Tschüss, Otto! (10 Bilder) (Reiseberichte)
Moin,
auch von Otto musste sich die Eisenbahnwelt im Jahr 2019 verabschieden. Er starb allerdings schon am 30. Juli 1898. Seine (vermutlich immer kleiner werdende) Schar von Verehrern konnte ihn lange Zeit per Zug besuchen. Zuletzt war das am 8. Dezember 2019 möglich. Denn seit dem 15. Dezember 2019 fahren auf dem RE 1 nur noch Doppelstockwagen. Und somit sind die Züge zu lang für den Bahnsteig. Deshalb und da niemand mehr Friedrich Karl August Graf und Edler Herr zur Lippe-Biesterfeld, Sternberg und Schwalenberg kennt, liegt es nahe, dieses Portrait mit „Tschüss, Otto!” zu beginnen. Ich darf mich bei Christoph Arndt bedanken, der mir einige ältere Aufnahmen zur Verfügung stellte. Er war 1989 vor Ort, weshalb es auch einen kleinen Einst-und-Jetzt-Vergleich geben wird.
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Besagter Friedrich ließ im Jahr 1763 an Stelle einer alten Försterei ein Jagdhaus errichten. Das wurde später zu einem Gasthaus, das von der Eröffnung der direkt vorbeiführenden Bahnstrecke profitierte. Nach der Reichsgründung schenkte der preußische König und nun auch deutsche Kaiser seinem Kanzler Otto von Bismarck den Fürstentitel und den Sachsenwald. Der frischgebackene Fürst machte Friedrichsruh zu seinem Lebenmittelpunkt. Als bedeutender Politiker nahm er sich auch das Recht, den Ort zum Schnellzughalt zu machen, wenn er im Zug war (einzelne seiner Mitarbeiter, darunter ein entfernter Verwandter von mir, taten es ihm gleich). Vertreter der Familie Bismarck leben noch heute in Friedrichsruh. Daneben gibt es dort das Bismarck-Mausoleum, ein Bismarck-Museum, die Bismarck-Stiftung und einen Schmetterlingsgarten. Bismarckturm und Bismarckstraße jedoch sucht man vergebens. Für Bismarckhering müssten Feinschmecker bitte bei der örtlichen Gastronomie nachfragen. Und das Bismarckdenkmal steht an den Landungsbrücken.
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Das Friedrichsruher Bahnhofsgebäude stammt aus der Anfangszeit der Bahnstrecke. Es ist in Schleswig-Holstein das einzige an der Berlin-Hamburger Bahn, das seit damals immer noch steht. Nach längerem Niedergang wurde es saniert, im Jahr 2000 zog die Otto-von-Bismarck-Stiftung ein. Über die Geschichte der Bahnstrecke hatte ich mich früher schonmal geäußert. Entsprechende Links sind in meinem Inhaltsverzeichnis zu finden. Es selbst ist über den Link in meiner Signatur zu erreichen. Das Kapitel über den Zugverkehr fällt aus dem oben genannten Grund aus.
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Nach Verlängerung der S-Bahn bis Aumühle wurde der Regionalverkehr zwischen Aumühle und Büchen durch Züge bedient, die zwischen den beiden Bahnhöfen pendelten, hierfür gab es im HVV-Fahrplan lange Jahre die kurze Tabelle „zu S21 Aumühle - Friedrichsruh”. Von Hamburg bis Aumühle war die S-Bahn zu nutzen. Spätestens mit dem Verkehren von Regionalzügen nach Schwerin fuhren auch wieder welche zum Hauptbahnhof, zunächst ohne Halt zwischen Bergedorf und Büchen. Lange Zeit gab es ein Miteinander. Die Tendenz ging aber ganz klar zu Zügen zum Hauptbahnhof. Im Jahresfahrplan 2013 hielt der letzte Zug nach Büchen in Friedrichsruh mo-fr um 16:04 Uhr. 2014 fuhr der Pendel Aumühle - Büchen nur noch an Wochenenden und Feiertagen. 2016 hielten in Friedrichsruh sechs Zugpaare, aber in einer Woche. Mit dem Jahresfahrplan 2018 verschwand Aumühle aus der Kursbuchtabelle der Fernbahn, seitdem fahren alle Regionalzüge zum Hauptbahnhof und das Stumpfgleis in Aumühle sieht planmäßig keine Züge mehr. Gleichzeitig erhielt Friedrichsruh wieder einen angenäherten Zweistundentakt, aber nur noch an Sonn- und Feiertagen. Das sollte die letzten zwei Betriebsjahre so bleiben.
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AFRD01 by Sören Heise, auf Flickr
1 Beginnen wir die Reise an einem wohlbekannten Ort.
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AFRD02 by Sören Heise, auf Flickr
2 Ein 41 Meter kurzer Dieseltriebwagen hat das halbe Bahnsteiggleis 11 für sich.
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AFRD03 by Sören Heise, auf Flickr
3 Unser Ziel ist der Halt, der nicht genannt wird.
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AFRD04 by Sören Heise, auf Flickr
4 Glücklich angekommen. 648 339 fährt weiter.
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AFRD05 by Sören Heise, auf Flickr
5 Der fahrende Zug gibt den Blick frei aufs Empfangsgebäude. Die Bahnsteige stehen seitlich versetzt.
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AFRD06 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr
6 So war es auch schon am 7. August 1989, als Christoph den Haltepunkt, damals noch mit Blockstelle, besuchte.
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AFRD07 by Sören Heise, auf Flickr
7 Ein etwas schiefer Blick auf den Fahrplan. Wie man sieht, gab es sogar eine Direktverbindung in die Landeshauptstadt.
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AFRD08 by Sören Heise, auf Flickr
8 Kurz vor Schluss gab es noch Schienenersatzverkehr. Die Busse hielten 650 Meter vom Bahnhof entfernt.
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AFRD09 by Sören Heise, auf Flickr
9 Am Bahnsteigende.
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AFRD10 by Sören Heise, auf Flickr
10 Blick zurück. Wie man sieht, leuchten alte und neue Leuchten.
Schnipp.
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Sören Heise,
18.12.2019, 18:52
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Sören Heise,
18.12.2019, 18:54
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Sören Heise,
18.12.2019, 18:54