LowCost-Ohrensessel (m. 5 B.) (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Samstag, 28.12.2019, 22:43 (vor 2278 Tagen)

Heeey, bald ist das Jahr um und ich hab meine letzte Reise über die Grenze absolviert. Nachdem ich den Fuhrpark der PKP iC in verschiedensten Geschmacksrichtungen - zuletzt ja als Überraschung mit Liegesesselwagen ausprobieren durfte, wurde es Zeit, mal im Regiojet zu reisen. Meine letzte Fahrt mit denen war eher spontan, es wurde eine Reise im ex-ÖBB Großraumwagen erster Klasse für 9€.

Nun eben nicht in der Relaxklasse, sondern in der billigsten Kategorie, für 6,30€ Breclav - Wien. Eine Strecke, die bei den ÖBB im Fernverkwhr 11,80€ und im Regionalverkehr noch 9€ - jeweils mit VorteilsCard - kosten.

Ich wusste - spätestens seit der Buchung der Fahrkarte, welche stets eine integrierte platzgenaue Reservierung hat, was auf mich zukommen würde. Es ist tatsächlich der eine Großraumwagen, den Regiojet von der DB akquiriert hat.

Zuvor wurden dort ex-SBB-Großraumwagen mit Regionalverkehrsbestuhlung genutzt.

Und so freute ich mich schon im Voraus und wurde auch definitiv nicht enttäuscht. Nur noch ein Platz war im Zug noch frei gewesen:

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Und trotzdem leidete der Komfort nicht. Denn im Gegensatz zum Abteil bedeutet Reihenbestuhlung ja auch: Beinfreiheit.

Und das kommt erst recht zum Tragen, wenn man solche Sitze hat:
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Da komme ich, nachdem ich seit über 3 Jahren nicht mehr in Deutschland lebe, nun zum Genuss dieser komfortablen Sitze - wenngleich ihnen ihr Kopfkissen entfernt wurde. Das wär ja sonst zu viel des Guten. Doch abseits des Brandings wurde am Wagen noch nicht viel geändert. Beim Schließen verbleibt das bekannte Türpiepen, die Teppiche sehen auch nicht so aus, als wären sie jetzt gewechselt worden... naja und die Sitze sind ja auch noch da. Ob das lange so bleibt?

Der Zug verließ den Bahnhof mit 5 Minuten Verspätung. In der LowCost-Klasse kriegt man abseits von der Beförderung übrigens noch eine kleine Wasserflasche gratis dazu. Und so ging es zu, 1 Stunde Beförderung im Ohrensessel. Es hat seinen Charme und ich bin geneigt, mir mehr davon zu wünschen.

Ja gut, gegen einen Liegesesselwagen der PKP iC kann der vom Sitzkomfort her jetzt nicht ganz so viel ausrichten, aber ja. Das ist ein Komfort, den ich nicht alle Tage genieße. Wenngleich Steckdosen schon cool wären. Und vielleicht kommt ja später auch noch WLAN rein. Könnte ja manche glücklich machen.

Wie dem auch sei, nach einer ganz angenehmen Fahrt kommt man auch dann in Wien Hbf an, wo ich ein paar Außenbilder machte:

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Ich hoffe, dieser kleine Reisebericht hat euch gefallen :-)

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Wird unser J-C doch noch zum Privatbahnfan?

Höllentalbahn, Samstag, 28.12.2019, 23:39 (vor 2278 Tagen) @ J-C

- kein Text -

Sehr schön!!!

611 040, Erfurt, Sonntag, 29.12.2019, 00:55 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Toll dass diese Wagen ein neues zu Hause bei Regiojet gefunden haben.
Ich hoffe sehr dass diese sehr bequemen Sitze drin bleiben.
Meine letzte Fahrt in so einem Bpwmz ist sxhon länger her. War vor ca. 7 Monaten im IC 2152.
Früher bin ich in denen öfter im 2020 ö.ä. gefahren.
Ich vermisse die Wagen echt schmerzlich, da die letzten ja bestimmt auch bald abgestellt werden...

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❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

Nah

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 29.12.2019, 05:56 (vor 2277 Tagen) @ Höllentalbahn

Ich bin und bleib ÖBB-Fanboy, aber es macht Spaß, was neues mit den Privatbahnen zu entdecken. Bloß ist die Anschlusslage bei Regiojet eher mau, da muss ich mich immer zum Bahnhof von Breclav bringen lassen.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

DB = Dumme Bahn

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Sonntag, 29.12.2019, 07:06 (vor 2277 Tagen) @ 611 040

Toll dass diese Wagen ein neues zu Hause bei Regiojet gefunden haben.
Ich hoffe sehr dass diese sehr bequemen Sitze drin bleiben.

Das erklärt die nach wie vor sehr hohe Anzahl an Zugausfällen im Fernverkehr bei DB...

in so einem Bpwmz

Das tut schon weh, diese Bezeichnung zu lesen. Ein weiteres Ergebnis des DB-Missmanagements. Ich kenne die Wagen nur als Apmz.

Gut ist nur, dass die Wagen nicht verschrottet werden, aber um sie jetzt schon aus dem IC-Verkehr zu nehmen zeigt, das nach wie vor nur Dilettanten im DB-tower beschäftigt sind, denen es ausschliesslich um Gewinnmaximierung, nicht um zuverlässigen Bahnbetrieb geht.

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MET - Der beste Zug den es je gab
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DB = Dumme Bahn?

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 29.12.2019, 08:12 (vor 2277 Tagen) @ 218 466-1

Sagen wir es mal so, in Tschechien ist es vielleicht billiger für eine Privatbahn, alte Wagen in Schuss zu halten als in Deutschland. Ganz zu schweigen von Österreich, die ÖBB haben einen großen Batzen an Abteilwagen und Speisewagen an ausländische Bahnen, vor allem an die ČD, aber eben auch an Regiojet, abgegeben. Stattdessen setzt man auf moderne, zeitgemäße Fahrzeuge. In Tschechien kommt man vielleicht nicht so leicht an neue Fernverkehrswagen, da setzt man eben auf Material aus dem Ausland. Da hat die DB einfach mehr Handlungsspielraum zu sagen: Wir schaffen neue Fernverkehrszüge an, die entsprechen dem Stand der Technik und sind wirtschaftlicher zu betreiben.

Mal ehrlich, natürlich könnte dir DB solche komfortablen Sessel auch in den neuesten Zügen reinpacken. Auch im IC2 könnte man auf sowas setzen, doch hatte man eben andere Präferenzen.

Für die DB war der Umbau einiger alter Wagen nicht wirtschaftlich, also hat man sie so belassen, sonst wären aus den Ohrensessel-Apmz flächendeckend Wagen mit neuen Ledersitzen und so weiter geworden.

Die Zeiten, wo eine Bahn einfach nur so viel Geld reingesteckt bekommt, wie es ihr grad in den Kram passt, sind vorbei. Will die Bahn dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen, muss sie eben wirtschaftlich sein.

Da ist halt eine Balance zu finden zwischen Kapazität, Wirtschaftlichkeit und Komfort.

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Seit wann hat RegioJet auch 186er im Bestand?

Power132, Sonntag, 29.12.2019, 09:23 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Bisher kannte ich nur die Vectrons als Lokomotiven.

Seit über einem Jahr

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 29.12.2019, 09:42 (vor 2277 Tagen) @ Power132

Link

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DB = Dumme Bahn – Niveau eines Teenagers?

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Sonntag, 29.12.2019, 10:24 (vor 2277 Tagen) @ 218 466-1
bearbeitet von Paladin, Sonntag, 29.12.2019, 10:26

Gut ist nur, dass die Wagen nicht verschrottet werden, aber um sie jetzt schon aus dem IC-Verkehr zu nehmen zeigt, das nach wie vor nur Dilettanten im DB-tower beschäftigt sind, denen es ausschliesslich um Gewinnmaximierung, nicht um zuverlässigen Bahnbetrieb geht.

Diese Aussage zeigt, dass die Userin nach wie vor keinen Plan vom DB Konzern hat und lediglich 'die da oben' für Entscheidungen verantwortlich machen will, die ihr nicht in den Kram passen.

DB = Dumme Bahn?

Destear, Berlin, Sonntag, 29.12.2019, 13:29 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Für die DB war der Umbau einiger alter Wagen nicht wirtschaftlich, also hat man sie so belassen, sonst wären aus den Ohrensessel-Apmz flächendeckend Wagen mit neuen Ledersitzen und so weiter geworden.

Die Zeiten, wo eine Bahn einfach nur so viel Geld reingesteckt bekommt, wie es ihr grad in den Kram passt, sind vorbei. Will die Bahn dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen, muss sie eben wirtschaftlich sein.

Da ist halt eine Balance zu finden zwischen Kapazität, Wirtschaftlichkeit und Komfort.

Gebe dir prinzipiell recht, allerdings ist „wirtschaftlich“ ja auch eine Frage der Berechnung...Wirtschaftlichkeit kann man sich schön- oder schlechtrechnen. Ich kenne die Zahlenwerke nicht, aber mich wundert es erstmal immer wenn man hört, dass die Anschaffung von High-End-Zügen im Ergebnis wirtschaftlicher sein soll als eine gründliche Sanierung grundsätzlich noch funktionsfähiger Wagen. Vielleicht habe ich davon aber auch einfach zu wenig Ahnung.

Hinweis der Moderation

Administrator, Sonntag, 29.12.2019, 13:55 (vor 2277 Tagen) @ 218 466-1

Wir bitten darum, künftig nicht mehr beleidigend gegen ein EVU zu argumentieren.

Oft freut man sich darüber, hier im Forum Informationen zu erhalten, die von Personen stammen, denen einen Blick hinter die Kulissen eines EVUs möglich ist.

Wie kann man von diesen Personen hier eine Teilnahme erwarten, wenn ihr EVU gleichzeitig an anderer Stelle von anderen Nutzern beleidigt wird?

Danke für den Link

Power132, Sonntag, 29.12.2019, 14:02 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Als ich im Mai in Prag war, hatte ich noch keine 186er gesehen.

Ankauf von Gebrauchtfahrzeugen

Power132, Sonntag, 29.12.2019, 14:06 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Ich kann nicht beurteilen, wie der Markt für gebracuhte Fahrzeuge aussieht. Aber ich halte es dennoch für sinnvoll, diese Wagen aufzukaufen.
Zum einen scheinen sie ja direkt aus dem Betrieb zu stammen und zum anderen man hat wohl Kapazitäten für eine Aufarbeitung - die in Augen von RJ auch noch wirtschaftlich erscheint.

In Mukran und Hamm werden die Wagen ja meist nur abgestellt und sind dann sich selbst überlassen. Wenn die dann noch einen "zweiten Frühling" erleben dürfen, umso besser.

Danke für den Link

GibmirZucker, Sonntag, 29.12.2019, 14:15 (vor 2277 Tagen) @ Power132

In Prag am Westbahnhof werden immer die Züge gebildet und abgestellt, da bekommt man einen guten Überblick, was RegioJet so alles aktuell auf den Schienen hat!

LowCost-Ohrensessel (m. 5 B.)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 29.12.2019, 14:36 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Für die hübsche junge Dame vorne links scheint die harte Fensterkante aber bequemer zu sein als die Plüschsessel-Ohrenstützablage. Hast Du sie wenigstens geweckt und vor späteren Nackenschmerzen bewahrt?

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Vielleicht war sie

Power132, Sonntag, 29.12.2019, 14:41 (vor 2277 Tagen) @ Alibizugpaar

eine Studienkollegin und wurde für das Foto mit heißer Schokolade aus dem WARS bezahlt :-D

Hinweis der Moderation

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 29.12.2019, 14:44 (vor 2277 Tagen) @ Administrator

Informationen zu erhalten, die von Personen stammen, denen einen Blick hinter die Kulissen eines EVUs möglich ist

Nun, wenn es nur Personen sind, die lediglich einen Einblick haben, dann wird ihnen ja nichts passieren bzw Reaktionen können ihnen egal sein. Einblicke haben viele von uns.

Wenn es aber hauptberufliche Personen sind, die den Ruf und die Qualität zu verantworten haben, für den die Bahn in der Öffentlichkeit (leider) steht, dann tut Widerrede gut, dann ist sie angebracht.

Ohne Beleidungen - da gebe ich recht. Knusprig darf Kritik aber sein. Die gebotene Alltagsqualität ist es ja auch. Und Bahn-Verantwortliche verstecken sich ja auch hinter einer gewissen Anonymität. Zumindest genießen sie den Schutz einer Unerreichbarkeit. Ganz anders als die Personale direkt vor Ort am Zug.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Vielleicht war sie

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 29.12.2019, 15:06 (vor 2277 Tagen) @ Power132

Blöd nur, dass das WARS nicht im Regiojet drin ist.

Ich wollte jetzt nicht so viel Stress machen, also hab ich sie gelassen. Vielleicht hat sie daheim ja einen Massagesitz, das kann man ja dann ganz gut ausbügeln ;-)

Liebe Grüße aus der Himmelstreppe
Jan-Christian

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Hast du keine auf Vorrat dabei? :-D

Power132, Sonntag, 29.12.2019, 15:08 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Den hätte ich mir doch angelegt, so oft wie du nun schon keine bekommen hast.

"Staatsbahn" vs. echte "Privatbahn": Wirtschaftl. Unterschie

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 29.12.2019, 15:31 (vor 2277 Tagen) @ J-C

Sagen wir es mal so, in Tschechien ist es vielleicht billiger für eine Privatbahn, alte Wagen in Schuss zu halten als in Deutschland. Ganz zu schweigen von Österreich, die ÖBB haben einen großen Batzen an Abteilwagen und Speisewagen an ausländische Bahnen, vor allem an die ČD, aber eben auch an Regiojet, abgegeben. Stattdessen setzt man auf moderne, zeitgemäße Fahrzeuge. In Tschechien kommt man vielleicht nicht so leicht an neue Fernverkehrswagen, da setzt man eben auf Material aus dem Ausland. Da hat die DB einfach mehr Handlungsspielraum zu sagen: Wir schaffen neue Fernverkehrszüge an, die entsprechen dem Stand der Technik und sind wirtschaftlicher zu betreiben.

Generell ist es für eine "Staatsbahn" (ob AG oder nicht) leichter, neu Fahrzeuge zu beschaffen. Mit einem Staat, der nicht völlig heruntergewirtschaftet ist, im Hintergrund bekommt ein Unternehmen leicht unfangreiche Kredite zu guten Bedingungen.

Eine echte "Privatbahn" (also ohne eine andere "Staatsbahn" im Hintergrund) hat eine ganz andere Ausgangslage, egal ob in Ost- oder Westeuropa. Da diese einen eher kleinen Fuhrpark haben, ist es durchaus okay, einen älteren und nicht unbedingt einheitlichen Wagenpark zu haben. Die Wirtschaftlichkeit ist im Vergleich zur Großinvestition Neuwagen noch gegeben.

Für ČD fiel hier aus dem Rahmen, da sie einen erheblichen Modernisierungsbedarf hatte und so klimatisierte Gebrauchtwagen für 10 - 20 Jahre Restnutzungsdauer eine gute Lösung waren. Inzwischen ist aber auch die ČD so weit, dass sie im Fernverkehr nicht mehr schnell erneuern muss und daher nun auch auf Neufahrzeuge setzt.

--
Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

Wie soll ich die sammeln?

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 29.12.2019, 17:51 (vor 2277 Tagen) @ Power132

Ich hab keine Thermoskanne dabei, außerdem glaube ich, dass man eine heiße Schokolade vom WARS nur im Speisewagen von WARS genießen kann.

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LowCost-Ohrensessel (m. 5 B.)

GibmirZucker, Sonntag, 29.12.2019, 21:14 (vor 2277 Tagen) @ Alibizugpaar

Vielleicht sind die Ohrensessel schlecht für die Frisur?

Wirtschaftlichkeit hat auf Schienen nichts zu suchen

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Montag, 30.12.2019, 08:17 (vor 2276 Tagen) @ J-C
bearbeitet von 218 466-1, Montag, 30.12.2019, 08:21

Die Zeiten, wo eine Bahn einfach nur so viel Geld reingesteckt bekommt, wie es ihr grad in den Kram passt, sind vorbei. Will die Bahn dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen, muss sie eben wirtschaftlich sein.

Sie soll aber dem Steuerzahler auf der Tasche liegen! Es ist politisch einfach falsch, an der Mobilität Geld verdienen zu wollen. Die Eisenbahn soll nicht wirtschaftlich, sondern gemeinnützig und subventioniert sein! Deutschand ist nicht so arm, wie die Wutbürger immer dann meinen, wenn in etwas investiert wird, das ihnen (und ihrem Auto) keine Vorteile bringt.
Eine zuverlässige und komfortable Bahn hat ihren Preis und ist es wert.

Da ist halt eine Balance zu finden zwischen Kapazität, Wirtschaftlichkeit und Komfort.

Der Komfort spielt aber offensichtlich nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem Jahr 2000 neu beschaffte Züge sind alle deutlich unbequemer als die des vorherigen Jarhunderts. Sorry, aber wenn der PKW bequemere Sitze als der Zug hat, sehe ich keinen Grund, weiterhin Züge zu nutzen. Das hat mich bei DB zuletzt immer aufgeregt. NJ Transit und Amtrak sind zum Glück nicht so geizig und gewinnorientiert.

Bis vor ~20 Jahren gab es bei DB so gut wie nie Zugausfälle, die auf technische Störungen zurückzuführen waren. Heuer ist der Fahrplan zu einer Lotterie verkommen.
Und dann werden bequeme, funktionierende Wagen und Tfz einfach verkauft (immerhin nicht einfach abgestellt und zwingend verschrottet, was ich durchaus positiv sehe), obwohl der Fahrzeugmangel noch lange nicht beseitigt ist. Da fehlt mir einfach das Verständnis.

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Wirtschaftlichkeit hat auf Schienen nichts zu suchen

WbuIV, Montag, 30.12.2019, 09:22 (vor 2276 Tagen) @ 218 466-1

Wenn Du Wirtschaftlichkeit mit Geldverdienen gleichsetzt hast Du vielleicht recht.

Wirtschaftlichkeit definiert sich aber anders:

"Um Wirtschaftlichkeit zu erfüllen, kann entweder mit einem möglichst geringen Aufwand ein gegebener Ertrag (Minimalprinzip) oder mit einem gegebenen Aufwand ein möglichst großer Ertrag (Maximalprinzip) erreicht werden. "

Wobei Ertrag nicht zwangsläufigig als Geld zu definieren ist, dass an die Eigentümer ausgeschüttet wird. Ein Ertrag eines "volkseigenen Unternehmen" könnte eben Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Comfort sein. Hier mischt sich dann die Volkswirtschaft und die Betriebswirtschaft.
Darauf, dass hier die Maßstäbe derzeit absolut veruscht sind können wir uns gerne einigen.

Die Gleichung "Viel Geld = Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Comfort" oder gar "Mehr Geld = Mehr Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Comfort" geht nicht auf. In ein Fass ohne Boden einfach hirnlos mehr Wasser reinzukippen bringt nichts. Die Lecks müssen geschlossen werden. Es gilt eines oder mehrere sinnvolle Ziel/e zu formulieren und dann mit möglichst geringen zu Erreichen, also wirtschaftlich zu handeln.

Eben

J-C, In meiner Welt, Montag, 30.12.2019, 10:18 (vor 2276 Tagen) @ WbuIV

Der Steuerzahler will nicht sein Geld in ein Unternehmen investiert sehen, das nicht ordentlich wirtschaften kann. Wirtschaften heißt, das beste aus den Mitteln rauszuholen und zu schauen, wo kann ich besser werden, wo kann ich Geld gut einsetzen.

Ein hohes Maß an Komfort kann sehr wohl auch wirtschaftlich sein. Da ist es immer die Frage, wie finde ich die richtige Balance.

Und wenn komfortable Sessel von den Kunden nicht so gefragt sind, dann ist das eben so. Es ist eben nicht so, dass der Vorstand spontan lustige Ideen den Fahrgästen auftischt, es ist nicht so, dass McKinsey denen diktiert, was zu machen ist.

Und es ist nicht so, dass die Vorstandsetage sich täglich einen Champagner zum Frühstück gönnt auf Kosten der Pünktlichkeit. Sagen wir es mal so, selbst wenn die sich oft 'nen Champagner gönnen, es würde sich nichts ändern, wenn sie es nicht täten.

Das sind alles Bilder, die man sich einbildet, wenn man unbedingt seinen Hass auf das Unternehmen kultivieren will. Ich bin für mehr Liebe im Umgang und gegen den Hass. Deswegen auch gegen Zerrbilder über den Konzern der Deutschen Bahn.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Eben

WbuIV, Montag, 30.12.2019, 10:49 (vor 2276 Tagen) @ J-C

"Das sind alles Bilder, die man sich einbildet, wenn man unbedingt seinen Hass auf das Unternehmen kultivieren will. Ich bin für mehr Liebe im Umgang und gegen den Hass. Deswegen auch gegen Zerrbilder über den Konzern der Deutschen Bahn."

Aber eine deutlich bessere Performance darf ich schon erwarten. Dass ein Unternehmen nicht vorsätzlich schlechte Performance liefert darf ich wohl als Mindestmaß voraussetzen. Wenn es dauerhaft eine überschaubare Leistung abliefert, so wie es bei der Bahn m. E. seit langem der Fall ist, ist mir irgendwann egal ob es grob fahrlässig, fahrlässig oder unverschuldet passiert. Die ständigen Beschönigungsversuche machen mich als Kunden natürlich kritischer in meiner Bewertung.

Mir wird hier im Forum viel zu schnell "Bahnhass" gerufen. Wirkliche Bahnhasser werden sich weder in diesem Forum noch in den Zügen finden.

Keine Frage

J-C, In meiner Welt, Montag, 30.12.2019, 11:07 (vor 2276 Tagen) @ WbuIV

Besser muss man werden, das wird dir keiner abstreiten. Aber mein Kommentar war weniger an dich gerichtet sondern mehr an all diejenigen, die ihren Puren Hass auf die Vorstandsetage der Deutschen Bahn hier loslassen, die immer von der Plüschetage reden, die sich ausmalen, wie der Vorstand amüsiert bei einem Glas Champagner die Zustände sich anschaut...

Andererseits ist es aber auch entscheidend, wie man seine Kritik äußert. Wenn man die Bahn nur schlechtreden will, ist das halt auch nicht so gut.

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Eben

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 31.12.2019, 03:50 (vor 2275 Tagen) @ J-C
bearbeitet von 218 466-1, Dienstag, 31.12.2019, 03:52

(...) mein Kommentar war weniger an dich gerichtet sondern mehr an all diejenigen, die ihren Puren Hass auf die Vorstandsetage der Deutschen Bahn hier loslassen, die immer von der Plüschetage reden, die sich ausmalen, wie der Vorstand amüsiert bei einem Glas Champagner die Zustände sich anschaut...

Das mit dem Champagner ist Unsinn. Trotzdem ist die ganze Strategie der Plüschetage falsch.
Es wird zu viel gespart. ICE4 ist ein totales Billigprodukt - und das ist so gewollt: "Angestrebt wurden 2009 (zum Preisniveau von 2015)Kosten je Sitzplatz von etwa 25.000 Euro – wenig oberhalb des Niveaus des hochwertigen Regionalverkehrs (...) Nach Informationen aus dem Unternehmen poche die DB in den Verhandlungen auf einen Preis je Sitzplatz von 30.000 Euro (...) An Stelle der Züge sollen Doppelstockzüge von Bombardier beschafft werden. Damit könnten mehrere hundert Millionen Euro eingespart werden." - Wikipedia
Tja, dann kommt eben so ein Mist wie ICE4 bei raus, von dem ich nahezu ausschliesslich Erfahrungsberichte mit negativer Bewertung der Sitzplätze lesen konnte. Und IC2 - ein gepimpter RE von dem man heuer ständig neue Foreneinträge, Bilder und Videos von defekt abgeschleppten Zügen findet. Bombardier mag da auch eine Teilschuld haben, aber wer billig will, bekommt billig und kann keine hohe Qualität erwarten.
Die Fahrgäste haben leider keinen Einfluss auf das Rollmaterial. Es wäre super, wenn man sich die 101 mit Apmz, oder den ICE2 buchen könnte. ;)

Die ganzen anderen Fehler, die zu Störungen, Ausfällen und Personalmangel geführt haben, brauche ich wohl nicht nochmal ausführen.
Der ganze Vorstand mit den Managern - die vmtl. noch nie als Betriebseisenbahner gearbeitet haben und nichtmal wissen, was "Vr1" bedeutet, gehören entlassen! Von deren überbezahlten Gehältern, könnte man schon ein paar neue Züge mehr beschaffen. Es geht dem Vorstand nicht um das Wohl der Fahrgäste, sondern um den Gewinn - und damit um ihre eigenen Prämien.
Obwohl die Politik langsam bemerkt, dass die DB kaputtgespart wurde, kann ich keinen entschlossenen Kurswechsel erkennen. Ein paar Zahlen wurden nach unten korrigiert, es gibt ein paar Mrd. mehr zur Netzinstandsetzung, aber das Grundprinziep, dass DB ohne Steuergeld auskommen soll, bleibt bestehen.
Das werde ich immer kritisieren weil ich kenne DB noch aus den 1990er und davor, wo sie bewiesen hat, dass sie es besser kann! Ja sie hat Rote Zahlen geschrieben, aber es geht anders eben nicht. Die Bahnreform hat Bahnbetrieblich (fast*) nur Nachteile gebracht und ist daher gescheitert.
* Ein paar unschlagbare Vorteile wie BR 218 bei privaten EVU mit Retro-Lackierungen aus der Bundesbahnzeit und die Aussicht auf viele weitere Jahre im Einsatz zu verbeiben, gibt es doch. ;)
Wenn Andreas Kleber - jemand der wirklich Ahnung von der Eisenbahn hat - es mittlerweile gut findet, wenn ein Zug "nur acht Minuten Verspätung" hat und Toiletten im Zug überhaupt nicht mehr nutzbar findet und auch sonst die Entwicklung alles andere als positiv bewertet (Ein Sternekoch leidet an der Bahn), dann sieht es bei DB wirklich dunkel aus.
Auch Gerhard Schnaitmann - ebenfalls jemend extrern mit Insiderkenntnissen hat 2017 neben anderen Massnahmen die BR 218 recht schnell wieder zurück ins Donautal geholt (NVBW - Verkehrsminister und DB Regio zur Qualität im Schienenpersonennahverkehr) womit meine Meinung, dass die modernen, Billgzüge auch im Regionalverkehr nix taugen, bestätigt wird.

Mit "Bahnhass" oder "DB-Hass" hat das absolut nichts zu tun. Sonst würde ich es ja gut finden, wenn Züge ausfallen, damit mehr Fahrgäste verärgert zum PKW und Fernbus abwandern...
Ich will keine Sparpreis-Angebote, sondern einfach nur komfortable und zuverlässige Züge, die auf einem flexiblen Netz in gutem Zustand fahren, ohne Rücksicht auf Kosten!

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