US: Joe Biden Präsident, wie geht's mit HGV weiter? (Allgemeines Forum)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 21.01.2021, 10:36 (vor 1902 Tagen)
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 21.01.2021, 10:36
Hello ICE fans,
seit gestern ist es dann offiziell: Joe Biden ist der neue US-Präsident.
Heute wurde mit mir via Gesichtbuch dieser Blog geteilt.
Leider kann ich nicht aus dem Text erschliessen, was man unter "peachy" versteht.
Dachte zuerst an "patchy". Das betrifft vor allem die North-East-Corridor, wo es ein ständiges Rennen und Stillstehen ist.
As the new administration addresses climate change (which is one of their top mandates), it turns out building a national HSR network is the large-scale, fastest way to reduce carbon from our transportation and energy sectors simultaneously, and is the centerpiece of a sustainable America. High-speed rail is the world’s greenest form of transportation.
Wie sehr ich HGV auch mag, ich bin mir nicht sicher ob HGV der wahre "way to go" ist.
1a. Coronavirus hat etwas Anderes gezeigt: Flüge auf die Bahn verlagern ist gut, auf Flüge komplett verzichten (z.B. mit Zoom-Meetings) ist besser. Frühjahr 2020 war die Luft seit Dekaden nicht mehr so sauber.
1b. Coronavirus hat aber auch gezeigt: Menschen haben Bedarf an persönliches Beieinandersein. Online-Versammlungen sind kein Ersatz für persönlichen Kontakt. Augenkontakt ohne Glaswand, verbaler Kontakt ohne Mikrophon und vor allem: Körperkontakt.
2. Alle reden von "high-speed rail", aber wer redet von "getting to high-speed rail"?
Wir sind in Westeuropa mit Regiobahnen und -Bussen verwöhnt. Wenn eine Haltestelle nicht um die Ecke ist, gibt es bestimmt eine auf Radelabstand, manchmal auch mit der Möglichkeit das Rad sicher abzustellen. Ist die Fahrt zu anstrengend, dann geht das auch mit E-Bike. Und zu guter letzt bieten Bahnhöfe auch reichlich Parkplätze, wo man das Elektromobil nachladen kann.
Diese Infra fehlt in den USA quasi komplett. Ich versuche mir vorzustellen, wieviele Parkhäuser man benötigen würde, wenn alle HGV-Kunden mit dem Auto (dann wohl Elektromobil) anreisen würden.
The hope is after that, under Biden’s leadership, a permanent funding source will be created for high-speed, intercity rail in America, emulating the highway trust fund and recurring pots of money for transit and aviation. Depending on how negotiations go, this means the entire LA to San Francisco HSR route could be completed sometime in the early 2030s.
Noch etwa 10 Jahre also.
Cheers,
Oscar (NL).
--
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US: Joe Biden Präsident, wie geht's mit HGV weiter?
J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 21.01.2021, 10:55 (vor 1902 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 21.01.2021, 10:55
Wie sehr ich HGV auch mag, ich bin mir nicht sicher ob HGV der wahre "way to go" ist.
Die USA haben einfach einen anderen Scale, da wird man um HGV nicht drum rum kommen, wenn man die vielen Agglomerationsräume miteinander verbinden will. Es wird eine Zeit nach Corona geben und das in den USA gar nicht so spät, wo ja die Impfungen bereits im vollen Gange sind.
1a. Coronavirus hat etwas Anderes gezeigt: Flüge auf die Bahn verlagern ist gut, auf Flüge komplett verzichten (z.B. mit Zoom-Meetings) ist besser. Frühjahr 2020 war die Luft seit Dekaden nicht mehr so sauber.
Auch mit Zügen kann man die Sauberkeit der Luft erreichen. Denn viele werden sicher zum alten Trott zurückkehren, sobald es möglich ist.
1b. Coronavirus hat aber auch gezeigt: Menschen haben Bedarf an persönliches Beieinandersein. Online-Versammlungen sind kein Ersatz für persönlichen Kontakt. Augenkontakt ohne Glaswand, verbaler Kontakt ohne Mikrophon und vor allem: Körperkontakt.
2. Alle reden von "high-speed rail", aber wer redet von "getting to high-speed rail"?
Wir sind in Westeuropa mit Regiobahnen und -Bussen verwöhnt. Wenn eine Haltestelle nicht um die Ecke ist, gibt es bestimmt eine auf Radelabstand, manchmal auch mit der Möglichkeit das Rad sicher abzustellen. Ist die Fahrt zu anstrengend, dann geht das auch mit E-Bike. Und zu guter letzt bieten Bahnhöfe auch reichlich Parkplätze, wo man das Elektromobil nachladen kann.
Wir haben eine Nutzerin, die dir die Vorzüge von NJ-Transit näherbringen kann, zumindest an der Ostküste kann man von einem entsprechend dichten Netz des Regionalverkehrs profitieren, das sollte nicht das Problem.
Diese Infra fehlt in den USA quasi komplett. Ich versuche mir vorzustellen, wieviele Parkhäuser man benötigen würde, wenn alle HGV-Kunden mit dem Auto (dann wohl Elektromobil) anreisen würden.
Ich gehe davon aus, dass man da erkennt, dass Dinge wie Carsharing oder tatsächlich eben ein entsprechendes Busnetz, wo die Bahn nicht hinreicht vonnöten sein werden. Vergessen wir nicht, dass es bereits ein Bahnnetz hat, welches man einfach mal upgraden muss, wozu es Anreize gibt, sobald eben ein hochrangiges Netz besteht.
Freilich haben die USA von der Raumplanung her hausgemachte Probleme. Es gibt riesige Einfamilienhaussiedlungen, welche kaum es ermöglichen, eine lokale Infrastruktur, geschweige einen attraktiven ÖV aufzubauen. Überdies kostet die Versorgung solcher Gebiete wesentlich mehr als bei dicht bebauten Städten. In Städten der Größe Wiens ist bei US-Verhältnissen ein lokales Busnetz gerade so sinnvoll.
Da kann man auch nicht jetzt sagen "Ohh nein, wir sind verloren!", nein, da wird man eben adäquate Lösungen finden müssen.
The hope is after that, under Biden’s leadership, a permanent funding source will be created for high-speed, intercity rail in America, emulating the highway trust fund and recurring pots of money for transit and aviation. Depending on how negotiations go, this means the entire LA to San Francisco HSR route could be completed sometime in the early 2030s.Noch etwa 10 Jahre also.
Sehe ich nicht als unmöglich an, mir wäre nicht bekannt, dass die Topographie dort allzu schwierig wäre.
Cheers,Oscar (NL).
Gruß
Jan-Christian
--
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US: Joe Biden Präsident, wie geht's mit HGV weiter?
Aphex Twin, Donnerstag, 21.01.2021, 12:47 (vor 1902 Tagen) @ J-C
Noch etwa 10 Jahre also.
Sehe ich nicht als unmöglich an, mir wäre nicht bekannt, dass die Topographie dort allzu schwierig wäre.
Es gibt den Tehachapi-Pass nördlich von Los Angeles mit 1229 m, während LA praktisch auf Meereshöhe liegt.
US: Passquerung bei vdurch 269 km/h...???
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 21.01.2021, 14:53 (vor 1902 Tagen) @ Aphex Twin
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 21.01.2021, 14:54
Hallo zusammen,
Sehe ich nicht als unmöglich an, mir wäre nicht bekannt, dass die Topographie dort allzu schwierig wäre.
Es gibt den Tehachapi-Pass nördlich von Los Angeles mit 1229 m, während LA praktisch auf Meereshöhe liegt.
Tatsächlich wird dieser, sei es in entschärfter Variante, "genommen". Und zwar auf dem Abschnitt Bakersfield-Palmdale. Projektbeschreibung. Karte (PDF).
Laut Google ist Höhe Bakersfield 123 m und Palmdale 810 m. Die Städte liegen via Strasse 94 Meilen auseinander.
Da die Bahnstrecke ziemlich gerade verlaufen soll, nehme ich hier mal 70 Meilen an, etwa 112 km.
Und dann lese ich:
Connects Bakersfield and Palmdale with an approximately 25-minute high-speed rail trip.
Hallo! In 112 km 1229-123 + 1229-810 = 1.525 Höhenmeter überwinden und das in 25 Minuten, also bei vdurch 112*60/25 = 268,8 km/h...???
Das schaffen sogar die Chinesen nicht!
Wenn nur DB Netze die Spessartrampe nach diesem Vorbild entschärft hätte -> Frankfurt-Würzburg in 30 Minuten.
Was mache ich falsch?
gruß,
Oscar (NL).
--
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US: Passquerung bei vdurch 269 km/h...???
Re 8/12, Winterthur, Dienstag, 26.01.2021, 16:20 (vor 1897 Tagen) @ Oscar (NL)
Was mache ich falsch?
Vielleicht überschätzt du - wie vor einigen Monaten schon im Zusammenhang mit der Ardennenbahn - die Bedeutung von Neigungswiderständen für die gesamte Fahrwiderstand-/Zugkraft-Bilanz. Leider habe ich grad' keine genauen Luftwiderstandswerte für die neuesten HGV-Zuggenerationen zur Hand. Klar ist aber, dass hier von Geschwindigkeiten in der Grössenordnung von 350 km/h auszugehen ist, wo der Luftwiderstand fast mörderische Dimensionen annimmt. Wenn man da auch nur geringfügig die Aerodynamik optimiert, spart man soviel Luftwidersand ein, dass man ein paar Steigungspromille locker überwinden kann. Wichtig wäre dabei natürlich auch, ob die Steigung gleichmässig über die Strecke verteilt ist bzw. wie es auf den Abschnitten aussieht, wo beschleunigt werden muss.
--
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Donnerstag, 21.01.2021, 15:04 (vor 1902 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo
aus europäischer (bahnaffiner) Sicher wäre es sicher wünschenswert, ein interkontinentales amerikanisches HGV Netz zu haben. Aber glaubt da jemand ernsthaft dran? Sobald Fliegen wieder in halbwegs normalem Umfang möglich ist, wird der Luftraum über USA wieder gut gefüllt sein.
Da muss es schon einen Hypervorteil geben (Anreiz in Sachen Zeit, Komfort und Kosten), dass hier auf die Bahn umgestiegen wird - das sähe ich nur bei einer Art Transrapid mit einer Überwindung der Strecke New York - Chicago in unter 2h und einer Überwindung New York - LA/San Francisco in unter 4h. Googelt man Flugzeit New York - San Francisco kommt man auf gut 6,5h. Das gilt es dann deutlich zu unterbieten.
--
Gruß
Uwe
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 21.01.2021, 15:33 (vor 1902 Tagen) @ Ost-Lok-Fan
Hallo Ost-Lok-Fan,
aus europäischer (bahnaffiner) Sicher wäre es sicher wünschenswert, ein interkontinentales amerikanisches HGV Netz zu haben. Aber glaubt da jemand ernsthaft dran? Sobald Fliegen wieder in halbwegs normalem Umfang möglich ist, wird der Luftraum über USA wieder gut gefüllt sein.
Das grosse Pro-Argument für die Bahn und somit das grosse Kontra-Argument gegen den Flugverkehr ist dass man die für die Bahn benötigte Energie klimaneutral erstellen kann.
Flugzeuge brauchen (zur Zeit) eine dichte Konzentration von Gasen für die Fortbewegung.
Das ist s.i.w. mit Elektro nicht machbar, nur mit Verbrennungsprozessen.
Gut, man versucht Kerosin durch "bio fuels" zu ersetzen.
Zwar besser, aber es bleibt das schnelle Verbrennungsprozess vs. das langsame Aufbauprozess der Biotreibstoffe.
gruß,
Oscar (NL).
--
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Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Donnerstag, 21.01.2021, 16:40 (vor 1902 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo Ost-Lok-Fan,
aus europäischer (bahnaffiner) Sicher wäre es sicher wünschenswert, ein interkontinentales amerikanisches HGV Netz zu haben. Aber glaubt da jemand ernsthaft dran? Sobald Fliegen wieder in halbwegs normalem Umfang möglich ist, wird der Luftraum über USA wieder gut gefüllt sein.
Das grosse Pro-Argument für die Bahn und somit das grosse Kontra-Argument gegen den Flugverkehr ist dass man die für die Bahn benötigte Energie klimaneutral erstellen kann.
Flugzeuge brauchen (zur Zeit) eine dichte Konzentration von Gasen für die Fortbewegung.
Das ist s.i.w. mit Elektro nicht machbar, nur mit Verbrennungsprozessen.Gut, man versucht Kerosin durch "bio fuels" zu ersetzen.
Zwar besser, aber es bleibt das schnelle Verbrennungsprozess vs. das langsame Aufbauprozess der Biotreibstoffe.
Das ist ein Argument pro Klimaschutz. Aber wird man 144,6 Mio (Stand2016) Fluggäste einer Fluggesellschaft, die nur in den USA fliegt, wirklich auf die Eisenbahn umlenken können, wenn man nicht zeitlich attraktive Angebote macht.
Man nimmt ja gerade in den USA das Flugzeug um große Distanzen zu überwinden und das in einer relativ kurzen Zeit.
--
Gruß
Uwe
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Murrtalbahner, Donnerstag, 21.01.2021, 16:25 (vor 1902 Tagen) @ Ost-Lok-Fan
Hallo
aus europäischer (bahnaffiner) Sicher wäre es sicher wünschenswert, ein interkontinentales amerikanisches HGV Netz zu haben. Aber glaubt da jemand ernsthaft dran? Sobald Fliegen wieder in halbwegs normalem Umfang möglich ist, wird der Luftraum über USA wieder gut gefüllt sein.
Da muss es schon einen Hypervorteil geben (Anreiz in Sachen Zeit, Komfort und Kosten), dass hier auf die Bahn umgestiegen wird - das sähe ich nur bei einer Art Transrapid mit einer Überwindung der Strecke New York - Chicago in unter 2h und einer Überwindung New York - LA/San Francisco in unter 4h. Googelt man Flugzeit New York - San Francisco kommt man auf gut 6,5h. Das gilt es dann deutlich zu unterbieten.
Warum muss man deutlich unterbieten und warum gleich die große Keule mit NY - SF? Es wäre doch schon mal eine gute Sache, an der Westküste eine Nord-Süd-Achse zu schaffen, ebenso an der Ostküste mit Abzweig nach Houston, und von dort eine Bogen-Trasse über Kansas, Chicago und Cleveland wieder nach NY. Eine weitere Trasse könnte von Minneapolis über Chicago und Nashville nach Atlanta führen, wo wieder die Ostküsten Nord-Süd getroffen wird. Mit zwei drei Stichstrecken hätte man dann schon recht viel erschlossen, ohne gleich die große Rund über die Rocky Mountains drehen zu müssen.
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Donnerstag, 21.01.2021, 16:43 (vor 1902 Tagen) @ Murrtalbahner
Hallo
aus europäischer (bahnaffiner) Sicher wäre es sicher wünschenswert, ein interkontinentales amerikanisches HGV Netz zu haben. Aber glaubt da jemand ernsthaft dran? Sobald Fliegen wieder in halbwegs normalem Umfang möglich ist, wird der Luftraum über USA wieder gut gefüllt sein.
Da muss es schon einen Hypervorteil geben (Anreiz in Sachen Zeit, Komfort und Kosten), dass hier auf die Bahn umgestiegen wird - das sähe ich nur bei einer Art Transrapid mit einer Überwindung der Strecke New York - Chicago in unter 2h und einer Überwindung New York - LA/San Francisco in unter 4h. Googelt man Flugzeit New York - San Francisco kommt man auf gut 6,5h. Das gilt es dann deutlich zu unterbieten.
Warum muss man deutlich unterbieten und warum gleich die große Keule mit NY - SF?
Weil Zeit in der Business Welt ein entscheidender Faktor ist. Sollte sich die aktuelle Lage irgendwann mal wieder beruhigen und gen Null tendieren, wird sicher auch das Fliegen wieder ansteigen. Manche Entscheidung kann eben nicht virtuell getroffen werden.
Es wäre doch schon mal eine gute Sache, an der Westküste eine Nord-Süd-Achse zu schaffen, ebenso an der Ostküste mit Abzweig nach Houston, und von dort eine Bogen-Trasse über Kansas, Chicago und Cleveland wieder nach NY. Eine weitere Trasse könnte von Minneapolis über Chicago und Nashville nach Atlanta führen, wo wieder die Ostküsten Nord-Süd getroffen wird. Mit zwei drei Stichstrecken hätte man dann schon recht viel erschlossen, ohne gleich die große Rund über die Rocky Mountains drehen zu müssen.
Vom Ansatz her gut und verständlich. Aber über die Rockies musst du schlussendlich auch was sinnvolles anbieten.
--
Gruß
Uwe
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Aphex Twin, Donnerstag, 21.01.2021, 22:35 (vor 1902 Tagen) @ Ost-Lok-Fan
bearbeitet von Aphex Twin, Donnerstag, 21.01.2021, 22:36
Vom Ansatz her gut und verständlich. Aber über die Rockies musst du schlussendlich auch was sinnvolles anbieten.
Und wie ist das mit dem Atlantik, muss da auch ein Tunnel gebaut werden? Bevor jemand eine rund 5000 km lange Vakuumröhre (Hyperloop) von der Ost- bis zur Westküste baut, gibt es längst genügend CO₂-neutrale Kraftstoffe (Biomasse, CO₂-Abscheidung aus der Luft, Wasserstoff) die Flugzeuge tanken können.
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Donnerstag, 21.01.2021, 22:37 (vor 1902 Tagen) @ Ost-Lok-Fan
Auf solchen Strecken wie NYC-SFO ist es halt auch vollkommen in Ordnung, das Flugzeug zu nehmen. Wir fordern ja auch nicht direkt, dass Moskau-London als HGV Strecke realisiert wird.
Wichtig ist erstmal zu erschließen, was im Rahmen ist - und da ergeben HGV-Küstenverbindungen auf jeden Fall erstmal den meisten Sinn. Ergänzend dazu muss ein sicheres und leistungsfähiges Metrosystem an den Orten installiert werden, wo das noch nicht verhanden oder rudimentär ist. NYC und Chicago sind da glaube ich abgeschlagene Spitze im US-Vergleich.
Für Verbindung der Küsten wäre vorallem HGV-Nachtverkehr interessant.
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
amtrak, Donnerstag, 21.01.2021, 23:18 (vor 1902 Tagen) @ Paladin
Meine Forumname deutet daraufhin: ich habe ziemlich kreuz und quer mit den Zug durch die USA gereist. Wie schon erwähnt in diesen Thread ist es mit die Planologie der USA schon schwer ein OV -Netz zu bauen (Ausnahmen: z.B. NY, Chicago, S.Fr.)
Ein Problem ist auch das die Strecken ausserhalb Washington-NY-Boston und noch einige Strecken wie LA-San Diego, Detroit-Chicago völlig auf Güterverkehr eingerichtet sind. Die Amtrakzüge sind ein NICHT(!) gerne gesehene Gast auf die Güterstrecken.
Das wird also nur HGV oder “mitschwimmen” im Güterverkehr. Auch soll fast alles privat finanziert werden. Sogar in Kalifornien möchte man nicht einge Dollarcents pro Gallon dazubezahlen Ein völlig andere Welt als Europa, nicht nur wegen den Entfernungen.
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 22.01.2021, 12:20 (vor 1901 Tagen) @ Ost-Lok-Fan
Ost-Lok-Fan:
Warum muss man deutlich unterbieten und warum gleich die große Keule mit NY - SF?
Weil Zeit in der Business Welt ein entscheidender Faktor ist.
Planet Erde kann ohne Business.
Aber:
ohne Planet Erde kein Business.
Es wäre doch schon mal eine gute Sache, an der Westküste eine Nord-Süd-Achse zu schaffen, ebenso an der Ostküste mit Abzweig nach Houston, und von dort eine Bogen-Trasse über Kansas, Chicago und Cleveland wieder nach NY. Eine weitere Trasse könnte von Minneapolis über Chicago und Nashville nach Atlanta führen, wo wieder die Ostküsten Nord-Süd getroffen wird. Mit zwei drei Stichstrecken hätte man dann schon recht viel erschlossen, ohne gleich die große Rund über die Rocky Mountains drehen zu müssen.
Vom Ansatz her gut und verständlich. Aber über die Rockies musst du schlussendlich auch was sinnvolles anbieten.
Auf www.ushsr.com findet man einen Ansatz zu einem USA-weiten Rennbahnnetz, inklusive Querung der Rockies.
Allerdings würde ich mich auf die geplante Fertigstellung nicht verlassen.
Aphex Twin:
Und wie ist das mit dem Atlantik, muss da auch ein Tunnel gebaut werden?
Das könnte der Traum von Elon Musk sein... sprich: Hyperloop... ;)
Bevor jemand eine rund 5000 km lange Vakuumröhre (Hyperloop) von der Ost- bis zur Westküste baut, gibt es längst genügend CO₂-neutrale Kraftstoffe (Biomasse, CO₂-Abscheidung aus der Luft, Wasserstoff) die Flugzeuge tanken können.
Definiere "CO₂-neutraler Kraftstoff".
Leider ist die Verbrennung dieser Kraftstoffe ein schneller Prozess und deren Erstellung ein (zur Zeit?) langsamer Prozess. Heisst also, dass die Kraftstoffe erst CO₂-neutral sind, wenn die im selben Tempo konsumiert werden als Planet Erde sie erstellen kann. Vielleicht müssen wir Planet Erde ein bisschen dadurch helfen, dass wir Mikro-Organismen trainieren, "high-speed" CO₂ zu verarbeiten... ;)
Klar, "bio fuels" sind immerhin besser als Kerosin. Aber das ganze ähnelt auch irgendwie ein Versuch, eine 40 Grad Grippe auf 39,5 Grad zu reduzieren.
Paladin:
Auf solchen Strecken wie NYC-SFO ist es halt auch vollkommen in Ordnung, das Flugzeug zu nehmen. Wir fordern ja auch nicht direkt, dass Moskau-London als HGV Strecke realisiert wird.
Letzteres brauchen wir vermutlich nicht mehr zu fordern. Das ist die Traumvision der Chinesen.
Wichtig ist erstmal zu erschließen, was im Rahmen ist - und da ergeben HGV-Küstenverbindungen auf jeden Fall erstmal den meisten Sinn.
So ist es, vor allem wegen Bevölkerungsdichte. Auch in China sind die meisten Rennbahnen und verkehren die meisten Rennzüge in einer 500 km breiten Küstenzone. Damit verglichen sind die Strecken im Westen des Landes nur schwach nachgefragt.
USA und China sind gleich gross, aber China hat 3x soviele Einwohner und dazu auch noch Europa als Nachbar (Erweiterungspotential), während die USA von zwei Wassermassen eingeklemmt sind.
Für Verbindung der Küsten wäre vorallem HGV-Nachtverkehr interessant.
Diese Rennbahnen muss man zuerst noch bauen, bevor von HGV die Rede ist. Also vorerst mal "normaler" Nachtverkehr.
amtrak:
Wie schon erwähnt in diesen Thread ist es mit die Planologie der USA schon schwer ein OV -Netz zu bauen (Ausnahmen: z.B. NY, Chicago, S.Fr.)
Nochmal abgesehen von der Planologie: auch wenn alle Rahmenbedingungen erfüllt wären, Bill Normalamerikaner ist es nicht mehr gewöhnt, Bahn zu fahren. Die Bahn, das ist:
- ein Gütertransportmittel
- etwas für Europa wo:
-- Sprit teuer ist
-- das Leben "kompakt" ist
-- die Bevölkerungsdichte viel grösser ist
-- Umweltbewusstsein viel höher ist
Die Amtrakzüge sind ein NICHT(!) gerne gesehene Gast auf die Güterstrecken.
Ich weiss. Kaum zu glauben: so war es in China bei Jahrhundertwende auch. Also entschieden die Chinesen für "passenger dedicated lines". Kostet was, aber dann hat man auch was.
Und inzwischen sind die China-Cargobahnen auch qualitativ besser als die amerikanischen Cargobahnen.
Das wird also nur HGV oder “mitschwimmen” im Güterverkehr. Auch soll fast alles privat finanziert werden. Sogar in Kalifornien möchte man nicht einge Dollarcents pro Gallon dazubezahlen Ein völlig andere Welt als Europa, nicht nur wegen den Entfernungen.
In den USA müsste man eine solche Infra komplett neu bauen. In Vergleich zu China muss das dann auch noch:
- mit nur ein Bruchteil der CN-Menschkraft
- mit einem Vielfalt der CN-Proteste
- in einer konservativ eingestellten Politik
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Aphex Twin, Freitag, 22.01.2021, 12:43 (vor 1901 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Aphex Twin, Freitag, 22.01.2021, 12:45
Bevor jemand eine rund 5000 km lange Vakuumröhre (Hyperloop) von der Ost- bis zur Westküste baut, gibt es längst genügend CO₂-neutrale Kraftstoffe (Biomasse, CO₂-Abscheidung aus der Luft, Wasserstoff) die Flugzeuge tanken können.
Definiere "CO₂-neutraler Kraftstoff".
Leider ist die Verbrennung dieser Kraftstoffe ein schneller Prozess und deren Erstellung ein (zur Zeit?) langsamer Prozess. Heisst also, dass die Kraftstoffe erst CO₂-neutral sind, wenn die im selben Tempo konsumiert werden als Planet Erde sie erstellen kann. Vielleicht müssen wir Planet Erde ein bisschen dadurch helfen, dass wir Mikro-Organismen trainieren, "high-speed" CO₂ zu verarbeiten... ;)Klar, "bio fuels" sind immerhin besser als Kerosin. Aber das ganze ähnelt auch irgendwie ein Versuch, eine 40 Grad Grippe auf 39,5 Grad zu reduzieren.
Die globale Produktion von flüssigen Biotreibstoffen betrug 2018 154 Millionen Kubikmetern. Der globale Verbrauch von Kerosin (Jet-A) betrug 2016 300 Millionen Tonnen. Das heisst schon heute könnte man rund 50% aller Flüge CO₂-neutral gestalten (wenn man den gesamten Verbrauch 'am Boden', vom Traktor über Lastwagen bis hin zur Raffinerie mit anderen erneuerbaren Energien + nukleare Energie abdeckt).
Und das ist bevor man Kurzstreckenflüge auf die Schiene verlagert oder Flugzeuge mit Wasserstoff betreibt.
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Freitag, 22.01.2021, 12:56 (vor 1901 Tagen) @ Aphex Twin
Die globale Produktion von flüssigen Biotreibstoffen betrug 2018 154 Millionen Kubikmetern. Der globale Verbrauch von Kerosin (Jet-A) betrug 2016 300 Millionen Tonnen. Das heisst schon heute könnte man rund 50% aller Flüge CO₂-neutral gestalten
Bringen die erzeugten "flüssigen Biotreibstoffe" es denn auf genau so einen hohen Energiewert wie Kerosin (jet-A)? Für mich klingt das etwas nach dem Vergleich einer Windturbine mit der Produktion eines konventionellen Steinkohlekraftwerks oder AKWs zu vergleichen ...
Umstieg auf HGV nur mit enormen Vorteilen gegenüber Fliegen
Aphex Twin, Freitag, 22.01.2021, 13:53 (vor 1901 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von Aphex Twin, Freitag, 22.01.2021, 13:56
Die globale Produktion von flüssigen Biotreibstoffen betrug 2018 154 Millionen Kubikmetern. Der globale Verbrauch von Kerosin (Jet-A) betrug 2016 300 Millionen Tonnen. Das heisst schon heute könnte man rund 50% aller Flüge CO₂-neutral gestalten
Bringen die erzeugten "flüssigen Biotreibstoffe" es denn auf genau so einen hohen Energiewert wie Kerosin (jet-A)? Für mich klingt das etwas nach dem Vergleich einer Windturbine mit der Produktion eines konventionellen Steinkohlekraftwerks oder AKWs zu vergleichen ...
Einen Klick weiter auf der IEA Website wird für 2019 eine Ethanolproduktion von 110.4 Milliarden Litern aufgeführt. Bei einer Energiedichte von 24 MJ/l entspricht dies 2.65 Millionen Terajoule. Dazu kommen 42.6 Milliarden Liter Biodiesel (u.ä.), mit einer Energiedichte von 38.6 MJ/l für Diesel ergibt dies 1.64 Millionen Terajoule. In der Summe also 4.29 Millionen Terajoule.
Die 300 Millionen Tonnen Kerosin haben eine Energiedichte von 43 MJ/kg. Dies ergibt 12.9 Millionen Terajoule. Dies ergibt also eine Abdeckung von 33.3%. Das allein reicht also nicht, aber wenn man Kurzstreckenflüge abzieht könnte man vielleicht 50% abdecken.
Jeder Sektor muss möglichst viel beitragen, aber solange die Strasse (oder die nicht elektrifizierte Schiene) noch meilenweit von einer CO₂-neutralen Energieversorgung entfernt ist, bin ich mir nicht sicher ob Langstreckenflüge wirklich vollkommen ersetzt werden müssen (und die Stromversorgung ist es ja auch noch lange nicht). Nicht zuletzt weil Wasserstoff ja durchaus auch noch als Möglichkeit zur Verfügung steht.
Hoffnung auf "Amtrak Joe" auch jenseits von HGV
ktmb, Montag, 25.01.2021, 10:30 (vor 1898 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von ktmb, Montag, 25.01.2021, 10:32
Zumindest könnte sich auch jenseits vom HGV etwas ändern. Die Hoffnung ist bereits da und die heutige NYT widmet dieser Hoffnung einen Artikel.
In Rural Montana, a Hope That Biden Will Reopen the Rails (evtl. nicht frei zugänglich)