(ZM:) Friesenbrücke Weener: der Plan ist fertig! (Allgemeines Forum)

Blaschke, Samstag, 21.12.2019, 13:18 (vor 2316 Tagen)
bearbeitet von Blaschke, Samstag, 21.12.2019, 13:19

Hallohallöchen.

Von wegen, nichts geht voran in good old Germany: gerade mal 4 Jahre nach dem Crash mit Zerstörung der Friesenbrücke habe die DB die Planungen nunmehr abgeschlossen und das Ganze beim EBA eingereicht.

Nur 2 Jahre später soll Baubeginn sein und schon 2 Jahre danach große Eröffnung.


https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-planung-zum-neubau-der-friese...


Mir kommt da eine Discounter-Werbung in den Sinn. Abgewandelt würde ich da zum Zeitplan sagen: Kann man glauben. Muß man aber nicht.

Was ich mich frage: was gibt's da noch an rechtsstaatlichen Wegen, um dagegen zu sein. Ich meine, es müßte sich doch sicher wer finden lassen, dem das nicht paßt und der erstmal klagen will.

Schöne Grüße von jörg

der sich etwas sorgt, dass er bei solch ambitionierten Zeitplänen die Eröffnung des Neubaus noch erlebt ...

(ZM:) Friesenbrücke Weener: der Plan ist fertig!

trawler, Samstag, 21.12.2019, 19:24 (vor 2315 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von trawler, Samstag, 21.12.2019, 19:24

Dass diese Bahnverbindung nicht schon viel eher ausgebaut wurde, liegt (bzw. lag) mWn an dem Widerstand der Hamburger und Bremer(havener) Hafenbetreiber. Sie haben es lange Zeit hinbekommen die Bahnverbindung aus Nordwestdeutschland in die Niederlande auf einem niedrigen Niveau zu halten, wohingegen die Niederländer immer Befürworter des Projektes gewesen sind.
Es würde mich nicht wundern, wenn eine Klage aus der Richtung kommen würde.

Warum klagen ?

Garfield_1905, Samstag, 21.12.2019, 20:28 (vor 2315 Tagen) @ trawler

Es würde mich nicht wundern, wenn eine Klage aus der Richtung kommen würde.

Vorab lieber klargestellt, das es keine polemische, sondern eine ernsthafte Frage ist.

Wer und vor allem warum sollte jemand dagegen klagen können, wenn eine ja grundsätzlich existierende Verbindung letztlich lediglich repariert wird ?

Warum klagen ?

trawler, Samstag, 21.12.2019, 21:43 (vor 2315 Tagen) @ Garfield_1905

Ich bin gewiss kein Jurist, und als Experte würde ich mich überhaupt in diesem Gebiet keines Falls bezeichnen.
Aber vielleicht reicht der Blick auf die Autobahnbetreibergesellschaft A1: Diese hat auf Schadensersatz geklagt, weil sich die Lastverkehr zahlen nicht so entwickelt haben, wie es gedacht war. Am Ende haben sie nicht Recht bekommen, dennoch wurde geklagt.
Natürlich sind hier völlig andere Vorzeichen und Umstände. Was ich aber sagen möchte: Eurogate und HHLA werden sich den Prozess ganz genau anschauen.

Regionalpolitik ...

Blaschke, Samstag, 21.12.2019, 21:44 (vor 2315 Tagen) @ Garfield_1905

Hallo.

Der Grund ist ganz simpel: Hamburg und Bremerhaven haben natürlich kein Interesse daran, dass Güter z.B. aus Rotterdam schnell und bequem Richtung Osten transportiert werden können. Denn warum sollte der Ozeandampfer dann noch mühselig nach Hamburg zum Containerentladen schippern.

Aus demselben Grund opponieren Hamburg und Bremerhaven ja z.B. auch gegen Wilhelmshaven. Warum wohl läßt sich die DB mit dem Ausbau der Strecke von WHV unendlich viel Zeit? Nicht nur, um die NWB zu ärgern - eine der Lieblingsbeschäftigungen. Sondern auch, weil Bremen und Hamburg in den Entscheidungsgremien mehr Macht haben als Niedersachsen. Sieht man doch auch am Wahnsinn der Elbvertiefung. Warum ist das notwendig, wenn jedes Schiff problemlos in Wilhelmshaven entladen könnte?


Schöne Grüße von jörg

Regionalpolitik ...

Garfield_1905, Samstag, 21.12.2019, 21:58 (vor 2315 Tagen) @ Blaschke

Der Grund ist ganz simpel: Hamburg und Bremerhaven haben natürlich kein Interesse daran, dass Güter z.B. aus Rotterdam schnell und bequem Richtung Osten transportiert werden können. Denn warum sollte der Ozeandampfer dann noch mühselig nach Hamburg zum Containerentladen schippern.

Aus demselben Grund opponieren Hamburg und Bremerhaven ja z.B. auch gegen Wilhelmshaven. Warum wohl läßt sich die DB mit dem Ausbau der Strecke von WHV unendlich viel Zeit? Nicht nur, um die NWB zu ärgern - eine der Lieblingsbeschäftigungen. Sondern auch, weil Bremen und Hamburg in den Entscheidungsgremien mehr Macht haben als Niedersachsen. Sieht man doch auch am Wahnsinn der Elbvertiefung. Warum ist das notwendig, wenn jedes Schiff problemlos in Wilhelmshaven entladen könnte?

Okay, das wäre aus deren Sicht vielleicht ärgerlich, aber ist es tatsächlich ein rechtlich haltbarer Klagegrund ? Ich bin kein Jurist, aber als blutiger Laie würde ich sdagen: Nein !

Kreativität ...

Blaschke, Samstag, 21.12.2019, 23:26 (vor 2315 Tagen) @ Garfield_1905

Der Grund ist ganz simpel: Hamburg und Bremerhaven haben natürlich kein Interesse daran, dass Güter z.B. aus Rotterdam schnell und bequem Richtung Osten transportiert werden können. Denn warum sollte der Ozeandampfer dann noch mühselig nach Hamburg zum Containerentladen schippern.

Aus demselben Grund opponieren Hamburg und Bremerhaven ja z.B. auch gegen Wilhelmshaven. Warum wohl läßt sich die DB mit dem Ausbau der Strecke von WHV unendlich viel Zeit? Nicht nur, um die NWB zu ärgern - eine der Lieblingsbeschäftigungen. Sondern auch, weil Bremen und Hamburg in den Entscheidungsgremien mehr Macht haben als Niedersachsen. Sieht man doch auch am Wahnsinn der Elbvertiefung. Warum ist das notwendig, wenn jedes Schiff problemlos in Wilhelmshaven entladen könnte?

Okay, das wäre aus deren Sicht vielleicht ärgerlich, aber ist es tatsächlich ein rechtlich haltbarer Klagegrund ? Ich bin kein Jurist, aber als blutiger Laie würde ich sdagen: Nein !

Das sehe ich auch so. Und natürlich macht man das dann auch nicht selbst. Und nicht direkt mit dem Argument. Dann unterstützt man den Fischereiverein Weener-Süd. Oder schlägt der Bürgerinitiative gegen Schiffsabgase einen günstigen befähigten Anwalt vor. Oder unterstützt eine den Ausbau nicht schätzende Firma mit Aufträgen. Oder so ähnlich. Wenn nur der Wille da ist ... - kreativ sind dann viele ...

Schöne Grüße von jörg

Tiefwasserhafen

arno50, Samstag, 21.12.2019, 23:32 (vor 2315 Tagen) @ Blaschke

in der Tat ist die ganze Angelegenheit mit dem Tiefwasserhafen merkwürdig um nicht zu sagen ein Witz.
Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem Mitarbeiter der dortigen Tiefwasserhafengesellschaft. Irgendwie ging es um Tiefgang von 17 oder 18 m, den Rotterdam und WHV anbietet nun muss unbedingt HH nachziehen mit riesigem Aufwand.
Aber zur Planung von Projekten in der BRD: Am Tiefwasserhafen gibt es keine Umschlag in Binnenschiffe, die Bahnstrecke ist ein Witz: Sollen wohl Millionen von Tonnen durch Oldenburg Ziegelhofviertel und den Haupbahnhof durchgeschleust werden? Auf die Idee, eine Bahnumleitung um Oldenburg kam man erst viel später durch Bürgerprotest die Bahnplaner haben "an so was nicht gedacht".
Wenn Holländer so was geplant hätten wäre das Problem des Weiterleitens der Güter ins Binnenland lange im Vorfeld ausgearbeitet worden. An die von B. angesproche intriganten Intressenlagen hatte ich noch gar nicht gedacht, ist aber in beiden Bereichen glaubwürdig.

Dieselbe Interessenlage am Rhein ...

Blaschke, Sonntag, 22.12.2019, 14:37 (vor 2315 Tagen) @ arno50

Hey.

Wenn Holländer so was geplant hätten wäre das Problem des Weiterleitens der Güter ins Binnenland lange im Vorfeld ausgearbeitet worden. An die von B. angesproche intriganten Intressenlagen hatte ich noch gar nicht gedacht, ist aber in beiden Bereichen glaubwürdig.


Am Rhein dasselbe. Die Niederländer stärken ihren Hafen Rotterdam und bauen eine schnelle Güterzugstrecke Richtung Südosten. Natürlich haben die Deutschen kein Interesse an einem Weiterbau Richtung Schweiz, Italien. Denn dann wäre ja jeder in Rotterdam entladene Container definitiv schneller im Süden, als wenn ich den erst nach Hamburg schippere und den dann dort auf die Schiene Richtung Süddeutschland setze.

Dass sich die DB am Rhein also viiiel Zeit läßt mit der Ausbauerei, ist nicht Dilettantentum oder Unfähigkeit, sondern knallharte nationale Regionalpolitik. Nix EU und so ... - da gilt Germany first.

Natürlich sind da die Niederländer säuerlich. Und die Schweizer auch. Kollateralschaden bestenfalls. EU ist nur dann gut, wenn zusätzlicher Kuchen im Angebot ist und jeder was abbekommt. Soll, wie in diesem Fall, der vorhandene Kuchen anders aufgeteilt werden, dann denkt natürlich jede Nation erst an sich.


Schöne Grüße von jörg

Dieselbe Interessenlage am Rhein ...

amtrak, Sonntag, 22.12.2019, 18:23 (vor 2314 Tagen) @ Blaschke

Vielleicht hat das immer noch eingleisige Teil zwischen Kaldenkirchen und Viersen die selbe Ursache.
Obwohl da unglaublich viel Güterverkehr durch geht. Das doppelspurig machen soll, habe ich mal gelesen, sehr, sehr profitabel sein.

Tiefwasserhafen

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 23.12.2019, 09:57 (vor 2314 Tagen) @ arno50
bearbeitet von Alibizugpaar, Montag, 23.12.2019, 09:58

nix

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Regionalpolitik ...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 23.12.2019, 09:47 (vor 2314 Tagen) @ Blaschke

Bremen hat 'Macht'? In Sachen politischer Einflussnahmen hätte ich die eher auf den bundesweit letzten Platz gesetzt. Vor allem im direkten Vergleich zu Niedersachsen. Bremen ist doch auch sonst immer nur hinten mit dabei.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Regionalpolitik ...

Aphex Twin, Montag, 23.12.2019, 10:11 (vor 2314 Tagen) @ Alibizugpaar

Bremen hat 'Macht'? In Sachen politischer Einflussnahmen hätte ich die eher auf den bundesweit letzten Platz gesetzt. Vor allem im direkten Vergleich zu Niedersachsen. Bremen ist doch auch sonst immer nur hinten mit dabei.

In Blaschkes einfacher Welt hat der Regengott Macht, sonst würde es ja nicht immer wieder regnen.

Regionalpolitik ...

trawler, Montag, 23.12.2019, 10:35 (vor 2314 Tagen) @ Aphex Twin

Das Land Bremen ist an den Terminals als Anteilseigner beteiligt.

Regionalpolitik ...

Blaschke, Montag, 23.12.2019, 13:17 (vor 2314 Tagen) @ Alibizugpaar

Hallo.

Bremen hat 'Macht'? In Sachen politischer Einflussnahmen hätte ich die eher auf den bundesweit letzten Platz gesetzt.

Da täuscht du dich ganz gewaltig ...

Kleiner Tipp: mach mal Fahrgastbefragungen und habe dadurch Kontakt mit reichlich Bremer Hanseaten. Danach wird dir sehr schnell klar, warum Bremen noch immer ein eigenes Bundesland ist und auch immer eines bleiben wird. Egal, wie pleite die sind. Da gibt es eine überdurchschnittlich große Menge Klientel, mit denen man menschlich gar nicht viel zu tun haben möchte. Da ist ein Hanseat hochwichtiger und bedeutender als der andere und lässt das seine Umgebung auch deutlich spüren. Übertragen in die Politik heißt das: geb denen, was die wollen und dann haben wir wenigstens Ruhe.

Vor allem im direkten Vergleich zu Niedersachsen. Bremen ist doch auch sonst immer nur hinten mit dabei.

Was auch eine gewisse Macht darstellt. Denn mit den Pleitiers will ja nun ernsthaft niemand fusionieren zu einem Nordstaat. Warum soll sich Niedersachsen einen Pleitegeier ins Haus holen. Bevor also ein Bremer das als eine Art vergiftetes Geschenk andenkt, wird ihm eher sein finanzieller Wunsch erfüllt.


Bremen wird da gewaltig unterschätzt. Die wissen auf der Klavitur perfekt zu spielen. Und sind eben deswegen noch immer ein eigenes Bundesland. Und wie erwähnt, bleiben sie das auch für ewig.


Schöne Grüße von jörg

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