[AT][CZ] Von wegen unter 10 Minuten geht nicht zum Umsteigen (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Samstag, 11.07.2020, 16:07 (vor 2078 Tagen)
bearbeitet von J-C, Samstag, 11.07.2020, 16:12

Es ist mal wieder Zeit für eine weitere Episode der nicht enden wollenden Anekdoten aus meinem Leben als jemand, der regelmäßig Grenzen überschreitet.

Ich habe immer wieder gelesen, wie einige der festen Überzeugungen sind, dass du unter 10 Minuten keinen sinnvollen Anschluss basteln kannst. Das sollte sich heute, wie so oft, widerlegen.

Heute ging es wieder nach Tschechien, es fing damit an, dass ich noch eine Anschlussfahrkarte für mein Sommerticket von der Grenze brauchte. Normalerweise interessieren sich die Zugbegleiter nicht dafür, aber ich will nicht in der Situation landen, bei einem Zugbegleiter zu landen, der sich dafür interessiert. Funfact, wenn du nach Ungarn fährst, ist das Interesse an einer korrekten Fahrkarte seitens der Zugbegleiter anscheinend höher.

Jedenfalls kam ich 15 Minuten vor Abfahrt ins Reisezentrum, denn nur an Ticketschaltern kriegt man diese Anschlussfahrkarte. Ich zog die Nummer, musste noch auf 4 weitere vor mir warten, wo jedoch einer nicht aufkreuzte. Ca. 6-8 Minuten vor Abfahrt kam ich jedenfalls dran, äußerte meinen Wunsch. Die Dame an der Bedienung war ob meines Wunsches überrascht, sie meinte, der Grenztarifpunkt in Breclav würde doch im Bahnhof liegen.

Da habe ich ihr zu erklären versucht, dass das so nicht ist. Sie fand jedoch den Grenztarifpunkt nicht in der Buchungsmaske, welche genau so aufgebaut ist wie der Online-Ticketshop der ÖBB - nur mit ein paar mehr Optionen. Sie versuchte, das Top-Jugendticket, eine Art Sommerticket für Schüler und Lehrlinge im Verkehrsverbund der Ostregion, als Ermäßigung zu wählen, aber das brachte nicht das gewünschte Resultat. Also habe ich sinngemäß gemeint, dass man ja eine Fahrkarte für den ÖBB-Abschnitt als Ermäßigung eingeben könnte. Das klappte und so bekam ich die Anschlussfahrkarte für 2,40€.

Ich hoffe, man kann das irgendwann online erledigen. Ich bin gut situiert und hätte mir auch vorher super entspannt mich um die Fahrkarte erledigen können, aber ich bin es eigentlich gewohnt, alle Fahrkarten online zu beziehen.

Wobei, das war für mich das erste Mal seit Jahren, dass ich wieder in einem Reisezentrum eine Fahrkarte erworben habe. Zuvor war es eben auch für Anschlussfahrkarten zum Sommerticket.

Es war spät geworden, in 3 Minuten, genauer um 11:10, sollte die Abfahrt sein. Ich rannte also mit dem bezahlten Ticket in der Hand vom Schalter zum Bahnsteig, es kam bereits die Ansage, der Zug würde abfahren. Also rein in den Zug und hingesetzt...

Und dann kam lange Zeit nichts, ehe angesagt wurde, dass man erst um 11:20 abfahren würde. Warum auch immer.

Das FIS konnte diese Verspätung letztlich auch anzeigen. Und an der Zug fuhr dann auch gegen 11:20 ab. Die Fahrt nach Breclav war ereignislos, doch hatte ich einen Anschluss von 8 Minuten dort zu erreichen.

Ja und stellt euch vor, das hat einfach so gepasst. Mein Anschluss - ein hübscher kleiner Eurocity mit 3 Wagen ohne Catering, wartete, man stieg am selben Bahnsteig flugs um und kurz nachdem ich es mir bequem gemacht habe, ging es bereits los. Das ist genau das, was ich gerne hab. Ein geschmeidiger Umstieg und dann sofort weiter. Keine Ahnung, wieso es Leute gibt, die noch 10 Minuten am Bahnhof trödeln wollen.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

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Altmann, Samstag, 11.07.2020, 16:31 (vor 2078 Tagen) @ J-C

Es ist mal wieder Zeit für eine weitere Episode der nicht enden wollenden Anekdoten aus meinem Leben als jemand, der regelmäßig Grenzen überschreitet.

DANKE dafür - les ich immer gern!


Ich habe immer wieder gelesen, wie einige der festen Überzeugungen sind, dass du unter 10 Minuten keinen sinnvollen Anschluss basteln kannst.

Nun, dann nur beispielhaft mal, wie so ne Reise von Amstetten z.B. nach Balatonfüred bei mir aussieht (aus Tarifgründen - oft kriegt man kurzfristig nichts Anderes günstig):

St.Pölten Hbf: 12 Minuten Aufenthalt
Wien Hütteldorf: 6 Minuten Aufenthalt
Wien Meidling: 18 Minuten Aufenthalt
Wr. Neustadt Hbf: 9 Minuten Aufenthalt
Sopron: 51 Minuten Aufenthalt (leider sind hier die Anschlüsse suboptimal)
Szombathely: 9 Minuten Aufenthalt
Zalaszentívan: 11 Minuten Aufenthalt
Ukk: 6 Minuten Aufenthalt
Tapolca: 41 Minuten Aufenthalt

Das ist nur ein x-beliebiges Beispiel. Und das hat zu 99% immer so geklappt, mitunter auch mit 3-Minuten-Anschlüssen in Ungarn.

Die Dame an der Bedienung war ob meines Wunsches überrascht, sie meinte, der Grenztarifpunkt in Breclav würde doch im Bahnhof liegen.

Ujujuj ... ;-)

Ich hoffe, man kann das irgendwann online erledigen.

+1 ... Versteh auch nicht, wieso ´s keine Fahrkarten ab Grenztarifpunkt online gibt ... :-(

[AT][CZ] Von wegen unter 10 Minuten geht nicht zum Umsteigen

J-C, In meiner Welt, Samstag, 11.07.2020, 16:53 (vor 2078 Tagen) @ Altmann

Es ist mal wieder Zeit für eine weitere Episode der nicht enden wollenden Anekdoten aus meinem Leben als jemand, der regelmäßig Grenzen überschreitet.


DANKE dafür - les ich immer gern!

Ich freu mich immer darüber, wenn ich etwas Feedback krieg. Danke dafür :)

Nun, dann nur beispielhaft mal, wie so ne Reise von Amstetten z.B. nach Balatonfüred bei mir aussieht (aus Tarifgründen - oft kriegt man kurzfristig nichts Anderes günstig):

St.Pölten Hbf: 12 Minuten Aufenthalt
Wien Hütteldorf: 6 Minuten Aufenthalt
Wien Meidling: 18 Minuten Aufenthalt
Wr. Neustadt Hbf: 9 Minuten Aufenthalt
Sopron: 51 Minuten Aufenthalt (leider sind hier die Anschlüsse suboptimal)
Szombathely: 9 Minuten Aufenthalt
Zalaszentívan: 11 Minuten Aufenthalt
Ukk: 6 Minuten Aufenthalt
Tapolca: 41 Minuten Aufenthalt

Das ist eine interessante Art zu Reisen, vor allem der Abstecher über Hütteldorf hat was. CJX?

Das ist nur ein x-beliebiges Beispiel. Und das hat zu 99% immer so geklappt, mitunter auch mit 3-Minuten-Anschlüssen in Ungarn.

Gibt's ja auch in Tschechien und wird durchaus auch genutzt. In Tschechien wird Anschlusssicherung durchaus groß geschrieben.

Die Dame an der Bedienung war ob meines Wunsches überrascht, sie meinte, der Grenztarifpunkt in Breclav würde doch im Bahnhof liegen.


Ujujuj ... ;-)

Stell dir vor, ich wäre tariflich unwissend und wollte nach Hegyeshalom :'D

Ich hoffe, man kann das irgendwann online erledigen.


+1 ... Versteh auch nicht, wieso ´s keine Fahrkarten ab Grenztarifpunkt online gibt ... :-(

Vor allem, wo es umgekehrt mit der App längst möglich ist.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

[AT][CZ] Von wegen unter 10 Minuten geht nicht zum Umsteigen

Altmann, Samstag, 11.07.2020, 20:05 (vor 2077 Tagen) @ J-C

Das ist eine interessante Art zu Reisen, vor allem der Abstecher über Hütteldorf hat was. CJX?

Nun ja, ein günstiges Sparschiene-Ticket für die RJ kriegt man (kurzfristig) selten bis gar nicht (lustig, obwohl angeblich gerade die ja soooo schlecht ausgelastet sind und man hat daher unbedingt nen Staatszuschuss brauchte!?).

Wenn man aber Wien-Wr.Neustadt mit RJ fährt und den Rest mit Nahverkehr, hat man gute Chancen auf ein € 9,- - Ticket Amstetten - Loipersbach-Schattendorf. ;-)

[AT][CZ] Von wegen unter 10 Minuten geht nicht zum Umsteigen

Gast, Samstag, 11.07.2020, 18:25 (vor 2078 Tagen) @ J-C

Knappe Anschlüsse mag "man" dann nicht, wenn man weiß, daß nicht oder nicht zuverlässig gewartet wird und daß einem auf Nachfrage erklärt wird, daß das auch sehr gut so ist und gar nicht anders geht, weil ja sonst alles mögliche weitere durcheinanderkäme.

Das umfangreiche Warten in Tschechien gefällt mir auch sehr gut. Es war schonmal besser, ist aber vielerorts noch ganz in Ordnung. Besonders bei "letzten Anschlüssen" braucht man ja, selbst wenn eine halbe Stunde fehlt, oft nicht einmal extra nachzufragen, ob das noch etwas wird...
Die Ein-Minuten-Anschlüsse, die ich dort öfter mal genutzt habe und die auch zuverlässig funktioniert haben, sind allerdings schon seit längerem alle weg.

[AT][CZ] Von wegen unter 10 Minuten geht nicht zum Umsteigen

Altmann, Samstag, 11.07.2020, 20:02 (vor 2077 Tagen) @ Gast

Knappe Anschlüsse mag "man" dann nicht, wenn man weiß, daß nicht oder nicht zuverlässig gewartet wird ...

Nun ja. In Ungarn wird auf kleineren Bahnhöfen i.d.R. gewartet, in größeren (Budapest, ...) nicht. Und in Österreich wartet niemand auf nichts (auch wenn ´s offiziell anders ist).

Aber so lange die Züge pünktlich sind, klappt ´s ja trotzdem.

... also bitte ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 11.07.2020, 20:30 (vor 2077 Tagen) @ J-C

Huhu.

Ich habe immer wieder gelesen, wie einige der festen Überzeugungen sind, dass du unter 10 Minuten keinen sinnvollen Anschluss basteln kannst.

Keinen ZUVERLÄSSIGEN. Anschlüsse hierzulande sind Glücksspiel pur. Dafür müsste eigentlich eine entsprechende Lizenz vorliegen. Daa ist aber in einem so großen vielfach verwobenen Netz aucg kein Wunder. Und kein Vergleich zu den paar Kilometern in Österreich oder irgendwo am Rande der Welt.

Mein Anschluss - ein hübscher kleiner Eurocity mit 3 Wagen ohne Catering, wartete, man stieg am selben Bahnsteig flugs um und kurz nachdem ich es mir bequem gemacht habe, ging es bereits los. Das ist genau das, was ich gerne hab. Ein geschmeidiger Umstieg und dann sofort weiter. Keine Ahnung, wieso es Leute gibt, die noch 10 Minuten am Bahnhof trödeln wollen.

Weil der Eurocity ohne Catering ist. Es also noch des Kaufs von Lebensmitteln bedarf.

Schöne Grüße von jörg

... also bitte ...

J-C, In meiner Welt, Montag, 13.07.2020, 15:35 (vor 2076 Tagen) @ Der Blaschke

Huhu.

Ich habe immer wieder gelesen, wie einige der festen Überzeugungen sind, dass du unter 10 Minuten keinen sinnvollen Anschluss basteln kannst.


Keinen ZUVERLÄSSIGEN. Anschlüsse hierzulande sind Glücksspiel pur. Dafür müsste eigentlich eine entsprechende Lizenz vorliegen. Daa ist aber in einem so großen vielfach verwobenen Netz aucg kein Wunder. Und kein Vergleich zu den paar Kilometern in Österreich oder irgendwo am Rande der Welt.

Aber was ist der Unterschied zwischen einer langen EC-Linie, die paar imaginäre Linien überschreitet gegenüber einem ICE, der das nicht tut? In jedem Fall wird sich um Anschlusssicherung bemüht, in jedem Fall bestehen viele Abhängigkeiten und Risiken.

Man hat doch jetzt schon die Bahn in Deutschland in viele kleine Netze fragmentiert und trotzdem bringt's nix...

Mein Anschluss - ein hübscher kleiner Eurocity mit 3 Wagen ohne Catering, wartete, man stieg am selben Bahnsteig flugs um und kurz nachdem ich es mir bequem gemacht habe, ging es bereits los. Das ist genau das, was ich gerne hab. Ein geschmeidiger Umstieg und dann sofort weiter. Keine Ahnung, wieso es Leute gibt, die noch 10 Minuten am Bahnhof trödeln wollen.


Weil der Eurocity ohne Catering ist. Es also noch des Kaufs von Lebensmitteln bedarf.

Das hätte ich entweder in Wien oder im Railjet erledigen können.

Schöne Grüße von jörg

Liebe Grüße
Jan-Christian

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

... also bitte ...

Altmann, Dienstag, 14.07.2020, 13:18 (vor 2075 Tagen) @ Der Blaschke

Keinen ZUVERLÄSSIGEN. Anschlüsse hierzulande sind Glücksspiel pur. Dafür müsste eigentlich eine entsprechende Lizenz vorliegen. Daa ist aber in einem so großen vielfach verwobenen Netz aucg kein Wunder. Und kein Vergleich zu den paar Kilometern in Österreich oder irgendwo am Rande der Welt.

Na ja, das kleine Land am Rande der Welt hat aber auch Schienen. Und Wien-Bregenz entspricht von der Fahrzeit her immerhin etwa München-Kiel ...

... also bitte ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 14.07.2020, 17:18 (vor 2075 Tagen) @ Altmann

Huhu.

Keinen ZUVERLÄSSIGEN. Anschlüsse hierzulande sind Glücksspiel pur. Dafür müsste eigentlich eine entsprechende Lizenz vorliegen. Das ist aber in einem so großen vielfach verwobenen Netz auch kein Wunder. Und kein Vergleich zu den paar Kilometern in Österreich oder irgendwo am Rande der Welt.

Na ja, das kleine Land am Rande der Welt hat aber auch Schienen. Und Wien-Bregenz entspricht von der Fahrzeit her immerhin etwa München-Kiel ...

Jo... Und dann vergleichen wir jetzt mal die Netzwirkung. Wieviele Strecken zweigen zwischen München und Kiel dann auf dem Laufweg ab und wieviele zwischen Wien und Bregenz? Und wieviele Abzweige haben ihrerseits die abzweigenden Strecken wieder?

Wenn dein RJ in Innsbruck raus ist, kann der da am Arlberg das totale Chaos anrichten - das juckt zwischen Innsbruck und Brenner und auf der Giselabahn und sonst in Österreich niemand. Unser ICE müßte da schon bis Hamburg kommen und kann ab da Schleswig-Holstein lahmlegen und nicht mehr. Vorher aber gibt's zig Möglichkeiten, ein Chaos weiterzutragen in GROSSE TEILE des Netzes. In Würzburg passt der Anschluss nach Frankfurt nicht. Bei Fulda bremst er die Linie Frankfurt Dresden aus, die dann in Erfurt und Leipzig für Durcheinander sorgt. Bei Kassel muss dann der ICE Schweiz Berlin dran glauben, was in Wolfsburg eine Kollision mit dem ICE Ruhrgebiet Berlin bedeutet. In Hannover wird dann die Gegenrichtung Berlin Ruhrgebiet getroffen, der IC nach Amsterdam. Letzterer bringt in Rheine den IC Ruhrgebiet Norddeich aus dem Takt. Was in Gegenrichtung den IC Norddeich Leipzig verspätet. Wodurch in Bremen der Rollbahn-IC ausgebremst wird. Der dann in Köln alles durcheinander bringt. Was für geänderte Zugfolgen und Verspätungen auf KRM bedeutet und sich so bis Basel und München durchzieht.

Das klappt in Österreich nicht. Bestenfalls schafft man es, in Salzburg noch für etwas Trubel auf der Tauernstrecke zu sorgen. Was später für Action Richtung Zell am See und Graz sorgt. Und dann läuft die Verspärungswelle aus und das war's. Während Deutschland ein echtes NETZ hat und sich die Welle immer weiter ausbreitet im gesamten Land und dabei auch die Gegenrichtung erfasst und Deutschland ins Chaos abgleitet. Während die 3 verspäteten RJ in Österreich längst am Ziel sind.


Schöne Grüße von jörg

... also bitte ...

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 14.07.2020, 17:35 (vor 2075 Tagen) @ Der Blaschke

Man darf nicht die internationale Ebene vergessen, die ist in Österreich und auch Tschechien ungemein größer.

Wenn aus Ungarn der RJX nach München verspätet ist, kann er im dichten Verkehr auf der Weststrecke für Chaos sorgen und wird bis München keine Ruhe haben.

Umgekehrt dasselbe.

Bei Graz - Wien - Prag ist's auch so eine Geschichte, da sind beidseitig der Grenze mehrere Taktknoten zu erreichen und das Verspätungspotenzial besteht in beiden Ländern.

Mein Erlebnis ist das, dass man in der Regel alle Hebel in Bewegung setzt, um verspätete Zügr durchzuboxen, koste es was ed wolle. Allerdings sind Anschlussbrüche aus Tschechien in Wien nicht unüblich. Wobei man die wichtigen Ziele dann eben auch jeweils im Stundentakt erreicht, Salzburg sogar jede halbe Stunde und nach Linz hat's möglicherweise noch einen ICE als Anschluss.

Meine Verbindung war freilich besonders, es ist eine internationale Umsteigeverbindung und es fahren nur wenige Züge über die Relation des Zuges, auf dem umgestiegen wurde.

Klar, auch Deutschlands Netz ist in Europa stark eingebunden, aber wenn man ein großes Land mit einem kleinen vom Netz her vergleicht, halte ich es für legitim, dem kleinen Land wenigstens die stärkere Abhängigkeit von internationalen Relationen zuzugestehen.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

[AT][CZ] Von wegen unter 10 Minuten geht nicht zum Umsteigen

Holger2, Samstag, 11.07.2020, 23:41 (vor 2077 Tagen) @ J-C

Das ist genau das, was ich gerne hab. Ein geschmeidiger Umstieg und dann sofort weiter. Keine Ahnung, wieso es Leute gibt, die noch 10 Minuten am Bahnhof trödeln wollen.

Hallo,
das kann ich Dir genau sagen seitdem ich öfter mit meiner Tochter im Kinderwagen unterwegs bin:

1. Weil eben nicht jeder Anschluss am gleichen Bahnsteig stattfindet. Und weil es immer auch Menschen gibt, die nicht so flott unterwegs sind, wie Du.
Weil die Aufzüge am anderen Ende vom Bahnsteig sind (Nürnberg).
Weil wenn ich mit Gepäck und Kinderwagen am Aufzug ankomme, dort schon eine Schlange von Radfahrern steht, die überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass Sie auch die Treppe nehmen könnten.
...
2. Gerade bei längeren Fahrten ist es auch schön, wenn man sich zwischendrin mal wieder mit Getränken eindecken kann. Weil derzeit die Zugrestaurants vielfach noch geschlossen sind (Italien) - oder einfach nicht vorhanden (Schweiz).

Holger

mal so mal so

HH-Ole, Montag, 13.07.2020, 15:07 (vor 2076 Tagen) @ J-C
bearbeitet von HH-Ole, Montag, 13.07.2020, 15:11

Vielen Dank für den launigen Bericht - ich kenne einfach beide Modi:

1.) Alleine zum Spass oder auf Dienstreise fahrend bin ich flexibel, spekuliere auch mal auf negative Anschlüsse bzw. wechsele spontan den Zug, wenn mir gegenüber ein ICE auffällt, der auf die gleiche Strecke soll und schon Ausfahrt hat (vgl. Glücksspiel) - seiner eigenen Fahrplanverbindung davon zu fahren gibt ein gutes Gefühl (allgemein machen oft verspätete Züge Rekordnettofahrzeiten erst möglich).

2.) Mit Familie und Sitzplatzreservierungen optimiere ich auf Zuverlässigkeit, das heißt bei von DB-Fernverkehr verkauften Korrespondenzanschlüssen buche ich meist ein oder zwei Stunden Aufenthalt ein. Da kann man sich etwas die Zeit vertreiben, sei es im Bahnhof (Lounge, Gastro, Einkauf) oder man guckt mal ob es in der Stadt einen bahnhofsnahen Spielplatz hat oder interessante Restaurants etc.. Dadurch steigt die Bruttoreisezeit stark, aber auch die Entspannung, der Modus ist dann halt im Zweifel den ganzen Tag "unterwegs" - aber die Zugfahrten selbst werden durch die Stückelung und Pausen durch die Kinder eher kürzer wahrgenommen als wenn die am Stück liegen.

Zehn-Minuten-Anschlüsse sind da für mich nicht besonders atrraktiv: Sie klappen zu oft, als dass ich mich darüber im Sinne von 1.) besonders freuen würde, und sie gehen zu oft schief, als dass ich mich für 2.) auf sie verlassen wollte :-)

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