Überdurchschnittlicher Fahrgastzuwachs im Bahnfernverkehr (Allgemeines Forum)

oska, Mittwoch, 08.04.2020, 20:02 (vor 2187 Tagen)
bearbeitet von oska, Mittwoch, 08.04.2020, 20:05

Über 11,6 Milliarden Mal waren Fahrgäste im Jahr 2019 im Liniennah- und -fernverkehr mit Bussen und Bahnen in Deutschland unterwegs. Das waren durchschnittlich fast 32 Millionen Fahrten am Tag. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, nahm die Zahl der Fahrgastbeförderungen damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 % zu. Damit setzte sich der kontinuierliche Anstieg der Gesamtzahl der Fahrgastbeförderungen seit 2004 – dem ersten Jahr, für das vergleichbare Daten vorliegen – weiter fort.

Überdurchschnittlicher Fahrgastzuwachs im Bahnfernverkehr

Überdurchschnittlich stieg 2019 die Zahl der Fernverkehrsreisenden mit Eisenbahnen, und zwar um 1,9 % gegenüber dem Vorjahr auf über 151 Millionen. Das waren mehr als je zuvor. Der Linienverkehr mit Fernbussen verzeichnete dagegen einen deutlichen Rückgang um 7,9 % auf 21 Millionen Fahrgäste. Dieser Vorjahresvergleich wird jedoch durch einen Sondereffekt beeinflusst: Ein Teil der Linienverbindungen wurde auf Unternehmen mit Sitz im Ausland verlagert und ist dadurch nicht mehr in der Statistik enthalten.

Unternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beförderten 2019 mit über 11,4 Milliarden den überwiegenden Teil der Fahrgäste. Das waren 0,4 % mehr als 2018. Davon nutzten 5,3 Milliarden Fahrgäste Busse (-0,4 %). 4,1 Milliarden Fahrgäste fuhren mit Straßen-, Stadt- und U-Bahnen (+0,4 %) und 2,8 Milliarden mit Eisenbahnen und S-Bahnen (+2,0 %).

Fahrgastaufkommen im Liniennahverkehr seit 2004 um 15 % gestiegen

Im Liniennahverkehr war das Fahrgastaufkommen im Jahr 2019 um fast 1,5 Milliarden oder 15,0 % höher als 15 Jahre zuvor. Besonders starke Zuwächse gab es in diesem Zeitraum im Eisenbahnnahverkehr (+41,8 %) und bei Straßenbahnen (+22,8 %). Der Nahverkehr mit Bussen erzielte dagegen nur einen leichten Anstieg von 0,2 %.

Methodische Hinweise:

Die Angaben stammen von den rund 800 größeren Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland im Liniennahverkehr mit Bussen und Bahnen und im Linienfernverkehr mit Bussen, die mindestens 250 000 Fahrgäste im Jahr beförderten, sowie von allen Unternehmen mit Eisenbahnfernverkehr.

Im Nahverkehr werden Fahrgäste, die während einer Fahrt zwischen den Verkehrsmitteln eines Unternehmens umsteigen, in die Gesamtzahl nur einmal einbezogen, in die nach Verkehrsmitteln untergliederten Angaben jedoch mehrmals. Als Fahrgäste werden Beförderungsfälle erhoben. Fahren im Berichtszeitraum Personen mehrfach, so werden diese auch mehrfach gezählt.

Quelle: Statistsches Bundesamt, 8. April 2020

Dort findet Ihr auch eine Tabelle "Beförderungen im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen im Jahr 2019", Fahrgäste und Berförderungsleistung aufgeschlüsselt nach Verkehrsart:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/04/PD20_124_461.html

Überdurchschnittlicher Fahrgastzuwachs im Bahnfernverkehr

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Sonntag, 12.04.2020, 10:53 (vor 2184 Tagen) @ oska

Bei den vielen Spar und Sonderangeboten ist das auch kein Wunder, das es zu einem solchen Anstieg kam. Zusätzlich begünstigt hat es noch die Klimadebatte.
Aber mit Spar und Sonderangeboten kann man auf Dauer keine Kostendeckung erreichen. Ob das daher so sinnvoll ist, ständig mit Sonder und Sparangeboten um sich zu werfen?

Überdurchschnittlicher Fahrgastzuwachs im Bahnfernverkehr

JanZ, HB, Sonntag, 12.04.2020, 13:10 (vor 2184 Tagen) @ Tabernaer
bearbeitet von JanZ, Sonntag, 12.04.2020, 13:11

Ich las gestern noch in den Nahverkehrs-Nachrichten, dass der Gewinn der DB zwar im zweistelligen Prozentbereich zurückgegangen ist, dass das aber vorwiegend an den Investitionen im Netz läge. Ganz falsch kann die Preispolitik also nicht sein.

Überdurchschnittlicher Fahrgastzuwachs im Bahnfernverkehr

Henrik, Sonntag, 12.04.2020, 16:14 (vor 2184 Tagen) @ JanZ

Ich las gestern noch in den Nahverkehrs-Nachrichten, dass der Gewinn der DB zwar im zweistelligen Prozentbereich zurückgegangen ist, dass das aber vorwiegend an den Investitionen im Netz läge. Ganz falsch kann die Preispolitik also nicht sein.

können wir im Original auch hier lesen,

Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) sank gegenüber dem Vorjahr infolge hoher Zukunftsausgaben um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

im Geschäftsbericht können wir uns die Zahlen dann im Detail ansehen.

Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) von DB Fernverkehr nahm um 16,3% bzw. um 68 Mio € zu auf 485 Mio Euro.

Überdurchschnittlicher Fahrgastzuwachs im Bahnfernverkehr

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Sonntag, 12.04.2020, 20:18 (vor 2183 Tagen) @ Henrik

Reden wir hier von der DB Fernverkehr AG? Oder von DB Regio? Oder von der FB im gesamten als AG? Das macht nämlich nem Unterschied. Klein aber fein...

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