[6MGA] Teil 04: Oberalppass, Schöllenen und Gotthard [m40B] (Reiseberichte)

Math5D, Montag, 24.02.2020, 14:38 (vor 2219 Tagen)
bearbeitet von Math5D, Montag, 24.02.2020, 14:41

Die Alpenquerung schlechthin ist natürlich der Gotthard, und die Bergstrecke war von Anfang an eingeplant. Nach meiner Fahrt mit der Centovallibahn, siehe Teil 1, war diese ja leider hinten übergefallen. Außerdem gab es noch das Stück zwischen Andermatt und Nätschen von Teil 2 nachzuholen - beides lässt sich zum Glück wunderbar kombinieren, da die Schöllenenbahn beide verbindet.

Inzwischen wieder an den Arbeitsalltag gewöhnt und ohne Schlafmangel, starte ich die Tour zum ersten Mal mit dem ersten Zug des Tages, der S4 um 5:41, und nehme nicht den schnellen EC nach Brig, sondern den IR90, um bereits in Visp in den Zug der MGB nach Andermatt einzusteigen, der in dieser Stunde wie üblich durchfährt. Leider ist es wieder ein Komet...

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1 In Andermatt kommt dieses Mal erwartungsgemäß der Zug aus Disentis an, gezogen von einem Deh4/4 und mit Steuerwagen, also kein Rangieren notwendig.

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2 Nach der kurzen Wendezeit geht's wieder hoch. Direkt hinter dem Bahnhof beginnt die Zahnradstrecke, hinten sieht man noch einen Zug der Schöllenenbahn und den Komet, mit dem ich gekommen bin.

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3 Weiter oben hat man einen schönen Blick über die ganze Stadt, den Bahnhof, und die vom Furkapass kommende Strecke

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4 Vor der letzten Kehre ist der Nätschen zu sehen, oberhalb des Bahnhofs liegt bereits Schnee (es ist Anfang September).

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5 Da sich die Züge erst am Oberalppass kreuzen, steige ich auch erst dort um, und kann so nochmal den See sehen, der durch den Schnee auch ganz anders aussieht als letztes Mal.

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6 Am Bahnhof.

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7 Der Gegenzug rechts, den ich nun nehme, ist ja auch der, den ich letztes Mal bis Disentis hatte. Er fährt wieder mit HGe4/4 II.

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8 Und runter geht es zum Nätschen, wo der Wind die Wolken durch die "Täler" fegt.

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9 Wie erwartet kommt hier der Glacier entgegen.

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10 Durch den Mix aus Sonne und Wolken entsteht eine schöne Stimmung, die ich - finde ich jedenfalls - ganz gut auf den nächsten Fotos eingefangen habe

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11 In der engen Kurve stehen unendlich viele Oberleitungsmasten.

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12 Von hier sieht man zwei Mal die nachfolgende Strecke unten.

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13 Gegenbild zu Teil 2, Bild 20.

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14 Auch über Andermatt bilden sich nette Schattenspiele, während der Bahnhof ganz leer ist.

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15 Gegenbild zu 12, wenn man auch die oberste Strecke in der verringerten Auflösung kaum erkennt, und auch die mittlere nur wegen der Brücke

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16 Da rollt auch der nächste Zug aus Brig an

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17 und fährt gleichzeitig mit uns in Andermatt ein.

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18 Im Depot steht bereits ein Zug der Schöllenenbahn bereit, deren Betriebskonzept ich ja versprochen hatte, zu erklären. Und zwar handelt es sich hier um das Konzept während der Sperre Zugersee Ost, deren Auswirkungen bis hier zu spüren sind:
In Andermatt kommen zuerst beide Züge aus Visp/Brig und Disentis an, dann fährt Zug 1 die Schöllenenbahn runter nach Göschenen und bietet direkt Anschluss an den nordwärts fahrenden Zug nach Erstfeld.
Währenddessen fährt Zug 2 aus dem Depot in Andermatt an den Bahnsteig, und fährt ebenfalls runter.
4 Minuten später fährt Zug 1 wieder hoch, und in einer Galerie begegnen sich die beiden. Zug 2 bietet in Göschenen dann Anschluss an den südwärts fahrenden Zug nach Bellinzona (Lugano, Chiasso, Mailand).
Oben angekommen schmeißt Zug 1 seine Fahrgäste raus und fährt ins Depot, Zug 2 fährt ebenfalls wieder hoch und bietet Anschluss an die anderen MGB-Züge.
In der nächsten Stunde wechseln die Züge prakischerweise ihre Rollen, also der alte Zug 2, der ja am Gleis steht, fährt als 1. wieder runter, und der alte Zug 1 im Depot wird zu Zug 2.

In Zeiten schwacher Auslastung (und jedes Mal, wenn ich in Andermatt war, sind maximal 20 Leute mit der SchB gefahren) würde es für sämtliche Anschlüsse reichen, wenn Zug 1 runterführe, dort länger wartet, und dann als Zug 2 wieder hochführe (und das gilt auch für den etwas anderen Normalbetrieb ohne Zugerseesperre), wird aber offenbar nicht gemacht.
Dass zwei Züge potenziell notwendig sind, liegt an der mit 181 Promille deutlich größeren Steigung als im übrigen Netz der MGB (maximal 125), in der nur 3 Wagen transportiert werden. Außerdem steht deshalb das Triebfahrzeug immer talwärts (Hat jemand da ne Quelle, bei welcher Steigung die gesetzliche Grenze ist?)

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19 Kurz zurück zum Oberalpzug, dort ist inzwischen die Lok gewendet.

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20 Hier kommt mein Zug der SchB

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21 Noch ein Nachschuss auf den wieder hochfahrenden Oberalpzug, bei dem ich zwar den Fokus irgendwo ins Nirvana gesetzt habe, aber irgendwie finde ich den Effekt dadurch gar nicht so schlecht. Der nur 100m entfernte Zug scheint so schon sehr weit weg zu sein.

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22 Endlich geht es runter, immer entlang der Reuss

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23 Straße und Fußweg an der Teufelsbrücke. Bereits die Römer waren ja über den Gotthard gekommen, kamen dann aber nicht durch die Schöllenenschlucht. Um 1200 erst wurde dann ein Weg gebaut.

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24 Der weitere Streckenverlauf liegt nahezu vollständig in Tunneln und Galerien, erst kurz vor Göschenen kommt man wieder vollständig ans Tageslicht.

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25 Letzte Reussüberquerung, und Blick auf die Gotthardstrecke

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26 Der SchB-Zug in voller Länge. Merkt euch mal diese Perspektive und zwar bis Teil 29 :)

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27 Der Zug nach Erstfeld rollt heran. Seit der Eröffnung des Basistunnels gibt es ja keine durchgehenden Züge mehr über die Gotthardstrecke, die die Bergroute fahren, sondern nur S-Bahn-artige FLIRTs ab Erstfeld. Die SOB wird zwar bald wieder durchgehende Züge anbieten, aber auch nur mit FLIRT-160, die (Spoiler auf Teil 5) kaum besser sind.

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28 Dann fährt Zug 1 wieder hoch. Von Zug 2 gibt's keine Bilder, da identisch.

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29 Mein Zug nach Bellinzona

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30 Da die FLIRTs doppelverglaste Fenster haben, sind Fotos besonders schwierig. Hier mal ein Bild auf Autobahn und Bahn, die 2 Kehrtunnel in Folge durchfährt.

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31 In Bellinzona reicht die Umstiegszeit auf den Gegenzug für dieses Bild und ein Baguette vom Brezelkönig, das ich vor lauter Unschlüssigkeit der Sprachwahl auf 1/3 Italienisch, 1/3 Französisch und 1/3 Englisch bestelle - wahrscheinlich hätte die Verkäuferin sogar Deutsch gekonnt. Egal.

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32 Leider kein gutes Bild, aber zu sehen sind die beiden Prototypen der Re6/6 mit geteiltem Lokkasten, ähnlich der RhB Ge6/6 II. Das Gelenk dient dabei nicht der Anpassung in Kurven, sondern seine Achse geht einmal quer durch die Lok, sodass diese bei Steigungsänderungen knickt.

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33 Auf der Nordrampe ist das Highlight die Kirche von Wassen, an der man dreimal vorbeifährt. Hier von oben,

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34 hier von der Mitte,

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35 (Einschub: In der unteren Wende kommt ein Lösch- und Rettungszug entgegen)

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36 und hier von unten.

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37 Bereits im IR, wird das Nordportal des Basistunnels passiert. Aufgrund der Sperre am Zugersee verkehrt ja alles im Moment über die Westseite, und die IR nach Luzern weichen dafür wiederum von der Strecke über Rotkreuz auf die über Küssnacht aus.

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38 In Luzern bestehen dann 28min Umsteigezeit auf den IR15, sodass ich noch einen Blick auf den Voralpenexpress werfen kann.

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39 Ebenso startet hier die Zentralbahn, die zur MGB HGe4/4 II baugleiche Loks besitzt.

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40 Und vor dem Bahnhof kann man auf den Vierwaldstättersee und die Rigi schauen.

Das war's von diesem Tag, der endlich mal ohne nennenswerte Verspätungen etc. lief. Das lässt doch hoffen für die Zukunft!

Teil 03 und 04

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 28.02.2020, 20:33 (vor 2214 Tagen) @ Math5D
bearbeitet von Twindexx, Freitag, 28.02.2020, 20:34

Hoi,

Teil 03 und 04 als gemeinsame Antwort:

Somit war in meiner Tagesplanung nicht mehr viel Spielraum, und als ich in Visp den "Komet" sah, der Richtung Zermatt fahren sollte, hatte ich keine Lust, auf den nächsten Zug zu warten. Bei den Kometen, die Stadler "verbrochen" hat, sind nämlich leider gar keine Fenster zu öffnen - sowas gehört doch verboten.

Das ist nunmal das, was die Leute heute haben wollen. Die MGB hat jüngst eine Rollmaterialbestellung über zwölf dreiteilige Orion-Triebzüge getätigt. Bis 2023 werden auf der BVZ alle HGe- und Deh-Pendel abgelöst. Der durchgehende Einsatz von Triebzügen ermöglicht kürzere Fahrzeiten und den minutengenauen 30-Minuten-Takt. Kein anderes MGB-Rollmaterial kann Zahnstangenstrecken bergab gleichschnell oder schneller befahren als die Komet, die neuen Orion sollen diese Zulassung ebenfalls erhalten.

Von den HGe wird die MGB neun Maschinen revidieren, die am Oberalp, beim GEx und im Güterverkehr langfristig eingesetzt werden sollen. Der Regionalverkehr auf den Strecken Zermatt-Visp-Brig-Andermatt-Göschenen wird dann ausschliesslich mit Komet und Orion bewältigt (mit 15 weiteren Orion werden bis 2029 auch alle Deh ersetzt).

Blick nach links kurz vor Täsch. Spätestens dort müssen alle Autofahrer ihr Verkehrsmittel abstellen und mit der Bahn weiter. Dafür gibt es eigene Komet-ähnliche Züge der Baureihe BDSeh4/8 (Das S steht für Sonderabteil, womit einfach nur der Panoramateil gemeint ist. Eigentlich sind es nämlich normale Stadler-GTW, bei denen das Antriebsmodul verlängert wurde).

Die Zermatt-Suttle sind praktisch die Prototypen für die Komet. Aber das S steht nicht für den Panoramateil, weil sonst müssten auch alle Kometen diesen Buchstaben haben. Das S steht vielmehr für die grosszügigen Einstiegszonen ohne Sitze mit viel Platz für Gepäck und Stehplätze.

Neben den guten Blicken (selbstverständlich lassen sich Fenster öffnen!) fährt man eine von zwei Bahnen der Schweiz, die direkt Drehstrom aus der Oberleitung bekommen, und deshalb auch zwei Fahrleitungen haben.

Die GGB gehört wie die MGB auch zur BVZ-Holding, beim Rollmaterial arbeitet man teilweise auch zusammen. Die GGB kann aber eher zu öffnende Fenster einbauen, weil diese Bahn ausschliesslich touristischen Interessen dient und nicht auch von normalen Reisenden und tagtäglich von Pendlern genutzt wird, die keinen Sinn für offene Fenster haben.

Drehstrom-Bahnen gibt es auch weltweit nur vier Stück, davon zwei in der Schweiz. Eine ist in den Pyrenäen und die vierte nutzt man, wenn man in Rio zum Jesus will. Die letztere hat gerade erst neues Rollmaterial von Stadler erhalten.

Oberhalb dessen gibt es eine Aussichtsplattform, und nochmal weiter oben einen kleinen "Berg", auf den wegen des nicht befestigten Wegs die meisten Touris, die in Sandalen oder ähnlich geeigneten Schuhen (es sind immerhin auch nur 8°C) angereist sind, nicht steigen.

Oh, da könnte ich auch mit Sandalen rumturnen. Kommt halt darauf an, ob man Berg-Erfahrung mitbringt. Allgemein nehme ich aber in diese Höhen zu jeder Jahreszeit festes Schuhwerk mit, auch wenn es unten im Tal deutlich über 30° hat. Das lehrt einem die Erfahrung nunmal.

Wieder runter geht es mit dieser Komposition, in der ich den Platz ganz vorne bekomme.

Es fährt immer mindestens eine der neueren Stadlerzüge mit, da diese über den behindertengerechten Niederflureinstieg verfügen. Das BehiG muss eben auch von solchen Bahnen erfüllt werden, obwohl diese keinerlei öffentliche Subventionen bekommen.
Die GGB hat aus der MGB-Orion-Beschaffung heraus fünf zweiteilige Polaris-Triebzüge geordert, die künftig die Flotte verstärken sollen und die ältesten Fahrzeuge ersetzen sollen.

Nun geht's wieder zurück Richtung Visp - zum Glück in einem anständigen Wagenzug, wo direkt nach der Ausfahrt aus Zermatt eines der Täsch-Zermatt-Shuttles entgegenkommt.

Diese Doppelkreuzung ist normal. Sowohl der Regionalverkehr als auch die Shuttle fahren zweimal pro Stunde, dazu kommen die GEx und Güterzüge. Künftig soll ein direkter Tunnel Zermatt mit Täsch verbinden. Da geht einiges an Aussicht verloren, dafür wird die Verbindung wintersicher und künftig ohne Zahnstange sein. Die MGB beschafft von den Orion-Triebzügen auch eine Shuttle-Version ohne Zahnrad, die dann in der halben Fahrzeit wie heute Täsch mit Zermatt im 15-Minuten-Takt verbinden. Beim Regionalverkehr reduziert sich die Fahrzeit ebenfalls, sodass man künftig nicht mehr als eine Stunde von Visp nach Zermatt haben wird.

Ich wage mal die Behauptung, dass dies die einzige Stelle der Schweiz ist, an der Regelzüge in der Zahnstange und ohne Richtungsumkehr die Steigungsrichtung wechseln - sollte das falsch sein, darf Twindexx mich gerne verbessern ;)

Auf Anhieb fällt mir gerade Grindelwald Grund ein. Da dort aber zwischen den beiden Steigungen noch ein Halt mit Fahrtrichtungswechsel erfolgt, darfst du selbst entscheiden, wie du das werten willst.

Um :22 in Visp angekommen, hat man in den geraden Stunden bis :57 Zeit, bis der erste Zug durch den nun geplanten Lötschbergbasistunnel fährt.

Dann hast du aber einfach die falsche Stunde erwischt. Durch den LBT fahren neben den stündlichen IC 8 auch zweistündlich die IC 6. So hat man einen 30-30-60-Minuten-Takt, womit man alle zwei Stunden auch zur halben Stunde in Visp einen Zug durch den LBT hat.

Mit STEP 2035 ist der weitere Ausbau des LBT beschlossen und finanziert worden. Künftig wird es im LBT also einen durchgehenden IC-Halbstundentakt geben. Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass während des Ausbaus der LBT mal für ein paar Monate total gesperrt werden muss.

einzig nach Puidoux geht es durch einen kleinen Tunnel und dann ist auf der linken Seite sehr schön der Genfersee zu sehen, zu dem der Zug langsam durch die Weinfelder runterfährt. Nur so nebenbei, noch schöner ist eigentlich die andere Strecke ab Puidoux nach Vevey, auf der es auch wesentlich steiler runtergeht.

Als im Sommer 2018 für sieben Wochen Puidoux-Lausanne wegen Sanierung und Ausbau für Reihe W (Bern-Lausanne künftig in 61 statt 66 Minuten mit Doppelstockzügen mit Wankkompensation, Einführung in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre) total gesperrt war, wurden die IC 1 und IR 15 in Fribourg gebrochen. Stattdessen wurden die halbstündlichen RE Genève-Lausanne via Spitzkehre in Vevey bis Fribourg verlängert. So konnte man diese Strecke auch mal im Fernverkehr befahren. War mal was neues, Fribourg-Vevey direkt nonstop.

alle paar Jahrzehnte findet in Vevey das Winzerfest (Fête des Vignerons) statt und währenddessen wird die S7 statt mit einem Domino mit einem RE-Dosto bedient - falls irgendjemand hier den Artikel ergänzen möchte.

Das war nun einmal so der Fall. Beim nächsten Fest wird es keine Domino mehr geben. Stattdessen werden dann da wohl die neuen BEST fahren (Beschaffung Einstöckiger Standard-Triebzug; drei- und vierteilige Regionalzüge), welche die SBB dieses Jahr erst zur Beschaffung ausschreiben werden. Und was dann für Dostos aktuell sein werden, weiss heute noch niemand.

In Andermatt kommt dieses Mal erwartungsgemäß der Zug aus Disentis an, gezogen von einem Deh4/4 und mit Steuerwagen, also kein Rangieren notwendig.

Im Winter wird über den Oberalp konsequent mit HGe 4/4" und Lok voraus gefahren, sodass immer umrangiert werden muss. Das hat aber dann wegen des Schnees auch einen praktischen Nutzen.

Da rollt auch der nächste Zug aus Brig an

Schon mal 007 Goldfinger gesehen? Da rechts ausserhalb des Bildes stand früher die Tankstelle aus dem Film. Die Bahnstrecke ist im Film neben der Strasse ja zu sehen.

Dass zwei Züge potenziell notwendig sind, liegt an der mit 181 Promille deutlich größeren Steigung als im übrigen Netz der MGB (maximal 125), in der nur 3 Wagen transportiert werden. Außerdem steht deshalb das Triebfahrzeug immer talwärts (Hat jemand da ne Quelle, bei welcher Steigung die gesetzliche Grenze ist?)

Einen fixen Wert gibts da eher weniger. Da muss man die Komposition selbst anschauen. Die dreiteiligen Komet dürfen ja da auch runterfahren und dort ist das Triebfahrzeug ja in der Mitte.
Du kannst ansonsten gerne die FDV und die AB-EBV auf der BAV-Webseite studieren. Ja, diese Dokumente sind in der Schweiz öffentlich: Fahrdienstvorschriften und Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung.

Der Zug nach Erstfeld rollt heran. Seit der Eröffnung des Basistunnels gibt es ja keine durchgehenden Züge mehr über die Gotthardstrecke, die die Bergroute fahren, sondern nur S-Bahn-artige FLIRTs ab Erstfeld.

Einige IR 26 und IR 46 sind am Wochenende von Erstfeld bis Airolo verlängert! Hier am 10. Juni 2019, Pfingstmontag, einen Tag nach Einführung des Zugersee Ost Konzepts, bei der Wende des EW-IV-Pendels in Airolo. Während dessen fährt auf Gleis 3 als Extrazug der Venice Simplon Orient Express mit Doppeltraktion Re 420 durch. Das Wetter hätte besser sein können:

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Bis zum 08. Juni 2019 gab es während der Sommermonate am Wochenende auch einen durchgehenden IR Zürich-Bellinzona via Bergstrecke, genannt Gotthard Weekender. Dieser wurde mit einer klassischen Schnellzugkomposition geführt, zusätzlich zu den Flirt. Am 08. Juni 2019 fuhr der Zug ein letztes Mal einen Tag vor der Sperre Zugersee Ost, viele Bahnfans hatten es an diesem Tag auf den Zug abgesehen (sogar ein Schild wurde vorne an der Lok befestigt):

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(klicken zum vergrössern)

Die SOB wird zwar bald wieder durchgehende Züge anbieten, aber auch nur mit FLIRT-160, die (Spoiler auf Teil 5) kaum besser sind.

Also die SOB Traverso sind definitiv bequeme IR-Züge mit anständiger erster Klasse und Verpflegungszonen: https://www.voralpen-express.ch/de/traverso.html
Der durchschnittliche Fahrgast will heute eben eine Klimaanlage und geschlossene Fenster. Da kann man nicht so viel machen. Mehr als 160 km/h fahren die IR 26 und IR 46 eh nirgends, weshalb diese Geschwindigkeit völlig ausreichend ist.

Sonst kannst du ja den GoPEx buchen, der führt zum Spezialpreis noch Wagen mit zu öffnenden Fenstern, wobei die Fahrgäste grundsätzlich in die Panoramawagen gebucht werden: https://www.sbb.ch/de/freizeit-ferien/reisen-schweiz/panoramareisen/gotthard-panorama-e...

Die SOB wird mit den Linien IR 26 und IR 46 ab Dezember 2020 in den eigenwirtschaftlichen Fernverkehr innerhalb der SBB-Konzession einsteigen und damit gegenüber den Tilo-Flirt eine deutliche Aufwertung der Gotthard-Bergstrecke bewirken. Ab Dezember 2021 bedient die SOB dann auch die Linie IR 35 (Verknüpfung RE Chur-Ziegelbrücke-Zürich mit IR 17 Zürich-Burgdorf-Bern zur durchgehenden Linie IR 35 Chur-Ziegelbrücke-Zürich-Burgdorf-Bern). Der Vorlapenexpress verkehrt bereits seit Dezember 2019 planmässig mit dem neuen Rollmaterial, das bisherige VAE-Rollmaterial ist definitiv abgestellt worden.

Ebenso startet hier die Zentralbahn, die zur MGB HGe4/4 II baugleiche Loks besitzt.

Der Ersatz in Form neuer Adler-Triebzüge ist bereits bestellt worden. Der Luzern-Interlaken-Express fährt bereits durchgehend mit Adler, nun folgt der Luzern-Engelberg-Express.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Teil 03 und 04

Math5D, Samstag, 29.02.2020, 10:39 (vor 2214 Tagen) @ Twindexx

Auf Anhieb fällt mir gerade Grindelwald Grund ein. Da dort aber zwischen den beiden Steigungen noch ein Halt mit Fahrtrichtungswechsel erfolgt, darfst du selbst entscheiden, wie du das werten willst.

Grindelwald Grund war mir durchaus bewusst, aber wegen des Fahrtrichtungswechsels würde ich es nicht zählen.

Dann hast du aber einfach die falsche Stunde erwischt. Durch den LBT fahren neben den stündlichen IC 8 auch zweistündlich die IC 6. So hat man einen 30-30-60-Minuten-Takt, womit man alle zwei Stunden auch zur halben Stunde in Visp einen Zug durch den LBT hat.

Jo, das meinte ich mit der "geraden" Stunde. In der "ungeraden" Stunde gibts die IC 6.

Im Winter wird über den Oberalp konsequent mit HGe 4/4" und Lok voraus gefahren, sodass immer umrangiert werden muss. Das hat aber dann wegen des Schnees auch einen praktischen Nutzen.

Und auch die werden dann auf ORION umgestellt? Ist ja schade. Und was passiert dann mit der Après-Ski-Bar?

Schon mal 007 Goldfinger gesehen? Da rechts ausserhalb des Bildes stand früher die Tankstelle aus dem Film. Die Bahnstrecke ist im Film neben der Strasse ja zu sehen.

Nope. James Bond ist nicht so mein Ding, habe vor vielleicht 15 Jahren mal irgendeinen gesehen und dann nie wieder.

Einen fixen Wert gibts da eher weniger. Da muss man die Komposition selbst anschauen. Die dreiteiligen Komet dürfen ja da auch runterfahren und dort ist das Triebfahrzeug ja in der Mitte.
Du kannst ansonsten gerne die FDV und die AB-EBV auf der BAV-Webseite studieren. Ja, diese Dokumente sind in der Schweiz öffentlich: Fahrdienstvorschriften und Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung.

Danke für die Links! Dass die Kometen da runter dürfen, wusste ich auch noch nicht. Ich vermute mal, das wurde verwendet, als noch ein Zug in Richtung Brig durchgebunden wurde?

Bis zum 08. Juni 2019 gab es während der Sommermonate am Wochenende auch einen durchgehenden IR Zürich-Bellinzona via Bergstrecke, genannt Gotthard Weekender. Dieser wurde mit einer klassischen Schnellzugkomposition geführt, zusätzlich zu den Flirt. Am 08. Juni 2019 fuhr der Zug ein letztes Mal einen Tag vor der Sperre Zugersee Ost, viele Bahnfans hatten es an diesem Tag auf den Zug abgesehen (sogar ein Schild wurde vorne an der Lok befestigt):

Schick, dafür bin ich leider zu spät in die Schweiz gekommen. Und den Gotthard-Panorama-Express sah ich nicht ein, zu bezahlen. Von den Zügen, die mit GA noch was kosten, bietet er dann doch am wenigsten finde ich, und dann muss man noch zwangsweise 1. Klasse buchen, obwohl ich natürlich die gesamte Strecke im 2.-Klasse-Fotowagen verbracht hätte.

Also die SOB Traverso sind definitiv bequeme IR-Züge mit anständiger erster Klasse und Verpflegungszonen: https://www.voralpen-express.ch/de/traverso.html
Der durchschnittliche Fahrgast will heute eben eine Klimaanlage und geschlossene Fenster. Da kann man nicht so viel machen. Mehr als 160 km/h fahren die IR 26 und IR 46 eh nirgends, weshalb diese Geschwindigkeit völlig ausreichend ist.

Die 1. Klasse mag gemütlicher sein, die 2. ist es nicht. Die SOB hat ähnliche Flirt (erkennbar am neuen Füherhaus) auch für die S-Bahnen nach Einsiedeln etc. besorgt, und die haben die exakt gleichen Sitze. Und das gastronomische Angebot im neuen VAE erinnerte mich an die deutschen IC2, aber gut, besser als nichts.

Der Ersatz in Form neuer Adler-Triebzüge ist bereits bestellt worden. Der Luzern-Interlaken-Express fährt bereits durchgehend mit Adler, nun folgt der Luzern-Engelberg-Express.

Leider. Wobei auch der Interlakenexpress noch tlw. (und vermutlich nur als Ersatz) mit Fink + Restaurant + Fink gefahren wird, oder gar Fink + Restaurant + halber Adler, aber das macht ja auch bis auf die Durchgänge keinen Unterschied.

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