[CZ] [AT] Überraschungen im Polonia (m. 4 B.) (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Samstag, 14.12.2019, 21:18 (vor 2290 Tagen)
bearbeitet von J-C, Samstag, 14.12.2019, 21:22

Letzte Woche habe ich euch mit der Tatsache beglückt, dass mein Zug nach langer Zeit mal pünktlich wäre.

Drei Mal könnt ihr raten, es ist schon wieder passiert. Dieses Mal sogar an meinem Startbahnhof (ok, 1-2 Minuten plus hatte der, aber das ist eher wurscht).

Der Speisewagen war wieder älterer Bauart, wieder mit Übersetzfenstern. Stanyslaw Rybak FISH war heute das Franchise-Unternehmen, das für WARS das Catering übernommen hat. Tatsächlich - ich denke, ich erwähne es mal - ist WARS nur die Marke des Caterings, tatsächlich vergibt die Firma das Catering an Franchisenehmer. Auf meiner Linie sind dabei eine handvoll Franchises tätig. Tatsächlich kann man spätestens in den Kontoauszügen nachvollziehen, welches Franchise einen bedient hat, das sehe ich halt sofort auf meinem Handy nach Bezahlung. Ich fahre zuweilen so regelmäßig mit den polnischen Zügen, da habe ichdie Bedienung schon vorher öfters angetroffen.

So ist es auch dieses Mal. Ich müsste noch beobachten, ob die Wahrscheinlichkeit, eine heiße Schokolade zu kriegen, mit dem Franchise zusammenhängt. Vielleicht lerne ich mal etwas polnisch und schreibe mal WARS an, dass man sich um das Thema vielleicht mal kümmern sollte.

Tatsache ist, dass heute wir auf dem Niveau dessen sind, was über die DB-Gastronomie gerne mal beklagt wird. Weder bekam ich meine Kaszotto, die ich heute probieren wollte, noch konnte ich eine heiße Schokolade kriegen. Dann ist es eben die Empfehlung des Chefkoches, die ich wähle.

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Wie man hier unschwer erkennen kann, hat sich an der Qualität des Essens nichts geändert, es ist immer noch anscheinend frisch zubereitet und es ist immer noch sehr schmackhaft und macht einen glücklich. Ein schönes Ritual, über welches ich gerne mal rede. Da ist die Enttäuschung über den Mangel an heißer Schokolade gleich weggeblasen. Also zumindest vorerst.

Der Zug kam auch pünktlich in Breclav an, was aber gar nicht pünktlich ist, ist der Regiojet, der vor einer halben Stunde hätte aus Breclav abfahren sollen:

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Ich meine... eine halbe Stunde Verspätung? Ich hätt mich fast kaputtgelacht. Weil, da denkst du dir "Ja, der Zug am benachbarten Bahnsteig wird ein dezent verspäteter Metropolitan aus Prag sein... " und dann ist's ein Regiojet mit dem selben Ziel wie unserer Zug. Wie man am Bild erkennen kann, erspart uns WARS mit seinem hübschen Hinweis, denen Platz zu machen, die was essen wollen, den beschämenden Anblick dieses verspäteten Zuges, der kurz nach unserem eben ankam.

Der Metropolitan war übrigens 20 Minuten verspätet. Das war eigentlich gut so, denn dadurch wartet mein Zug dessen Verspätung nicht ab und fuhr pünktlich ab.

Jawohl, keine Vorfahrt für die verspätete Privatbahn, Polska first!

Nun, irgendwann war ich fertig mit Essen und nachdem die Bezahlung mit ApplePay nach dem zweiten Anlauf klappte (um ehrlich zu sein, auf der Strecke schien die Verbindung nicht so flüssig zu sein wie normalerweise, da mache ich dem Kartenterminal keinen Vorwurf), begab ich mich also aus dem Speisewagen, lief am ersten Abteilwagen vorbei, am zweiten Abteilwagen vorbei... und kam im Großraumwagen an. Nanu, denke ich mir, die Sitze sehen ganz anders aus als sonst.

Und tatsächlich, was kriege ich geboten?

Das hier!

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Jawohl! Die PKP scheint eine blühende Kreativität zu haben, wenn es darum geht, ihre Züge irgendwie zu bestücken. Und wenn es ein Liegesesselwagen ist, der eigentlich für Nachtzüge vorgesehen ist, dann ist es eben ein Liegesesselwagen mit einer komfortablen 2+1-Bestuhlung, die jede erste Klasse, die ich bisher kannte, alt aussehen ließ - als zweite Klasse deklariert, wohl gemerkt.

Ich habe aus Rücksicht auf die Fahrgäste hinter mir jetzt nicht die volle Verstellbarkeit ausprobiert und trotzdem hatte ich die wohl komfortabelste Fahrt in einem Zug ever gehabt.

In Wien Hbf angekommen, beschloss ich, mal die volle Verstellbarkeit zu probieren:

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Ich glaube, viele würden bei solchen Sitzen nichts gegen eine Fahrt im Sitzwagen der Nachtzüge haben.

In Wien Hbf angekommen, wo kurze Zeit später der Regiojet wieder in Erscheinung tritt - genau genommen 4 Minuten nach Ankunft des Polonia, wollte ich eigentlich mal den Taschenfahrplan für meine Strecke mir am Stand holen. Hatten sie nicht, musste ich am Infoschalter mich bedienen.

Immerhin bekam ich ein Schokoherz mit Füllung geschenkt. Eine nette Aufmerksamkeit.

Tja und in wenigen Stunden ist Fahrplanwechsel. Statt um 8:10 startet dann der Sobieski um 6:06 als EC 106 in Wien Hbf und hält zusätzlich in Wien Stadlau (der wohl ersten regulären Fernverkehrshalt dort)

Um 8:10 eine weitere Premiere: ein EC 104 aus Graz fährt nach Przemyśl. Das besondere: Dieser Zug fährt mit österreichischen und Tschechischen Wagen. Das Bordrestaurant kommt nur bis Bohumin, die Bewirtschaftung erfolgt durch DoN's.

Zwischen Breclav und Bohumin wird's kulinarisch gesehen also etwas vielfältiger.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Mr. Businessman is not amused

ES89, Hamburg / Rostock, Samstag, 14.12.2019, 23:58 (vor 2290 Tagen) @ J-C

Ich glaube, viele würden bei solchen Sitzen nichts gegen eine Fahrt im Sitzwagen der Nachtzüge haben.

Mr. Businessman ist garantiert nicht zufrieden: Ich kann meinen Laptop nicht abstellen, der Idiot vor mir hat den Sitz auf maximaler Liegeposition !!!
;-)

Haben die Sitze den überhaupt Klapptische und Steckdosen?

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Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

[CZ] [AT] Überraschungen im Polonia (m. 4 B.)

Destear, Berlin, Sonntag, 15.12.2019, 00:22 (vor 2290 Tagen) @ J-C

Die Wagen fuhren früher im Jan Kiepura mit. Meiner Meinung nach vor allem auf nicht ganz besonders langen Nachtzugstrecken eine echte Alternative zum Liegewagen. Damals war die Reservierung dafür auch günstiger als der Liegewagen - der Preis lag glaube ich bei 10 EUR (man korrigiere mich, sollte ich falsch liegen).

Mr. Businessman is slightly amused?

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 15.12.2019, 06:35 (vor 2290 Tagen) @ ES89

Die Sitze haben einen Tisch an der Lehne motiviert, Steckdosen hat's auch, wobei der Tisch etwas klein ist.

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Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 15.12.2019, 13:49 (vor 2289 Tagen) @ J-C
bearbeitet von Alibizugpaar, Sonntag, 15.12.2019, 13:51

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Und tatsächlich, was kriege ich geboten? Das hier!

Ein wahrhaftig sauberer Wandplatz wie aus dem Bilderbuch. Hast Du den Anblick Deiner schwarzen Jacke die Fahrt über intensiv genießen können?

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

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J-C, In meiner Welt, Sonntag, 15.12.2019, 13:57 (vor 2289 Tagen) @ Alibizugpaar

Ich habe auf der anderen Seite gesessen, das war halt ein Einzelplatz, den ich halt besser fotografieren konnte in dem Moment ;-)

Man bedenke, dass der Wagen normalerweise auf Nachtzügen zum Einsatz kommt, vielleicht will man da auch nicht viel sehen :P

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Liegesitzwagen auf Vagonweb

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 15.12.2019, 14:01 (vor 2289 Tagen) @ J-C

Link Der Liegesitzwagen von Typ B5mnopuvz 152Az wurde in der Zwischenzeit, wie man im Vergleich sieht, aufgefrischt. Kurioserweise bekam er fast ausschließlich die Polsterfarbe, die man normalerweise in den Wagen erster Klasse der PKP iC vorfindet...

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Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 15.12.2019, 17:13 (vor 2289 Tagen) @ J-C

Ich halte von diesen konstruktiven Gedankenlosigkeiten trotzdem nichts. Früher hatte man für den Sichtschutz Gardinen oder Rollos am auf den Sitzplatz passend ausgerichteten Fenster. Aber was wir bezüglich der wild zusammen gewürfelten Sitzlandschaften im Bahnverkehr seit einigen Jahren erleben gehört eigentlich ins Bürgerliche Strafgesetzbuch.

Ein Nachtzugreisender steigt ja nicht ein und macht sofort zur Abfahrtminute die Augen zu und knackt durch bis 5 Minuten vor Ankunft am nächsten Morgen. Nein, man möchte schon angenehm in den Abend und in den Morgen schauen können.

Umstände wie diese Fensterholmplätze zeugen vom Grad der (geringen) Wertschätzung, die Bahnen ihren Kunden zukommen lassen.

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Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

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J-C, In meiner Welt, Sonntag, 15.12.2019, 18:09 (vor 2289 Tagen) @ Alibizugpaar

Stimmt auch wieder. Vor allem bin ich der Meinung, dass man bei der Konstruktion des Wagens das schon hätte beachten können.

Das hat PKP iC bzw. Pesa mit den Restaurantwagen ja auch nicht besser gemacht, wie man hier sehen kann.

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