[6MGA] Teil 22: Rochers de Naye und tpf [m50B] (Reiseberichte)

Math5D, Mittwoch, 27.05.2020, 10:53 (vor 2125 Tagen)

Die Fahrt heute hatte ich schon ewig lange vorgehabt, aber immer war irgendetwas dazwischengekommen. Dabei war sie besonders wichtig, da sie die vielleicht teurste Bahn behinhaltet, die vollständig im GA enthalten ist. Und zwar geht es auf die Rochers de Naye oberhalb von Montreux, auf die eine 800mm-spurige Zahnradbahn führt. Historisch ist vor allem erwähnenswert, dass der damaligen "Chemin de fer Montreux-Glion" verweigert wurde, im Bahnhof von Montreux zu halten. Also kauften sie einfach das benachbarte Hotel, ließen es abreißen und bauten es mit ihrer Station darunter wieder auf.
Da die Fahrt so nahe bei mir liegt, wäre es ausnahmsweise unsinnig, um 5:41 loszufahren, und so nehme ich die erste S-Bahn des Tages seit Ewigkeiten (Teil 5) zum ersten Mal nicht. Stattdessen fahre ich mit der S4 eine Stunde später und dann dem RE nach Montreux.

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1 Um 7:31 komme ich dort an. Der erste bereitstehende Zug fährt jedoch nicht bis zur Bergstation. Im Winter wird diese montags und dienstags auch gar nicht bedient und an den anderen Tagen nur, solange die Sonne scheint.

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2 So mache ich einen kurzen Abstecher runter zum See, an dem langsam die Sonne aufgeht.

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3 Wieder im Bahnhof. Hier fährt ein Goldenpass-Zug der MOB los

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4 und hier die Zahnradbahn. Insgesamt sind also drei Spurweiten vertreten - einzigartig für die Schweiz.

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5 Auf der anderen Seite hat die ein kleines "Depot".

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6 Kleines technisches Detail: Die Bahn nach System Abt fährt im reinen Zahnradbetrieb. Deshalb liegen auch in der Station Zahnschienen, aber häufig nur eine Lamelle. Hier kommt die zweite dazu.

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7 Da kommt mein Triebzug an, der im goldenpass-Design ist, das die MOB zeitweise für alle ihre Züge verwendete (Die Bahn gehört zwar eigentlich den Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR), die treten aber gemeinsam mit der MOB auf, weswegen ich sie im Wesentlichen synonym verwende).

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8 Vornean schiebt er einen kleinen Skibehälter, der auch komplett voll wird. Zum Glück gehören fast alle Skileute zu einer Gruppe, die den hinteren Zugteil reserviert haben; so haben die normalen Fahrgäste im vorderen zumindest etwas mehr Platz zur Verfügung. Bis auf den letzten Sitzplatz wird es trotzdem voll.

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9 Blick auf Schloss Chillon und dahinter Villeneuve, wo Bombardier die erfolgreichen Twindexx SwissExpress baut. Nach Meinung der Leute in der Region kann das Werk nach diesem Auftrag vermutlich wegen der hohen Fehleranfälligkeit ihrer Produkte schließen.

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10 Ein paar Serpentinen weiter kommt der Gipfel in Sicht.

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11 Oben laufen die Skifahrer schnell zur Piste, sodass ich dieses menschenleere Foto machen kann.

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12 Nochmal in der anderen Richtung.

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13 Da fährt der Zug im Schatten wieder runter. Wer sich auskennt, erkennt am Horizont das Dreigestirn (ungefähr oberhalb der Stelle, wo der rechte Tunnel im Berg verschwindet).

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14 Leider ist im Winter das Restaurant auf der anderen Seite des Bergs geschlossen, von dem man die ideale Sicht auf den Genfersee hätte. Auch auf den Gipfel kommt man mit normalen Schuhen nicht. So kann man von hier nur den letzten Zipfel sehen.

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15 Gegen den Uhrzeigersinn schließen sich die beiden Tours aus dem letzten Teil an.

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16 Gerade so bin ich diesen Hang hier hochgekommen, von dem aus man einen Überblick über den Bahnhof hat.

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17 Nach 30min kommt erstmal ein Güterzug an.

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18 Noch ein Bild in die Ferne. Ganz rechts der Mönch, dann Eiger (hinter dem so gerade Schreckhorn und Lauteraarhorn hervorgucken) und in der Bildmitte das Wetterhorn mit seiner senkrecheten Flanke. Links davon die Gruppe um die Männliflue.

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19 Auch in der Weiche behält jeder Ast nur eine Abt-Lamelle. So müssen die Zahnschienen nicht mit geschaltet werden.

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20 Da kommt mein Zug nach unten.

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21 Aus dem heraus noch ein Bild auf die Gruppe des Vanil Noir.

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22 Das heißt also "Wasserscheide" auf Französisch.

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23 Etwas weiter unten sieht man nun fast den ganzen See mit den französischen Alpen.

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24 Gegenüber fährt eine Standseilbahn von Les Avants nach Sonloup.

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25 Am Horizont erkennt man den schweizer Jura, davor die Städte am Nordufer des Sees.

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26 Zoom auf Lausanne.

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27 Hier geht es an der Dent du Jaman vorbei.

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28 Rückblick auf den Gipfel

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29 und Vorblick auf Montreux sowie dahinter Vevey mit dem Mont Pèlerin.

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30 Drüben geht die Goldenpass-Strecke entlang. Inzwischen gibt es offenbar einen Stromausfall im Netz, aber als bergabfahrender Zug bügeln wir einfach ab und fahren mit Bremswiderstand weiter.

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31 In Glion steht diese Schneefräse bereit.

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32 Ganz unten rangiert die MOB, die ich nun nehmen möchte, ein paar Züge um.

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33 Hier die Lok von eben zwischen zwei SURF - so nennt die MOB ihre GTW.

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34 Dann kommt auch der Zug von der Goldenpass-Strecke an, die hier sehr steil beginnt. Er wird von einem Sandwich aus Westschweizer Meterspurzügen angetrieben, die die MOB ALPINA nennt.

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35 Da stehen sie alle drei. Für mich geht es nun auf der Goldenpass-Strecke weiter, jedoch nicht mit dem gerade angekommenen Zug, sondern mit dem, der vorhin umrangiert und erst im letzten Moment mit einer anderen Lok bereitgestellt wurde.

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36 Gegenbild zu 30 mit Rochers de Naye und Dent du Jaman. Danach geht es unter dem Col de Jaman durch einen Tunnel und danach steil bergab ins Tal der Sarine (Saane).

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37 In Montbovon steige ich wieder aus.

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38 Auf die Lok vom Typ GDe4/4 (was eigentlich eine Mischung aus Lok- und Triebwagenbauart ist, denn das G steht normalerweise für Schmalspurlok und das D für Gepäcktriebwagen) folgen moderne Panoramawagen

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39 sowie der hier, in dem ich saß. Es handelt sich um den As110, den ersten Panoramawagen der MOB, der wegen seines Alters inzwischen deklassiert wurde. Das weiß bloß keiner, weil es nirgendwo steht, und so hatte ich den Wagen für mich alleine. Zuerst war es auch eiskalt darin, aber nach ein paar Versuchen hat die Schaffnerin es dann doch geschafft, die Heizung anzustellen, die neben der Wärme einen ältlichen Gestank verbreitet.

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40 Die MOB fährt ab Montbovon bis hinter Gstaad wieder bergauf, ich nehme aber nun diesen Westschweizer Meterspurzug der tpf, der bergab nach Bulle fährt.

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41 Hier irgendein Dorf entlang der Strecke - die sehen dort alle gleich aus.

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42 In Bulle wird der Zug seit dem Fahrplanwechsel nach Broc-Fabrique durchgebunden, wo ein Werk von Nestlé steht. Vorher wurden die Züge aus Palézieux nach Broc-Fabrique durchgebunden, die nun in Bulle enden. In Zukunft wird sich das wohl nochmal ändern, denn dieses Stück soll auf Normalspur umgebaut werden, damit die Züge aus Bern/Fribourg/Romont dorthin fahren können.

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43 Wieder in Bulle nehme ich nun den normalspurigen FLIRT in Richtung Bern,

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44 der kurz vor Romont an Nespresso vorbeifährt und dann auf die Hauptstrecke Lausanne-Bern fährt. Schon seit der Abfahrt zeigt der an, dass er ab Romont 10min Verspätung haben wird, aber wir erreichen den Ort pünktlich.

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45 Ich steige hier aber sowieso aus, um wieder nach Bulle umzukehren.

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46 Inzwischen fährt der IR15 nach Genf durch, der heute im Sandwich bespannt ist.

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47 In der Gegenrichtung kommt diese Ersatzgarnitur aus Lausanne, die hier endet. Die Fahrgäste werden gebeten, ab hier meinen RE von eben nach Bern zu nehmen, der deshalb gewartet hat und jetzt auch noch schön voll wird. Besonders genial fand ich dabei die Durchsage, die erst für die Fahrgäste nach Bulle meinen nächsten Zug ansagt, dann für die nach Bern meinen von eben und dann für die nach Luzern nochmal in aller Ausführlichkeit meinen von eben - und ab Bern sollen sie dann selber weiter sehen.

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48 Da fährt mein letzter Zug weg

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49 und da kommt der Gegenzug, allerdings nur aus Freiburg.

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50 Zurück in Bulle. Im Hintergrund sieht man noch einige ältere Züge rumstehen. Von hier nehme ich die letzte Strecke der tpf, die mir noch fehlt, nämlich die nach Palézieux.

Dort steht dann die S4 nach St-Prex schon bereit. Nachdem ich eingestiegen bin, setzt die plötzlich und ohne das Aufheben der Türfreigabe zurück, um noch einen zweiten Domino anzukoppeln, in den ich prompt wechsel, da er erfahrungsgemäß leerer ist. Seltsamerweise ist dessen Zugzielanzeiger auch ausgefallen, sodass die meisten Leute erst recht lieber den ursprünglichen Zugteil nehmen. Ich komme an diesem Tag um 17:14 an und damit zum ersten Mal seit Langem noch vor der absoluten Dunkelheit.

[6MGA] Teil 22: Rochers de Naye und tpf [m50B]

sflori, Mittwoch, 27.05.2020, 19:57 (vor 2125 Tagen) @ Math5D

Super! Gefällt mir! :)

Da bin ich doch ungefähr mir allem rumgefahren, was es "da unten" gibt, nur nach Rochers de Naye hab ichs irgendwie nicht geschafft. Nach den Fotos hier muss ich das unbedingt mal nachholen.


Bye. Flo.

[6MGA] Teil 22: Rochers de Naye und tpf [m50B]

Math5D, Mittwoch, 27.05.2020, 21:23 (vor 2125 Tagen) @ sflori

Super! Gefällt mir! :)

Da bin ich doch ungefähr mir allem rumgefahren, was es "da unten" gibt, nur nach Rochers de Naye hab ichs irgendwie nicht geschafft. Nach den Fotos hier muss ich das unbedingt mal nachholen.


Bye. Flo.

Danke!
Ja, das ist wirklich zu empfehlen, aber am besten im Sommer, da man dann auch leicht auf den Gipfel kann. Und wenn man ein paar Franken sparen will, kann man dann auch eine Richtung wandern.

[6MGA] Teil 22: Rochers de Naye und tpf [m50B]

sflori, Mittwoch, 27.05.2020, 22:21 (vor 2125 Tagen) @ Math5D

Ja, das ist wirklich zu empfehlen, aber am besten im Sommer, da man dann auch leicht auf den Gipfel kann.

Guter Tipp. Kommt auf die To-Do-Liste! :)


Bye. Flo.

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