Abellio Deutschland droht zum Jahresende die Insolvenz (Aktueller Betrieb)

ffz, Mittwoch, 23.09.2020, 18:27 (vor 2204 Tagen)

Hallo,

wie das Handelsblatt meldet https://www.handelsblatt.com/unternehmen/dienstleister/eisenbahnverkehr-deutsche-region... droht Abellio Deutschland zum Jahresende wenn die Patronatserklärung des Mutterkonzerns NS (Nederlandse Spoorwegen) ausläuft die Insolvenz mit vollständiger Betriebseinstellung. Die Steigerungen bei den Personalkosten durch die Tarifverhandlungen und der Wettbewerb mit immer geringeren Margen bei den Ausschreibungen droht Abellio Deutschland, aber auch Keolis, Agilis, Transdev und weietern Anbietern das Genick zu brechen. Aktuell ist Abellio Deutschland dabei mit allen Aufgabenträgern nachzuverhandeln um mehr Geld für die Verkehrsverträge zu bekommen. Sollte da nichts dabei raus kommen droht bei Abellio Deutschland die ungeordnete Betriebseinstellung, bei einem Insolvenzverfahren dürfte mangels Kapitalmasse nicht viel zu retten sein. Die Fahrzeuge von Abellio sind in allen Verkehrsnetzen geleast, sprich bis auf die Gebäude und ggf Maschienen ist da nichts von Wert vorhanden.

Abellio Deutschland droht zum Jahresende die Insolvenz

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 23.09.2020, 18:47 (vor 2204 Tagen) @ ffz
bearbeitet von Alibizugpaar, Mittwoch, 23.09.2020, 18:50

Dann sollen sie eben gehen...

Traurig ums Herz wird es mir allein um die Reisenden und Pendler, die bei einer ungeordneten Betriebseinstellung die Suppe auslöffeln müssen. Da gehören von Landesseite sofort ein SOS-Konzept und eine Neuausschreibung ausgearbeitet.

Es darf keine Millionen-Nachförderung für Abellio und alle Mitbewerber geben. Wenn man nur einmal die Büchse der Pandora öffnet wollen künftig nämlich alle mit beiden Händen ins Geldsäckel greifen.

Und dann ist natürlich für die Zukunft kritisch aufzuarbeiten, was der Besteller falsch gemacht hat.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Power132, Mittwoch, 23.09.2020, 18:52 (vor 2204 Tagen) @ Alibizugpaar

So einfach ist das dann doch nicht, wie hier geschrieben.

Keiner kennt Vertrags und Angebotsunterlagen en detail, trotzdem wird hier über Dumpingpreise und Scharlatanerie schwadroniert.
Dann mal Butter bei die Fische. Leg die Details auf den Tisch, am besten mit Verlinkung und dann kann man beides mit einander vergleichen.

Was bleibt - wie andernorts auch billige Polemik!

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

ffz, Mittwoch, 23.09.2020, 19:16 (vor 2204 Tagen) @ Power132

Hallo,

naja Abellio hat es geschafft im Dieselnetz Sachsen-Anhalt weit über 1€ günstiger pro Kilometer mit Neufahrzeugen zu bieten, wie die Bestandsbetreiber DB Regio und Transdev mit renovierten Gebrauchtfahrzeugen. Das kann Rechnerisch schon kaum gehen.

Beim Elektronetz Saale-Thüringen-Südharz hat Abellio auch erstaunlich viel günstiger geboten wie die anderen EVU's.

In einem seriösen Gebot muss ein EVU auch gewisse erwartbare Gehaltssteigerungen mit einkalkulieren, schließlich arbeitet kein Lokführer für ein "vergelt's gott".

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Power132, Mittwoch, 23.09.2020, 19:22 (vor 2204 Tagen) @ ffz

Hallo,

naja Abellio hat es geschafft im Dieselnetz Sachsen-Anhalt weit über 1€ günstiger pro Kilometer mit Neufahrzeugen zu bieten, wie die Bestandsbetreiber DB Regio und Transdev mit renovierten Gebrauchtfahrzeugen. Das kann Rechnerisch schon kaum gehen.

Beim Elektronetz Saale-Thüringen-Südharz hat Abellio auch erstaunlich viel günstiger geboten wie die anderen EVU's.

In einem seriösen Gebot muss ein EVU auch gewisse erwartbare Gehaltssteigerungen mit einkalkulieren, schließlich arbeitet kein Lokführer für ein "vergelt's gott".

Wie gesagt, verlinke die Angebotsunterlagen und dann kann man sich drüber unterhalten. Ohne dies - Spekulation, oder woher kommen diese Infos?

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 23.09.2020, 19:58 (vor 2204 Tagen) @ Power132

Na, es geht doch um diesen Passus:

Abellio, einer der führenden Betreiber von Regionalbahnen, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nach 33 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr 2019 könnte bald das Aus in Deutschland folgen.

Abellio weist auf Anfrage Spekulationen zurück, kurz vor der Pleite zu stehen. Das Unternehmen bestreitet allerdings nicht die Dramatik der Situation. Mit den Vertretern der Bundesländer stehe man in intensiven Gesprächen, um die Verkehrsverträge nachzuverhandeln.

Meine Stellungnahme bezieht sich auf den Fall, daß falls es zum Shutdown kommen sollte, dann ist es eben so. Für was willst Du jetzt welche Vertragsbelege haben?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Christian_S, Mittwoch, 23.09.2020, 20:18 (vor 2204 Tagen) @ Power132

Wie gesagt, verlinke die Angebotsunterlagen und dann kann man sich drüber unterhalten. Ohne dies - Spekulation, oder woher kommen diese Infos?

Beim besten Willen, ich möchte bezweifeln, das die genauen Angebotsdetails irgendwo offiziell abrufbar sind. Das dürfte auch nicht im Interesse der Bieter sein. Ich vermute, das der User die Details aus z.B. Gründen kennt. Das kann man nicht einfach so veröffentlichen.

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Ösi, Donnerstag, 24.09.2020, 12:06 (vor 2204 Tagen) @ Christian_S

Schade eigentlich. Immerhin geht es hier um öffentliche Gelder für öffentlichen Verkehr, da sollte man meinen, dass die Öffentlichkeit ein Informationsrecht hat.

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Henrik, Donnerstag, 24.09.2020, 21:07 (vor 2203 Tagen) @ Ösi

Wie gesagt, verlinke die Angebotsunterlagen und dann kann man sich drüber unterhalten. Ohne dies - Spekulation, oder woher kommen diese Infos?

Beim besten Willen, ich möchte bezweifeln, das die genauen Angebotsdetails irgendwo offiziell abrufbar sind. Das dürfte auch nicht im Interesse der Bieter sein. Ich vermute, dass der User die Details aus z.B. Gründen kennt. Das kann man nicht einfach so veröffentlichen.

Schade eigentlich. Immerhin geht es hier um öffentliche Gelder für öffentlichen Verkehr, da sollte man meinen, dass die Öffentlichkeit ein Informationsrecht hat.

Da vermischt Du aber einiges oder verwechelst.

Es ging um Angebotsunterlagen mit Details sämtlicher Bieter einer Ausschreibung.
Diese zu veröffentlichen - das geht gar nicht. Das steht auch gut unter Strafe.

Du meinst wohl die Vertragsunterlagen mit dem Sieger der Ausschreibung.
ja, die sind kein Geheimnis. Waren ja auch bzgl. Abellio und weiteren in diesen Tagen in der Presse zu lesen, s.o.

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Ösi, Freitag, 25.09.2020, 08:18 (vor 2203 Tagen) @ Henrik

Es ging um Angebotsunterlagen mit Details sämtlicher Bieter einer Ausschreibung.
Diese zu veröffentlichen - das geht gar nicht.

Warum nicht? Nicht von der Rechtslage her, die ist bekannt. Aber hier sollte Transparenz vorgehen.

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Christian_S, Freitag, 25.09.2020, 13:10 (vor 2203 Tagen) @ Ösi


Warum nicht? Nicht von der Rechtslage her, die ist bekannt. Aber hier sollte Transparenz vorgehen.

Nur weil ein paar Privatpersonen sich das wünschen steht Transparenz aber nicht über geltendem Recht. Und das ist auch gut so.

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Ösi, Freitag, 25.09.2020, 14:18 (vor 2203 Tagen) @ Christian_S

"Geltendes Recht" ist nicht gottgegeben, sondern kann in einer Demokratie jederzeit geändert werden.

Insofern: Mein Wunsch ist, dass Transparenz bei öffentlichen Aufträgen hergestellt wird. Es mag gerechtfertigte Ausnahmen geben, aber wer öffentlichen Verkehr mit öffentlichen Geldern betreiben will, der muss dann eben in Kauf nehmen, dass sein Gebot und sein Vertrag öffentlich wird. Etwas zu fürchten hätten von dieser Änderung nur diejenigen, die, wie man in Österreich sagt, Freunderlwirtschaft - also Korruption - betreiben. Das kommt dann nämlich auch ans Licht.

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Henrik, Montag, 28.09.2020, 04:19 (vor 2200 Tagen) @ Ösi

"Geltendes Recht" ist nicht gottgegeben, sondern kann in einer Demokratie jederzeit geändert werden.

Insofern: Mein Wunsch ist, dass Transparenz bei öffentlichen Aufträgen hergestellt wird. Es mag gerechtfertigte Ausnahmen geben, aber wer öffentlichen Verkehr mit öffentlichen Geldern betreiben will, der muss dann eben in Kauf nehmen, dass sein Gebot und sein Vertrag öffentlich wird. Etwas zu fürchten hätten von dieser Änderung nur diejenigen, die, wie man in Österreich sagt, Freunderlwirtschaft - also Korruption - betreiben. Das kommt dann nämlich auch ans Licht.

so liest liest das ein wenig nach schwarz/weiß..

Ausgangspunkt war "die genauen Angebotsdetails".
Das Gebot insgesamt mit samt den Leistungen unterliegt keinerlei Verschweigungspflicht,
aber eben die Details, die einzelnen Gewerke, den detaillierten Kalkulationen.
Das dürfte an sich auch nachvollziehbar sein, dass diese nicht veröffentlicht werden.
Darauf bezog ich mich mit den Details.
Ich war zeitweise tätig im Auftrage der öffentlichen Hand Ausschreibungen zu führen, wir bekamen auch durchaus so Anfragen so persönlich von Teilnehmern der Ausschreibungen wie das bei den anderen denn nun aussieht.. nen Abendessen sei doch auch drin bei. Jo. Klar.
Sowas wird aber auch kontrolliert.. und ich kenn einige Ingenieure, die dann hinter Gitter gelandet sind. Sowas wird kontrolliert,
und dieser Fall ist ja nun auch bekannt, die Mitbewerber haben geklagt, das Ministerium hat kontrolliert und letztendlich wurde es abgenickt.
Die Zügel sind schon recht streng in diesen Zeiten.
Freunderlwirtschaft - also Korruption gabs früher wahrlich noch oft, heute kaum noch.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

flierfy, Mittwoch, 23.09.2020, 20:07 (vor 2204 Tagen) @ ffz

Hallo,

naja Abellio hat es geschafft im Dieselnetz Sachsen-Anhalt weit über 1€ günstiger pro Kilometer mit Neufahrzeugen zu bieten, wie die Bestandsbetreiber DB Regio und Transdev mit renovierten Gebrauchtfahrzeugen. Das kann Rechnerisch schon kaum gehen.

Beim Elektronetz Saale-Thüringen-Südharz hat Abellio auch erstaunlich viel günstiger geboten wie die anderen EVU's.

Oder anders herum, die Anderen haben unverschämt hohe Forderungen aufgestellt und wollten mit abgeschriebenen Fahrzeugen noch mal richtig fett absahnen.


In einem seriösen Gebot muss ein EVU auch gewisse erwartbare Gehaltssteigerungen mit einkalkulieren, schließlich arbeitet kein Lokführer für ein "vergelt's gott".

Es werden wohl eher ausbleibende Fahrgeld-Einnahmen sein, die den EVUs die Genicke brechen. Da man der DB AG 5 Mrd € durch eine Kapitalerhöhung zukommen lässt, wird man auch den anderen EVUs unter die Arme greifen müssen. Schliesslich wollten die Länder knapp kalkulierte Angebote und nicht mehr die Monopol-Preise der DB. Wenn nun die Gesundheitsämter genau dieser Länder das öffentliche Leben lahm legen und somit einen grossen Teil der Geschäfte der von den Ländern selbst beauftragten EVUs vernichten, dann wird man nicht anders können, als nachzuschiessen.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

GibmirZucker, Mittwoch, 23.09.2020, 20:16 (vor 2204 Tagen) @ flierfy

Es steht den Eigentümern dieser EVUs natürlich frei, den Unternehmen auch eine Kapitalspritze zukommen zu lassen wie dies der Eigentümer oder DB AG tut. Hätten sie Gewinn erwirtschaftet, wäre er auch an den jeweiligen Eigentümer gegangen.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

heinz11, Mittwoch, 23.09.2020, 22:37 (vor 2204 Tagen) @ GibmirZucker

Es steht den Eigentümern dieser EVUs natürlich frei, den Unternehmen auch eine Kapitalspritze zukommen zu lassen wie dies der Eigentümer oder DB AG tut. Hätten sie Gewinn erwirtschaftet, wäre er auch an den jeweiligen Eigentümer gegangen.


Da läßt Du aber ganz still und heimlich unter den Tisch fallen, daß der Eigentümer der DB AG ganz andere Möglichkeiten der Finanzierung hat als ein privates Unternehmen. Stichwort: 96 Mrd Euro Neuverschuldung im Jahr 2021.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

GibmirZucker, Mittwoch, 23.09.2020, 22:50 (vor 2204 Tagen) @ heinz11

Die Eigentümer der meisten EVUs haben ähnliche Möglichkeiten. Wettbewerbsrechtlich problematisch wäre es einzig, wenn die DB zum Vornherein zu Dumpingpreisen offeriert und Verluste durch den Staat ausgleichen lässt. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

heinz11, Mittwoch, 23.09.2020, 23:23 (vor 2204 Tagen) @ GibmirZucker

Die Eigentümer der meisten EVUs haben ähnliche Möglichkeiten.


Ganz sicher.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

Garfield_1905, Donnerstag, 24.09.2020, 08:13 (vor 2204 Tagen) @ GibmirZucker

Die Eigentümer der meisten EVUs haben ähnliche Möglichkeiten. Wettbewerbsrechtlich problematisch wäre es einzig, wenn die DB zum Vornherein zu Dumpingpreisen offeriert und Verluste durch den Staat ausgleichen lässt. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall.

Na ja, wenn man unterstellt (grundsätzlich gesprochen, nicht speziell auf Dich bezogen !), das die 'Privaten' (die alles andere als privat sind ;-) ) zu Dumpingpreisen anbieten, dann dürfte DB Regio oder ihre neue Tochter START eigentlich keine Ausschreibungen mehr gewinnen. Das tun sie aber, wie kürzlich in Niedersachsen (Heidekreuz und Bodenburg - Löhne). Ich sage das ausdrücklich nicht als Vorwurf, sondern als Feststellung.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

flierfy, Mittwoch, 23.09.2020, 23:27 (vor 2204 Tagen) @ GibmirZucker

Es steht den Eigentümern dieser EVUs natürlich frei, den Unternehmen auch eine Kapitalspritze zukommen zu lassen wie dies der Eigentümer oder DB AG tut. Hätten sie Gewinn erwirtschaftet, wäre er auch an den jeweiligen Eigentümer gegangen.

Von allen Beteiligten sind die Eigentümer der EVUs diejenigen, denen es am wenigstens wichtig ist, dass die Züge weiter fahren. Also werden sie auch nicht diejenigen sein, die die Fortführung des Fahrbetriebs bezahlen werden.

Abellio zum Teil selbst in der Verantwortung

Stammstrecke, Mittwoch, 23.09.2020, 20:45 (vor 2204 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von Stammstrecke, Mittwoch, 23.09.2020, 20:46

Hallo!

Hallo,

Es werden wohl eher ausbleibende Fahrgeld-Einnahmen sein, die den EVUs die Genicke brechen. Da man der DB AG 5 Mrd € durch eine Kapitalerhöhung zukommen lässt, wird man auch den anderen EVUs unter die Arme greifen müssen. Schliesslich wollten die Länder knapp kalkulierte Angebote und nicht mehr die Monopol-Preise der DB. Wenn nun die Gesundheitsämter genau dieser Länder das öffentliche Leben lahm legen und somit einen grossen Teil der Geschäfte der von den Ländern selbst beauftragten EVUs vernichten, dann wird man nicht anders können, als nachzuschiessen.


Zu allen Verträgen von Abellio habe ich keine Informationen gefunden. Zum Teil hat sich Abellio aber leider selbst verkalkuliert. So in Sachsen-Anhalt, wo an das Land Nachforderungen gestellt wurden, obwohl die Fahrgeldeinnahmen nie Teil des Vertrags waren. Dazu ein Zeitungsartikel. Auch in Baden-Württemberg fährt Abellio mit einem Bruttovertrag.

Grüße von der Stammstrecke

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

Lumi25, Donnerstag, 24.09.2020, 04:29 (vor 2204 Tagen) @ flierfy

Oder anders herum, die Anderen haben unverschämt hohe Forderungen aufgestellt und wollten mit abgeschriebenen Fahrzeugen noch mal richtig fett absahnen.


Das scheinen eher realistische Angebote gewesen zu sein.

Es werden wohl eher ausbleibende Fahrgeld-Einnahmen sein, die den EVUs die Genicke brechen. Da man der DB AG 5 Mrd € durch eine Kapitalerhöhung zukommen lässt, wird man auch den anderen EVUs unter die Arme greifen müssen. Schliesslich wollten die Länder knapp kalkulierte Angebote und nicht mehr die Monopol-Preise der DB. Wenn nun die Gesundheitsämter genau dieser Länder das öffentliche Leben lahm legen und somit einen grossen Teil der Geschäfte der von den Ländern selbst beauftragten EVUs vernichten, dann wird man nicht anders können, als nachzuschiessen.


Es waren aber zwei andere Anbieter und nicht nur die DB AG.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

ICE-TD, Donnerstag, 24.09.2020, 07:26 (vor 2204 Tagen) @ flierfy

Es werden wohl eher ausbleibende Fahrgeld-Einnahmen sein, die den EVUs die Genicke brechen. Da man der DB AG 5 Mrd € durch eine Kapitalerhöhung zukommen lässt, wird man auch den anderen EVUs unter die Arme greifen müssen. Schliesslich wollten die Länder knapp kalkulierte Angebote und nicht mehr die Monopol-Preise der DB. Wenn nun die Gesundheitsämter genau dieser Länder das öffentliche Leben lahm legen und somit einen grossen Teil der Geschäfte der von den Ländern selbst beauftragten EVUs vernichten, dann wird man nicht anders können, als nachzuschiessen.

Abellio hat einen Netto-Vertrag in Sachsen-Anhalt, die Fahrgeldeinnahmen sind Abellio also völlig egal, die bekommen ihr Geld vom Land.

Die Länder werden die Verluste übernehmen müssen

Marcel-Berlin, Berlin, Donnerstag, 24.09.2020, 13:13 (vor 2204 Tagen) @ ICE-TD

Abellio hat einen Netto-Vertrag in Sachsen-Anhalt, die Fahrgeldeinnahmen sind Abellio also völlig egal, die bekommen ihr Geld vom Land.

Was nun? Nettovertrag oder Bruttovertrag? Du schreibst Nettovertrag und beschreibst den Bruttovertrag.

ICE-TD for Kanzler!

GibmirZucker, Donnerstag, 24.09.2020, 18:31 (vor 2203 Tagen) @ Marcel-Berlin

- kein Text -

Abellio bekommt vom Land für beide Bruttoverträge 135 Mio.

Henrik, Donnerstag, 24.09.2020, 19:46 (vor 2203 Tagen) @ Marcel-Berlin

Abellio hat einen Netto-Vertrag in Sachsen-Anhalt, die Fahrgeldeinnahmen sind Abellio also völlig egal, die bekommen ihr Geld vom Land.

Was nun? Nettovertrag oder Bruttovertrag? Du schreibst Nettovertrag und beschreibst den Bruttovertrag.

Bruttovertrag

--

Sachsen-Anhalt: Abellio stellt Nachforderungen

10. September 2020

Abellio Mitteldeutschland stellt finanzielle Nachforderungen beim Land Sachsen-Anhalt.

Danach soll es sich um rund 10 Mio. EUR pro Jahr für das E-Netz STS (Saale-Thüringen-Südharz) und das Dieselnetz des Landes (Dinsa) handeln. Aktuell bekommt Abellio vom Land für die beiden Bruttoverträge rund 135 Mio. EUR pro Jahr. Das Land will nun per Gutachten den Vorgang bewerten lassen. Grund ist, dass das Angebot von Abellio für das Netz STS seinerzeit vom Land auf Dumping überprüft wurde – und letztlich genehmigt wurde. Als Gründe für die Schieflage werden neben den zahlreichen Baustellen verbunden mit Zugausfällen und -verspätungen in erster Linie die Personalkosten genannt. Bei Abellio gelten inzwischen die GDL-Tarifverträge, die dem Unternehmen deutlich teurer kommen. Zwar gewähre das Land in dem Vertrag einen jährliche Personalkostenanpassung von 1,5 bis 2,5 %, so das Blatt, Abellio wolle hier aber ein „realistischeres Abbild“ erreichen. Abellio teilte auf Nachfrage mit, dass Abellio wie auch andere Bahnunternehmen und der Wettbewerbsverband Mofair „bereits seit längerer Zeit“ mit den Aufgabenträgern über die Auswirkungen der Tarifabschlüsse in den vergangenen Jahren sprechen. Ziel sei ein „realistischeres Abbild bei den gestiegenen Personalkosten“, so Abellio.

https://www.eurailpress.de/nachrichten/unternehmen-maerkte/detail/news/sachsen-anhalt-a...

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

BGSMH, Mittwoch, 23.09.2020, 20:16 (vor 2204 Tagen) @ ffz

Es mag sein, dass die ein sehr preiswertes Angebot gemacht haben. Aber auch die Bahn wäre schon längst wegen Corona Pleite, wenn der Bund nicht massiv nachgeschossen hätte. Das selbe gilt auch für Unternehmen wie die Lufthansa, die weder für Dumpingpreise noch für Missmanagement bekannt sind.

Insofern: Worauf willst du hinaus?

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 23.09.2020, 20:40 (vor 2204 Tagen) @ BGSMH

Was hört man von anderen Regio-Betreibern zu Corona-Auswirkungen?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

BGSMH, Mittwoch, 23.09.2020, 21:24 (vor 2204 Tagen) @ Alibizugpaar

Ich weiß es nicht. Weißt du wie es ist?

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 23.09.2020, 22:09 (vor 2204 Tagen) @ BGSMH

Näää. Es ist vergleichsweise ruhig - so mein Eindruck.

Von daher sticht Abellio mit seiner hohen Millionennachforderung nach meiner allgemeinen Wahrnehmung aus der Menge heraus wie ein Leuchtturm.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

JanZ, HB, Mittwoch, 23.09.2020, 22:26 (vor 2204 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von JanZ, Mittwoch, 23.09.2020, 22:28

In dem Handelsblatt-Artikel (hier ohne Paywall) ist davon die Rede, dass durchaus auch andere Regionalbahnen betroffen seien, allerdings ohne konkreter zu werden. Bei der Eurobahn wird über einen möglichen Verkauf spekuliert. In dem Artikel steht auch, dass es nicht an Corona läge (wäre auch unlogisch, soweit es um Bruttoverträge geht).

Das ging mehr als schnell. quasi Expresstempo

Alexander, Mittwoch, 23.09.2020, 23:19 (vor 2204 Tagen) @ Alibizugpaar

Näää. Es ist vergleichsweise ruhig - so mein Eindruck.

Von daher sticht Abellio mit seiner hohen Millionennachforderung nach meiner allgemeinen Wahrnehmung aus der Menge heraus wie ein Leuchtturm.

Ich würde sagen, die Besonderheit ist hier, dass der Besteller so offensiv mit der Forderung hausieren gegangen ist.
Ich würde schon fast sagen, dass es gang und gäbe ist, Nachverhandlungen zu führen. Dies aus unterschiedlichen Gesichtspunkten.

Nach der Liberalisierung des Fernbusmarktes sind mir mind. 3 EVU bekannt, die Verluste in den Fahrgeldeinnahmen ausgeglichen haben wollten. Auch da geht es um kleinere Millionenbeträge jährlich.

--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

Siehe auch

ICETreffErfurt, Eisenach, Mittwoch, 23.09.2020, 23:27 (vor 2204 Tagen) @ ffz

Die Konzermutter NS will Abellio zum Jahresende beerdigen

ffz, Samstag, 10.10.2020, 09:58 (vor 2188 Tagen) @ ffz

Hallo,

am 08. Oktober hat das Niederländische Handelsmagazin NRC berichtet, dass der Finanzchef der Konzernmutter von Abellio, der NS, zum Jahresende alle Verkehrsverträge kündigen wird und den Betrieb einstellen wird, wenn sich die Finanzsituation bis dahin nicht erheblich bessert. 2019 hat Abellio 32,7 Millionen Euro Verlust gemacht. https://www.nrc.nl/nieuws/2020/10/08/ns-heroverweegt-duits-regiovervoer-a4015278

Mein Beileid an ICETreffErfurt

Christian_S, Samstag, 10.10.2020, 10:20 (vor 2188 Tagen) @ ffz

Interessant wird natürlich - wenn es wirklich so kommt - wie sich die Besteller der einzelnen Netze verhalten hinsichtlich Neuvergaben. Ist ja nicht so, das man Jahre dafür Zeit hätte. Und selbst wenn, es handelt sich um nicht gerade kleine Netze. Dafür einen Übergangsbetreiber zu finden dürfte sehr schwer sein.

Mein Beileid an ICETreffErfurt

VT642, Samstag, 10.10.2020, 10:52 (vor 2188 Tagen) @ Christian_S

Dafür einen Übergangsbetreiber zu finden dürfte sehr schwer sein.

Für n-Wagen und DR Dosto Fans damit gute Chancen, die Oldtimerwagen wieder gehäuft anzutreffen ;)

Der NS bzw Abellio gehören nur die LINT im Dieselnetz SaAnh

ffz, Samstag, 10.10.2020, 11:11 (vor 2188 Tagen) @ Christian_S

Hallo,

die Talent 2 im STS-Netz sind von Angel Trains geleast, die wird Angel Trains sicherlich an den Neubetreiber sollte es dazu kommen weiter verleasen ähnlich wie bei der Städtebahn Sachsen. Die FLIRT 1 und LINT in NRW von Abellio und Westfalenbahn gehören ebenfalls Angel Trains, bzw die FLIRT 3 dem VRR. Die Talent 2/3 in Baden-Württemberg gehören der Landesanstalt SFBW.

Lediglich die LINT im Dieselnetz Sachsen-Anhalt gehören der NS und sind an Abellio verleast

Der NS bzw Abellio gehören nur die LINT im Dieselnetz SaAnh

Christian_S, Samstag, 10.10.2020, 11:30 (vor 2188 Tagen) @ ffz

Hallo,

die Talent 2 im STS-Netz sind von Angel Trains geleast, die wird Angel Trains sicherlich an den Neubetreiber sollte es dazu kommen weiter verleasen ähnlich wie bei der Städtebahn Sachsen. Die FLIRT 1 und LINT in NRW von Abellio und Westfalenbahn gehören ebenfalls Angel Trains, bzw die FLIRT 3 dem VRR. Die Talent 2/3 in Baden-Württemberg gehören der Landesanstalt SFBW.

Lediglich die LINT im Dieselnetz Sachsen-Anhalt gehören der NS und sind an Abellio verleast

Ich denke auch, dass - wenn das Szenario überhaupt so eintritt - die Übergangsbetreiber wohl mit den bisherigen Fahrzeugen weitermachen werden. Wo sollten die sonst auch hin und woher Ersatz in diesem großen Umfang kommen? Vermutlich wird es 2-3 Wochen leichtes Chaos mit Zugausfällen geben, bis alles ausgeplant und geregelt ist und dann geht es halbwegs normal weiter. Aber warten wir ab, vermutlich ist die Aussage der NS erstmal nur eine Drohung, um ihrer Aufforderung nach Finanzspritzen Nachdruck zu verleihen.

Der NS bzw Abellio gehören nur die LINT im Dieselnetz SaAnh

Ösi, Samstag, 10.10.2020, 21:39 (vor 2187 Tagen) @ Christian_S

Und wenn man bedenkt, dass Abellio mit Dumpingpreisen in die Ausschreibung gegangen sind, um die Konkurrenz auszustechen, hoffe ich, dass die Länder hart bleiben.

In MV sind noch Flirt übrig

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Samstag, 10.10.2020, 21:50 (vor 2187 Tagen) @ Christian_S

Die waren ehemals auf Rostock-Sassnitz unterwegs, wo jetzt die ODEG fährt.

In MV sind noch Flirt übrig

VT642, Samstag, 10.10.2020, 21:57 (vor 2187 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von VT642, Samstag, 10.10.2020, 21:58

Hat man für die Flirt noch keine neue Verwendung gefunden? Ich meine mal, sie vor einiger Zeit in Rostock alle miteinander abgestellt gesehen zu haben...

In MV sind noch Flirt übrig

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Samstag, 10.10.2020, 21:59 (vor 2187 Tagen) @ VT642

Hat man für die Flirt noch keine neue Verwendung gefunden? Ich meine mal, sie vor einiger Zeit in Rostock alle miteinander abgestellt gesehen zu haben...

Ich hab jetzt noch nicht durchgezählt, aber da stehen noch einige. Ich habe aber "letztens" einen der HVZ-Verstärker nach Schwerin als Flirt identifiziert.

Die DB Regio FLIRT sind an die Spree umgezogen

ffz, Samstag, 10.10.2020, 22:17 (vor 2187 Tagen) @ Paladin

Hallo,

die FLIRT von DB Regio Nordost, die ehemals auf der Insel Rügen unterwegs waren haben eine neue Heimat in der Region Berlin gefunden. Sie ersetzen dort aktuell zusammen mit 147er und Dostos Talent 2 die für die von DB Regio gewonnene Ausschreibungen des RB und RE Verkehrs im VBB umgebaut werden und einer HU unterzogen werden. Die Loks der Baureihe 147 sind mit Dostos auf der RB 14 Nauen - Berlin Schönefeld Flughafen unterwegs, die FLIRT kommen bei Bedarf im Netz Elbe-Spree zum Einsatz vor allem auf dem RE 7.

Die DB Regio FLIRT sind nicht an die Spree umgezogen

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 11.10.2020, 17:55 (vor 2186 Tagen) @ ffz

Moin,

die DB-Flirts (also die Rostocker) sollen doch zwischen Wismar und Ludwigslust zum Einsatz kommen, nebst Verstärkern nach Rostock? Da fanden wohl auch schon Personalschulungen statt.

Viele Grüße
Sören

Die DB Regio FLIRT sind nicht an die Spree umgezogen

Zauberpilz, Sonntag, 11.10.2020, 18:38 (vor 2186 Tagen) @ Sören Heise

Genau so ist es.

RRX & wem gehören die Westfalenbahn-Züge?

Splittergattung, Sonntag, 11.10.2020, 23:15 (vor 2186 Tagen) @ ffz

Die FLIRT 1 und LINT in NRW von Abellio und Westfalenbahn gehören ebenfalls Angel Trains, bzw die FLIRT 3 dem VRR. Die Talent 2/3 in Baden-Württemberg gehören der Landesanstalt SFBW.

Die RRX-Desiros, die Abellio auf dem RE 11 und zumindest gelegentlich auch auf dem RE 1 einsetzt, gehören auch dem VRR (oder doch Siemens? Jedenfalls nicht Abellio).

Die Westfalenbahn sollte eigentlich gar keine FLIRT 1 mehr haben, die sind doch beim Betreiberwechsel des Teuto-Netzes alle an die Eurobahn gegangen. Die Westfalenbahn hat nur noch KISS und FLIRT 3 für das EMIL-Netz (RE 15/60/70). Wem gehören die eigentlich?

Abellio Deutschland dementiert

Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Sonntag, 11.10.2020, 16:50 (vor 2186 Tagen) @ ffz

Hallo

https://www.abellio.de/de/deutschland/unternehmen-news/media-center/presse/abellio-weis...

Zitat:
"Die NRZ-Redaktion nimmt Aussagen von Bert Groenewegen, Finanzvorstand von Nederlandse Spoorwegen (NS), in der niederländischen Wirtschaftszeitung NRC zum Anlass, die weitere Erfüllung der Verkehrsverträge in Frage zu stellen. Die von Autor Stephan Hermsen zitierten Aussagen von NS-Vorstand Groenewegen geben dies nicht her. Vielmehr wies Groenewegen darauf hin, dass ein dauerhaft negatives Jahresergebnis für den Abellio-Mutterkonzern nicht hinnehmbar sei. Zur Lösung der strukturellen Probleme im deutschen SPNV-Markt befindet sich Abellio in intensiven Gesprächen mit den einzelnen Aufgabenträgern. Abellio hat bereits mehrfach in den zurückliegenden Tagen dargelegt, den langfristig eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen nach bestem Wissen und Gewissen nachkommen zu wollen."

--
Gruß
Uwe

Abellio Deutschland dementiert

ICETreffErfurt, Eisenach, Sonntag, 11.10.2020, 17:38 (vor 2186 Tagen) @ Ost-Lok-Fan

Gut zu hören.

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