[AT][CZ] Von wegen unter 10 Minuten geht nicht zum Umsteigen (Reiseberichte)
Es ist mal wieder Zeit für eine weitere Episode der nicht enden wollenden Anekdoten aus meinem Leben als jemand, der regelmäßig Grenzen überschreitet.
Ich habe immer wieder gelesen, wie einige der festen Überzeugungen sind, dass du unter 10 Minuten keinen sinnvollen Anschluss basteln kannst. Das sollte sich heute, wie so oft, widerlegen.
Heute ging es wieder nach Tschechien, es fing damit an, dass ich noch eine Anschlussfahrkarte für mein Sommerticket von der Grenze brauchte. Normalerweise interessieren sich die Zugbegleiter nicht dafür, aber ich will nicht in der Situation landen, bei einem Zugbegleiter zu landen, der sich dafür interessiert. Funfact, wenn du nach Ungarn fährst, ist das Interesse an einer korrekten Fahrkarte seitens der Zugbegleiter anscheinend höher.
Jedenfalls kam ich 15 Minuten vor Abfahrt ins Reisezentrum, denn nur an Ticketschaltern kriegt man diese Anschlussfahrkarte. Ich zog die Nummer, musste noch auf 4 weitere vor mir warten, wo jedoch einer nicht aufkreuzte. Ca. 6-8 Minuten vor Abfahrt kam ich jedenfalls dran, äußerte meinen Wunsch. Die Dame an der Bedienung war ob meines Wunsches überrascht, sie meinte, der Grenztarifpunkt in Breclav würde doch im Bahnhof liegen.
Da habe ich ihr zu erklären versucht, dass das so nicht ist. Sie fand jedoch den Grenztarifpunkt nicht in der Buchungsmaske, welche genau so aufgebaut ist wie der Online-Ticketshop der ÖBB - nur mit ein paar mehr Optionen. Sie versuchte, das Top-Jugendticket, eine Art Sommerticket für Schüler und Lehrlinge im Verkehrsverbund der Ostregion, als Ermäßigung zu wählen, aber das brachte nicht das gewünschte Resultat. Also habe ich sinngemäß gemeint, dass man ja eine Fahrkarte für den ÖBB-Abschnitt als Ermäßigung eingeben könnte. Das klappte und so bekam ich die Anschlussfahrkarte für 2,40€.
Ich hoffe, man kann das irgendwann online erledigen. Ich bin gut situiert und hätte mir auch vorher super entspannt mich um die Fahrkarte erledigen können, aber ich bin es eigentlich gewohnt, alle Fahrkarten online zu beziehen.
Wobei, das war für mich das erste Mal seit Jahren, dass ich wieder in einem Reisezentrum eine Fahrkarte erworben habe. Zuvor war es eben auch für Anschlussfahrkarten zum Sommerticket.
Es war spät geworden, in 3 Minuten, genauer um 11:10, sollte die Abfahrt sein. Ich rannte also mit dem bezahlten Ticket in der Hand vom Schalter zum Bahnsteig, es kam bereits die Ansage, der Zug würde abfahren. Also rein in den Zug und hingesetzt...
Und dann kam lange Zeit nichts, ehe angesagt wurde, dass man erst um 11:20 abfahren würde. Warum auch immer.
Das FIS konnte diese Verspätung letztlich auch anzeigen. Und an der Zug fuhr dann auch gegen 11:20 ab. Die Fahrt nach Breclav war ereignislos, doch hatte ich einen Anschluss von 8 Minuten dort zu erreichen.
Ja und stellt euch vor, das hat einfach so gepasst. Mein Anschluss - ein hübscher kleiner Eurocity mit 3 Wagen ohne Catering, wartete, man stieg am selben Bahnsteig flugs um und kurz nachdem ich es mir bequem gemacht habe, ging es bereits los. Das ist genau das, was ich gerne hab. Ein geschmeidiger Umstieg und dann sofort weiter. Keine Ahnung, wieso es Leute gibt, die noch 10 Minuten am Bahnhof trödeln wollen.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky