Tschüss, Otto! (10 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 18.12.2019, 18:52 (vor 2290 Tagen)
bearbeitet von Sören Heise, Mittwoch, 18.12.2019, 18:53

Moin,

auch von Otto musste sich die Eisenbahnwelt im Jahr 2019 verabschieden. Er starb allerdings schon am 30. Juli 1898. Seine (vermutlich immer kleiner werdende) Schar von Verehrern konnte ihn lange Zeit per Zug besuchen. Zuletzt war das am 8. Dezember 2019 möglich. Denn seit dem 15. Dezember 2019 fahren auf dem RE 1 nur noch Doppelstockwagen. Und somit sind die Züge zu lang für den Bahnsteig. Deshalb und da niemand mehr Friedrich Karl August Graf und Edler Herr zur Lippe-Biesterfeld, Sternberg und Schwalenberg kennt, liegt es nahe, dieses Portrait mit „Tschüss, Otto!” zu beginnen. Ich darf mich bei Christoph Arndt bedanken, der mir einige ältere Aufnahmen zur Verfügung stellte. Er war 1989 vor Ort, weshalb es auch einen kleinen Einst-und-Jetzt-Vergleich geben wird.


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Besagter Friedrich ließ im Jahr 1763 an Stelle einer alten Försterei ein Jagdhaus errichten. Das wurde später zu einem Gasthaus, das von der Eröffnung der direkt vorbeiführenden Bahnstrecke profitierte. Nach der Reichsgründung schenkte der preußische König und nun auch deutsche Kaiser seinem Kanzler Otto von Bismarck den Fürstentitel und den Sachsenwald. Der frischgebackene Fürst machte Friedrichsruh zu seinem Lebenmittelpunkt. Als bedeutender Politiker nahm er sich auch das Recht, den Ort zum Schnellzughalt zu machen, wenn er im Zug war (einzelne seiner Mitarbeiter, darunter ein entfernter Verwandter von mir, taten es ihm gleich). Vertreter der Familie Bismarck leben noch heute in Friedrichsruh. Daneben gibt es dort das Bismarck-Mausoleum, ein Bismarck-Museum, die Bismarck-Stiftung und einen Schmetterlingsgarten. Bismarckturm und Bismarckstraße jedoch sucht man vergebens. Für Bismarckhering müssten Feinschmecker bitte bei der örtlichen Gastronomie nachfragen. Und das Bismarckdenkmal steht an den Landungsbrücken.


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Das Friedrichsruher Bahnhofsgebäude stammt aus der Anfangszeit der Bahnstrecke. Es ist in Schleswig-Holstein das einzige an der Berlin-Hamburger Bahn, das seit damals immer noch steht. Nach längerem Niedergang wurde es saniert, im Jahr 2000 zog die Otto-von-Bismarck-Stiftung ein. Über die Geschichte der Bahnstrecke hatte ich mich früher schonmal geäußert. Entsprechende Links sind in meinem Inhaltsverzeichnis zu finden. Es selbst ist über den Link in meiner Signatur zu erreichen. Das Kapitel über den Zugverkehr fällt aus dem oben genannten Grund aus.


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Nach Verlängerung der S-Bahn bis Aumühle wurde der Regionalverkehr zwischen Aumühle und Büchen durch Züge bedient, die zwischen den beiden Bahnhöfen pendelten, hierfür gab es im HVV-Fahrplan lange Jahre die kurze Tabelle „zu S21 Aumühle - Friedrichsruh”. Von Hamburg bis Aumühle war die S-Bahn zu nutzen. Spätestens mit dem Verkehren von Regionalzügen nach Schwerin fuhren auch wieder welche zum Hauptbahnhof, zunächst ohne Halt zwischen Bergedorf und Büchen. Lange Zeit gab es ein Miteinander. Die Tendenz ging aber ganz klar zu Zügen zum Hauptbahnhof. Im Jahresfahrplan 2013 hielt der letzte Zug nach Büchen in Friedrichsruh mo-fr um 16:04 Uhr. 2014 fuhr der Pendel Aumühle - Büchen nur noch an Wochenenden und Feiertagen. 2016 hielten in Friedrichsruh sechs Zugpaare, aber in einer Woche. Mit dem Jahresfahrplan 2018 verschwand Aumühle aus der Kursbuchtabelle der Fernbahn, seitdem fahren alle Regionalzüge zum Hauptbahnhof und das Stumpfgleis in Aumühle sieht planmäßig keine Züge mehr. Gleichzeitig erhielt Friedrichsruh wieder einen angenäherten Zweistundentakt, aber nur noch an Sonn- und Feiertagen. Das sollte die letzten zwei Betriebsjahre so bleiben.


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AFRD01 by Sören Heise, auf Flickr

1 Beginnen wir die Reise an einem wohlbekannten Ort.


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AFRD02 by Sören Heise, auf Flickr

2 Ein 41 Meter kurzer Dieseltriebwagen hat das halbe Bahnsteiggleis 11 für sich.


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AFRD03 by Sören Heise, auf Flickr

3 Unser Ziel ist der Halt, der nicht genannt wird.


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AFRD04 by Sören Heise, auf Flickr

4 Glücklich angekommen. 648 339 fährt weiter.


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AFRD05 by Sören Heise, auf Flickr

5 Der fahrende Zug gibt den Blick frei aufs Empfangsgebäude. Die Bahnsteige stehen seitlich versetzt.


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AFRD06 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

6 So war es auch schon am 7. August 1989, als Christoph den Haltepunkt, damals noch mit Blockstelle, besuchte.


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AFRD07 by Sören Heise, auf Flickr

7 Ein etwas schiefer Blick auf den Fahrplan. Wie man sieht, gab es sogar eine Direktverbindung in die Landeshauptstadt.


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AFRD08 by Sören Heise, auf Flickr

8 Kurz vor Schluss gab es noch Schienenersatzverkehr. Die Busse hielten 650 Meter vom Bahnhof entfernt.


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AFRD09 by Sören Heise, auf Flickr

9 Am Bahnsteigende.


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AFRD10 by Sören Heise, auf Flickr

10 Blick zurück. Wie man sieht, leuchten alte und neue Leuchten.


Schnipp.

Tschüss, Otto! (25 Bilder)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 18.12.2019, 18:54 (vor 2290 Tagen) @ Sören Heise

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AFRD11 by Sören Heise, auf Flickr

11 Die alte Straße nach Kröppelshagen.


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AFRD12 by Sören Heise, auf Flickr

12 Bis zur Streckensanierung gab es einen Bahnübergang.


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AFRD13 by Sören Heise, auf Flickr

13 Openstreetmap zeigt eine hellgrüne Fläche, ein Besuch vor Ort das Bismarckmausoleum.


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AFRD14 by Sören Heise, auf Flickr

14 Ein Gedenkstein erinnert an diverse Schiffe, die Bismarck hießen. Nebenan eine Gedenkstätte für die, die auf dem Schlachtschiff Bismarck starben.


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AFRD15 by Sören Heise, auf Flickr

15 Schräg gegenüber steht dieser röhrende Hirsch, den jemand Bismarck schenkte. Ein anderer Jemand schenkte ihm ein Stück Sandstein vom Standort des Hermannsdenkmals.


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AFRD16 by Sören Heise, auf Flickr

16 Der Nordeingang zu den Bahnsteigen.


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AFRD17 by Sören Heise, auf Flickr

17 Genug Worte.


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AFRD18 by Sören Heise, auf Flickr

18 Qual der Wahl.


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AFRD19 by Sören Heise, auf Flickr

19 Wieder oben.


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AFRD20 by Sören Heise, auf Flickr

20 Von der anderen Seite.


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AFRD21 by Sören Heise, auf Flickr

21 Jetzt...


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AFRD22 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

22 ...und einst.


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AFRD23 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

23 Einst...


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AFRD24 by Sören Heise, auf Flickr

24 ...und jetzt. Am Blocksignal war das Einfahrvorsignal von Aumühle zu finden.


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AFRD25 Christoph Arndt via by Sören Heise, auf Flickr

25 1989...


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AFRD26 by Sören Heise, auf Flickr

26 ...und 2019.


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AFRD27 by Sören Heise, auf Flickr

27 Das einstige WC-Gebäude.


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AFRD28 by Sören Heise, auf Flickr

28 Eisenbahnerwohnhäuser.


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AFRD29 by Sören Heise, auf Flickr

29 Der Sitz der Stiftung.
Das kleine Schildchen weist mit warnenden Worten darauf hin, dass man einen für Nässe nicht geeigneten Bodenbelag verlegt hat.


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AFRD30 by Sören Heise, auf Flickr

30 Die Bushaltestellen. Im Kleingedruckten erfuhr man, dass beide Linien gerade nicht fuhren.


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AFRD31 by Sören Heise, auf Flickr

31 So kommt man ohne Zug von hier wieder weg.


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AFRD32 by Sören Heise, auf Flickr

32 Gemäß Eigenaussage ist die Ausstellung im Bismarck-Museum seit 1951 weitgehend unverändert.


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AFRD33 by Sören Heise, auf Flickr

33 Alle Nachbarstationen von Aumühle zeichnen sich aus durch Erinnerungen an die gute alte Zeit, als „Die Schranke war zu” noch eine allgemein akzeptierte Entschuldigung war.


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AFRD34 by Sören Heise, auf Flickr

34 Zeit zur Rückkehr.


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AFRD35 by Sören Heise, auf Flickr

35 Und das war es.


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Später als ich war DSO-Nutzer HT vor Ort in Friedrichsruh. Seinen Bericht gibt es hier.

In knapp zwei Wochen heißt es dann „Tschüß Jahr!” Ich wünsche euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und alles Gute für 2020!

Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Tschüss, Otto! (25 Bilder)

kllaas, Montag, 23.12.2019, 14:49 (vor 2285 Tagen) @ Sören Heise

Danke Sören für Fotos und Informationen dazu.
In meiner kurzen Hamburger Zeit 1992 bin uich da mit dem Fahrrad von HH aus unterwegs gewesen.
Dir und Otto frohe Weihnachten und alles Gute für 2020.
Und den anderen Lesern natürlich auch.... Kristian

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