Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch. (Allgemeines Forum)

ktmb, Freitag, 28.02.2020, 09:47 (vor 2233 Tagen)
bearbeitet von ktmb, Freitag, 28.02.2020, 09:48

1996 hat sich Deutschland bereiterklärt, die Rheintalstrecke auszubauen. Passiert ist fast nichts, bis auf zwei Teilstücke von knapp 60 km. Insgesamt sollten es jedoch knapp 180 km werden, die zwischen Basel und Karlsruhe viergleisig ausgebaut werden müssen. Wahrscheinlich soll nun erst im Jahr 2040 alles fertig werden, wenn überhaupt. In der heutigen NZZ auf Seite 13 wird dem Thema intensiv nachgegangen. Ein Kommentar widmet sich diesem Thema auch mit harten Worten auf der Homepage der NZZ.

Ach herrje :/

JumpUp, Freitag, 28.02.2020, 09:52 (vor 2233 Tagen) @ ktmb

Natürlich ist es ärgerlich, dass in der Schweiz einige Ausbauten schneller fertiggestellt sind und die Bahnstrecke Karlsruhe - Basel noch einige Jahre braucht. Aber hier solch einen Skandal zu machen und "passiert ist fast nichts" ist doch wirklich Quatsch.

Jeder, der seit zehn Jahren mit dem ICE von und nach Basel fährt, kann gespannt rausschauen und den Bauarbeiten zusehen, ob Rastatter Tunnel, viergleisiger Anschluss in Basel Bad, Katzenbergtunnel, die schon früher fertiggestellten Abschnitte Rastatt - Offenburg etc. Gebaut wird zwischen Karlsruhe und Basel ohne Ende, einige Abschnitte gehen demnächst in Betrieb, andere starten ihren Bau - da von "passiert ist fast nichts" zu sprechen ist doch schon dreist.

Ein wenig sollte man sich das parlamentarische Prozedere der letzten Jahre anschauen, wo man die Varianten zu Karlsruhe - Basel nochmal ganz von vorne gestartet hat und mit der Güter-NBS zurück auf Start gegangen ist.

Rastatt 2017? + nur ein Drittel

ktmb, Freitag, 28.02.2020, 09:59 (vor 2233 Tagen) @ JumpUp
bearbeitet von ktmb, Freitag, 28.02.2020, 10:00

Rastatt 2017? Seitdem ist da wohl nicht mehr viel passiert. Oder? D hat nicht sehr viel erreicht, wenn bisher nur ein Drittel wirklich neu gebaut worden ist. Aber das ist für uns in D ja altbekannt und es setzt sich fort.

Rastatt 2017? + nur ein Drittel

JumpUp, Freitag, 28.02.2020, 10:11 (vor 2233 Tagen) @ ktmb

Rastatt 2017? Seitdem ist da wohl nicht mehr viel passiert. Oder? D hat nicht sehr viel erreicht, wenn bisher nur ein Drittel wirklich neu gebaut worden ist. Aber das ist für uns in D ja altbekannt und es setzt sich fort.

Man kann herumprollen "typisch deutsch" oder auch die Historie von Karlsuhe - Basel nachvollziehen um zu erkennen, warum Infrastruktur so ausgebaut wird wie es nun der Fall ist und welche Fortschritte schon gemacht wurden.

Die SBB Infrastruktur könnte die Züge gar nicht fahren

ffz, Freitag, 28.02.2020, 10:06 (vor 2233 Tagen) @ ktmb

Hallo,

wäre das Rheintal vollständig viergleisig ausgebaut hätte die SBB Infrastruktur ein massives Problem, die Züge überhaupt weg zu bekommen. Der Lötschberg Basistunnel ist nicht vollständig Zweigleisig ausgebaut, der 4m Eckkorridor über Gotthard ist erst im Bau. Der 2. Juradurchstich ist erst in der Planung, beim Vertrag von Lugano sind beide Länder Vertragsbrüchig.

wirklich vertragsbrüchig?

JumpUp, Freitag, 28.02.2020, 10:13 (vor 2233 Tagen) @ ffz

Kann man dies als Vertragsbruch bezeichnen? Immerhin wird in der Schweiz - als auch in Deutschland - seit Jahrzehnten viel Geld in den Ausbau auf der Achse investiert....Es dauert, ja: Aber den Vertrag bricht doch niemand, alle setzen ihn langsam aber stetig um.

Eher ein Letter of Intent

WbuIV, Freitag, 28.02.2020, 10:40 (vor 2233 Tagen) @ JumpUp
bearbeitet von WbuIV, Freitag, 28.02.2020, 10:40

Also wenn das der "Vertrag" ist

https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20001034/index.html

kann man schlecht vertragsbrüchig werden. Die Parteien "wirken darauf hin" und "streben an", es sind "Maßnahmen vorgesehen" usw.. Dass Ganze ohne jede zeitliche Festlegungung. Es ist eher ein "Letter of Intent". Die Gültigkeit endet am 31.12.2020 und wird, soforn nicht gekündigt, automatisch verlängert. Man wusste schon, dass das nicht so schnell was wird.

Solange hier eine Partei nicht offen das Ende der Zusammenarbeit ankündigt gibt es für mich praktisch keine Möglichkeit des Vertragsbruchs.

Die SBB Infrastruktur könnte die Züge gar nicht fahren

caboruivo, CH, Freitag, 28.02.2020, 10:48 (vor 2233 Tagen) @ ffz

1. Geht der 4m-Korridor am Gotthard Ende dieses Jahres in Betrieb. Allerdings hapert es auch hier auf der italienischen Seite.
2. Eine weitere Etappe am Lötschberg ist im Ausbauschritt 2035 vorhanden, allerdings dient diese nur dem Ausbau im Personenverkehr und der Verlagerung von weiteren Güterzügen von der Berg- auf die Basisstrecke, da der Korridor Bern-Spiez nicht ausgebaut wird.

Allerdings reicht die zurzeit vorhandene Kapazität auf den Schweizer Alpentransversalen bei Weitem.

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Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive

Doch, könnten sie.

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 28.02.2020, 10:56 (vor 2233 Tagen) @ ffz

Hoi,

wäre das Rheintal vollständig viergleisig ausgebaut hätte die SBB Infrastruktur ein massives Problem, die Züge überhaupt weg zu bekommen.

Das ist falsch. Durch die Schweiz stehen in Kürze während des Tages zehn Güterzugtrassen für 750 m Länge pro Stunde und Richtung zur Verfügung. Deutschland wird auch mit dem vollständigen Ausbau im Rheintal nicht mehr abfahren können.

Der Lötschberg Basistunnel ist nicht vollständig Zweigleisig ausgebaut,

Zum einen ist das nicht SBB Infrastruktur, sondern BLS Netz, und zum anderen stehen die Chancen sehr gut, dass sich das geändert hat, bevor Deutschland im Rheintal fertig ist.

der 4m Eckkorridor über Gotthard ist erst im Bau.

Und geht im Dezember 2020 durchgehend in Betrieb.

Der 2. Juradurchstich ist erst in der Planung, beim Vertrag von Lugano sind beide Länder Vertragsbrüchig.

Du meinst den fünften Juradurchstich? Weil vier haben wir schon. Wobei der Wisenbergtunnel eh fast nur dem Personenverkehr nützen würde:
-> Der Gotthard-Güterverkehr geht gar nicht via Liestal-Olten, sondern komplett via Bözberg. Da nützt der Wisenbergtunnel genau gar nichts.
-> Am Lötschberg ist die begrenzende Grösse in Italien zu suchen. Deshalb wird der LBT auch vordergründig nur für den durchgehenden IC-Halbstundentakt Bern-Brig ausgebaut und weniger für mehr Güterzüge, die Italien gar nicht annehmen kann.

Darum würde der Wisenbergtunnel auf absehbare Zeit auch keine zusätzliche Kapazität für den internationalen Nord-Süd-Güterverkehr bringen. Dies im Gegensatz zum Ausbau der Rheintalbahn in Deutschland, die einen direkten Einfluss auf die Güterzugkapazität hat. Aus diesem Grund ist ein Vergleich zwischen Rheintalbahn und Wisenbergtunnel auch völlig Fehl am Platz.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Wie viele Gütertrassen schafft die aktuelle Rheintalstrecke?

Alphorn (CH), Freitag, 28.02.2020, 15:47 (vor 2233 Tagen) @ Twindexx

Das ist falsch. Durch die Schweiz stehen in Kürze während des Tages zehn Güterzugtrassen für 750 m Länge pro Stunde und Richtung zur Verfügung. Deutschland wird auch mit dem vollständigen Ausbau im Rheintal nicht mehr abfahren können.

In diesem Zusammenhang: Wie viele Güterzugtrassen schafft die aktuelle Rheintal-Infrastruktur mit aktuellem Fahrplan etwa?

175 Güterzüge aktuell in beide Richtungen?

ktmb, Freitag, 28.02.2020, 15:56 (vor 2233 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von ktmb, Freitag, 28.02.2020, 15:57

Zusätzlich sollten kurzfristig 50 weitere Güterzüge in beide Richtungen hinzukommen. Dazu gab es eine Ministererklärung im letzten Mai zwischen Simonetta Sommaruga und Andreas Scheuer in Leipzig. Leider wird sich das in das Jahr 2023 verschieben. Quelle: NZZ, 28.2.20, S. 13.

175 Güterzüge aktuell in beide Richtungen?

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 28.02.2020, 16:27 (vor 2233 Tagen) @ ktmb
bearbeitet von Twindexx, Freitag, 28.02.2020, 16:27

Hoi,

Zusätzlich sollten kurzfristig 50 weitere Güterzüge in beide Richtungen hinzukommen. Dazu gab es eine Ministererklärung im letzten Mai zwischen Simonetta Sommaruga und Andreas Scheuer in Leipzig. Leider wird sich das in das Jahr 2023 verschieben. Quelle: NZZ, 28.2.20, S. 13.

225 Güterzüge pro Tag sind vier bis fünf Güterzüge pro Stunde und Richtung. Nur schon die Gotthardachse allein ohne Lötschberg kommt auf fünf bis sechs Güterzüge pro Stunde und Richtung, also 260 Güterzüge täglich.

Mit dem Lötschberg zusammen kann die Schweiz die nächsten 20 Jahre die doppelte Kapazität an Güterzügen bewältigen, als die deutsche Rheintalbahn. Die fertig ausgebaute Rheintalbahn wird dann im Jahr 2042 die Kapazitäten bringen, welche durch die Schweiz bereits 2022 realisiert sein werden.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Wirklich?

Chrispy, Freitag, 28.02.2020, 11:32 (vor 2233 Tagen) @ ffz

wäre das Rheintal vollständig viergleisig ausgebaut hätte die SBB Infrastruktur ein massives Problem, die Züge überhaupt weg zu bekommen.

Hast du da auch etwas stichhatliges, wie die Anzahl Güterzugtrassen bei vollausbau im Rheintal? Im Alpentransit sieht es stand 02.02.2020 wie folgt aus:
Auf der Achse Basel-Chiasso/Luino noch diese Trassen zur verfügung.
Bei Basel-Domodossola sind es diese Trassen.

Der Lötschberg Basistunnel ist nicht vollständig Zweigleisig ausgebaut, der 4m Eckkorridor über Gotthard ist erst im Bau. Der 2. Juradurchstich ist erst in der Planung, beim Vertrag von Lugano sind beide Länder Vertragsbrüchig.

Also der 2. Juradurchstich gibt es schon. Du meinst den dritten. Den braucht es für den Transitverkehr nicht unbedingt, denn mit der Hauensteinlinie richtung Lötschberg und der Bözberglinie richtung Gotthard, stehen bereits vier durch Güterzüge nutzbare Gleise ab Basel zur verfügung. Lötschbergkapazität und 4m-Korridor wurden ja schon von einem anderen User erläutert.

Zum abschluss noch eine generelle Frage: Beruht deine Einschätung, dass die Infrastruktur in der Schweiz bei einer vollausgebauten Rheintalbahn zu wenig Kapazität hätte, nur auf einer Zählung der vorhandenen Gleise?
Wenn ja, ist das eine etwas reduzierte Betrachtungsweise. Geschwindigkeitsunterschiede, Ausweichstellen, Blockabstände usw. spielen dabei ebenfalls eine grosse Rolle. Am ende Zählt lediglich die Anzahl verfügbarer Trassen. Darum, falls du Trasseninformationen hast, wäre ich sehr interessiert.

Beste Grüsse

Die SBB Infrastruktur könnte die Züge gar nicht fahren

Re 8/12, Winterthur, Samstag, 29.02.2020, 09:33 (vor 2232 Tagen) @ ffz

Der 2. Juradurchstich ist erst in der Planung,

Schön wär's. Leider im Moment nicht einmal das.

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Die SBB Infrastruktur könnte die Züge gar nicht fahren

Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 01.03.2020, 16:03 (vor 2231 Tagen) @ ffz

wäre das Rheintal vollständig viergleisig ausgebaut hätte die SBB Infrastruktur ein massives Problem, die Züge überhaupt weg zu bekommen.

Nicht dass ich dieser Aussage widersprechen möchte, aber verfügst du über konkrete Zahlen zu Kapazitäten und Belastungen nördlich und südlich von Basel? Nicht ganz unerhebliche Teile des Güterverkehrs gehen ja gar nicht Richtung Gotthard und Lötschberg, sondern in die Ostschweiz, nach Zürich (RB Limmattal) und über den Arlberg.

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Die SBB Infrastruktur könnte die Züge gar nicht fahren

Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 01.03.2020, 17:10 (vor 2231 Tagen) @ Re 8/12

Sorry, obenstehenden Beitragsbaum übersehen :(

Was zum Juradurchstich allerdings noch zu sagen ist: Ob er für den Gütertransit nötig ist oder nicht, ist nicht allein entscheidend. Die Schweiz hat dieses Projekt in der Vereinbarung von Lugano versprochen. Für Deutschland könnte es v.a. auch mit Blick auf attraktive Reisezeiten Richtung Italien von Bedeutung sein.

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Die SBB Infrastruktur könnte die Züge gar nicht fahren

Aphex Twin, Sonntag, 01.03.2020, 19:39 (vor 2230 Tagen) @ Re 8/12

Sorry, obenstehenden Beitragsbaum übersehen :(

Was zum Juradurchstich allerdings noch zu sagen ist: Ob er für den Gütertransit nötig ist oder nicht, ist nicht allein entscheidend. Die Schweiz hat dieses Projekt in der Vereinbarung von Lugano versprochen. Für Deutschland könnte es v.a. auch mit Blick auf attraktive Reisezeiten Richtung Italien von Bedeutung sein.

Sicher, aber die maximale Beschleunigung die ein solches Projekt bringen könnte wird wohl 15 Minuten sein. Gotthard und Ceneri zusammen schaffen rund eine Stunde. Damit wäre also schon 80% des Nutzen der (indirekt) versprochen wurde erfüllt.

Die SBB Infrastruktur könnte die Züge gar nicht fahren

Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 01.03.2020, 23:29 (vor 2230 Tagen) @ Aphex Twin
bearbeitet von Re 8/12, Sonntag, 01.03.2020, 23:33

Sicher, aber die maximale Beschleunigung die ein solches Projekt bringen könnte wird wohl 15 Minuten sein.

Eher weniger. Aber bei geschickter Fahrplangestaltung könnten am Ende schon 15 Minuten herausschauen. Das dünkt mich schon mal nicht wenig, jedenfalls für schweizerische Verhältnisse.*

Gotthard und Ceneri zusammen schaffen rund eine Stunde.

Auch nicht ganz. Momentan geht man glaub' von 45 Minuten aus. Im Detail bringt der Gotthard 40 Minuten, der Ceneri wohl so um die 10.

*edit: Ein wichtiger Punkt ist ja in diesem Zusammenhang - und auch mit Blick auf die Rheintalbahn, die halbe Stunde, die nach aktueller Planung in Basel verbummelt wird. (Beim Bezahlschranken-Link auf "schliessen" klicken.)

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Die Lösung wird doch genannt ...

Blaschke, Freitag, 28.02.2020, 10:56 (vor 2233 Tagen) @ ktmb

Hey.

Sollen doch Niederlande Belgien Frankreich Schweiz ihre Cargorennbahn bauen. Wer verbietet denen das?

Warum denn soll Deutschland eine Strecke ausbauen, damit die Boxen schneller vom Konkurrenzhafen Rotterdam in den Süden gelangen. Und den eigenen Hafen Hamburg schwächen. Und jetzt komme keiner mit dem europäischen Gedanken. In punkto Wirtschaft denken da auch andere Nationen gerne erstmal an sich selbst.

Und was die Schweiz betrifft. Genau so was mag ich ganz besonders: nirgendwo mitmachen wollen (EU, UNO erst seit kurzem und auch nur knapp dafür gestimmt), immer schön mit der Neutralitätsfahne wedeln, sich als Steuer- und Schwarzgeldparadies auf Kosten anderer Länder generieren - dann aber anderen vorschreiben wollen, was sie zu tun und zu lassen haben. Da verbieten sich jegliche 'moralischen' Aspekte und jegliches 'Gejammer' von vornherein von selbst.

Ist genau so, als wenn ich hier nur mitlese und mich nie einmische und dann bei DS-O rummaule, dass hier nur Unsinn diskutiert wird.

Aber man vermarktet sich gut in der Schweiz, das immerhin muss man ihnen zugestehen. Schöner Käse von glücklichen Kühen, Heidi und dem Almöhi, die tolle Eisenbahn - da lassen wir die vielen rechten Nationalisten und Ausländerfeinde mal unbeachtet; die Moral, Zürcher Fluglärm nach Deutschland zu exportieren, auch. Und dass die Schweizer eines der autogeilsten Völkchen der Erde sind, wollen wir doch besser nicht erörtern. Die FIFA lasse ich mal raus.

Aber zurück zur Eisenbahn. Warum rufen Frankreich und Benelux nicht begeistert 'HIER' und bauen zusammen eine schöne Güterrennbahn von Rotterdam/Antwerpen Richtung Schweiz. Hätte für Antwerpen sogar den Vorteil, dass man die ganzen Klunker und Preziosen gleich im Ganzzug in den Tresor der Schweizer Bank fahren kann.

Schöne Grüße von jörg

Die Lösung wird doch genannt ...

flovanrood, Freitag, 28.02.2020, 11:05 (vor 2233 Tagen) @ Blaschke

Gut erklärt! So ist es.
In Hamburg weiß man, das es früher oder später zu Ende ist, weil es eigentlich unwirtschaftlich ist für die großen Pötte vorher ein paar Container abzuladen und dann die Elbe hochzufahren.

Hamburg gibt es nur so lange die Hinterlandanbindung in Rotterdam / Antwerpen / Wilhelmshaven nicht besser ist.

Bei den Franzosen sieht es nicht unbedingt anders aus... :)

+1

RenateMD, Freitag, 28.02.2020, 11:25 (vor 2233 Tagen) @ Blaschke

- kein Text -

+2

Garfield_1905, Freitag, 28.02.2020, 11:56 (vor 2233 Tagen) @ Blaschke

Das ich das noch mal erleben darf ... ;-)

Die Lösung wird doch genannt ...

Barbara, Freitag, 28.02.2020, 16:09 (vor 2233 Tagen) @ Blaschke

Auch wenn ich gerne in die Schweiz fahre, so stimme ich Herrn Blaschkes Ausführungen doch in allen Punkten zu.

Die Schweiz hat recht

brun, Freitag, 28.02.2020, 21:49 (vor 2232 Tagen) @ Blaschke

Objektive Antwort: Deutschland hat einen Vertrag unterzeichnet.

Ist alles ganz schön formuliert, diese Anti-Schweiz-These, aber niemand hat Deutschland dazu gezwungen, sich vertraglich festzulegen. Hat es aber. Freiwillig.

Dann kann ich jetzt, wenn ich als Land Kritik bekomme, sofort auf die Schweiz zeigen, aber das ist einfaches und billiges Whataboutism. Die Schweizer haben voll Recht, wenn sie jetzt sagen: Mach mal was ihr versprochen habt.

Deutschland kann's einfach nicht

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 01.03.2020, 12:42 (vor 2231 Tagen) @ Blaschke

Warum denn soll Deutschland eine Strecke ausbauen, damit die Boxen schneller vom Konkurrenzhafen Rotterdam in den Süden gelangen.

Deutschland ist zu nichts gezwungen. Ich unterstelle die Unterschriften wurden freiwillig gesetzt ohne Waffe an der Schläfe. Nur soll sich Deutschland gefälligst zuverlässiger aufstellen, wenn es schon solche internationalen Absprachen und Verträge eingeht. Wenn Deutschland NEIN DANKE gesagt hätte wäre der Weg über Frankreich und Belgien garantiert weit früher angegangen worden. Nun ist unnötig viel Zeit ins Land gegangen.

Ganz nebenbei ist es naheliegend, daß man auf der Achse durch Deutschland die großen Industrie-Wirtschaftsgebiete in Rhein/Ruhr/Westfalen, Rhein/Main und Stuttgart ideal auf gleicher Schiene mit einbinden könnte. Das sind Regionen, die bzgl. der Wirtschaftsstärke mit denen durch das Elsass und Belgien nicht zu vergleichen sind.

Setzt es doch mal bitte mit der NBS-Trassenvariantensuche Frankfurt - Mannheim gleich. Es ist doch ein krankhaft wunchernder Auswuchs, daß man zur Findung locker an die 20 Jahre braucht, bis überhaupt ein erster Bagger angerollt kommt. Auf der Gäubahn doch kein anderes Bild. Verdrängt das alles bitte nicht!

Nicht nur deshalb lehne es diesen unberechtigten ätsch-bätsch Fingerzeig auf andere ab, nur weil Deutschland nicht in seine eigenen Hauspuschen kommt.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Deutschland kann's einfach nicht

Aphex Twin, Sonntag, 01.03.2020, 14:32 (vor 2231 Tagen) @ Alibizugpaar

Setzt es doch mal bitte mit der NBS-Trassenvariantensuche Frankfurt - Mannheim gleich. Es ist doch ein krankhaft wunchernder Auswuchs, daß man zur Findung locker an die 20 Jahre braucht, bis überhaupt ein erster Bagger angerollt kommt.

Es ist schwierig etwas zu finden wenn man überhaupt nicht danach sucht. Was 20 Jahre gebraucht hat ist das Finden des Geldes zur Umsetzung (oder das Finden des politischen Willens zur Umsetzung und damit zumindest des Findens des Geldes für die Planungsphase).

Die Lösung wird doch genannt ...

Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 01.03.2020, 16:19 (vor 2231 Tagen) @ Blaschke

Und was die Schweiz betrifft.

Das Thema Schwei bei Blaschi ... Zuweilen hab ich mich schon gefragt, wie ernst er seine Tiraden eigentlich meint. Vielleicht doch ernster, als man denken könnte? Also, ich versuch mal so sachlich wie möglich auf einige Punkte zu antworten:

nirgendwo mitmachen wollen (EU

ist ein ganz schlechtes Beispiel. Aufgrund unserer Staatsform kommt ein Beitritt auf absehbare Zeit wohl wirklich nicht in Frage.

UNO erst seit kurzem und auch nur knapp dafür gestimmt),

aber immerhin. Und übrigens auch schon vor dem Beitritt in zahlreichen Unterorganisationen ziemlich aktiv mitgemacht.

sich als Steuer- und Schwarzgeldparadies auf Kosten anderer Länder generieren

Das war in der Tat ein unrühmliches Kapitel - hat sich aber entscheidend geändert.

dann aber anderen vorschreiben wollen, was sie zu tun und zu lassen haben.

Eine unter anderem durchaus auch deutsche 'Tugend' ;)

da lassen wir die vielen rechten Nationalisten und Ausländerfeinde mal unbeachtet;

Besser so: Das Thema betrifft mittlerweilen so ziemlich alle Länder Europas, und nicht nur.

die Moral, Zürcher Fluglärm nach Deutschland zu exportieren, auch.

Auch hier triffst du einen durchaus wunden Punkt. Von den Lärmwerten her bin ich mir nicht so sicher, ob die Sache tatsächlich so dramatisch ist. Aber die Art und Weise, wie man mit dem Problem umging, war zweifellos dilettantisch.

Und dass die Schweizer eines der autogeilsten Völkchen der Erde sind, wollen wir doch besser nicht erörtern.

Da stimmen in der Tat Selbstbild und Fremdbild/Statistik nicht ganz überein.

Die FIFA lasse ich mal raus.

Gut so. Oder sollte ich mich als Schweizer Stimmbürger für die Interna dieses Vereins verantwortlich fühlen?

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Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch.

Aphex Twin, Freitag, 28.02.2020, 11:09 (vor 2233 Tagen) @ ktmb

Passiert ist fast nichts, bis auf zwei Teilstücke von knapp 60 km. Insgesamt sollten es jedoch knapp 180 km werden, die zwischen Basel und Karlsruhe viergleisig ausgebaut werden müssen.

Ein Drittel (60 von 180 km) ist also 'fast nichts'?

Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch.

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 28.02.2020, 11:30 (vor 2233 Tagen) @ Aphex Twin

Ein Drittel (60 von 180 km) ist also 'fast nichts'?

Wenn man die 60 km auf den benötigten Zeitfaktor umrechnet könnte man tatsächlich von einer mangelhaften, höchstens ausreichenden Leistung sprechen.

Wenn der Lehrer ein Referat bis in drei Tagen als Aufgabe gibt, dann kannste die Sachen auch nicht erst nach acht Wochen abgeben und dann über eine schlechte Note mosern.

Ich meine wie lange wird denn nun schon über die fast schon lächerlich kurzen NBS-Streckenvarianten Rhein/Main - Rhein/Neckar gefachsimpelt, abgestimmt, geklagt, verschoben und verworfen? Sind es nun schon 20 Streckenvarianten oder doch erst 13?

Darum geht es doch. Das alles geht hier echt nicht effektiv voran. Und ein Gotthardtunnel in Deutschland würde noch 100 Jahre brauchen.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Zeitungsmeldungen im ICE-Treff

Administrator, Freitag, 28.02.2020, 14:14 (vor 2233 Tagen) @ ktmb

Wir bitten freundlich darum, Berichte über bahnnahe Themen künftig mit neutralen Überschriften zu beschreiben. Dies ist ein Eisenbahn-Forum und nicht die BILD-Zeitung.

Kritik ist gut und ausdrücklich erwünscht, aber wenn Überschriften Ausdrücke wie "peinlich", "Skandal" usw. enthalten, hemmt das die Diskussionskultur.

Gerade ein Eisenbahnforum soll die Möglichkeit bieten, sich mit den Inhalten sachlich zu beschäftigen und nicht oberflächliche Parolen nachzuplappern.


Das ICE-Treff-Team.

Ist immerhin ein Zitat aus der NZZ

Alphorn (CH), Freitag, 28.02.2020, 14:20 (vor 2233 Tagen) @ Administrator

Hätte man vielleicht noch in Anführungszeichen setzen sollen. Die Formulierung ist schon etwas provozierend, aber die NZZ ist eine seriöse Zeitung.

Ist immerhin ein Zitat aus der NZZ

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 28.02.2020, 14:24 (vor 2233 Tagen) @ Alphorn (CH)

Danke Alphorn, da nimmst Du mir meine Antwort vorweg. Kommentare wollen es eben auf den Punkt bringen, da ist eine pointierte Überschrift nicht verkehrt, sondern angebracht.

Viele Grüße
Sören

+1

heinz11, Freitag, 28.02.2020, 15:44 (vor 2233 Tagen) @ Sören Heise

- kein Text -

Wir sind hier aber keine willenlose Bots

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 28.02.2020, 19:15 (vor 2232 Tagen) @ Alphorn (CH)

Wir müssen nicht alles 1:1 unkritisch übernehmen, nur um dann zu sagen "ich war's aber nicht".

So ganz prinzipiell.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Es gibt immer etwas schönzureden.

ktmb, Freitag, 28.02.2020, 20:29 (vor 2232 Tagen) @ Alibizugpaar

- kein Text -

Es gibt immer etwas schönzureden.

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 29.02.2020, 14:01 (vor 2232 Tagen) @ ktmb

Ich lese und nehme zur Kenntnis, überlege, schätze ein und wäge ab, höre auf meinen Bauch (meinem besten Lebensberater!), komme zu einer eigenen Meinung und orientiere mich dabei niemals an einem echten oder nur vermeintlichen Mainstream - egal in welche Richtung dieser geht. Mein Ergebnis kann zufällig mit einem solchen Stream übereinstimmen, nur leicht abweichen oder voll gegen den Strich gekämmt sein.


Hast Du noch Fragen zu meinen Ansichten? Gerne her damit.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Wir sind hier aber doch hirnlose Lemminge

Henrik, Freitag, 28.02.2020, 20:40 (vor 2232 Tagen) @ Alibizugpaar

Wir müssen nicht alles 1:1 unkritisch übernehmen, nur um dann zu sagen "ich war's aber nicht".

So ganz prinzipiell.

klar..... machen wir aber doch, naja, nahezu alle, siehe Überschrift.

Was kostet noch gleich der billigste Sparpreis aktuell im ICE mit BahnCard?


und och komm, sein Scherz
"die NZZ ist eine seriöse Zeitung." war doch echt nicht schlecht.

Ist immerhin ein Zitat aus der NZZ

Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 01.03.2020, 15:10 (vor 2231 Tagen) @ Alphorn (CH)

aber die NZZ ist eine seriöse Zeitung.

ähhhm - wie verstehn? ;)

--
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"Deutschland im Kriechgang"

ktmb, Freitag, 28.02.2020, 15:12 (vor 2233 Tagen) @ Administrator

- kein Text -

"Italien macht es besser" usw.

ktmb, Freitag, 28.02.2020, 15:14 (vor 2233 Tagen) @ ktmb
bearbeitet von ktmb, Freitag, 28.02.2020, 15:19

Vielleicht passt es so besser. Beide Überschriften entstammen dem Artikel aus der NZZ. Hier noch einmal ein Zitat aus dem oben verlinkten Kommentar von Seite 11:

"Deutschlands hoffnungslose
Verspätung ist nicht bloss
peinlich für ein Land,
das sich gern als Lokomotive
Europas sieht. Es ist auch
ein eklatanter Wortbruch
gegenüber der Schweiz."

Ich habe nur zitiert und zusammengefasst. ;)

Ähm ...

Blaschke, Freitag, 28.02.2020, 16:09 (vor 2233 Tagen) @ Administrator

Huhu.

aber wenn Überschriften Ausdrücke wie "peinlich", "Skandal" usw. enthalten, hemmt das die Diskussionskultur.

Äh, im Gegenteil - die war zwischenzeitlich so lebhaft, dass hier ja schon wieder eingegriffen wurde.

Also: Eindämmen von Vorschriften, Gängelungen und ewigen Löschungen.

Auch als Stilmittel ist eine Zuspitzung durchaus üblich und zulässig und muss auch hier erlaubt sein. Das hat mit BILD nicht unbedingt was zu tun.


Schöne Grüße von jörg

Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch.

Holger2, Freitag, 28.02.2020, 16:29 (vor 2233 Tagen) @ ktmb

Hallo zusammen,

jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob man über jedes schweizerische Stöckchen springen muss. Aber sei es drum, fangen wir einmal an.
Es ist ja jetzt nicht unbekannt, dass speziell die NZZ sich als Schweizer Frontblatt sieht und ihre Artikel von einem recht hohem Maß an Nationalchauvinismus geprägt sind.

So liest man hier:"Doch Deutschland hat es in 25 Jahren nicht geschafft, den Engpass am Rhein auszubauen."

Jetzt kann man sich natürlich an 2 Fingern ausrechnen, was in Deutschland vor 25 Jahren war: Richtig - 5 Jahre nach der Deutschen Einheit sind die Kosten der Wiedervereinigung vollkommen aus dem Ruder gelaufen. In den Folgejahren hat die Regierung gewechselt, die Nachfolgeregierung musste umsteuern und hat mehrere Projekte auf Eis gelegt - nicht nur in Richtung Schweiz, sondern bspw. auch die NBS Nürnberg-Erfurt. Auch die Agenda 2010 in den nachfolgenden Jahren war kein Spaßprogramm, sondern einfach dem Zwang zur Kosteneinsparung geschuldet.

Wir können uns natürlich auch einmal die NBS im Detail anschauen und stellen fest, dass die Strecke zwischen Katzenbergtunnel und Basel fast fertiggestellt ist, bis auf ein kleines Stück - und das liegt, wer hätte das gedacht, in der Schweiz. Hier fehlt noch die Planfeststellung und wir lernen: Überall wo unterirdisch gebaut werden kann, ist die Schweiz schnell, aber oberirdisch haben sie die gleichen Probleme wie wir.

Aber lesen wir doch einmal weiter: Da steht: "Deutschland hatte sich 1996 im Vertrag von Lugano verpflichtet, die Kapazitäten der Zubringer zur Alpentransversale auszubauen, die Rheintalstrecke und auch die Verbindung Stuttgart–Singen–Schweiz."
Ein kurzer Blick auf die Karte bestätigt, wo die Verbindung Stuttgart - Singen - Zürich am langsamsten ist. Das ist - hoppla - in der dort brettlebenen Schweiz. Während der Zug im deutschen Teil mit immerhin 80km/h durch den durchaus bergigen Ostschwarzwald fährt, reduziert sich die Geschwindigkeit in der Schweiz auf rasante 60km/h.

Ähnliches gibt es auch anderswo - wenn sich die Schweiz beschwert, dass nicht genug Güterzüge durchkommen, lasst uns doch die Geschwindigkeit auf der Rheintalschiene auf Schweizer Niveau senken. Dann dauert die Fahrt von Basel nach Frankfurt eben eine Stunde länger und der ICE hält auch in Weil, Müllheim, Emmendingen, Rastatt usw. Dann passen auch mehr Güterzüge auf die Strecke. Oder beschwert sich die NZZ dann etwa auch wieder.

Noch ein kleines Schmankerl, was der Autor vermutlich absichtlich verschweigt: Zwischen Zürich und München hat die Deutsche Bahn Millionen in die Hand genommen, damit die Schweizer eine schnelle Verbindung nach Bayern haben. Und was passiert - die Schweizer schaffen es nicht einmal, die Züge rechtzeitig aufs Gleis zu bringen. Die Züge verlieren 30 Minuten, weil sie an der Grenze ihr Stromsystem nicht automatisch umschalten können. Die Strecke bleibt so langsam, wie vor dem Umbau. Was ist das - wenn nicht ein Skandal, eine Schmach und Schande für das Hochtechnologieland Schweiz.

Noch ein Vorschlag: Wir entwerfen einen nationalen Deutschland - Takt und wenn die Nachbarländer nicht entsprechend unserem Takt planen, dann müssen ihre Züge eben an der Grenze warten. So wie die Schweiz das auch macht. Dann dauert die Fahrt von Zürich nach Frankfurt halt 60 Minuten länger, weil die Züge auf ihren Deutschland - Takt warten müssen. Und das machen wir natürlich speziell für Schweizer Züge an jeder Grenze zum nächsten Bundesland genauso. So wie andersrum in Richtung Schweiz eben auch. Glücklicherweise verbietet die EU solche nationalen Alleingänge

Viele Grüße,
Holger

Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch.

Aphex Twin, Freitag, 28.02.2020, 16:52 (vor 2233 Tagen) @ Holger2

Während der Zug im deutschen Teil mit immerhin 80km/h durch den durchaus bergigen Ostschwarzwald fährt, reduziert sich die Geschwindigkeit in der Schweiz auf rasante 60km/h.

Sind das die jeweiligen Durchschnittsgeschwindigkeiten?

Zwischen Zürich und München hat die Deutsche Bahn Millionen in die Hand genommen, damit die Schweizer eine schnelle Verbindung nach Bayern haben. Und was passiert - die Schweizer schaffen es nicht einmal, die Züge rechtzeitig aufs Gleis zu bringen. Die Züge verlieren 30 Minuten, weil sie an der Grenze ihr Stromsystem nicht automatisch umschalten können. Die Strecke bleibt so langsam, wie vor dem Umbau. Was ist das - wenn nicht ein Skandal, eine Schmach und Schande für das Hochtechnologieland Schweiz.

Und dabei zu verschweigen dass es sich um eine Verzögerung von nur einem Jahr handelt ist natürlich völlig unabsichtlich gewesen?

+1

Baselaner, Freitag, 28.02.2020, 16:58 (vor 2233 Tagen) @ Holger2

Hallo zusammen,

jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob man über jedes schweizerische Stöckchen springen muss.

Deswegen antworte ich auf die (teils) sehr arroganten Aussagen auch gar nicht mehr. Klar ist längst nicht alles Gold. Aber diese einseitige Sichtweise ... Naja lassen wir das. Denn das die SBB das passende Fahrzeug nicht liefern kann oder die EC im Rheintal wegen den SBB Wagen massivst Probleme machen werden wir hier natürlich nicht lesen. Und das Bombardier das beste der Besten ist, brauchen wir auch nicht mehr erwähnen. ;)

Viele Grüße

Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch.

Andi M, Freitag, 28.02.2020, 20:01 (vor 2232 Tagen) @ ktmb

Falls jemand den Film des Bahnfans Gustav Richard vom März 2019 noch nicht kennt:
Die Rheintalbahn – ein unfreiwilliges Jahrhundertbauwerk

Vielen Dank für den Film!

ktmb, Samstag, 29.02.2020, 15:32 (vor 2232 Tagen) @ Andi M

Ich bekomme das Gefühl, dass es selbst nach Fertigstellung nicht besser wird.

Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch.

J-C, In meiner Welt, Freitag, 28.02.2020, 21:15 (vor 2232 Tagen) @ ktmb

1996 hat sich Deutschland bereiterklärt, die Rheintalstrecke auszubauen. Passiert ist fast nichts, bis auf zwei Teilstücke von knapp 60 km.

60km sind definitiv mehr als "fast nichts"

Insgesamt sollten es jedoch knapp 180 km werden, die zwischen Basel und Karlsruhe viergleisig ausgebaut werden müssen. Wahrscheinlich soll nun erst im Jahr 2040 alles fertig werden, wenn überhaupt.

Was passiert, wenn man sowas nicht mit Bedacht baut, hat man ja in Rastatt gesehen, da ist es mir lieber, wenn's halt etwas länger braucht, dafür Hand und Fuß hat.

Oder gibt es irgendeinen Faktor, den man hätte verkürzen können? Wär offen für entsprechende Einwürfe.

In der heutigen NZZ auf Seite 13 wird dem Thema intensiv nachgegangen. Ein Kommentar widmet sich diesem Thema auch mit harten Worten auf der Homepage der NZZ.

Ich find's interessant, gefühlt kommt etwa beim Brenner-Nordzulauf, der sich hinzieht, mehr Kritik aus Deutschland als aus Österreich.

Mal davon abgesehen, dass man der Gerechtigkeit halber erwähnen sollten, dass nicht allein Deutschland am Gotthard die Schweiz ausbremst, sondern - wie im Thread erwähnt - auch Italien.

Ist übrigens in gewisser Hinsicht auch am Brenner so. Hab bisher in keinem österreichischen Medium so harsche Kritik an den Projektpartnern in Deutschland gelesen. Kann's sein, dass man da auch einen gewissen Unterschied in der Mentalität sieht?

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Rheintalstrecke: Nicht nur peinlich, sondern Wortbruch.

Henrik, Freitag, 28.02.2020, 21:30 (vor 2232 Tagen) @ J-C

Was passiert, wenn man sowas nicht mit Bedacht baut, hat man ja in Rastatt gesehen, da ist es mir lieber, wenn's halt etwas länger braucht, dafür Hand und Fuß hat.

Du willst damit aber nun nicht sagen,
die Tunnelbauer hätten in Rastatt nicht mit Bedacht gebaut.


moment..... Deine vermeintlich künftigen Kollegen.

Ich find's interessant, gefühlt kommt etwa beim Brenner-Nordzulauf, der sich hinzieht, mehr Kritik aus Deutschland als aus Österreich.

ist ja auch nur logisch.

Brennerzulauf

WbuIV, Freitag, 28.02.2020, 22:39 (vor 2232 Tagen) @ J-C

Der Brennerzulauf ist für mich ein schönes Beispiel deutscher Planungstaktik. Vertrag unterschreiben und dann abtauchen. Es sind ja bald Landtagswahlen, dann kommen Kommunalwahlen und dann kommt ja der Bundestag. Da will es sich kein CSUler mit den selbstbewussten Oberbayern anlegen. Irgendwie nach dem Moto, doe Ösis kriegen das eh nicht hin

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