[AT] Von den Bergen zu Murphy's Law (m. 11 B.) (Reiseberichte)
Es war der letzte Tag, an dem ich mit meinem Sommerticket die nur am Wochenende 2 Mal pro Richtung am Tag bediente Gesäusebahn bereisen konnte. Vor paar Jahren tat ich das bereits einmal, dieses Mal jedoch wird es anders ablaufen.
Unter normalen Umständen wäre ich im Railjet nach Amstetten gefahren und wäre dort in den direkten Zug nach Selzthal gestiegen.
Das Problem: zwischen Amstetten und Kleinreifling fahren die Züge im Schienenersatzverkehr und ich hatte keinen Bock auf eine Fahrt im Reisebus.
Stattdessen beschloss ich eine andere Verbindung zu nehmen. Nämlich die über St. Valentin.
Dazu habe ich an jenem Tag den aufgrund der Bauarbeiten entlang der Weststrecke zusätzlich in St. Valentin haltenden ICE 26 in Richtung Dortmund genommen.
Wie zu sehen ist, musste ich für meinen Anschluss nicht einmal den Bahnsteig wechseln.
Im Talent ging es also bis Kleinreifling, die Strecke ist durchaus nicht verachtenswert.
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In Kleinreifling angekommen steht bereits mein nächster Anschluss bereit.
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Die Ersatzbusse fahren sogar bis Weißenbach St. Gallen, das wird auch erklären, wieso ich zwischen Kleinreifling und dorthin der einzige Fahrgast war.
Ich hatte jedenfalls Zeit, der Zug nach Selzthal war noch verschlossen.
Solche langen Aufenthalte sind in Zeiten, wo im Zug eine Maske zu tragen ist, natürlich besonders erholsam. Ich nutzte die Zeit, um Fotos von der Nachbarschaft zu machen:
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Die Fahrt im Gesäuse war ziemlich schön, leider habe ich nicht wirklich brauchbare Fotos davon gemacht. Vielleicht schaffe ich es irgendwann einmal früh genug aufzustehen, um dann eben auch ein wenig am Nationalpark Gesäuse zu wandern. Seit Fahrplanwechsel gibt es mit den beiden Fahrtenpaaren ja durchaus die Gelegenheit, An- und Abreise bei einer gewissen Wanderung ganz per Bahn zu organisieren.
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Hier jedenfalls die Bahnhöfe Gstatterboden und Johnsbach.
In Selzthal angekommen, beschloss ich, kurz einen Abstecher zum Bahnhof von Liezen zu unternehmen.
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Denn wenn ich schon die Gelegenheit habe, mit den Unterführungen moderner ÖBB-Bahnhöfe anzugeben, gehört sie selbstverständlich ausgenutzt.
Dann kam jedenfalls mein nächster Zug, mit dem ich bis Leoben fahren werde.
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Die Zugnummer dürfte Kennern ja bereits längst bekannt sein.
In Leoben angekommen, wurde das dann etwas hakelig. Mein Anschluss nach Wien war ziemlich voll, im Türbereich saßen bereits Fahrgäste auf den Stufen. Wäre es nicht gerade so, dass da so eine hässliche Pandemie sein Unwesen treibt, hätte ich mich so abenteuerlustig gefühlt, den in Bruck/Mur nicht haltenden Zug bis Wien irgendwie durchzuhalten. Aber ich hatte die lustige Idee gehabt, mit der S-Bahn nach Bruck/Mur zu fahren, um dort mein Glück mit dem Railjet aus Graz zu versuchen.
Ja denkste, Murphy's Law hat mir da einen Strich durch die Rechnung getan.
Der Zug war bereits 8 Minuten verspätet, ich dachte mir nicht so viel dabei, hätte ich vielleicht tun sollen.
Ich steige also ein, bis dann irgendwo vor Niklasdorf plötzlich eine Schnellbremsung eingeleitet wurde und eine so wunderschön aufmunternde Ansage ertönte, dass ein Rauchmelder angesprochen hat.
Es war natürlich nirgendwo ein Brand ausgebrochen, auch wenn eine Brandschutztür sich geschlossen hat. nach insgesamt einer halben Stunde Verspätung und einem Reset des Zuges (wodurch ich nun weiß, dass die Monitore im Talent 1 auf Windows 7 zu laufen scheinen) ging es dann weiter. Mein Anschluss in Bruck war futsch. Hätte ich bloß in Leoben die Stunde im Regen verbringen sollen, dachte ich mir, ich hätte dann bequem einen der verstärkenden IC nehmen können. Die Leute sind doch eh so doof, dass sie Verstärkerzüge konsequent ignorieren dachte ich mich.
Der Zug hält nicht in Bruck/Mur, Scotty sagte, dass ich den Zug in Leoben nicht mehr erreichen werde. Aber ich versuchte es trotzdem, fuhr mit dem selben Zug zurück nach Leoben... und habe meinen Anschluss entgegenkommen sehen. Hat nicht geklappt.
Also, darf ich wieder nach Bruck/Mur.
So oft war ich an einem Tag schonmal nicht zwischen Bruck/Mur und Leoben Hbf hin und hergefahren.
Dieses Mal war die S-Bahn pünktlich und der blaue Railjet in Richtung Brno wurde erreicht. Ich bekam einen Platz und kam nach Hause.
Jetzt könnte man meinen, Ende gut alles Gut, richtig?
Falsch, denn natürlich musste ich ausgerechnet an jenem Tag auch noch meine Schlüssel verlieren.
Es gibt halt die Tage, die sind eher so... durchmischt.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
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