Streckenzustand München-Frankfurt + Frage zu Verspätungen (Allgemeines Forum)
Tommyboy, OWL, Freitag, 01.08.2008, 17:47 (vor 6348 Tagen)
Hallo,
den Deutschlandpass gründlich nutzend ist mir aufgefallen, dass im Gegensatz zu meinen "Stammstrecken" Hamm-Bielefeld-Berlin bzw. Bielefeld-Köln-Frankfurt die Strecke Köln-München, die ja jetzt im Stundentakt gefahren wird, gar nicht so besonders schnell ist wie es die Werbung oft suggeriert. Jedenfalls war mein Eindruck, dass von München bis Frankfurt einzig die Neubaustrecke Ingolstadt-Nürnberg dem Zug den "Expressfaktor" verleiht, während besonders Nürnberg-Würzburg sehr langsam (oft längere Zeit 100-120 km/h) befahren wird. Auf dem Stück Aschaffenburg-Frankfurt musste außerdem öfter vor einem Haltesignal gewartet werden, offenbar wegen hoher Streckenauslastung. Gibt es auf der Strecke wohl in der Zukunft noch Potential, sie zu beschleunigen?
Weiterhin hat sich der Zug dann bis Frankfurt 30 Minuten Verspätung eingefangen, die auch bis Köln nur um rd. 5 Minuten abgebaut worden ist. 300 km/h ist der Zug jedenfalls nie gefahren. Im Endeffekt war der Anschluss dann weg und mir wurde geraten, im Regio-Verkehr weiter zu fahren, sodass ich letztlich 65 Minuten später ankam. Einen Gutschein wollte man mir aber nicht geben, dies würde nur für verspätete Fernzüge gelten. Aber die Verspätung ist doch durch einen Fernzug entstanden! Dies hieße im Umkehrschluss, dass bei Verbindungen zu Bahnhöfen, die nur per Regio erreichbar sind, nie (!?) ein Gutschein ausgestellt werden kann???
Gruß
Tommyboy
Streckenzustand München-Frankfurt + Frage zu Verspätungen
Matze86, München, Freitag, 01.08.2008, 18:00 (vor 6348 Tagen) @ Tommyboy
Gibt es auf der Strecke wohl in der Zukunft noch Potential, sie zu beschleunigen?
Also ich sehe da kein Potential mehr...
Im Endeffekt war der Anschluss dann weg und mir wurde geraten, im Regio-Verkehr weiter zu fahren, sodass ich letztlich 65 Minuten später ankam. Einen Gutschein wollte man mir aber nicht geben, dies würde nur für verspätete Fernzüge gelten. Aber die Verspätung ist doch durch einen Fernzug entstanden!
Wo hast du denn gefragt? Im Zug oder am SP? Am SP hätte man dir einen geben müssen.
Dies hieße im Umkehrschluss, dass bei Verbindungen zu Bahnhöfen, die nur per Regio erreichbar sind, nie (!?) ein Gutschein ausgestellt werden kann???
Nein. Nur wenn der NV die hohe Verspätung verursacht hat, gibts keinen Gutschein (->Kundendialog).
Streckenzustand München-Frankfurt + Frage zu Verspätungen
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 01.08.2008, 18:32 (vor 6348 Tagen) @ Tommyboy
Hallo Tommyboy,
Jedenfalls war mein Eindruck, dass von M-F einzig die Neubaustrecke IN-N dem Zug den "Expressfaktor" verleiht, während besonders N-WÜ sehr langsam (oft längere Zeit 100-120 km/h) befahren wird...
Gibt es auf der Strecke wohl in der Zukunft noch Potential, sie zu beschleunigen?
Ich fürchte: nein.
Auf N-WÜ verkehren ja auch 5 Linien: ICE HH-N-M, IC NRW-PA, ICE K-N-M (2x) und ICE F-Wien.
Dazu noch 1 RE und 1 RB pro Stunde, sowie zahlreiche Güterzüge, und das alles auf 2 Gleise.
Hier soll, wohl mehr noch als im Falle F-MA, neue Kapazität geschaffen werden.
Leider ist das wohl nicht zu erwarten.
Ich finde für F-WÜ-N Systemzeiten von 73 bzw. 56 Minuten.
Man darf schon froh sein, wenn F-WÜ auf 60 Minuten kommt. Der Abschnitt F-HU ist ja ziemlich langsam, zudem gibt es die Spessartrampe.
Für WÜ-N 30 Minuten braucht man eine SFS (wofür die Finanzmittel fehlen), 45 Minuten wäre mit ordentlichem Ausbau und ITF machbar.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Streckenzustand München-Frankfurt + Frage zu Verspätungen
ExpressFreak, Freitag, 01.08.2008, 18:55 (vor 6348 Tagen) @ Oscar (NL)
Die Strecke lässt sich kaum weiter ausbauen! Der einzige Abschnitt der den Ausbau auf 200 km/h zugelassen hat war Neustadt/A. - Iphofen und dieser wurde ja bereits auf 200 km/h ertüchtigt!
Grüße,
ExpressFreak
Streckenzustand München-Frankfurt + Frage zu Verspätungen
Tommyboy, OWL, Freitag, 01.08.2008, 21:12 (vor 6348 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo Oscar,
ja, das stimmt natürlich, die Güterzüge müssen ja auch noch eingerechnet werden.
Mh, was mich halt nur gewundert hat ist, warum, obwohl die Strecke gar nicht so sehr kurvig ist, oft nicht mehr als 120 km/h erlaubt sind?
Gruß
Tommyboy
Streckenzustand München-Frankfurt + Frage zu Verspätungen
NIM rocks, Freitag, 01.08.2008, 22:12 (vor 6348 Tagen) @ Tommyboy
bearbeitet von NIM rocks, Freitag, 01.08.2008, 22:13
Hallo Oscar,
ja, das stimmt natürlich, die Güterzüge müssen ja auch noch eingerechnet werden.
Mh, was mich halt nur gewundert hat ist, warum, obwohl die Strecke gar nicht so sehr kurvig ist, oft nicht mehr als 120 km/h erlaubt sind?Gruß
Tommyboy
Vermutlich ist der Oberbau, wie auch im 200 km/h-Stückchen, in einem schlechten Zustand und lässt einfach nicht mehr zu. Die ersten 20 km vom Würzburger Hbf Richtung Nürnberg sollen bei den Zugbegleitern ja sehr beliebt sein (1. Klasse), da kommt immer nur die die Hälfte des Kaffees bei den Fahrgästen an, die andere Hälfte bleibt als Fußbad am Tablett zurück...
MfG NIM rocks
Streckenzustand München-Frankfurt + Frage zu Verspätungen
NIM rocks, Freitag, 01.08.2008, 22:10 (vor 6348 Tagen) @ Oscar (NL)
Ich finde für F-WÜ-N Systemzeiten von 73 bzw. 56 Minuten.
Man darf schon froh sein, wenn F-WÜ auf 60 Minuten kommt. Der Abschnitt F-HU ist ja ziemlich langsam, zudem gibt es die Spessartrampe.
Für WÜ-N 30 Minuten braucht man eine SFS (wofür die Finanzmittel fehlen), 45 Minuten wäre mit ordentlichem Ausbau und ITF machbar.
Hi,
das kleine Ausbaustückchen ist generell in einem sehr schlechten Zustand. Ich glaube, es sind zwar keine Lafas vorhanden, aber bei 200 km/h im ICE 1 schaukelt und wackelt es da schon ordentlich, und in Richtung Nürnberg ist in einer Linkskurve ein schönes "Loch" im Oberbau, da schwappt auch der halbvolle Kaffee noch fast aus...
46 Minuten Fahrzeit sind von Hbf zu Hbf auf WÜ-NN schon möglich. Selbst im verspäteten ICE 883 mal erlebt, da gings schon ordentlich zur Sache ;-)
MfG NIM rocks
Gutschein
Tob, Freitag, 01.08.2008, 19:56 (vor 6348 Tagen) @ Tommyboy
Aber die Verspätung ist doch durch einen Fernzug entstanden!
Hatte der Fernzug mehr als 60 min. Verspätung? Wenn dies der Fall ist, dann gibt einen Gutschein
"Hat Ihr Fernverkehrszug (ICE, ICE Sprinter, InterCity, EuroCity, InterRegio, Thalys im nationalen Verkehr) an dem Bahnhof, an dem Sie aus diesem Zug aussteigen, eine Verspätung von mehr als 60 Minuten (Nachtreisezug mehr als 120 Minuten), erhalten Sie eine Entschädigung."
Bei Fahrten mit Umsteigeverbindungen, in deren Verlauf Sie zwischen mehreren Fernverkehrszügen wechseln, erhalten Sie diese Entschädigung auch dann, wenn Sie aufgrund der Verspätung dieser Züge Ihren Aussteigebahnhof mit mehr als 60 Minuten Verspätung erreichen."
http://www.bahn.de/p/view/hilfe/kundenrechte/kundencharta_regelung_nationaler_fernverke...
Wenn der letzte Zug ein Regionalzug ist, dann gibts keinen Gutschein auch wenn man beispielsweise mit 60 min. Verspätung am Zielbahnhof eintrifft.
So verstehe ich das, verbessert mich bitte, wenn ich falsch liege.
Gruß
Tobias
Gutschein
Matze86, München, Freitag, 01.08.2008, 20:20 (vor 6348 Tagen) @ Tob
Wenn ich deinen Beitrag so durchlese, dann hast du vollkommen Recht!
Somit muss ich meinen Beitrag revidieren, denn der genannte Fall fällt ja dann unter NV.
Naja, mit dem Kundendialog lässt sich doch einiges machen ;)
Gutschein
Tommyboy, OWL, Freitag, 01.08.2008, 21:09 (vor 6348 Tagen) @ Matze86
Hallo,
ja, genau wie "Tob" es beschrieben hat wurde es mir am Service-Point erklärt. Ist das nicht mehr als eine doppeldeutige Versprechung?
Beispiel: Jemand fährt von Erfurt nach Berlin mit Umstieg in Leipzig, wobei die Umsteigezeit rd. 10 Minuten beträgt. Die FK ist auch auf diese Strecke ausgestellt. Nun platzt der Anschluss in L und der folgende ICE ist um wenige Minuten verspätet, sodass dieser Jemand mit mehr als 60 Minuten in B eintrifft. Dann gibt's also eine Entschädigung?
Beispiel 2: Die Verbindung ist fast dieselbe wie oben, nur dass in diesem Fall z.B nach Fürstenwalde weitergefahren werden soll. Der RE ist ebenfalls wenige Minuten zu spät, sodass dieses Ziel ebenfalls mit mehr als 60 Minuten erreicht wird. Dann gibt's also keinen Gutschein, obwohl die Verspätung durch den FV ausgelöst wurde?
Was mich halt nur wundert ist, dass doch sehr viele FK zu Orten ausgestellt sind, die gar nicht mit dem FV erreicht werden können. Dies hieße dann also, dass in diesem Fall die Entschädigungsregel nach BB ausgeschlossen wäre?
Sehr zweifelhaft kamen mir im übrigen auch die Werbeplakate vor, die in Bayern an allen Bahnhöfen aufgehängt sind und 25% Entschädigung im NV ausloben. Ist es nicht so, dass die meisten Fahrscheine, mit denen Reisende in NV üblicherweise unterwegs sind (also Ländertickets, Semestertickets, Verbundfahrkarten allgemein etc.) von dieser Regelung ausgeschlossen sind?
Oder würde man, sofern das Ziel der Reise an einem Nahverkehrshalt in Bayern liegt, die Entschädigung wie in Beispiel 2 bekommen? Aber wahrscheinlich sind beide Regelungen wieder nicht zu kombinieren....
@ Matze: Hast Du zufällig die Adresse vom Kundendialog? Ich wollte denen sowieso schreiben, weil ich es unmöglich finde, dass angegebene Preise mitunter keine Endpreise darstellen. Bei mir war es ein Europa-Spezial Österreich von AT->D, wobei man sich dann aussuchen darf, ob man 3,50 Euro Versandgebühr bezahlt oder 5 Euro Zuschlag am Schalter. Der Automat fiel wegen gewünschter Umwege aus.
Gruß und Danke ;-)
Tommyboy
Service-Point
Tob, Freitag, 01.08.2008, 21:56 (vor 6348 Tagen) @ Tommyboy
ja, genau wie "Tob" es beschrieben hat wurde es mir am Service-Point erklärt.
Mir wurde es auch so am Servicepoint erklärt als mein ICE 55 min. Verspätung hatte und ich dennoch am Ziel mit über 60 min. Verspätung ankam, allerdings mit einem RE.
Ich versuchs nochmal mit eigenen Worten zu beschreiben: Wenn man in einer Reisekette mehrere Fernzüge nutzt, dann gibts einen Gutschein, wenn einer dieser Fernzüge 60 min. Verspätung hatte. Wenn der Fernzug in der Reisekette weniger als 60 min. Verspätung hat und man kommt dennoch am Zielort mit einer Regionalbahn mit mehr als 60 min. an, gibts keinen Gutschein.
D.h. im Zweifelsfall immer als letzten Zug einer Reisekette einen Fernzug wählen :-))
Gruß
Tobias
Gutschein
Matze86, München, Sonntag, 03.08.2008, 09:39 (vor 6347 Tagen) @ Tommyboy
@ Matze: Hast Du zufällig die Adresse vom Kundendialog?
DB FV AG
Kundendialog
Postfach 10 06 13
96058 Bamberg
Ich wollte denen sowieso schreiben, weil ich es unmöglich finde, dass angegebene Preise mitunter keine Endpreise darstellen. Bei mir war es ein Europa-Spezial Österreich von AT->D, wobei man sich dann aussuchen darf, ob man 3,50 Euro Versandgebühr bezahlt oder 5 Euro Zuschlag am Schalter. Der Automat fiel wegen gewünschter Umwege aus.
Wieso unmöglich? Am Automaten gehen auch Umwege, nur kannst du die Verkehrsmittelwahl nicht einschränken. Da musst du eben entweder mehr zahlen oder im Internet die Verkehrsmittelwahl nicht anrühren. Eine Beschwerde bringt da überhaupt nichts.