man aber ruhig auf 3 Stunden erhöhen können. Dann hätte das Kurzstreckenverbot auch für Paris - Marseille gegolten.
In Deutschland ist so was eigentlich kaum denkbar. Selbst mit Sprintern kommt man oftmals nicht auf 3 Stunden auf längeren Strecken wie Berlin - Köln, Berlin - Frankfurt oder Berlin - München.
Hmm, die Einschränkung auf 2,5h böte Motivation für ein engagiertes Upgrade auf LGV-SE/Rhone-Alpes/Med: Ggf. könnten mit einem Ausbau der beiden Stadteinfahrten, sowie einer Erhöhung der Vmax auf 320km/h auf allen Abschnitten zwischen Paris-Marseille die 2,5h geknackt werden? ;)
Gruß, bendo
Gedanke: Paris-Marseille in 2,5h!?
Man hat mal als Rekordfahrt von Calais nach Marseille in 3 Std. 29 Min gemacht. Das ist kein Alltag aber.........
Überlasse HGV-Streckenbau den Deutschen, nicht den Chinesen!
Hallo ant6n,
Ja, stell dir mal vor man würde Frankfurt-Berlin in 2h bauen.
Das ist 425 km Bahnstrecke bauen in 2 Stunden.
1700 km pro achtstündigen Arbeitstag, 8500 km pro Arbeitswoche.
Das kriegen sogar die Chinesen nicht hin... ;)
Ich glaube, Du meinst: "Ja, stell dir mal vor man würde Frankfurt-Berlin für (eine Systemzeit/Reisezeit/Kantenzeit von) 2h bauen."
Das ist schon realistischer, auch wenn die Deutschen das vermutlich auch nur mit Hilfe der Chinesen hinkriegen. Immerhin schaffen die 3000 km pro Jahr. Also gebt den Chinesen zwei Monate und die Rennbahn steht.
Gut, mal ernst: ich mache hier einen Denkfehler: man muss die 3000 km auf die Oberfläche projektieren.
Landoberfläche CN = 9.600.000 Qkm
Landoberfläche DE = 360.000 Qkm (??? Nur halb so viel wie FR ???)
3000 km in China entsprechen 112,5 km in Deutschland.
Die Strecke wäre dann in fast 4 Jahren gebaut.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Gedanke: Paris-Marseille in 2,5h!?
Lumi25:
Das hätte man aber ruhig auf 3 Stunden erhöhen können. Dann hätte das Kurzstreckenverbot auch für Paris - Marseille gegolten.
Bin ich mir nicht sicher. Ab Marseille St. Charles muss man noch nach Marseille Provence (Marignane) kommen. Zwar hat der Flughafen Bahnanbindung, aber ist diese von S-Bahn-Qualität?
In Deutschland ist so was eigentlich kaum denkbar. Selbst mit Sprintern kommt man oftmals nicht auf 3 Stunden auf längeren Strecken wie Berlin - Köln, Berlin - Frankfurt oder Berlin - München.
Das Thema hatten wir schon öfter: Deutschland ist kein Frankreich.
Bzgl. Paris Marseille: ja, Lyon liegt dazwischen, aber Lyon hat eigene TGVs nach Paris und Marseille. Und in Lyon kann man in vielen Richtungen umsteigen aber auch Städte wie Saint-Etienne und Grenoble haben auch eigene TGVs ab Paris.
Dagegen sind die Zwischenhalte auf B-K, B-F und B-M (Hannover, Dortmund, Erfurt, Nürnberg) wichtige Umsteigeknoten. Die Infra ist dafür gebaut worden, diese Knoten zu bedienen, nicht um sie vorbeizufahren.
bendo:
Hmm, die Einschränkung auf 2,5h böte Motivation für ein engagiertes Upgrade auf LGV-SE/Rhone-Alpes/Med: Ggf. könnten mit einem Ausbau der beiden Stadteinfahrten, sowie einer Erhöhung der Vmax auf 320km/h auf allen Abschnitten zwischen Paris-Marseille die 2,5h geknackt werden? ;)
vmax ist das Problem eher nicht. Mit einem TVM-Upgrade oder Umstellung auf ETCS Level 2 könnte man die 320 Sachen hinkriegen. Und die TGV Duplexe schaffen alle die 320.
Trassenmangel ist das Problem. Es passen kaum noch mehr Züge auf der Strecke und viele verkehren schon als 2x TGV Duplex.
Die Franzosen hatten/haben mal vor, eine zusätzliche Rennbahn Paris-Marseille zu bauen (oder zumindest Paris-Lyon), aber dann westlicher (Wiki, #10 POCL). Etwa Paris - Orléans - Bourges - Clermont-Ferrand - Saint-Etienne - Lyon (Südwest-Bypass).
In Deutschland wäre die Strecke erst gar nicht gebaut. Es gibt ja auch eine Rollbahn-ähnliche Strecke Paris-Nevers-Moulins-Vichy-CF, grossenteils für 200 km/h ausgebaut. Der Deutsche würde auf mehr Corail setzen, statt mehr TGV, oder sogar TGV-Garnituren über die ABS schicken.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
An der falschen Stelle angesetzt
So ein Verbot ist Schwachsinn. Viel effektiver wäre die fiskalische Gleichstellung von Kerosin und Ottokraftstoff. Dann verschieben sich die Verhältnisse noch weit über die hier gezogene Grenze und man müsste kein seitenlanges Gesetz schreiben, in dem haarklein formuliert sein muss, welcher Flughafen/Flugplatz welcher Stadt zugeordnet ist, wie genau die Fahrzeit zu messen ist und ob das Ganze auch noch gilt, wenn die Bahn sich bei Schneefall auf 200 km/h beschränkt.
Gedanke: Paris-Marseille in 2,5h!?
Lumi25:
Das hätte man aber ruhig auf 3 Stunden erhöhen können. Dann hätte das Kurzstreckenverbot auch für Paris - Marseille gegolten.
Bin ich mir nicht sicher. Ab Marseille St. Charles muss man noch nach Marseille Provence (Marignane) kommen. Zwar hat der Flughafen Bahnanbindung, aber ist diese von S-Bahn-Qualität?
Absolut nicht. Bahnstrecke in der Ferne erkennbar vom Parkplatz aus, Bus fährt fast 10 Min, und von S- Bahn Takt brauchen wier gar nicht zu träumen.
In Deutschland ist so was eigentlich kaum denkbar. Selbst mit Sprintern kommt man oftmals nicht auf 3 Stunden auf längeren Strecken wie Berlin - Köln, Berlin - Frankfurt oder Berlin - München.
Das Thema hatten wir schon öfter: Deutschland ist kein Frankreich.
Bzgl. Paris Marseille: ja, Lyon liegt dazwischen, aber Lyon hat eigene TGVs nach Paris und Marseille. Und in Lyon kann man in vielen Richtungen umsteigen aber auch Städte wie Saint-Etienne und Grenoble haben auch eigene TGVs ab Paris.
St Etienne nicht als eigener TGV, ist Nachlauf zu Paris-Lyon
Dagegen sind die Zwischenhalte auf B-K, B-F und B-M (Hannover, Dortmund, Erfurt, Nürnberg) wichtige Umsteigeknoten. Die Infra ist dafür gebaut worden, diese Knoten zu bedienen, nicht um sie vorbeizufahren.
bendo:
Hmm, die Einschränkung auf 2,5h böte Motivation für ein engagiertes Upgrade auf LGV-SE/Rhone-Alpes/Med: Ggf. könnten mit einem Ausbau der beiden Stadteinfahrten, sowie einer Erhöhung der Vmax auf 320km/h auf allen Abschnitten zwischen Paris-Marseille die 2,5h geknackt werden? ;)
vmax ist das Problem eher nicht. Mit einem TVM-Upgrade oder Umstellung auf ETCS Level 2 könnte man die 320 Sachen hinkriegen. Und die TGV Duplexe schaffen alle die 320.
Trassenmangel ist das Problem. Es passen kaum noch mehr Züge auf der Strecke und viele verkehren schon als 2x TGV Duplex.Die Franzosen hatten/haben mal vor, eine zusätzliche Rennbahn Paris-Marseille zu bauen (oder zumindest Paris-Lyon), aber dann westlicher (Wiki, #10 POCL). Etwa Paris - Orléans - Bourges - Clermont-Ferrand - Saint-Etienne - Lyon (Südwest-Bypass).
In Deutschland wäre die Strecke erst gar nicht gebaut. Es gibt ja auch eine Rollbahn-ähnliche Strecke Paris-Nevers-Moulins-Vichy-CF, grossenteils für 200 km/h ausgebaut. Der Deutsche würde auf mehr Corail setzen, statt mehr TGV, oder sogar TGV-Garnituren über die ABS schicken.
gruß,Oscar (NL).
POCL: Alternative für Paris-Lyon.
Hallo Langsamfahrstelle,
Bin ich mir nicht sicher. Ab Marseille St. Charles muss man noch nach Marseille Provence (Marignane) kommen. Zwar hat der Flughafen Bahnanbindung, aber ist diese von S-Bahn-Qualität?
Absolut nicht. Bahnstrecke in der Ferne erkennbar vom Parkplatz aus, Bus fährt fast 10 Min, und von S-Bahn Takt brauchen wier gar nicht zu träumen.
OK, sowas wie "S-Bahn" gibt es angeblich nur in Paris (RER, Transilien).
Dann kann man also die Hürde ruhig auf 3h setzen und die Airlines sind immer noch nicht beeindruckt. Denn inklusive Nachtransport ist man für Marseille mehr als 3 Stunden unterwegs.
Bzgl. Paris Marseille: ja, Lyon liegt dazwischen, aber Lyon hat eigene TGVs nach Paris und Marseille. Und in Lyon kann man in vielen Richtungen umsteigen aber auch Städte wie Saint-Etienne und Grenoble haben auch eigene TGVs ab Paris.
St Etienne nicht als eigener TGV, ist Nachlauf zu Paris-Lyon.
S.i.w. enden die Paris-Lyon TGVs in Lyon Perrache, nach einem Halt in Lyon Part-Dieu.
Die Paris - Saint-Etienne TGVs halten in Part-Dieu, nicht in Perrache.
(Bahnhöfe vergleichbar mit Hamburg Hbf vs. Altona)
Aber die Paris - Saint-Etienne TGVs halten auch nur in Lyon Part-Dieu, weil es keine südliche Umfahrung von Lyon gibt. Saint-Etienne erreicht man also nur via Lyon, also hält der TGV dort.
Mit der POCL-Rennbahn könnte man Saint-Etienne direkt anbinden, also nicht via Lyon, und würden die Paris - Saint-Etienne TGVs die neue Rennbahn benutzen und somit die alte Rennbahn entlasten.
Nur bin ich mir nicht sicher, wie genau die Trassierung der POCL-Rennbahn aussieht. Wiki (FR) dazu.
Es sei die Rede von 2 Varianten: Mâcon (nördlicher Anschluss) und Roanne (LGV endet kurz vor Lyon). Eine südliche Umfahrung durfte wegen teurer Tunnelbauten (Umgehung Naturpark Pilat) schwer werden.
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.