CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 08.01.2020, 18:58 (vor 2292 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

zwischen Prag und Brno soll auf Dauer eine Rennbahn gebaut werden.
Die vmax liegt dabei bei etwa 350 km/h. IRJ berichtet.

SŽDC is planning to build several sections of high-speed line with a design speed of up to 350km/h, with the aim of reducing travel times between the country’s main centres to below two hours.

Unter zwei Stunden... ich würde eher sagen: in einer Stunde, oder?
Luftlinie ist laut Google 205 km und 205 km/h sollte doch eine machbare vdurch sein wenn man vmax 350 km/h hat.

Bevor es aber soweit ist, ist eine erhebliche Portion Geduld angesagt. Für die Trassierung der ersten 23 km sind 16 Monate angesagt (in China wird in 16 Monaten eine Vielfalt von diesem 23 km gebaut).
Also auch reichlich Zeit um zu spekulieren, welche Züge da fahren werden. Traumhaft wäre ein ICE International Berlin-Dresden-Prag-Brno-Wien-Budapest... oder die Strecke gefahren mit einem noch zu bauen Velaro CZ der Ceske Drahy...


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Mittwoch, 08.01.2020, 19:00 (vor 2292 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich weiß nicht, wieso jeder ICE, der ins Ausland fährt ICE International heißen muss. Aber traurig wäre es in der Tat, wenn der ICE Berlin-Wien zwischen Wien und Prag mit 350 km/h fährt und in Deutschland zwischen Dresden und Berlin nicht mehr als 200 km/h drin sind ...

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

oska, Mittwoch, 08.01.2020, 21:13 (vor 2292 Tagen) @ Paladin

Ich weiß nicht, wieso jeder ICE, der ins Ausland fährt ICE International heißen muss. Aber traurig wäre es in der Tat, wenn der ICE Berlin-Wien zwischen Wien und Prag mit 350 km/h fährt und in Deutschland zwischen Dresden und Berlin nicht mehr als 200 km/h drin sind ...

Ich sehe das als zwei unabhängige Ereignisse.

Zum einen ist es doch schön, wenn der Zug zwischen Wien Prag 350 km/h fährt. Egal was zwischen Dresden und Berlin ist.

Zum anderen - da stimme ich Dir zu - ist es natürlich schön, wenn der Zug zwischen Berlin und Dresden möglichst schnell fährt. Wobei das für mich unabhängig davon gilt, ob der zwischen Wien und Prag 350 km/h fährt oder nur mit 80 km/h durch die Landschaft juckelt.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 08.01.2020, 21:20 (vor 2292 Tagen) @ oska

Die Frage ist zuvorderst, was für den Deutschlandtakt Sinn ergibt. Kann man mit Geschwindigkeiten >200 km/h Taktknoten besser erschließen? Wenn nein, dann ist der Zeitvorteil dann weg, wenn man mal umsteigen muss.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

oska, Mittwoch, 08.01.2020, 21:38 (vor 2292 Tagen) @ J-C

Die Frage ist zuvorderst, was für den Deutschlandtakt Sinn ergibt. Kann man mit Geschwindigkeiten >200 km/h Taktknoten besser erschließen? Wenn nein, dann ist der Zeitvorteil dann weg, wenn man mal umsteigen muss.

Die Frage die sich mir stellt ist, ob der Deutschlandtakt Sinn ergibt. Ich finde nein.

Wenn ich eine Strecke von a nach b fahre und dort 58 Minuten brauche und in b innerhalb von 2 Minuten nach c umsteigen kann ist das toll.

Ich bevorzuge von a nach b 53 Minuten zu fahren und mich in b zu langweilen um nach 7 Minuten in den Zug nach c zu steigen.

Am allertollsten fände ich es umsteigefrei von a über b nach c zu fahren. Doch das lohnt nicht für jede Relation.

Wenn alle zehn Minuten ein Zug von b nach c fährt ist mir egal zu welcher Minute mein Zug aus a in b ankommt.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 09.01.2020, 10:17 (vor 2291 Tagen) @ oska
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 09.01.2020, 10:19

Bei einem ITF wird man doch eher so Umstiege von 7 Minuten kriegen. Der Punkt ist, wenn man meinetwegen einen ITF-Knoten zur Knotenzeit erreicht, dann aber aus Gründen eine Fahrtzeitverkürzung von 10 Minuten erreicht, muss man länger warten. Das größere Problem ist jedoch, dass der Zug dann vor der Knotenzeit abfährt und dadurch vielen Zügen keinen Anschluss gewähren kann.

Wenn man hingegen den Zug die gewonnene Fahrtzeit im Taktknoten abstehen lässt, hat man nicht so viel gewonnen, dann wird die Investition nicht so viel Sinn ergeben.

Bei einer Taktsymmetrie würde es bei der Gegenrichtung ja dann auch so sein, dass der Zug nach der Knotenzeit ankäme und dadurch viele Anschlüsse entweder sehr knapp oder gar nicht erreicht werden. Verzichtet man hingegen auf eine Symmetrie, wird das ganze etwas chaotisch, die Trassenplanung wird ineffizienter und bei den Anschlüssen würde es auch nicht unbedingt schön sein...

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

oska, Donnerstag, 09.01.2020, 20:30 (vor 2291 Tagen) @ J-C

Das größere Problem ist jedoch, dass der Zug dann vor der Knotenzeit abfährt und dadurch vielen Zügen keinen Anschluss gewähren kann.

Nicht, wenn schnell genug der nächste Zug folgt. Damit meine ich nicht dieselbe Linie, sondern eine andere Linie die von wo anders kommt aber zu dem gleichen Ziel fährt.

wird das ganze etwas chaotisch, die Trassenplanung wird ineffizienter und bei den Anschlüssen würde es auch nicht unbedingt schön sein...

Im Chaos liegt die Zukunft. In Berlin, München oder Wien mußt Du nicht wissen wann die nächste U-Bahn fährt. Du gehst einfach hin und steigst ein. Wenn Du vom Hauptbahnhof zum Ostbahnhof fahren willst, musst Du auch nicht darauf achten wohin die S-Bahn fährt. Du steigst in irgendeine ein und am Ostbahnhof aus. Nur die Richtung muß stimmen.

Glaubst Du wirklich das Lokführer beim ITF seltener verschlafen, keine ungeplante Toilettenpause mehr machen müssen und sich niemand mehr vor der Zug wirft, nur weil alle Züge irgendwo gleichzeitig abfahren? Ich denke nicht das es mit dem ITF weniger Verspätungen gibt.

Das Chaos hat mich schon oft gerettet und so habe ich bei einem verspäteten Zug noch einen Anschluß geschafft, den ich fahrplanmäßig nicht erreicht hätte. Die Computer rechnen schnell genug, wenn keine freien Trassen zu finden sind, sind einfach zu wenig da. Da liegt dann das Problem. Spendiere jeder Strecke zwei zusätzliche Gleise, ob zum überholen, ausweichen, für den NV oder tagsüber für den Güterverkehr - dann wird die Trassenplanung zum Kinderspiel.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 09.01.2020, 20:59 (vor 2291 Tagen) @ oska

Das größere Problem ist jedoch, dass der Zug dann vor der Knotenzeit abfährt und dadurch vielen Zügen keinen Anschluss gewähren kann.


Nicht, wenn schnell genug der nächste Zug folgt. Damit meine ich nicht dieselbe Linie, sondern eine andere Linie die von wo anders kommt aber zu dem gleichen Ziel fährt.

Das ist eine schöne Vision. Mal ganz angenommen, wir könnten Berlin - Prag - Wien in 4 Stunden schaffen. Da müsste man fast durchgängig mit 350 km/h operieren, aber ok, sagen wir einfach mal, das geht. Dann hätten wir die wohl coolste Metropolverbindung da draußen geschaffen, wir hätten die Grenzen noch mehr verschwinden lassen als bereits jetzt schon, das würde ganz neue Perspektiven vor allem für Tschechien schaffen.

Doch frage ich mich, wird man da wirklich so oft fahren können, dass ein ITF nicht mehr notwendig ist? Um ehrlich zu sein, da bin ich skeptisch. Ich kann mir einen Halbstundentakt ganz gut vorstellen, ich meine, mit Hamburg hätten wir dann gleich 4 Metropolen miteinander verbunden. Das ist schon ziemlich cool. Aber ob es wirklich ein Viertelstundentakt ist? Ich weiß es nicht. Meine Wünsche sagen ja, meine Erfahrung ist da eher skeptisch. In den Niederlanden ist der Fernverkehr so dicht vertaktet, weil er eigentlich ein verschleierter Regionalexpressverkehr ist (ich glaube, da wird mir Oscar(NL) zustimmen). In Japan werden riesige Metropolen miteinander verbunden, da ist ein 10-Minuten-Takt alternativlos.

Berlin - Prag - Wien mag zwar viel Potenzial haben, aber die Metropolen sind nicht so riesig und regionale Bedürftnisse werden da eher weniger bedient.

Ich lasse mich immer gerne überraschen und vielleicht ist mir die ganze Tragweite einer solchen potenziell revolutionären internationalen Hochgeschwindigkeitsverbindung noch gar nicht bewusst. Aber ich habe da eine gewisse Skepsis. Ich hoffe, das kann man mir verstehen.

Und wenn wir nicht mehr als einen Halbstundentakt haben, dann wird es eben zwar ein schön dichtes Angebot sein, aber ohne ITF wird es trotzdem irgendwo dazu kommen, dass man eben diese halbe Stunde auch warten muss auf seinen nächsten Zug. Mit einem konsequenten ITF vermeidet man das.

Wenn man Wien - Prag - Berlin im Viertelstundentakt bedient, würde sich das Thema jedoch auch erledigen. Bei der Hamburger oder Berliner S-Bahn erwartet man sich ja auch nicht so sehr einen ITF.

wird das ganze etwas chaotisch, die Trassenplanung wird ineffizienter und bei den Anschlüssen würde es auch nicht unbedingt schön sein...


Im Chaos liegt die Zukunft. In Berlin, München oder Wien mußt Du nicht wissen wann die nächste U-Bahn fährt. Du gehst einfach hin und steigst ein. Wenn Du vom Hauptbahnhof zum Ostbahnhof fahren willst, musst Du auch nicht darauf achten wohin die S-Bahn fährt. Du steigst in irgendeine ein und am Ostbahnhof aus. Nur die Richtung muß stimmen.

Ja genau das ist es, was meine Visionen für die Zukunft sind, ein Fernverkehr im Takt wie beim Shinkansen. Es wäre möglich und wir reden von sehr weiträumigen Zukunftsszenarien. Ich würde mir da sicherlich nicht sagen, dass das niemals passieren würde.

Aber das sind dann Themen, die werden erst wirklich langfristig zum Tragen kommen. Eher nicht gleich Nachdem Tschechien sein Hochgeschwindigkeitsnetz aufgebaut hat.

Glaubst Du wirklich das Lokführer beim ITF seltener verschlafen, keine ungeplante Toilettenpause mehr machen müssen und sich niemand mehr vor der Zug wirft, nur weil alle Züge irgendwo gleichzeitig abfahren? Ich denke nicht das es mit dem ITF weniger Verspätungen gibt.

Das ist klar, aber es ist schon cool, wenn grundsätzlich der Fahrplan ein attraktives Angebot herstellt.

Das Chaos hat mich schon oft gerettet und so habe ich bei einem verspäteten Zug noch einen Anschluß geschafft, den ich fahrplanmäßig nicht erreicht hätte. Die Computer rechnen schnell genug, wenn keine freien Trassen zu finden sind, sind einfach zu wenig da. Da liegt dann das Problem. Spendiere jeder Strecke zwei zusätzliche Gleise, ob zum überholen, ausweichen, für den NV oder tagsüber für den Güterverkehr - dann wird die Trassenplanung zum Kinderspiel.

Naja, das kann auch mal kostspielig sein. Und wenn man mit einer effizienten Trassenplanung noch einiges an Luft hätte, wird man eben schauen, dass man den Fahrplan möglichst mit Plan erstellt. ;-)

Wobei wir bei einem dichten Fernverkehrstakt ohnehin eigene Trassen brauchen werden. Ein Mischverkehr wäre da gar nicht sinnvoll möglich.

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CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

oska, Donnerstag, 09.01.2020, 21:35 (vor 2291 Tagen) @ J-C

Das ist eine schöne Vision. Mal ganz angenommen, wir könnten Berlin - Prag - Wien in 4 Stunden schaffen. Da müsste man fast durchgängig mit 350 km/h operieren, aber

Ob vier, sechs oder acht Stunden ist mir da persönlich recht egal. Häufige umsteigefreie Verbindungen wären nice. Da ich nicht den Luxus habe, mit dem Fahrrad einen der drei Bahnhöfe erreichen zu können, ist mir noch wichtig das es eine gute Alternative gibt, wenn ich meinen Zug verpasse. D.h. das der nächste Zug soll bald fahren. Dichter Takt.

ok, sagen wir einfach mal, das geht. Dann hätten wir die wohl coolste Metropolverbindung da draußen geschaffen, wir hätten die Grenzen noch mehr

Nehmen wir doch die Linie Hamburg-Berlin-Dresden-Wien-Bratislava-Budapest.

Metropolen miteinander verbunden. Das ist schon ziemlich cool. Aber ob es wirklich ein Viertelstundentakt ist? Ich weiß es nicht. Meine Wünsche sagen ja, meine

Es müssen ja nicht vier Züge pro Stunde von Hamburg nach Budapest fahren. Wenn Hamburg-Wien stündlich fährt, alle zwei Stunden bis Budapest, dann ist das eine super Grundlage.

Zusätzlich fahren ja auch noch: Hamburg-Berlin-Frankfurt(Oder), Hamburg-Berlin-Warschau, Hamburg-Berlin-Erfurt-München - zwischen Hamburg und Berlin halte ich den Viertelstundentakt für möglich.

Am Wiener Ende sieht es ähnlich aus. Auch München-Salzburg-Wien-Budapest, Hannover|Frankfurt-Nürnberg-Wien-Budapest, ... - auch da wird der Takt wieder dichter.

Der ITF wäre in den Fällen sogar unsinnig. Wieso sollen zur gleichen Minute mehrere Züge von Wien nach Budapest fahren. Alle zwanzig Minuten einer ist doch viel besser verteilt.

Und wenn wir nicht mehr als einen Halbstundentakt haben, dann wird es eben zwar ein schön dichtes Angebot sein, aber ohne ITF wird es trotzdem irgendwo dazu kommen, dass man eben diese halbe Stunde auch warten muss auf seinen nächsten Zug. Mit einem konsequenten ITF vermeidet man das.

Bei einem Halbstundentakt musst Du ja fast nie eine halbe Stunde warten. Wenn Dir der Zug gerade vor der Nase wegfährt, wartest Du 30 Minuten bis der nächste kommt, wenn Du ihn gerade noch erwischt wartest Du gar nicht. Im Schnitt wartest Du 15 Minuten.

Ja genau das ist es, was meine Visionen für die Zukunft sind, ein Fernverkehr im Takt wie beim Shinkansen.

Und wenn man mit einer effizienten Trassenplanung noch einiges an Luft hätte, wird man eben schauen, dass man den Fahrplan möglichst mit Plan erstellt. ;-)

Das passiert ja sowieso. Auch wenn unser Wunsch erhört wird und zukünftig doppelt so viele Züge fahren, werden die Fahrpläne ja nicht plötzlich von Noobs erstellt sondern weiterhin von dem Personal, das da jahrelange Erfahrung hat und das beste rausholt was geht.

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J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 09.01.2020, 21:54 (vor 2291 Tagen) @ oska

Ob vier, sechs oder acht Stunden ist mir da persönlich recht egal. Häufige umsteigefreie Verbindungen wären nice. Da ich nicht den Luxus habe, mit dem Fahrrad einen der drei Bahnhöfe erreichen zu können, ist mir noch wichtig das es eine gute Alternative gibt, wenn ich meinen Zug verpasse. D.h. das der nächste Zug soll bald fahren. Dichter Takt.

Eh, da gehen wir d'accord.

ok, sagen wir einfach mal, das geht. Dann hätten wir die wohl coolste Metropolverbindung da draußen geschaffen, wir hätten die Grenzen noch mehr


Nehmen wir doch die Linie Hamburg-Berlin-Dresden-Wien-Bratislava-Budapest.

Wien - Bratislava - Budapest wäre eher ein ungewöhnlicher Umweg. Entweder Wien oder Bratislava. Da wird man halt sehen müssen, was am besten ist.

Es müssen ja nicht vier Züge pro Stunde von Hamburg nach Budapest fahren. Wenn Hamburg-Wien stündlich fährt, alle zwei Stunden bis Budapest, dann ist das eine super Grundlage.

Naja, das ist halt genau das, was wir derzeitig von der Taktung her zwischen Hamburg und Berlin haben und ich nenne das nicht so attraktiv. Ein durchgängier Halbstundentakt ist das, was ich mir zwischen Hamburg und Wien vorstelle.

Zusätzlich fahren ja auch noch: Hamburg-Berlin-Frankfurt(Oder), Hamburg-Berlin-Warschau, Hamburg-Berlin-Erfurt-München - zwischen Hamburg und Berlin halte ich den Viertelstundentakt für möglich.

Ja definitiv, Hamburg - Berlin ist ganz klar eine Strecke, wo ein Vierstelstundentakt Sinn ergeben kann. Beide Städte ziehen sich gegenseitig gleichermaßen an, beide Städte sind Metropolen und sind nicht zu weit entfernt.

Am Wiener Ende sieht es ähnlich aus. Auch München-Salzburg-Wien-Budapest, Hannover|Frankfurt-Nürnberg-Wien-Budapest, ... - auch da wird der Takt wieder dichter.

Hui, Hannover - Budapest? Das hört sich lustig an.

Der ITF wäre in den Fällen sogar unsinnig. Wieso sollen zur gleichen Minute mehrere Züge von Wien nach Budapest fahren. Alle zwanzig Minuten einer ist doch viel besser verteilt.

Da würde ich dir zustimmen, andererseits ist ein ITF sinnvoll, wo die Zugsfrequenz nicht so hoch ist.

Und wenn wir nicht mehr als einen Halbstundentakt haben, dann wird es eben zwar ein schön dichtes Angebot sein, aber ohne ITF wird es trotzdem irgendwo dazu kommen, dass man eben diese halbe Stunde auch warten muss auf seinen nächsten Zug. Mit einem konsequenten ITF vermeidet man das.


Bei einem Halbstundentakt musst Du ja fast nie eine halbe Stunde warten. Wenn Dir der Zug gerade vor der Nase wegfährt, wartest Du 30 Minuten bis der nächste kommt, wenn Du ihn gerade noch erwischt wartest Du gar nicht. Im Schnitt wartest Du 15 Minuten.

ja, aber man könnte attraktive Umsteigezeiten für quasi alle Verbindungen erreichen. Gerade bei kürzeren Relationen, wo die meisten Potenziale liegen, kann jede Minute durchaus entscheidend in der Attraktivität sein.

Ja genau das ist es, was meine Visionen für die Zukunft sind, ein Fernverkehr im Takt wie beim Shinkansen.

Und wenn man mit einer effizienten Trassenplanung noch einiges an Luft hätte, wird man eben schauen, dass man den Fahrplan möglichst mit Plan erstellt. ;-)


Das passiert ja sowieso. Auch wenn unser Wunsch erhört wird und zukünftig doppelt so viele Züge fahren, werden die Fahrpläne ja nicht plötzlich von Noobs erstellt sondern weiterhin von dem Personal, das da jahrelange Erfahrung hat und das beste rausholt was geht.

Eh klar. Andererseits ist es so, dass man bei einem ITF es leichter hat, zum Beispiel einen Zug, der fast 30 Minuten länger braucht als der andere, auch in einem Halbstundentakt ohne Konflikt unterzubringen. Und das geht am besten, wenn Fahrtzeiten nahe beieinander sind.

Bei geringeren Fahrtzeitunterschieden ist der Effekt freilich weniger erheblich und bei einem dichten Takt wird man auch nie große Umsteigezeiten erdulden müssen.

Aber es wird auch in Zukunft Gegenden geben, wo man mehr als einen Halbstundentakt nicht kriegt und da kann ein ITF sehr sinnvoll sein.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

oska, Donnerstag, 09.01.2020, 22:13 (vor 2291 Tagen) @ J-C

Wien - Bratislava - Budapest wäre eher ein ungewöhnlicher Umweg. Entweder Wien oder Bratislava. Da wird man halt sehen müssen, was am besten ist.

Da bist Du der Streckenexperte. Ich hatte nur grob auf die Landkarte geguckt.

Hui, Hannover - Budapest? Das hört sich lustig an.

Hannover wird da sicher nicht der Startbahnhof sein, aber die Züge Amsterdam-Budapest werden dort halten. Genauso meinte ich es mit Frankfurt-Nürnberg-Budapest. Hier können die Züge z.B. aus Köln kommen.

Da würde ich dir zustimmen, andererseits ist ein ITF sinnvoll, wo die Zugsfrequenz nicht so hoch ist.

Wenn man wie ich in einem Kaff wohnt, wo irgendwann spät abends die Busse nur noch im Stundentakt fahren, dann macht es Sinn das sich die vier/fünf Buslinien an einem zentralen Ort treffen und dort aufeinander warten. Ja, da ist der ITF sinnvoll.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

Aphex Twin, Donnerstag, 09.01.2020, 11:10 (vor 2291 Tagen) @ oska

Die Frage ist zuvorderst, was für den Deutschlandtakt Sinn ergibt. Kann man mit Geschwindigkeiten >200 km/h Taktknoten besser erschließen? Wenn nein, dann ist der Zeitvorteil dann weg, wenn man mal umsteigen muss.


Die Frage die sich mir stellt ist, ob der Deutschlandtakt Sinn ergibt. Ich finde nein.

Wenn ich eine Strecke von a nach b fahre und dort 58 Minuten brauche und in b innerhalb von 2 Minuten nach c umsteigen kann ist das toll.

Ich bevorzuge von a nach b 53 Minuten zu fahren und mich in b zu langweilen um nach 7 Minuten in den Zug nach c zu steigen.

All else equal ist dass natürlich angenehmer, aber die unterliegende Frage ist wieviel Milliarden man (zusätzlich) investieren müsste um die Fahrtzeit von 58 auf 53 Minuten zu verkürzen und welche anderen Fahrzeitverkürzungen man anderswo mit diesen Milliarden hätte erreichen können, insbesondere welche andere Strecken man damit von vielleicht 63 auf 58 Minuten hätte verkürzen können und damit welche Umsteigeverbindungen man möglicherweise um bis zu 55 Minuten hätte verkürzen können.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

oska, Donnerstag, 09.01.2020, 20:09 (vor 2291 Tagen) @ Aphex Twin

All else equal ist dass natürlich angenehmer, aber die unterliegende Frage ist wieviel Milliarden man (zusätzlich) investieren müsste um die Fahrtzeit von 58 auf 53

In großen Teilen gebe ich Dir Recht. Never change a running system. Es macht keinen Sinn eine intakte Strecke, wie z.B. SFS Hannover-Göttingen nächstes Jahr upzugraden. Aber wenn auf der Strecke 200er-Strecke Dresden-Berlin in den nächsten 7, 13 oder 17 Jahren ohnehin Bauarbeiten anstehen, wie es sie letztes Jahr monatelang in Niedersachsen gab, dann kann man auch überlegen wie man die 350km/h-Züge aus Prag kommend dort verkehren lassen will.

Die Frage ist dann ja nicht gebe ich Milliarden aus oder gar nichts, sondern kostet mich die Wartung/Moderniesierung 450 Millionen und alles bleibt wie es ist oder 600 Millionen mit +x-Geschwindigkeit an einigen Stellen.

Minuten zu verkürzen und welche anderen Fahrzeitverkürzungen man anderswo mit diesen

Anderswo ist für mich kein Argument. Von dem Geld München-Erfurt-Berlin hätte man auch dutzende Städte neu/wieder ans Netz anschliessen können. Hätte man aber auch so. Hat man aber nicht. Es ist ja nicht das Geld was fehlt, sondern der Wille. Damit meine ich jetzt nicht die private Schatzkasse der DB, sondern uns alle als Gesellschaft.

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J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 09.01.2020, 20:35 (vor 2291 Tagen) @ oska

All else equal ist dass natürlich angenehmer, aber die unterliegende Frage ist wieviel Milliarden man (zusätzlich) investieren müsste um die Fahrtzeit von 58 auf 53


In großen Teilen gebe ich Dir Recht. Never change a running system. Es macht keinen Sinn eine intakte Strecke, wie z.B. SFS Hannover-Göttingen nächstes Jahr upzugraden. Aber wenn auf der Strecke 200er-Strecke Dresden-Berlin in den nächsten 7, 13 oder 17 Jahren ohnehin Bauarbeiten anstehen, wie es sie letztes Jahr monatelang in Niedersachsen gab, dann kann man auch überlegen wie man die 350km/h-Züge aus Prag kommend dort verkehren lassen will.

Die Frage ist dann ja nicht gebe ich Milliarden aus oder gar nichts, sondern kostet mich die Wartung/Moderniesierung 450 Millionen und alles bleibt wie es ist oder 600 Millionen mit +x-Geschwindigkeit an einigen Stellen.

Die Frage ist, ob diese 150 Millionen Euro Sinn ergeben. Kann man damit einen stabileren Fahrplan bauen? Kann man dadurch Umsteigezeiten optimieren? Kann man die Kapazität erhöhen? Was kann man damit? Und das sind halt die Fragen, die ich mir da stelle. Wenn man meinetwegen den Taktknoten besser erreicht, immer her damit, wenn man damit dafür sorgt, dass man pünktlicher wird, immer her damit.

Aber wenn man nur auf die kürzeste Reisezeit pokert, gewinnt man vielleicht nicht zwangsläufig. Da wird es vielleicht mit den Anschlüssen nicht so gut, da werden Trassen vielleicht nicht so effizient genutzt...

...ich habe selber erlebt, wie man Trassen, wo 160 gereicht hätten, gleich auf 200 ausbaute, eben weil der Mehraufwand niedrig ist. Wenn 230 oder 250 nicht so viel Aufwand bedeuten (sowas wie Hamburg - Berlin könnte doch denkbar sein, von der zumindest bei meiner letzten Fahrt eher mäßigen Laufruhe abgesehen), dann bitte, ich bin nicht dagegen!

Minuten zu verkürzen und welche anderen Fahrzeitverkürzungen man anderswo mit diesen


Anderswo ist für mich kein Argument. Von dem Geld München-Erfurt-Berlin hätte man auch dutzende Städte neu/wieder ans Netz anschliessen können. Hätte man aber auch so. Hat man aber nicht. Es ist ja nicht das Geld was fehlt, sondern der Wille. Damit meine ich jetzt nicht die private Schatzkasse der DB, sondern uns alle als Gesellschaft.

Genau auf den Punkt getroffen. Dieses "MAn könnte stattdessen xy bauen" ist gerade in Deutschland ein völliges Nicht-Argument. Als ob man jetzt in einem harten Ringen sich für ein Projekt und gegen das andere entscheiden müsste. Das entspricht nicht den Tatsachen.

Deswegen sage ich, nur weil man dann etwas anderes tun könnte, muss es nicht heißen, dass man es machen wird und ganz ehrlich, ohne die Schnellfahrstrecken würde die Bahn als Gesamtsystem nicht so attraktiv sein. Würde man meinen, lieber die Nebenbahnen erhalten zu wollen, als die Hauptbahnen attraktiv und flott zu kriegen, dann würden diese einfach nie wirklich attraktiv sein, weil man einfach insgesamt selbst auf den Hauptbahnen nicht schnell wegkommt.

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Henrik, Donnerstag, 09.01.2020, 23:42 (vor 2291 Tagen) @ J-C

All else equal ist dass natürlich angenehmer, aber die unterliegende Frage ist wieviel Milliarden man (zusätzlich) investieren müsste um die Fahrtzeit von 58 auf 53

das sollte nicht so viel sein, da geht es dabei um ganz andere Abschnitte, vor allem um 100 km/h Abschnitte auf 200 km/h zu bringen. Das macht man dann auch nicht wegen HGV, sondern wegen der Kapazität.

In großen Teilen gebe ich Dir Recht. Never change a running system. Es macht keinen Sinn eine intakte Strecke, wie z.B. SFS Hannover-Göttingen nächstes Jahr upzugraden. Aber wenn auf der Strecke 200er-Strecke Dresden-Berlin in den nächsten 7, 13 oder 17 Jahren ohnehin Bauarbeiten anstehen, wie es sie letztes Jahr monatelang in Niedersachsen gab, dann kann man auch überlegen wie man die 350 km/h-Züge aus Prag kommend dort verkehren lassen will.

Berlin - Dresden ist frisch ausgebaut worden bzw. läuft weiter.
also wenn denn liegen Sanierungen in 30 Jahren an und ist dann auch nicht vergleichbar mit den ersten SFS.

Nein, kann man nicht.. aus div. Gründen.

Die Frage ist dann ja nicht gebe ich Milliarden aus oder gar nichts, sondern kostet mich die Wartung/Modernisierung 450 Millionen und alles bleibt wie es ist oder 600 Millionen mit +x-Geschwindigkeit an einigen Stellen.

450 Millionen für was?
600 Millionen für was?

Die Frage ist, ob diese 150 Millionen Euro Sinn ergeben. Kann man damit einen stabileren Fahrplan bauen? Kann man dadurch Umsteigezeiten optimieren? Kann man die Kapazität erhöhen? Was kann man damit? Und das sind halt die Fragen, die ich mir da stelle. Wenn man meinetwegen den Taktknoten besser erreicht, immer her damit, wenn man damit dafür sorgt, dass man pünktlicher wird, immer her damit.

Aber wenn man nur auf die kürzeste Reisezeit pokert, gewinnt man vielleicht nicht zwangsläufig. Da wird es vielleicht mit den Anschlüssen nicht so gut, da werden Trassen vielleicht nicht so effizient genutzt...

Zielfahrzeit für Berlin - Dresden ist 90 Minuten nach Abschluss der letzten Ausbaustufe.

Nochmal runter zu kürzen auf unter 60 Minuten?
Das wird man nicht schaffen mit heraufsetzen auf 230 km/h, was schon ein erheblicher Aufwand wäre.
Das bedürfe eine komplett neue Strecke.
Er will diese gar für 350 km/h entwerfen und ausführen..
..für einen einzigen ICE pro Stunde.
Da kommt man mit 150 Mio.. oder 600 Mio nicht aus - das wird eher das zehnfache.

...ich habe selber erlebt, wie man Trassen, wo 160 gereicht hätten, gleich auf 200 ausbaute, eben weil der Mehraufwand niedrig ist. Wenn 230 oder 250 nicht so viel Aufwand bedeuten (sowas wie Hamburg - Berlin könnte doch denkbar sein), dann bitte, ich bin nicht dagegen!

Beim 1. Ausbauabschnitt von Hamburg - Berlin hat man zwar einiges bereits für 200 km/h ausgerichtet, technisch aber letztendlich nur für 160 km/h - für mehr bestand kein Bedarf - das hatte bereits mehrere Milliarden gekostet.
Der 2. Ausbauabschnitt für dann 230 km/h hatte nochmal Milliarden gekostet.

Minuten zu verkürzen und welche anderen Fahrzeitverkürzungen man anderswo mit diesen

Anderswo ist für mich kein Argument. Von dem Geld München-Erfurt-Berlin hätte man auch dutzende Städte neu/wieder ans Netz anschliessen können. Hätte man aber auch so. Hat man aber nicht.

hat man.

Es ist ja nicht das Geld was fehlt, sondern der Wille. Damit meine ich jetzt nicht die private Schatzkasse der DB, sondern uns alle als Gesellschaft.

Projekte des Bedarfsplans werden nicht von der privaten Schatzkasse der DB finanziert, sondern vom Bund.

Genau auf den Punkt getroffen. Dieses "MAn könnte stattdessen xy bauen" ist gerade in Deutschland ein völliges Nicht-Argument. Als ob man jetzt in einem harten Ringen sich für ein Projekt und gegen das andere entscheiden müsste. Das entspricht nicht den Tatsachen.

Deswegen sage ich, nur weil man dann etwas anderes tun könnte, muss es nicht heißen, dass man es machen wird und ganz ehrlich, ohne die Schnellfahrstrecken würde die Bahn als Gesamtsystem nicht so attraktiv sein. Würde man meinen, lieber die Nebenbahnen erhalten zu wollen, als die Hauptbahnen attraktiv und flott zu kriegen, dann würden diese einfach nie wirklich attraktiv sein, weil man einfach insgesamt selbst auf den Hauptbahnen nicht schnell wegkommt.

Da denkst Du zu sehr rein auf den PV fixiert.
Die NBS in Deutschland wurden in erster Linie wegen des GV gebaut.

--

Für die Arbeiten von Hannover bis Göttingen hat die Bahn 175 Millionen Euro veranschlagt. Die Sanierung der gesamten Strecke von Hannover nach Würzburg soll 640 Millionen Euro kosten. Die Trasse Mannheim-Stuttgart wird für 185 Millionen Euro auf Vordermann gebracht.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutsche-bahn-vollsperrung-ice-strecke-1.4152088

https://www.deutschebahn.com/de/presse/suche_Medienpakete/Bauen_2018-1204514

200 km/h zwischen BL und DH ohnehin nicht ITF-freundlich

flierfy, Freitag, 10.01.2020, 13:27 (vor 2290 Tagen) @ Henrik

Zielfahrzeit für Berlin - Dresden ist 90 Minuten nach Abschluss der letzten Ausbaustufe.

Für eine Fahrzeit von knapp unter 90 min hätte man sich die derzeit laufenden Ausbauten aber sparen können. Dafür wären nämlich 160 km/h Höchstgeschwindigkeit ausreichend gewesen.


Nochmal runter zu kürzen auf unter 60 Minuten?
Das wird man nicht schaffen mit heraufsetzen auf 230 km/h, was schon ein erheblicher Aufwand wäre.

Weite Teile der Strecke waren für 1,5 Jahre gesperrt worden. Dort wurden die Gleise nicht nur neu verlegt, man hat auch in erheblichen Umfang Ingenieurbauwerke entlang der Strecke erneuert oder errichtet. Bei dieser Gelegenheit hätte man den Gleisachsabstand von 4,00 auf 4,50 hoch nehmen können. Dann wären 300 km/h und Fahrzeiten von unter 60 min möglich gewesen.
Statt dessen kommt man nun wieder bei murksigen 75 min raus.

200 km/h zwischen BL und DH ohnehin nicht ITF-freundlich

Aphex Twin, Freitag, 10.01.2020, 14:16 (vor 2290 Tagen) @ flierfy

Zielfahrzeit für Berlin - Dresden ist 90 Minuten nach Abschluss der letzten Ausbaustufe.

Für eine Fahrzeit von knapp unter 90 min hätte man sich die derzeit laufenden Ausbauten aber sparen können. Dafür wären nämlich 160 km/h Höchstgeschwindigkeit ausreichend gewesen.

Die Planungen für die derzeit laufenden Ausbauten wurden eben auch weit vor Beginn der Entscheidungen zur Einführung des Deutschlandtakts gemacht. Ein Grund wieso bei der Eisenbahn in Deutschland nicht alles rund läuft liegt eben daran dass sich die Ziele, Prioritäten und zur Verfügung gestellten Ressourcen über die Zeitachse und von Region zu Region immer wieder geändert haben. In Verbindung mit den sehr langen Zeitläufen von Bahnprojekten führt dies eben dazu dass vieles nicht so wirklich zusammenpasst.

Nochmal runter zu kürzen auf unter 60 Minuten?
Das wird man nicht schaffen mit heraufsetzen auf 230 km/h, was schon ein erheblicher Aufwand wäre.

Weite Teile der Strecke waren für 1,5 Jahre gesperrt worden. Dort wurden die Gleise nicht nur neu verlegt, man hat auch in erheblichen Umfang Ingenieurbauwerke entlang der Strecke erneuert oder errichtet. Bei dieser Gelegenheit hätte man den Gleisachsabstand von 4,00 auf 4,50 hoch nehmen können. Dann wären 300 km/h und Fahrzeiten von unter 60 min möglich gewesen.
Statt dessen kommt man nun wieder bei murksigen 75 min raus.

200 km/h zwischen BL und DH ohnehin nicht ITF-freundlich

Lumi25, Samstag, 11.01.2020, 02:56 (vor 2289 Tagen) @ flierfy

Am meisten Sinn macht es eigentlich schnelle Verkehre auf wenigen Strecken zu bündeln auch wenn dafür Umwege in Kauf genommen werden müssen.

Bei Berlin-Dresden wäre es daher sinnvoller gewesen Jüterbog - Riesa (die Strecke ist schnurgerade) einer Vollsperrung zu unterziehen und auf 230-250 km/h zu ertüchtigen inklusive Neutrassierung der Strecke Riesa-Dresden für durchgehend 230 km/h.

Auch Berlin-Jüterbog hätte man gleich auf 230-250 km/h ertüchtigen sollen bzw. weiter bis Halle.

Zwischen Berlin und Jüterbog hätte man dann vielleicht ein paar Abschnitte viergleisig ausbauen müssen um den Regionalverkehr fliegend überholen zu können.

Diese Variante ist vermutlich ausgeschieden damit der BER einen Fernverkehrsanschluss bekommt.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

Aphex Twin, Donnerstag, 09.01.2020, 23:13 (vor 2291 Tagen) @ oska

All else equal ist dass natürlich angenehmer, aber die unterliegende Frage ist wieviel Milliarden man (zusätzlich) investieren müsste um die Fahrtzeit von 58 auf 53


In großen Teilen gebe ich Dir Recht. Never change a running system. Es macht keinen Sinn eine intakte Strecke, wie z.B. SFS Hannover-Göttingen nächstes Jahr upzugraden. Aber wenn auf der Strecke 200er-Strecke Dresden-Berlin in den nächsten 7, 13 oder 17 Jahren ohnehin Bauarbeiten anstehen, wie es sie letztes Jahr monatelang in Niedersachsen gab, dann kann man auch überlegen wie man die 350km/h-Züge aus Prag kommend dort verkehren lassen will.

Nur dass grosse Teile der Strecke Dresden-Berlin gerade in den letzten fünf Jahren ausgebaut wurden (bzw. zum Teil noch werden, wie z.B. die 'Dresdner Bahn' in Berlin).


Die Frage ist dann ja nicht gebe ich Milliarden aus oder gar nichts, sondern kostet mich die Wartung/Moderniesierung 450 Millionen und alles bleibt wie es ist oder 600 Millionen mit +x-Geschwindigkeit an einigen Stellen.

Minuten zu verkürzen und welche anderen Fahrzeitverkürzungen man anderswo mit diesen


Anderswo ist für mich kein Argument. Von dem Geld München-Erfurt-Berlin hätte man auch dutzende Städte neu/wieder ans Netz anschliessen können. Hätte man aber auch so. Hat man aber nicht. Es ist ja nicht das Geld was fehlt, sondern der Wille. Damit meine ich jetzt nicht die private Schatzkasse der DB, sondern uns alle als Gesellschaft.

Dies sind zwei unterschiedliche Ziele die man durchaus parallel angeht. Zum einen z.B. München-Berlin auf unter vier Stunden zu drücken und zum anderen Berlin-Dresden auf unter eine Stunde zu drücken um einen Taktknoten in Dresden zu ermöglichen (weiss jetzt nicht auswendig ob das für Dresden so geplant ist).

Und egal wieviel Geld die Politik dafür bereitstellt, es muss immer eine Prioritätenliste geben, schon allein aufgrund Planungskapazitäten kann nicht alles auf einmal angegangen werden. Und eine Strecke von heute 58 auf 53 Minuten zu beschleunigen wenn daraus keine sonstigen Verbesserungen entstehen wird dabei nie an erster Stelle stehen.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

oska, Freitag, 10.01.2020, 11:49 (vor 2290 Tagen) @ Aphex Twin

Nur dass grosse Teile der Strecke Dresden-Berlin gerade in den letzten fünf Jahren ausgebaut wurden (bzw. zum Teil noch werden, wie z.B. die 'Dresdner Bahn' in Berlin).

Das ist ja genau mein Argument. Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Ich möchte nicht nächsten Monat mit der Modernisierung beginnen. Wie lange halten die Schienen jetzt? 20 Jahre? 30 Jahre? Wenn die schon 5 Jahre alt sind, dann bitte 2035 oder 2045 daran denken die nicht nur bei 200km/h zu belassen sondern rechtzeitig darüber nachdenken die Strecke schneller zu machen.

Und eine Strecke von heute 58 auf 53 Minuten zu beschleunigen wenn daraus keine sonstigen Verbesserungen entstehen wird dabei nie an erster Stelle stehen.

Es soll weder an erster Stelle stehen noch zu Hau-Ruck-Aktionen führen. Aber präsent sein, das man dort noch was machen kann. Die Fahrgäste, die dort einsteigen und später zum Bahnhof gehen können, die Fahrgäste die dort aussteigen und früher am Ziel sind oder die Fahrgäste, die dort das Glück haben, dass der Lokführer bei Verspätung noch drei Minuten wieder gut machen kann und der verloren geglaubte Anschluss nun doch noch erreicht wird, die freuen sich über etwas mehr Lebenszeit. Bahnfahren wird (noch) angenehmer.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

Lumi25, Freitag, 10.01.2020, 10:04 (vor 2290 Tagen) @ J-C

Die Frage ist zuvorderst, was für den Deutschlandtakt Sinn ergibt. Kann man mit Geschwindigkeiten >200 km/h Taktknoten besser erschließen? Wenn nein, dann ist der Zeitvorteil dann weg, wenn man mal umsteigen muss.


Die Frage ist wohl eher ob Anschlüsse zuverlässig erreicht werden und das ist in Deutschland oftmals nicht der Fall. Wenn man mal in die Gruppe Eifelpendler auf Facebook schaut kann man jeden Tag Fälle lesen, wo der RE aus Richtung Eifel in Euskirchen einfährt und die S 23 nach Bonn nicht mal eine Minute länger wartet sondern auf Zeigersprung abfährt und das obwohl DB Regio beide Linien betreibt.

Sind es unterschiedliche Betreiber wird erst recht nicht gewartet auf Anschlüsse. Gutes Beispiel dafür ist Siegen mit dem Übergang vom RE 9 auf den RE Siegen-Frankfurt. Hat der RE 9 5 Minuten Verspätung kannst Du davon ausgehen, dass der Anschluss in Siegen Dir vor der Nase losfährt.

Von daher halte ich vom ITF absolut gar nichts. In der kleinen Schweiz funktioniert das aber auch dort verlässt man sich nicht auf die Fernzüge aus Richtung Deutschland sondern hält in Basel Reservegarnituren vor. Die werden eingeschert sobald der Fernzug aus Deutschland mal wieder verspätet ist.

Man stelle sich das in Deutschland mal vor, wenn man für jeden verspäteten Fernzug Reservegarnituren einscheren würde.

Dazu kommt dann noch, dass in der Schweiz jede Strecke elektrifiziert ist und die Leit- und Sicherungstechnik auf einen hervorragenden Stand ist mit hoher Blockdichte auch auf Nebenfernstrecken. Man schaue sich dagegen mal in Deutschland um. Bei Umstellung auf ESTW wird meist nur der Status Quo erhalten und nicht mehr. Auf Nebenfernstrecken ist die Blockdichte oftmals grottig.

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

Aphex Twin, Freitag, 10.01.2020, 11:10 (vor 2290 Tagen) @ Lumi25

Die Frage ist wohl eher ob Anschlüsse zuverlässig erreicht werden und das ist in Deutschland oftmals nicht der Fall. Wenn man mal in die Gruppe Eifelpendler auf Facebook schaut kann man jeden Tag Fälle lesen, wo der RE aus Richtung Eifel in Euskirchen einfährt und die S 23 nach Bonn nicht mal eine Minute länger wartet sondern auf Zeigersprung abfährt und das obwohl DB Regio beide Linien betreibt.

Sind es unterschiedliche Betreiber wird erst recht nicht gewartet auf Anschlüsse. Gutes Beispiel dafür ist Siegen mit dem Übergang vom RE 9 auf den RE Siegen-Frankfurt. Hat der RE 9 5 Minuten Verspätung kannst Du davon ausgehen, dass der Anschluss in Siegen Dir vor der Nase losfährt.

In der Schweiz gibt es auch unterschiedliche Betreiber. Neben der SBB (10 Mrd Umsatz) sind da vor allem die BLS (1 Mrd), Postauto (750 Mio) und die RhB (300 Mio) zu nennen.

Von daher halte ich vom ITF absolut gar nichts. In der kleinen Schweiz funktioniert das aber auch dort verlässt man sich nicht auf die Fernzüge aus Richtung Deutschland sondern hält in Basel Reservegarnituren vor. Die werden eingeschert sobald der Fernzug aus Deutschland mal wieder verspätet ist.

Man stelle sich das in Deutschland mal vor, wenn man für jeden verspäteten Fernzug Reservegarnituren einscheren würde.

Und wieso sollte dies in Deutschland nicht möglich sein? Liegt dies am ß mit dem sich die Schweiz nicht herumschlagen muss?

ITF: was CH hat, was DE nicht hat.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 10.01.2020, 11:28 (vor 2290 Tagen) @ Aphex Twin
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 10.01.2020, 11:30

Die Frage ist wohl eher ob Anschlüsse zuverlässig erreicht werden und das ist in Deutschland oftmals nicht der Fall. Wenn man mal in die Gruppe Eifelpendler auf Facebook schaut kann man jeden Tag Fälle lesen, wo der RE aus Richtung Eifel in Euskirchen einfährt und die S 23 nach Bonn nicht mal eine Minute länger wartet sondern auf Zeigersprung abfährt und das obwohl DB Regio beide Linien betreibt.

Sind es unterschiedliche Betreiber wird erst recht nicht gewartet auf Anschlüsse. Gutes Beispiel dafür ist Siegen mit dem Übergang vom RE 9 auf den RE Siegen-Frankfurt. Hat der RE 9 5 Minuten Verspätung kannst Du davon ausgehen, dass der Anschluss in Siegen Dir vor der Nase losfährt.


In der Schweiz gibt es auch unterschiedliche Betreiber. Neben der SBB (10 Mrd Umsatz) sind da vor allem die BLS (1 Mrd), Postauto (750 Mio) und die RhB (300 Mio) zu nennen.

Kann es sein, dass in der Schweiz eine einzelne Instanz den Fahrplan bestimmt, schreibt und dementsprechend Trassen vergibt?

Von daher halte ich vom ITF absolut gar nichts. In der kleinen Schweiz funktioniert das aber auch dort verlässt man sich nicht auf die Fernzüge aus Richtung Deutschland sondern hält in Basel Reservegarnituren vor. Die werden eingeschert sobald der Fernzug aus Deutschland mal wieder verspätet ist.

Man stelle sich das in Deutschland mal vor, wenn man für jeden verspäteten Fernzug Reservegarnituren einscheren würde.

Und wieso sollte dies in Deutschland nicht möglich sein? Liegt dies am ß mit dem sich die Schweiz nicht herumschlagen muss?

In der Schweiz wird die HGV-Sparte in einen 200er-Korsett gezwungen. Es gibt Kantenzeiten für IC, IR und Regio, und es sind in der Regel nicht mehr als zwei Zuggattungen auf derselben Strecke unterwegs.
Bei uns in NL sind es nur zwei: "IC" und "Sprinter". Thalys, eurostar und ICE sind eher kleine Nischenprodukte. Wenn man nur zwei Zuggattungen hat und zudem in der Randstad Viergleisigkeit, kann man einen derart dichten Takt anbieten, dass der ITF eher kontraproduktiv wäre.

In Deutschland sind drei oder mehr Zuggattungen pro Strecke eher Regel als Ausnahme.
So sind linksrheinisch schnelle und langsame ICs (mit/ohne Halt in Remagen und Andernach), REs, RBs und Cargos unterwegs.
Das aufeinander abzustimmen macht die Sache schwer.

Über ICEs mit Tempo>200 habe ich noch gar nicht geredet, geschweige einen von uns ICE-Fans gewünschten Ultra-HGV nach China-Vorbild.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

ITF: was CH hat, was DE nicht hat.

Aphex Twin, Freitag, 10.01.2020, 12:10 (vor 2290 Tagen) @ Oscar (NL)

Sind es unterschiedliche Betreiber wird erst recht nicht gewartet auf Anschlüsse. Gutes Beispiel dafür ist Siegen mit dem Übergang vom RE 9 auf den RE Siegen-Frankfurt. Hat der RE 9 5 Minuten Verspätung kannst Du davon ausgehen, dass der Anschluss in Siegen Dir vor der Nase losfährt.


In der Schweiz gibt es auch unterschiedliche Betreiber. Neben der SBB (10 Mrd Umsatz) sind da vor allem die BLS (1 Mrd), Postauto (750 Mio) und die RhB (300 Mio) zu nennen.


Kann es sein, dass in der Schweiz eine einzelne Instanz den Fahrplan bestimmt, schreibt und dementsprechend Trassen vergibt?

Nah- und Regionalverkehr wird auch in Deutschland von einem Besteller vorgegeben.

Von daher halte ich vom ITF absolut gar nichts. In der kleinen Schweiz funktioniert das aber auch dort verlässt man sich nicht auf die Fernzüge aus Richtung Deutschland sondern hält in Basel Reservegarnituren vor. Die werden eingeschert sobald der Fernzug aus Deutschland mal wieder verspätet ist.

Man stelle sich das in Deutschland mal vor, wenn man für jeden verspäteten Fernzug Reservegarnituren einscheren würde.

Und wieso sollte dies in Deutschland nicht möglich sein? Liegt dies am ß mit dem sich die Schweiz nicht herumschlagen muss?


In der Schweiz wird die HGV-Sparte in einen 200er-Korsett gezwungen.

Und der allermeiste HGV-Verkehr in Deutschland wird in ein 250er-Korsett gezwungen (mit ein bisschen Abweichung durch 230 km/h ICE-T und 280 km/h ICE 1/2, 300 km/h Strecken sind die ja eher die Ausnahme in Deutschland).

Es gibt Kantenzeiten für IC, IR und Regio, und es sind in der Regel nicht mehr als zwei Zuggattungen auf derselben Strecke unterwegs.

In der Schweiz gibt es durchaus S, RE, IR und IC auf derselben Strecke.

Bei uns in NL sind es nur zwei: "IC" und "Sprinter". Thalys, eurostar und ICE sind eher kleine Nischenprodukte. Wenn man nur zwei Zuggattungen hat und zudem in der Randstad Viergleisigkeit, kann man einen derart dichten Takt anbieten, dass der ITF eher kontraproduktiv wäre.

In Deutschland sind drei oder mehr Zuggattungen pro Strecke eher Regel als Ausnahme.
So sind linksrheinisch schnelle und langsame ICs (mit/ohne Halt in Remagen und Andernach), REs, RBs und Cargos unterwegs.
Das aufeinander abzustimmen macht die Sache schwer.

Über ICEs mit Tempo>200 habe ich noch gar nicht geredet, geschweige einen von uns ICE-Fans gewünschten Ultra-HGV nach China-Vorbild.

Ich glaube wir reden hier von zwei verschiedenen Sachen:
a) Die Komplexität in Deutschland macht es schwierig einen ITF einzurichten.
b) Deutschland ist zu unfähig pünktlich genug zu fahren dass man von einem ITF viel profitieren würde.

ITF: was CH hat, was DE nicht hat.

Henrik, Freitag, 10.01.2020, 23:52 (vor 2290 Tagen) @ Aphex Twin

Sind es unterschiedliche Betreiber wird erst recht nicht gewartet auf Anschlüsse. Gutes Beispiel dafür ist Siegen mit dem Übergang vom RE 9 auf den RE Siegen-Frankfurt. Hat der RE 9 5 Minuten Verspätung kannst Du davon ausgehen, dass der Anschluss in Siegen Dir vor der Nase losfährt.

In der Schweiz gibt es auch unterschiedliche Betreiber. Neben der SBB (10 Mrd Umsatz) sind da vor allem die BLS (1 Mrd), Postauto (750 Mio) und die RhB (300 Mio) zu nennen.

Kann es sein, dass in der Schweiz eine einzelne Instanz den Fahrplan bestimmt, schreibt und dementsprechend Trassen vergibt?

Nah- und Regionalverkehr wird auch in Deutschland von einem Besteller vorgegeben.

nicht von einem einzelnen...... von zig verschiedenen. ;)
..regionalisiert halt.

wo da nun themenbezogen der Unterschied zu der Schweiz liegen sollte....?
Hier wie dort wird nicht gewartet oder eben auch doch..

Von daher halte ich vom ITF absolut gar nichts. In der kleinen Schweiz funktioniert das aber auch dort verlässt man sich nicht auf die Fernzüge aus Richtung Deutschland sondern hält in Basel Reservegarnituren vor. Die werden eingeschert sobald der Fernzug aus Deutschland mal wieder verspätet ist.

Man stelle sich das in Deutschland mal vor, wenn man für jeden verspäteten Fernzug Reservegarnituren einscheren würde.

Und wieso sollte dies in Deutschland nicht möglich sein? Liegt dies am ß mit dem sich die Schweiz nicht herumschlagen muss?

natürlich wäre das theoretisch möglich, in Deutschland schon.
Die Schweiz macht es nicht, sie besitzt keine ICE.
Die Franzosen machen das..... herbe Verluste, albern geringe Jahreslaufleistung ihrer TGV.

In der Schweiz wird die HGV-Sparte in einen 200er-Korsett gezwungen.

Und der allermeiste HGV-Verkehr in Deutschland wird in ein 250er-Korsett gezwungen (mit ein bisschen Abweichung durch 230 km/h ICE-T und 280 km/h ICE 1/2, 300 km/h Strecken sind die ja eher die Ausnahme in Deutschland).

4 SFS mit 300 km/h
3 SFS mit 250 km/h
1 SFS mit 230 km/h

100 ICE 1 & ICE 2
80 ICE 3
40 ICE 4

Es gibt Kantenzeiten für IC, IR und Regio, und es sind in der Regel nicht mehr als zwei Zuggattungen auf derselben Strecke unterwegs.

In der Schweiz gibt es durchaus S, RE, IR und IC auf derselben Strecke.

mit den selben Fahrzeiten.

Bei uns in NL sind es nur zwei: "IC" und "Sprinter". Thalys, eurostar und ICE sind eher kleine Nischenprodukte. Wenn man nur zwei Zuggattungen hat und zudem in der Randstad Viergleisigkeit, kann man einen derart dichten Takt anbieten, dass der ITF eher kontraproduktiv wäre.

In Deutschland sind drei oder mehr Zuggattungen pro Strecke eher Regel als Ausnahme.
So sind linksrheinisch schnelle und langsame ICs (mit/ohne Halt in Remagen und Andernach), REs, RBs und Cargos unterwegs.
Das aufeinander abzustimmen macht die Sache schwer.

Über ICEs mit Tempo>200 habe ich noch gar nicht geredet, geschweige einen von uns ICE-Fans gewünschten Ultra-HGV nach China-Vorbild.


Ich glaube wir reden hier von zwei verschiedenen Sachen:
a) Die Komplexität in Deutschland macht es schwierig einen ITF einzurichten.
b) Deutschland ist zu unfähig pünktlich genug zu fahren, dass man von einem ITF viel profitieren würde.

erster ist die Hypothese von Oscar (NL)?
zweiteres ist die Hypothese von Lumi25?

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

Lumi25, Freitag, 10.01.2020, 21:05 (vor 2290 Tagen) @ Aphex Twin

In der Schweiz gibt es auch unterschiedliche Betreiber. Neben der SBB (10 Mrd Umsatz) sind da vor allem die BLS (1 Mrd), Postauto (750 Mio) und die RhB (300 Mio) zu nennen.


Es funktioniert ja beides nicht nur das es bei unterschiedlichen Betreibern noch komplizierter wird.

Funktionierende Anschlüsse sind ja gerade dann wichtig, wenn es die Verbindungen nur selten (60 Minuten-Takt gibt).

Funktionierende Anschlüsse vom SPNV auf den Bus-ÖPNV funktionieren erst recht nicht. Das erlebt man in Erftstadt Bf. jeden Tag. Hat der RE 22 aus Köln Verspätung (was nicht selten der Fall ist) sind die Busse welche teils nur alle 60 Minuten fahren weg.

Das Problem dabei ist einfach die Busse sind von den Umläufen her in einem so engen Korsett gefangen, dass Verspätungen von mehr als 5 Minuten sich schon auf Folgeleistungen oder weitere Anschlussverluste auswirken. Der Fahrpläne sind zudem knapp kalkuliert damit man mit möglichst wenig Busumläufen und Personal ein Maximum an Linienfahrten heraus bekommt.

Das Problem liegt dabei in der Finanzierung. Während der SPNV in Deutschland großzügig mit Regionalisierungsmitteln des Bundes finanziert wird muss der Busverkehr von den Kommunen oder Kreisen finanziert werden. Hier hängt es dann auch davon ab ob die Kommune oder Kreise ÖPNV-freundlich eingestellt sind oder ob der ÖPNV nur für die arme Bevölkerungsschicht dienen soll.

Entsprechend sehen hier dann auch die ÖPNV-Systeme aus. Keine Abstimmung nichts und lieber lässt man Buslinien am Ortsrand auf dem Feld verenden anstatt diese in die nächste Kommune zum nächsten Knoten durchzubinden.

Und wieso sollte dies in Deutschland nicht möglich sein? Liegt dies am ß mit dem sich die Schweiz nicht herumschlagen muss?


Es wäre eigenwirtschaftlich wohl kaum finanzierbar. Man bräuchte ja in Knoten wie Frankfurt mehrere ICE-Züge und wenn man diese flexibel einsetzen wollte müssten es gleich ICE 3 oder ICE 4 sein (KRM-fähig).

..."traurig"...

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 10.01.2020, 09:59 (vor 2290 Tagen) @ Paladin

Hallo Paladin,

Ich weiß nicht, wieso jeder ICE, der ins Ausland fährt ICE International heißen muss.

Traumwelt eines ICE-Fans... ;)

Aber traurig wäre es in der Tat, wenn der ICE Berlin-Wien zwischen Wien und Prag mit 350 km/h fährt und in Deutschland zwischen Dresden und Berlin nicht mehr als 200 km/h drin sind ...

Traurig für uns ICE-Fans.
Genauso wie es "traurig" ist, dass der ICE Frankfurt-Paris in Deutschland nur 200 km/h fährt (250 km/h via Karlsruhe) und in Frankreich 320 km/h. Oder dass der Thalys Köln-Paris in Deutschland nur 250 km/h fährt und in Belgien 300 km/h.

In Deutschland ist Berlin-Dresden eher zweiträngig, in Tschechien Prag-Brno genauso wichtig wie Mailand-Rom in Italien = die Verbindung der zwei grössten Ballungsräumen.
Planfeststellungsverfahren finden auch in den 2020ern eher national statt. Zwar gibt es EU-festgelegte Magistralen, aber innerhalb dieser Definition ist noch viel Freiheit vorhanden (mea culpa: dadurch ist der ICE International Frankfurt-Amsterdam in Deutschland ein Rennzug und bei uns in NL nicht schneller als eine S-Bahn = die RB Rhenen-Breukelen hat genauso wie der ICE vmax 140).

Über den Sinn einer 350er-Streckie bin ich mir nicht sicher.
Brno (380.000 Einwohner) ist zwar die zweite Stadt Tschechiens, aber absolut betrachtet genauso gross wie etwa Bielefeld (335.000) in Deutschland oder Utrecht (350.000) bei uns.
Man kann sich fragen, ob der Fahrgastpotential derart ist, dass man die Baukosten zurückverdienen kann. Brno ist kein Mailand, Barcelona, Birmingham oder Marseille, um mal einige Beispiele zweiter Städte Europas zu nennen.

Andererseits möchte Tschechien sich als das mitteleuropäische Drehkreuz profilieren. Dann muss man nicht nur Prag-Brno betrachten, sondern besagte Strecke als Bestandteil einer Magistrale Hamburg-Budapest. Wenn man Prag-Brno auf einer Stunde bringt, kommt auch Budapest näher an Prag und Berlin näher an Brno.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Konservativ rechnen ist nicht schlecht.

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 08.01.2020, 19:33 (vor 2292 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 08.01.2020, 19:36

Je nach Budget und Ambitionen kann es sich lohnen, noch etwas konservativ zu rechnen. So enttäuscht man später nicht.

Ich fände es aber spannend. Künftig liegen die Züge Wien - Prag ja auch so, dass man sie vom Takt her direkt bie Venedig durchbinden kann, wenn Semmering-Basistunnel und Koralmbahn fertig sind.

Da könnten spannende neue Direktverbindungen am Tag wie Prag - Venedig (oder gar Berlin - Venedig? Träumen kann man ja) entstehen.

Mal davon abgesehen, dass man fix mindestens eine Stunde sich spart, die Bestandsstrecke verläuft teilweise recht kurvig im Gebirge. Und dann auch noch in einem weiten Bogen um die Luftlinie. Also da muss man nicht sehr optimistisch sein, um da erhebliche Einsparungspotenziale zu finden.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno.

naseweiß, Donnerstag, 09.01.2020, 11:27 (vor 2291 Tagen) @ Oscar (NL)

Bevor es aber soweit ist, ist eine erhebliche Portion Geduld angesagt. Für die Trassierung der ersten 23 km sind 16 Monate angesagt ...
Also auch reichlich Zeit um zu spekulieren, welche Züge da fahren werden. (...)

Wichtig ist, dass auf diesen ersten 23 km erstmal alle Fernzüge fahren können, die auf der heutigen Altstrecke fahren. Es geht also nicht irgendeinen potentiellen HG-Zug, sondern das heutige Sammelsorium von alten Abteilwagen über die Privaten bis hin zu Railjet und neuen Astra-Wagen(?). Damit sollte man bis Kolin/Padubice einige Minuten sparen können und gleichzeitig die S-Bahn auf der Altstrecke zuverlässiger und im dichteren Takt verkehren können.

Ein weiterer Ausbau-Abschnitt auf der Hauptrote Praha - Česká Třebová (- Brno/Olomouc) ist der Neubau im sehr kurvenreichen Abschnitt zwischen Choceň und Ústí nad Orlicí, welcher auch einen 5-km-Tunnel beinhaltet. Siehe S.6:

http://uegg.eu/fileadmin/_temp_/G5194006_Czech_Railway_Infrastructure.pdf

Ab S.11 geht es auch um die "Rapid Services Preparation". Als endgültige Zielfahrzeiten(?) sind Praha-Brno mit 0:55 h (orangener Kasten S.13) und Praha-Ostrava 1:40 h (gelber Kasten S.14) angegeben.

Viele Grüße, naseweiß

--
[image]

Imagefilm der SŽ(DC) - Bahnhöfe in Stadtrandlage

J-C, In meiner Welt, Freitag, 17.01.2020, 18:13 (vor 2283 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von J-C, Freitag, 17.01.2020, 18:16

Link

Die SŽ, 2019 noch SŽDC hat einen Imagefilm für die HGV-Pläne in Tschechien veröffentlicht. In 55 Minuten will man von Prag nach Brno und innerhalb von 40 Minuten von Brno nach Ostrava.

Derzweit braucht man 2:34h von Praha nach Brno und 2:21h von Brno nach Ostrava.

Bahnhöfe sollen in Stadtrandlage jeweils sein, vermutlich auch, weil die bestehende Infrastruktur etwa in Brno viel zu sehr bremsen würde.

So soll der Bahnhof für Brno im Stadtteil Vídeňská liegen und der Bahnhof für Prag als Ostbahnhof firmieren.

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