(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet (Allgemeines Forum)

Power132, Dienstag, 24.12.2019, 08:19 (vor 2299 Tagen)

Gestern wude die umstrittende Brücke vom russischen Festland zur anektierten Krim eröffnet. Klar ein Prestigeobjekt - aber auch abseits der berechtigten Kritik am Vorgehen in dieser Causa, ein doch erstaunliches Projekt.

Fünf Jahre nach der Annexion steht eine 19km Eisenbahnbrücke fix und fertig da. tagesschau.de

SZ berichtet ebenfalls.

ktmb, Dienstag, 24.12.2019, 10:25 (vor 2298 Tagen) @ Power132

Hier auch noch ein weiterer Videobeitrag von der SZ.

RZD fährt allerdings nicht auf die Krim (Die Presse)

ktmb, Dienstag, 24.12.2019, 10:35 (vor 2298 Tagen) @ ktmb

Der RZD ist allerdings die Reise auf die Krim aus politischen Gründen zu riskant, wie Die Presse berichtet. Dafür springt eine private Gesellschaft ein. Tickets lassen sich über RZD auch nicht buchen.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Christian_S, Dienstag, 24.12.2019, 11:20 (vor 2298 Tagen) @ Power132

Gestern wude die umstrittende Brücke vom russischen Festland zur anektierten Krim eröffnet. Klar ein Prestigeobjekt - aber auch abseits der berechtigten Kritik am Vorgehen in dieser Causa, ein doch erstaunliches Projekt.

Wieso Prestigeprojekt? Die Brücke sichert die Anbindung der Halbinsel ans Festland ohne den z.Z. kaum möglichen Weg über ukrainisches Territorium. Seit 2014 ist der Tourismus und auch die Wirtschaft auf der Krim stark zurückgegangen, viele Arbeitsplätze gingen verloren. Eine der Ursachen dafür war die plötzlich deutlich schlechtere Erreichbarkeit und Versorungssituation. Mit der Brücke wird dies nun deutlich besser, jetzt können auch wieder Nachtzüge Urlauber aus fernen Teilen Russlands auf die Krim bringen.
Was also ist daran Prestige, wenn man die Infrastruktur verbessert? Das deutsche Medien Meldungen wie "Prestige-" oder gar "Propagandaobjekt" in Umlauf bringen ist der in weiten Teilen der EU vorherrschenden Anti-Russland-Politik zuzuschreiben, muss aber nicht zwangsläufig die alleinige Wahrheit sein.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Power132, Dienstag, 24.12.2019, 11:26 (vor 2298 Tagen) @ Christian_S

Gestern wude die umstrittende Brücke vom russischen Festland zur anektierten Krim eröffnet. Klar ein Prestigeobjekt - aber auch abseits der berechtigten Kritik am Vorgehen in dieser Causa, ein doch erstaunliches Projekt.


Wieso Prestigeprojekt? Die Brücke sichert die Anbindung der Halbinsel ans Festland ohne den z.Z. kaum möglichen Weg über ukrainisches Territorium. Seit 2014 ist der Tourismus und auch die Wirtschaft auf der Krim stark zurückgegangen, viele Arbeitsplätze gingen verloren. Eine der Ursachen dafür war die plötzlich deutlich schlechtere Erreichbarkeit und Versorungssituation. Mit der Brücke wird dies nun deutlich besser, jetzt können auch wieder Nachtzüge Urlauber aus fernen Teilen Russlands auf die Krim bringen.
Was also ist daran Prestige, wenn man die Infrastruktur verbessert? Das deutsche Medien Meldungen wie "Prestige-" oder gar "Propagandaobjekt" in Umlauf bringen ist der in weiten Teilen der EU vorherrschenden Anti-Russland-Politik zuzuschreiben, muss aber nicht zwangsläufig die alleinige Wahrheit sein.

Unabhänig von dem was so medial geschrieben wird, ist es meiner Ansicht nach ein Prestigeprojekt. Auch abseits der politschen Umstände um die Krim heftet man sich diese Brücke an die Brust nach dem Motto - seht her was wir geschafft haben. Das macht jeder Politiker egal aus welcher Richtung und mit welchem Ansinnen.

Das das natürlich auch zur Inszenierung gedacht ist, dürfte aber auch klar sein. Oder glaubst du wirklich, dass es einem reinen Anbindungsnutzen dient?

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Christian_S, Dienstag, 24.12.2019, 11:44 (vor 2298 Tagen) @ Power132

Mag alles sein, dass man die Brücke auch zur Darstellung nutzt.
Trotzdem, ja, sie dient in allererster Linie der Anbindung ans russische Festland. Denn dazu gabs bisher keine Alternative, die Fähren waren überlastet und hatten oft stundenlange Wartezeiten zur Folge.

Es ist wirklich nicht so, dass die Brücke nur gebaut wurde, um etwas zu demonstrieren. Sie hat einen großen infrastrukturellen Nutzen.
Das die Bauzeit beeindruckend ist, nun, das hindert Europa ja nicht daran, ähnliche Bauprozesse nicht auch mal zu verbessern :-)

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Power132, Dienstag, 24.12.2019, 12:20 (vor 2298 Tagen) @ Christian_S

Mag alles sein, dass man die Brücke auch zur Darstellung nutzt.

Ohne jetzt groß politisch zu werden. Aber ein Konflikt geht immer von zwei Seiten aus. Und Putin wirkt nun nicht gerade als jemand, dem Kompromisse und Verhandlungen, die nicht ausschließlich ihm und Russland nutzen, wirklich Spaß machen.

Trotzdem, ja, sie dient in allererster Linie der Anbindung ans russische Festland. Denn dazu gabs bisher keine Alternative, die Fähren waren überlastet und hatten oft stundenlange Wartezeiten zur Folge.

Die Situation ist wie sie ist. Von daher kann man es auch als Verbesserung sehen.


Es ist wirklich nicht so, dass die Brücke nur gebaut wurde, um etwas zu demonstrieren. Sie hat einen großen infrastrukturellen Nutzen.
Das die Bauzeit beeindruckend ist, nun, das hindert Europa ja nicht daran, ähnliche Bauprozesse nicht auch mal zu verbessern :-)

Die Bauzeit ist enorm, und beeindruckt. Und manch anderer kann sich da viel abschauen. Aber es bleibt eben auch ein fader Nachgeschmack.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Christian_S, Dienstag, 24.12.2019, 16:11 (vor 2298 Tagen) @ Power132

Ohne jetzt groß politisch zu werden. Aber ein Konflikt geht immer von zwei Seiten aus. Und Putin wirkt nun nicht gerade als jemand, dem Kompromisse und Verhandlungen, die nicht ausschließlich ihm und Russland nutzen, wirklich Spaß machen.

Mag alles sein. Die politische Ansicht ist eh jedem selbst überlassen.


Die Situation ist wie sie ist. Von daher kann man es auch als Verbesserung sehen.

Für die Menschen auf der Krim und auch jene, die da gern Urlaub machen ist es definitiv eine Verbesserung, weil deutliche Zeitersparnis.


Die Bauzeit ist enorm, und beeindruckt. Und manch anderer kann sich da viel abschauen. Aber es bleibt eben auch ein fader Nachgeschmack.

Ich sehe es eher so, dass Eile nötig war, um die Situation der Krim und ihrer Bevölkerung schleunigst zu verbessern, denn seit 2014 ging es dort aufgrund der isolierten Lage wirtschaftlich steil bergab. Von daher ist es eher begrüssenswert, das schnell gehandelt wurde.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Berlin-Express, nähe BPHD, Dienstag, 24.12.2019, 16:35 (vor 2298 Tagen) @ Christian_S

Ich sehe es eher so, dass Eile nötig war, um die Situation der Krim und ihrer Bevölkerung schleunigst zu verbessern, denn seit 2014 ging es dort aufgrund der isolierten Lage wirtschaftlich steil bergab. Von daher ist es eher begrüssenswert, das schnell gehandelt wurde.

Russland zerstört seit 2014 die halbe Ukraine und reißt sich die Krim unter den Nagel.

Erstaunlich wie russlandfreundlich du die Geschichte darstellen konntest, Hut ab.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Christian_S, Dienstag, 24.12.2019, 16:42 (vor 2298 Tagen) @ Berlin-Express


Russland zerstört seit 2014 die halbe Ukraine und reißt sich die Krim unter den Nagel.

Nun, da gibt es Leute mit (vormals) ukrainischem Pass, die holten sogar ein Flugzeug mit über 200 Menschen an Bord vom Himmel. Ob die Russland-freundlich waren spielt keine Rolle, es waren Ukrainer ...

Auch z.B. die Zerstörung des Stations von Donezk, im welchem noch 2012 Spiele zur Fußball-EM stattfanden, wurde von ukrainischen Bürgern durchgeführt.


Erstaunlich wie russlandfreundlich du die Geschichte darstellen konntest, Hut ab.

Erstaunlich, wie einseitig Du Konflikte betrachtest.

Ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 25.12.2019, 08:29 (vor 2298 Tagen) @ Christian_S

Vor allem kann ich ohne Quellen nichts beurteilen.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Die Krim war schon immer Spielball der Interessen

Power132, Mittwoch, 25.12.2019, 10:57 (vor 2297 Tagen) @ J-C

https://de.wikipedia.org/wiki/Krim

Bis zum Russisch-Türkischen Krieg (1768–1774) war das Khanat der Krim ein Vasallenstaat des Osmanischen Reichs. Mit Hilfe des Russischen Kaiserreichs gelang die Loslösung, die Osmanen mussten im Frieden von Küçük Kaynarca 1774 die „Unabhängigkeit“ der Krim anerkennen, worauf jedoch gleichzeitig eine schleichende Russifizierung folgte. Viele Krimtataren flohen auf das Gebiet der heutigen Türkei. Unter Grigori Potjomkin kam der Staat der Krimtataren durch Annexion endgültig unter russische Herrschaft: Am 8. April 1783 wurde die Krim formell von Katharina II. „von nun an und für alle Zeiten“ als russisch deklariert. Dies wurde vom Osmanischen Reich jedoch erst mit dem Vertrag von Jassy am 6. Januar 1792 anerkannt. Administrativ unterstand die Krim dem Gouvernement Taurien (russisch Таврическая губерния), zu dem auch ein Teil der östlichen Festlandküste bis zum unteren Dnepr gehörte. „Taurien“ sollte als neuer Name der Krim etabliert werden, setzte sich jedoch nicht durch.

Nach der Eingliederung wurden Kolonisten angeworben, darunter Deutsche, Italiener, Griechen, Bulgaren, Balten und Russen. Letztere waren vorwiegend entlassene Soldaten oder Saporoger Kosaken. Die tatarischen Bauern, die 96 Prozent der tatarischen Bevölkerung ausmachten, wurden in die unfruchtbaren Gebiete im Inneren der Krim zurückgedrängt. Große Teile der fruchtbaren Gebiete wurden ab 1784 unter der Führung Potjomkins an Landjunker verteilt. Als Folge dieser Politik kam es zu einem vermehrten Fortzug der Tataren ins Osmanische Reich, insgesamt verließen 100.000 Menschen die Krim.

+1

Christian_S, Mittwoch, 25.12.2019, 16:49 (vor 2297 Tagen) @ Power132

- kein Text -

Und dann kam Chruschtschow?

Giovanni, Donnerstag, 26.12.2019, 11:07 (vor 2296 Tagen) @ Power132

1954 wurde die Krim unter Chruschtschow an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert und verblieb nach Auflösung der UdSSR als Autonome Republik Krim innerhalb des ukrainischen Staates.

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Giovanni, Donnerstag, 26.12.2019, 11:03 (vor 2296 Tagen) @ Christian_S


Russland zerstört seit 2014 die halbe Ukraine und reißt sich die Krim unter den Nagel.


Nun, da gibt es Leute mit (vormals) ukrainischem Pass, die holten sogar ein Flugzeug mit über 200 Menschen an Bord vom Himmel. Ob die Russland-freundlich waren spielt keine Rolle, es waren Ukrainer ...

Die Untersuchungen haben geklärt, dass Rakete aus den Beständen der 53. Luftabwehrbrigade der russischen Streitkräfte stammte und erst Stunden vor dem Abschuss in jenes Dorf verbracht wurde. Auch der Rücktransport erfolgte wenige Stunden nach dem Abschuss durch einen Fahrzeugkonvoi der russischen Streitkräfte.

Es ist absurd anzunehmen, dass die russischen Streitkräfte jene Waffen mal eben "zur Ansicht" an eine Hand voll Ukrainer "ausgeliehen" haben. Oder?

Auch z.B. die Zerstörung des Stations von Donezk, im welchem noch 2012 Spiele zur Fußball-EM stattfanden, wurde von ukrainischen Bürgern durchgeführt.

Das Gebäude wurde durch die ukrainische Armee bei Kampfhandlungen gegen verfeindete Kämpfer stark beschädigt. Allerdings ist das im Kriegsfall wenig überraschend.

Erstaunlich wie russlandfreundlich du die Geschichte darstellen konntest, Hut ab.


Erstaunlich, wie einseitig Du Konflikte betrachtest.

Die innenpolitischen Konflikte und deren Ursachen kann man sicher verschieden beurteilen. Unbestritten ist jedoch, dass die Gegner der ukrainischen Armee Waffen aus Beständen der russischen Streitkräfte verwendet haben und das Angehörige der russischen Streitkräfte sich gewaltsam am Konflikt beteiligt haben.

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(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Christian_S, Donnerstag, 26.12.2019, 20:02 (vor 2296 Tagen) @ Giovanni


Die Untersuchungen haben geklärt, dass Rakete aus den Beständen der 53. Luftabwehrbrigade der russischen Streitkräfte stammte und erst Stunden vor dem Abschuss in jenes Dorf verbracht wurde. Auch der Rücktransport erfolgte wenige Stunden nach dem Abschuss durch einen Fahrzeugkonvoi der russischen Streitkräfte.

Es ist absurd anzunehmen, dass die russischen Streitkräfte jene Waffen mal eben "zur Ansicht" an eine Hand voll Ukrainer "ausgeliehen" haben. Oder?

Das die Rakete russischer Herkunft war ist unbestritten. Das heißt aber nicht, das sie von der russischen Armee abgefeuert wurde. Nein - und das ist international auch so anerkannt - wurde sie von pro-russischen Seperatisten abgefeuert, die aber - vor allem nach internationaler Lesart - noch immer Ukrainer sind.

Das Gebäude wurde durch die ukrainische Armee bei Kampfhandlungen gegen verfeindete Kämpfer stark beschädigt. Allerdings ist das im Kriegsfall wenig überraschend.

Richtig, kommt in nem Krieg vor. Heißt aber auch hier nicht, das das automatisch die Russen waren ...


Die innenpolitischen Konflikte und deren Ursachen kann man sicher verschieden beurteilen. Unbestritten ist jedoch, dass die Gegner der ukrainischen Armee Waffen aus Beständen der russischen Streitkräfte verwendet haben und das Angehörige der russischen Streitkräfte sich gewaltsam am Konflikt beteiligt haben.

Da bestreite ich keinesfalls. Es ist aber bei jedem inneren Konflikt eines Landes doch immer schon so gewesen, das eine gewisse "Hilfe" von außen zu sehen war. Je nach Interesse unterschiedlich ausgeprägt und durchaus auch von Seiten Europas schon so dagewesen.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Manitou, Sonntag, 29.12.2019, 01:42 (vor 2294 Tagen) @ Christian_S

Richtig ist, daß das 53. Luftabwehr-Batallion der ukrainischen Armee (die BUK ist nicht betandteil der Luftverteidigung, sondern für die Truppenluftabwehr der Landstreitkräfte entwickelt), LA-Bat gehörten somit zu Mot.-Schützen- bzw. Panzer-Regimentern.
Eine BUK-Batterie besteht aus mehreren Abschuß-Rampen (Fla.-Panzer mit "kleinem" FLS), dem Feuerleitsystem (mehere Fahrzeuge) und dem Troß (Transporter für Reserve-Raketen, Kran, Mannschafts-Transportern). Mit so einem Konvoi fährt man nur in Hollywood-Filmen hinter der gegnerischen Front umher. Mit dem "kleinem" FLS des Fla.-Panzers kann man Tiefflieger und Kampfhubschrauber abschießen, aber keine Passagiermaschine aus 11.000 m Höhe. Fotos zeigen immer nur den einzelnen Fla.-Panzer.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Manitou, Sonntag, 29.12.2019, 01:30 (vor 2294 Tagen) @ Christian_S

Die aus technischer Sicht wahrscheinlichste, aus politischen Gründen aber unpassende ursache ist ein abschuß durch eine ukrainische Luftabwehreinheit während einer Übung mit dem Feuerleitsystem der BUK-Batterie unter Nutzung einer eigene SU 25 als "Sparringspartner" (Zieldarsteller). Da die SU 25 eine Freund-Feind-Erkennung besaß, konnte auf diese keine Rakete abgefeuert werden. Als MH 17 in den gleichen Luftraum geriet (fahrlässiges Handeln der zivilen Luftraumüberwachung) löste sich eine Rakete aus (BUK-Batterie fahrlässig im Gefechts- statt Trainingsmodus betrieben).
Wir werden die Richtigkeit dieser Theorie in ca. 30 Jahren nach der Aktenöffnung erfahren, so wie z.B. die Hintergründe über den abschuß einer italienischen Passagier-Maschine über der Adria im Jahre 1980.
So lange ist die Wahrheit Staatsgeheimnis und die Lüge Staatsraison.

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Manitou, Sonntag, 29.12.2019, 01:11 (vor 2294 Tagen) @ Berlin-Express

Irrtum, die Bewohner meherer Regionen der Ukraine wollten den prowestelich-nationalischen Umsturz (in den Medien als "Maidan" bezeichnet), an welcehm auch faschistische Gruppen (rechter Sektor, Banderra-Fans, Freikorps, die faschistische Symbole (u.a. die Wolfsangel, Gebrauch bei uns verboten) benutzen) nicht. Die süd-ostukrainischen Aufstände waren eher links-antioligarchisch orientiert, forderten aber die Gleichheit der Sprachen beizubehalten. Diese Kräfte konnten sich nur auf der Krim und in Teilen der Raions (Regierungsbezirke) Donezk und Lugansk (bis ca. 1990 Woroschilowgrad, Herkunft der Diesellok-BR 120, 130-132, 142 der DR) durchsetzen, dabei auf der Krim per Referrendum.
Der Beitritt zu Rußland wurde durch die wahlberechtigten Bürger in einem 2. Volksentscheid (der erste führte zum austritt aus der Ukraine) beschlossen.
In anderen Regionen (z.B. Dnepopetrowsk und Odessa) putschen sich rechte Gruppen gegen den Volkswillen gewaltsam an die Macht. So trieben Hooligans in Odessa mehere hundert Demonstranten in das Gewerkschaftshaus und zündeten dieses an (ca. 200-250 Tote).
Zur Erinnerung: die Bürger der DDR wurden nicht zum sog. "Beitritt" gefragt, sondern von ihrer Regierung ungefragt beigetreten (sozusagen eine "politische Volksvergewaltigung").

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 24.12.2019, 15:30 (vor 2298 Tagen) @ Christian_S

Anti-Russland-Politik

Da tut die russische Politik ihr eigenes dazu. Und das nicht zu knapp.


muss aber nicht zwangsläufig die alleinige Wahrheit sein

Zum Glück kannst Du Dich hierzulande unterschiedlich informieren. Genieße und nutze es. Noch ist die Presse in Westeuropa nicht gleichgeschaltet und zu einem reinen Mikrofonständer für die obere Nomenklatura geworden.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

(RU/UA) Eisenbahnbrücke zur Krim eröffnet

Christian_S, Dienstag, 24.12.2019, 16:15 (vor 2298 Tagen) @ Alibizugpaar


Da tut die russische Politik ihr eigenes dazu. Und das nicht zu knapp.

Nun die Russland-Politik der NATO war auch schon vor 2014 nicht immer wirklich fair ...

Zum Glück kannst Du Dich hierzulande unterschiedlich informieren. Genieße und nutze es. Noch ist die Presse in Westeuropa nicht gleichgeschaltet und zu einem reinen Mikrofonständer für die obere Nomenklatura geworden.

Nun, man kann vieles, wenn man will. Aber Fakt ist, das die Medien in Deutschland, nicht nur beim Thema Russland, häufig sehr "richtungsorientiert" sind. Natürlich ist das stark vom Redakteur abhängig, aber ich habe den Vergleich gemacht: Zu einem Thema kannst Du in schweizer oder österreichischen Medien kannst Du ganz andere Artikel finden als zum selben Thema in den meisten deutschen Medien.

(OT) Da nehmen sich beide Seiten nichts

Power132, Dienstag, 24.12.2019, 16:37 (vor 2298 Tagen) @ Christian_S

Nun die Russland-Politik der NATO war auch schon vor 2014 nicht immer wirklich fair ...

Aber wenigsten kommt etwas Bewegung in die Sache.

+1

Christian_S, Dienstag, 24.12.2019, 16:43 (vor 2298 Tagen) @ Power132

- kein Text -

Was ist so schlimm an einem Prestigeprojekt?

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 24.12.2019, 15:47 (vor 2298 Tagen) @ Christian_S

Die Koralmbahn in Österreich wird ja auch von einigen als Prestigeprojekt des damaligen FPÖ-Politikers Jörg Haider bezeichnet und ist dabei ein sehr sinnvolles Projekt.

Wieso meinst du, ein Prestigeprojekt hätte eine negative Konnotation? Es kann ja beides sein, ein Prestigeprojekt und eine notwendige Infrastrukturmaßnahme. Das schließt sich beides nicht aus.

Ich mein klar wird Russland das dazu nutzen, sein Image zu festigen. Man will damit eben auch zeigen, dass man sich um die Bevölkerung der Krim kümmert.

Schauen wir doch nach China, die Chinesen haben durchaus politische Gründe für manch eine Hochgeschwindigkeitsstrecke gehabt - wenn es zum Beispiel nach Taiwan geht.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

+1

Christian_S, Dienstag, 24.12.2019, 16:16 (vor 2298 Tagen) @ J-C

- kein Text -

Das ist so schlimm an einem Prestigeprojekt

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 24.12.2019, 19:54 (vor 2298 Tagen) @ J-C

Wieso meinst du, ein Prestigeprojekt hätte eine negative Konnotation?

Das Problem an der Sache ist der politische Hintergrund, dass sich Rußland hier einen Teil eines anderen Staates einverleibt hat. Das erkennen viele Staaten eben nicht an, wie auch die Unabhängigkeit des Kosovo nicht überall auf Zustimmung gestoßen ist.
Dass die Krim historisch gesehen eher wenig mit der Ukraine (die ja auch keine einheitliche Geschichte hat, sondern westlich und russisch geprägte Landesteile) gemeinsam hat und erst 1954 von der RSFSR zur UkrSSR verschoben wurde, ist eine andere Sache. Die Bevölkerung hat nie jemand gefragt, auch nicht das Zarenreich, als es die Krim annektierte.

Viele Grüße
Sören

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Das ist so schlimm an einem Prestigeprojekt

frank_le, Mittwoch, 25.12.2019, 00:50 (vor 2298 Tagen) @ Sören Heise

Wieso meinst du, ein Prestigeprojekt hätte eine negative Konnotation?


Das Problem an der Sache ist der politische Hintergrund, dass sich Rußland hier einen Teil eines anderen Staates einverleibt hat. Das erkennen viele Staaten eben nicht an, wie auch die Unabhängigkeit des Kosovo nicht überall auf Zustimmung gestoßen ist.
Dass die Krim historisch gesehen eher wenig mit der Ukraine (die ja auch keine einheitliche Geschichte hat, sondern westlich und russisch geprägte Landesteile) gemeinsam hat und erst 1954 von der RSFSR zur UkrSSR verschoben wurde, ist eine andere Sache. Die Bevölkerung hat nie jemand gefragt, auch nicht das Zarenreich, als es die Krim annektierte.

Viele Grüße
Sören

Es ist sogar noch schlimmer: Russland ist Garantiemacht der Grenzen der Ukraine. Nur deshalb hatte die Ukraine die Atomwaffen nach dem Ende der Sowjetunion an Russland übergeben. Warum soll jemals wieder ein Staat (z.B. Nordkorea) seine Waffen abgeben wenn er den Vertragspartnern nicht trauen kann? Mit seinen Politik hat Putin für immer der Abrüstung einen Riegel vorgeschoben.

Im Übrigen kann jedes Land selbst entscheiden welchem Bündnis es beitreten will. Da die Ukraine ein eigenständiger Staat ist hat Russland keinerlei Recht darauf Einfluss zu nehmen. Oder dürfen die Staaten des Baltikums ebenfalls nicht das Bündnis wählen?

Wie beliebt Putin ist sieht man daran das sein Gesicht auf Klopapier, Fußmatten und Steckbriefen gedruckt ist.

Das ist so schlimm an einem Prestigeprojekt

Lumi25, Donnerstag, 26.12.2019, 19:20 (vor 2296 Tagen) @ frank_le

Das was die Russen stört ist eher die Ausbreitung des Nato-Bündnis Richtung Osten.

Stell Dir einfach mal vor Kanada würde plötzlich ein sozialistischer Staat werden bzw. einem Bündnis von Russland beitreten. Ich denke die USA würden das auch nicht tolerieren.

Das die Ukraine unabhängig ist dagegen hat Russland nichts aber das die EU immer weiter nach Osten expandiert dagegen schon.

Davon ein mal abgesehen zeigen Rumänien oder Bulgarien ganz klar, dass es nicht ratsam ist arme Länder in die EU aufzunehmen.

+1

Christian_S, Donnerstag, 26.12.2019, 20:02 (vor 2296 Tagen) @ Lumi25

- kein Text -

Westliche Verlogenheit

Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 25.12.2019, 09:22 (vor 2298 Tagen) @ Sören Heise

Das Problem an der Sache ist der politische Hintergrund, dass sich Rußland hier einen Teil eines anderen Staates einverleibt hat. Das erkennen viele Staaten eben nicht an, wie auch die Unabhängigkeit des Kosovo nicht überall auf Zustimmung gestoßen ist.

Genau. In beiden Fällen wurde zwar dem Willen einer mehr oder weniger grossen Mehrheit der Bevölkerung entsprochen, aber das Völkerrecht verletzt. Dass es hier im Westen offenbar zum guten Ton gehört, die Völkerrechtsverletzung der Russen als ganz grossen Skandal anzuprangern, während man das Vorgehen im Fall Kosovo wohl als alternativlose Realpolitik mit allfälligem kleinen Schönheitsfehler akzeptiert, empfinde ich schon als einigermassen verlogen. Und ja, ich messe EU-Politiker an anderen Massstäben als etwa einen Herrn Putin.

Dass die Krim historisch gesehen eher wenig mit der Ukraine (die ja auch keine einheitliche Geschichte hat, sondern westlich und russisch geprägte Landesteile) gemeinsam hat und erst 1954 von der RSFSR zur UkrSSR verschoben wurde, ist eine andere Sache

, die aber verstehen helfen könnte, warum die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung wohl tatsächlich den Anschluss an Russland wünschte.

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Westliche Verlogenheit

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 25.12.2019, 10:33 (vor 2297 Tagen) @ Re 8/12

Dass es hier im Westen offenbar zum guten Ton gehört, die Völkerrechtsverletzung der Russen als ganz grossen Skandal anzuprangern, während man das Vorgehen im Fall Kosovo wohl als alternativlose Realpolitik mit allfälligem kleinen Schönheitsfehler akzeptiert, empfinde ich schon als einigermassen verlogen.

Ist denn der Staat auf der Krim im Vorfeld der Annexion mit Gewalt gegen die dortige Bevölkerung vorgegangen, so dass es zur Massenflucht kam? Ich würde Kosovo eher mit Karabach vergleichen als mit der Krim.

, die aber verstehen helfen könnte, warum die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung wohl tatsächlich den Anschluss an Russland wünschte.

Da wiederum bin ich bei Dir.

Westliche Verlogenheit

Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 25.12.2019, 11:15 (vor 2297 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von Re 8/12, Mittwoch, 25.12.2019, 11:18

Ist denn der Staat auf der Krim im Vorfeld der Annexion mit Gewalt gegen die dortige Bevölkerung vorgegangen, so dass es zur Massenflucht kam?

Hab ich nicht behauptet. Aber du gehst wohl davon aus, dass dies im Kosovo der Fall war. Dass es teilweise zu exzessiver Gewaltanwendung durch die serbischen Ordnungskräfte kam, will ich auch gar nicht bestreiten. Das wäre allerdings noch lange kein Grund, Serbien die staatliche Hoheit über die Provinz abzuerkennen. (Aus serbischer Sicht handelte es sich schlicht um Terrorbekämpfung, was ja bekanntlich auch anderswo mit gewissen 'Kollateralschäden verbunden sein kann ...)

Die öffentliche Meinung im Westen lebte allerdings in der Meinung (teilweise bis heute noch), die Situation sei kurz davor gewesen, zu einem Völkermord zu eskalieren. In die entsprechende Berichterstattung flossen - in zu diskutierendem Ausmass - auch Fake News und nachweisliche Propagandalügen ein. Dreh- und Angelpunkt bei der Legitimation einer ausländischen Intervention war das angebliche Massaker von Račak.

Wenig bekannt sind nach wie vor auch die Mauscheleien an der Konferenz von Rambouillet, wo die serbische Seite zu allen nötigen Garantien für die kosovarische Bevölkerung bereit war, von höheren Mächten aber offensichtlich von vornherein ein anderes Szenario beschlossen worden war.

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Westliche Verlogenheit

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 25.12.2019, 15:04 (vor 2297 Tagen) @ Re 8/12

Hab ich nicht behauptet.

Dashalb habe ich Dir ja auch eine Frage gestellt.

Aber du gehst wohl davon aus, dass dies im Kosovo der Fall war. Dass es teilweise zu exzessiver Gewaltanwendung durch die serbischen Ordnungskräfte kam, will ich auch gar nicht bestreiten.

Korrekt. Ich erinnere mich an entsprechende Bilder in der Zeitung.
Der Pariser Vorort ist mir ein Begriff, das Massaker von Račak war mir hingegen neu. Wie so oft wird ein Außenstehender nie erfahren, was genau vorgegangen ist.
Es ändert aber letztendlich nichts an der Sache, dass es auf der Krim ruhig war und die ausländischen Truppen "nur so" einmarschiert sind.

Viele Grüße
Sören

Westliche Verlogenheit

Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 25.12.2019, 15:57 (vor 2297 Tagen) @ Sören Heise

Korrekt. Ich erinnere mich an entsprechende Bilder in der Zeitung.

Wie auch immer man das rückblickend bewerten mag ...

Der Pariser Vorort ist mir ein Begriff, das Massaker von Račak war mir hingegen neu.

Es ging mir im einen wie im anderen Fall um gewisse Begleitumstände und Hintergründe, auf die ich auch erst nachträglich aufmerksam (gemacht) wurde.

Wie so oft wird ein Außenstehender nie erfahren, was genau vorgegangen ist.

Ganz genau sicher nicht. Aber die gewiss nicht besonders serbienfreundliche Darstellung der erwähnten Konferenz in Wikipedia erlaubt schon eine grobe Einordnung - mit den Worten von Kollege Alibizugpaar vielleicht etwa so: "eine einzige zentral gelenkte konzertierte Aktion. Nach dem Drehbuch eines schlechten Films, durchschaubar von A bis Z" - und doch gerade raffiniert genug, dass meine eigene Wenigkeit zum Zeitpunkt des Geschehens überhaupt nichts durchschaute^^

Es ändert aber letztendlich nichts an der Sache, dass es auf der Krim ruhig war und die ausländischen Truppen "nur so" einmarschiert sind.

Turning point war aber eben nicht der Truppeneinmarsch, sondern das Referendum. Und die Frage, wie dessen Legitimität zu bewerten ist bzw. in anderen, mehr oder weniger ähnlichen Fällen (Slowenien, Kroatien, Katalonien) zu bewerten war oder gewesen wäre, führt in heikle völkerrechtliche Abwägungen. Hält man sich so konsequent ans Völkerrecht, wie es die Putin-Kritiker in der Krimfrage tun, dann müsste eines ebenfalls völlig klar sein: Die Zerschlagung des anerkannten Staates Jugoslawien durch die übereilte Anerkennung Sloweniens und Kroatiens war ein flagranter Verstoss gegen das Völkerrecht! Und das eben erst wiedervereinigte Deutschland spielte dabei eine besonders fragwürdige Rolle.

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Westliche Verlogenheit

Christian_S, Mittwoch, 25.12.2019, 16:48 (vor 2297 Tagen) @ Re 8/12

Es ging mir im einen wie im anderen Fall um gewisse Begleitumstände und Hintergründe, auf die ich auch erst nachträglich aufmerksam (gemacht) wurde.

Wie so oft wird ein Außenstehender nie erfahren, was genau vorgegangen ist.

Das ist bei der Berichterstattung auch so gewollt. Es geht eher um das Verbreiten einer Meldung, nicht unbedingt um Hintergrundinformation. Diese kann man sich zwar selbst zusammensuchen, aber die allerwenigsten Medienkonsumenten machen sich diese Mühe.


Turning point war aber eben nicht der Truppeneinmarsch, sondern das Referendum. Und die Frage, wie dessen Legitimität zu bewerten ist bzw. in anderen, mehr oder weniger ähnlichen Fällen (Slowenien, Kroatien, Katalonien) zu bewerten war oder gewesen wäre, führt in heikle völkerrechtliche Abwägungen. Hält man sich so konsequent ans Völkerrecht, wie es die Putin-Kritiker in der Krimfrage tun, dann müsste eines ebenfalls völlig klar sein: Die Zerschlagung des anerkannten Staates Jugoslawien durch die übereilte Anerkennung Sloweniens und Kroatiens war ein flagranter Verstoss gegen das Völkerrecht! Und das eben erst wiedervereinigte Deutschland spielte dabei eine besonders fragwürdige Rolle.

Gerade in Deutschland stelle ich immer wieder fest, wieviele Leute beim Wort Völkerrecht förmlich vor Erfurcht erzittern und glauben, das dies unantastbar und einzig legitim ist. Wenn man sich mit dem Völkerrecht genauer befasst und an verschiedenen Beispielen auch geschichtliche Hintergründe aufarbeitet, kommt man auf den Trichter, das eben auch das Völkerrecht seine "Mängel" hat und keinesfalls perfekt für jede Problemlösung ist.

Westliche Verlogenheit

Manitou, Sonntag, 29.12.2019, 01:49 (vor 2294 Tagen) @ Sören Heise

Die wolten sich nicht von den Banderra-Faschisten "Maidanisieren" lassen und erklärten erst per Volksentscheid die unabhängigkeit und dann den Beitritt zu Rußland. Weil sie einer gewaltsamen Lösung zuvor kommen wollten.

Kontrolle der Regierungen?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 25.12.2019, 13:01 (vor 2297 Tagen) @ Re 8/12
bearbeitet von Alibizugpaar, Mittwoch, 25.12.2019, 13:02

Kein westlicher Staat hat sich den Kosovo einverleibt oder okkupiert oder grün angemalte Soldaten geschickt. Der Kosovo hat seine eigene Hauptstadt und nicht Berlin, Paris oder London. Die NATO-Einsätze sollten den einsetzenden politischen Mord verhindern, nachdem den UN-Blauhelmen kein Respekt mehr gezollt wurde. Krim: So schnell wie die staatlichen Akte in Moskau folgten war das alles eine einzige zentral gelenkte konzertierte Aktion. Nach dem Drehbuch eines schlechten Films, durchschaubar von A bis Z.

Du wirst zudem offene liberale Demokratien von totalitären Autokratien unterscheiden können. Du wirst es zumindest versuchen können. Demokratie bedeutet Arbeit und kann in Extremen wie Trump münden. Aber der ist in ein paar Jahren wieder weg. Es ist ein gravierender Unterschied sich in einer freien Gesellschaft mit demokratischen Diskussionen auseinanderzusetzen statt in einer Tour nur destruktive Störfeuer auszusenden. Nicht nur im Baltikum, am Balkan oder etwa in Georgien. Etwas aufzubauen dauert immer länger als etwas zu zerstören. Ein Baum wächst über 50 Jahre, gefällt ist er in nur 5 Minuten.

Frage Dich doch mal selber: Wer kontrolliert Russland eigentlich von innen heraus? Wer schaut der Regierung auf die Finger? Das kannste Dich auch zu Weißrussland oder China fragen. Die Medien schon mal nicht.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-155021502.html

Zudem rege ich auch dazu an sich einmal mit dem Leben und Wirken der Ljudmila Alexejewa auseinander zu setzen.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Kontrolle der Regierungen?

Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 25.12.2019, 13:56 (vor 2297 Tagen) @ Alibizugpaar

Kein westlicher Staat hat sich den Kosovo einverleibt oder okkupiert (...).

Na ja, es gibt ja zum Glück elegantere Methoden, seine Interessen all around the world wahrzunehmen.

Der Kosovo hat seine eigene Hauptstadt und nicht Berlin, Paris oder London.

Der Kosovo gilt als einer der am schlechtesten regierten Staaten Europas und wird von etlichen Kommentatoren als eigentlicher 'Failed State' bezeichnet, der sich fest im Würgegriff von Korruption, organisierter Kriminalität und undurchsichtigen internationalen Interessenverbindungen befindet.

Die NATO-Einsätze sollten den einsetzenden politischen Mord verhindern, nachdem den UN-Blauhelmen kein Respekt mehr gezollt wurde.

Sollten - aber das ging gründlich nach hinten los. Ich glaubte das ja seinerzeit auch, aber soviel Selbstkritik muss schon mal sein, dass auch unangenehmen Fakten in die Augen schaut - auch wenn es Arbeit bedeutet ;) (Hast du dir die beiden verlinkten Wikipedia-Artikel denn auch gewissenhaft zu Gemüte geführt?)

Krim: So schnell wie die staatlichen Akte in Moskau folgten war das alles eine einzige zentral gelenkte konzertierte Aktion. Nach dem Drehbuch eines schlechten Films, durchschaubar von A bis Z.

Putin hatte hier in der Tat leichtes Spiel - nicht zuletzt eben auch, weil die Bevölkerung sich von einem Wechsel zu Russland bessere Perspektiven versprach, als sie die Ukrainische Regierung anzubieten hatte.

Du wirst zudem offene liberale Demokratien von totalitären Autokratien unterscheiden können.

Echt jetzt? Wo würdest du denn die USA einordnen? Oder Russland unter Gorbatschow und Jelzin?

Demokratie bedeutet Arbeit und kann in Extremen wie Trump münden. Aber der ist in ein paar Jahren wieder weg.

Oder Putin. Auch der bleibt nicht ewig.

Zudem rege ich auch dazu an sich einmal mit dem Leben und Wirken der Ljudmila Alexejewa auseinander zu setzen.

Was sicher für sie spricht: Dass sie sich dem Dilemma zwischen Fundamentalopposition und Kooperation mit den Institutionen nach bestem Wissen und Gewissen (und entsprechend wechselnden Positionsbezügen) gestellt hat.

--
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Kontrolle der Regierungen?

Christian_S, Mittwoch, 25.12.2019, 16:55 (vor 2297 Tagen) @ Re 8/12


Na ja, es gibt ja zum Glück elegantere Methoden, seine Interessen all around the world wahrzunehmen.

Absolut. War im Laufe der Geschichte immer so und ist nach wie vor so. Siehe Deutschland am Beispiel des Iran, wo Proteste niedergemacht werden und es eine Aufforderung eines Fraktionsmitgliedes braucht, das der deutsche Außenminister überhaupt mal ein paar kritische Worte ausspricht. Aber man will halt gut Freund sein mit dem Iran ;)


Sollten - aber das ging gründlich nach hinten los. Ich glaubte das ja seinerzeit auch, aber soviel Selbstkritik muss schon mal sein, dass auch unangenehmen Fakten in die Augen schaut - auch wenn es Arbeit bedeutet ;) (Hast du dir die beiden verlinkten Wikipedia-Artikel denn auch gewissenhaft zu Gemüte geführt?)

Wobei Wikipedia-Artikel halt auch immer nur so gut sind wie ihrer Schreiber. Aber das ist ja mit den Medien nix anderes. Wer sich wirklich informieren will, sollte immer mehr als eine Quelle heranziehen, am besten mindestens drei.


Putin hatte hier in der Tat leichtes Spiel - nicht zuletzt eben auch, weil die Bevölkerung sich von einem Wechsel zu Russland bessere Perspektiven versprach, als sie die Ukrainische Regierung anzubieten hatte.

Zumal der Bezug zu Russland ohnehin vorhanden war. Nicht nur auf der Krim, auch in der Ostukraine ist es nunmal so, dass es dort starke pro-russische Kräfte gibt. Und das sind Bewohner der Gegend, nicht etwa aus Russland eingeschleuste "Agenten", wie mancher Verschwörungstheoretiker sicher gerne verbreitet.

Wie auch immer, ich begrüße die Brücke zur Krim durchaus, da sie wirtschaftlich gesehen auf jeden Fall die Basis für erneuten Aufschwung der Halbinsel bedeutet.

Kontrolle der Regierungen?

Manitou, Sonntag, 29.12.2019, 01:59 (vor 2294 Tagen) @ Alibizugpaar

Dann müßte auch aus dem ausland interveniert werden

- Wegen der Polizeigewalt gegen die Gelbwesten in Frankreich

- Wegen der Polizeigewalt gegen die katalanische Unabhängigkeitsbewegung

- Wegen der Polizeigewalt gegen die Gegner des G20 Gipfels in Hamburg

usw.

Was ist so schlimm an einem Prestigeprojekt?

brandenburger, Perleberg, Mittwoch, 25.12.2019, 00:32 (vor 2298 Tagen) @ J-C

Schauen wir doch nach China, die Chinesen haben durchaus politische Gründe für manch eine Hochgeschwindigkeitsstrecke gehabt - wenn es zum Beispiel nach Taiwan geht.

Hallo J-C,

kannst du diesen Satz mal näher erläutern? Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Taiwan? Taiwan ist doch eine Insel, und von einer Brücke oder einem Tunnel dorthin habe ich noch nicht gehört.

Beijing-Taipeh High Speed rail corridor

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 25.12.2019, 01:02 (vor 2298 Tagen) @ brandenburger
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 25.12.2019, 01:03

Wikipedia wüsste was dazu

Zugegeben, es ist erst geplant und noch nicht vollendet.

Aber es ist nichts neues, dass man eine Hochgeschwindigkeitsstrecke auf eine Insel hin bauen kann. ;-)

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Beijing-Taipeh High Speed rail corridor

frank_le, Mittwoch, 25.12.2019, 04:28 (vor 2298 Tagen) @ J-C

Wikipedia wüsste was dazu

Zugegeben, es ist erst geplant und noch nicht vollendet.

Aber es ist nichts neues, dass man eine Hochgeschwindigkeitsstrecke auf eine Insel hin bauen kann. ;-)


was lese ich da:
"Die Projektplanung erfolgt einseitig ohne Beteiligung Taiwans . Der Pingtan-Taipei-Abschnitt der nach Taiwan führenden Eisenbahn wird in den Bauunterlagen des Abschnitts Fuzhou-Pingtan als "mögliche langfristige zukünftige Erweiterungen" bezeichnet."


Das wird die Putin Versteher in dem Forum mächtig freuen - noch einer der Projekte in fremden Ländern ohne zu fragen umsetzen will. Wie früher der Führer.

Es ist erschreckend das zu einem Studium offenbar in Österreich nicht mal Texte verstanden werden müssen. Deshalb gehen wohl die Deutschen welche zu schlecht für den NC sind in Massen nach Österreich. Die nehmen offenbar jeden.

What...

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 25.12.2019, 08:25 (vor 2298 Tagen) @ frank_le
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 25.12.2019, 08:26

Ich finde es erschreckend, wenn Leute hineininterpretieren, wieso ich in Wien studiere. Überhaupt sind die Zeiten genannter Vorurteile bald vorbei. Ich finde das auch irgendwie verletzend, so zu urteilen. Könntest du es bitte unterlassen?

Davon abgesehen habe ich selbstverständlich gelesen, was im Artikel stand. Und das ist ja mein Punkt: China will Taiwan enger an sich binden und nimmt auf dessen Interessen keine Rücksicht. Ich hab doch gesagt, es wäre ein Beispiel für ein Projekt mit politischen Beweggründen.

Und eben auch aus Prestigegründen.

Mir ging's darum, dass Prestigegründe allein nicht negativ sein müssen, da geht es oft um den Kontext...

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

What...

oska, Mittwoch, 25.12.2019, 21:10 (vor 2297 Tagen) @ J-C

Ich finde es erschreckend, wenn Leute hineininterpretieren, wieso ich in Wien studiere.

Ich finde es erschreckend, dass auch nur ansatzweise daran denkst, Dich für Deinen Hochschulstandort zu rechtfertigen. Die älteste Universität im deutschsprachigen Raum, Straßenbahn und U-Bahn, kulturelles Zentrum, und, und, und, ...

"Reisen Sie mit dem Zug nach Wien und erleben Sie eine europäische Metropole von Format", bewirbt die (deutsche) Bahn den Sparpreis Europa:

Wien, die Hauptstadt Österreichs, erreichen Sie mit der Bahn bequem aus allen Himmelsrichtungen. Das Verkehrsdrehkreuz nach Osteuropa bietet jedoch mehr als nur gute Verbindungen. Kultur und Geschichte sind in der Millionenstadt allgegenwärtig.

Auf jeden Fall ein cooler Schritt von Dir. So profitieren wir alle davon, mit schönen Berichten aus dem Land von Nightjet und Co. Auch wenn Du mich manchmal ganz schön neidisch machst.

What...

mdln, Mittwoch, 25.12.2019, 21:16 (vor 2297 Tagen) @ oska

Ich finde es erschreckend, wenn Leute hineininterpretieren, wieso ich in Wien studiere.


Ich finde es erschreckend, dass auch nur ansatzweise daran denkst, Dich für Deinen Hochschulstandort zu rechtfertigen.

So ist es!

Der User "Frank_le" ist hier leider schon öfter durch seine , nennen wir es mal komische Denke aufgefallen.

Danke <3

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 26.12.2019, 10:17 (vor 2296 Tagen) @ oska
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 26.12.2019, 10:19

Vielleicht schaffst du es ja mal, rüberzukommen ;-)

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

What...

Altmann, Donnerstag, 26.12.2019, 10:20 (vor 2296 Tagen) @ oska

Ich finde es erschreckend, wenn Leute hineininterpretieren, wieso ich in Wien studiere.


Ich finde es erschreckend, dass auch nur ansatzweise daran denkst, Dich für Deinen Hochschulstandort zu rechtfertigen. Die älteste Universität im deutschsprachigen Raum, Straßenbahn und U-Bahn, kulturelles Zentrum, und, und, und, ...

So ist es. Und ich wahr einar der ärsten Studänten tort. Und ich kahn nur bestetiken, das di dort nur die alabestän Stutenten nemmen! ;-)

Zugverbindung St. Petersburg Krim

nscharrn, IC 2152, Mittwoch, 25.12.2019, 20:25 (vor 2297 Tagen) @ Power132

Hallo zusammen,

in diversen Meldungen steht was von einer Verbindung von St,Petersburg/Moskau auf die Krim,
Wie fährt der Zug denn?

nscharrn

Laufweg über Rostow am Don

ktmb, Mittwoch, 25.12.2019, 21:40 (vor 2297 Tagen) @ nscharrn
bearbeitet von ktmb, Mittwoch, 25.12.2019, 21:45

St. Peterburg - Sewastopol

Moskau - Simferopol

Jeweils unten auf Маршрут поезда klicken.

Laufweg über Rostow am Don

nscharrn, IC 2152, Donnerstag, 26.12.2019, 17:01 (vor 2296 Tagen) @ ktmb

Die Strecken klingen sehr interessant

Unabhängig vom politischen Dissenz, ein beachtliches Projekt

Max64, Donnerstag, 26.12.2019, 16:58 (vor 2296 Tagen) @ nscharrn

mit funktionaler Fertigstellung in beachtlicher Zeit!


Jeder der mal in Russland war, wird dieses Land und deren Leute mögen, gastfreundlich und weit ab vom hiesigen Bashing.

St. Peterburg -> Sewastopol,
bestimmt eine überragend sehenswerte Fahrt.
Schade, dass die EU weiter auf Visapflicht pocht. Die Russen wollten längst Visafreiheit. Wäre manches einfacher.

Unabhängig vom politischen Dissenz, ein beachtliches Projekt

brandenburger, Perleberg, Freitag, 27.12.2019, 01:29 (vor 2296 Tagen) @ Max64

Jeder der mal in Russland war, wird dieses Land und deren Leute mögen, gastfreundlich und weit ab vom hiesigen Bashing.

St. Peterburg -> Sewastopol,
bestimmt eine überragend sehenswerte Fahrt.

Selbstverständlich. Aber die gegenwärtige russische Politik muss man deswegen noch lange nicht mögen.

Mir hat das Interview der Woche im DLF vom Juni mit dem ehemaligen russischen Botschafter Rüdiger von Fritsch gefallen, auch wenn er sehr deutliche Kritik übt, ist ihm ist seine Liebe zu dem Land und seinen Bewohnern anzumerken:
https://www.deutschlandfunk.de/deutscher-botschafter-in-russland-ohne-sanktionen-keine....

Downloadlink:
https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/06/23/interview_der_woche_ruediger_von_...

Dosto-Schlafwagen (Artikel aus taz)

ktmb, Montag, 30.12.2019, 13:28 (vor 2292 Tagen) @ brandenburger

Und hier ein Artikel über die erste Fahrt aus der taz.

Hier mal der Ticket- und Fahrplan-Link

1040bln, Berlin-Mitte, Donnerstag, 02.01.2020, 14:52 (vor 2289 Tagen) @ Power132
bearbeitet von 1040bln, Donnerstag, 02.01.2020, 14:53

Auf der Seite grandtrain.ru kann man die genauen Preise und den Fahrplan abfragen - allerdings nur auf Russisch.

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