[AT] Im iLint mal mitgefahren (m. 8 B.) (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 13.10.2020, 17:03 (vor 1983 Tagen)
bearbeitet von J-C, Dienstag, 13.10.2020, 17:05

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Nach einer entspannten Fahrt im Cityshuttle von Wien nach Wiener Neustadt konnte ich nach einer entsprechenden Wartezeit im Alstom iLint Platz nehmen, den die ÖBB für Testfahrten geleast haben.

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Zu diesem Zweck haben sie eine eigene Folierung bekommen. Hat was.

Aber auf einer Reise zählen in erster Linie die inneren Werte...

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...und da nehme ich einfach mal in der ersten Klasse Platz.

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Krieg ich ja ohne Aufpreis. Ins Auge fallen dann die Monitore:

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Es werden die selben Ansagen gespielt wie bei allen anderen Zügen der ÖBB - bloß in einer anderen Struktur als im Desiro ML der ÖBB.

Der Zug hat eine eher schwache Beschleunigung, dagegen ist ein Talent 1 geradezu spurtstark. Der Zug lockt natürlich auch Bahnenthusiastrn an, so kam ich mit jemanden ins Gespräch, der mit der ÖsterreichCard 1. Klasse von Tirol aus durch Österreich gondelt und heute eben den iLint mitnimmt.

Da geht auch die Zeit im Flug und vom verfügbaren WLAN wurde kaum Gebrauch gemacht.
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Hier überquert man die Pottendorfer Linie. Ich war diese Strecke, die innere Aspangbahn über Traiskirchen, in der anderen Richtung zum ersten Mal im Cityjet Eco, einem Desiro ML mit Batterieantrieb gefahren.

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In Wien Hbf wurde schon der nächste Zug angezeigt, das könnte für etwas Verwirrung sorgen.

Jetzt aber zur Fahrt an sich. Die Laufruhe ist annehmbar, die innere Aspangbahn ist vom Zustand her eher nicht das optimalste Gebiet. Das Geräusch der Motoren hat irgendwie etwas interessantes. In Österreich sind Züge der Firma Alstom ja normalerweise nicht im Fahrgastbetrieb anzutreffen.

Das Design finde ich ansprechend und wertig.

Jetzt zu meiner Kritik, denn der Komfort ist schlicht und ergreifend inakzeptabel. Ich würde definitiv nicht den Aufpreis für eine erste Klasse zahlen, welche enge, nicht verstellbare und eher unkomfortable Sitze hat und wo der Benefit darin liegt, dass es statt 3 Sitzen die Ablageflächen gibt.

Steckdosen sollten heutzutage in der zweiten Klasse selbstverständlich sein, das sollte kein Luxus mehr sein. Ich hoffe, dass der Komfortstandard nicht mehr in neuen Zügen angewandt wird.

Als ich danach im Desiro ML einstieg war meine Vermutung bestätigt, die Borcad Genio schlagen die Kiel Match-Standardsitze um Längen. Und ich kriege verstellbare Sitze mit ausreichender Breite, Fußstützen, Leselampen, Rollos und einem ausreichenden Abstand zwischen 2 Sitzen, ohne dafür einen Aufpreis zahlen zu müssen. Da nehme ich es auch gerne in Kauf, dass es dann eben etwas enger wird im Gang.

Ich habe mir aber sagen lassen, dass die Kiel-Sitze im Talent3 der ÖBB wesentlich besser sein sollen als eben im iLint... hoffen wir es mal. Und hoffen wir, dass man von solch einer Zumutung im Komfort wie beim iLint in Zukunft absieht.

Davon abgesehen ist es interessant, neue Technologien in der Realität erleben zu können. Die Wasserstofftechnik dürfte jedoch noch einiges an Entwicklung benötigen und des öfteren wird wohl der Batterieantrieb attraktiver sein.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Danke für den Bericht & Wasserstoff-Fan

GUM, Mittwoch, 14.10.2020, 08:13 (vor 1983 Tagen) @ J-C

Hallo J-C,

danke für den interessanten Bericht. Ich bin grosser Wasserstoff-Fan, weil hier Umweltfreundlichkeit und Arbeitsplätze verbunden werden.

Gerade wenn ich an Busnetze auf dem Land denke...

Und bei der Bahn gibt es genug Strecken wo die Hauptstrecke elektrifiziert ist und nach der Abzweigung der Wasserstoff-Generator anspringt.

Werden auch neue Querverbindungen möglich.

Liebe Grüße

GUM

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Danke für den Bericht & Wasserstoff-Fan

JW, Mittwoch, 14.10.2020, 11:04 (vor 1983 Tagen) @ GUM

Hallo GUM,

Und bei der Bahn gibt es genug Strecken wo die Hauptstrecke elektrifiziert ist und nach der Abzweigung der Wasserstoff-Generator anspringt.

Gerade auf diesen Strecken ist sind Wasserstofftriebwagen aber dem batterieelektrischen Antrieb (BEMU) unterlegen, denn der kann die vorhandene Oberleitung zum Nachladen nutzen. Neben der Nutzung dieser vorhandenen Infrastruktur, kommt der erhebliche Energieeffizienzvorteil hinzu.

Wasserstoff macht dagegen auf sehr langen "Dieselstrecken" Sinn, denn die dort erfoderlichen Batterien würden sehr schwer und auch ziemlich teuer. Ab etwa 100km unelektrifizierter Streckenlänge, wird Wasserstoff gegenüber dem BEMU konkurenzfähig.
Gleiches gilt für große Güterzuglokomotiven. Die dort notwendigen Energien, lassen sich nicht mit Batterien abbilden.

Gruß Jörg

Danke!

GUM, Mittwoch, 14.10.2020, 11:37 (vor 1983 Tagen) @ JW

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