Fußball & Bahn VI – Mit dem Eurostar nach London (1/2, 28B) (Reiseberichte)

ICE 1517, Freitag, 28.02.2020, 18:39 (vor 2279 Tagen)

Hallo zusammen,

als Fußballauswärtsfahrer eines rot-weißen Brauseclubs in Sachsen (RB Leipzig) habe ich mich auch diese Saison auf den Weg gemacht – mit der Bahn in viele spannende Städte und Stadien. Heute möchte ich einen Einblick geben in meine letzte Reise. Wir sind in internationaler Mission unterwegs und es geht u.a. nach London. Wir werfen wieder einen Blick auf Züge, Sehenswürdigkeiten und ein wenig Fußball.

London, Vereinigtes Königreich
RB Leipzig spielt ja auch international diese Saison. Die bisherigen Reiseziele in der Champions League klangen auf jeden Fall interessant: Lissabon, St. Petersburg oder Lyon. Die ersten beiden erfordern zu viel Ausdauer für mich, um das mit der Bahn zu machen und Lyon hat leider zeitlich einfach nicht gepasst. Aber das Abenteuer Champions League geht glücklicherweise noch eine Runde weiter, Leipzig hat sich als Gruppenerster für das Achtelfinale qualifiziert und uns wurde als Gegner Tottenham Hotspur zugelost. Es geht also in die britische Hauptstadt, in ein Land wenige Tage nach dem Brexit. Was gibt’s zu beachten, wenn man in ein Land reist, das gerade die EU verlassen hat?

Glücklicherweise momentan noch recht wenig, es gelten viele Regelungen übergangsweise weiterhin. Der Personalausweis genügt zur Einreise, ein Visum ist nicht nötig. Heißt also: Planen, buchen, fahren und genießen.

Für die Hinfahrt hab ich diese Verbindung ausgewählt:
Dienstag, 18. Februar 2020
19:33 Uhr ab Leipzig Hbf mit ICE 1552
22:36 Uhr an Frankfurt(Main)Hbf

Mittwoch, 19. Februar 2020
08:16 Uhr ab Frankfurt(Main)Hbf mit ICE 316
11:35 Uhr an Brüssel Midi

12:52 Uhr MEZ ab Brüssel Midi Eurostar mit EST 9133
14:05 Uhr GMT an London St. Pancras International

Zwischenzeitlich gab’s noch andere Pläne, z.B. mit einem Flixbus um 00:25 Uhr von Leipzig nach Frankfurt zu reisen. Aber lieber baue ich nochmal eine Übernachtung in Frankfurt ein, um fit für einen langen Tag zu sein.

Los geht’s also mit der ersten Etappe von Leipzig nach Frankfurt.

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ICE-T „Passau“ hat mich nach Frankfurt am Main gebracht, wo ich erstmal noch eine Nacht in einem Hotel schlafe.

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Die Aussicht vom Hotelzimmer im 8. Stock ist auf jeden Fall genial und lässt mich mit einem zufriedenen Lächeln zurück, auch wenn der Plan mit dem Ausschlafen nicht wirklich aufgegangen ist. Für die nächste Etappe nach Brüssel erwartet mich nun dieser ICE 3, allerdings nur für die nächsten rund 11km:

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Die Türen werden freigegeben und ich nehme meinen reservierten Sitzplatz in Wagen 22 ein. Wenige Minuten später ist es nicht mehr mein Sitzplatz. Die Wagennummer hat sich auf 32 geändert. Nur kurz darauf sitze ich plötzlich in Wagen 42 und dann doch wieder in Wagen 32. ICE 316 nach Brüssel führt nämlich auch noch ICE 128 nach Amsterdam mit sich und es herrscht etwas Verwirrung, welcher Zugteil nun wohin fahren soll. Nach Abfahrt klärt das Zugpersonal aber auf, dass man die Wagennummern ändern musste und wir bitte am Flughafen in den anderen Zugteil wechseln sollen. Es gibt nichts Besseres am frühen Morgen, als 150m mit Gepäck durch den Zug zu latschen, dann am Bahnsteig auf eine große Menge zu treffen, die das Gleiche in die andere Richtung mitmacht und dann im richtigen Zugteil weitere 150m zurückzulegen. Die ganzen Spielchen haben auch ein paar Verspätungsminuten eingebracht, die wir bis Aachen wieder loswerden. In Brüssel geht’s dann vom ICE weiter zum Eurostar-Terminal.

In der Eurostar-App lese ich schon vorher, dass mich hier die nächste Überraschung erwartet. Die ursprünglichen Reservierungen sind erstmal ungültig, weil ein anderer Zugtyp eingesetzt wird. Eurostar weist aber jedem Fahrgast einen neuen Sitzplatz zu.

Am Eurostar-Terminal läuft’s wie folgt ab: Zuerst wird das Ticket kontrolliert, man checkt ein. Viele Kunden vor Ort tun das über Zutrittssperren mit Ticketscanner. Wer ein Online-Ticket von der Deutschen Bahn hat, muss am personenbedienten Schalter das Ticket vorzeigen. Hier erhält man dann auch die neue Platzkarte. Anschließend geht’s weiter zur Gepäckkontrolle: Jacke ausziehen, Handy und Geldbörse ablegen, alles mit Koffer und Rucksack durchleuchten lassen, durch den Metalldetektor schreiten und alles wieder mitnehmen. Zum Schluss hätten wir noch die Passkontrolle: Die EU guckt einmal, wer hier raus will und die Briten gucken, wer bei ihnen einreisen möchte.

Anschließend ist Warten angesagt, dazu gibt’s einen großen Wartebereich mit hunderten Sitzplätzen im Warmen, begleitet von einem Duty-free-Shop und einem Gastronomie-Angebot. 15 Minuten vor Abfahrt wird dann der Bahnsteig geöffnet und wir dürfen zum Zug.


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Bereit steht ein Eurostar der TGV-Generation.

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Wenn hunderte Fahrgäste die selbe Rolltreppe nach oben wollen und sich auf 300-400m Zug verteilen müssen, dann können 15 Minuten doch erstaunlich schnell vergehen. Aber wir können auf jeden Fall pünktlich abfahren. Das Vibrieren beim Anfahren und die Fahrgeräusche erinnern mich dabei ein wenig an den ICE-T.

Über die Schnellfahrstrecken HSL-1 und LGV-Nord steuern wir auf den Eurotunnel zu.

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Für die nächsten 20 Minuten ist Dunkelheit angesagt. Wer unter Tunnelphobie leidet, sollte sich vielleicht nicht mit den blanken Zahlen zum Eurotunnel befassen. 50km sind’s, davon verlaufen 38 unter dem Ärmelkanal und bis zum Meeresgrund geht’s teilweise bis zu 75m nach oben. Im Falle eines Falles ist Hilfe also bis zu 25km entfernt, daher sind die Züge auch mit Feuerlöscheinrichtungen ausgestattet und selbst im Brandfall sollen die Züge noch 30 Minuten lang weiterfahren können. Das Zugpersonal an Bord hat zudem einen peniblen Blick dafür, dass Gänge und Türen freigehalten werden und kontrolliert dies auch mehrfach während der Fahrt.

Auf englischer Seite geht’s dann über die nächste Schnellfahrstrecke, die HS1, weiter nach London. Die etwa 350km von Brüssel nach London in nur 133 Minuten bei 2 Zwischenstopps zurückzulegen, ist schon beeindruckend.

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Der Eurostar kommt zum Stehen in der großen Halle des Bahnhofs London St. Pancras.

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St. Pancras bei Nacht: Von außen möchte man mit diesem Gebäude alles Mögliche verbinden, aber einen Bahnhof hätte ich hinter dieser imposanten Fassade nicht vermutet.

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Direkt neben St. Pancras liegt der Bahnhof Kings Cross, an dem sich auch das legendäre Gleis 9 3/4 aus Harry Potter befindet. Tagsüber ist hier eine große Warteschlange, um sich einmal an dem Gepäckwagen fotografieren zu lassen, der in der Wand verschwindet. Und der Gepäckwagen verschwindet wirklich: Wenn man nachts an der selben Stelle wieder vorbeiläuft, ist der Gepäckwagen weg. Böse Zungen sprechen von einer Marketing-Masche, andere von Magie.

Es geht wenig später weiter mit der Londoner U-Bahn nach Tottenham. Das Tarifsystem der London Underground ist für Gäste erstaunlich unwichtig. Damit man an den Zugangssperren zur U-Bahn vorbeikommt, benötigt man nur eine Kreditkarte und hält diese an ein Terminal. Beim Verlassen einer Station das gleiche Spiel nochmal. Anhand der Daten wird ermittelt, welche Tarifzonen man durchfahren hat und welcher Tarif fällig wird. Aber keine Sorge: Es gibt einen Tagestarif, über den nicht hinaus abgebucht wird, egal wie viel man gefahren ist. Bei den Bussen läuft’s ähnlich: Hier wird allerdings nur beim Betreten des Busses die Kreditkarte ans Terminal gehalten, beim Verlassen nicht.


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Wir sind nun an der Haltestelle Tottenham Hale angekommen. Was man über die unterirdischen Strecken wirklich sagen muss: Es rumpelt, scheppert und kracht extrem, wenn man damit fährt. Aber die haben ordentlich Geschwindigkeit drauf und das bei sehr dichten Taktungen. Und da unten herrscht eine eigene Klimazone: Warm und stickig.

Oberirdisch geht’s zu Fuß weiter, als Fanmarsch. Die Strecke vom Bruce Grove zum Tottenham Hotspur Stadium ist für uns abgesperrt worden.

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4000 Leipziger sind mit nach London gekommen. Vorbei an den legendären Londoner Doppeldecker-Bussen geht’s Richtung Stadion. Das Tottenham Hotspur Stadium ist quasi noch neu, das Eröffnungsspiel war im letzten April. Ein wahrer Prachtbau für über eine Milliarde Euro.

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Licht aus: Vor Spielbeginn gibt’s eine Lichtshow, um das Publikum nochmal in Stimmung zu bringen.

Zum Spiel: Die Situation beider Mannschaften ist geprägt von vielen Ausfällen durch Verletzungen oder Sperren. RB Leipzig hat das Spiel gut im Griff, einzig an der Chancenverwertung hapert es. Tottenham verschuldet schließlich einen Elfmeter in der 2. Halbzeit.

Ich hatte noch nie das Vergnügen, bei einem Elfmeter so nah dran zu sein. Und das dürfte auch eins der wenigen Male gewesen sein, bei dem ich aus meiner Entfernung sagen konnte: Ja, Elfmeter ist ohne Zweifel die richtige Entscheidung.


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Timo Werner steht am Elfmeterpunkt bereit…

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…und Leipzig bejubelt kurz darauf das 0:1. Mit diesem Ergebnis geht das Spiel auch später zu Ende. Es wäre mehr drin gewesen und vielleicht fällt uns das im Rückspiel noch auf die Füße. Aber für den Moment ist es ein gigantischer Erfolg.

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Auf geht’s zum Sightseeing am nächsten Morgen und das mitten im Londoner Berufsverkehr. Im Underground ist viel los, an der Haltestelle London Bridge warten an den Zutrittssperren schon große Menschenmassen, während die Station auch gleichzeitig einen nicht aufhörenden Strom an Leuten ausspuckt.

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Ein Großteil davon nimmt auch den Weg über die London Bridge, im Hintergrund ist die Tower Bridge zu sehen.

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Die Tower Bridge nochmal aus der Nähe.

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Weiter geht’s auf’s London Eye, das höchste Riesenrad in Europa.

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Die Aussicht von oben ist atemberaubend, nur das Wetter ist heute typisch englisch. Regen und Wind peitschen gegen die Gondel.

Ich hab ein bisschen Pech in letzter Zeit bei meinen Reisen, wenn’s um den Ausblick auf Sehenswürdigkeiten geht. Wenn ich komme, dann herrscht entweder hartnäckiger Nebel oder es wird gebaut. In London ist es Letzteres, hier läuft ein Wettrüsten mit Baugerüsten:

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Die Houses of Parliament mit dem komplett eingerüsteten Big Ben.

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Die daneben liegende St. Margaret’s Church vor Westminster Abbey ist ebenfalls eingerüstet.

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Am Piccadilly Circus ist die Sicht glücklicherweise frei. Eine kleine Straßenbaustelle und ein Kran haben sich trotzdem ins Bild geschmuggelt.

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Eine letzte Fahrt im Untergrund.

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Der Zeitpunkt der Rückfahrt ist gekommen. Auch in London St. Pancras läuft die Prozedur aus Check-in, Gepäck- und Passkontrolle. Vor Abfahrt heißt es nochmal Warten, bis der Bahnsteig geöffnet wird.

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Und diesmal gibt’s einen anderen Zugtyp: Ein Eurostar-Velaro steht bereit für die Rückfahrt.

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Die Sitzabstände sind ein wenig enger und die Beleuchtung etwas gedämpfter als im ICE, auch wenn es auf dem Bild nicht so rüberkommt. Und wenn man sich die Wandverkleidung so anschaut, merkt man sofort die Handschrift eines ICE.

Wir kommen in Brüssel pünktlich an und es geht zügig weiter zum ICE International nach Deutschland. Ich bin froh, dass alles reibungslos klappt und ich so Begriffe wie HOTNAT nicht näher kennenlernen muss. Die Fahrt nach Deutschland ist dann erstmal unspektakulär. Mit dem Überschreiten der deutschen Grenze ändert sich das aber. Die Strecke von Aachen weiter nach Köln ist aufgrund eines Notarzteinsatzes am Gleis gesperrt. Und das führt dazu, dass der ICE International heute mal hier hält:

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Die Umleitung nach Köln führt über Mönchengladbach und Krefeld. Und wie komm ich jetzt auf meinem Weg zurück dazu, ausgerechnet in Krefeld auszusteigen?

Das nächste Auswärtsspiel am Samstag ist in Gelsenkirchen und liegt sozusagen „auf dem Weg“, insofern nehme ich das einfach gleich mit. Und dank des Zusatzhalts muss ich nicht deutlich später in Köln umsteigen, sondern kann die Umleitung dazu nutzen, sogar früher als gebucht an meinem Ziel Essen Hbf anzukommen. Ich hoffe, dass das ausgeteilte Fahrgastrechteformular nicht als Aufforderung zu verstehen ist, für die Verfrühung noch extra Geld an die Bahn zu zahlen.

Gleich weiterlesen in Teil 2…

Fußball & Bahn VI – Mit dem Eurostar nach London (2/2, 20B)

ICE 1517, Freitag, 28.02.2020, 18:40 (vor 2279 Tagen) @ ICE 1517

Ruhrgebiet: Essen, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen
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Blick aus dem InterCityHotel in Essen: Wer Statistiken führen möchte, welcher ICE hier vorbeikommt und wie viele Türstörungszettel an einer S-Bahn hängen, ist mit so einem Zimmer bestens bedient. Und schon oft genug erwähnt in früheren Beiträgen: Für den Aufenthalt gibt’s vom Hotel wieder ein Ticket für alle Busse und Bahnen im VRR dazu - eine gute Grundlage, um im Ruhrgebiet auf Entdeckungsreise zu gehen.

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Der Essener Hauptbahnhof am Vormittag.


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Seit meinem letzten Besuch hier hat sich die S-Bahnflotte ein wenig modernisiert. Heute geht’s erstmal nach Dortmund, allerdings mit einem RE.

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Das Binarium im Dortmunder Norden ist ein Museum für Computer und Konsolen.

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Und ganz wichtig: Man darf hier an zahlreichen Konsolen Videospiele von damals und heute selbst zocken. Ich begnüge mich überwiegend mit Mario und Sonic, nachdem ich in FIFA erstmal einen Elfmeter verschuldet habe. Und in der ausgestellten FIFA-Version kann RB Leipzig noch nicht mal als Mannschaft gewählt werden. ;-)


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Mit der Dortmunder Stadtbahn geht’s zurück zum Hauptbahnhof.

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Und die eurobahn bringt mich eine Haltestelle weiter.

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Dort befindet sich der Signal Iduna Park von Borussia Dortmund. Heute muss ich mich von außen mit dem Anblick begnügen, aber der Tag wird kommen, an dem ich hier noch ein Spiel verfolgen werde.

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Zurück in der Innenstadt ein schneller Blick aufs Dortmunder U. Keine U-Bahnstation, sondern Wahrzeichen und ein Ort für Kunstinteressierte.

Eng verbunden mit der Region ist natürlich der Bergbau. Für mich geht’s weiter nach Bochum ins Bergbau-Museum:

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Und dieses Museum hat neben Ausstellungen zur Kohle auch ein großes Schaubergwerk mit einem 2 Kilometer langen Tunnelnetz in 20m Tiefe. Das Bergwerk dient tatsächlich nur Anschauungszwecken, hier wurde nie Kohle abgebaut. In einer Kurzführung oder bei einer Erkundung auf eigene Faust gewinnt man einen Eindruck, wie die Arbeit unter Tage war.

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Und ohne schweres Gerät läuft heutzutage da unten nichts mehr.

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Kurze Pause in Essen und dann geht’s weiter zum nächsten Stadion. Im Vordergrund fährt der RE42 nach Gelsenkirchen ein, im Hintergrund steht der Gegenzug.

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Bei der Straßenbahnfahrt auf der Schalker Meile kommt man auch an der Kirche St. Joseph vorbei. Der ein oder andere schickt hier vor dem Spiel nochmal ein Gebet zum Himmel. Und in der Straßenbahn wird gesungen, vor allem Schmähgesänge gegen den 1. FC Köln, den Erzrivalen Borussia Dortmund und natürlich RB Leipzig.

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Abendspiele haben immer ihre ganz eigene Magie. In der Veltins-Arena wird vor Spielbeginn das Licht ausgeschaltet und mit dem Singen des Steigerlieds an die Bergbautradition in der Region erinnert.

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Dann betreten die Mannschaften das Feld: Der FC Schalke 04 und RB Leipzig treffen an diesem Samstag Abend aufeinander. Und die Schalker Mannschaft hat einen kohleschwarzen Tag erwischt. Nach 55 Sekunden liegt Schalke bereits zurück. Die Schalker legen einen zweifelhaften Rekord seit Aufzeichnung solcher Daten hin: Null Torschüsse in der ersten Halbzeit. Und in der zweiten Hälfte wird’s nicht wirklich besser. Am Ende gewinnt Leipzig hier deutlich mit 0:5.

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Die Veltins-Arena nach dem Spiel. Windig war’s vor dem Spiel schon, jetzt hätten wir auch noch Regen dazu. Und auf der Straßenbahnstrecke in die Innenstadt scheint es Probleme zu geben. Es fahren fast keine Straßenbahnen, also geht’s zur Feier des Tages erstmal zu Fuß Richtung Stadtzentrum. Irgendwann gibt’s dann doch wieder Fahrten, die mich zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof bringen und mit der S-Bahn von Abellio geht’s dann nach Essen.

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Was mir bei meinen letzten Besuchen in Düsseldorf und Essen schon aufgefallen ist: An jeder Ecke sind diese E-Roller zu finden. Ich muss es zu später Stunde auch ausprobieren. Man lädt sich eine App runter und kann damit einen Roller buchen. Für eine Grundgebühr von 1,00 € pro Fahrt und 0,20 € pro Minute kommt man hiermit voran. Im Hintergrund ruft noch jemand „Laufen ist gesund“, aber erstens haben meine Füße genug gelitten in den letzten Tagen und zweitens macht das Fahren mit diesen Dingern schon Spaß. Bis zu 17km/h schaffe ich mit dem Roller. Wenn man das Preissystem im Hinterkopf behält, ist auch klar, warum mancher so rücksichtslos damit fährt: Zeit ist Geld. Und plötzlich erscheint mir auch eine Einzelfahrt für 2,70 € bei den Leipziger Verkehrsbetrieben wieder in einem anderen, günstigeren Licht. Ich glaube, die E-Roller sind eine sinnvolle Ergänzung auf Kurzstrecken und zu Randzeiten mit ausgedünntem ÖPNV (hätte es die Teile doch bloß an der Veltins-Arena gegeben…).

Es ist Sonntag Morgen und es geht von Essen zurück nach Leipzig. In der Nacht habe ich glücklicherweise nochmal in die DB App geschaut, wie es um die Rückfahrt nach Leipzig steht. Es ist jetzt nicht die erste Fahrt in letzter Zeit, bei der es noch zu kurzfristigen Änderungen am Fahrplan gekommen ist. Den geplanten RE1 von Essen nach Dortmund gibt’s in der Form jedenfalls nicht mehr, stattdessen ist früheres Aufstehen angesagt, um mit der S-Bahn zu fahren.

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Dafür klappt damit dann der Umstieg zum gewünschten IC nach Leipzig. Damit geht meine Reise auf die Schlussetappe. Etwa 2400km sind’s am Ende, mit einem zufriedenen Lächeln blicke ich zurück auf 6 Tore und viele, schöne Erinnerungen an die letzten Tage.

Ich hoffe, der ein oder andere kann vielleicht auch Anregungen oder Infos für seine nächste Reise mitnehmen.

An dieser Stelle allen ein schönes Wochenende und allzeit gute Reise.


Frühere Berichte dieser Serie:
Teil 1: NRW und Göteborg
Teil 2: Frankfurt, Augsburg und Berlin
Teil 3: Wolfsburg, Salzburg und München
Teil 4: Düsseldorf, Nürnberg und Gelsenkirchen
Teil 5: Hamburg, Bremen und Berlin

Bergbaumuseum

Math5D, Freitag, 28.02.2020, 19:57 (vor 2279 Tagen) @ ICE 1517

Danke für den Bericht!
Wenn dir das Bergbaumuseum gefallen hat, kann ich die nicht weit entfernte Zeche Zollverein ebenfalls empfehlen. Da geht es zwar nicht unter Tage, dafür wird der Prozess nach dem Abbau der Kohle genau dargestellt.

Glück auf!

Bergbaumuseum

ICE 1517, Samstag, 29.02.2020, 01:59 (vor 2279 Tagen) @ Math5D

Danke für den Bericht!
Wenn dir das Bergbaumuseum gefallen hat, kann ich die nicht weit entfernte Zeche Zollverein ebenfalls empfehlen. Da geht es zwar nicht unter Tage, dafür wird der Prozess nach dem Abbau der Kohle genau dargestellt.

Glück auf!


Glück auf. :-)

Das Bergbaumuseum und die Führung im Schaubergwerk waren richtig klasse. Die Zeche Zollverein hab ich vor 2 Jahren besucht und das Gelände ist eine Wucht.

Ich komm auf jeden Fall wieder ins Ruhrgebiet. Mir ist neben dem Binarium in Dortmund noch die Kokerei Hansa ins Auge gefallen. Ist ein Besuch dort auch zu empfehlen?

OT: Kokerei: Ne 'echte' besuchen ...

Blaschke, Samstag, 29.02.2020, 19:30 (vor 2278 Tagen) @ ICE 1517

Hey.

Mir ist (...) in Dortmund noch die Kokerei Hansa ins Auge gefallen. Ist ein Besuch dort auch zu empfehlen?

Keine Ahnung. Aber bestimmt ist eine produzierende arbeitende Kokerei spannender.

Ich war mal bei Prosper in Bottrop.

http://www.route-industriekultur.ruhr/themenrouten/18-chemie-glas-und-energie/kokerei-p...

Damals ging das über die VHS Gladbeck. Ob und wie es da heute Führungen gibt, weiß ich nicht.

Gekommen war ich darauf wegen eines Umleiter-IC. Da fuhren wir daran vorbei und überall qualmte es. Dann recherchierte ich.

War höchst spannend. Und so wenige Meter vom über 1.000 Grad heißen Koks entfernt zu stehen, hat was. Oder wenn dann mit Zehntausenden Liter Trinkwasser(!) gekühlt wird ... Oder man auf den Öfen steht und drauf hingewiesen wird, nicht unbedingt direkt über die Kohle-Einlassöffnungen zu latschen, weil die doch etwas wärmer sind ...


Schöne Grüße von jörg

OT: Kokerei: Ne 'echte' besuchen ...

JanZ, HB, Samstag, 29.02.2020, 22:21 (vor 2278 Tagen) @ Blaschke

Und dann passiert einem auch nicht mehr, was meinem Vater mal passiert ist, als er mal mit dem Auto liegen geblieben ist und beim ADAC in München angerufen hat:

- Wo sind Sie denn?
- In Gelsenkirchen, an der Kokerei.
- Was ist denn eine Kokerei?
- Da wird Koks gemacht.
- Koks?!? ... [Pause] ... Ach soo, zum Heizen!

Wobei wichtiger als Heizen wohl schon lange die Hüttenwerke sind.

Beeindruckend!

ktmb, Freitag, 28.02.2020, 22:35 (vor 2279 Tagen) @ ICE 1517

Vielen Dank!
Wie beeindruckend Fußball doch sein kann.
Dem RB Leipzig viel Erfolg beim Kampf um die Spitze!

Glück auf!

JanZ, HB, Samstag, 29.02.2020, 13:25 (vor 2279 Tagen) @ ICE 1517

Da hast du nicht nur die von mir geschätzte Fahrt durch den Eurotunnel gemacht, sondern auch noch mein geliebtes Ruhrgebiet und ein Spiel meines Lieblingsvereins besucht :-). Freut mich, dass es dir gefallen hat. Im Bergbaumuseum war ich natürlich als Kind schon, auf Schalke trotz jahrelanger Fanschaft erst letztes Jahr zum ersten Mal, und ebenfalls letztes Jahr habe ich das Binarium von außen gesehen, weil es eine Station der Dortmunder Nachtschicht, einer nächtlichen Schnitzeljagd war. Dabei bewegt man sich nur mit dem ÖPNV und zu Fuß durch die ganze Stadt und löst Rätsel, die einem dann sagen, wo die nächste Station ist.

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